Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer kämpfte gegen das NS-Regime. „Man müsse dem Rad in die Speichen fallen“, sagte er. Heute wird dieses Zitat von der Neuen Rechten benutzt, um ein Recht auf Widerstand gegen einen angeblich linken Zeitgeist zu beanspruchen. Zum 80. Jahrestag der Ermordung des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer will das Kolloquium Bonhoeffer gedenken: Was heißt Widerstand heute in Zeiten eines globalen Rechtsrucks?
Frank-Rainer Schurich, Professor für Kriminalistik, stellt uns vier Kriminalfälle aus dem Buch „Doppelmorde in der DDR. Spezielle Motivlagen in der Kriminalpraxis“ (Verlag Dr. Köster, 2024) vor. Gemeinsam mit Remo Kroll haben sie im Buch wieder mit versiertem Blick und kriminalistischer Expertise die dunkelsten Ecken unserer Gesellschaft ausgeleuchtet und dort alle Zutaten für einen bizarr abgründigen Filmplot gefunden. Vier spektakuläre Kriminalfälle aus der DDR dokumentieren die komplizierte Wahrheitsfindung in einer unglaublichen Wirklichkeit.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat suchen und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Anmeldung erforderlich.
Gibt es ein typisches Ostsein? Hat der Osten eine eigene Identität oder ist es nur ein ostalgisch-nostalgisches Beharren auf Anderssein? Wie nachhal(l)tig ist die DDR? Dies fragten sich Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel. In ihrem neuen Buch belegen sie, dass jahrzehntelange soziale Prägungen auch 35 Jahre unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen nachwirken, trotz oder gerade wegen neuer Erfahrungen. Gespräch und Lesung mit Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel, Moderation: Karlen Vesper
Karl Marx kam nicht als jener Kapitalismuskritiker zur Welt, als den man ihn heute vor allem wahrnimmt. Michael Heinrich stellt die politischen Aktivitäten und die intellektuellen Auseinandersetzungen um einen radikalen Republikanismus vor, die Karl Marx in den Jahren 1841 bis 1843 prägten.
Linke Positionen zu Flucht und Migration sind heute mehr denn je gefragt. Warum da nicht auch einmal einen Blick zurück auf die Klassiker werfen, um Antworten auf Fragen unserer Zeit zu finden? Diplomgesellschaftswissenschaftler Dr. Artur Pech tut das in seinem Buch "Marx und Engels über Migration. Einführung für den politischen Gebrauch", erschienen 2024. Neben der Analyse von Ursachen für Migration und dem Zusammenhang zur kapitalistischen Gesellschaft, der Profitdominanz und einer auf ihr beruhenden Globalisierung geht es dem langjährigen Kommunalpolitiker Pech auch um praktische Erfahrungen von heute.
Sieben Oscars erhielt der 2023 gedrehte Hollywoodfilm "Oppenheimer". Darin geht es um das "Manhattan-Projekt", die Entwicklung der US-Atombombe im Zweiten Weltkrieg. Im Film taucht in einer Nebenrolle der Kommunist und Physiker Klaus Fuchs auf, der von 1943-46 im "Manhattan-Projekt" mitgearbeitet hatte. Er hat wichtige Informationen über die Bombe an die Sowjetunion weiter gegeben, wurde dafür wegen Spionage verurteilt und stieg nach seiner Freilassung zu einem der führenden Kernforscher in der DDR auf. Der Historiker Dr. Ronald Friedmann hat vor 20 Jahren die erste umfangreiche Biografie über Klaus Fuchs veröffentlicht. Mit ihm werden wir in der Veranstaltung an das Leben des berühmten Forschers und den Beginn des ersten Kalten Krieges erinnern.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Der Platz ist begrenzt, deshalb bitten wir um Anmeldung.
Anlässlich ihres Todestags möchten wir an Hermynia Zur Mühlen und ihr Werk erinnern: Wer war die Autorin? Wie sah ihr Leben als Widerstandskämpferin aus? Was für (politische) Texte schrieb sie? Und welche Relevanz hat ihr Schaffen heute noch? Um diese Fragen soll es im Vortrag gehen, wobei insbesondere ihr Roman "Unsere Töchter, die Nazinen" eine Rolle spielen soll. Referentin: Katerina Brausmann
Im Januar gab das chinesische Startup DeepSeek bekannt, dass es über ein KI-Modell verfüge, das den US-amerikanischen Modellen von OpenAI ebenbürtig sei - und das auf leistungsschwächeren Chips. Dies führte massiven Verlusten an der US-Börse und erinnerte an den "Sputnik-Schock" im Jahr 1957. Doch was kennzeichnet heutige KI, was sind Chancen und Risiken. Und welchen technischen und politökonomischen Logiken unterliegt KI in einem digitalen Kapitalismus, der durch eine ressourcen- und kapitalintensive Macht- und Marktkonzentration großer Technologiekonzerne bestimmt ist. Darüber sprechen wir mit Sandra Sieron.
Am 35. Jahrestag der Volkskammerwahl von 1990 blicken wir zurück auf den Verfassungsentwurf des Zentralen Runden Tisches. Er wurde nach der Wahl von den Siegern übergangen, obwohl er wichtige Fragen der Zeit aufgriff sowie Antworten auf demokratische, soziale, geschlechterpolitische und ökologische Defizite der westdeutschen Verfassungspraxis behandelte. Stellt er auch Potenziale für eine demokratische Weiterentwicklung auch der heutigen Bundesrepublik bereit? Referent: Bernd Gehrke
Die Dichtung von Peter Hacks ist bestimmt von der Verteidigung der DDR und des Sozialismus. Seine Haltung fand Niederschlag in hinreißend schönen Versen, die bis heute erregend Wirkung tun und, ebenso wie seine anderen Texte, auch den Kampfplatz der Gegenwart erhellen. Neuheit und Frische strahlen sie umso mehr aus, als junge Leute sie in diesem Programm zu Gehör bringen. Einführung: Dr. Matthias Oehme
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Inge und Mitja Rapoport stehen für ein Jahrhundertleben. Beide geboren 1912, haben sie die NS-Zeit überlebt, sind 1950 aus der Emigration in den USA nach Europa zurückgekehrt und haben seit 1952 ihre Heimat in der DDR gefunden. Inge Rapoport begründete die Neugeborenenmedizin in der DDR. Ihre von den Nazis 1937 verhinderte Promotion holte sie im Alter von 102 Jahren in Hamburg nach, sie starb 2017. Mitja Rapoport leitete von 1952 bis 1977 das Institut für Biochemie an der Humboldt-Universität. Er starb 2004. Persönliche Erinnerungen aus der Zusammenarbeit mit den Rapoports ergänzen den Vortrag von Heinrich Niemann.
Oft wird das Wort "Brandmauer" bemüht, wenn es um mögliche Bündniskonstellation zwischen der AfD und anderen Parteien geht. Aber gibt es überhaupt noch diese "Brandmauer"? Auf was müssen wir uns in der nahen Zukunft gefasst machen, wenn schon der US-Amerikanische Außenminister Partei für diese Partei der extremen Rechten ergreift? Hilft ein Blick in unser Nachbarland Österreich, um eine mögliche Zukunft für uns auszumalen? Podiumsgespräch mit: Martina Renner und Gerd Wiegel.
Die Tour stellt die Persönlichkeiten vor, gibt einen Einblick in deren Leben und zeigt ihre gesellschaftlichen und theoretischen Leistungen auf. Sie gibt Einblicke in die organisierte Arbeiterinnenbewegung und stellt Kontinuitäten bis zur Gegenwart heraus. Darüber hinaus wird auf der Tour darauf eingegangen, wie proletarische Frauen in Kunst, Literatur und Geschichte rezipiert wurden. Historischer Stadtrundgang zum Internationalen Frauentag mit Janeta Mileva und Uwe Hiksch.
Die "Zukunft einer Negation" entspricht unserer Gegenwart. Bald vierzig Jahre nach dem bundesdeutschen Historikerstreit, in dem die Präzedenzlosigkeit der Shoah von rechts, nämlich unter Verweis auf die Verbrechen des Stalinismus in Abrede gestellt wurde, sucht man sie heute von links zu relativieren, und zwar mit Blick auf die Verbrechen des Kolonialismus. Diese "Zeitenwende", wie er sie nannte, hat Finkielkraut in den 1980er Jahren bereits verblüffend scharfsichtig beschrieben. Referent: Dr. Christoph Hesse
Laudatio: Dr. Anita Kühnel (Kunsthistorikerin, Berlin), Musikalische Umrahmung: Marjolaine Locher (Geige). Die Ausstellung ist zu sehen bis 6. Juni 2025.
«Rosa Luxemburg in Berlin. Ein biografischer Stadtführer»: Lesung mit Fotos und Audios der Autorin Claudia von Gélieu (Frauentouren). In 40 Stationen zeichnet das Buch Leben und Wirken von Rosa Luxemburg in Berlin nach. Bei der Buchpräsentation wird die Autorin vor allem ihre Neuentdeckungen vorstellen: Berliner Säle, in denen die «brillante Volksrednerin» auftrat, Orte, wo Rosa Luxemburg sich vergnügte und Ferien machte, ihr «Gesinde» und ihre Schneiderin ...
Robert Stadlober spricht, liest und inszeniert die Tagebücher Mihail Sebastians "Voller Entsetzen aber nicht verzweifelt. 1935-1945". Einführung: Thomas Ebermann.
Frauenrechtlerinnen, Dienstmädchen, Arbeiterinnen und bürgerliche Frauen, Künstlerinnen und Unternehmerinnen werden porträtiert. Sie alle haben die Geschicke der Stadt beeinflusst. In einem breit angelegten Spektrum werden nicht nur Biografien erzählt, sondern auch historische Frauenorte und Frauenbewegungen beschrieben. Es wird von berühmten und weniger berühmten Frauen berichtet (u. a. Rosa Luxemburg, Claire Waldorff, Fanny Hensel, Marlene Dietrich). Mit Angelika Neutschel und Irene Wittermann
Dass Theodor W. Adorno ein wichtiger Vertreter der (materialistischen) Philosophie ist, würde wohl kaum jemand bestreiten. Trotzdem spielt der als "Klassiker" desinfizierte, philosophiegeschichtlich eingemottete Adorno in der theoretischen Debatte unserer Gegenwart kaum eine Rolle. Dem Ungleichgewicht von Adornos kritischer Relevanz und seiner tatsächlichen Bedeutung versucht dieser Vortrag durch eine aneignende Deutung zu begegnen. Die These lautet, dass man die negative Dialektik in Erkenntnispraxis verwandeln muss, wenn man dem Postfordismus begegnen möchte. Referent: Dr. Haziran Zeller
Ernst Busch diesmal nicht als Schauspieler, sondern als idealer Interpret von sieben Liedern und Gesängen, deren Texte Kästner für die Tobis-Filmproduktion schrieb, vertont vom Schreker-Schüler Karol Rathaus, einem bis 1933 mehrfach beim deutschen frühen Tonfilm beschäftigten Komponisten. "Die Koffer des Herrn O. F.", Deutschland 1931, Regie: Alexis Granowsky, Mit: Peter Lorre, Harald Paulsen, Liedtexte: Erich Kästner, Musik: Karol Rathaus
Unter einem ungünstigen Stern scheint die Bundestagswahl 2025 zu stehen. Wird deren Ergebnis das Land weiter spalten und der extremen Rechten neuen Zulauf bescheren? Oder kann sie die Demokratie und den zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Wird das Votum des Volkes den sozialen, politischen und ökologischen Herausforderungen gerecht? Linkspolitiker Jan Korte analysiert die Wahlergebnisse und berichtet über Erfahrungen während seiner 20-jährigen parlamentarischen Tätigkeit im Bundestag.
Die Bundeswehr wird für den nächsten Krieg aufgerüstet. Verteidigungsminister Pistorius (SPD) rechnet mit einem Krieg in den nächsten 10 Jahren. Mehr als 80 Mrd. Euro jährlich wollen SPD, CDU, CSU, Grüne und AfD für die Bundeswehr ausgeben. Gleichzeitig verfällt unsere Infrastruktur. Kürzungen in allen sozialen Bereichen stehen vor der Tür. Wir sind auf dem Weg in eine Kriegswirtschaft. Lässt sich diese gefährliche Entwicklung stoppen? Referentin: Dr. Gesine Lötzsch
Die Familiengeschichte der Wollenbergers steht stellvertretend für viele jüdische Remigranten, die an ihren Illusionen zerbrachen. Zusammen mit der Autorin Charlotte Misselwitz beginnt eine Spurensuche über die vergessenen Hoffnungen und Enttäuschungen dieser DDR-Generation.
Nach dem unerwarteten Sturz von Präsident Assad befindet sich Syrien in einer Phase der Neustrukturierung. Das Projekt der Autonomen Selbstverwaltung in Rojava steht unter enormem Druck. In der Veranstaltung wird Janosch Tries die Rolle einiger zentraler Akteure näher betrachen. Welche Fraktionen stehen sich hier aktuell gegenüber, und welche Rolle spielen regionale sowie internationale Interessen? Gisela Rhein berichtet über die Situation der Bevölkerung in Nord-Ost Syrien und es wird ein kurzer Bericht von Heyva Sor a Kurd als Akteur vor Ort vorgestellt.
In der Welt der Kriege, in der wir zu Beginn des Jahres 2025 leben, ist die Gefahr, dass die Taiwanfrage zu einer Kriegsfrage wird, sehr groß. Darüber diskutieren wir mit Wolfram Adolphi.
Den Menschen, die von Bürgergeld leben, geht es viel zu gut: Das jedenfalls behauptet eine ganz große Koalition aus Parteien, Medien und Konzernen. In der Debatte über das früher Hartz IV genannte Bürgergeld ist dem Populismus – vom BSW über Union und FDP bis zur AfD – keine Behauptung zu billig: «Die Ausländer» seien schuld, die Sätze zu hoch, für den Staat zu teuer, und so weiter und so fort ...
Am 19. Februar 2020 verübte ein Rechtsterrorist einen rassistisch motivierten Anschlag in Hanau. Neun junge Menschen wurden ermordet.Sie wurden nicht zufällig Opfer, sondern wegen ihrer (vermeintlichen) Migrationsgeschichte gezielt angegriffen. Am 5. Jahrestag wollen wir uns austauschen, gedenken und gemeinsam über Wege nachdenken, wie wir Solidarität im Alltag stärken können. Wir zeigen den Film „Hanau - Eine Nacht und ihre Folgen" (45 Minuten), anschl. Podiumsgespräch.
Kindheit in einem verschwundenen Staat – wer könnte davon Zeugnis ablegen? Statistiken sind eine mögliche Informationsquelle. Wer aber gibt Auskunft über die geheimen Wünsche, Sehnsüchte, Träume und Phantasmagorien dieser Kinder? In zwei groß angelegten Untersuchungen, durchgeführt von Theaterpädagoginnen am Ost-Berliner Kindertheater 1986-88, erzählen Kinder über sich selbst. Es sind zum einen Tonbandprotokolle von Einzelgesprächen mit 7jährigen, in denen sie über ihren Alltag berichten. Zum anderen sind es 1577 Märchen - von Grundschulkindern erfunden und aufgeschrieben,
Vor 20 Jahren, am 1. Januar 2005, trat Hartz IV in Kraft und hat die Sozialsysteme und die Ökonomie nachhaltig verändert. Wir wollen eine (Zwischen-)Bilanz ziehen, mit einem Podiumsgespräch zu Geschichte, Hintergünden, Protest und Folgen bis zur Lage heute. Im Anschluss gibt es eine kabarettistische szenische Autoren-Lesung mit Musik zum Thema "Hart auf Hartz".
Der berühmte Biograph, Essayist und Reporter Isaac Deutscher wirkt bis heute nach. Geboren in einem jüdisch-orthodoxen Elternhaus in Galizien, sagte er sich in jungen Jahren vom religiösen Glauben los und trat mit 19 der Kommunistischen Partei Polens bei. 1932 wurde er aus der KP ausgeschlossen und engagierte sich in der Linken Opposition. Sechs Jahre später verließ er diese und widmete sich fortan der Arbeit als (marxistischer) Biograf. Eine unvollendete Trilogie über Gründungsväter der Sowjetunion gils als sein Hauptwerk: Der Band über Stalin sein Publikumserfolg, die voluminöse Biographie über Trotzki wirk(t)e in die Künste, sein Leninbuch blieb Fragment. An Isaac Deutscher erinnern Mario Keßler und Achim Engelberg.
Am 27. Januar 1945 bereitete die Rote Armee dem Grauen ein Ende. Die Historikerin Susanne Willems forscht seit Jahrzehnten zu Auschwitz. In ihrem neuen, zum 80. Jahrestag der Befreiung des deutsch-faschistischen Vernichtungslager erscheinenden Buch belegt sie, dass Terror, Sklavenarbeit und Massenmord nicht nur Rassenwahn entsprang, sondern auch dem Drang des deutschen Kapitals zur Profitmaximierung.
Die politischen Lager werfen sich gegenseitig das Verbreiten von Fake, Lügen und Halbwahrheiten vor. Bürgerinnen und Bürger wissen oft nicht mehr, was sie noch glauben sollen. Aber auch mit der Wahrheit kann ein falsches Bild gezeichnet werden. Anhand überzeugender Beispiele analysiert der Journalist und Buchautor Matthias Krauß die Rolle der "Vierten Gewalt" bei der Information/Desinformation der Menschen.
In "Brüchiges Schweigen" werden das Leben und der frühe Tod einer im Nationalsozialismus als "asozial" gebrandmarkten Frau mit der späteren Spurensuche einzelner Familienmitglieder, insbesondere jener der Enkelin Siegrid Fahrecker, in Beziehung gesetzt. Generationengedächtnis, familiäre Tradierung und Sekundärtraumatisierungen sind daher weitere zentrale Themen des Buches. Gespräch mit Brigitte Halbmayr (Autorin) und Christa Schikkora (Historikerin).
Der Vortrag skizziert, in welcher Weise „die Kategorie der Totalität“ in Hegels Philosophie, Marx‘ Kapitaltheorie und Adornos negativer Dialektik zum Tragen kommt und fragt, ob und inwiefern der totalisierende Zuschnitt dieser Theorien jeweils zu rechtfertigen ist. Referent: Dr. Frank Kuhne
In Clara Zetkins Briefen lesen wir von der Hast bei Neugründungen nationaler kommunistischer Parteien in Europa und von der Hatz gegen sie; von einem Krieg der Ideen – nach dem verheerenden tatsächlichen Krieg – um Neuordnungen in Deutschland, Europa und der Welt. Lesung und Gespräch mit: Marga Voigt (Mitherausgeberin)
Wie wird unsere zerstörerische Gegenwart von uns als den von ihr Versehrten aus einer utopischen Zukunft heraus erinnert? Darüber werden Meier und Neupert an diesem Abend miteinander reden.
Wenige Tage vor Trumps Amtseinführung wollen wir in der Veranstaltung die Gründe für dessen Wahlsieg und mögliche Konsequenzen für die US-Innenpolitik sowie die politische Weltlage diskutieren. Referent: Ingar Solty
Was waren die Gründe für den Aufstieg der der Kommunistischen Partei Italiens, die in den 1970er Jahren mehr als 1,6 Mio. Mitglieder vereinte? Welche Rolle spielten dabei Enrico Berlinguer und seine Strategie des "historischen Kompromisses" und die Entwicklung des Eurokommunismus? Was war der Eurokommunismus, und können wir für unsere heutige Situation aus diesen Erfahrungen lernen, oder sind diese nicht auf unsere Krisen heute übertragbar? Mit: Luciana Castellina, Klaus Pumberger und Cornelia Hildebrandt.
35 Jahre nach dem Mauerfall wird mehr denn je über „Ostdeutschand“ diskutiert. Doch gibt es überhaupt „den Osten“? Hat nicht der abgehängte ländliche Raum in der Lausitz viel mehr gemein mit dem abgehängten ländlichen Raum auf der Schwäbischen Alb oder im Emsland als mit Leipzig, Erfurt oder Potsdam? Ist es dann nicht viel eher ein ökonomisches als ein Ost-West-Phänomen? Oder gibt es tatsächlich „den Osten“, dessen Identität durch eine gemeinsame Erfahrung der Entmündigung innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes nach der „Wiedervereinigung“ geschaffen wurde? Fragen über Fragen, die wir zum Auftakt des neuen Jahres diskutieren wollen. Mit: Stefanie Hürtgen, Grit Lemke, Gesine Lötzsch
m Gespräch mit der Gesundheitsexpertin Nadja Rakowitz wollen wir über diese Debatten und Konflikte diskutieren – und darüber, wie das Gesundheitswesen dem Zugriff des Marktes entzogen und solidarischer gestaltet werden kann.
Wir wollen uns anschauen, wo die Novemberrevolution 1918/19 in Neukölln ihren Ausgang nahm, wo sich Rosa Luxemburg vor Verfolgung versteckte, wo sich Olga Benario mit ihrer kommunistischen Jugendgruppe in der Kneipe traf und Erich Mühsam mit seiner anarchistischen Gruppe einkehrte. Wir werden sehen, was eigentlich der Rixdorfer Wahlrechtsraub war und warum er die Gemüter erhitzte.
Hegels berühmte Herr-Knecht-Dialektik wurde in verschiedenen politischen und historischen Kontexten als philosophische Grundlegung von Befreiung herangezogen. Die in Herr und Knecht auseinandergelegt Dialektik wurde aber auch zur Geschichte der Emanzipation und Befreiung und zu eigenen Erfahrung in Beziehung gesetzt – oder zum Scheitern von Emanzipation und Befreiung ...
War Heavy Metal in den 1980er Jahren eine Musikrichtung, die meist junge, rebellische Männer aus der Arbeiterklasse produziert und konsumiert haben, so ist er mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wohl mehr als 10 Millionen Deutsche hören (zumindest gelegentlich) Heavy Metal. Aber warum tun sie das? Was suchen und was finden sie in dieser Musik, die von Außenstehenden oft als purer Lärm empfunden wird? Worum geht es im Heavy Metal wirklich geht, darüber diskutieren am Freitag, dem 13. Dezember in der Friedrichshainer Heavy-Metal-Kneipe Brutz&Brakel Hartmut Rosa und Götz Kühnemund.
Hans Heinz Holz (1927-2011) war einer der prägenden marxistischen Dialektiker. Er hat entschieden dafür gestritten, den Marxismus als eine Philosophie zu begreifen, gerade weil es darauf ankommt, die Welt nicht nur verschieden zu interpretieren. Die Veranstaltung will thematisieren, wogegen sich diese Position richtet, was sie genau besagt und welche politische Relevanz sie hat. Referent: Volker Schürmann.
In der Reihe "luxemburg argumente" der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist jüngst das Heft "Klimaschutz funktioniert am besten über den Markt. Mythen und Fakten zum Klimawandel" erschienen. Gemeinsam mit der Autorin widmen wir uns in dieser Online-Veranstaltung dessen Inhalt. Mit: Juliane Schumacher. Bitte melden Sie sich bei uns an, um den Link für die Teilnahme per E-Mail zu erhalten.
1968: Teo, eine junge Laotin, kommt am Berliner Ostbahnhof an. Es ist die Liebe, die sie in die DDR führt, weit weg von ihrer Familie. Doch ihr neues Leben in Potsdam, scheinbar ein sozialistisches Idyll, ist schwer, und auch perfektes Deutsch kommt gegen die Fremdheit, die man sie als Asiatin jeden Tag spüren lässt, nicht an. Der Roman handelt von Kubiczek's Beziehung zur Mutter, die versuchte, in der Fremde eine Heimat zu finden. Dabei entsteht ein etwas anderes Bild vom Leben in der DDR - aus der Perspektive einer binationalen Familie, die im Alltag anzukommen versucht. Mit: André Kubiczek
Ein musikalisches Nachdenken über Vergangenes und Gegenwärtiges mit Reinhold Andert und Arno Schmidt. Moderation: Dr. Siegfried Wein
Gemeinsam mit der Hanns-Eisler-Gesellschaft und dem Kulturforum der Rosa-Luxemburg-Stiftung laden wir zum EislerTag 2024 ein. Um 16 Uhr erwartet uns ein Vortrag von Stefan Schmidl aus Wien über „Hanns Eisler und die Wien-Film am Rosenhügel“. 17.30 – 18.30 Uhr Konzert „Berlin Verses“, Werke von Eisler, Schönberg und Brahms, mit Andrew R. Munn, Gesang und Jacob Greenberg, Klavier
1984 verstarb der französische Philosoph und Aktivist Michel Foucault. In seinen Werken widmete er sich philosophischen, historischen und psychologischen Fragen immer auch aus einem aktuellen politischen Blickwinkel. Wir beginnen mit einem Podium "Foucault meets Marx", mit Urs Lindner und Christian Schmidt. Es folgt die Keynote "Identität und Foucault" von Karsten Schubert. Zum Abschluss zeigen wir den Film aus dem Jahr 2013 "Foucault contre lui-même / Foucault gegen Foucault"
Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 7. März 2025. Termine zum Besuch der Galerie können telefonisch unter 030-47538724 oder per E-Mail an info@helle-panke.de vereinbart werden.
Als die "Frankfurter Schule" 1969 auf ihrem Zenit stand, starb ihr Vordenker Adorno. Was machten seine Schüler mit dem Erbe, was passierte mit der zur Diskursmacht avancierten "Kritischen Theorie" und was hat das alles mit der Geschichte der alten Bundesrepublik zu tun? Diesen Fragen geht der Freiburger Historiker Jörg Später nach, der 2016 mit einer Biographie über Adornos Lehrer Siegfried Kracauer für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert wurde ...
"Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer", warnte Goya mit seiner berühmten, 1799 veröffentlichten Radierung. Die heutigen Ungeheuer, die bedrängenden Schrecken der Gegenwart, bedrohen unsere Existenz: Die Erosion der Demokratie von rechts und durch Fake News, der Klimawandel, deregulierter Kapitalismus, die mediale Mobilmachung und Kriege, die uns in weltumspannende Katastrophen reißen können. Sind die von uns gewählten Entscheidungsträger in einen Tiefschlaf der Vernunft gefallen? Referentin: Daniele Dahn
In Berlin gibt es tausende Menschen ohne Wohnung. In der kalten Jahreszeit kann dies lebensgefährlich sein. Ohne ehrenamtliches Engagement und Spenden aus der Gesellschaft wäre die Not noch größer. Auch Künstlerinnen und Künstler beteiligen sich an der Hilfe für Wohnungslose. In der Veranstaltung wollen wir über die Lage in Berlin sprechen, über den bevorstehenden Winter und die damit einhergehenden Probleme – und über die Frage, wie man konkret helfen kann ...
Ohne die Frau ist kein Leben denkbar. Ohne sie gäbe es keine Familie, keine Gesellschaft. Aber warum steht die Frau sinnbildlich auch für den Tod? Warum sind auf Friedhöfen so viele Frauenstatuen zu finden, aus Stein gehauen oder in Metall gegossen? Wie veränderte sich die Trauerarbeit von der Antike bis heute? Fragen, die sich vor allem im November, im Monat von Volkstrauertag und Totensonntag, aufdrängen. Die Künstlerin Gerta Stecher suchte und fand Antworten. Ihr literarisch-musikalischer Vortrag wird begleitet von Andreas Wolter am Piano.
Agartz und Kofler waren Protagonisten einer neuen linken Oppositionsbewegung, die in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre, als gleichsam erste Generation einer "Neuen Linken" in der BRD, agierte. Der Historiker und Publizist Christoph Jünke erinnert in seinem Vortrag an diese Revolte der "1956er" und verdeutlicht vor diesem Hintergrund, wofür Agartz und Kofler standen und warum es sich lohnt, sich auch heute noch mit ihrem Werk auseinanderzusetzen.
Anfang November wurde in den USA zwischen zwei gesellschaftspolitischen "Visionen" entschieden: Trump setzte auf der einen Seite mit seiner rechtspopulistischen Revolution weiter auf Abschottung und Zölle, seine Kontrahentin Harris propagierte auf der anderen Seite eine interventionistische Preis- und Investitionspolitik und den Erhalt einer liberalen Demokratie. In der Veranstaltung werden innenpolitsche, ökonomische und weltpolitische Konsequenzen aus dem Wahlergebnis diskutiert. Referent: Ingar Solty.
Am Beispiel des Berliner Wohnungsmarktes zeigt sich, dass sich die gegensätzliche Interessenlage von Mieter*innen und Immobilienwirtschaft in einer Marktökonomie nicht harmonisch auflösen lässt. Im Vortrag werden verschiedene Instrumente der Wohnungspolitik vorgestellt und nach ihren grundsätzlichen Transformationspotentialen befragt. Referent: Dr. Andrej Holm
In der Nacht vom 29. auf den 30. Oktober jährt sich der „Rumble in the Jungle“ zum fünfzigsten Mal. Ein Ereignis, dass nicht nur Sportgeschichte geschrieben hat, sondern auch Afrika auf die Weltbühne brachte. Wir zeigen den Film "When We were Kings" und sprechen davor mit dem Sportjournalisten Martin Krauß und der britischen Journalistin Michaela Wrong.
Das Kolloquium 2024 der Hermann-Henselmann-Stiftung bildet den Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe unter dem Titel «URBANE TRANSFORMATIONEN». Wir haben namhafte Expert:innen eingeladen, um ihre Sicht auf gesellschaftliche und stadträumliche Veränderungen zu erfahren und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen.
Seit über 50 Jahren wird darüber diskutiert, ob sich kapitalistisches Wirtschaften und die ökologischen 'Grenzen des Wachstums', so ein Buchtitel von 1972, ausschließen. In den1970er und 1980er Jahren formierte sich eine ökosozialistische Strömung, die auch feministische und staatskritische Positionen in die neue Partei der Grünen hineintrug. Woran ist dieser Ansatz gescheitert, der 1990 zum Austritt der Ökosozialist*innen führte? In den 1990ern und 2000ern verdrängte die Orientierung an sogenannter Nachhaltigkeit als Ziel ökologischer Reformpolitik die Kritiken und Utopien des früheren Ökosozialismus. Bietet die Klimagerechtigkeitsbewegung, die in den 2010er Jahren massiv auftrat, eine neue historische Gelegenheit, und was lässt sich aus der Geschichte des Ökosozialismus lernen?
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Wir laden alle Mitglieder des Vereins Helle Panke e.V. herzlich zur jährlichen Versammlung ein.
Marx' Gedanken zur russischen Autokratie und zu einer Außenpolitik der Arbeiterklasse können als Antizipation des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine verstanden werden. Mit seiner "traditionellen auswärtigen Politik" des territorialen Expansionismus sah Marx den russischen Staat in einer Selbstbezüglichkeit und Maßlosigkeit verfahren, die der ökonomischen Bewegung des Kapitals ähnelt: Eine Eroberung ist nur der Ausgangspunkt für die nächste. Eine Seite von Marx, die trotz ihrer Aktualität vielen heutigen LeserInnen unbekannt ist.
Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Wer nicht genau hinschaut, könnte glauben, dass hier niemand hungert. Doch im Jahr 2022 nutzten zwei Millionen Menschen das Angebot der Tafeln. Durch Klimawandel, Bodenerosion sowie den Verlust von Artenvielfalt wird sich das Problem der Ernährungsarmut in Zukunft weiter verschärfen. Ob Junge oder Alte: Genügend Nährstoffe müssen bezahlbar und zugänglich sein. Wir diskutieren über Ansätze, wie das Menschenrecht auf angemessene Ernährung wirklich zu sichern wäre – für eine Zukunft ohne Hungern. Referentin: Dr. Didem Aydurmus
Für eine Teilnahme per Zoom ist eine Anmeldung erforderlich. Wir schicken allen Angemeldeten kurz vor der Veranstaltung den Teilnahmelink per E-Mail. Für eine persönliche Teilnahme vor Ort in Berlin ist keine Anmeldung erforderlich. Gespräch mit Lutz van Dijk (Autor von „Irgendwann in die weite Welt“, 2024 im Querverlag erschienen) und Conny-Hendrik Schälicke (Mitglied im Bundesausschuss Queer der GEW, Vertritt den Bundesverband Trans* im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld), Moderation: Bodo Niendel, Begrüßung durch Kathrin Vogler, MdB
Vor dreißig Jahren vollendet Eric Hobsbawm mit "Zeitalter der Extreme" ein weit ausstrahlendes Geschichtswerk, das seine vierbändige Synthese des langen 19. und des kurzen 20. Jahrhunderts abschließt. Dieses Panorama der Weltgeschichte wirkt nicht nur in der Fachwelt, sondern fruchtet auch in den Künsten, etwa beim Roman "Rotes Licht" des Malers und Schriftstellers Maxim Kantor, oder in der Massenkultur – so in einer Jahrhundertsaga von Ken Follett. Viele von Hobsbawms Prognosen erweisen sich als überraschend aktuell. Beide Referenten unseres Abends lernten Hobsbawm kennen und publizierten über ihn. Mit: Prof. Mario Keßler und Dr. Achim Engelberg
Der Vortrag beleuchtet die Positionen verschiedener europäischer populistischer Parteien zu Frauenrechten und Gleichstellung: des RN (Frankreich), der FPÖ (Österreich), der Schwedendemokraten, der VOX (Spanien) und der AfD (Deutschland) sowie der drei rechtspopulistischen Fraktionen im Europäischen Parlament. Referentin: Brigitte Triems
Am 9. November besichtigen wir in Leipzig die reichhaltige und diverse Sport- und Gesellschaftsgeschichte. Wir werden in Berlin morgens starten und sind abends wieder zurück. Wir besuchen mit Dr. Petra Tzschoppe (Uni Leipzig) die ehemalige Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK). Die frühere Leiterin des Leipziger Sportmuseums, Dr. Gerlinde Rohr, wird uns im Gedenken an den 9. November 1938 die jüdische Sportgeschichte in der Stadt näher bringen. Mit dem Historiker Friedemann Meißner erkunden wir den Arbeitersport in Leipzig-Leutzsch und besichtigen den Alfred-Kunze-Sportpark.
Die revolutionären Arbeiterschriftsteller der dreißiger Jahre sind meist aus der Arbeiterkorrespondentenbewegung hervorgegangen. Die günstige Buch-Reihe "Der rote 1 Mark Roman" sollte Arbeiterlesern Zugang zu deren Büchern verschaffen und der bürgerlichen Unterhaltungsliteratur entgegenwirken. Der Vortrag erörtert die zugrundeliegenden Publikationsstrategien des Verlags, geht der Thematik und Schreibweise der jungen Autoren nach und fragt, welche Probleme der Nachkriegskrise und der Klassenkämpfe in der Weltwirtschaftskrise zu Beginn der dreißiger Jahre behandelt wurden. Referent: Prof. Dieter Schiller
Nicht nur die sinnlosen Opfer und die Vernichtung der menschlichen Lebensgrundlagen der laufenden Kriege, sondern darüber hinaus deren zerstörerischen Auswirkungen auf das Zusammenleben, auf die menschliche Seele machen Waffenstillstand und Verhandlungsfrieden zur alternativlosen Forderung. Dafür Einsicht und wieder handlungsfähige Friedensbewegungen zu gewinnen, sind gleichermaßen nötig. Mit: Klaus Fuchs-Kittowski, Hartmut König, Christoph Krämer, Marianne Linke, Daniel Rapoport, Christoph Seidler und Heinrich Niemann
Als die DDR der Bundesrepublik Deutschland beitrat, wurde sehr schnell sichtbar, dass sich das Leben der Frauen im ostdeutschen Staat innerhalb von vier Jahrzehnten radikal verändert hatte. Die eklatanten Unterschiede in der Emanzipation der Ost- und Westfrauen waren unübersehbar. Und recht bald wurde auch klar, dass sich die in der DDR sozialisierten Frauen ihre Rechte und Freiheiten, für sie Selbstverständlichkeiten, nicht mehr nehmen lassen wollten. Die Soziologin Ursula Schröter zieht 35 Jahre nach dem Mauerfall eine Bilanz und vergleicht Patriarchat im Kapitalismus und Sozialismus.
Unser Abend mit Mitgliedern des Graphik-Collegium Berlin e.V. wird sich mit der jahrhundertealten Geschichte der Druckkunst, ihrer Bedeutung und ihrer Vielfalt befassen. Sie widmet sich ganz besonders der Radierung, als dem wichtigsten Tiefdruckverfahren. Nicht zuletzt bietet der Abend die Möglichkeit für jeden, sich auch praktisch mit der traditionellen künstlerischen Technik der Kaltnadelradierung bekannt zu machen. Im Rahmen einer Druckvorführung kann unter Anleitung von Künstlerinnen und Künstlern des Graphik-Collegium Berlin e.V. eine eigene Druckplatte angefertigt werden, die anschließend vor Ort gedruckt wird.
Der Referent Dr. Lothar Schröter verortet in seinem Vortrag den Ukrainekrieg im gegenwärtigen geostrategischen Ringen der Großmächte.
Ralf Ruckus stellt die vehementen Klassenkonflikte in der Volksrepublik China dar – in der sozialistischen Aufbauzeit, dann in der Reformphase ab Ende der 1970er und schließlich im Kapitalismus ab Ende der 1990er. Der Vortrag soll angesichts der Kontroversen um den chinesischen Sozialismus und um die aktuelle Situation in China Orientierungshilfen bieten und zudem auf die aktuelle Krise und andere aktuelle Entwicklungen in China eingehen.
Als Bruno Bauer seine Artikelserie „Die Judenfrage“ schrieb, löste er damit eine ganze Flut an Rezensionen und Widerreden aus...
Überausbeutung ist ein viel diskutiertes Konzept, das aufbaut auf dem Marx'schen Ausbeutungstheorem. Es wurzelt in der marxistischen Dependenzdebatte, die sich mit der Unterentwicklung der Länder des Globalen Südens nach dem formalen Ende des Kolonialismus befasst und versucht analytisch nachzuvollziehen, inwiefern unterschiedliche Ausbeutungsregime strukturell miteinander verbunden sind.
Die 17. Marx-Herbstschule behandelt Marx‘ Kritik der bürgerlichen Ideale: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Demokratie und Menschenrechte. Diese Kritik findet sich schon in seinen frühen, noch philosophisch geprägten Schriften. Hier zeigt Marx u.a., dass die bürgerliche Gesellschaft sich an ihren eigenen Idealen messen muss und keine anderen kennt, ihre Ideale aber nicht einlösen kann – ohne zu verstehen, warum ...
Konferenz zur deutsch-deutschen Zeitgeschichte, es referieren und diskutieren: Stefan Bollinger Frank Deppe, Lothar Schröter, Jörg Wollenberg, Karlen Vesper, Viola Schubert-Lehnhardt, Heinrich Niemann, Petra Welitschkin, Sabine Kebir, Anna Stiede, Ulrich Busch, Michael Klundt, Erhard Crome und Lukas Meisner
Wie lässt sich etwas so Komplexes wie die kapitalistische Produktionsweise begreifen und darstellen? Und zwar so, dass die Darstellung zugleich Kritik ist und den Gegenstand nicht nur durch trifft, sondern ihn auch radikal infrage stellt? Und was ist diese "dialektische Methode", die darauf eine Antwort verspricht? Referent: Dr. Franz Heilgendorff
Die extreme Rechte hat bei allen Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt, das politische Meinungsklima verschiebt sich weiter nach rechts. Was sind die Gründe für diesen Aufstieg – aktuell, aber auch in einer längeren Entwicklung? Welche Auswirkungen hat dieser Aufstieg für die konkrete Politik – von der kommunalen bis zur Bundesebene? Und schließlich: Wie lässt sich dieser Trend perspektivisch umkehren, und was könnte gegen die extreme Rechte wirken? Referent: Dr. Gerd Wiegel
Ulrich Hartung unternimmt den Versuch, die Geschichte der 1907 gegründeten kommunalen Zentralbibliothek Berlins, die seit März 1921 im Marstall ihren Ort fand, zu rekonstruieren. Im Mittelpunkt steht der 1961 beschlossene und 1966 fertiggestellte Neubau des Architektenkollektivs um Heinz Mehlan, der weitere Teile des Marstalls einschloss.
Ewald Iljenkow (1924–1979) war einer der bedeutendsten Philosophen der Sowjetunion. Zu seinen philosophischen Interessen gehörten die dialektische Logik, politische Ökonomie, Psychologie, Kosmologie, Kybernetik, Ästhetik, Pädagogik, Subjektivität und Persönlichkeit. Besonders bekannt wurde er als philosophischer Vertreter der sowjetischen Tätigkeitstheorie. Aus Anlass seines 100. Geburtstages werden Leben und Werk Iljenkows vorgestellt.
Auf unserer Busexkursion wollen wir uns mit dem notwendig gewordenen Waldumbau beschäftigen. Hierzu besuchen wir den Waldcampus in Eberswalde und den Reiersdorfer Forst in der Nähe von Templin und sprechen dort mit Fachleuten. Es ist geplant, dass wir durch den Wald geführt werden. Anmeldung erforderlich.
Der letzte Film, den Ernst Busch 1932 in Deutschland drehte, verlegt Motive aus Henrik Ibsens Ballade "Terje Vigen", die zur Zeit der englischen Seeblockade gegen Napoleons Frankreich spielte, in die Zeit des Ersten Weltkriegs, als die deutsche Marine lange Zeit die Zufahrt zu russischen Häfen blockierte. Der Schauspieler als "Chef" der Besatzung eines Zweimast-Segelschiffs unter Lotse und später Kapitän Terje Wiggen (Heinrich George): die einzige Seemannsrolle des Kielers Ernst Busch, grandios gespielt und auch mit einem grandiosen Seemannslied! Dazu der große George in einem ergreifenden Melodram… Ein sehr selten zu sehender Film! Mit: Dr. Jürgen Schebera und Dr. Carola Schramm
Referent: Dr. Siegfried Wein
Über die Wohnraumvermietung durch kirchliche Immobilienunternehmen ist kaum etwas bekannt. Unser Referent hat dazu in den letzten fünf Jahren recherchiert und ist auf Fälle gestoßen, die wenig mit Barmherzigkeit und anderen christlichen Werten zu tun haben. Diese Konflikte haben sich überwiegend in Berlin abgespielt. Die Geschichten, die er recherchiert hat, handeln nicht nur von besonders erschreckenden Einzelfällen, sondern auch von strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen kirchlichen und privatwirtschaftlichen Wohnungsunternehmen.
Louis Althussers 1970 erschienener Aufsatz "Ideologie und ideologische Staatsapparate" (ISA) gehört zum Kanon marxistischer Staatstheorie. Im Zentrum des Klassikers steht das Subjekt, das durch die Praxen der ideologischen und repressiven Staatsapparate "angerufen" wird. Im Zuge der internationalen Renaissance des Philosophen wird auch das rechtstheoretische Potenzial seiner Theorie wieder diskutiert. Insbesondere das Manuskript "Über die Reproduktion", dem der ISA-Aufsatz entnommen wurde, zeigt Althussers intensive Auseinandersetzung mit der Kategorie des Rechts.
Die beiden Leipziger Thomas Pantke und Christoph Liepach haben historische Dokumente gesichert. Pantke zeigt mit dem Filmprojektor Meoclub 16 den 1976 von der Bauakademie der DDR veröffentlichten ca. 27 Minuten langen 16mm-Tonfilm "Bauzeit – Palast der Republik", der das Baugeschehen des ab 1973 errichteten "Mehrzweckgebäudes" dokumentiert. Liepach führt anhand einer zeitgenössischen Dia-Serie in das Innere des Bauwerks.
Die Arabistin und Islamforscherin Prof. Dr. Karin Kulow beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Lage im Nahen Osten. Sie wird in der Veranstaltung versuchen, die derzeitige Situation zu analysieren und der Frage nachgehen, ob eine Zwei-Staaten-Lösung mit einem eigenständigen Palästina-Staat überhaupt noch eine Chance hat?
Wir laden Sie herzlich ein, über Abriss und Erhalt der DDR-Garagen, den Umgang mit den Garagenbesitzer*innen sowie mögliche Perspektiven zu diskutieren und dabei auch, unter anderem mittels der Fotografien von Martin Maleschka, über Berlin hinaus zu blicken.
Der "oberste Kulturoffizier" der SMAD war weit über die Grenzen Deutschlands und über das Jahr 1949 hinaus bekannt. Die Buchautoren Inge und Michael Pardon sind während ihrer Studienzeit Anfang der siebziger Jahre in Leningrad im Hause Tulpanow ein- und ausgegangen. Sie beschäftigen sich seit Jahren mit dem Leben des sowjetischen Militärs, Politikers und Wissenschaftlers, hatten exklusiven Zugang zum Familienarchiv und haben viele seiner ehemaligen Kampfgefährten, Partner, Kollegen und Freunde getroffen. Referentin: Dr. Inge Pardon
In der Weimarer Republik entwickelte sich Berlin zur Sportmetropole. Zwei Athleten stachen in ihren Disziplinen heraus. Der Arbeitersportler und Ringer Werner Seelenbinder und der Sinto Berufsboxer Johann Wilhelm „Rukeli“ Trollmann. Beide überlebten die Nazizeit nicht. Mit einer geführten Radtour fahren wir ihre Wirkungsstätten ab.
Der Dokumentarfilm setzt sich mit den Geschlechterrollen und der gesellschaftlichen Stellung der Frauen in der DDR auseinander. Vor und nach dem Film wollen wir mit zwei Protagonistinnen des Films ins Gespräch über Frauen in der DDR kommen, mit Anke Feuchtenberger und Dr. Annette Leo
Gesine Lötzsch hat als eine der längst gedienten Abgeordneten der Linken im Bundestag für die Rechte der Armen, Schwachen und Marginalisierten der Gesellschaft gekämpft. Sie hat versucht, den Haushalt gerecht zu gestalten und den Privatisierungswahn zu stoppen, und sie hat die Frauenemanzipation verteidigt, gegen Geschichtsrevisionismus und für die bleibende Erinnerung an die Shoah gestritten sowie Rechtspopulisten und Rechtsextremen, wann immer nötig, die Rote Karte gezeigt. Gesine Lötzsch hat viel erlebt und viel zu erzählen.
Während der Weimarer Republik gehörte Eugen Spiro als Porträtist und Landschaftsmaler, als Sprecher der Berliner Secession und Präsident des Kartells der Berliner Künstlerverbände wie auch als Mitglied der Ankaufkommission der Nationalgalerie und Lehrender zu den tonangebenden Persönlichkeiten im Kunst- und Kulturleben der deutschen Hauptstadt. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft gezwungen, sich vor dem Nazi-Regime in Sicherheit zu bringen, emigrierte er zunächst nach Frankreich und schließlich in die USA, deren Staatsbürger er wurde. In der Bundesrepublik harrt sein bedeutendes künstlerisches Werk noch immer der Wiederentdeckung und Anerkennung.
Die Energiekrise ist in aller Munde, sie wird aber selten auf die kapitalistische Produktionsweise selbst bezogen. Sandrine Aumercier versucht anhand einer Lektüre von Marx und einer Einführung in die Thermodynamik zu zeigen, wie eng der Begriff der Energie mit dem der abstrakten Arbeit verknüpft ist, der Triebkraft in der kapitalistischen Ökonomie. Aus dieser Verbindung werden einige Konsequenzen hinsichtlich einer postkapitalistische Gesellschaft gezogen.
Wir wollen der Frage nachgehen, welche friedlichen Möglichkeiten es gibt, um Kriege zu beenden und Sicherheit für alle zu schaffen. Was können wir aus früheren Kriegen und Konflikten lernen, welche Dynamiken und Werkzeuge sind notwendig, damit verfeindete Akteure miteinander sprechen und friedliche Lösungen möglich werden? Was könnten wir in den nächsten 30 Jahren besser machen als in den letzten 30? Mit Jan van Aken wagen wir einen spannenden Blick hinter die Kulissen diplomatischer Friedensfindungsprozesse und diskutieren über die Möglichkeiten einer künftigen Friedensordnung für Europa.
Große Flächen stehen in vielen Einkaufszentren leer. Diese bleiben ungenutzt. Wie könnten hier Sorgezentren entstehen und was braucht es dafür? Das wollen wir in einer Konferenz diskutieren.
Über das Gelände des ehemaligen Werkes für Fernsehelektronik in Schöneweide führt Dr. Gregor Keck. Die Führung widmet sich der Industriegeschichte in Oberschöneweide und stellt das Konzept der Neugestaltung des Areals vor.
Der Referent, der viele Jahre als Professor für Bürgerliches Recht und Urheberrecht an der Humboldt Universität tätig war, stellt Kuriositäten aus Gesetzen und Rechtsstreitigkeiten vor. Absurdes, Lächerliches und Verrücktes wird in Nachbarschaftskonflikten, in Streitigkeiten über Reisemängel oder Beleidigungen aufgezeigt, deren Äußerungsformen auf den geistigen Zustand einiger Beteiligter hinweisen. Es gibt aber auch Rechtsstreitigkeiten, die einen ernsten Hintergrund aufweisen, die das Gericht nicht einfach zu lösen vermag. Das betrifft insbesondere die Kunst- und Meinungsfreiheit. Referent: Prof. Dr. Artur-Axel Wandtke
Redner: Helmut Müller, Berlin. Musikalische Umrahmung: Trio felice – Tabea Höfer (Violine), Christian Raudszus (Violoncello), Cornelia Maaz (Klavier)
Jutta Kausch-Henken und Christa Weber singen Lieder und sprechen Texte für den Frieden u.a. von Brecht/Eisler, Reinhard Mey, Karl Kraus, Pablo Neruda, Heinrich Heine, Georg Weerth, Walter Mossmann, Degenhard und Hannes Wader. Am Klavier: Stefanie Rediske. Moderation: Dr. Inge Pardon
Um 16 beginnt eine historische Führung durch die Hufeisensiedlung mit Wolfgang Colwin. Es folgt um 19 Uhr der Vortrag "Karl-Marx-Hof in Wien - Schlüsselbau der Moderne" von Julian Klinner.
KI ist als bedeutendes Thema in Politik und Massenmedien angekommen. Einige der zentralen Figuren der IT-Industrie sind dabei politisch nach rechts gerückt. KI beflügelt hier Ideen eines neuen, perfekten Menschen im Sinne des Transhumanismus, im Sinne von Elitedenken und Eugenik - ganz abgesehen von einer gewerkschaftsfeindlichen Wirtschaftspolitik, die damit gestärkt werden könnte. Im Vortrag von Christopher Coenen werden diese Wünsche und Gefahren diskutiert.
Die komplizierten Wahlergebnisse in beiden Bundesländern sorgen dafür, dass die Regierungsbildung jeweils problematisch werden dürfte. Kann es gelingen, stabile Mehrheitsverhältnisse jenseits der AfD zu erreichen? Oder wird dies am Ende nicht möglich sein? Wie werden CDU und BSW agieren, welche Rolle spielen die kleinen Parteien und die Linke? Was erwartet uns nach den Wahlen in Sachsen und Thüringen? Darüber wollen wir mit Kerstin Köditz (DIE LINKE Sachsen) und Volker Hinck (RLS Thüringen) sprechen.
Der RFB war als schlagkräftige Organisation bekannt, der es gelang, Polizei und Nazis auf der Straße Paroli zu bieten. Nach dem Blutmai von 1929, an dem 33 Menschen durch Polizeigewalt den Tod fanden, folgte das RFB-Verbot. Die Veranstaltung will die Geschichte dieser legendären antifaschistischen Organisation beschreiben und einigen Mythen um den RFB auf den Grund gehen.
Wir starten mit dem Floß "Anarche" in der Rummelsburger Bucht, besuchen die HTW und das Behrens-Areal Wilheminenhofstraße und landen in Grünau bei der gebauten Schwammmstat "Quartier 52". Die Tour richtet sich an klimapolitisch Interessierte, an Aktivist*innen, an Akteure aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtplanung. Gebühr: 25 € (inkl. Vorsorgung). Das Vorhaben wird von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung gefördert.
Über das Wahlergebnis im Nachbarland sprechen wir am 1. August mit Asma Rharmaoui-Claquin, Kandidatin der Nouveau Front populaire für Auslandsfranzosen in Deutschland & Osteuropa. Für die weitere Einschätzung der Wahl, ihrer politischen Folgen und die Motive der Wahlentscheidungen der einzelnen französischen Bevölkerungsgruppen haben wir den Paris-Korrespondenten vieler linker Zeitungen Bernhard Schmid aus der französischen Hauptstadt nach Berlin eingeladen. Moderation: Fabian Kunow
Eugen Branislawotisch Paschukanis gilt immer noch als der einflussreichste marxistische Rechtstheoretiker, vor allem und eigentlich nur aufgrund seines doch recht schmalen Buchs Allgemeine Rechtslehre und Marxismus, das dieses Jahr - zumindest in der russischen Originalfassung - 100 Jahre als wird.
Während der Tour lernen die Teilnehmenden die industrielle Entwicklung des Gesundbrunnens kennen und begegnen einer Reihe von bekannten Persönlichkeiten aus der antifaschistischen, kommunistischen und sozialistischen Bewegung. Der Gesundbrunnen war einer der Hochburgen der sozialistischen und kommunistischen Arbeiter*innenbewegung. SPD, KPD aber auch KPO, SAP und die Gruppe „Der Funke“ hatten hier starke Gruppen. Führung: Uwe Hiksch
Alle Umfragen deuten am 4. Juli auf einen Regierungswechsel zur Labour Party hin, die sich unter Keir Starmer weit vom linken Kurs unter Jeremy Corbyn entfernt und in die politische Mitte orientiert hat. Wir wollen uns die Gesamtergebnisse ansehen und gleichzeitig einen Blick in die Regionen sowie auf die anderen Parteien neben Labour und den Konservativen werfen. Mit: Dr. Florian Weis (RLS)
Ab 1972 wurde im Norden des Berliner Bezirks Lichtenberg die erste zusammenhängende Plattenbau-Großwohnsiedlung der DDR gebaut. Zusammen mit dem Buchautor Georg Balzer der Diplomingenieurin für Städtebau und ehemaligen Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher wollen wir in einem Rundgang die Geschichte und architektonische Gegenwart dieses Lichtenberger Stadtteils erkunden.
In einer Notiz Max Horkheimers heißt es: „Die europäische Kultur ist mangels einer Zukunft eingegangen, denn die Individuen hören auf, sich zu entfalten, wenn keine kollektive Aufgabe mehr da ist, mit der sie sich ineinssetzen können.“ (~1960) Die DDR hatte der Idee nach den Anspruch, ein solches kollektives Projekt zu sein, bei dem nicht mehr und nicht weniger als die Verwirklichung der Menschheit auf dem Spiel stand ...
Die Jahre 1925-1935 waren die große Zeit des sogenannten „Freudo-Marxismus“, also der Versuche, Freudsche Psychoanalyse und Marxsche Gesellschaftstheorie zu verknüpfen. 30 Jahre später entdeckte die studentische Protestbewegung, die auf der Suche nach einer Erklärung für das Schweigen der älteren Generation über Faschismus, Krieg und Holocaust war, zuerst den revolutionären Arzt Wilhelm Reich, dann auch Herbert Marcuse und Sigmund Freud. Anfang der dreißiger Jahre hatte Reich sich von der Mehrheit der deutschen Psychoanalytiker und Parteikommunisten dadurch unterschieden, dass er verstand, dass die Nazis überaus erfolgreich die Ressentiments aller Unzufriedenen manipulierten und dass sie Todfeinde der Freudschen (wie jeder Form von) Aufklärung waren. Referent: Helmut Dahmer, Wien.
DIE VERANSTALTUNG ENTFÄLLT LEIDER AUS GESUNDHEITLICHEN GRÜNDEN.
Die Frage nach der Situation der jeweiligen Zeit haben sich Menschen – zumindest seit Herausbildung der Moderne – immer wieder gestellt. Und heute mehr denn je. Denn unsere Zeit ist durch zunehmende Konflikte, Krisen, Kriege und Kämpfe um gesellschaftliche und globale Hegemonie gekennzeichnet. Mit (soziologischen, philosophischen) Zeitdiagnosen geht es um den Versuch, „Die Zeichen der Zeit“ (Hegel) zu verstehen und auf den Punkt zu bringen ...
25 Jahre nach Beendigung des Kosovo-Krieges und 16 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung ist das Kosovo heute de facto unabhängig, der territoriale Konflikt mit dem Nachbarland Serbien bleibt jedoch weiter ungelöst. Vor dem Hintergrund des Ringens um geopolitische Einflusssphären in der Region zwischen Russland und der EU, ist eine militärische Eskalation des Konfliktes zumindest nicht vollkommen auszuschließen ...
Die DenkMalTour führt auf die Spuren des Roten Weddings. Sie führt zu historischen Orten, z.B. dem des KPD-Parteitags von 1929, entdeckt Stolpersteine und führt in die Geschichte des „Berliner Blutmais 1929“ ein. In den 1920er Jahren gehörten etwa 75 % der Berliner Bevölkerung zum Arbeiter*innenmilieu. Ihre Parteien kamen auf 60-70 % der Wahlstimmen. In einigen Wahllokalen erreichte die KPD im Wedding über 70 Prozent. Die DenkMalTour zeigt die Vielfältigkeit der Berliner Arbeiter*innenbewegung im Wedding auf, stellt Widerstandsgruppen und Widerstandskämpfer*innen vor. Führung: Uwe Hiksch
Die Partei Die Linke befindet sich im Spannungsfeld multipler Krisen: Welche Antworten hat sie darauf, und mit welchen Strategien will sie in Zukunft Wahlen und das Vertrauen der Menschen gewinnen? Besonders der Landesverband Berlin, der mitgliederstärkste der gesamten Partei, sieht sich mit der Frage konfrontiert, für wen eine demokratisch-sozialistische Partei im 21. Jahrhundert Politik machen soll?
Cracksucht, in Verbindung mit Obdachlosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit, stellt viele herkömmliche Formen der Drogenhilfe infrage, weil sie an ihre Grenzen stoßen. Wir sprechen hierzu mit Sanho Tree, Fellow am Institute for Policy Studies in Washington und dort seit 1998 Direktor des Drug Policy Project. Für die Berliner Perspektive zum Umgang mit Crack haben wir Astrid Leicht vom Drogenhilfeträger Fixpunkt e.V. sowie Niklas Schrader, Sprecher für Innen- und Drogenpolitik der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, eingeladen.
Im November 2023 begann der Zusammenbruch des Signa-Imperiums von René Benko. Seitdem stehen einige Signa-Baustellen still, und es ist unklar, wie es weitergeht. Was könnte aus den Warenhäusern, die vor der Insolvenz stehen, entstehen? Wie soll es mit den stillstehenden Signa-Baustellen weitergehen? Diesen Fragen wollen wir bei einem Stadtrundgang durch die Berliner City West nachgehen. Wir starten am Berliner Firmensitz, dem Hochhaus Upper West am Ku-Damm, und laufen dann verschiedene Orte des ehemaligen Besitzes von René Benko ab.
Eine "Regelbasierte internationale Ordnung", so lautet die neue weltpolitische Doktrin des Westens. Sie kommt in einer Zeit großer globaler Konflikte, die vor dem Hintergrund des Aufstiegs neuer Mächte entstanden sind. Dieser Prozess führt zu einer Verschiebung der Weltordnung, weg von der Dominanz der Nordhalbkugel und hin zu multipolaren Kräfteverhältnissen. Internationale Politik muss auf diese Entwicklungen reagieren - auch mit friedenspolitischen Skizzen und Initiativen. Referent: Dr. Arne .C. Seifert
Erleben wir gerade eine literarische Müntzer-Renaissance, wie die italienische Germanistin Natascia Barrale meint? Dieser Frage geht Marion Dammaschke nach und stellt aktuelle belletristische Werke aus dem In- und Ausland vor, die fantasievoll von der Zeit von Reformation und Bauernkrieg handeln und dabei kontroverse Sichtweisen auf den radikalen Theologen Thomas Müntzer (um 1489–1525) offenbaren. Referentin: Dr. Marion Dammaschke
In diesem Jahr führt unsere Busexkursion des Seniorenklubs ins nördliche Umland Berlins. Wir besuchen das Barnim Panorama in Wandlitz, welches das Naturparkzentrum und ein Agrarmuseum unter einem Dach vereint. Hier werden wir im Rahmen einer Führung über die Geschichte und Gegenwart der Region informiert. Nach einem Mittagessen in Wandlitz verbringen wir den Nachmittag gemeinsam mit Dagmar Enkelmann in Bernau. Wir werden dort im Gespräch im neuen Rathaus und bei einem Stadtrundgang einiges über die Stadt erfahren.Anmeldung erforderlich.
Mit den Verhältnissen am Berliner Wohnungsmarkt, die ab 1938 vom Vorhaben des Stadtumbaus geprägt waren, befasst sich die Historikerin Dr. Susanne Willems. Sie analysiert die rassistische Politik gegen Jüdinnen und Juden als Wohnende, deren Lage bis 1943 und deren Selbsthilfe in der Verelendung. Vortrag und Diskussion mit: Dr. Susanne Willems
Für Gerhard Stapelfeldt und nicht wenige andere Linke ist Lenin heute ein (ökonomistischer) marxistischer Dogmatiker, der „nicht nur zum Robespierre der proletarischen Revolution, sondern auch zum Wegbereiter“ Stalins wurde. Wie kommt es, dass sich Georg Lukács, der Autor von „Geschichte und Klassenbewusstsein“, ganz anders als die führenden Köpfe der Kritischen Theorie, sein Leben lang für Lenin interessiert hat, ihn gar für den bedeutendsten Marxisten des 20 ...
Noch wenig erforscht ist die Geschichte der Kunst- und Architekturhistoriografie in der frühen DDR. Das betrifft – neben thematischen Neuausrichtungen – auch Fragen nach den Quellen und möglichen Anknüpfungspunkten einer ‹neuen› Kunstwissenschaft nach 1945. Bei der Konzeptualisierung von ‹Stil› und ‹Bedeutung› wurde u.a. auf das Oeuvre des Schweizer Kunsthistorikers Heinrich Wölfflin (1864–1945) zurückgegriffen, der in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin gelehrt hatte und an dessen Grundbegriffen und an dessen Stiltypologie von der Renaissance zum Barock keine Kunstwissenschaft vorbeikommt. Referent: Oliver Sukrow
Laudatio: Alexander Bandilla, Kulturwissenschaftler, Berlin; Musikalische Begleitung: Erich Scheuch, Gitarre
Die Mitglieder unseres Vereins sind zur Mitgliederversammlung eingeladen. Eine schriftliche Einladung mit Versammlungsunterlagen und Tagesordnung wird rechtzeitig zugesandt.
Die Welt scheint Kopf zu stehen. Bei genauer Sicht ist es nicht die Welt, sondern sind es viele der tradierten Sichtweisen auf die Welt. Um wieder vom Kopf auf die Füße zu kommen, bedarf es den Kompass neu zu justieren. Was hat Bestand, was hat sich bewährt, was bedarf der Korrektur und was ist zu vermeiden? Referent: Dr. Michael Geiger.
So wie die klinische Untersuchung einer Pathologie auf angemessenen anatomischen Kenntnissen beruhen muss, so ist es ganz offensichtlich, dass man, um das Wesen und die Ursachen des modernen Antisemitismus zu begreifen, die Funktionsweise der kapitalistischen Gesellschaft kennen muss, die ihn hervorgebracht hat. Aus dem Leben und Werk von Karl Marx geht aber hervor, dass das Umgekehrte ebenso zutrifft: dass gerade eine gründliche Untersuchung des Antisemitismus dabei helfen kann, zu verstehen, wie die Gesellschaft, in der man lebt, funktioniert und warum sie nicht funktioniert.
Der heute 90jährige Opern- und Operettensänger Mirano Cavaljeti-Richter hat seine Lebensgeschichte niedergeschrieben. Er erzählt von seiner Kindheit in einer Großfamilie von Sinti, die als Komödianten mit dem Wohnwagen durch die kleinen Städte und Dörfer Deutschlands zogen und ihre Varieté-Programme zeigten. 1939 flohen sie vor der nationalsozialistischen Verfolgung über die Grenze nach Italien. In ergreifender Lakonie schildert Cavaljeti die dramatische Odyssee durch Italien, Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien, in deren Verlauf sie nach und nach alles verloren, ihr Leben jedoch retten konnten. Herausgegeben und vorgestellt von Annette Leo
Insgesamt kämpften acht Millionen Wehrmachtsoldaten in der Sowjetunion. Was dachten sich die einfachen Schützen, die Panzergrenadiere und Gebirgsjäger? Wie betrachteten sie die Opfer ihres Angriffskrieges? Eine Antwort gab Walter Ulbricht 1942. Vom Moskauer Exil aus hielt er Reden in sowjetischen Gefangenenlagern und führte Gespräche mit jungen deutschen Kriegsgefangen, insbesondere solchen aus proletarischen Familien. Er gelangte zu dem Schluss: "90 Prozent phantasierten über den 'deutschen Sozialismus'" Hitlers. Was war los mit "der Arbeiterklasse im Land von Marx und Engels", frage sich Ulbricht resigniert. Götz Aly wird mehrere – nicht nur einfache – Antworten diskutieren.
Christa Luft, Jörn Schütrumpf und Wolfram Adolphi werden mit ihren Erinnerungen das Leben dieser beiden besonderen Menschen in die Gegenwart holen. Mit musikalischen Beiträgen von Barbara Thalheim und Jörg Hochapfel.
In letzter Zeit ist Taiwan in das Zentrum der geopolitischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Volksrepublik China gerückt. Zwischen den Parteien Taiwans sowie im Verhältnis zur Volksrepublik China spielen Konflikte um Identität und die Interpretation der Geschichte eine wichtige Rolle. Felix Wemheuer analysiert kritisch, u.a. anhand seiner Recherchen in Museen und Universitäten, die kontroverse Erinnerungslandschaft auf Taiwan und den Konflikt mit China.
Chasan Jalda Rebling, jüdische Kantorin, in Amsterdam geboren, Tochter von Lin Jaldati, der unvergessenen Tänzerin und Sängerin Jiddischer Lieder, ging den Weg ihrer Mutter weiter und spezialisierte sich auf Jüdische Musik, vom frühen Mittelalter bis in die Moderne. Sie wird von den Erfahrungen ihrer Mutter und ihren eigenen Erfahrungen in der DDR und im Deutschland nach dem Fall der Mauer erzählen.
Auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer war die Polizistin Ute Kähler im Einsatz und traf dort Kollegen, deren Erinnerungen an die Zeit vor 1990 noch gegenwärtig waren. Die Berliner Mauer verschwand schneller, als Ost und West zusammenwuchsen. Die noch heute im Prenzlauer Berg ihren Dienst versehende Beamtin hat amüsante und nachdenkliche Geschichten zusammengetragen, berichtet über anfängliche Missverständnisse und teils auch Misstrauen, über unterschiedliche Mentalitäten und gemeinsam bewältigte Herausforderungen, über Respekt zueinander und Kollegialität untereinander.
Der Überfall Russlands auf die Ukraine hat die Voraussetzungen für Friedenspolitik dramatisch verändert. Unter dem Schlagwort der "Zeitenwende" wird eine Militarisierung durchgesetzt, die noch kurz vorher unvorstellbar erschien. Die NATO erweitert sich, die EU rüstet immer weiter auf, selbst über eine europäische Atombombe wird diskutiert. Der ganze Diskurs sorgt auch in der Bevölkerung für ein größeres Sicherheitsbedürfnis durch Aufrüstung, der Gegenwind für Friedenspolitik ist so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Was ist in einer solchen Situation friedenspolitisch sinnvoll? Welche Argumente und welche Akteure finden Gehör? Wer muss mit wem zusammenarbeiten, um Alternativen zum alles dominierenden Konzept "Frieden durch Abschreckung" hörbar zu machen? Mit: Prof. Heinz Bierbaum und Kathrin Vogler (MdB - Die Linke)
"Identitätspolitik" wird häufig als Vorwurf erhoben – etwa wenn es gegen den Kampf für Minderheitenrechte geht. Dass eine solche "Identitätspolitik", also das Argumentieren mit lebensweltlichen und emotionalen Aspekten, auch in neuerlichen Rufen nach Leitkultur und Bewahrung "kultureller Identität" steckt, wird ignoriert. Der Vortrag fragt, was kollektive Identität überhaupt sein soll. Und er diskutiert die verschleierte Identitätspolitik an Beispielen wie dem Gespenst einer politischen Mitte und der Figur "normaler Mensch". Referent: Tobias Prüwer
1992 erfuhr der Engländer Michael Gromm vom Kampf des Dorfes Horno in der Lausitz das sich vor der Zerstörung durch den Tagebau retten wollte. Er setzte seine Fähigkeiten als Schriftsteller und Aktivist ein, um den Kampf gegen die Bergbaufirma, die Landes- und sogar die Bundesregierung zu führen, was ihn in ganz Europa zu einer Berühmtheit machte. David Shirreffs Buch Angels Over Lusatia ist ein Bericht über Gromms Kampagne, der größtenteils aus Fakten und teilweise aus Fiktion besteht. Er lädt zu einer Diskussion über Gromm als modernen Samurai und zu weiterführenden Fragen über die politischen Motive für die weitere Förderung der schmutzigsten Industrie Deutschlands ein.
Furio Jesi war Stichwortgeber einer ganzen Generation der Intelligenz der italienischen (neuen) Linken, von Pasolini über Eco bis Agamben – auch wenn er eher untergründig wirksam blieb. Während er in Italien mittlerweile wiederendeckt wird, ist er in Deutschland bis heute nahezu unbekannt. In der Veranstaltung werden Furio Jesi, seine Idee der "mythologischen Maschine" sowie sein Spartakus-Buch vorgestellt. Mit: Cinzia Rivieri und Frank Engster
Die einen sehen ihn weiterhin als makellosen revolutionären Helden, als der er über Jahrzehnte in der DDR verklärt wurde. Die anderen verdammen ihn als den unfähigen Führer einer stalinistischen Partei, die aufgrund ihrer falschen Politik den Aufstieg des deutschen Faschismus nicht verhindern konnte. Mit jahrelangen Auswertungen einschlägiger Akten im ehemaligen Parteiarchiv der SED, im Archiv der Kommunistischen Internationale und in weiteren Archiven sowie in Berichten und Erinnerungen von Zeitgenossen will unser Referent dazu beitragen, die Debatte um Thälmann auf eine wissenschaftliche Grundlage zu stellen.
Sozial ist Berlin schon lange nichts mehr am Wohnraummarkt, und Mieter*innen müssen um alle noch verbleibenden sozialen Orte streiten. Jetzt trifft es mit dem Verkauf des Tuntenhauses einen der wichtigen noch erhaltenen politischen, queeren subkulturellen Orte in Prenzlauer Berg. Wir wollen an dem Abend über die Geschichte und den aktuellen Stand sowie über die Schwierigkeiten der Anwendung des kommunalen Vorkaufsrechts sprechen, uns über Stadtpolitik verständigen und unsere Sorgen um den Erhalt sozialer und queerer Orte teilen. Mit: Jil Brest (Tuntenhaus), Dr. Andrej Holm (Stadtsoziologe) und Dr. Birgit Ziener (Regionalberatung des Mietshäuser Syndikats), Moderation: Fabian Kunow und Bodo Niendel
Für Berlin waren die Jahre 1989 bis 1993 eine spannende Zeit, die noch heute im Osten der Stadt durch zahlreiche ex-besetzte Häuser, Kulturzentren und Veranstaltungsorte sichtbar ist. Auch sind viele Personen, die sich damals politisiert haben, noch heute in außerparlamentarischen Zusammenhängen und/oder in der Partei Die Linke anzutreffen. Zwei seit damals politisch Aktive konnten wir für ein Rückblicks-Seminar gewinnen: Andrej Holm (geb. 1970), der vom „Offiziersschüler für den Dienst beim MfS“ zum Hausbesetzer und Ostberliner Mietenaktivist der ersten Stunde wurde, sowie Klaus Lederer (geb. 1974), der 1992 als Abiturient in die PDS eintrat, um sich dort kommunalpolitisch zu engagieren.
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Die Familiengeschichte der Wollenbergers steht stellvertretend für viele jüdische Remigranten, die an ihren Illusionen zerbrachen: Albert kämpfte gegen die Nazis, glaubte an den Kommunismus, und wollte ein gerechtes, antifaschistisches Deutschland aufbauen – auch als sicheres Bollwerk gegen künftigen Antisemitismus. Er kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg in die DDR zurück. Seine Enkel erinnern sich an ihn aus der Zeit nach der Wende als einen alten, gebrochenen Mann. Alberts Enkeltochter Judith ist in das Haus ihres Großvaters gezogen. Zusammen mit der Autorin Charlotte Misselwitz beginnt eine Spurensuche über die vergessenen Hoffnungen und Enttäuschungen dieser DDR-Generation.
Dass in Berlin so viele Menschen eine Wohnung suchen, muss uns allen Ansporn sein. Denn wo Wohnungen fehlen, da fehlt auch Lebensqualität. Die aber ist nur durch Wertschätzung des Bestandes und qualifiziertes Planen und Bauen zu gewinnen. Referentin: Theresa Keilhacker (Präsidentin der Architektenkammer Berlin)
Seit 125 Jahren ist Berlins größte Parkanlage, der Tiergarten, mit queerem Leben verbunden. Drei Denkmäler zeugen von dieser Geschichte und den erfolgreichen Kämpfen um gesellschaftliche Anerkennung. Andreas Prenzel führt in einer DenkMalTour durch den Tiergarten und vorbei an den verschiedenen Erinnerungsstätten: das Denkmal für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung, die Tafel für das von den Nazis zerstörte Institut für Sexualwissenschaft sowie das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen.
Die Schule der Arbeit (1928–1933) in Leipzig war ein Modellprojekt für Arbeiterbildungszwecke unter Leitung der Pädagogin Gertrud Hermes. Mit dem Neubau des Architekten Johannes Niemeyer entstand 1928 in der Stieglitzstraße ein moderner Ort, der für das gemeinsame Leben und Lernen junger Arbeiter geplant wurde. Der Film «Gertrud oder die Differenz» ist eine künstlerische Aneignung seiner vergessenen Geschichte, mit aktuellem Blick. Ute Richter im Gespräch mit Dr. Thomas Flierl
G. W. Pabsts Verfilmung der Dreigroschenoper mischt wesentliche Elemente des Bühnenstücks mit Szenen aus Brechts umstrittener Filmvorlage "Die Beule", endend mit den berühmten Schlusszeilen "Und man sieht nur die im Lichte | Die im Dunkel sieht man nicht." Der gerade 30-jährige Ernst Busch als Moritatensänger (mit mehrfachen Auftritten im Film): eine in Ausdruck und Gesang bestechende Leistung. Carola Neher als Polly, Lotte Lenja als Jenny, Rudolf Forster als Macheath und weitere bekannte Mimen im Ensemble, dazu die Weillsche Musik, authentisch gespielt von der Lewis Ruth Band – das Berlin der endzwanziger Jahre lässt grüßen! Referent: Dr. Jürgen Schebera
Wolfgang Beck war zu seiner Zeit im VEB Elektromotorenwerk Wernigerode der jüngste Betriebsdirektor der DDR – und der letzte, bevor die Mauer fiel. Er erzählt von dem herausfordernden Arbeitsalltag in einem Großbetrieb, von den Aufgaben eines Betriebsdirektors, der schwierigen Wendezeit und der Umwandlung eines Volkseigenen Betriebes in eine GmbH. Beck erlebte das Ende der Planwirtschaft mit und ist überzeugt: Auch die real existierende Marktwirtschaft wird sich bald überlebt haben.
"Was ist Glück? – Dass wir in der DDR leben. Was ist Pech? – Dass wir so viel Glück haben." Es gab wohl kein humorigeres Völkchen in der Menschheitsgeschichte als die DDR-Bürger. In jeder Lebenslage hatten sie einen Witz parat. Der Ostwitz ist ein deutsches Kulturgut. Und er ist Kult. Doch woher kam er, wer erfand und wer pflegte ihn, wann und warum? Vor allem aber: Weshalb und wohin entschwand er? Der Journalist Peter Jacobs hat ihn studiert und kennt so viele Witze wie kaum ein anderer Zeitgenosse.
Kritisches, auch marxistisch zu bezeichnendes, Denken ist auch außerhalb Europas entstanden und kann noch heute wesentlich zum besseren Verständnis kapitalistischer Entwicklung einzelner westlicher Länder und internationaler Konflikte beitragen. Referent: Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann (Afrikawissenschaftler und Philosoph)
Die deutsche Aufrüstungspolitik nach dem Ende der Blockkonfrontation ist beispiellos, sowohl in ihrer Dynamik als auch in ihrer Rhetorik. Welche Alternativen gibt es zu diesen düsteren Aussichten? Referent: Lühr Henken, einer der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag und Mitarbeiter in der Berliner Friedenskoordination.
In Berlin gab es während der gesamten NS-Zeit Widerstand, insbesondere in traditionellen Arbeiter:innenbezirken wie dem Wedding. Unter den etwa 10.000 Berliner Widerständigen waren etwa 1/3 Frauen unterschiedlicher Sozialisation und Weltanschauung, die auf vielfältige Art und Weise Widerstand leisteten. Im Wedding kamen sie überwiegend aus der organisierten Arbeiter:innenschaft und hatten sich schon vor 1933 politisch engagiert. Bei der Führung besuchen wir Orte, an denen sie gewirkt und gekämpft haben. Mit: Mit Kena Stüwe und Trille Schünke-Bettinger
In den üblichen Geschichten der "Frankfurter Schule" wird das Verhältnis der Sozialwissenschaftler des emigrierten "Instituts für Sozialforschung" in den Jahren 1935–45 zu anderen marxistischen (nicht-stalinistischen) Theoretikern und Gruppen ebenso wenig thematisiert wie ihr Verhältnis zur Psychoanalyse. Am Beispiel Walter Benjamins wird gezeigt, dass dessen Sprachphilosophie (die "Lehre vom Ähnlichen") unter dem Eindruck der Lektüre von Trotzkis Revolutionsgeschichte zu einer Theorie historischer Analogien umgestaltet wurde, die in Benjamins berühmten geschichtsphilosophischen "Thesen" von 1940 vorliegt. Referent: Prof. Dr. Helmut Dahmer
Hält die Brandmauer, also die strikte Abgrenzung nach Rechts, auch auf der kommunalen Ebene? Ist sie dort überhaupt nötig, geht es doch hier ausschließlich um "Sachpolitik"? Hat sie hier im Sinne einer undurchdringlichen Ebene eigentlich je existiert? Die Politikwissenschaftler*innen Anika Taschke und Steven Hummel gehen in einer im März 2024 bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung erscheinenden Studie diesen und weiteren Fragestellungen nach. Sie stellen die Studie vor.
Die Beziehungen zwischen den Schriftstellern der DDR und den ihnen übergeordneten kulturpolitischen Instanzen waren immer angespannt. Aber mit dem 11. Plenum im Jahre 1965 verschärfte sich die Situation bis zur Unlösbarkeit. Im Vortrag werden die Konfliktkonstellationen dargestellt, und es wird nach den literarischen Folgen des kulturpolitischen Dilemmas gefragt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, Leonore Krenzlin zum 90. Geburtstag zu gratulieren.
Wir haben Prof. Brigitte Studer und Regina Scheer zusammen eingeladen, mit uns über ihre Forschungsarbeit und ihre literarischen Verarbeitungen der russischen Revolution zu sprechen und was es für sie bedeutet, die Geschichte des Kommunismus zu ergründen und aufzuarbeiten.
Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, die Rolle jeder und jedes Einzelnen in der Gesellschaft, die Bedeutung und Wirksamkeit von Literatur – das waren Christa Wolfs große Themen. Ihre Texte sind hochaktuell. Dr. Karin Aleksander und Dr. Renate Ullrich erinnern an Christa Wolf mit ihren literarischen Texten und zeitgenössischen Aufnahmen. Moderation: Dr. Inge Pardon
Juli 2023: Nach Mali und Burkina Faso putscht auch in Niger das Militär. Der Westen verurteilt diesen „Putsch zu viel“ und stellt die Zahlung an Hilfsgeldern ein. Inwiefern löst die Regierung von Brigadegeneral Abdourahamane Tiani ihr Versprechen neuer Souveränität ein? Was hat sich seit dem Coup geändert und wer profitiert davon? Welche Beziehungen zwischen Niger und der Europäischen Union bzw. Deutschland sind wahrscheinlich? Diese und weitere Fragen diskutieren Moussa Tchangari (Alternative Espace Citoyens) und Lisa Tschörner (Stiftung Wissenschaft und Politik).
Die "Digitalisierung von Arbeit" ist in aller Munde - aber was ist das eigentlich? Ausgehend von den betriebswirtschaftlichen Rationalitäten hinter der aktuellen Welle der Digitalisierung von Arbeit analysiert Adrian Mengay die Entstehung des Dispositvs einer Regierung der Qualität.
Der Vortrag umreißt die gegenwärtigen Afrikapolitiken der EU, insbesondere in der Wirtschafts- und Rohstoffpolitik, und leitet daraus Vorschläge für eine Neuorientierung ab. Referent: Andreas Bohne, Leiter des Afrikareferates der Rosa-Luxemburg-Stiftung
In einem Gespräch informieren wir uns darüber, wie der gegenwärtige Stand bei den S-Bahn-Privatisierungsbemühungen ist, und was es daran überhaupt zu kritisieren gilt. Dann gehen wir zusammen in die neu eröffneten Räume des Berliner S-Bahn-Museums im Ostbahnhof. Dort bekommen wir eine Führung, es erwarten uns spannende Exponate aus 100 Jahren Berliner S-Bahn Geschichte. Da wir nur begrenzt Personen mitnehmen können, bitten wir um Anmeldung.
Aufgrund des Streiks im Öffentlichen Nahverkehr am 29.2. haben wir uns dazu entschlossen, die Veranstaltung in den Herbst zu verschieben.
Schuldenbremse in Deutschland, Stabilitätspakt in der EU, Schuldenobergrenze in den USA – Staatsschulden sind nicht nur eine ökonomische Frage, sondern auch eine rechtliche. Warum versuchen Staaten, ihre Schulden per Gesetz zu begrenzen? Ergibt das überhaupt Sinn? Und kann das funktionieren? Referent: Stephan Kaufmann
Jeweils die Hälfte seines 50-jährigen beruflichen Schaffens verbrachte der Architekt Wolf-Rüdiger Eisentraut in der DDR und im vereinten Deutschland. Er schildert in seinem Vortrag sein Werden als Architekt, stellt Lust und Frust seines Architektenlebens in zwei Gesellschaftsordnungen dar.
Laudatio: Uwe Warnke - Autor, Verleger und Kurator; Musikalische Begleitung: Jens Prockat - Gitarre, Flöte und Gesang
Im Wahljahr 2024 schaut die ganze Welt nach Nordamerika: Kommt es tatsächlich zu einer Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident? Oder können progressive Kräfte dies verhindern. Wie ist die Ausgangslage, womit hat es die US-Linke zu tun? Im Vortrag geht es u.a. um die Politik der Biden-Regierung, um Probleme und Schwierigkeiten der (sozialistischen) Linken sowie um Strategien bei den Wahlen 2024. Referentin: Prof. Dr. Margit Mayer
Im Vortrag stellt Peter Schulz, ausgehend von den Schlüsseljahren 1923 und 1968, die Entwicklungen der Diskussion um die kapitalistische Subjektivation von Marx über marxistische Autoren der 1920er Jahre bis zum Institut für Sozialforschung dar – auch um Schlüsse zu ziehen, was uns diese Diskussionslinie kritischer Theorie für heutige politische Debatten sagen könnte.
Im Karl-Liebknecht-Haus trifft sich heute der Seniorenklub zur leicht vorgezogenen Frauentags-Feier. Mit flotten Texten und Liedern zum Klavier will Wolfgang Reuter dazu anregen, den Frauen und Mädchen einen fröhlichen Vormittag zu bereiten. Männer dürfen auch teilnehmen.
Laut einer aufwendigen Recherche des Journalistenbüros Correctiv traf sich im November 2023 in Potsdam eine illustre Runde der extremen Rechten mit Vertretern aus dem bürgerlichen Lager. Der Inhalt des dort Gesagten, die sogenannten „Remigrationspläne“, die auch deutsche Staatsbürger umfassen sollen, sorgte für bedonderes Aufsehen. Was würden diese für ein Land bedeuten, in dem nach Angaben des statistischen Bundesamts fast 30% der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hat? Wie fügt sich die Berichterstattung über die Correctiv-Recherche in neurechte Diskursstrategien ein? Was können Demokratinnen und Demokraten überhaupt noch tun, wenn immer mehr Menschen bereit sind, der Rechten ihre Stimme zu geben?
Auch 2024 wird uns die Berliner Wohnungskrise beschäftigen. Allgemein gelten die Wohnungsbaugenossenschaften als rühmliche Ausnahme. Aber auch hier gibt es Nutzungsentgelterhöhungen, die mit Marktmieten begründet werden. Wie es um die Wohnungsgenossenschaften bestellt ist, und was es zu kritisieren gilt, erörtern wir mit Katalin Gennburg und der Initiative „Genossenschaft von unten“.
Das Entstehen des BRICS-Bündnisses markiert einen fundamentalen Umbau der Welt. Eine 200 Jahre andauernde Epoche der Dominanz des Westens geht zu Ende. Wohin das führt, ist offen. Von einer gerechteren Weltordnung ist auf der BRICS-Seite oft die Rede – die Voraussetzungen dafür sind aber noch nicht geschaffen. Konfrontation oder Kooperation, Krieg oder Frieden – das ist die entscheidende Frage. Referent: Dr. Wolfram Adolphi
Ines Schwerdtner wird die Schwerpunkte einer sozialistischen Europapolitik vorstellen: für ein sozialgerechtes Europa muss sich mit Verbündeten für Vertragsveränderungen eingesetzt werden; europäische Industriepolitik erfordert Demokratisierung der Betriebe und Stärkung von Regionen; die Linke will eine politische Kultur der Solidarität befördern; dabei gilt es auch, die doppelte Transformationserfahrung der Ostdeutschen zu respektieren und so den Ressentiments von rechts den Boden zu entziehen.
Der damals 41-jährige Rudolf Bahro ist im August 1977 über Nacht vom unscheinbaren SED-Funktionär zum weltweit bekannten DDR-Dissidenten geworden. Grund war die Veröffentlichung seines Buches "Die Alternative" im Westen. Doch wo kam dieser Bahro her, was hatte er vor der "Alternative" intellektuell geleistet? In seiner dieser Tage erschienenen Dissertation stellt Thomas Schubert sämtliche Texte und Gedichte Bahros aus der Zeit vor der "Alternative" vor. Das weithin unbekannte Frühwerk wird in klassisch-hermeneutischer Manier einer Würdigung und Kritik unterzogen. Den Begriffen „Bürgerkrieg“ und „Romantik“ kommt darin eine besondere Bedeutung zu.
"Gassenhauer“, das sind fünf Berliner Straßensänger, die zufällig von einem Impressario entdeckt und aus dem Zilleschen Hinterhofmilieu in die Varietélokale des Berliner Nordens verpflanzt werden. Regisseur Lupu Pick gelingt hier eine sehr realistische Milieuzeichnung. Ernst Busch spielt Peter, das Haupt der Sängertruppe... Der Filmabend wird eingeleitet von Dr. Jürgen Schebera, anschließend gibt die Möglichkeit zur Diskussion.
Im Vortrag werden an Beispielen aus der Geschichte der Seuchenbekämpfung und ausgewählten Fragestellungen Lehren und Schlussfolgerungen für die künftige Gesundheitspolitik formuliert. Referent: MR Dr. med. Heinrich Niemann (geb. 1944, ist Facharzt für Sozialmedizin, war in Marzahn-Hellersdorf neun Jahre Gesundheitsstadtrat und hat zur Pandemie in Presse- und Buchbeiträgen Stellung genommen)
Claudia Reuter, Witwe des langjährigen "Generalmusikdirektors" und Chefdirigenten an der Komischen Oper, Rolf Reuter, berichtet über ein reiches, bewegtes Leben. Mit Sir Yehudi Menuhin gründete sie 1997 in Berlin die Internationale Musikakademie zur Förderung musikalisch Hochbegabter in Deutschland, wofür sie das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. Eine jüdische Familiengeschichte, die zugleich europäische Musik- und Kulturgeschichte sowie deutsch-deutsche Geschichte spiegelt.
Timo Daum schildert den Aufstieg der chinesischen Digitalwirtschaft, analysiert ihre Bedeutung für das Alltagsleben der chinesischen Bevölkerung und stellt sie in den Kontext von Chinas langfristiger Entwicklungsstrategie. Diesen Veranstaltungsabend moderiert Adriana Yee Meyberg, Projektmanagerin für Ost- und Südostasien der der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Antisemitismus in der politischen Linken wurde nicht erst nach 1945 zum Thema. Die Kritik daran ist so alt wie die Sache selbst. Doch wie stark war die antisemitische Versuchung im Antikapitalismus der Arbeiterbewegung? Wie weit bestimmt die Antwort darauf unsere Suche nach dem Platz der Arbeiterbewegung in der Geschichte? Die Antworten darauf hängen von der jeweils zeitlichen Perspektive ab: Sie fielen 1933 anders aus als 1945, 1989 anders als heute. Wir diskutieren darüber mit Mario Keßler und Olaf Kistenmacher.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung gehört mit ihrem Stiftungsverbund zu den großen Trägern politischer Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland und versteht sich als ein Teil der geistigen Grundströmung des demokratischen Sozialismus. Als parteinahe Stiftung der Partei DIE LINKE fördert sie politische Bildung und Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie die internationale Verständigung, und sie vergibt über ihr Studienwerk Stipendien an begabte und engagierte junge Menschen. Die Veranstaltung dient der Information über ihre aktuellen Aufgaben, ihr weltweites Agieren und ihre Perspektiven. (Vorstandsvorsitzender der RLS) und Bodo Niendel (Vorstandsmitglied "Helle Panke"), Moderation: Dr. Inge Pardon
Zum Neujahr 1994 traten die Zapatisten spektakulär auf die politische Bühne. Sie besetzen vermummt und bewaffnet mehrere Dörfer im mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Nach diesem Überraschungscoup trat die EZLN mit ihrem Medienstar Subcommandante Marcos in den Dialog mit der mexikanischen Zivilgesellschaft und wurde zum internationalen Lichtblick der Linken. Dreißig Jahre später ist die indigene Selbstverwaltung in Chiapas von ganz anderen Akteuren bedroht. Narco-Banden nutzen das „befreite Gebiet“ für ihre eigenen Zwecke.
Hertha Gordon-Walcher (1894–1990) ist heute nahezu unbekannt, wie viele Frauen, die ihr Leben im 20. Jahrhundert der sozialen Revolution gewidmet haben. Schon seit 1915 war sie im Spartakusbund, 1918 arbeitete sie im Kreml, erlebte die Revolution, die sich anders gestaltete als in ihren Träumen. Sie war Sekretärin von Clara Zetkin, Kurierin der Komintern, Redakteurin im Malik-Verlag. 1928 aus der KPD ausgeschlossen, trat sie nach dem Exil in Paris und New York 1947 in die SED ein, wollte den Sozialismus mit aufbauen.
In seinem Vortrag wird Thompson zunächst eine kritische Zusammenfassung der Sekundärliteratur zu Benjamin vorstellen, um dann zu zeigen, wie Benjamins Analyse der kapitalistischen Gesellschaft und sein Modus der Kritik in Kontexten sozialer und politischer Bewegungen angewendet werden können.
Der 100 Todestag ist Anlass, uns Biografie, Werk und Wirkung Lenins in einem Einführungsabend im BAIZ zu widmen. Er wird uns von Elfriede Müller vorgestellt. Sie wird besonders auf Lenins Überlegungen zum Begriff des Imperialismus eingehen, der zurzeit wieder verstärkt diskutiert wird.
Nachrichten von gewalttätigen Übergriffen auf Pride-Veranstaltungen oder die Häufung transfeindlicher Attacken sorgen für Unruhe in den queeren Communities. Gemeinsam mit Expert*innen wollen wir über Gewalterfahrungen und Sicherheitsempfinden queerer Menschen sprechen. Über welche Erkenntnisgrundlagen verfügen wir? Wie können Strategien für Prävention, Organisation und Gegenwehr aussehen? Welche Rolle spielt der Staat in diesem Zusammenhang? Inwiefern braucht es andere gesellschaftliche Rahmenbedingung, damit queere Menschen angstfrei leben können? Mit: Tadzio Müller (Aktivist), Maja Tegeler (Mitglied der Bremischen Bürgerschaft) und Lea Lölhöffel (Berliner Register)
Für Frank Kuhne ist Marx‘ Charakterisierung des anvisierten "Vereins freier Menschen" als ein Kollektivsubjekt alles andere als harmlos. Marx vertrete damit eine irreführende Utopie, deren politische Realisierung vermittels der "Diktatur des Proletariats" scheitern müsse. Ihr instrumenteller Politik- und ihr defizienter Freiheitsbegriff verstellten einen angemessenen Zugang zum Problem. Die Kritik dieser Begriffe widerlege nicht die Möglichkeit einer freien Gesellschaft, wohl aber die Marx-Engelssche Vorstellung davon.
Ute Knorr und Ingolf Alwert, ehemalige Mitglieder der Rezitatorengruppe des Berliner Lehrerensembles und des „Zimmertheaters Karlshorst“, gestalten ein stimmungsvolles Programm mit Texten aus Lyrik und Prosa Eva Strittmatters, mit musikalischen Ergänzungen von Gerhard Stahlbaum, Paul Dessau, Dirk Morgenstern u.a., Begrüßung: Dr. Inge Pardon
Unser Rundgang über den Kirchhof soll neugierig machen auf diesen wunderschönen Ort und auf Menschen, die wir nicht vergessen sollten sowie auf deren emanzipatorischen Kämpfe, die heute unsere sind. Ein einmaliger Besuch des Kirchhofs reicht dazu nicht aus: Es gibt so viel zu entdecken, der Ort ist märchenhaft. Wohl deshalb liegen hier auch die Gebrüder Grimm begraben. Im Anschluss besuchen wir das Friedhofscáfe Finivo. Dort finden sich zur Ansicht auch zahlreiche Mappen und Ordner zu den Biographien von auf dem Kirchhof begrabenen Menschen. Mit: Frank Laubenburg und Bodo Niendel.
Wir laden alle FreundInnen, KiezbewohnerInnen, BücherfreundInnen, Kultur- und Kunstinteressierten zu einem kulturellen Dezemberevent ein.Nachmittags stellen verschiede Künstler*innen ihre Werke aus, anschließend gibt es ein Konzert mit dem Gitarristen Eberhard Klunker.
Der religionsgeschichtliche Kontext und die nichtreligiöse Erziehung des jungen Marx sind bis heute merkwürdig unbestimmt geblieben. Dadurch kam es zu Fehlinterpretationen über den "Religionshasser" und "Antisemiten" Marx, die von einer religionswissenschaftlichen Herangehensweise jedoch ins Reich der Fabel zu verweisen sind. Versäumt man es, den biographischen und religionspolitischen Hintergrund seiner Entwicklung mitzudenken, trägt auch das Konzept einer marxistischen Religionskritik nicht weit oder führt sogar in die Irre.
Der Vortrag soll zu einer neuen Lektüre der Romane revolutionärer Arbeiterschriftsteller um 1930 anregen. Erörtert werden Thematik und Darstellungweise der Bücher von Turek, Scharrer, Marchwitza und anderen. Sie berichten vom Leben und Kampf der Arbeiterklasse, von Bewährung und Versagen in Weltkrieg und Nachkriegskrise. In Ihnen bleibt eine Tradition der Solidarität lebendig, die nicht verloren gehen darf. Referent: Prof. Dr. Dieter Schiller
Am 9. Dezember 1923 wurde Wolfgang Harich geboren. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Philosophen in der DDR, er gilt auch als erster marxistischer Wachstumskritiker Deutschlands, als einer der bekanntesten DDR-Oppositionellen und zugleich als kommunistischer Betonkopf. Um Harich ranken sich viele Mythen und Missverständnisse. Wir sprechen zum 100. Geburtstag über seine Biografie, sein Denken und die Nachlassreihe, die soeben mit dem 20. Buch abgeschlossen wird.
Der gegenwärtige Rechtsruck in vielen Ländern Europas und die damit verbundene Funktion der öffentlichen Darstellung von Migration und Asyl beeinflussen auch die Migrationspolitik der EU. Dort wird derzeit über das EU-Asyl- und Migrationspaket verhandelt. Cornelia Ernst berichtet über die Externalisierung von Asylpolitik und deren Folgen, über die massive Gewalt an den Außengrenzen, über die Funktion von Kommission, Rat und Parlament. Welche Rolle spielt Deutschland? Und welche Vorschläge macht die Linke im Europäischen Parlament?
Wie lässt sich Geschichte von ihrem möglichen Ende her begreifen? Antworten darauf lassen sich im literarischen und philosophischen Werk des deutsch-jüdischen Schriftstellers und Philosophen Günther Anders finden. Er ist vor allem für seine Deutungen der atomaren Endzeit bekannt. Bei der Veranstaltung werden Schlaglichter auf Anders' negatives Geschichtsdenken geworfen, von der Genese in den 1930er Jahren bis hin zur Rezeption seiner Zeitdiagnosen in den neuen sozialen Bewegungen ab den 1960ern. Die Zäsuren von Auschwitz und Hiroshima werden in ihrer unterschiedlichen Bedeutung für die Grenzen historischen Denkens behandelt.
Daniela Dahn ist eine Aufklärerin im wahrsten Sinne des Wortes, gibt sich nicht zufrieden mit angeblich alternativlosen Entscheidungen der Politik. Sie ist überzeugt, dass der Traum vom "Ewigen Frieden", wie ihn schon Immanuel Kant hegte, keine Utopie bleiben muss. In ihrem Buch "Im Krieg verlieren auch die Sieger" seziert sie anhand des Konfliktes um die Ukraine das Wesen von Kriegen, offenbart Kriegsursachen und enttarnt Kriegstreiber.
Das Geschäftsmodell der Vonovia steckt nach Jahren des Booms auf Kosten der Mieterschaft in der Krise. Über diese ökonomische Talfahrt klärt uns Knut Unger auf. Er beschäftigt sich als Sprecher des MieterInnenvereins Witten intensiv mit dem Geschäftsgebaren der Vonovia. Er hat u.a. das Standpunktepapier "Vonovia & Co.: Die Party ist vorbei – Zur aktuellen Krise der finanzialisierten Wohnungswirtschaft" verfasst.
Klassismus, Feminismus, postkoloniale Identitäten sind heute berechtigte, wenn auch verkürzte Schlachtrufe sozialer Emanzipation. Zu wenig wird aber nach dem Zusammenhang von imperialistischer Politik, kolonialer Politik und Rassismus gefragt. In diesen Zusammenhang einige Schlaglichter zu setzen, soll Gegenstand dieser Konferenz sein. Mit: Stefan Bollinger, Oumar Diallo, Nina Paarmann, Bafta Sarbo, Christina Focken, Aert van Riel, Luregn Lenggenhager, Ulrich van der Heyden und Yana Milev.
In diesem Jahr haben wir zwei Menschen verloren, die sich über linke Kleingeisterei souverän hinweggesetzt haben: Thomas Kuczynski und Winfried Wolf werden uns fehlen. Wir wollen uns treffen und uns darüber austauschen, was wir von ihnen gelernt haben, was wir noch lernen müssen und was wir damit anfangen. Als inhaltliche Einstiege in die Diskussion sind vorgesehen: * Georg Fülberth – zu Kohei Saito und „Degrowth“, * Jürgen Bönig – über Lange Wellen: Ökonomie und Technik, * Sebastian Gerhardt – mit Fragen an die Arbeitswerttheorie.
Die Veränderung von einer monopolaren zu einer multipolaren Weltordnung vollzieht sich unaufhaltsam. Das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum scheint sich nach Asien zu verlagern. Welche Rolle spielen dabei China und Indien? Was sind Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Differenzen? Ein Versuch, eine Einordnung vorzunehmen und einen Ausblick zu ermöglichen.
Ihre unsoziale und neoliberale Grundhaltung offenbarten die Vorstände von großen Berliner Wohnungsgenossenschaften in ihrer Klage gegen den Mietendeckel vor dem Bundesverfassungsgericht, ohne die Mitglieder um ihr Einverständnis zu fragen. Bei der Steigerung der Mieten spielen der Ausverkauf von Landesgrundstücken und Wohnungen und die heutige Bodenspekulation eine wesentlich Rolle. Katalin Gennburg wird in Ihrem Vortrag diesen Zusammenhang darstellen.
Das diesjährige Kolloquium der Hermann-Henselmann-Stiftung würdigt den bedeutenden Architekturtheoretiker Bruno Flierl (1927–2023). Bruno Flierl war als einer der wichtigsten Architekturtheoretiker einer der wenigen ostdeutschen Intellektuellen, deren Stimme auch nach 1990 Gewicht hatte.
1982 wird Kohl nach dem Umfallen der FDP Bundeskanzler und löst mit seiner Regierung die sozialliberale Koalition ab, 1983 gewinnt er die Bundestagswahl. Es scheint möglich, den neoliberalen Kurswechsel von Thatcher und Reagan auch in Deutschland zu wiederholen. Der Vorstoß bleibt aber zaghaft. Noch ist die Stimmung im Lande dafür nicht reif, noch scheint die DDR vor der Tür mit ihrem alternativen System das wichtigste Gegenargument zu sein. Das sollte sich alles erst mit der gescheiterten antistalinistischen Revolution in der DDR und der Flucht des ganzen Landes unter die Fittiche der kapitalistischen BRD ändern. Mit: Dr. Stefan Bollinger, Prof. Georg Fülberth, Dr. Florian Weis, Dr. Frank Thomas Koch, Dr. Holger Czitrich-Stahl und Karlen Vesper
Die Ampel-Koalition und die EU werden ihre Klimaziele wahrscheinlich weiterhin verfehlen. Sozialökologische Reduktion als Alternative zielt auf einen ökologisch begründeten, demokratisch legitimierten und sozial gerecht verringerten Energiebedarf/Naturverbrauch. Es geht um ein „Weniger“, das mit einer besseren Lebensqualität für Mehrheiten einhergeht. Wie könnte eine solche Reduktionsstrategie politisch durchgesetzt werden; woran kann sie anknüpfen und mit welchen Vorbehalten und Widerständen auch bei wichtigen Allianzpartnern ist zu rechnen? Referent: Dr. sc. Frank Adler
Wir starten 11 Uhr in Berlin, erreichen Schwedt gegen 13 Uhr und erkunden die Stadt anschließend 2 Stunden lang per Bus. Nach einer Kaffeepause folgen ein Stadtrundgang zum jüdischen Leben und eine Besichtigung des Theaters. Wir essen in der dortigen Kantine zu Abend, besuchen danach das Konzert von Barbara Thalheim und Band. Gegen 23 Uhr werden wir zurück in Berlin sein.
Es gab international eine „goldene Zeit“ der politischen Folkmusik und der Liedermacher in den 60er bis 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. In der DDR wurden die Hootenannys zu einer Keimzelle für die Singebewegung, das Festival des politischen Liedes und eine Liedkultur, die sich in verschiedene Richtungen wie Folkmusik und Liedtheater entwickelte und viele bekannte Liedermacher hervorbrachte. Dr. Lutz Kirchenwitz spricht über bekannte und weniger bekannte Lieder aus dieser Zeit.
Welche Rolle und Verantwortung hat Wissenschaft in der Klimakrise? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftliche Debatten und politisches Handeln eingebracht werden? Und wie verändert die Klimakrise die Wissenschaft selbst, deren Perspektiven und Stellung? Ist „unpolitische“ Forschung überhaupt noch möglich, oder muss Wissenschaft aktivistisch werden, wie z. B. bei Scientists for Future? Diskussion mit Martina Schäfer, Christoph Schneider, Johanna Wischner und Inga Jacobsen.
Hans-Jürgen Krahl war zumindest im Feld der Theorie ein Revolutionär: Um 1968 gab es nur wenige, die den Versuch einer »historisch angemessenen Vermittlung von Theorie und Praxis« derart intensiv betrieben haben wie er. Als Vorstandsmitglied des SDS stellte er sich nicht nur entschieden gegen eine autoritäre Wende der Studierendenbewegung, sondern setzte ihr auch ein Modell antiautoritärer Emanzipation entgegen. Der Lieblingsschüler Adornos debattierte mit den Intellektuellen der sogenannten Frankfurter Schule auf Augenhöhe und arbeitete an einer eigenständigen Weiterentwicklung der Kritischen Theorie.
Die Veränderung der internationalen Machtverhältnisse ist in der arabischen Welt besonders deutlich zu sehen. Für die Länder des Globalen Südens bietet sich eine Alternative zum US-geführten Westen an und sie ergreifen ihre Chance. Was bedeutet das für Länder im Nahen und Mittleren Osten, in Westasien? Und wie reagieren die USA, NATO, EU und Partnerländer. Referentin: Karin Leukefeldt
Referent: Gavin Mueller (Amsterdam)
Marx hat sich im "Kapital" intensiv mit der Rolle von Maschinerie und Technik für die kapitalistische Produktionsweise beschäftigt. Er hat insbesondere die ungeheure Dynamik untersucht, die Maschine und Technik für Veränderung innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise, für die Steigerung der Produktivkraft und die Ausbeutung der Arbeitskraft sowie für Fortschritt wie Krise bedeuten. Der Besuch dieser Abendveranstaltung ist auch ohne Teilnahme an der Herbstschule möglich.
Technik und Kapital bei Marx Die Marx-Herbstschule 2023 widmet sich dem kapitalistischen Produktionsmittel schlechthin, der Maschine. Im Mittelpunkt steht ein Textfragment von Marx aus den Grundrissen. Es behandelt Überlegungen zur Bedeutung ...
Richard Schmincke (1875-1939) hat sich als Abgeordneter und als Medizinalrat im roten Berliner Stadtbezirk Neukölln für die Arbeiter und Arbeitslosen, Verfolgten und Entrechteten eingesetzt, stritt gegen den Strafparagrafen 218 und für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung des werktätigen Volkes sowie Zugang zu höherer Schulbildung auch für Kinder aus unteren Schichten und wäre beinahe Leibarzt des chinesischen Revolutionärs Sun Yat-sens geworden. Der Repression in Nazideutschland entzog er sich durch Freitod. Seine Tochter Ricarda Bethke hat sein Leben rekonstruiert.
Der Klimawandel macht es erforderlich, Braunkohle unter der Erde zu lassen und auf erneuerbare Energien umzusteigen. Für Regionen, die bisher von der Kohle gelebt haben, bedeutet dies eine harte Zäsur. In der Lausitz findet derzeit solch ein Strukturwandel statt. Der Markt allein kann diesen nicht regeln, es bedarf hier staatlicher, politischer bzw. volkswirtschaftlicher Steuerung und Unterstützung, damit der Kohleausstieg nicht zu einem Fiasko für die ansässige Bevölkerung wird.
Der Philosoph Maurice Merleau-Ponty ist in erster Linie für seine Reflexionen über die Wahrnehmung, das Sehen und die Leiblichkeit bekannt. Tatsächlich lässt sich dieser Inhalt seiner Philosophie aber nur als Teil einer philosophischen Politik verstehen. Mit dieser Politik der Wahrnehmung beansprucht ...
Die Tagung hat zum Ziel, über Ursachen und Zusammenhänge der gegenwärtigen desolaten Situation im Gesundheitswesen - insbesondere in Deutschland, aber auch international - aufzuklären. Im gesellschaftlichen Gefüge, auch des Hochkapitalismus, gelten in der Biologie und in der Medizin andere Prämissen als in der wirtschaftlichen Produktion und Reproduktion. Dringende Reformen innerhalb des Systems sind notwendig und bei politischem Willen auch machbar. Das belegen Beispiele, auch aus anderen Ländern.
1923 ist das Jahr, in dem gleich drei Ereignisse, die das „kurze 20. Jahrhundert“ (Hobsbawm) eröffneten und prägen sollten, ihre Verarbeitung fanden: Der Schrecken des Ersten Weltkrieges, der Sieg der Revolution in Russland und das Scheitern revolutionärer Erhebungen in Westeuropa und Deutschland. Die Verarbeitung führte zu einem Umbruch in der Gesellschaftskritik und den Anfängen der Kritischen Theorie und des Westlichen Marxismus. Zugleich markiert das Jahr 1923 das endgültige Ende der revolutionären Aufstände in West-Europa und Deutschland, den Beginn der Stalinisierung in der UdSSR, aber auch in der KPD, sowie den Aufstieg des Faschismus.
Mit Zaklin Nastic möchten wir uns über ihr Buch "Aus die Maus - der Blick von unten auf die da oben" und insbesondere über das Kapitel "Menschenrechte, geteilt" austauschen. Nastic engagiert sich im Bundestag für dieses Thema und kann deshalb aus erster Hand über die Doppelmoral der Bundesregierung im Bereich der Menschenrechte berichten.
Ein Plädoyer für die inhaltliche Rückeroberung einer vormals klassisch-linken Kernkompetenz: Medienkritik als Systemkritik, d.h. als Kritik an den den kapitalistischen Verhältnissen. Diskussion mit Lukas Meisner.
Zu Foucauls zentralen Themen gehörten System und Geschichte von Psychatrie und Gefängnis. Wir fahren nach Brandenburg/Havel und besuchen dort das Psychiatriemuseum, das Gelände der ehemaligen Irrenanstalt und heutigen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Brandenburg bzw. die Gedenkstätte der JVA Brandenburg. Auf dem Rückweg erkunden wir die Spuren von Foucault in West-Berlin.
Über ein Grubenunglück im Bergbaugebiet an der deutsch-französischen Grenze und die Solidarität über Grenzen hinweg. Einführung: Dr. Jürgen Schebera Moderation: Dr. Carola Schramm
Am 26. Juli 2023 wurde in Kuba dem 70. Jahrestages des Angriffs auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba gedacht und an den Beginn der Revolution erinnert. An den Feierlichkeiten nahm eine hochrangige Delegation der LINKEN und der Linksfraktion im Bundestags teil. Sie informierte sich vor Ort über die gegenwärtige Situation. Über die Reise und die aktuellen Entwicklungen in Kuba sowie die Arbeit von Cuba sí berichten aus erster Hand der Bundesgeschäftsführer der LINKEN, Tobias Bank sowie Miriam Näther und Steffen Niese von Cuba sí.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung.
Einen grimmigen Optimisten nennt sich Wolfgang Berghofer selbst, der als Oberbürgermeister von Dresden im Herbst 1989 einer der ersten DDR-Amtsträger war, die das Gespräch mit der Opposition suchten und derart Gewalt zu verhindern vermochten. In seinem neuen Buch „Zwischen Wut und Verzweiflung“ blickt er zurück – aber auch kritisch auf die gegenwärtige Verfasstheit Deutschlands, die ihn zutiefst beunruhigt und nichts Gutes für die Zukunft hoffen lässt.
Drei Jahre nach dem italienischen Original erschien der Roman "Der Leopard" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896–1957) 1961 in der DDR. Wie die Literaturhistorikerin Bernardina Rago herausfand, ging die Herausgabe des Werkes in der DDR auf die schwärmerische Leidenschaft des Kulturfunktionärs Alfred Kurella für das Buch zurück. Für ihn war es eine gelungene Darstellung des Kampfes zwischen Altem und Neuen in der Gesellschaft.
Zufällig trifft die aktuelle Teuerungswelle mit dem 100. Jahrestag der Hyperinflation von 1922/23 zusammen. Das legt es nahe, die retrospektive Betrachtung der Hyperinflation im Lichte der inflationären Prozesse von heute vorzunehmen sowie die aktuelle Inflation anhand der Erfahrungen der Hyperinflation von 1922/23 zu bewerten. Der Vortrag versucht, beide Aspekte herauszuarbeiten sowie die aktuelle Preisentwicklung ökonomisch zu interpretieren. Referent: Dr. oec. habil. Ulrich Busch
Polen steht vor einer Wahl, die viele im Lande als Schicksalswahl verstehen: Kann sich die rechtskonservative Regierungspartei PiS eine dritte Legislaturperiode sichern? Auch in Brüssel dürfte man mit einiger Nervosität auf die Entwicklung in Polen schauen. Schließlich hat die PiS reihenweise und geradezu genüsslich EU-Recht missachtet. Der rechte Parteiflügel um Justizminister Zbigniew Ziobro nimmt offen Partei für einen polnischen EU-Austritt nach britischem Vorbild. Aber erst nach dem Ende der laufenden Finanzperiode, in der Polen noch hohe Zuschüsse aus Brüsseler Fördertöpfen zustehen. Referent: Reinhard Lauterbach
Lange Zeit galt Beton als perfektes Baumaterial. Dann wurde zunehmend klar, dass er schädlich für die Umwelt und für die Gesundheit ist. Beton ist kurzlebig, begünstigt autoritäre Projekte und hat traditionellen Bauweisen den Todesstoß versetzt. Ähnlich wie Erdöl und Plastik stellt Beton die perfekte Verkörperung des Industriekapitalismus dar und steht zu Recht immer häufiger im Zentrum der Kritik. Referent: Prof. Anselm Jappe
Die ersehnte Anerkennung blieb dem Schriftsteller Warlam Schalamow zeitlebens versagt. Sein Hauptwerk, dass das Geschehen in den Zwangsarbeitslagern des Gulag am Kältepol der Erde reflektiert, erschien posthum nach Auflösung der Sowjetunion. Schalamow lebte in einer von Brüchen und Verlusten gezeichneten Zeit russischer Geschichte, in der sich kaum jemand der bedrohlichen Macht der Politik zu entziehen vermochte ...
Ab 1905 entstand eine Bahnstrecke zwischen Lichterfelde-West und Schönow am Stadtrand. Bis 2018 wurde die Strecke für Gütertransporte in die dortigen Industriegebiete genutzt. Seither ist sie still gelegt, könnte aber schnell wieder in Betrieb genommen werden. Wir wollen an der Strecke ein Stück Berliner Eisenbahngeschichte in Erinnerung rufen und fragen, wie die Goerzbahn wieder für den ÖPNV in Betrieb genommen werden kann.
Peter Hacks und Friedrich Karl Kaul waren beide besondere Persönlichkeiten. Sie lernten sich Mitte der 1950er Jahre kennen und es entstand eine persönlich sehr intensive Verbindung, die etwa ein Jahrzehnt dauerte und dann sehr aprupt endete. Auch ein kurzes Aufflammen des Kontaktes nach Jahren der Pause führte leider nicht zur Wiederbelebung dieser Freundschaft...
Ausgehend von der Prämisse, dass jegliche Gewalt lange vor ihrem Ausbruch in der Kultur – Kunst und Literatur – sichtbar wird, widmet sich der Vortrag von Prof. Roman Dubasevych den kulturellen Ursachen des Konflikts: den zahlreichen Erinnerungs-, Sprach- und sogar Religionskriegen, die dem russischen Angriff vorausgingen.
Das Märchen vom eigensinnigen Kind ist kurz und schrecklich, und illustriert mit seltener Brutalität, was mit Kindern geschieht, die "nicht tun, was ihre Mütter haben wollen". Damit ist es – so die beiden Literaturwissenschaftler*innen Wolfram Ette und Karin Nungeßer – ein sehr deutsches Märchen. Ausgehend vom Grimmschen Text erkunden sie, was Eigensinn ist und welche Konsequenzen seine Unterdrückung hat. Dabei geht es auch um die Frage historischer Kontinuitäten und transgenerationaler Weitergaben.
Vor fünfzig Jahren, 1973, erschien die deutsche Übersetzung des Klassikers "Wahnsinn und Gesellschaft" des französischen Philosophen Michel Foucault. Diese Übersetzung war Teil des "langen Sommers der Theorie" (Philipp Felsch), der sich in der Folge von 1968 entwickelte. Wir laden ein zu einem Einführungsabend zu diesem Werk von Foucault im Garten des Technoclubs //:about blank.
Der Jüdische Friedhof in Potsdam entstand 1743 und wurde kontinuierlich bis in die NS-Zeit belegt. Ende 2022 erschien im Harrassowitz-Verlag eine Volldokumentation des historischen Grabmalbestandes sowie eine Darstellung der Entstehung und Geschichte des Friedhofs, ergänzt durch einen vertiefenden Blick auf die Entwicklung seiner Sepulkralkultur und auf den Umgang mit ihm als Ort der Erinnerung. Die Autorin will diese Aspekte vorstellen und im Gesamtzusammenhang betrachten.
Die Ukraine verteidigt sich derzeit legitim nach Art. 51 der UN-Charta gegen eine bewaffnete Aggression Russlands. Auf einer zweiten Ebene ist es auch ein Stellvertreterkrieg für "den Westen" zur nachhaltigen Schwächung des Gegners – mit der ökonomischen Rivalität und dem sich anbahnenden geopolitischen Supermächte-Ringen USA–China im Hintergrund. Ähnlich wie Anfang der 1960er und Anfang der 1980er Jahre könnte die jetzige Krise im günstigen Fall die Chance einer Umkehr zu friedlicher Koexistenz, internationaler Zusammenarbeit und institutionalisierter gemeinsamer Sicherheit eröffnen, wenn der politische Druck stark genug wird. Die Konzepte sind in den 80er Jahren erarbeitet worden und fanden um 1989/90 Anwendung. Referent: Prof. Dr. Peter Brandt
Am 26. September 2021 haben mehr als eine Million Berliner*innen dafür gestimmt, die großen Berliner Immobilienunternehmen zu vergesellschaften. Der damalige Senat hat eine Expert*innen-Kommission zur Prüfung eingesetzt. Diese entschied am 28. Juni 2023, dass ein solches Vorgehen einer Vergesellschaftung rechtlich prinzipiell möglich sei. Sie übergab den 154 Seiten langen Abschlussbericht an den neugewählten schwarz-roten Senat. Was steht aber genau in diesem Bericht? Was sind die Streitpunkte im Entschädigungskapitel? Was ist nun zu tun? Das wollen wir in einem eintägigen Seminar mit Aktivist*innen von Deutsche Wohnen & Co enteignen! lesen, verstehen und diskutieren.
Anregung und Inspiration zieht der in Berlin ansässige Künstler Volker Mehner seit Jahrzehnten auch aus der Literatur. Aus der Dichtung von E.T.A. Hofmann zum Beispiel oder aus der des irischen Literaturnobelpreisträgers Seamus Heaney sowie von Zeitgenossen. Zur Ausstellungseröffnung, die auf den 70. Geburtstag des Künstlers fällt, zeigen wir zudem einen kurzen Porträtfilm. Musikalische Begleitung: Johnny Zabala, Gitarre und Gesang, Roots-LoFi-R&R, Laudatio: Beate Lemcke
Walter Benjamin und Siegfried Kracauer lebten und schrieben über Charlottenburg und Berlin als Stadt kindlicher Abenteuer, als Kosmos der kapitalistischen Moderne, als Ort der Industrialisierung, Kommodifizierung und der Zirkulation. In der DenkMalTour lesen wir ausgewählte Auszüge der 'Stadtbilder' und -beobachtungen beider Autoren, um der skizzierten Sozial-, Alltags- und Geistesgeschichte 'vor Ort' nachzugehen.
"Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen", schrieb Marx 1852. In diesen Worten artikuliert sich ein gesellschaftlicher Gestaltungsanspruch, von dem in unserer spätmodernen Gegenwart wenig übriggeblieben ist. Stattdessen dominiert in Politik und Gesellschaft eine Rhetorik der Alternativlosigkeit. Referentin: Dr. Alexandra Schauer
Berlin-Schöneberg verfügt seit 100 Jahren über eine rege lesbische Subkultur: Vorgestellt werden u.a. ein Ballhaus aus den 1920ern, in dem kuriose Böse-Bubi-Bälle stattfanden, der Versammlungsort der Gruppe "Lesbisches Aktion Westberlin" sowie ein von FrauenLesben in den 1980ern besetztes Haus, das bis heute als Treffpunkt mit Café betrieben wird. Fotos, zeitgenössische Schilderungen sowie Infos zu den Akteur*innen der Treffpunkte geben einen Eindruck von der einstigen und heutigen Vielfalt lesbisch-queeren Lebens. Führung: Katja Koblitz
Die österreichische Immobiliengruppe Signa gehört der Familie Benko. René Benko gründete dieses größte private Immobilienunternehmen Österreichs, das auch in Norditalien und Deutschland Immobilien besitzt. Das Umwandeln von Bestandsimmobilien für einen neuen Zweck und eine solvente Kundschaft war schon immer sein lohnendes Geschäftsmodell. Der Karstadt-Standort am Hermannplatz hat es der Signa besonders angetan. Das Haus soll im Benko-Stil umgebaut werden. Über die Pläne, die Genehmigungen, die Möglichkeiten, politisch Einfluss zu nehmen, sowie über die Folgen für den Kiez spricht Katalin Gennburg (Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt & Tourismus der LINKEN im Berliner Abgeordnetenhaus). Christoph Trautvetter wird uns weitere Aufwertungsimmobilien in der Nachbarschaft zeigen
Vom 21. bis 26. Juni 1933 wurden im Berliner Stadtteil Köpenick mehr als 500 politische Gegner*innen von der "Köpenicker SA-Standarte 15" gefangen genommen, gedemütigt, gefoltert, umgebracht. Die "Köpenicker Blutwoche" stellte einen Höhepunkt des frühen Terrors der SA dar. Mindestens 23 Menschen wurden ermordet. Referent: Uwe Hiksch
Es gilt eine heldenhafte, vielfach unbekannte oder vergessene Geschichte zu erzählen: von mutigen Forscherinnen und Abenteuerinnen, von Maria Sibylla Merian, die im 17. Jahrhundert nach Surinam aufbrach, über Jean Baret, die sich im darauffolgenden Jahrhundert in Männerkleidung auf ein Expeditionsschiff schmuggelte, bis hin zur damals erst 14-jährigen Laura Dekker, die 2011 als erste Teenagerin die Welt umsegelte. Referentin: Karlen Vesper
Eine Ernst-Busch-Revue voller überraschender Bravourstücke aus dem umfangreichen Schaffensspektrum eines genialen Sängers und Schauspielers. Referent: Helmut Heinrich.
Vom 21. bis 26. Juni 1933 wurden im Berliner Stadtteil Köpenick mehr als 500 politische Gegner*innen von der "Köpenicker SA-Standarte 15" gefangen genommen, gedemütigt, gefoltert, umgebracht. Die "Köpenicker Blutwoche" stellte einen Höhepunkt des frühen Terrors der SA dar. Mindestens 23 Menschen wurden ermordet. Referent: Uwe Hiksch
Seit einiger Zeit wird in der linken Diskussion das Recht verstärkt kritisiert: Es verdingliche gesellschaftliche Beziehungen und reproduziere sogar unabhängig von den jeweiligen Inhalten des Rechts, allein aufgrund seiner Form, gesellschaftliche Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse. Mit dieser radikalen Kritik des Rechts stellt sich allerdings die Frage, was an die Stelle des Rechts treten soll. Im Workshop werden hierfür zum einen die linke Kritik des Rechts, aber auch Schwierigkeiten dieser Kritik diskutiert. Zum anderen sollen Perspektiven auf ein anderes, nicht-kapitalistisches Recht und Ansätze zur radikalen Transformation des Rechts im Hier und Jetzt vorgestellt werden. Mit: Georg Spoo und David Hammerschmidt
Warum ist die internationale Situation gegenwärtig so verworren und ihre Entwicklung so schwer kalkulierbar? Das relativ breit angelegte Thema befasst sich insbesondere mit der Frage, warum deutsche Außenpolitik so widersprüchlich ist und durch welche Faktoren sie maßgeblich bestimmt wird. Dabei wird auf die Bedeutung von Interessen und Werten in den internationalen Beziehungen eingegangen sowie darauf, welche Rolle der Ukrainekrieg und die Friedensfrage in der deutschen Außenpolitik spielen. Referent: Prof. Wilfried Schreiber
Dass Rot, und insbesondere die rote Fahne, heute allgemein als Zeichen für Revolution und Kommunismus angesehen wird, ist Ergebnis langwieriger sozialer Kämpfe und der Herausforderung symbolischer Macht. Bis heute ist die Gesamtgeschichte solch symbolischer Farbpolitik noch nicht umfassend erforscht. Und auch wenn die Farbe Rot für tausende von Jahren den Herrschenden der Welt vorbehalten war – sei es als Mantel des Königs oder im Purpur der Kardinäle –, so wird in diesem Vortrag der Prozess der Aneignung der roten Fahne durch Aufständische, Revolutionäre und das Proletariat bis zum Ende des 19. Jahrhunderts beleuchtet.
Kreuzberg: Im SO36 genannten Bezirk spitzten sich gegen Ende der Weimarer Republik die Konfrontationen zwischen Anhänger*innen der Arbeiter*innen-Bewegung und Mitgliedern der erstarkenden NSDAP gefährlich zu. Regelmäßig kam es zu gegenseitigen Überfällen, teilweise mit Toten. Beim Stadtrundgang finden wir heraus, wie die politische Situation war, vor der sich diese Auseinandersetzungen im Viertel abspielten. Wer waren ihre Protagonist*innen? Wo waren die Treffpunkte? Und warum spielten Kegelbahnen eine Rolle?
Wir besuchen in Trebus die Ausstellung der IFA-Freunde zur DDR-Alltagskultur, anschl. Mittag; ab 13:30 Uhr sind wir in Altlandsberg mit Stadtrundgang und Kaffeerunde. Reiseleiter: Dr. Siegfried Wein
Sozial-ökologischer Neubau ist möglich! Doch was passiert am Molkenmarkt, und wem gehört die Mitte der Hauptstadt? Referentin: Katalin Gennburg (Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt & Tourismus der LINKEN im Berliner Abgeordnetenhaus), Moderation: Dr. Siegfried Wein
Pazifismus, Querfront oder Kollaboration? Der Krieg um die Ukraine hat wie kaum ein zweiter aktueller Konflikt zur Polarisierung und zur Erosion der deutschen Linken beigetragen. Tomasz Konicz beleuchtet die historischen und systemischen Hintergründe des um sich greifenden Krisenimperialismus. Es gilt nachzuzeichnen, wie die globale Krisendynamik in dem Grenzland zwischen West und Ost wirksam wurde – und das Grenzland zum gegenwärtigen Schlachtfeld erodierender Staatsmonster werden konnte. Erst aus dieser radikalen Krisenanalyse heraus, die notwendig eine antikapitalistische Perspektive einschließt, wäre eine emanzipatorische Positionierung in diesem Krieg möglich.
Im Rahmen des "artspring berlin kunstfestivals 2023" beteiligt sich die Helle Panke mit Horst Dietzel und Thomas Falkner an den Tagen des offenen Ateliers. Zu sehen ist die aktuelle Ausstellung von Horst Dietzel: "Rastlos – von Fabelwesen und Menschen" (Collagen, Malerei und Grafik). Zusätzlich zeigen Horst Dietzel und Thomas Falkner Berlin-Bilder mit dem Titel: "Der zweite Blick".
„Lachen oder Wegrennen?“ Dies fragt sich Lenja oft. Sie ist Krankenschwester auf einer kardiochirurgischen Intensivstation. Was sie dort erlebt, ist kaum beschreib- und vorstellbar, schier unglaublich. Nicht nur in Corona-Zeiten. Lenja weiß von Empathie und Engagement der Ärzte und Krankenschwestern zu berichten, aber auch von Erschöpfung, Resignation, Schmerz und Ohnmacht. Personeller Notstand und dysfunktionale medizinische Geräte sorgen für Chaos, der vermeidbar wäre. Wie steht es um das deutsche Gesundheitswesen? Ist es nicht auch längst ein Fall für den Notarzt? Referentin: Caterina Westphal
"Niemandsland", Deutschland 1931, Regie: Victor Trivas, Drehbuch: V. Trivas nach einem Entwurf von Leonhard Frank, Musik: Hanns Eisler, Songtexte: Günther Weisenborn und Leo Hirsch. Die Kooperationsveranstaltung ist Teil der von der Ernst-Busch-Gesellschaft organisierten Reihe „Ernst Busch in Spielfilmen der Weimarer Republik“.
Wer nichts zu sagen hat, das die Leute interessiert, der wird sie nicht erreichen. Warum hat Deutschlands Linke ihren Anspruch auf Meinungsführerschaft aufgegeben, wenn es um soziale Fragen oder Krieg und Frieden geht? Und wann ist das geschehen? Warum hört ihr kaum einer zu in Zeiten, da die politische Unzufriedenheit großer Teile der Bevölkerung mit Händen zu greifen ist? Referent: Holger Becker
Das Sowjetische Ehrenmal in der Schönholzer Heide in Berlin-Pankow wurde 1947 bis November 1949 errichtet. Sein Bestand ist durch den Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion vom 9. November 1990 gesichert. Vor dem Hintergrund aktueller geschichtsrevisionistischer und -relativistischer Debatten soll es mit der Führung um einen Kontrapunkt einer Erinnerung, die auf Versöhnung zielt, gehen. Referent: Martin Hantke
Was kann die ultra beliebte Plattform für politische, emanzipatorische Bildung bieten? Im Workshop wird TikTok in seinen Funktionen, seinem Algorithmus und kultureller Wirkung nahe gebracht. Ziel ist es, TikTok sinnvoll und zielführend für politische Kommunikation zu nutzen.
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Swetlana Schönfeld, die seit vielen Jahren erfolgreiche Film- und Theaterschauspielerin (u. a. Maxim-Gorki-Theater, Deutsches Theater, Schaubühne, Berliner Ensemble), ist 1951 in einem Lager im Gebiet Kolyma zur Welt gekommen. Bernd Böhlichs Film «Und der Zukunft zugewandt» (2019) basiert auf der Geschichte ihrer Mutter, einer deutschen Kommunistin, die aus Nazideutschland geflüchtet war und in der Sowjetunion 25 Jahre im Gulag verbrachte. Bei ihrer Übersiedlung in die DDR (1957) musste die Mutter sich verpflichten, über ihre Zeit im Gulag zu schweigen. Wie hat Swetlana Schönfeld die Tabuisierungen im DDR-Alltag erlebt? Wie schaut sie heute auf die Welt?
Am 14. Mai jährt sich zum 40. Mal ein Brandanschlag mit sechs Toten in Mailand. Zwei Männer entzünden damals zwanzig Liter Benzin in einem Pornokino. Sechs Männer sterben. Es ist die Tat mit den meisten Opfern der "Gruppe Ludwig". In Bekennerschreiben bekennt sie sich zu neun Morden und Brandanschlägen in Italien und Deutschland. Für die Taten der "Gruppe Ludwig" werden zwei Studenten aus reichen Elternhäusern verurteilt. Wie beim NSU stellen sich bis heute ähnliche Fragen: Bestand die Gruppe nur aus diesen zwei sehr jungen Terroristen, oder gab es ein Mitwisser- und Unterstützer-Netzwerk, das in die Taten eingeweiht war? Warum suchte die Polizei die Täter im Umfeld der Opfer, statt nach rechtsextremen Motiven? Referentin: Eike Sanders
Deutschland, so heißt es, lebt auf Kosten künftiger Generationen. Der Alten-Überschuss belaste die Rentenkasse. Die heute aufgenommenen Schulden müssten die Jungen später begleichen. Zu Lasten der Jugend würden Klimaschutz und Zukunftsinvestitionen verschleppt. Während die Alten heute von steigenden Immobilienpreisen profitierten, könnten sich die Jungen keinen Wohnraum mehr leisten. Das sind nur ein paar Beispiele dafür, wie Klassenkonflikte zu "Generationenkonflikten" gemacht werden. Referent: Stephan Kaufmann
Wir wollen die Aktualität dieses 1972 erschienenen Buches ausloten und diskutieren, welchen theoretischen und praktischen Gebrauchswert es heute noch hat. Themenfelder, die besonders relevant scheinen, sind etwa die radikale Historisierung der Psychoanalyse, die Bestimmungen eines 'wilden' Denkens, die Neudeutung des Kulturprozesses sowie die Reflexionen auf den Staat und dessen Verhältnis zu den Wunschmaschinen und Subjektivierungspraktiken. Mit: Dr. Falko Schmieder und Dr. Birgit Ziener
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Die Mitglieder unseres Vereins sind zur Mitgliederversammlung eingeladen. Eine schriftliche Einladung mit Versammlungsunterlagen und Tagesordnung wird rechtzeitig zugesandt.
Christa Weber, Gesang und Rezitation; Anja Dolak, Akkordeon; Dr. Lea Hartung: Über den 2. Mai 1945 in Berlin; Moderation: Dr. Inge Pardon
Musik: Prof. Jürgen Schröder am Eisler-Flügel, Laudatio: Dr. Thomas Falkner. Die Ausstellung ist zu sehen bis 31. Juli 2023.
Wir treffen uns zu diesem kleinen Rundgang direkt am Marx-Engels-Forum an der Karl-Liebknecht-Straße. An dieser Stelle wird über die Geschichte des Denkmal-Ensembles und über seine Einordnung in die Denkmalslandschaft gesprochen. Der Weg führt zum Bebel-Platz, durch das Hauptgebäude der HU zum Hegel-Platz. Unterwegs schauen wir uns auch die Erinnerungstafel an die Revolution von 1848 an, die sich 2023 zum 175. Mal jährte. Führung: Prof. Dr. Rolf Hecker
Die Zentralbanken haben die Zinssätze erhöht, um die Inflation zu bekämpfen. An der Inflation hat sich nicht viel geändert, aber mehrere große Banken wurden in die Insolvenz getrieben, und es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den steigenden Zinssätzen und dem Konkurs der Silicon Valley Bank, der Misere der Deutschen Bank etc. Steve Keen wird in seinem Vortrag erläutern, wie es zu dieser Bankenkrise gekommen ist und wie solche Entwicklungen in Zukunft verhindert werden könnten. Hybridveranstaltung auf Englisch und Deutsch.
"Der Himmel über Frankreich ist wolkenlos." So lautete der von den französischen Widerstandskämpfern gegen die Naziokkupation sehnlichst erwartete Code, der die Invasion der Westalliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 ankündigte. In den Reihen der Résistance kämpften auch deutsche Antifaschisten, darunter die Eltern des Historikers Francois Melis. Was bedeutete ein Leben im Untergrund? Was ging in jenen Männern und Frauen vor, die fern der Heimat, die in ihrem Zufluchtsland verhasst war, gegen die eigenen Landsleute kämpften? Und warum entschieden sich viele Remigranten nach der Befreiung vom Faschismus für den Osten Deutschlands respektive die DDR?
Die Geschichte des Sozialismus war seit dem „Kommunistischen Manifest“ immer schon von Krisen, Revisionen, Erneuerungen und Neubegründungen begleitet. Auch wenn gegenwärtig der Krieg in der Ukraine die Linke weiter zu schwächen droht, gibt es doch auch Anzeichen einer neuen „Welle“ des Sozialismus in unterschiedlichen Varianten. In dieser Konstellation unterbreitet Michael Brie eine Erneuerung des sozialistischen Prinzips, die zugleich Denkräume eröffnen und Handlungsspielräume befördern soll.
Ellen Brombacher berichtet über das Leben ihrer von den Nazis verfolgten Eltern und deren Familien, sie dokumentiert mit ungewöhnlichen persönlichen Dokumenten, Briefen aus den Konzentrationslagern und erschütternden Zeugnissen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit deren Lebensweg.
What is Socialist Modernism? On the state of the debate. Perspectives of heritage preservation and for the history and theory of architecture and urban planning Discussion with Kirsten Angermann (Weimar), Johanna Blokker (Cottbus), Thomas Danzl (München), Oxana Gourinovitch (Aachen/Berlin), Dora Ivanova (Sofia/Berlin), Andreas Putz (Munich) and Christoph Rauhut (Berlin) et al., Chair: Thomas Flierl
visit of the Stadthalle and Campus, meeting with the Emerging Professionals working group of ICOMOS and experts at BTU Cottbus
Discussion with Anna Bronovitskaya (Moscow/Munich), Oxana Gourinovitch (Aachen/Berlin), Mikhail Il'chenko (Ekaterinburg/Leipzig), Pavlo Kravchuk (Zaporizhzhja), Yevheniia Molyar (Kiïv/Rome), Svitlana Smolenska (Char'kiv/Berlin); online with Natal'ya Dushkina (Moscow) and Vital Shulyar (Lviv) et al., Chair: Jörg Haspel
Walking Tour starting at Niederschönhausen Palace — Majakovskiy Ring — Intelligence Housing Estate — Soviet Memorial Schönholz Stationen: Schloss Niederschönhausen – Majakovskijring – Intelligenzsiedlung Schönholz – Sowjetisches Ehrenmal Schönholz Führung: Jörg Haspel und Thomas Flierl (dt./engl.)
Veranstaltung auf Englisch. Discussion with Riin Alatalu (ICOMOS Europe, Tallinn), Kirsten Angermann (ICOMOS Germany, Weimar), Dora Ivanova (ICOMOS Germany, Sofia), Danica Petrovic (Belgrade / BTU Cottbus); online with Emilia Kaleva/Aneta Vasileva (Sofia), Vaidas Petrulis (Vilnius) and Sandra Uskokovic (Dubrovnik), Moderation: Jörg Haspel
Die dreistündige Busexkursion macht mit den nachkriegsmodernen Ensembles Karl-Marx-Allee und Interbau 1957 bekannt und erläutert die Idee des Welterbe-Antrags. Führung: Sabine Ambrosius (Landesdenkmalamt) Kosten: 10 Euro. Anmeldung erforderlich. Deutsch mit Übersetzung ins Englische.
Der Konflikt spitzt sich nicht erst seit einem Jahr, sondern schon seit neun Jahren immer weiter zu. Im Westen wurden und werden Warnungen vor der Fortsetzung der Eskalation mit immer mehr und immer schwereren Waffen als "Alarmismus" abgetan. Die Begründung lautet, daß Putin der Alleinschuldige sei, und Verhandlungen seien mit ihm nicht möglich. Namhafte Sicherheitsexperten warnen jedoch vor einem Atomkrieg und fordern Kompromissbereitschaft auch von westlicher Seite. Auch die Internationalen Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vertreten diese Position. In der Veranstaltung wird Christoph Krämer diesen Standpunkt begründen und fragen, was die Zivilgesellschaft in dieser Situation tun kann.
Seit dem 24. Februar 2022 sind sämtliche Wissenschaftskontakte zu Russland gekappt. Der Zugang zu den Archiven hat sich erheblich erschwert. Russische HistorikerInnen sind nicht nur ihre westeuropäischen Forschungsbeziehungen weggebrochen, sie befinden sich zudem in einer Kriegssituation, die das Sagbare weiter einschränkt. Für westliche Kommunismusforscher ist diese Entwicklung nach der Coronapause der nächste schwere Rückschlag, der die Forschungsarbeit erschwert. In der Ukraine werden durch russische Angriffe wertvolle Archivbestände zerstört. Wie können diese Quellen gesichert werden?
Slave Cubela spannt den Bogen über drei Epochen industrieller Leidarbeit. Von der Französischen Revolution, über den Fordismus bis in die Worterstarrung ritualisierter Arbeits- und Tarifkämpfe, hin zur Sprachlosigkeit im Neoliberalismus. Anhand dreier Gruppen der Arbeiterschaft – der überflüssigen Arbeiter, der fluiden Arbeiter und der Kernarbeiter – lotet er deren sprachliches und gedankliches Instrumentarium im beginnenden 21. Jahrhundert aus.
Die Schriften Hegels, insbesondere seine "Phänomenologie des Geistes", gehören zu den am schwersten zugänglichen philosophischen Texten. Dies liegt zum einen an den äußerst anspruchsvollen Ideen, die darin zum Ausdruck kommen, aber zum großen Teil auch an der Art und Weise, wie Hegel seine Gedanken äußert. Im Vortrag wird dargestellt, wie auf Grundlage neuer Überlegungen zu philosophischen Grundbegriffen Texte Hegels in verständlicherer Sprache formuliert werden können und so seine Ideen deutlicher werden.
Ab April findet der Seniorenklub wieder im Karl-Liebknecht-Haus statt. In seinem neuen Buch "Probleme der Geschichte der DDR. Die Ulbricht-Ära (1950-1970)" zeichnet der Historiker Siegfried Prokop die Entwicklungslinien der DDR in der Ulbricht-Ära nach. Er resümiert Ulbrichts Politik in einem Streifzug durch verschiedene politische und gesellschaftliche Bereiche, von den deutsch-deutschen Beziehungen über Wirtschafts-, Agrar- und Justizreform bis zu Fragen von Kunst, Kultur, Mode und Sport. Im Gespräch wird er einschneidende Entwicklungen skizzieren und dabei besonders auf die 60-er Jahre hinweisen, die schließlich auf „das schwierige Ende der Ulbricht-Ära" hinauslaufen.
Die Geschichte der Männer und Frauen des Widerstandes, die von den Nazis unter den Begriff "Rote Kapelle" in den Fahndungs- und Verhaftungslisten zusammengefasst wurden, wird immer mehr vergessen. Sie wird zudem bis heute sehr kontrovers diskutiert. In unmittelbarer Nähe von Berlin gibt es Orte, wo sie sich mit Freunden und Freundinnen treffen konnten. Wir werden Schloss Liebenberg, das Hans-Fallada-Haus und den Kulturverein Thomsdorf auf unserer Spurensuche besuchen. In Thomsdorf sprechen wir mit Laila Stieler.
In diesem Jahr wären die Schriftstellerinnen Brigitte Reimann und Maxie Wander 90 Jahre alt geworden. Ein guter Anlass, dieser zwei emanzipierten, selbstbewussten Frauen zu gedenken. Beide haben sich in die Literaturgeschichte der DDR tief eingeschrieben, beide haben lebhafte gesellschaftliche Diskussionen entfacht – nicht nur in der DDR.
In der theoretischen Abfolge der klassischen deutschen Philosophie von Chr. Wolff, Kant, Fichte, Schelling, Hegel bis zu Ludwig Feuerbach hatte Fichte den Intellektualismus als die elementare Logik unserer praktischen Aktivität gefasst. Fichtes philosophischer Grundsatz der Wissenschaftslehre will die Verständigung zwischen Intellektuellen, zwischen Lehrenden und studentischer Jugend, letztlich zwischen monarchischer Herrschaft und Volk begründen.
Der Friedhof der Märzgefallenen im Berliner Volkspark Friedrichshain wird als Ort demokratischer Traditionsbildung und als Lernort der europäischen Demokratie vorgestellt. Der Vortrag thematisiert die Ereignisse in Berlin 1848 und stellt die 175jährige Geschichte des Friedhofs vor. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auf Geschlechtergeschichte und die Emanzipationsversuche verschiedener Gruppen im Zuge der Revolution.
Vor 100 Jahren besuchte der Berliner Dadaist George Grosz die SU. Neuentdeckte Dokumente aus russischen Archiven erlauben eine Rekonstruktion dieser Russlandreise. Der Vortrag präsentiert die wichtigsten Ergebnisse der Recherche. Museumsführung mit dem Kurator Dr. Christian Hufen
Im Vortrag werden erstens die tektonischen Veränderungen in der Weltwirtschaft kritisch hinterfragt. Skizziert wird zweitens, was in der Bundesrepublik zu erwarten ist, wenn die gegenwärtige Politik fortgesetzt wird: Sprudelnde Boostergewinne für Rüstungskonzerne, inflationsgetriebene Verluste für über Jahre mühsam Erspartes bei Menschen mit geringen Einkommen, rasant steigende, immer teurer werdende und auf Bundesebene in Schattenhaushalten versteckte Schulden, die irgendwann getilgt werden müssen, Existenzbedrohung energieintensiver industrieller Bereiche. Drittens wird gefragt, was aus linker Sicht Inhalt einer Zeitenwende sein müßte und welche wirtschafts- und sozialpolitischen Schlußfolgerungen sich daraus ableiten. Referentin: Prof. Dr. Christa Luft
Im Februar 2023 jährte sich der Beginn der Deportationen der Rom*nja und Sinti*zze aus Deutschland in das faschistische KZ Auschwitz-Birkenau zum 80. Mal. Die DenkMalTour nimmt den Jahrestag zum Anlass, um sich auf die Spuren der Geschichte und Kultur der größten Minderheit Europas in Berlin zu begeben. Dabei werden historische Entwicklungen und Kontinuitäten erläutert und für den Antiziganismus in Europa heute sensibilisiert.
Brechts nüchterner Blick auf die divergierenden Haltungen seiner Schriftsteller-Kollegen im antihitlerischen Exil veranlaßte ihn, sie mit den Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit zu konfrontieren – und Vorschläge zu einem eingreifenden Denken zu formulieren, das darauf aus ist, die Ursachen für faschistische Barbarei und Kriegspolitik in den Eigentumsverhältnissen bloßzulegen. Die Weitsicht seiner publizistischen Strategie erschließt sich vor allem aus dem literarischen Nachlass. Nach dem Vortrag wird es die Möglichkeit geben, Prof. Dieter Schiller zum 90. Geburtstag zu gratulieren.
Walter Scheiffele wird aus seinen Recherchen im Archiv Dietels berichten: Wie der Gestalter im Diskurs mit Konstrukteuren bei Heliradio, Sachsenring, Simson und Robotron zu Formen fand, die Poesie und Funktion in Einklang brachten, die "offen für das Kommende" sein sollten.
Jörg Stempel war ab 1981 Musikredakteur bei Amiga. Nach 1990 hat er als Vertriebsleiter Ost der BMG Ariola München GmbH, als Amiga-Labelmanager und anschließend freiberuflich als letzter Amiga-Chef bei Sony Music Entertainment versucht, die Popkultur der DDR zu bewahren. Da gibt es viele vergebliche Versuche, ein paar Erfolge zu verzeichnen und jede Menge Geschichten rund um die Musik zu erzählen.
In Berlin entschied sich das Schicksal der europäischen Revolution von 1848: Die preußische Hauptstadt war eine der drei Revolutionsmetropolen des Kontinents, neben Paris und Wien. Der Vortrag wirft Schlaglichter auf entscheidende Ereignisse und Entwicklungen in Berlin selbst und skizziert grob deren Bedeutung für die europäischen Konstellationen. Referent: Prof. Rüdiger Hachtmann,
Martin Mittelmeier ist in seinem neuen Buch „Freiheit und Finsternis“ der Entstehungsgeschichte dieses Klassikers der Philosophiegeschichte im kalifornischen Exil nachgegangen und hat gezeigt, dass man dieses als schwer und düster geltende Buch auch ganz anders lesen kann. In seinem Vortrag wird er davon berichten, welche „produktiven“ kritischen Strategien Adorno und Horkheimer – mit Hilfe von Homer und de Sade, Charlie Chaplin, Beethoven oder Greta Garbo – darin ausprobieren.
Zum mittlerweile 10. Mal ist Professor Frank-Rainer Schurich als Referent im Seniorenklub. Wieder wird er neue Fälle aus der Berliner Kriminalgeschichte vorstellen. Schurich lehrte als ordentlicher Professor für Kriminalistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und ist seit 1994 freier Autor. Er legte zahlreiche Publikationen zur Kriminalgeschichte vor, zuletzt im Oktober 2022 "Ein Mord, ausgegraben ..."
Der Ukrainekrieg hat nachdrücklich vor Augen geführt, dass unsere Kenntnisse über die inneren Verhältnisse Osteuropas, insbesondere Russlands, dürftig sind. Die Abkehr von der Sowjetunion hat einen Transformationsprozess eingeleitet, der Bezug nimmt auf die Wandlungen der sowjetischen bzw. russischen Wirtschaft seit dem 20. Jahrhundert, der den Wandel der Eigentumsverhältnisse und die wieder ungewohnt starke Stellung des Staates beinhaltet. Hier sollen einige dieser Aspekte näher beleuchtet werden, einschließlich der Konsequenzen dieser Transformation für das weltpolitische Agieren Russlands und die Konfrontation mit den hegemonialen Ansprüchen der USA und ihrer westlichen Verbündeten.
Wolfgang Streeck wird im Vortrag seine These begründen, dass der souveräne Nationalstaat die einzige demokratisierbare politische Organisationsform im post-neoliberalen Kapitalismus ist.
In diesem Vortrag sollen verschiedene Strategien und Narrative antifeministischer Influencerinnen auf TikTok betrachtet werden. Im Fokus stehen dabei sowohl nationale als auch internationale Akteurinnen. Auch die Funktionsweise der Plattform selbst spielt bei der Verbreitung der antifeministischen Inhalte eine entscheidende Rolle und wird in diesem Vortrag beleuchtet.
Weder die EU noch die deutsche "Ampel-Koalition" werden vermutlich ihre klimapolitischen Ziele bis 2030 erreichen. Mit wachstumsfixierten öko-technologischen Strategien werden die selbstgesteckten Klimaziele verfehlt und fossil-nukleare Rückfälle riskiert. Wie könnte eine linke Alternative dazu aussehen? Frank Adler schlägt in seinem Vortrag eine klimapolitisch radikalisierte Reduktionsstrategie vor.
Was strategische Kommunikation vermag, zeigt Ekkehard Sieker nicht nur anhand der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine, sondern auch an Beispielen wie dem Kosovokrieg oder der Apartheid in Südafrika und der schicksalhaften Rolle von Nelson Mandela dort. Auch die Ereignisse von 9/11 und der Einfluss der sich anschließenden Informationskriegsführung im sogenannten ‚Globalen Krieg gegen den Terrorismus‘ oder die unaufgeklärten Morde des inländischen Terrorismus des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) werden thematisiert.
Rüdiger Dannemann wird Lukács Anmerkungen und Notizen, seine verschiedenen Selbstkritiken und sein lebenslanges Ringen mit dem Werk vorstellen, anschließend gibt es ein Gespräch mit Patrick Eiden-Offe, der an einer Lukács Biographie arbeitet.
Mit Humor, Esprit und Eigensinn spottet der vielfach preisgekrönte junge Brandenburger über grüne Minister und „Reichsbürger“, zeigt der kapitalistischen Kälte die kalte Schulter und erklärt der Kriegstreiberei den Krieg.
Der Vortrag erläutert die Baugeschichte und zeigt die Innendekoration des Pavillons, u.a. mit einem Wandbild von Max Lingner.
Fast ein Jahr dauert der russische Angriffskrieg auf die Ukraine an. Jan van Aken wird das aktuelle Kriegsgeschehen und die möglichen Szenarien und Perspektiven auf den weiteren Verlauf des Krieges vorstellen, Der Journalist Paul Simon wird über seine Erfahrungen im Kriegsgebiet sprechen.
Bei Brecht wird nicht geschmachtet und nicht geseufzt, da wird analysiert, bewertet, geurteilt. Da wird die Beziehung von allen Seiten literarisch abgeklopft. Die schier unerschöpfliche Fülle seiner lyrischen Werke ist auch eine schier unerschöpfliche Fülle von Emotionen. Denn beschrieben hat er sie alle: die vielen Gesichter der Liebe, von manch Komponisten vertont. Gerta Stecher verrät uns ihre Gedanken, die sie bei der Erarbeitung ihres literarisch-musikalischen Programms „B. B. – Die Liebe wintert nicht – Lieder& Lyrik“ bewegten.
Es ist Zeit, Max Adler aus der Nische des abstrakten Philosophen des Austromarxismus herauszuholen. Der Linkssozialismus ist eine konkrete Vision eines Dritten Weges zwischen bürokratisch-verwaltetem Sozialreformismus und revolutionär-putschistischem Avantgardismus. Das, was Otto Bauer mit dem „Integralen Sozialismus“ anstrebte, hatte Max Adler auf den Spuren Rosa Luxemburgs bereits vorgearbeitet: eine dialektische Einheit von Reform und Revolution, die ein Zusammengehen unterschiedlicher Strömungen des Sozialismus zu begründen vermag.
Der Nationalsozialismus wirkt auf vielfältige Weisen bis in die heutige Gesellschaft hinein. Viele fragen sich heutzutage, welche Rollen ihre Angehörigen oder Bekannten während dieser Zeit innehatten. Doch wie gelange ich an welche Informationen? Und wie sind die Ergebnisse zu verstehen? Diesen Fragen können die TeilnehmerInnen sich im Workshop mit professioneller Anleitung und Unterstützung widmen. Der Historiker Johannes Spohr leitet durch den Tag, liefert Grundlagen, Anregungen und Tipps und geht auf individuelle Fragen zur Recherche ein.
In seinem Buch Nichtidentität und Unbegrifflichkeit. Philosophische Sprachkritik nach Adorno und Blumenberg entfaltet Sebastian Tränkle das Programm einer materialistischen Sprachkritik. Christian Voller und Falko Schmieder werden das Buch kritisch kommentieren und seine philosophischen und gesellschaftstheoretischen Implikationen mit dem Autor diskutieren. Dabei wird es u.a. um die Kritik an Begriffen, die ambivalente Funktion von Rhetorik und um Sprachkrisen als Indizes gesellschaftlicher Krisentendenzen gehen.
Von keiner geringeren als Käthe Kollwitz erhielt Robert Liebknecht (1903-1994) den Rat, Kunst zu studieren und künstlerische Erfahrungen in Paris zu sammeln. Neben Ausstellungen zu Lebzeiten in der DDR (1958 Nationalgalerie), New York, Wien und Paris fanden in jüngster Zeit auch Ausstellungen in Stuttgart, im Berliner Käthe-Kollwitz-Museum und im Robert-Sterl-Haus in Naundorf bei Struppen statt. Einführung: Günter Rieger, Musik: Hannes Zerbe am Eisler-Flügel
Zum umfangreichen Nachlass von Karl Marx gehören ca. 1000 Blatt mit Exzerpten und Auszügen aus mathematischen Büchern oder Notizen - die Mathematischen Manuskripte (MM). Die Mathematikhistorikerin Annette Vogt berichtet über die Editionsgeschichte, ihre Akteure, deren Motivationen und Interpretationen.
Die Region um Afghanistan ist bereits seit der Antike Objekt rivalisierender Mächte. Seit der afghanischen Revolution 1978 schwelt der bis heute andauernde Konflikt. Im Vortrag werden dessen Hintergründe unter Berücksichtigung innenpolitischer Aspekte geschildert. Thesen für eine friedliche Lösung des Konfliktes werden zur Diskussion gestellt. Referent: Dr. Matin Baraki, Universität Marburg, Zentrum für Konfliktforschung
Ernst Buschs Filmographie beginnt 1929 mit dem Stummfilm "Katharina Knie" und verzeichnet bis 1932 dreizehn weitere in der Weimarer Republik entstandene Filme. Die Ernst-Busch-Gesellschaft präsentiert dank Dr. Jürgen Schebera diese frühen Filme in einer kleinen Filmreihe.
Die internatoinale Solidarität war und ist ein höchstes Gut. In der Bevölkerung der DDR wurde dies insbesondere mit der Tätigkeit des Solidaritätskomitees der DDR verknüpft. Der Solidaritätsdienst International e.V. ist dessen Rechtsnachfolger und hat seit 1990 über 1.000 Projekte in über 35 Ländern weltweit realisiert. Was bedeutet es heute konkret, Solidarität mit den Menschen im Globalen Süden, aber auch in Europa zu zeigen? Referent: Dr. Rolf Sukowski (Voritzender von SODI)
Ohne ein entschiedenes Eingreifen steuert Europa auf eine Aufrüstung, eine geopolitische Konfrontation und eine mögliche Rückkehr zu den Schrecken der Vergangenheit zu. Die Aufgabe, eine friedliche und sozial gerechte Alternative zu formulieren und zu verteidigen, muss für die fortschrittlichen Kräfte in Europa jetzt höchste Priorität haben. Clare Daly ist seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments für den Wahlkreis Dublin.
Über diese Art der Einsätze wollen wir sprechen im SO36 mit Dr. Alexander Oerke. Er ist seit dem 1. August 2022 Bürger- und Polizeibeauftragter des Landes Berlin. In dieser Funktion soll er diskriminierendes und willkürliches Handeln von Behörden untersuchen und ansprechen. Mit ihm auf dem Podium ist Melly Amira, Betroffene und engagiert in der Initiative KOP-Berlin. Moderation: Amina Aziz (TAZ)
Mehr als hundert Jahre nach ihrem Vorfahren macht sich Isabel Fargo Cole von Deutschland auf nach Alaska, von dort über Seattle Richtung Kalifornien, auf den Spuren Arva Fargos und dessen fieberhafter Suche nach dem Gold. Coles Expedition führt tief in die Schürf- und Abgründe des amerikanischen Traums, der mit seinen wirkmächtigen Versprechen bis heute Menschenmassen anzieht und wieder ausspuckt: abenteuerliche Glücksritter, Vagabunden und Helden verblasster Zeitungsmeldungen. Im Mittelpunkt des Abends stehen die sozioökonomischen Mechanismen des „Rausches“ und die Turbulenzen des „Vergoldeten Zeitalters“ um 1900, das frappierende Parallelen zur heutigen Zeit aufweist.
Deutschland, Russland/Sowjetunion/Russland hatten immer dann gute Beziehungen und eine beruhigende Wirkung auf ihr europäisches Umfeld, wenn sie nach gemeinsamen Interessen suchten und sie lebten. Wirtschaftlicher und kultureller Austausch half beiden. Referent: Dr. Stefan Bollinger
Die Konflikte zwischen den Westremigranten und jenen, die aus Moskau in den Ostteil Deutschlands zurückkehrten, gehören zu den zentralen Problemen der DDR-Geschichte. Diesen Intellektuellen schlugen Misstrauen und Verdächtigungen entgegen. Dennoch stützten sie das System und stellten es zugleich infrage. Einzig innerhalb der Partei trugen sie ihre Kritik vor, in der Öffentlichkeit schwiegen sie. Mit dieser Praxis beeinflussten sie auch die Folgegeneration, als deren Repräsentantin Christa Wolf gelten kann. Sonia Combe zeichnet in ihrem Buch die Kämpfe und Gewissenskonflikte dieser kritischen Marxisten nach und fragt, welchen Preis sie für ihre Loyalität zahlten.
Trotz des ungeheuren Verbrechens der Nazis am europäischen Judentum kehrten nach der Befreiung vom Faschismus viele ins Exil gezwungene deutsche Juden in ihre Heimat zurück, um mitzuwirken an der demokratischen Erneuerung Deutschlands. Sie leisteten einen unschätzbaren Beitrag für das geistige, kulturelle und wissenschaftliche Leben in der DDR wie auch in der BRD, der in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Der Publizist, Dokumentarfilmer und Songwriter Wolfgang Herzberg berichtet anhand seiner jüdischen Familiengeschichte über Ambitionen und Hoffnungen, aber auch über enttäuschte Erwartungen vor allem linker Juden diesseits und jenseits der Elbe. Referent: Wolfgang Herzberg
Die Veranstaltung soll sowohl die Verfolgung in der NS-Zeit als auch den schwierigen Weg der Erinnerung beschreiben. Mit: Dr. Andrea Genest (Leiterin Gedenkstätte Ravensbrück), Dr. Lutz van Dijk (Historiker, Initiator der Petition zum Gedenken an queere Opfer der NS-Zeit im Deutschen Bundestag), Dr. Rainer Herrn (Medizinhistoriker), es moderiert Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum (Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung).
Russlands Krieg gegen die Ukraine, die fortschreitende Klimakrise, Preisexplosion bei den Energiekosten und eine zweistellige Inflationsrate sind Herausforderungen an die Politik, bei denen sich die Bundesregierung zunehmend überfordert zeigt. Wie kann das Land mit einer zukunftsorientierten Politik den Herausforderungen begegnen, den sozialen Zusammenhalt bewahren und zu internationalen Beziehungen beitragen, die auf der Basis des Völkerrechts und nicht auf dem Recht des Stärkeren beruhen?
In Berlins Westen soll die A100 erneuert werden und eine neue Streckenführung bekommen - eine Baumaßnahme, die Jahrzehnte dauern wird. Mit einer Verkehrswende hat das wenig zu tun. Wir wollen uns vor Ort einen Überblick über Stand, Planung und Kritik an diesen Autobahnplänen verschaffen. Einblicke geben werden uns die ehemalige Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher und Uli Riedel vom Kommunalpolitischen Forum
Nach monatelangem Säbelrasseln begannen in der Nacht auf den 20. November Luftangriffe auf kurdische Gebiete im Nordirak und Nordosten Syriens. Eine Bodenoffensive auf das Staatsgebiet souveräner Länder soll folgen. Anders als bei vielen anderen militärischen Aktionen bleibt die Bundesregierung auffällig still bei der Verurteilung des aktuellen Handelns eines ihrer NATO-Partner. Wir wollen über den aktuellen Stand der militärischen Aggression gegen Rojava sprechen und darüber, was wir hier in Europa tun können.
Rechte Influcerinnen vermitteln via Socialmedia eine perfekte Inszenierung rechter Heimatromantik im Instagram-Retrofilter. Die Soziologin Viktoria Rösch klärt über rechte Influcerinnen und deren politischen Inhalte mit ihrer medialen Selbstdarstellung auf.
Mit: Carmen Bärwaldt, Angelika Haas, Ute Thomas, Prof. Rolf Hecker, Norbert Seichter und Andre Eckardt Musikalische Umrahmung: Gina Pietsch und Frauke Pietsch präsentieren Ausschnitte aus ihrem Karl-Marx-Abend.
Der Vortrag erörtert die Entwicklung der globalen Ungleichheit in den letzten dreißig Jahren. Er wird sich auf die jüngsten Schätzungen der globalen Einkommensverteilung für den Zeitraum 2008-2018 konzentrieren sowie auf die politischen Implikationen die wichtigsten aktuellen Veränderungen.
Es ist an der Zeit, Karl Liebknecht wieder aus der Versenkung zu holen. Denn der Mann wird gnadenlos unterschätzt. Kein Linker und keine Linke hat mehr gegen Militarismus, gegen Rüstungskapital und Krieg gekämpft, keiner hat mehr Schützengräben dafür ausheben müssen und keiner hat den Tag der Revolution besser vorausgesehen. Referent: Klaus Gietinger
Welche Rolle spielt die Gewalt, einschließlich der Kriege, für die Herausbildung der Weltgemeinschaft? Ist der Homo sapiens nur eine domestizierte Bestie? Was sind die Kosten und der Nutzen in der Herausbildung der Weltgemeinschaft? Welche Grundpositionen bestehen für die Architektur einer neuen Weltordnung? Warum ist eine "wertebasierte Außenpolitik" ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert? Wie sollte der Begriff "Zeitenwende" dekliniert werden? Referent: Prof. Michael Geiger
Das Erbe Luxemburgs und Liebknechts lebendig zu halten und zu pflegen ist eine ehrenvolle Aufgabe für die heutige Generation. Dabei hilft bereitwillig seit Jahrzehnten eine Frau mit, die einen großen Namen trägt: Maja-Karlena Liebknecht. Befragt wird sie von dem Leipziger Historiker und linken Kommunalpolitiker Dr. Volker Külow.
Die ersehnte Anerkennung blieb dem Schriftsteller Warlam Schalamow zeitlebens versagt. Sein Hauptwerk, dass das Geschehen in den Zwangsarbeitslagern des Gulag am Kältepol der Erde reflektiert, erschien posthum nach Auflösung der Sowjetunion. Schalamow lebte in einer von Brüchen und Verlusten gezeichneten Zeit russischer Geschichte, in der sich kaum jemand der bedrohlichen Macht der Politik zu entziehen vermochte ...
Warum empfinden wir Erich Kästner stets als Zeitgenossen, seine Texte als aktuell, wo er doch seit 1974 nichts mehr erzählt? Fast scheint Kästner zeitlos zu sein…
Torsten Schulz, Schriftsteller, Drehbuchautor und Professor an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“, und Jörg Stempel, Schallplattenunterhalter mit Wirtschaftsdiplom und seit vielen Jahre Bewahrer des Erbes von VEB Deutsche Schallplatten Berlin und Amiga, diskutieren zum Jahresende über Rockmusik in der DDR, über philosophische Themen, wie Freiheit durch Mangel, Freiheit durch Überfluss, Protestkultur und Systemgegner, und über Sex, Drugs & Rock 'n' Roll in der DDR.
Als Gegenpol zum Aggressionskrieg Putins gegen die Ukraine stellt sich der Westen als Hort des Guten, der Freiheit und Demokratie dar. Der Kapitalismus scheint bewahrenswert, so wie er ist. Aber die ungelösten globalen Menschheitsprobleme, Mehrfachkrisen und alltägliche Sorgen setzen eine umwälzende Transformation im Kapitalismus und über ihn hinaus auf die Agenda. Wie ist eine solche Transformation zu charakterisieren? Was sind die Konturen einer solidarischen oder demokratisch-sozialistischen Gesellschaftsalternative und der Wege zu ihr? Mit welchen Strategien kann die Linke ihre Schwächen überwinden und notwendige Veränderungen in Gang setzen? Referent: Prof. Dr. Dieter Klein
In Folge 43 unserer 3x3-Reihe stellen wir Niklas Franzen drei Fragen zur Fußball-WM und der aktuellen politischen Situation vor Ort. Niklas ist Korrespondent in Brasilien. Wir fragen, ob auch in Brasilien kritisch über die WM diskutiert wird, ob es dort politische Fanszenen gibt und ob sich Sportler politisch äußern.
Der Krieg politisiert, er reißt das private Lebensglück ins Politische und Gesellschaftliche. Der Krieg schockiert auch, er zerreißt die Decke der Zivilisation, konfrontiert uns mit Archaischem. Gegen die Gewalt scheint das Wort machtlos. Indes wird die Gewalt selten durch Gewalt beendet, sondern durch das Wort. Auch die Kunst des Wortes, die Literatur, verhält sich zum Krieg. Wie im Krieg das erste Opfer stets die Wahrheit ist, ist auch die Literatur nicht gefeit davor, Unwahrheit zu verbreiten.
Das Funkhaus Nalepastraße, bis 1990 Sitz des Rundfunks der DDR, gilt als sein berühmtestes Werk. Begonnen hatte das bewegte Architektenleben Franz Ehrlichs (1907–1984) am Bauhaus in Dessau. 1937 wurde er als Widerstandskämpfer ins KZ Buchenwald gebracht, wo er das Tor mit der Inschrift «Jedem das Seine» gestalten musste ...
Seit Ende 2021 ist Wenke Christoph Staatssekretärin für Integration und Soziales in der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und hat es dort mit Herausforderungen und Krisen zu tun, mit denen die Berlinerinnen und Berliner seit Jahren konfrontiert sind: Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine oder steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten. Wie der Senat diese Krisen bestreiten will, darüber sprechen wir in der Veranstaltung. Moderation: Dr. Siegfried Wein
Die Eroberungspolitik des Kaisserreichs kostete zehntausenden Menschen das Leben und war das Präludium für den späteren Ersten Weltkrieg sowie nachfolgendes Blutvergießen. Sie führte schließlich auch in der deutschen Arbeiterbewegung zu einer Spaltung zwischen internationaler Solidarität und erwachendem Chauvinismus. Die Konferenz soll dieses Spannungsfeld grenzüberschreitend thematisieren und hierzu auch mit Historikerinnen aus Afrika ins Gespräch kommen. Die Kontroversen innerhalb der damaligen Sozialdemokratie und aktuelle Auseinandersetzungen mit post-kolonialen und imperialismustheoretischen Themen in der heutigen Linken werden damit aktuell.
Die Haitianische Revolution von 1791 gilt als einmalig in der Befreiungsgeschichte Schwarzer und indigener Menschen und als Startpunkt für die Abschaffung systematischer Versklavung. In diesem Jugendseminar für Menschen bis ca. 35 wollen wir den Klassiker "Die Schwarzen Jakobiner" von C. L. R. James näher kennenlernen.
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Emanzipation, Gleichberechtigung, Bildungschancen, sichere Arbeitsplätze, Karriere, Kollegialität, Partizipation am kulturellen Leben sowie unmittelbare politische Teilhabe – DDR-Bürger*innen haben nach 1990 viel eingebüßt, sich einiges jedoch auch bewahrt oder wieder erstritten. Zu dieser Erkenntnis gelangten die französischen Historikerinnen Agnès Arp und Élisa Goudin-Steinmann in ihren lebensgeschichtlichen Interviews. Sie zeichnen ein Bild vom Fortleben der DDR nach der DDR jenseits des pauschalen Schlagwortes vom »Leben in der Diktatur«. Mit: Agnès Arp, Claudia Steinitz und Élisa Goudin-Steinmann, Moderation: Karlen Vesper
Warum gibt es überhaupt Judenverachtung? Über diese Bürde der Kirchengeschichte wollen wir an Beispielen christlicher Kunst - nicht nur des Mittelalters - reden. Dass unter den christlichen Reformatoren Martin Luthers Judenverachtung beispiellos ist, soll auch diskutiert werden. Dieserlei schwerwiegende Vorurteile lähmen bis heute nicht nur kritisches Durchdenken, sondern fördern fortlaufend den Aberglauben an die Existenz von Menschen-Eliten. Referentin: Ilsegret Fink
Wie in keiner anderen Magistrale Berlins lassen sich in der Karl-Marx-Allee die verschiedenen Stadien von Architektur und Städtebau der DDR begreifen. Der nachkriegsmoderne Aufbau in Ost-Berlin begann mit der «Wohnzelle Friedrichshain», die auf dem «Kollektivplan von 1946» beruhte. 1950/1951 erfolgte ...
leider muss die für Mittwoch angekündigte Veranstaltung «Warlam Schalamow: Biografie und Poetik» mit Franziska Thun-Hohenstein krankheitsbedingt ausfallen. Wir werden uns bemühen, die Veranstaltung im nächsten Jahr nachzuholen.
Führt "der Westen" einen Wirtschaftskrieg gegen Russland? Der Begriff sorgte zuletzt für Streit im Bundestag. Über die Wirtschaftssanktionen im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine sprechen wir mit dem Ökonomen Maurice Höfgen.
Die Bekämpfung der Corona-Pandemie offenbarte neben nicht zu bestreitenden guten Ergebnissen zugleich drastisch die Schwächen, Lücken und Defizite eines eigentlich leistungsfähigen, aber zunehmend privatisierten, den Profitinteressen untergeordneten Gesundheitssystems. Es werden Ansatzpunkte für dringend nötige Korrekturen zur Diskussion gestellt, die – den politischen Willen vorausgesetzt – durchaus auch machbar wären. Dabei können Konzept und Ergebnisse des Gesundheitswesens in der DDR, wie die Polikliniken, die gesundheitliche Betreuung der Kinder oder in den Betrieben von Nutzen sein. Referent: Dr. med. Heinrich Niemann
Hendrik Lehmann, der sich in den letzten Jahren beim Tagesspiegel im Rahmen einer intensiven Recherche des Innovation Lab mit der Entwicklung des Wohnungsmarkts in Berlin und Deutschland beschäftigt hat („Wem gehört Berlin?“, „Cities 4 Rent“), vertritt die These, dass es seit der Finanzkrise von 2007ff. einen Trend gibt: Die Entwicklung in Berlin wird zum Vorbild anderer europäischer Städte. Auch in traditionell eigentumsgeprägten Städten wird das Modell Miete zunehmend attraktiver für große Investments. Vielleicht passt sich also nicht Berlin der europäischen Normalität an, vielmehr gibt es zunehmend auch in anderen europäischen Städten eine Konzentration von Mietwohnungen bei großen Immobilienfirmen statt Einzeleigentum.
Der 1920 in New York geborene Melvin Lasky wurde nach 1945 zu einem der am besten vernetzten amerikanischen intellektuellen Mittler in Europa. Seine Vita war untrennbar mit der Geschichte des Kalten Krieges verflochten, nicht nur wegen seiner persönlichen Entwicklung vom jüdischen Trotzkisten zum intellektuellen Antikommunisten, sondern auch wegen der Bedeutung seiner Tätigkeit im Kontext desselben.
Paul Werner Wagner war und ist Initiator und Moderator vieler Veranstaltungsreihen. So befragte er seit 2000 namhafte Filmschaffende der DEFA über ihr Leben und Wirken, ihre größten Erfolge, aber auch Schattenseiten ihres Lebens vor und hinter der Kamera. Aus den öffentlichen Gesprächen mit fünfzehn DEFA-Filmschaffenden hat Paul Werner Wagner eine Auswahl getroffen. Der Journalist Hans-Dieter Schütt hat die Dialoge gekürzt und bearbeitet. Das Buch im Quintus-Verlag Berlin bietet einen Querschnitt aus künstlerischem Schaffen, politischen Haltungen und Lebenswegen.
Referentin: Dr. Nina Röttger und Khaled Davrisch Moderation: Charlotte Tinawi (Referentin Syrien, Iran, Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Die Ursprünge der Kritischen Theorie reichen zurück in die Jahre 1922/23. Kommunisten, die vom tatsächlichen Verlauf der Revolution enttäuscht, nicht selten auch abgeschreckt waren, trafen auf junge, bürgerlich sozialisierte Akademiker, die über die eng gesteckten Grenzen der neukantianischen Erkenntniskritik hinausdrängten. Unter der Parole "Rückkehr zu Marx" diskutierten sie das Kapital und begründeten jene Form des historischen Materialismus, der sich dann zur Kritischen Theorie weiterentwickeln sollte.
Elisa Giustinianovich ist Vertreterin der feministischen Coordinadora 8M in Punta Arenas, der Plataforma Feminista Constituyente y Plurinacional und der Umweltbewegung MAT. Sie ist von Beruf Chemikerin und entwickelt Biokonverter und arbeitet in der Umwelt-NGO CERES. Als gewählte Vertreterin im verfassungsgebenden Konvent war sie bis Januar als Vizepräsidentin tätig und arbeitet in der Kommission “Participación Popular y Equidad Territorial” an Vorschlägen des Verfassungsentwurfes ...
Die Welt teilt sich auf in eine auf die USA und die NATO ausgerichtete Welt des Finanzkapitalismus, mit hohen Kosten, die post-industriell und schuldenbelastet geworden ist, und in eine auf China und Russland ausgerichtete eurasische Mischwirtschaft, in der die Basisinfrastruktur als öffentliche Dienstleistung zu subventionierten Preisen oder kostenlos zur Verfügung gestellt wird und in der das Geld- und Finanzsystem ein öffentliches Versorgungsunternehmen ist, das darauf abzielt, Kredite für die "reale" Wirtschaft bereitzustellen, anstatt Immobilien und bestehende Vermögenswerte mit Schulden zu belasten.
Daniela Dahn präsentiert neue Texte zum Krieg in der Ukraine und solche über seine Vorgeschichte. Sie zeigt, dass der Westen Teil des Problems ist und die UNO gestärkt werden muss. Und sie wendet sich gegen Denkverbote, denn wer den Opfern helfen will, sollte die Genesis von Krisen und Kriegen zur Kenntnis nehmen.
Boden, Rente und Miete scheinen auf den ersten Blick nicht zentral für Marx' Kritik der politischen Ökonomie. Zentraler und dringlicher sind andere Kategorien und Bestimmungen wie etwa Wert, Geld, Ware, die Ware Arbeitskraft, Produktion und Zirkulation oder der Begriff der Klasse, doch letztlich findet sich gerade auch in den Kategorien Boden, Rente und Miete ein Widerspruch von Arbeit und Kapital wieder ...
Der Anteil von Frauen an wohnungslosen Menschen wächst dramatisch, er beträgt nach Schätzungen derzeit mehr als 30 Prozent. Die Notlage der betroffenen Frauen ist jedoch weniger sichtbar als die von Männern. Sie ist eng verbunden mit extremer Armut und Demütigung. Manche Frauen versuchen, bei Bekannten und Verwandten Unterschlupf zu finden, andere kehren in ihr Elternhaus zurück, nicht wenige gehen aber auch in ihrer Verzweiflung zu den gewalttätigen Partnern zurück. Ist der aus den USA kommende Ansatz "Housing First" die Lösung, um Obdachlosigkeit zu verhindern bzw. zu beenden?
Das internationale Kolloquium thematisiert den Vorschlag des Landes Berlins, die großen Ensembles des Berliner Wiederaufbaus unter dem Titel „Karl-Marx-Allee und Interbau 1957. Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne“ auf die deutsche Tentativliste zum Weltkulturerbe zu setzen. Berlins erster Antrag 2014 wurde gewürdigt, aber mit der Bitte um Überarbeitung zurückgestellt. Nun soll der erneut gestellte Antrag mit Expert*innen erörtert werden.
Es ist ein trauriges Phänomen, dass Linke in aller Welt die Neigung haben, das Trennende in den Vordergrund zu stellen und das Gemeinsame und Verbindende zu übersehen, obwohl doch seit fast 175 Jahren unter Berufung auf das Kommunistische Manifest gilt: »Proletarier aller Länder, vereinigt euch!« Referent: Dr. Ronald Friedmann
Der Rätekommunismus verkörpert, so scheint's, das gute Gewissen der radikalen Linken: Die Strömung und ihre Theoretiker (es gab nur sehr wenige Theoretikerinnen…) verkörpern den antiautoritären, staats- und organisationskritischen Aspekt des Kommunismus. Hellsichtig kritisierten sie bereits Anfang der 20er Jahre die konterrevolutionären Tendenzen der Bolschewiki und die Involution, also die Rückbildung, der russischen Revolution ...
Maximales Teilnehmeralter: 36 Jahre.
Linke fassen den Begriff »Totalitarismus« nur mit spitzen Fingern an. Der Verdacht liegt nahe, dass er bloß dazu dient, die Unterschiede zwischen faschistischer und stalinistischer Gewaltherrschaft zum Verschwinden zu bringen. Heinz Langerhans fragt gleichsam umgekehrt: Was wäre, wenn die krisenhafte Entwicklung der Produktivkräfte immer umfangreichere Staatsinterventionen verlangt und auch die Organisationen der Arbeiterklasse selbst Teil dieser Kapitalisierungsmaschine werden?
Laudatio: Dr. Anita Kühnel (Kunsthistorikerin, Berlin), Musik: Tobias Schiller (Klarinette)
Es scheint, als stünden sich beim Klimawandel ein rechtschaffenes "Wir" auf der einen Seite und eine korrupte/versagende/leugnende politische und mediale Klasse auf der anderen schroff gegenüber. Doch das ist irreführend und auf gefährliche Weise selbstherrlich.
Am 2. Oktober 2022 finden in Bulgarien Parlamentswahlen statt. Das sind die vierten Parlamentswahlen innerhalb der letzten zwei Jahre, da bisher keine der politischen Parteien eine Mehrheit bekommen konnte, um eine stabile Regierung zu bilden. Die Referentin wird eine Analyse der Ergebnisse der Parlamentswahlen vornehmen und auf ihre Auswirkung auf die politische Situation und die schwere Wirtschaftslage im ärmsten Land der Europäischen Union sowie auf die Herausforderungen für die Linke in Bulgarien eingehen.
Lateinamerika, der umkämpfte "Hinterhof" der USA, rückt wegen der dortigen politischen Entwicklungen immer wieder in das Zentrum weltweiter Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird das Geschehen speziell in Chile nach dem Verfassungsreferendum, in Kolumbien unter der neuen Regierung Gustavo Petro und die Lage in Brasilien nach der ersten Runde der Präsidentsschaftswahlen stehen. Eindrücke einer kürzlich absolvierten Kuba-Reise anläßlich des 30. Jahrestages von Cuba Sí werden die Ausführungen abrunden. ...
Das Winsviertel liegt zwischen Greifswalder Straße und Prenzlauer Allee. Auf den ersten Blick lockt der Kiez nicht mit großen Sehenswürdigkeiten. Aber blickt man hinter die Fassaden, kommt viel Spannendes und Überraschendes zum Vorschein: Reste von der Grenzübergangsstelle Bornholmer Straße, ein verstecktes Umspannwerk, ein Überbleibsel des alten Gaswerkes, ein verwilderter Friedhof und einer der schönsten Drehorte der Serie „Babylon Berlin“.
Zur Idee der Planungsstadt, zum Leben und dem Werdegang der Industriestadt nach 1989 wird uns der Architekturhistoriker Thomas Flierl auf mehreren Stationen Auskunft geben. Wir besuchen die Kulturfabrik KuFA und sprechen mit dem Geschäftsführer Uwe Proksch über die kulturellen Herausforderungen einer zunehmend älter werdenden und schrumpfenden Industriestadt. Über die Zeit der rechtsradikalen Ausschreitungen und Gewalt 1991 diskutieren wir mit Matthias Groß von der Initiative "Pogrom 91" und besuchen auch die Orte des damaligen Geschehens. Als in Hoyerswerda Geborener setzt er sich mit der Initiative für die Aufarbeitung dieser rassistischen Krawalle in seiner Heimatstadt ein.
Vor 45 Jahren wurde der Grundstein für den ersten Wohnblock in Marzahn gelegt. Innerhalb weniger Jahre entstand im Osten Berlins ein kompletter Stadtteil. Zentral an der Planung beteiligt war Prof. Wolf Eisentraut. Vor allem der Aufbau des kulturellen Lebens und einer Infrastruktur, die Marzahn für die neuen Bewohner*innen lebenswert machen sollte, lag ihm am Herzen. Im ersten Teil sprechen wir mit Wolf Eisentraut über die Zeit vom Anfang bis in die neunziger Jahre, über kulturelle Planungen und was daraus geworden ist. Im zweiten Panel geht es um Gegenwart und Zukunft, um eine Bestandsaufnahme und Perspektiven des kulturellen Lebens im Bezirk. Wir haben dazu Aktive aus unterschiedlichen kulturellen Bereichen eingeladen.
Unsere heutigen Gäste haben in den vergangenen Jahren Zeitzeugen über ihr Leben und Wirken in der DDR befragt und/oder Zeitzeugnisse ihres damaligen Lebens gesammelt sowie Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in der DDR untersucht. In einer Podiumsdiskussion wollen wir Beweggründe, Ziele und Ergebnisse ihrer Aktivitäten erörtern. In einem zweiten Teil präsentieren die Akteure an Tischen Ergebnisse ihrer Aktivitäten und stellen sich der Diskussion mit den Anwesenden.
Seit über zwei Wochen gibt es massenhafte Proteste im Iran. Die Revolte entzündete sich am Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini im Teheraner Polizeigewahrsam. Haben diese Massenproteste, Streiks und Verweigerungen das Potenzial, die herrschende Ordnung im Iran umzupflügen? In einem 3x3 Videointerview beantwortet Hamid Mohseni unsere drei Fragen.
In vielen westlichen Medien wird die Volksrepublik als enger Verbündeter Russlands dargestellt. Die chinesische Regierung betont hingegen ihre Neutralität und hatte vor dem russischen Angriff auch sehr enge wirtschaftliche Beziehungen zur Ukraine. Prof. Felix Wemheuer analysiert in seinem Vortrag die Beziehungen der Volksrepublik zu Russland, Ukraine und den USA.
Im November beginnt die Fußball-WM der Männer in Katar. Die Scheichs haben sich nicht lumpen lassen und Stadien und Infrastruktur in den Wüstensand geklotzt. Wir geben denen ein Podiumsplatz, die diese Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen ausgeführt haben und diskutieren im Anschluss darüber wie weit die Kommerzialisierung des Fußballs noch gehen soll.
Welly Schielmann war in Zwickau im antifaschistischen Widerstand, den sie auch nach der Verhaftung ihres Mannes durch die Gestapo fortführte. Elisabeth Mommer hat mit ihren Schwestern in Düsseldorf den Nazis die Stirn geboten und floh nach mehrfacher Verhaftung schließlich ins sowjetische Exil. Die Erfahrungen der Mutter und der Schwiegermutter, zwei starke, emanzipierte Frauen, prägten maßgeblich den Lebensweg von Marlene Vesper, die sich zeitlebens für Antifaschismus, Frauenrechte und internationale Solidarität eingesetzt hat. Referentin: Karlen Vesper
In ihrem intensiven Briefwechsel beschäftigen sich Peter Hacks und Kurt Gossweiler mit grundsätzlichen Fragen: Welches sind die Klassen und die Klassenkämpfe in sozialistischen Gesellschaften? Welchen Anteil hatten Persönlichkeiten wie Nikita Chruschtschow am Zerfall des Sozialismus in der Sowjetunion und in der DDR? Wie wäre die Niederlage von 1989-90 zu vermeiden gewesen? Und welcher Organisationsformen, Bildungsformen, Kampfformen bedarf es für einen zukünftigen Sozialismus? In der Veranstaltung werden einige der Briefe zu Gehör gebracht. Referent: Dr. Matthias Oehme, Verleger und Herausgeber des Briefwechsels
Am 19. März 2018 starb Moishe Postone. Obwohl er den größten Teil seines Lebens in den USA lebte, war es die deutsche Linke, in welcher „der letzte Frankfurter“ (FAZ) seine eigentliche Wirkung hatte. Wir wollen an dem Abend im ://about blank über Postones Kritik sprechen. Den Abend eröffnen wird ein Film mit einem Interview, gefolgt von einer kleinen Einführung in Postones Gesellschaftskritik. Anschließend wollen wir in einer Gesprächsrunde mit Christine Achinger (Warwick), Timo Daum (Leipzig) und Frank Engster (Berlin) die Stärken und Schwächen seiner Kritik, ihre Diskussion in der (deutschen) Linken und Postones persönliches Verhältnis zu ihr diskutieren.
Warum es essenziell ist, die globale Perspektive im Kampf für Klimagerechtigkeit mitzudenken, und wie sich Menschen auch lokal dafür einsetzen können, besprechen wir gemeinsam mit Tetet Lauron (Beraterin für Internationale Klimapolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung New York), Didem Aydurmuş (Die Linke) und Tobias Trommer (Aktionsbündnis A100 Stoppen!), moderiert von David Williams (Programmleitung Klimagerechtigkeit, Rosa-Luxemburg-Stiftung New York).
Wie DIE LINKE wieder Vertrauen in der Bevölkerung zurückgewinnen will und welche Alternativen sie gegenüber der aktuellen Ampel-Politik anbieten möchte, darüber diskutieren wir mit der Parteivorsitzenden Janine Wissler.
Im Rahmen der aktuellen Fotoausstellung anlässlich des 20. Todestages von Charlotte von Mahlsdorf zeigen wir den Film "Ich bin meine eigene Frau" (Drehbuch und Regie: Rosa von Praunheim, D 1992, nach der gleichnamigen Autobiografie von Charlotte von Mahlsdorf). Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit Michael Unger, Urgestein und Chronist der Berliner Schwulen-und Lesbenbewegung, über Charlotte von Mahlsdorf, das queere Leben in der DDR und die gemeinsamen Aktivitäten in der Homosexuellen Interessengemeinschaft Berlin. Moderation: Bodo Niendel
Als "Rote Kapelle" fasste Gestapo eine Gruppen zusammen, die auf verschiedene Weise Widerstand gegen den NS leisteten. Viele kennen zwar den Namen, wissen aber kaum etwas über ihre die Beteiligten und ihre Tätigkeit. Die Tour orientiert sich an den Stationen des Audio-Video Guides und führt uns an Orte in Berlin-Mitte, an denen das Wirken der Freundeskreise um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack dokumentiert ist.
Der Workshop fällt leider aus.
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Diskussionsrunde über die Geschichte des Tuntenhauses auf der Mainzer Straße, über Hausbesetzungen, queere Stadtpolitik, Schaffung von Freiräumen und aktuelle Aneignungskämpfe im städtischen Raum. Spaziergang über die Mainzer Straße mit einem alten Aktivisten aus dem Tuntenhaus und Andrej Holm und im Anschluss eine Diskussion mit den Bewohner*innen des späteren Tuntenhauses in der Kastanienallee, den alten Tuntenhausbesetzern und Andrej Holm ...
Die bisherige Geschichte der Menschheit – eine Abfolge von Kriegen. Hatte Carl von Clausewitz mit seiner These recht, dass Krieg die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln sei? Wenn Ursachen, Triebkräfte und Formen von Kriegen nicht erkannt werden, wissen Friedensbewegte nicht, wofür oder wogegen sie zielführend kämpfen sollen oder kämpfen gleich gar nicht.
Über das Resümee des "Krieges gegen den Terror" und darüber, wie sich trotz aller Widrigkeiten von einzelnen für die Wahrung der Menschenrechte eingesetzt wurde, sprechen wir am Abend des 11. September und zeigen den prämierten Kinofilm „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“. Auf dem Podium nehmen Platz: Laila Stieler (sie schrieb das Drehbuch für „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“) und der Journalist John Goetz, der zum Gefangenenlager Guantanamo Bay, dem Drohnen- sowie dem Afghanistankrieg Dokumentationen erstellt hat. Den Abend moderiert die Juristin Elif Eralp (MdA)
Mit dem nationalsozialistischen Vierjahresplan beginnt 1936 eines der größten Infrastrukturprojekte des „Dritten Reichs“. Ziel dieses Plans war die Herstellung der „Kriegsfähigkeit“ der deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 1940. Ein Schlüssel hierzu sind die synthetischen Stoffe, die eine zentrale Rolle beim Vorhaben einer möglichst vollständigen Rohstoffautarkie des "Dritten Reichs" gespielt haben. Zur Popularisierung dieser neuen Substanzen wird ein großer propagandistischer Aufwand betrieben, und auch Romane widmen sich ihnen, so zum Beispiel "Anilin" von Karl Aloys Schenzinger.
Die Lieder und Texte des ersten Teils des Konzertes führen uns in die Zeit der beiden Weltkriege und vermitteln ein Bild von den Kriegszeiten, die uns in Europa seit 1945 – mit Ausnahme von Jugoslawien und der Ukraine – bisher erspart geblieben sind. Im zweiten Teil des Konzertes spielt der chilenische Gitarrist, Dichter, Komponist und Liedermacher Nicolás Miquea eigene Friedens- und Lebenslieder.
Andreas Ulrich ist als „Fußballerklärer“ in der Sendung „Arena Liga live“ weit über die Senderegion von Radio Eins bekannt. In dem Buch „Die Kinder von der Fischerinsel“ entdeckt er seine Geschichte und die ehemaliger Mitschüler, Freundinnen und Nachbarn wieder. Einige dieser Geschichten wird er uns vor Ort erzählen und uns die Erinnerung an ein Leben auf der Fischinsel zu DDR-Zeiten authentisch nahebringen.
Steigende Preise sind das große Thema seit dem Ukrainekrieg. Allerdings scheinen sich derzeit ganz unterschiedliche ökonomische und politische Entwicklungen zu überlagern, über deren Zusammenhang und Auswirkungen Unklarheit herrscht: die Geldpolitik nach der Finanzkrise und ihren Folgen, die Corona-Krise und nun der Krieg und die Sanktionen. Ulrich Busch wird in dieser undurchschaubaren Gemengenlage die zentrale Rolle der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Blick nehmen.
Macron wurde als Präsident zwar wiedergewählt. Erneut stand er Le Pen im zweiten Wahlgang gegenüber. Im Westen also nichts Neues? Doch: Macron steht unter Druck. Der linke Kandidat Mélenchon konnte sein Ergebnis gegenüber 2017 verbessern. Bei der Parlamentswahl erlebte Macrons Bündnis zudem eine deutliche Schlappe. Die Linke hat sich erfolgreich zur "NUPES" zusammengeschlossen. Was erklärt dieses Wahlergebnis? Was sind die Perspektiven für linke Bewegungen und Parteien? Welche Gefahren gehen von der radikalen Rechten aus? Referent: Lev Lhommeau
Die Verlängerung der A100 ist nicht nur teuer, sondern umstritten. Mit einem Stadtspaziergang entlang der Baustelle möchte wir bauliche Alternativen vorstellen.
Es ist noch nicht lange her, da konnte aus guten Gründen vermutet werden, dass die Erinnerung an den Holocaust eher zu- als abnehme. Diese Zeit scheint inzwischen vorbei zu sein.
Die Führung beginnt an der Gedenkstätte der Sozialisten. Dort lernen die Teilnehmenden eine Reihe der dort Begrabenen über ihre inhaltlichen Forderungen und ihren Lebensweg kennen. Weiter geht es über den Pergolenweg zu dem Denkmal an den historischen Gräbern von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ganz am Ende des Friedhofes. Besonders interessant ist die vorübergehende Installation an den ehemaligen Gräbern von Karl und Rosa und die Darstellung des beeindruckenden Denkmals von Mies van der Rohe. Führung: Uwe Hiksch
Argentinien ist weltweit eines der Vorzeigeländer bezüglich LGBTIQ* Gesetzgebung und hat beispielsweise schon 2010 die Ehe für alle eingeführt. Gleichzeitig haben die langjährigen queeren und feministischen Kämpfe für das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche oder gegen Gewalt Signalwirkung in die Region und auch über den Kontinent hinaus. Der Dokumentarfilm zeigt die Perspektiven von sieben Personen der LGBTQI*-Community in Buenos Aires. Im Anschluss wird Kai Münch, einer der Macher des Films, über die Entstehung und Hintergründe berichten und über die aktuelle Situation in Argentinien sprechen.
Treff ist um 7:45, Abfahrt um 8. Zunächst geht es nach Wittenberge, wir erfahren viel über die Stadtentwicklung der letzten 30 Jahre, besichtigen die Stadt und das Veritas-Werk. Anschließend geht es nach Lenzen, wo wir den Elbdeich erkunden und anschließend zu Abend essen. Gegen 21 Uhr sind wir zurück in Berlin. Tickets kosten 60 / erm. 45 € und sind über die Geschäftsstelle erhältlich.
Walter Benjamin und Siegfried Kracauer lebten und schrieben über Charlottenburg und Berlin als Stadt kindlicher Abenteuer, als Kosmos der kapitalistischen Moderne, als Ort der Industrialisierung, Kommodifizierung und der Zirkulation. In der DenkMalTour lesen wir ausgewählte Auszüge der 'Stadtbilder' und -beobachtungen beider Autoren, um der skizzierten Sozial-, Alltags- und Geistesgeschichte 'vor Ort' nachzugehen.
Dem Titel nach ist die "Dialektik der Aufklärung" das bekannteste Werk der Kritischen Theorie. Geschrieben wurde das Buch von den prominentesten Köpfen der Frankfurter Schule, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Generationen von Linken und Gesellschaftskritiker_innen setzten sich vor allem mit den Überlegungen in den Abschnitten "Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug" sowie "Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung" auseinander. Zum 75. Geburtstag widmen wir uns dieser Schrift und ihrer Entstehungsgeschichte. Referentin: Prof. Eva-Maria Ziege
Da der Referent erkrankt ist, findet die Veranstaltung hybrid statt. Dr. Frank Engster hält seinen Vortrag vom heimischen Laptop aus, wir übertragen live auf die Leinwand in unseren Veranstaltungsraum und haben danach auch die Möglichkeit, mit ihm zu diskutieren und Fragen zu stellen. Also kommen Sie gern vorbei, es wird (fast) wie gewohnt ablaufen. Da wir ein Zoom-Meeting einrichten, um den Vortrag zu übertragen, gibt es für Sie auch die Möglichkeit, digital an der Veranstaltung teilzunehmen. Wer das gern möchte, schreibe uns bitte kurz per Mail, dann schicken wir den Zoom-Teilnahmelink zu.
Was sind die geostrategischen Interessen Russlands? Welches sind die Auswirkungen für die EU und die deutsche Wirtschaft? Droht gesamtwirtschaftlich eine Rezession zusammen mit hohen Inflationsraten? Was sind die Folgen der Sanktionen, vor allem durch ein komplettes Embargo für die russischen Energieressourcen? Im Mittelpunkt steht schließlich die Frage: Welche Folgen hat diese militärisch-ökonomische Herausforderung für die Fortsetzung des ökologischen Umbaus? Referent: Prof. Rudolf Hickel
Hermann von Wißmann (1853–1905) begleitete als preußischer Leutnant eine Expedition in Zentralafrika. Dabei gelang ihm die Durchquerung des Kontinents von Ost nach West. Es folgten Expeditionen im Dienste des belgischen Königs im Kongobecken. Bis heute wird Hermann von Wißmann als Afrikaforscher und Kämpfer gegen den Sklavenhandel angesehen. Doch stimmt diese Sichtweise? Wie weit war Wißmann in die Verbrechen des Kolonialismus verwickelt?
Am 20. Juli 1932 setzte der monarchistisch gesinnte Reichspräsident Paul von Hindenburg die preußische Regierung unter dem langjährigen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Otto Braun ab. Die als „Preußenschlag“ bekannten Vorgänge zerschlugen den Mythos von Preußen als „republikanischem Bollwerk“, die Reaktion der Arbeiterbewegung blieb aus. Wir wollen das Ereignis, seine Vorgeschichte und seine Folgen auf einem Stadtrundgang mit dem Historiker Dietmar Lange rekapitulieren.
Leander Scholz, Dr. habil., ist Philosoph und Schriftsteller. Zurzeit ist er Research Fellow am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin. Zu seinen Forschungsgebieten gehören Kultur- und Medienphilosophie, Politische Philosophie, Politische Ökologie, Identitätspolitik und Thanatologie ...
Sie wollten im Mai dieses Jahres in der Ukraine heiraten, doch Putins Krieg vereitelte das Vorhaben. Der aus Bielefeld stammende Wahlberliner Martin Damisch und Oksana Bozhuk aus dem westukrainischen Kamin-Kaschyrski berichten, wie sie sich kennengelernt haben und wie sie dem Krieg trotzen.
Zur Vernissage ist der Film "Sonntagskind" von Carmen Bärwaldt zu sehen. Die Regisseurin ist anwesend.
Wolfgang Gehrcke und Christiane Reymann haben aus der Nähe und durch die Jahre die wundersame Mutation der Grünen verfolgt. Moderation: Dr. Inge Pardon
Nikolai Okunew hat für seine Dissertation "Red Metal" (2021) auf Basis umfassender Archivrecherchen, dutzender Interviews und der breiten Szene-Überlieferung die Geschichte der Heavy-Metal-Szene in der DDR rekapituliert. Er zeigt, wie sich ihre Bands entwickeln und die Fans an den Wochenenden scharenweise in alle Ecken des Landes fahren, um dort zu feiern, zu trinken und zu headbangen. Konflikte mit der Polizei und der Stasi werden dabei ebenso deutlich wie die Rolle des Radios, das den Heavy Metal ins Land trägt. In der Friedrichshainer Metal-Kneipe Brutz&Brakel stellt Nikolai Okunew seine Forschungsergebnisse vor und diskutiert mit Zeitzeugen und Gästen.
Das 2016 in seiner historischen Gestalt wiederaufgebaute Schloss mit seiner Kunstgalerie, die regelmäßig auch Kunstwerke aus der DDR zeigt, spiegelt Berliner Geschichte. Dr. Heinrich Niemann führt uns auf dem historischen Rundgang durch Villa und Landschaftspark.
Am Sonntag, den 19. Juni 2022, gewann zum ersten Mal in der Geschichte Kolumbien ein linker Präsidentschaftskandidat die Wahlen: Gustavo Petro. Aus diesem Anlass haben wir in unserer aktuellen 3*3-Folge mit Karin Gabbert gesprochen. Die Referatsleiterin Lateinamerika der RLS gibt Auskunft über den Ausgang der Wahl und die Herausforderungen für eine linke Politik in Kolumbien ...
Über die Inszenierung des Stückes am Berliner Ensemble ab 1951 mit Ernst Busch, Helene Weigel und weiteren referiert Helmut Heinrich von der Ernst-Busch-Gesellschaft. Moderation: Christian Beyer
Die Veranstaltung mit Manfred Sapper soll einen Anstoß zur Selbstverständigung geben. Manfred Sapper ist Politikwissenschaftler und leitet die Zeitschrift Osteuropa. Er wird den"Putinismus" analysieren und fragen, welche Determinanten die Russland- und Osteuropapolitik künftig bestimmen. Moderation: Christoph Lieber
„Brasilien über alles, Gott über allen“, lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Soziale und gesellschaftliche Errungenschaften wurden systematisch zurückgedreht, die Auswirkungen des rechten Kulturkampfes sind überall spürbar. Mit Bolsonaros Segen haben sich fundamentalistische Christ*innen in der Politik festgesetzt, Invasor*innen haben ganze Landstriche in Amazonien erobert, es sind immer mehr Waffen im Umlauf ...
Nach dem Prinzip der "Schwammstadt" ist das Regenwasser vor Ort zu speichern und während der Trockenperiode abzugeben. Wie mit dieser Strategie einer zunehmenden Versiegelung begegnet werden kann, welche Maßnahmen damit verbunden sind und wie der Stauraumkanal im Mauerpark in dieses Konzept eingebunden ist, wird uns Kay Joswig in der Veranstaltung vorstellen. Er erarbeitet bei den Berliner Wasserbetrieben Strategien und Konzepte zur Abwasserentsorgung. Nach einem Einführungsvortrag in unseren Räumen werden wir einen kleinen Spaziergang zum Gleimtunnel und zum Mauerpark unternehmen.
"Schön ist der Frieden, wenn du seiner sicher bist", heißt es in einem Friedenslied, das Hartmut König vor einem halben Jahrhundert schrieb. Es ist heute aktueller denn je. "Kunst für die Friedensbewegung" - Zu diesem Thema erzählt der Mitbegründer des "Oktoberklubs" am 14. Juni im Seniorenklub. Moderation: Helga Labs
In Berlin herrscht Wohnungskrise, insbesondere für Frauen* und Queers. Geschlechterverhältnis und die kapitalistische Trennung von Reproduktion und Produktion bestimmen Wohnen und Städte. Gentrifizierungsprozesse und Mietpreissteigerungen verstärken diese Missverhältnisse. Höchste Zeit, die Wohnungsfrage feministisch zu stellen!
Marx und Engels wollten sich auf dem Niveau des universitär vermittelten naturwissenschaftlichen Grundlagenwissens bewegen können. Zeugnisse ihrer Studien sind die reichlichen Exzerpte, die Lesespuren in ihrer naturwissenschaftlichen Bibliothek und die persönliche Konversation mit naturwissenschaftlichen Größen. Fragen der Nachhaltigkeit kamen nicht zu kurz. Referent: Dr. sc. Carl-Erich Vollgraf (Wissenschaftshistoriker; Mit-Bearbeiter der MEGA²)
Die Bustour macht vertraut mit dem bewegenden Schicksal der Stadt Frankfurt und ihrer Gegenwart, sie führt über die Oder nach Slubice mit einer Einladung zu polnischem Borschtsch und Piroggen. Zum Abschluss wird die Reisegruppe empfangen vom Oberbürgermeister Frankfurts, Herrn René Wilke (Die Linke).
Spätestens seit dem "Ende der großen Erzählungen" (Lyotard) gilt Geschichtsphilosophie in weiten Teilen der Geistes- und Kulturwissenschaften als totalitarismusverdächtig. Dieser Verdacht scheint sich auch aktuell zu bestätigen, bedienen sich doch Autokraten und Diktatoren historischer Großerzählungen, mit denen sie Politik machen und rechtfertigen. Wird Geschichtsphilosophie notwendigerweise zur Komplizin von Politik, ja treibt sie diese sogar an? Und wie lässt sich die Frage nach der Geschichte seitens der Philosophie in kritischer Absicht behandeln? Referentin: Christine Blättler
Benjamin hatte seine Thesen "Über den Begriff der Geschichte" als eine Art Vermächtnis gesehen. Der Text konstituiert und bündelt den Versuch einer kopernikanischen Wende der Geschichtsbetrachtung, die zu einem neuen, kritischen Verständnis von Geschichte führen soll. Seit den 1970er Jahren hat sich eine intensive Diskussion um diesen Text entwickelt, der heute zu den kanonischen Texten der Kulturwissenschaft zählt. Im Rahmen des Workshops soll er einer genauen Lektüre und Interpretation unterzogen werden. Der Workshop ist als Seminar für Jugendliche und junge Erwachsene konzipiert. Empfohlen wird eine Vorablektüre des Textes.
Achtung: Der ursprünglich geplante Vortrag von Antje Leetz wird krankheitsbedingt verschoben und im Herbst nachgeholt. Wir wünschen gute Besserung! Die Konflikte zwischen den Westremigranten und jenen, die aus Moskau in den Ostteil Deutschlands zurückkehrten, gehören zu den zentralen Problemen der DDR-Geschichte. Diesen Intellektuellen schlugen Misstrauen und Verdächtigungen entgegen. Dennoch stützten sie das System und stellten es zugleich infrage. Einzig innerhalb der Partei trugen sie ihre Kritik vor, in der Öffentlichkeit schwiegen sie. Mit dieser Praxis beeinflussten sie auch die Folgegeneration, als deren Repräsentantin Christa Wolf gelten kann. Sonia Combe zeichnet in ihrem Buch die Kämpfe und Gewissenskonflikte dieser kritischen Marxisten nach und fragt, welchen Preis sie für ihre Loyalität zahlten.
Wenzel ist seit Jahrzehnten als Sänger, Musiker, Komponist, Clown, Regisseur, Theatermacher und Schriftsteller aktiv. Wir sprechen mit ihm über Kunst in diesen schwierigen Zeiten und über Konrad Wolf, zu dem er 2019 gemeinsam mit Antje Vollmer ein Buch veröffentlicht hat. Moderation: Dr. Siegfried Wein
Welche Eigentümertypen gibt es in Berlin? Wie und warum verschleiern die wirklichen Immobilienbesitzer ihr Eigentum? Und was für Folgen entstehen daraus für Wohnungs- und Gewerbemieter? Wie verändert sich die Struktur auf dem Gewerbeimmobilienmarkt am Ku-Damm? Dem widmen wir uns auf einem zweistündigen Spaziergang über vier Kilometer. Unterwegs ist es möglich, Strecken mit der U-Bahn bzw. dem Bus zu fahren.
Der Nationalsozialismus wirkt auf vielfältige Weisen bis in die heutige Gesellschaft hinein. Viele fragen sich heutzutage, welche Rollen ihre Familienangehörigen, Bekannten, KollegInnen oder Vereinsmitglieder während dieser Zeit innehatten. Wer sich auf den Weg der Recherche begibt, ist nicht immer im Besitz umfangreicher Dokumente. Doch wie gelange ich an welche Informationen? Und wie sind die Ergebnisse zu verstehen? Dem widmen wir uns im Workshop.
"Der singt und tanzt als bunter Hund in jedem Hausflur!", sei über ihn oft gesagt worden, mal mit neidischem, mal mit achtungsvollem Unterton. Peter Bause nahm dies stets als Kompliment. Tatsächlich sind nur wenige deutsche Schauspieler so vielseitig wie er. Er brillierte in großen wie kleinen, in tragischen und komischen Rollen, auf der Bühne des Deutschen Theaters und im Berliner Ensemble, er wirkte in über 60 Filmen für Kino und Fernsehen mit und begeisterte als Entertainer. Aus dem Rotschopf ist inzwischen ein Silberkopf geworden, der auch mit 80 Jahren Esprit, Humor, Temperament und Leidenschaft beweist.
Referentin: Dr. Leonore Krenzlin Moderation: Christian Beyer
"Cum-Ex" und ähnliche Betrugsmodelle klauten Milliarden aus der Staatskasse. Steuergeld, das wir alle eingezahlt hatten. Wie soll diesen kriminellen Netzwerken aus Superreichen, Finanzberatern und Bankern entgegen getreten werden? Wir sprechen über diese Form der Finanzkriminalität mit dem "Cum-Ex"-Aufdecker Oliver Schröm und der Berliner Justizsenatorin Prof. Dr. Lena Kreck.
Einer der größten Emissionstreiber weltweit, wenn auch kaum beachtet, ist die Schifffahrt. In seinem Vortrag untersucht Martin Cames deren Emissionstrends in Vergangenheit und Zukunft nach Ländern und Regionen, ihren Anteil an den weltweiten Emissionen, spricht über Ansätze der Emissionsbekämpfung jenseits territorialer Grenzen und politische Strategien.
Die gewöhnliche, offizielle und eingeübte Darstellung der Zeitgeschichte betont die Vorteile der 1989 einsetzenden Vorgänge, und es kann vor diesem Hintergrund möglicherweise auch von Wert sein, sich vor Augen zu führen, was – im Gegenteil – eine Verschlechterung war, bzw. zu Verschlechterungen geführt hat. Diese Entwicklung kannte Opfer. Dazu zählten erwartbare Gruppen, aber auch solche, die sich das nicht im Traum hatten vorstellen können. Lesung und Diskussion mit Matthias Krauß Moderation: Dr. Inge Pardon
Gespräch mit Irina Scherbakowo (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Memorial ), Stanislav Serhiienko (Historiker) und Maxi Schneider (Historikerin, Referentin für Geschichts- und Erinnerungspolitik der VVN-BdA) Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung.
Viele Facetten des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion und der Besatzungsherrschaft sind der deutschen Öffentlichkeit bis heute kaum bekannt. Dazu zählen insbesondere die terroristischen Gewalthandlungen der späten Kriegsphase (1943/44). Welche Relevanz besitzen diese heute angesichts des Krieges vor Ort und auch in Deutschland?
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine ist ein verbrecherischer Akt. Unsere Solidarität gilt den Menschen in der Ukraine. Aber wie lässt sich eine solche Solidarität auch zivil denken, ohne gleich 100 Milliarden für die Bundeswehr auszugeben oder Waffen nach Kiew zu liefern? Welche Lösungen gibt es für diesen Konflikt mit einem derart skrupellosen Aggressor? Und wie kann eine künftige Friedensordnung für Europa jetzt noch aussehen? Referent: Jan van Aken (ehem. MdB DIE LINKE, war als Waffeninspektor für die UN tätig)
Die 1922 gegründete UdSSR bestand die Herausforderung des faschistischen deutschen Überfalls und scheiterte in Misswirtschaft, Reformversagen und geschürtem nationalistischem Zwist. Wer die heutige Welt, nicht nur die postsowjetische, begreifen will, der muss in diese weltpolitische Chance und ihr Scheitern unter inneren Widersprüchen und äußerem Druck eindringen. Referent: Dr. Stefan Bollinger
Lesung und Gespräch mit dem Autor des gleichnamigen Buches Michael Schuster sowie dem Schauspieler Michael Pan
Sie sind couragiert, selbstbewusst und laut – die "Omas gegen Rechts", eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die sich in Deutschland erst 2018 gegründet hat und bereits in über 70 Städten aktiv ist. Sie erheben ihre Stimme gegen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, Fremdenhass, Frauenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten, wo immer es nötig ist. Damit beweisen die "Omas", dass man auch im Alter gesellschaftlich aktiv sein und mittun kann, um die demokratische Gesellschaft vor ihren Feinden zu schützen.
Die Mitglieder unseres Vereins sind zur Mitgliederversammlung eingeladen. Eine schriftliche Einladung mit Versammlungsunterlagen und Tagesordnung wird rechtzeitig zugesandt.
"Die Sprache bringt es an den Tag." In diesem Satz von Karl Kraus steckt ein Programm philosophischer Sprachkritik, das der Vortag im Anschluss an Theodor W. Adorno entfaltet. Er spezifiziert dieses sprachkritische Verfahren als materialistisch: Es erlaubt, Sprachformen als Ausdruck ideologischer Denkformen und gesellschaftlicher Praxisformen zu verstehen. Der Vortag konkretisiert dieses Vorgehen anhand der Kritik von Metaphern in der philosophischen und politischen Sprache. Abschließend grenzt er solche materialistische Sprachkritik von gegenwärtigen Spielarten autoritärer Sprachpolitik ab.
Mit dem Klimapaket der Europäischen Kommission „Fit for 55“, das gegenwärtig in Brüssel und in den Mitgliedstaaten verhandelt wird, soll die EU bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral sein und somit das Pariser Klimaschutzabkommen umsetzen. Gesetzt werden auch Zwischenziele bis 2030 und Reformen wichtiger Klimaschutzinstrumente. Die Bundesregierung muss ihre Klimaschutzziele und Maßnahmepakete entsprechend anpassen, was in einem ersten Schritt mit der Novelle des Bundesklimaschutzgesetzes bereits geschah. Was sind die neuen Ziele sowie die absehbaren Mittel und Instrumente auf europäischer und deutscher Ebene wert? Wo sind Lücken, was ist tatsächlich ambitioniert?“
»Wie hältst Du es mit Sowjetrussland?« Diese Frage bewegte nach der Oktoberrevolution die europäische Linke. Für die innersozialdemokratische Diskussion in Deutschland und Österreich markieren die Begriffe »Despotischer Sozialismus« (Otto Bauer) oder »Staatssklaverei« (Karl Kautsky) den Spannungsbogen, in dem in den verschiedenen Strömungen die Haltungen zur Oktoberrevolution und die weitere Entwicklung Sowjetrusslands kritisch untersucht wurden.
AUSGEBUCHT: Keine Teilnahme ohne bestätigte Anmeldung möglich!
Gab es in der DDR überhaupt Satire? Gibt es heute überhaupt Satire? Was ist ein politischer Witz? Warum sollte das Erzählen politischer Witze bestraft werden? Warum muss die Frage "Was darf Satire?" zwingend verboten werden? Eine Bitte an das werte Publikum: Erzählen Sie, was Sie von Satire halten und bringen sie Beispiele mit, Witze, Gedichte, Lieder und Zitate soviel Sie tragen können, und verraten Sie uns, welche Komiker und Satiriker Sie lieben und warum Sie sie mögen. Referent und Gesprächspartner: Dr. Mathias Wedel, langjähriger Chefredakteur des EULENSPIEGEL Moderation: Dr. Inge Pardon
Sabine Leidig spricht über die Entwicklung der Verkehrswende-Bewegung und wirbt für Vernetzung. Clara Thompson und Tobi Rosswog berichten von kreativen Aktionen & Strategien, laden ein, selbst aktiv zu werden, Banden zu bilden und dabei zu sein.
Bedarf die Diskussion um gesellschaftskritische, emanzipatorische Literatur mehr und verbindlicherer Textkenntnisse als eines gemeinsamen Bezugspunkts? Wäre ein entsprechender Literaturkanon – bei aller Kritik gegenüber jeglicher Kanonisierung – nicht auch ein wichtiges Orientierungsmittel für sozial und politisch interessierte Leser:innen, die einen neuen Weg zur Literatur suchen? Welche Bedeutung hat die kritisch emanzipatorische Literaturtradition für das Schreiben von Gegenwartsautor:innen, etwa auch im Vergleich zu Film, Musik und Kunst? Und, ganz praktisch gefragt: Wer sind die Schriftsteller:innen und was sind Texte, die Teil eines solchen (Gegen-)Kanons sein sollten?
Was für ein Sozialismus ist in der Sowjetunion und später in der DDR tatsächlich entstanden? Was waren Faktoren für diese Entwicklung? Dr. phil. Ulrich Knappe, Philosophiehistoriker aus Dresden, wird seine Auffassungen zu diesem Thema entwickeln. Erst nachdem diese Positionsbestimmung zum Charakter der Gesellschaft erfolgt ist, sollte man die Sicht auf oppositionelles Denken und Handeln richten. Moderation: Dr. phil. Wladislaw Hedeler
Einführung: Dr. Fritz Jacobi, Kunsthistoriker, Berlin, Musik: Eberhard Klunker, Gitarre
Der völkerrechtswidrige Krieg Russlands gegen die Ukraine ist eine Tragödie - vor allem für die Menschen in der Ukraine. Russland vollzieht damit eine brachiale Zäsur in seinen Beziehungen zum Westen. Was sind Stationen, die in diese Tragödie führten? Helfen gigantische Aufrüstungsprogramme der NATO-Staaten und der Bundeswehr dabei, eine neue europäische Friedensordnung zu gestalten?
Sie waren selbstbewusst und emanzipiert, die Frauen in der DDR. Sie haben Beruf und Familie erfolgreich vereinbart, profitierten anders als ihre Geschlechtsgenossinnen im Westen von frauenpolitischen Maßnahmen und flächendeckender Kinderbetreuung. Mit der deutschen Vereinigung schienen sie in Sachen Gleichberechtigung ins Mittelalter zurückkatapultiert. Von ihren Männern sind sie zu DDR-Zeiten vielfach im privaten und gesellschaftlichen Bereich unterstützt worden. Doch wie stand es um diesen Zusammenhalt nach 1990, als Arbeitslosigkeit und Abwicklung auch die ostdeutschen Männer mehrheitlich traf? Das Gespräch mit Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel wird moderiert von Karlen Vesper.
Jahrelang bemühten sich Betroffene und antifaschistische Initiativen um einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum sog. Neukölln-Komplex. Dieser umfasst dutzenden von Brandanschläge durch Neonazis. Was kann und sollte dieser Untersuchungsausschuss leisten um die rechte Umtriebe und mögliche Verwickelungen in die Ermittlungsbehörden aufzuklären.
Für Carolyn Merchant liegt die historische Grundlage der kapitalistischen Entwicklung im dramatischen Wandel, der in der Frühen Neuzeit in Europa stattfand. In ihrem ersten Buch "Der Tod der Natur" von 1980 untersucht sie die Ablösung der organischen Vorstellung über die Natur und den Kosmos durch das mechanische Weltbild zwischen 1500 und 1700. Merchant sieht in der gewaltvollen Aneignung von weiblichem Wissen und der mechanistischen Sicht auf die Natur, der ihre Geheimnisse wie unter Folter zu entreißen seien, eine Analogie, mit der die kapitalistische und patriarchale Herrschaft zum Durchbruch gelangte.
Professor Heinrich Fink (31. März 1935 - 1. Juli 2020) hat als regelmäßiger Teilnehmer und Referent den Seniorenklub jahrelang begleitet und mitgeprägt. Wir wollen an ihn erinnern und haben hierzu enge Vertraute und WeggefährtInnen eingeladen. Mitwirkende sind: Ilsegret Fink, Barbara Thalheim, Prof. Dieter Klein, Dr. Wolfram Adolphi und Thomas Hecker. Moderation: Dr. Siegfried Wein
Seit mehr als 30 Jahren gibt es die DDR nicht mehr, und dennoch gibt es gute Gründe, die hier gemachten Erfahrungen auf dem Gebiet der Gesundheit in die Debatten und die Kämpfe der Gegenwart aufzunehmen. Wohl am deutlichsten verweisen die Polikliniken, das ins Arbeitsleben integrierte Betriebsgesundheitswesen und die internationalistische Praxis der DDR auf die Andersartigkeit ihrer Strukturen und politischen Perspektiven, die selbst auch nicht widerspruchsfrei blieben. Angesichts anhaltender Debatten zur Pandemie lohnt nicht zuletzt der Blick auf die Strategie der DDR zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.
Bafta Sarbo, Laura Frey und Vincent Bababoutilabo blicken aus künstlerischer, historischer und marxistischer Perspektive auf die Kämpfe Schwarzer Menschen in der Weimarer Republik und setzen sie mit heutigen Kämpfen gegen Rassismus und Ausbeutung in Verbindung.
Am 14.12.2021 wurde die Ausstellung der Malerin Andrea Sroke „Auf Reisen“ in unseren Veranstaltungsräumen mit einer für diese Zeit sehr gut besuchten und interessanten Vernissage eröffnet. Da es vielen Freund*innen der Künstlerin pandemiebedingt noch nicht möglich war, sich die Bilder anzuschauen, lädt Andrea Sroke herzlich zu einer Finissage ein. Die Musiker*innen von KlangArt sind an diesem Abend mit ihrem Programm vor Ort. Sie können alle Künstler*innen mit einer Spende unterstützen. Hoffen wir, dass wir am 22.3. mehr Menschen den Besuch der Finissage ermöglichen können.
1961 verließ der Mensch erstmals die schützende Heimat unseren Planeten und machte sich auf, die unendlichen Weiten des Kosmos zu erforschen. Was als Wettlauf der Systeme begann, ist zu einem Musterbeispiel transnationaler Kooperation geworden. Doch mit der Rückkehr zum Mond und dem großen Ziel, den Mars zu erreichen, drängen Privatfirmen und Milliardäre in den Weltraum vor und befeuern erneut einen Wettkampf. Wie kann eine nachhaltige Raumfahrt gelingen, und wie sieht Deutschlands Beitrag aus?
Das jüngst in der Edition Nautilus erschienene Buch von Milo Probst „Für einen Umweltschutz der 99 %. Eine historische Spurensuche“ stellt zentrale Fragen hinsichtlich des Verhältnisses der Linken zur ökologischen Krise. Probst weist darauf hin, dass alle sozialen Kämpfe unter dem Vorbehalt der ökologischen Frage stehen. Er sucht in der Geschichte des Öko-Anarchismus nach Ideen, Lösungen, Ansätzen für heutige Kämpfe. Wir haben ihn eingeladen, um erstmalig in Berlin seine Thesen zur Diskussion zu stellen.
Der Vortrag wird die Dringlichkeit von Emissionssenkungen aufzeigen und darauf eingehen, was die Veränderungen für den Luftfahrtsektor bedeuten, der nach wie vor äußerst privilegiert ist, hohe Emissionen verursacht und schwer dekarbonisiert werden kann. Referent: Prof. Kevin Anderson. Auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche.
„Was Corona geschafft hat – dafür muss man ihm Respekt zollen: das Staatsdefizit interessiert keine Sau mehr“, schrieb kürzlich ein User auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Das scheint zuzutreffen. Sogar der FDP-Finanzminister genehmigt immer neue Kredite. Sind die Zeiten neoliberaler Sparpolitik damit vorbei? Hat die Politik aus der Euro-Krise gelernt? Und ist das neue Programm „neue Schulden für mehr Investitionen“ eigentlich ein linkes? Warum handhabt die Euro-Zone ihre jüngste Krise anders als die vorangegangene; und inwiefern ist der Neoliberalismus tatsächlich Geschichte, wenn nun investiert anstatt gespart wird? Referent: Stephan Kaufmann
Martin Kelm prägte als Leiter des "Amtes für industrielle Formgestaltung" sowie als Lehrer an der Kunsthochschule Giebichenstein die Entwicklung des DDR-Designs. In einem von Kelm autorisierten Gespräch mit Günter Höhne, dem international bekannten Design-Experten und -Sammler, erfährt man die weitgehend unbekannte Biographie Kelms und die Umstände, unter denen er sich zum "Chefdesigner der DDR" entwickelte.
Im Jahr 1977 erscheint ein Interview-Band von Maxi Wander im Verlag Der Morgen: "Guten Morgen, Du Schöne" heißen die dokumentierten Tonband-Protokolle von jungen und alten Arbeiterinnen, Angestellten und Hausfrauen aus der DDR. Aufgrund der euphorischen Rezeption entscheidet sich das Fernsehen der DDR unmittelbar nach dem Erscheinen des Buches dazu, die Interviews in sieben Folgen mit professionellen Schauspielerinnen nachsprechen zu lassen. Gleich die erste Folge unter der Regie von Hans Werner Honert führt zu Unmut und Zensur. Mit: Hans Werner Honert und Ralf Schenk (Filmhistoriker)
Clara Zetkin gehört, neben ihrer Freundin und Kampfgefährtin Rosa Luxemburg, zu den bekanntesten Frauen der deutschen Linken. Bekannt ist sie als Feministin und linke Aktivistin. So geht auf Zetkin die Einführung des Internationalen Frauentags zurück. Aber wie es zum 8. März als Internationalem Frauenkampfttag kam, und was Clara Zetkin an Theorie und Aktivismus hervorgebracht hat, das wissen am Ende viele nicht so genau. Diese Lücke wollen wir mit einem einführenden Junge-Panke-Abend im Vorfeld des 8. März schließen. Wir haben als Referierende Lou Zucker gewinnen können. Sie hat zwei kleine Büchlein zu Clara Zetkin veröffentlicht.
In memoriam Alexandra Kollontai möchten wir wichtige Lebensstationen aufrufen, aus ihren Werken und Briefen lesen und Spuren sichtbar machen, wie mit ihren Ideen im Laufe der Jahrzehnte und Gesellschaften umgegangen wurde.
Sie war eine kluge, schöne und selbstbewusste Frau, die gleichberechtigt mit den großen Geistern ihrer Epoche verkehrte. Ihr literarischer Salon in Berlin war ein Zentrum des gelehrten und gelehrigen Gedanken- und Meinungsaustauschs. Die Schriftstellerin jüdischer Herkunft stritt für die Emanzipation der Frauen und des Judentums und hielt das Credo der Aufklärung hoch: "Auf das Selbstdenken kommt es an!" Eine Hommage auf Rahel Varnhagen. Referentin: Dorothee Nolte
Es gab nicht "die eine" DDR-Philosophie, sondern Zäsuren, Brüche und Zerwürfnisse. Wie die Entwicklung der Politik, so war auch jene der Philosophie von Personen und deren Sozialisationszusammenhängen geprägt. Damit einher gingen mehrere Generationen von DDR-Philosophen. Kann man von einer dreifachen Generationenabfolge sprechen? Wie wäre sie darstellbar? Und könnte bei dieser Generationenabfolge auch von einer nachkriegszeitlichen, realsozialistischen und dann auch noch postsozialistischen Transformationsabfolge gesprochen werden? Das diskutieren wir mit Prof. Dr. Hans-Christoph Rauh
Dr. Martin Schirdewan, Ko-Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Europäischen Parlament, berichtet aus Brüssel. Was ist von der Zukunftskoferenz zu erwarten? Wie lauten die Positionen der Linksfraktion zu den gegenwärtigen Entwicklungen? Moderation: Helga Labs
Mali ist das sechsärmste Land der Welt. Seit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan findet dort zurzeit deren größter Auslandseinsatz statt. Gleichzeitig gibt es im Land zivilgesellschaftliche Proteste gegen die von vielen Menschen in Mali als neokoloniale Politik wahrgenommene Form der Durchsetzung eines Demokratiemodells, das dem französischen Staat ähnelt. Im Mai entscheidet der Bundestag über eine mögliche Fortführung der Mali-Einsätze der Bundeswehr. Um zu informieren haben wir Christine Buchholz eingeladen.
Über »Rasse« als Begriff im Grundgesetz wird derzeit viel gestritten. Ist es ein rassistisches Wort, das es zu ersetzen gilt, oder eine für die Bekämpfung von Diskriminierung notwendige Kategorie? Doris Liebscher geht der Frage historisch, rassismustheoretisch und rechtsdogmatisch auf den Grund. Sie ...
wird im September nachgeholt
Wenn Berlinerinnen und Berliner sowie Menschen aus dem Umland die S-Bahn statt des Autos nutzen sollen, muss sie ein verlässliches Verkehrsmittel sein. Wie es um die Berliner S-Bahn bestellt ist, was verbessert werden sollte und was von den Aussagen im neuen Koalitionsvertrag zur S-Bahn zu halten ist, stellt uns Jorinde Schulz vor und zur Diskussion.
Es vergeht kaum eine Woche ohne neue Enthüllungen über rechte Chatgruppen in der Polizei oder Soldaten, die in Vorbereitung eines Bürgerkrieges Munition und Sprengstoff klauen. Dabei spielt die Vorstellung eines "Tag X", also eines Zusammenbruchs der gesellschaftlichen Ordnung, eine wichtige Rolle. Von Seiten der Behörden wird das Problem noch immer verharmlost und unterschätzt. Dementsprechend ungenügend sind auch die bisher getroffenen Maßnahmen. Martina Renner, Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für antifaschistische Politik und stellvertretende Vorsitzende der LINKEN, wird wichtige Komplexe darstellen und umreißen, welche Schritte notwendig sind, um die Gefahr rechter Netzwerke in Polizei und Bundeswehr in den Griff zu kriegen.
Volker Braun ist Schriftsteller, Dramatiker und Lyriker. Er ist Mitglied der Akademie der Künste und vielfacher Preisträger. 2000 erhielt den Georg- Büchner-Preis, den wichtigsten Literaturpreis im deutschsprachigen Raum. Eine seiner jüngsten Veröffentlichungen ist die Große Fuge, ein lyrisch-dramatisches Denkbild unserer Gegenwart Moderation: Dr. Siegfried Wein
Der Vortrag möchte Hegels Begriff des Bösen im Zusammenhang auch heutiger politischer Debatten darstellen und erläutert dazu das Verhältnis von Schöner Seele und Bösem Bewusstsein sowie das das beide Haltungen verbindende Problem der Moralität. Grohn zieht dazu die "Phänomenologie des Geistes" heran, in der bereits 1807 die heute wieder sehr aktuelle Unterscheidung zwischen dem Bewusstsein des bloßen Gewissens und dem wirklicher Praxis getroffen wird.
Heute, am 28.1.2022 wird im Bundestag über eine Novellierung des kommunalen Vorkaufsrechts debattiert. Wir haben aus diesem Anlass unsere aktuelle Helle Panke Digital 3*3-Folge Nr. 39 mit Pascal Meiser (MdB für DIE LINKE und Obmann im Ausschuss für Wohnen und Bauwesen) gedreht und stellen ihm drei Fragen zum Vorkaufsrecht in den Kommunen.
Dekarbonisierungsstrategien verändern bereits jetzt die politische und sozio-ökonomische Ausrichtung sowohl demokratischer als auch antidemokratischer Parteien und Bewegungen quer durch das politische Spektrum. In diesem Vortrag werden einige der wichtigsten vernachlässigten Themen untersucht, mit denen sich die Gegner eines nicht nachhaltigen Kapitalismus auseinandersetzen müssen, wenn die entstehende Post-Carbon-Gesellschaft nicht weiterhin von den Marktkräften getrieben sein soll.
Erinnert sei am Internationalen Holocausttag an „Lisl“ aus Wien, die im KZ Ravensbrück inhaftierten Kinder heimlich Puppen nähte, an den Wehrmachtsdeserteur Erhard, der sich der Résistance anschloss und an den Rabbinersohn Theodor, dessen Odyssee nicht in Palästina endete... Referentin: Karlen Vesper
Was darf man von der Verwirklichung des Koaltionsvertrages auf Bundesebene erwarten? Eine erste Bilanz aus der Sicht des Wahl- und Zukunftsprogramms der SPD – ein Vergleich aus aktueller und historischer Sicht über Erfolge und Misserfolge von Koalitionen. Welche Herausforderungen und Bedingungen bestehen, und was steht als Ergebnis für die Mehrheit des Volkes und für die die Ampel-Koalition führende SPD in Aussicht?
Bei der Berliner S-Bahn laufen zurzeit Ausschreibungen für Bahnstrecken. Die Tür zur Privatisierung an private Bahnanbietern wurde schon vor Jahren geöffnet. In einem "3x3" befragen wir Jorinde Schulz von der Initiative "S-Bahn für Alle".
Die Corona-Pandemie zeigt, dass Gesundheit keine Ware ist. Das kann ein kapitalistisches System jedoch nicht garantieren. Früher oder später wird sich das bestehende System ändern und entweder noch stärker auf Gewinn und Rendite oder auf die Daseinsvorsorge ausgerichtet sein, d.h. auf die Pflicht des Staates zur Bereitstellung von Gütern und Leistungen, die für ein menschenwürdiges Dasein für alle Mitglieder der Gesellschaft notwendig sind. Die dafür erforderlichen Fragen werden von den Herrschenden nicht gestellt, darum bleiben bisherige Maßnahmen "Stückwerk". Die Suche nach Antworten konzentriert sich im Begriff der "Enkeltauglichkeit".
In Jugoslawien war eine große Fußball Nation bis zum blutigen Zerfall durch die verschiedenen Kriege. An sportliche und wirtschaftliche Erfolge können mittlerweile jugoslawische Nachfolgestaaten wie Kroatien anknüpfen. In Bosnien und Herzegowina ist aber politisch seit dem Ende des Bürgerkriegs die Zeit stehen geblieben. Wie es um das Land und seinen Fußball und Fankultur bestellt ist, wollen wir bei einer Abendveranstaltung in der Reihe Internationale Politik nachgehen.
Wenn Berlinerinnen und Berliner sowie Menschen aus dem Umland die S-Bahn statt das Auto nutzen sollen, muss sie ein verlässliches Verkehrsmittel sein. Wie es um die Berliner S-Bahn bestellt ist, was verbessert werden sollte und was von den Aussagen im neuen Koalitionsvertrag zur S-Bahn zu halten ist, stellt uns Jorinde Schulz vor und zur Diskussion.
Immer wieder wird behauptet, dass Karl Liebknecht in der DDR als Ikone behandelt wurde. Das mag für die ersten Jahre stimmen. Im Laufe der weiteren Entwicklung der DDR trat Rosa Luxemburg neben und vor Karl Liebknecht. Das widerspiegelte sich speziell in der Wissenschaft. Während Rosa Luxemburg besondere Aufmerksamkeit genoss, wurde das Werk von Karl Liebknecht geradezu stiefmütterlich behandelt. Erst durch die Forschungen von Annelies Laschitza in der Endphase der DDR und unmittelbar nach der Wende wurde zumindest das Leben Karl Liebknechts tiefgründig erforscht.
Stefan Heym hat sich nie angepasst, eckte stets an und wurde von linken wie rechten Gegnern angegriffen. Sein 20. Todestag ist soll uns Anlass sein, Heyms literarisches Werk und sein politisches Engagement zu würdigen und darüber nachzudenken, was er uns heute sagen kann. Mit: Daniela Dahn, Dr. Therese Hörnigk und Dr. Gregor Gysi
Musik: Frank Paul Schubert (sax.) Laudatio: Michaela Walter Die Ausstellung ist zu sehen bis Ende Februar 2022.
Würdigung der 30jährigen Geschichte des Klubs durch das dienstälteste Klubratsmitglied Christian Beyer. Programm: Sagen wird man über unsre Tage ..., mit Gina Pietsch und Bardo Henning Moderation: Dr. Inge Pardon
In der Kopenhagener Straße 11 lebte bis zu seiner Deportation Gustav Seelig. Es ist das Grundstück neben dem Veranstaltungsraum der Hellen Panke. Heute erinnert dort ein Stolperstein an ihn und seine Frau Clara. Gustav Seelig wurde im KZ Natzweiler-Struthof vergast und sein Leichnam dem NS-Arzt August Hirt, Anatomieprofessor an der Reichsuniversität Straßburg, zur Verfügung gestellt. Dieses Kapitel des Holocaust und damit das Schicksal von Gustav Seelig wurde Bestandteil des NS-Ärzteprozesses im Jahr 1946. Holger Siemann gibt uns eine Einführung in das Leben von Gustav Seelig, Sabine Schleiermacher referiert zum NS-Ärzteprozess.
Im Gegensatz zu Berlin wird Wien nicht als Schauplatz einer politisierten Architekturdebatte zur Zeit des Kalten Krieges wahrgenommen. Tatsächlich etablierte jedoch jede der vier Besatzungsmächte ein vielfältiges Kulturprogramm. Architekturausstellungen wurden von Großbritannien, Frankreich, den USA und der Sowjetunion als Bühne für kulturelle, ideologische, ökonomische und technologische Transferleistungen genutzt. Auch in Wien spiegelte sich der globale Wettstreit des Kalten Krieges. Referentin: Monika Platzer (Kuratorin, Wien)
Der von der Corona-Pandemie ausgelöste Schock für Wirtschaft und Gesellschaft konnte nur durch massive staatliche Eingriffe gedämpft werden. Das Versagen von Marktkräften war offensichtlich. Entstanden ist ein gigantischer Schuldenberg besonders auf Bundesebene. Gleichzeitig wuchs das Vermögen der Superreichen. Im Vortrag werden erstens neoliberale Ansätze zum Umgang mit den Krisenkosten diskutiert und alternativ-linke Positionen vorgestellt. Zweitens wird die Pandemie als vielleicht letzter Weckruf verstanden, der ungebremsten Kapitalverwertung auch durch Deglobalisierung Zügel anzulegen. hs das Vermögen der Superreichen. Referentin: Prof. Dr. Christa Luft
Die Praktiken der Wirtschafts- und Finanzpolitik haben trotz partieller Regulierungsversuche seit der Krise 2008/2009 nicht von den Dogmen der 1990er Jahre Abschied genommen. Wie ist die Blindheit maßgeblicher Ökonomen gegenüber offenbaren Widersprüchen ihrer Theorien zu erklären? Und auch die Willfährigkeit breiter Massen, sich mit ihnen zu identifizieren? Weder die empirischen Befunde noch die logischen Argumente scheinen zu fruchten. Das legt den Gedanken nahe, ob man den Phänomenen des Neoliberalismus nicht auf eine andere Weise beikommen kann. Sobald Kriterien säkularer Religiosität angelegt werden, erweist es sich, dass die Grundaussagen der bürgerlichen Ökonomie religiös konnotiert sind.
Gäste: Mohamad Abdouni, Antoine Idier, Peter Rehberg, Julian Volz Welche kulturellen Praxen entwickeln Queers in arabischen Gesellschaften? Wie kam es dazu, dass der "Orient" in einer Epoche, in der in Europa noch ein repressives Sexualregime vorherrschte, als sexualisiert, lasziv, dekadent und effeminiert galt und heute hauptsächlich als prüde, patriarchal, viril und rückwärtsgerichtet gekennzeichnet wird? Wie könnte eine queere Kultur beschaffen sein, die auf universeller Befreiung von heteropatriarchalen Strukturen besteht? Dies sind einige der Fragen, denen sich der Studientag widmen will.
Bafta Sarbo, Laura Frey und Vincent Bababoutilabo blicken aus künstlerischer, historischer und marxistischer Perspektive auf die Kämpfe Schwarzer Menschen in der Weimarer Republik und setzen sie mit heutigen Kämpfen gegen Rassismus und Ausbeutung in Verbindung.
Das Wohnen wird in Stücken, Prosa, Gedichten und Interviews von Brecht und Müller vielschichtig gezeichnet. Dabei lässt sich ein historischer Wandel des Blicks auf das Wohnen aus einer Gegenüberstellung der beiden Autoren ablesen. Neben Fragen nach der literarischen Verhandlung der "Bewohnbarkeit" der Erde, dem "Recht auf Wohnen" und Exil- und Migrationsdynamiken diskutieren vor allem Nachwuchswissenschaftler:innen die Wohn- und Schreibstätte in ihrer Beziehung zum literarischen Text wie die metaphorisch-ästhetischen Dimensionen des Wohnens als Lebenspraxis.
Mit einem Jahr Verzögerung holen wir die Geburtstagsglückwünsche für Friedrich Engels nach. Winfried Schwarz prüft, wie die Aussagen in seiner Schrift über den "Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats" bezüglich der Entwicklung der Geschlechterverhältnisse durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt bzw. korrigiert werden. Carl-Erich Vollgraf berichtet von Treffen zwischen Engels und dem jungen Söldner Rudolf Petzet, bei dem letzterer ihm bei reichlich Stout Augenzeugen-Berichte über das Krimkriegsgeschehen liefert.
Der Fregattenkapitän a.D. Prof. Dr. Hans Fischer wird seinen Vortrag mit einer kurzen Geschichte der Nationalen Volksarme der DDR beginnen, über das Verhältnis zwischen Sowjetarmee und NVA sprechen, an Großveranstaltungen und weitere wichtige Ereignisse erinnern und die für die NVA bitteren Jahre 1989/90 thematisieren. Er wird zudem die Traditionspflege vorstellen.
Die traditionelle Faschismustheorie schaute auf den Faschismus als Herrschaftsform. Neuere Faschismustheorien nehmen faschistische Ideologie und Praxis ins Zentrum ihrer Analyse, um heutige Phänomene, Organisationen oder Aussagen mit dem Begriff Faschismus bewerten zu können. Was gibt es für theoretische Versuche Anschläge wie in Utøya (2011), München (2016), Halle (2019) und Hanau (2020) oder die mass shooters in den USA zu erklären?
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Von der Magie der Farbe Blau singt und erzählt Gerta Stecher, begleitet von Christiane Obermann am Klavier. Ein inspirierender Abend, vor allem für Blauäugige, mit Operette, Schlager, Chanson und Rocksongs. Moderation: Karlen Vesper
Am 27. November 2001 öffneten sich die Türen zur zweiten „Wehrmachtsausstellung“ in Berlin. Diese Wanderausstellung mobilisierte von konservativen Kreisen bis hin zu Neonazis eine Protestallianz, die für das Bild der "sauberen Wehrmacht" stritt. Wir fragen Gerd Wiegel in einem "3x3", wie die Wehrmachtsausstellung auf das Geschichtsbild in Deutschland wirkte.
Vorgestellt werden aktuelle Ergebnisse aus dem Projekt "Living Well Within Limits", das die sozioökonomischen Bedingungen des menschlichen Wohlbefindens bei niedrigem Energieverbrauch untersucht. Ist eine Transformation möglich? Und wenn ja, was steht uns im Weg?
Achtung: Die Veranstaltung findet aufgrund der Absage durch den Veranstaltungsort Museum Karlshorst nicht statt und wird verschoben.
Erstmalig laden wir zu einem Vortrag zum Mitlesen ein: Es ist die schon 1969 von Prof. Dr. Alexander Mitscherlich gehaltene Dankesrede für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Rede ist unter dem Titel "Erziehung zur Dummheit" veröffentlicht. Über die Rede diskutiren wir mit Ilsegret Fink.
Am 7. September 2003 eröffneten Kurt Neumann, Prof. Lothar Bisky und Dr. Wladislaw Hedeler mit der Fotoausstellung "Chile in der Zeit der Pinochet-Diktatur" des Fotografen Juan Carlos Cäceres unsere neuen Veranstaltungsräume in der Kopenhagener Straße 9. An gleicher Stelle wollen wir nun an unser langjähriges Vorstands- und Kuratoriumsmitglied gemeinsam mit Bekannten, Freunden und Weggefährten erinnern. Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 030 - 47538724.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir beim Betreten des Bücherkellers um Anmeldung, das Tragen eines medizinischen Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen, das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden) und den Nachweis eines max ...
Der Begriff "Systemrelevanz" erlangte während der Pandemie eine ungewöhnliche Popularität und wurde wiederholt auch auf das Feld der Kultur bezogen. Doch was meint Relevanz, und welcher System-Begriff liegt zugrunde? Wie greifen kulturpolitische und ästhetische Kategorien ineinander? Zudem soll auf die konkrete Arbeitssituation von Schriftsteller:innen in der Pandemie (zurück-)geblickt werden. Was hat die Pandemie aus der Literatur gemacht, was die Literatur aus der Pandemie? Welche Lehren hat die Gesellschaft insgesamt aus der Coronakrise ziehen können, und wie könnte das unsere soziale Zukunft beeinflussen?
Die Corona-Pandemie hat die Staatsschulden der Bundesrepublik stark ansteigen lassen. Hierfür lockerte die sonst so penibel auf die Einhaltung der Schuldenbremse achtende GroKo kurzzeitig ihr Finanzregime. Nun, da die schlimmste Zeit der Pandemie hoffentlich hinter uns liegt, wird eine Rückkehr zur Schuldenbremse gefordert. Mantraartig wird auf Generationengerechtigkeit und Schulden als Erblast verwiesen. Wie sehen linke Alternativen dazu aus?
Vor 20 Jahren erlebte die linke Globalisierungsbewegung mit Genua und Seattle ihren Höhepunkt. Kurz darauf begann mit dem 11. September 2001 eine neue historische Phase, geprägt durch eine Abfolge internationaler Krisen. Während die Linke seither mit Abwehrkämpfen beschäftigt ist, hat eine rechte, reaktionäre Anti-Globalisierungsbewegung die Hegemonie übernommen.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir beim Betreten des Bücherkellers um Anmeldung, das Tragen eines medizinischen Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen, das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden) und den Nachweis eines max ...
In der Linken wird seit jeher darüber diskutiert, welche Organisationsformen für die politische Praxis am geeignetsten sind. Parteien, Genossenschaften und Gewerkschaften gelten als die klassischen Formen. Für die Neue Linke ab den 1960er Jahren wurden soziale Bewegungen, aber auch Betriebs- und Basisgruppen sowie Formen der Selbstorganisierung wichtiger. Was unterscheidet diese oppositionellen von traditionellen Organisationsformen? Welche Organisationsformen erscheinen uns heute als geeignet? (Vorkenntnisse werden nicht benötigt).
Maximales Teilnehmeralter: 36 Jahre.
"It's time to organize" ist eine beliebte Parole der gesellschaftlichen Linken. Aber wie? In seinem Vortrag geht Alexander Neupert-Doppler sowohl auf klassische, traditionelle Formen von Organisation – Parteien, Genossenschaften, Gewerkschaften – als auch auf neuere, konkurrierende Formen der (Selbst-)Organisierung ein wie Betriebs-, Bewegungs- und Basisorganisationen. Was sind Stärken und Schwächen der verschiedenen Organisationsformen, und wie können Sie sich gegenseitig ergänzen?
Man kann die Welt nicht retten ohne die notwendige Arbeit: Ein Green New Deal ist im Grunde ein großes Engineering-Projekt, und um zu entscheiden, welche Lösungen zu implementieren sind, muss gemessen und müssen Kosten berechnet werden – sonst bleibt er eine Wunschliste ohne Plan. Details sind wichtig – sortieren wir diese Details! (Auf Englisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche.)
Auch 83 Jahre nach dem Novemberpogrom ist der Antisemitismus nicht aus Deutschland und Europa verschwunden. Wer sind die Träger eines heutigen Antisemitismus, welche Gruppen sind anfällig für einen latenten Antisemitismus? Tun Linke genug dagegen? Das diskutieren wir mit dem Historiker Dr. Florian Weis.
1980 gilt als das Jahr, in dem in West-Berlin die erste große Hausbesetzerwelle losbrach. Heute, 40 Jahre danach, ist das Thema so aktuell wie lange nicht. Wir wollen uns in einer Tour durch die damalige Besetzerhochburg Kreuzberg 36 einige der umkämpften Häuser ansehen. Die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe, die die "Selbsthilfe Hausbesetzung" nötig machten, werden ebenso erläutert wie die Strukturen der Besetzer*innen.
Die radikale Rechte wird oft pauschal als faschistisch analysiert. Doch von dieser radikalen Rechten und von autoritären Bewegungen unterscheidet sich der Faschismus nicht zuletzt durch seinen Vernichtungswillen. Um die Erfolge der radikalen Rechten - damals wie heute - zu verstehen, gilt es allerdings, sich gerade über die spezifischen Allianzen zwischen beiden Aufschluss zu verschaffen ...
Gespräch mit Gesine Lötzsch, direktgewählte Bundestagsabgeordnete der LINKEN in Lichtenberg. Moderation: Dr. Siegfried Wein
So solitär und konzentriert die Kämpfe von Umweltschützer*innen und Klimaaktivist*innen vor Ort erscheinen, so sehr sind sie weltweit miteinander verwoben und beziehen sich aufeinander. Oft geht es um den Erhalt eines begrenzten Waldabschnittes, um die Verhinderung von Bodenabtragungen in einer einzelnen Bergbauregion, oder es wird gekämpft gegen den Landraub oder die Unterspülung und Aushöhlung der Erde durch Fracking ...
Angesichts der Verschärfung der Klimakrise plädieren immer mehr Menschen für einen Systemwechsel. Die Frage ist natürlich, welche Art von Systemwechsel? Dies ist eine neue theoretische Herausforderung für den Marxismus – die Suche nach einer postkapitalistischen Gesellschaft wird auch eine Antwort auf ...
Auch die 14. Marx-Herbstschule findet 2021 aufgrund der Covid-19 Pandemie online statt! Nachdem wir 2020 die Seite des Humanen, des Körpers und der inneren "Natur" des Menschen in Marx' Gesellschaftskritik betrachtet haben, wird es dieses Jahr um die Seite der "äußeren" Natur gehen, also um Ressourcenverbrauch, um Natur im Arbeits- und Produktionsprozess sowie um den Zusammenhang von Naturzerstörung und kapitalistischer Produktivkraftentwicklung. Es handelt sich aber um eine eigenständige Herbstschule, die nicht unmittelbar auf der vorherigen aufbaut und an der jede*r auch ohne Besuch der vorigen teilnehmen kann!
Wilhelm von Humboldt entwarf das humanistische Gymnasium und legte den Grundstein für eine akademische Wissensaneignung, die dem Wohl der Menschen, der Menschheit dient. Brauchen wir heute wieder einen Reformer wie Wilhelm von Humboldt? Und wieviel von den Humboldt-Brüdern steckt im jüngst eröffneten Humboldt-Forum? Darüber spricht die Journalistin und Humboldt-Expertin Dr. Dorothee Nolte. Moderation: Karlen Vesper.
In unserer Konferenz wollen wir den Platz des anderen Deutschlands genauer bestimmen, danach fragen, warum die DDR nach 1945 überhaupt eine Chance hatte, warum sich viele Bürger und Bürgerinnen mit ihr identifizierten, aber auch warum dieser Staat in der Systemkonkurrenz scheiterte. Mit: Simone Barrientos, Dr. Stefan Bollinger, Prof. Dr. Peter Brandt, Holger Czitrich-Stahl, Dr. Judith Dellheim, Dr. Achim Engelberg, PD Dr. Dr. Ulrich van Heyden, Prof. Dr. Jürgen Hofmann, Thomas Kacza, Prof. Dr. Mario Kessler, Matthias Krauß, PD Dr. Yana Milev, Prof. Dr. Siegfried Prokop und Dr. Viola Schubert-Lehnert, Moderation: Anke Geißler-Grünberg und Karlen Vesper
Der DDR wurde das Verdikt Unrechtsstaat verpasst. Der Begriff ist bekanntlich nicht wissenschaftlich belegt und eher ein politischer Kampfbegriff. Was ist aber ein Rechtsstaat? Welche Inhalte zeichnen ihn aus? Und worin unterscheiden sich die Ansprüche an einen solchen in einem bürgerlichen und in einem sozialistischen Staat? Referent: Dr. Hans Bauer
Die Verbrechen der Nationalsozialisten an den europäischen Juden, Sinti und Roma, „Asozialen“ und politischen Gegnern sind seit Jahrzehnten Gegenstand historischer Auseinandersetzungen und lösen erinnerungspolitische Debatten im postnazistischen Deutschland aus. Geprägt wurden diese Debatten in der Bundesrepublik ...
Über "Rasse" im Grundgesetz wird derzeit viel gestritten. Ist "Rasse" ein diskriminierender Begriff, der seine rassistische Bedeutung in die Gegenwart trägt? Oder eine für die Bekämpfung von Rassismus notwendige Kategorie, wie die Critical Race Theory vertritt? Das Podium beantwortet diese Fragen rechtshistorisch, rassismustheoretisch und aus aktivistischer Perspektive ...
Diskussion und Gespräch mit Katalin Gennburg, Expertin für Stadtentwicklung und linke Perspektiven auf Digitalisierung, über die Herausforderungen und Perspektiven linker Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik in Berlin.
Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) gilt als Ikone des deutschen Expressionismus, aber auch als vielschichtige, politisch ambivalente Persönlichkeit. Seine Vita war essentiell geprägt von der Spannung zwischen Boheme-Identität und nationaler Sendung, von der Diskrepanz zwischen einem eigensinnigen, eigentlich apolitischen und rebellischen Künstlerindividualismus und apodiktisch verkündeten Ressentiments, die nur zu gut zum totalitären Zeitgeist passten ...
„An deutschen Hochschulen ist kein Platz für Antisemitismus“ titelt eine kürzlich publizierte Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz. Doch nicht erst seit der Debatte um den postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe stellt sich die Frage, ob ein „ehrbarer Antisemitismus“, wie Jean Améry ihn einst nannte, nicht längst ein fester Bestandteil – insbesondere der sich in postmoderner Weise antirassistisch artikulierenden – universitären Disziplinen geworden ist ...
Als ehemals leitender Wirtschaftsfunktionär der DDR vermittelt Uwe Trostel sein Insiderwissen über die DDR-Wirtschaft - ihre Ausgangssituation, Blütezeiten, Probleme und ihr Ende.
Im Zuge und im Nachgang der Präsidentschaftswahlen im August 2020 kam es in Belarus zu öffentlichen Protesten gegen den Präsidenten Alexander Lukaschenko. Seither ist viel geschehen. Zwar ist der Präsident trotz zahlreicher Anschuldigungen noch im Amt. Nicht wenige ExpertInnen sind sich jedoch einig, dass das System seinen Zenit überschritten hat und eine Transformation vor der Türe steht. Wer sind die Beteiligten, was sind ihre Interessen, welche Sozialstruktur finden wir vor und wie könnte die Zukunft aussehen? Wir diskutieren mit Petra Stykow (München) und Andrej Vardomatskij (Warschau).
Die Schufa gehört zu den bekanntesten Unternehmen in Deutschland. Viele halten sie irrtümlicherweise für eine staatliche Institution. Man gerät häufiger mit ihr in Berührung, wenn Vermieter oder Firmen eine Schufa-Auskunft verlangen. Doch wie kommen ihre Erkenntnisse und Scores zustande? Das erklärt uns Marc Thümmler. Er hat die OpenSchufa-Kampagne von AlgorithmWatch mitbetreut.
Der Vortrag reflektiert Form(en) von Opposition in der DDR und den geschichtsphilosophischen Umgang mit ihnen. Referent: Prof. Dr. Gerd Irrlitz
Am 2.10.2021 fahren wir mit Barbara und Winfried Junge, den Filmemachern der Langzeitdokumentation "Die Kinder von Golzow" in das Oderbruch und werden u.a. die Leiterin des Filmmuseums Simone Grieger und den Bürgermeister von Golzow Frank Schütz treffen. Am Nachmittag sind wir im Theater am Rand.
Unmittelbar nach der Befreiung vom Faschismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges riefen in Paris Antifaschistinnen verschiedenster Nationalität, sozialer Herkunft und Profession die Internationale Demokratische Frauenföderation, IDFF, ins Leben. Mit dem Sieg über das barbarischste Regime der Menschheitsgeschichte hofften sie auf einen neuen Aufbruch. Was ist von ihren Hoffnungen und Erwartungen, von ihrem Vermächtnis 75 Jahre später geblieben? Und wie können und müssen sich heute Frauen vernetzen, um ihre Gleichstellung in der Gesellschaft zu erreichen?
Klar gewonnen wurde der Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen" am letzten Sonntag. Wie geht es mit dieser Initiative weiter? Dazu stellten wir der Sprecherin von "Deutsche Wohnen & Co enteignen" Jenny Stupka im Rahmen eines "3x3" Fragen, die sie uns in einem kurzen Video beantwortet.
Als "Boten des Unglücks" bezeichnete der Flüchtling Bertolt Brecht sich und seinesgleichen, denn Geflüchtete zeigen die planetarischen Konflikte auf - von pandemischer Armut und globaler Ungleichheit über ausufernde Kriege bis hin zur Klimakatastrophe. Am Beispiel der Türkei wird das dargestellt und diskutiert. Die Veranstaltung schlägt einen Bogen von den Flüchtlingen während der Nazidiktatur, von denen gerade die politisch Verfolgten oft zurückkehrten, zu denjenigen aus unseren Tagen. Mit Mario Keßler und Achim Engelberg.
In Ostberlin arbeitete im Jahr des Mauerbaus eine Ärztin an der Charité, deren Lebensweg sowie der ihres Mannes Mitja so bewegend ist, dass beide einen Platz in der aktuellen dritten Staffel der Fernsehserie „Charité“ fanden. Eigentlich müsste in der Biographie von Inge Rapoport von drei Leben gesprochen werden. In Zusammenarbeit mit der "Rapoport-Gesellschaft e. V." widmen wir diesem Forscherpaar einen Abend.
Oftmals unter Lebensgefahr kämpften Frauen gegen den faschistischen Terror und für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, für internationale Solidarität und ein friedliches Zusammenleben der Völker. Sie haben die ihnen zugewiesene hergebrachte Geschlechterrolle durchbrochen und ihre Emanzipation gelebt. Erst im Jahr 2019 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, den Beitrag von Frauen zum deutschen Widerstand zu würdigen. Florence Hervé stellt sie vor.
Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren dieses Netzwerks und verdeutlicht an den Straßenzügen, durch welche die Deportationen teils zu Fuß zogen, teils in Lastwagen fuhren, wie omnipräsent die Shoah in Berlin war.
Einführende Worte: Rainer Langner Musik: Hannes Zerbe (piano) Die Ausstellung ist zu sehen bis 30. November 2021.
Dr. Siegfried Wein im Gespräch mit Barbara Thalheim über Herkunft, Alter, Lieder, Liebe, Zukunfts- und Vergangenheitsbewältigung, über das letztes Buch, das sie verschlang, das letzte, das sie in die Ecke schmiss, über Corona & Pandemie und Abstand & Phantasie.
Wie kommt die Gymnasiallehrerin aus Bad Homburg zu einer Briefpartnerschaft mit dem prominentesten Staatsgefangenen des Berlin-Moabiter Gefängnisses, Erich Honecker, und worüber haben sich die beiden ausgetauscht? Mit ihrem neuesten Band politischer Gedichte "In Zeiten der Konterrevolution" gewährt uns die Autorin Einblicke in ihr Verständnis von Menschlichkeit, Solidarität und gesellschaftlichem Engagement.
In seiner bahnbrechenden Untersuchung schildert Eske Bockelmann anschaulich, wie frühere Gesellschaften ohne Geld funktionierten, mit welcher Gewalt sich das Geld historisch durchsetzte und wie seine Zwänge die Welt heute in die Katastrophe führen. Dabei wird nicht nur das Verhältnis von Geld, Spekulation, Krise und Staat neu beleuchtet, ebenso wird gezeigt, dass selbst Marx einem mystifizierten Verständnis von Geld, Arbeit und Wert anhing. Eske Bockelmann präsentiert seine Thesen und stellt sie zur Diskussion.
Für die Beantwortung der juristischen Fragen und die Vorstellung der Rechtsgeschichte von Enteignung und Entschädigung konnten wir Carola Handwerg vom AK-Mietrecht des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins gewinnen. Über Wege, den Wert bzw. eine Entschädigungshöhe für solch eine Anzahl von Wohnungen zu errechnen, spricht Prof. Fabian Thiel. Er ist ebenfalls Jurist und Professor für Immobilienbewertung an der Frankfurt University of Applied Sciences. Den Abend moderiert der Stadtforscher Dr. Andrej Holm.
In seinem Vortrag wird Uwe Hiksch auf die Entwicklung von linken Alternativen der Umweltbewegung eingehen und eine Klammer vom konservativen Umweltschutz zur heutigen Umweltbewegung aufzeigen. Anhand der Themenfelder Globalisierungskritik, Transformation der klimaschädlichen Wirtschaft in eine nachhaltige Produktionsstruktur und ihre Einbettung in ein friedenspolitisches und sozialpolitisches Konzept, wird der Referent die Debatten der NaturFreunde und ihre Reflektion in den verschiedenen Bewegungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten aufzeigen.
Afghanistan ist sicher – mit dieser Begründung wurden noch vor kurzem Flüchtlinge aus Deutschland an den Hindukusch abgeschoben. Doch nach dem Abzug der westlichen Truppen stürzt das Regime, das sie aufrechterhalten haben, wie ein Kartenhaus zusammen. Über das Scheitern in Afghanistan und die Lehren daraus spricht ajd El-Safadi mit Karlen Vesper.
Die Einsicht, nach der die Perspektive einer wahrhaft verändernden Praxis bis auf weiteres verstellt sei, ist nicht nur schwer erträglich, sondern hat den Handlungsspielraum Kritischer Theorie auch grundsätzlich eingeschränkt. Was ihr in Ermangelung einer sozial-revolutionären Perspektive bleibt, ist die unnachgiebige Kritik der Verhältnisse und die Weitergabe der Denkform, die derartige Kritik ermöglicht, als Beitrag einer Erziehung zur Mündigkeit.
Am ersten Todestag möchten wir bei einer Bildungsveranstaltung an den Aktivisten und den Wissenschaftler David Graeber erinnern. Prof. Anna Echterhölter von der Universität Wien wird den Wissenschaftler Graeber würdigen. Den Anarchisten und Aktivisten Graeber stellt uns Gerhard Hanloser vor. Moderation: Dr. Frank Engster
Durch den Aufstieg Chinas und den Rückfall der USA gerät das völkerrechtliche System der Nachkriegsordnung an seine Grenzen. Diese Fragmentierung der bestehenden Rechtsordnung gefährdet den Frieden und die internationale Sicherheit. Linke Politik muß sich entsprechend den internationalen Herausforderungen verhalten: Als Verteidiger und Erneuerer des bestehenden Völkerrechts.
Die Philosophiezeitschrift Narthex. Heft für radikales Denken widmet ihre aktuelle sechste Ausgabe dem Thema „Philosophische Perspektiven auf die DDR“. Ein Unteraspekt ist dabei die Frage, inwiefern die DDR eine Art konkrete Utopie darstellte, die bis heute für eine linke Politik vorbildhaft sein könnte ...
Anhand des Briefwechsels und gestützt auf die Prozess-Akten im Bundesarchiv, die neueren Forschungen zum Widerstand der KPÖ jener Jahre, eigene Recherchen in der Türkei sowie auf Dokumente des Komintern-Archivs in Moskau und The National Archives in London zeichnet Thomas Flierl das Leben von Margarete und Wilhelm Schütte zwischen 1937 und 1945 nach.
Gäste: Ute Knorr und Ingolf Alwert, K.A.M. Literaturteam, Ehemalige Mitglieder der Kabarett- und Rezitator*innengruppe des Berliner Lehrer*innen-Ensembles
Die sogenannte Friedensmission der Bundeswehr ist in Afghanistan desaströs gescheitert. Was sind die Gründe und welche Schlüsse sollte die Linke aus Afghanistan ziehen? Wir haben in unserer aktuellsten 3*3-Corona-Folge Jan van Aken zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr interviewt.
Betrachtet werden soll in dem Vortrag vor allem die Haltung eines Intellektuellen, der sich in die Realpolitik nicht ergab, weil er sie an dem maß, was sein sollte. Konkretisiert werden kann das in seinen Konflikten mit den Vertretern der Arbeiterparteien im Volksfrontausschuss.
Wir möchten den Einfluss der Lesbenbewegung auf die feministischen Bewegungen in beiden deutschen Staaten seit den 70er/80er Jahren beleuchten und schauen, was wir daraus für unsere heutigen gemeinsamen Kämpfe lernen können. Gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur heutigen feministischen und auch queeren Bewegung? Im Anschluss an die Diskussion wird der Dokumentarfilm "Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR" (2020) gezeigt.
Marx hat Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt – was also können wir dann noch von Hegel lernen, was nicht schon bei Marx „aufgehoben“ wäre? Der Vortrag versucht, die kritische Kraft des Hegelschen Denkens zu vergegenwärtigen – eine kritische Kraft, die auch den Marxismus treffen und erneuern kann. Ja, Marx hat Hegel vom Kopf auf die Füße gestellt: Aber vielleicht sollten wir hier auch einmal wieder den großen Vormärz-Revolutionär Georg Büchner zitieren, der von seinem Helden Lenz sagt: „Nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte.“
Gemeinsam mit Martin Dannecker, Mitbegründer der westdeutschen Schwulenbewegung und Sexualwissenschaftler sowie Inge Banczyk, Krankenschwester und Vorstand der Berliner Aidshilfe, werden wir über die Bedeutung der sog. Aidskrise für die queere Bewegung sprechen.
Prof. Michael Geiger, studierter Philosoph, war nach 1989 in verschiedenen Firmen im In- und Ausland tätig. Sein 2019 erschienenes Buch "Artgerechte Gesellschaft. Sozialismus – Utopie – Irrtümer – Spurensuche in China" bildet die Grundlage für seinen Vortrag. In den Mittelpunkt wird er dabei die Analyse vielfältiger historischer bzw. aktuellster Erfahrungen und Erkenntnisse bei der Suche nach der möglichen Ausgestaltung einer zukünftigen artgerechten, nämlich humanistischen Gesellschaft rücken.
Akteure der erfundenen Wahrheit werden kritisch unter die Lupe genommen, aber auch zahlreiche Beispiele aus der Welt von Gerichtswesen, Kriminalistik und Kriminologie liefern zusätzliche Beweise, u. a. der Fall Dreyfus, der seziert wird. Referent: Prof. Dr. Frank-Rainer Schurich
Die Mittelmeer-Monologe erzählen von Menschen, die den riskanten Weg über das Mittelmeer auf sich nehmen, in der Hoffnung, in Europa in Sicherheit leben zu können – sie erzählen von libyschen Küstenwachen, italienischen Seenotrettungsstellen und deutschen Behörden, die dies verhindern, aber auch von Aktivist*innen, die dem Sterben etwas entgegensetzen.
Die Erhaltung und Ausweitung der globalen USA-Hegemonie gehört zu den Konstanten amerikanischer Außenpolitik. Hier entstehen und wachsen derzeit Krisen und Kriegsgefahr. Auch innenpolitisch ist es brisant: Die sozialen Missstände haben sich in der Corona-Krise dramatisch verschärft und das Kabinett Biden – eine gängige Mischung aus moderaten Berufspolitikern und wohlhabenden Technokraten aus der Wirtschaft – hat bisher nicht die Art von umfangreichen Reformen in die Wege geleitet, die nötig wären, sie unter Kontrolle zu kriegen. Sieht die US-Linke Wege zu mehr innerem Frieden und besserer Völkerverständigung?
Referent: Lorenz Rollhäuser, Feature-und Hörspielautor, Mitglied des Sprecherrates Görlitzer Park in Berlin Kreuzberg
Das G8 Treffen Genua war, zusammen mit dem WTO Gipel in Seattle 1999, Höhepunkt einer Bewegung, die um die Jahrtausendwende quasi über Nacht entstand: die Globalisierungsbewegung. Doch so plötzlich diese Bewegung erschien, so plötzlich endete sie. Die Repression gegen die Anti-G8 Proteste war massiv, doch nicht nur diese, sorgte für das Ende der "Bewegung der Bewegungen".
Unter Führung der SED wurden im Osten Deutschlands nicht nur beachtenswerte wirtschaftliche, wissenschaftliche und künstlerische Leistungen vollbracht und weltweit bewunderte sportliche Erfolge erzielt. In die dem Kriege nachfolgende, DDR-sozialisierte Generation wurden Keime für 'einen neuen Menschen' gelegt, die bis heute treiben. Referent: Professor Heinz Niemann, Historiker
Der Vortrag beleuchtet die politökonomischen Hintergründe der Ereignisse in der Ukraine seit dem Jahr 2014. Vorgestellt werden neben der Geschichte des Landes die verschiedenen ukrainischen Oligarchen-Clan-Strukturen in ihre Entwicklung in den vergangenen 30 Jahren, weiterhin gibt es einen Abriss der politischen Entwicklung und eine Einordnung dieses osteuropäischen Landes in die regionale und internationale politische Ökonomie.
Das vor 75 Jahren ins Leben gerufene, am 26. April 1946 erstmals erschienene "Neue Deutschland" ist längst kein Parteiblatt mehr, es versteht sich seit dem Umbruch im Herbst 1989 als kritisch-solidarischer Begleiter der Linken. Im Jubiläumsjahr und 30 Dezennien nach der "deutschen Vereinigung" müssen sich Redaktion und Verlag neu strukturieren, die GmbH wird aufgelöst, eine Genossenschaft soll gegründet werden.
Heute hat die KPCh mit 91 Millionen mehr Mitglieder als Deutschland BewohnerInnen. Am 1. Juli werden in China große Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Gründung abgehalten. Welche Rolle spielt heute die KPCh in Politik, Wirtschaft und Universitäten? Wessen Interessen repräsentiert sie? Wie wird unter der Führung von Xi Jinping die Ideologie und Parteigeschichtsschreibung neu formuliert? Der Vortrag geht nicht zuletzt der Frage nach, was vom sozialistischen Erbe und den revolutionären Traditionen der Partei heute übrig geblieben ist. Im Anschluss zeigt das Freiluftkino einen thematisch passenden Film.
Referent: Alexander Neu, Mitglied des Deutschen Bundestages und Obmann der Linksfraktion im Verteidigungsausschuss; Moderation: Marilies Müller
Gespräch mit Gisela Steineckert Nein, eine Bilanz ist ihre Sache nicht, aber einen Rückblick gönnt sich Gisela Steineckert. Und ihre treuen Leser wissen um den Anlass, den 90. Geburtstag der Schriftstellerin. Moderation: Karlen Vesper
Es gelten die tagesaktuellen Covid-19-Regeln. Anmeldung erforderlich. In der Veranstaltung sollen die grundlegenden Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Scheitern des Staatssozialismus in Europa, sozialistischer Versuche in anderen Ländern und des gegenwärtigen Finanzmarktkapitalismus analysiert werden. Dies ist eine wichtige Bedingung, um aus den Erfahrungen zu lernen und sie für eine zukunftsfähige sozialistische Alternative zu nutzen.
Die bildende Kunst der DDR. Fahrt zum neu gestalteten Archiv in Beeskow mit Dr. Siegfried Wein. Alle Angemeldeten werden rechtzeitig über weitere Details zur Reisedurchführung informiert. Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regeln.
Es gelten die tagesaktuellen Covid-19-Regeln. Anmeldung erforderlich. In Anbetracht der sich vor allem durch die Corona-Krise verschlechternden Situation auf dem deutschen und dem Berliner Arbeitsmarkt stellen sich neue Fragen auf der politischen Ebene. Es diskutieren: Elke Breitenbach (Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales in Berlin) und Dr. Axel Troost (MdB Linksfraktion, Sprecher der AG Alternative Wirtschaftspolitik, Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaftspolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung) Moderation: Dr. Dietmar Müller
Es gelten die tagesaktuellen Covid-19-Regeln. Anmeldung erforderlich. Der 80. Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion. Russland und der Westen heute. Referent: Wolfgang Grabowski, Mitglied des Ältestenrates der Partei DIE LINKE, Moderation: Dr. Inge Pardon
Wenn wir die Geschichte(n) der Wistleblower Edward Snowden, Chelsea Elizabeth Manning oder des Wikileak-Gründers Julian Assange erzählen wollen, kommen wir an Daniel Ellsberg und dem Leak der "Pentagon-Papers" vor 50 Jahren nicht vorbei. Wir freuen uns, hierfür Angela Richter gewonnen zu haben und werden einen Film zum Thema zeigen
Seit Ende 1950 war der Dessauer Bauhaus-Schüler mit dem Schwarzenberger Künstler und Formgestalter Hans Brockhage befreundet und gleichzeitig auch Architekt für dessen Wohn- und Atelierhaus-Umbau in der Erlaer Straße. Robert Lenz und Hans Brockhage verband eine enge Ideenaustauschpartnerschaft, von der beide profitierten ...
Es gelten die tagesaktuellen Covid-19-Regeln. Anmeldung erforderlich Referent: Ingar Solty (Referent für Friedens- und Sicherheitspolitik am Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung), Moderation: Marilies Müller
Georg Lukács ist einer der großen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Er hat die Umbrüche dieses Jahrhunderts begleitet und sie in Philosophie und politischer Theorie, in Ästhetik und Literatur, aber auch in seinem politischen Handeln verarbeitet. Sein epochemachendes Werk Geschichte und Klassenbewußtsein ...
Referent: Ralf Schenk, Filmhistoriker Moderation: Dr. Siegfried Wein
Welche Eigentümertypen (Genossenschaften, Aktiengesellschaften, die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften, private Hausbesitzer) gibt es in Berlin? In welchen Verhältnis stehen diese zueinander? Und was für Folgen entstehen daraus für Wohnungs- und Gewerbemieter? Wir wollen uns diese Eigentumsverhältnisse vor unser Haustür im Prenzlauer Berg anschauen und dabei lernen, wie der Berliner Immobilienmarkt aufgeteilt ist.
Referent: Dr. Eckhart Gillen Moderation: Dr. Thomas Flierl Die Veranstaltung findet in gemeinsamer Kooperation mit der Max-Lingner-Stiftung statt. Nach der Anmeldung schicken wir Ihnen einen Zoom-Link zu dem Online-Vortrag zu.
Zum 76. Jahrestag der Befreiung blickt der Historiker Dr. Stefan Bollinger für uns zurück in die Geschichte: • Warum war der Sieg der Roten Armee 1945 so wichtig? • Wer trug die Hauptlast des Krieges und siegte? • Werden heute die Karten der Weltordnung neu gemischt? Premiere am Sonntag, 9. Mai, ...
Wie lief unmittelbar nach 1945 die Entnazifizierung konkret von statten? Unter welchen Voraussetzungen stand die Entnazifizierung, die nun in Deutschland einsetzen sollte? Wieso ist der Entnazifizierung kein Erfolg beschieden gewesen? Wir stellen 3 Fragen an die Historikerin Dr. Hanne Leßau anlässlich des 76. Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus und über Hitler-Deutschland.
Berlin und sein Umland präsentieren sich heute als Siedlungsstern. Schienentrassen und Ausfallstraßen bildeten seit Ende des 19. Jahrhunderts eine einprägsame wachsende Siedlungsstruktur, die sich deutlich von den ringförmigen Stadterweiterungen früherer Jahrhunderte unterschied. Diese Straßen-Schienen-Radialstruktur wurde durch Ringe ergänzt: die Ringbahn, den inneren Autobahn(teil)ring, den (bislang wenig beachteten) äußeren Eisenbahnring und den äußeren Autobahnring ...
Über den Green New Deal wird seit 2008 gesprochen. Sehr zur Überraschung seiner Schöpfer ist er jetzt tatsächlich der einzige tragfähige Wirtschaftsplan, den wir haben. Die entscheidende Frage aber ist zugleich die hartnäckige Grundsatzfrage der Ökonomie schlechthin: wie sollen wir das finanzieren? Diese Frage wird Thema der Veranstaltung sein.
Vor 30 Jahren erschien Michael Heinrichs Werk „die Wissenschaft vom Wert“. Mittlerweile ist „Die Wissenschaft vom Wert“ in der 8. Auflage erschienen. Es gilt als Klassiker einer bestimmten Art sich der ökonomischen Texte von Karl Marx zu nähern. Wie es mit Klassikern so ist, kenne dieses Buch viele vom Namen ...
Als Jan Böhmermann in seiner Sendung MAGAZIN ROYALE im Jahr 2019 die Forderungen Georg Friedrich „Prinz von Preußen“ einer breiten Öffentlichkeit darstellte, dachten sich viele: Aus welcher Gruft sind die den geklettert? Viel ist seit dem passiert und das wollen wir besprechen mit Kultursenator Dr. Klaus Lederer und Arne Semsrott vom "Prinzenfond".
Vorgestellt wird ein Überblick über unterschiedliche Veröffentlichungen mit Liedern von Ernst Busch. Im Mittelpunkt steht die CD-Ausgabe des Labels Barbarossa mit einer editionskritischen Betrachtung. Beleuchtet werden aber auch Schellack- und Vinyl-Schallplatten aus beiden Teilen Deutschlands und weiteren Ländern.
Heute hat das Bundesverfassungsgericht den Berliner Mietendeckel gekippt. Wir haben den Stadtsoziologen Dr. Andrej Holm unmittelbar nach dem Karlsruher Urteil gefragt, was das Gericht genau beschlossen hat, welche Folgen das für die Berliner Mieterinnen und Mieter haben kann und was man jetzt tun kann, um sozialen Wohnraum zu erhalten und Mietspekulationen entgegenzuwirken.
Um die digitale Hemmschwelle zu überwinden, möchten wir alle Interessieren, die bisher den Schritt zu Zoom noch nicht gewagt haben, zu einer kleinen Schulung einladen. Wie funktioniert das Programm? Was muss installiert werden? Was wird an Technik benötigt? Wie stellt man Bild und Ton richtig ein? ... Diese und viele weitere Fragen wollen wir erörtern.
Der Kapitalismus ist kaputt. Das ständige Streben nach Wachstum hat zu Klimakatastrophen, sozialer Ungleichheit und finanzieller Instabilität geführt - und uns schlecht auf das Leben in einer globalen Pandemie vorbereitet. Tim Jacksons stellt eine Welt jenseits des Kapitalismus vor.
Gerne treten Rechtspopulisten als Schutzmacht der "einfachen Leute" auf. Menschen mit geringen und mittleren Einkommen wohnen fast immer zur Miete. Wie positioniert sich die angebliche "Alternative" in dieser für so viele Berlinerinnen und Berliner wichtigen Frage? Hierfür kucken wir in ihre Programme, analysieren die parlamentarische Praxis und die Spender*innen...
Für Infektionskrankheiten aller Art waren, neben Kriegen, Städte schon immer ein ganz besonders gutes Pflaster. Wie sich Gesundheitspolitik in den Städtebau einschrieb, lassen wir uns bei einem "3x3" von Katrin Lompscher erzählen.
Was ein erfolgreicher Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ für den Mietmarkt und die Wohnsituation in Berlin bedeuten könnte, wollen wir gemeinsam diskutieren. Wie ein Wohnungsmarkt funktioniert, auf dem der Großteil der Wohnungen über nicht profitorientierte Vermieter angeboten wird, erzählt uns die Wienerin Karin Zauner-Lohmeyer. Sie ist Wohnungsexpertin und Aktivistin in der österreichischen Hauptstadt.
Dafür, dass nicht einmal gerichtlich ausgewiesene Faschisten als solche bezeichnet werden möchten, ist es erstaunlich, welch heftige Reaktionen antifaschistische Bekenntnisse in Kunst, Politik und Publizistik zuletzt ausgelöst haben...
Von 1936-1941 versuchten deutsche Emigrant*innen in der Sowjetunion, allen voran Erwin Piscator, den antifaschistischen Kampf mit den Mitteln des Theaters fortzuführen. In der Stadt Engels planten sie „ein großes Experimentaltheater zu machen, in dem wir unsere theatralischen Untersuchungen wieder aufnehmen und weiterführen können“ (Brecht) ...
Anlässlich der jüngsten deutschen Veröffentlichung der Bücher von Joshua Clover über die weltweilte Wiederkehr von Aufständen und Andreas Malms Büchern über das weltweite Aufkommen von Kämpfe um das Klima laden wir beide Autoren ein, ihre Themen zu verbinden. Wir wollen diskutieren über Strategien und Taktiken im Kampf gegen das „fossile Kapital“ und gegen die multiplen und schon vor Covid pandemieartigen Krisen des globalen Kapitalismus.
Durch die Zahlen von Robert-Koch-Instituts oder der John-Hopkins-Universität, Virologen in fast jeder Talkshow, Wissenschaftler als Promis und Einflüsterer der Politik scheint es so, als ob zurzeit die Wissenschaft den Takt in unser Gesellschaft vorgibt. Was das für Folgen hat, haben wir bei diesem 3x3 Tobias Schulze gefragt, Sprecher für Wissenschaft und Forschung der Linksfraktion im Berlin Abgeordnetenhaus.
Im September sollen sowohl der Bundestag als auch das Berliner Abgeordnetenhaus neu gewählt werden. Zudem stehen in weiteren Bundesländern Landtagswahlen an. Das gesamte Wahljahr wird dabei von der Corona-Krise überschattet. Wir diskutieren mit Katina Schubert, Landesvorsitzende der Partei DIE LINKE, über die Herausforderungen der aktuellen Situation.
Wie passt es zusammen, wenn die AfD einerseits für einen autoritären Staat eintritt, andererseits aber die staatlichen Regeln bei der Infektionspolitik missachtet? Vertreten in der AfD alle die Politik der Leugnung der Gefahr durch Corona? Ist die Oppositionspolitik der AfD gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung erfolgreich? Diesen Fragen geht ein "3x3" mit Dr. Gerd Wiegel nach.
Die Poliklinik war ein bedeutender Bestandteil der Gesundheitsversorgung der DDR. Allein in Berlin gab es über 100 Standorte. Dort behandelten Ärzte unterschiedlicher Fachgebiete die Patient*innen unter einem Dach. Das hatte den Vorteil, dass diese keine langen Wege auf sich nehmen mussten, um Fachärzte oder eine spezialisierte Weiterbehandlung zu erreichen ...
Am 20. Januar ist es soweit: Joe Biden wird offiziell ins Weiße Haus einziehen und Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ablösen. Viele Menschen sehen in Trumps Abwahl eine Erleichterung, da er Symbol und Katalysator des US-amerikanischen Rechtsrucks zugleich darstellte und die Normen und Abläufe der US-Politik erheblich destabilisierte ...
Rechte Chatgruppen von Polizisten, rassistische Drohschreiben, Rechtsextreme im Dienst von Sicherheitsbehörden in ganz Deutschland fragen sich Menschen, wie weit verbreitet rassistisches und extrem rechtes Denken in staatlichen Sicherheitsstrukturen ist. Prof Dr. Christoph Kopke stellt den Forschungsstand zu politischen Einstellungen bei Polizisten vor.
Nachts sinken nun die Temperaturen unter den Gefrierpunkt. In Berlin sind zehntausende Menschen von Obdach- und Wohnungslosigkeit betroffen. Was ist mit diesen Menschen, die schon ohne die Corona-Krise nicht wussten, wie sie in unserer Stadt über die Runden kommen sollen. Wir haben Elke Breitenbach, Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, in einem „3x3“ zur Situation von Obdach- und Wohnungslosigkeit Betroffenen in Berlin befragt.
Aufgrund der Corona-Situation findet die Veranstaltung leider nicht statt. Wir versuchen, sie zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.
Hegels Hauptwerk Die Wissenschaft der Logik ist zugleich eines der Hautwerke der abendländischen Philosophiegeschichte. Und es gilt weithin als unlesbar. Welche Gründe also sollte es geben, sich hier und heute tatsächlich hinzusetzen und dieses monströse Werk eigenhändig und mit eigenen Augen zu lesen – zumal es ja an Sekundär- und Aufbereitungsliteratur nicht fehlt? Patrick Eiden-Offes neues Buch Hegels „Logik“ lesen: Ein Selbstversuch legt Rechenschaft ab von einem solchen eigenständigen Lektüreexperiment. Im Gespräch mit Falko Schmieder berichtet Eiden-Offe von seiner geistigen Hochgebirgstour ebenso wie von seinen Abstürzen und seiner Verzweiflung. Am Ende aber bleibt: Hegel wirklich zu lesen, ist das schönste Geschenk, das wir ihm – und uns! – zu seinem 250. Geburtstag machen können.
Seit einem knappen halben Jahr gibt es die „Corona-Warn-App“. Die Netzaktivistin und parteilose Bundestagsabgeordnete (für die Linksfraktion) Anke Domscheit-Berg zieht für uns Zwischenbilanz: Wie viele Leute nutzen die App? Was für Funktionen bietet sie an? Welche Erweiterungen und Verbesserungen sind zu erwarten? Ist die App wirklich sicher? Und welche Chancen bietet die Digitalisierung generell für die Bekämpfung von Pandemien und globalen Problemen?
Vor rund einhundert Jahren entstanden die ersten faschistischen Bewegungen. Wenig später im Jahr 1922 kamen Faschisten in Italien an die Regierungsmacht. Fast ebenso lange gibt es den Versuch, „Faschismus“ mit der Anwendung von Faschismustheorien zu verstehen. Was ist denn nun Faschismus - eine politische Bewegung, eine eigenständige Ideologie, ein diktatorisches politisches System?
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Ist von Friedrich Engels die Rede, denkt man an Karl Marx; umgekehrt ist das seltener der Fall. Engels selbst sprach von sich als der »zweiten Violine«. Michael Krätke holt in unserer Geburtstagfolge von 3 x 3 Friedrich Engels aus dem Schatten von Marx und zeichnet seine eigenständige und einflussreiche Rolle nach ...
Fällt der Name Friedrich Engels, denkt man an Karl Marx – umgekehrt ist das nicht immer so. Es ist an der Zeit, den historischen Blick auf beide Denker gleichermaßen zu richten, denn Engels war nicht nur Marx‘ wichtigster Gesprächspartner und Ko-Autor. Selbstredend wusste Engels um seinen Anteil an der Ausarbeitung der Marx‘schen Theorie. Er charakterisierte ihr Freundschaftsverhältnis mit den Worten: „Marx war ein Genie, wir anderen höchstens Talente.“
Wie kann dem Arbeitsplatzabbau entgegengewirkt werden? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt aus? Sind die tradierten Maßnahmen geeignet die zunehmende Erwerbslosigkeit einzudämmen? Welche neuen Ideen sollten thematisiert werden? Mit: Elke Breitenbach, Axel Troost, und Ralf Krämer, Moderation: Dr. Dietmar Müller
Referentin: Katina Schubert (Landesvorsitzende DIE LINKE. Berlin) Moderation: Dr. Siegfried Wein
Statt des verkündeten "Endes der Geschichte"“ (Fukuyama 1993) und des Auslaufens "Großer Gesellschaftsalternativen" (Bell 1998) kehrte "Transformation" als Begriff, Diskurs und Ereignis in die Zeitgeschichte zurück. Heute sind wir alle Zeugen eines gesellschaftlichen, eines epochalen Umbruchs, wo eine neue Gesellschafts-Transformation auf die historische Agenda rückt. Was aber heißt Transformation im Unterschied zu Evolution, Reform, Revolution und was heißt Transformation kapitalistischer Industriegesellschaften?
Tesla ist eine typische Silicon-Valley-Gründung, nur eben nicht im Bereich der Informationstechnologie, sondern in einer klassischen Branche, in der die deutsche Industrie bisher eine Vorrangstellung innehat. Das Unternehmen ist finanzmarktgetrieben, aber auch technologisch-innovativ. Obwohl bisher kaum profitabel, konnte Tesla am Kapitalmarkt Milliarden Dollar mobilisieren und in den letzten Jahren ein beeindruckendes Wachstum generieren – auch was die Beschäftigung angeht. Ob und wie die Entwicklung weitergeht und was dies für die neue "Gigafactory" in Grünheide bedeutet, ob die Gewerkschaften einen Zugang in das Werk erreichen können und auf welchem Weg sich die Autoindustrie befindet, soll in der Veranstaltung diskutiert werden.
Referent: Dr. med. Heinrich Niemann, Facharzt für Sozialmedizin und von 1992 bis 2002 Gesundheitsstadtrat in Marzahn-Hellersdorf für die PDS, Moderation: Dr. Siegfried Wein
Christian Geissler (1928 – 2008) war gleichermaßen politischer Aktivist und literarischer Autor. Sein Werk atmet die Lust und die Liebe zu leben, erzählt von existenziellen Bedrohungen, Kämpfen und Glück. Die Online-Tagung widmet sich seinem Roman "kamalatta"
In der Veranstaltung sollen die grundlegenden Erfahrungen aus der Entwicklung und dem Scheitern des Staatssozialismus in Europa, sozialistischer Versuche in anderen Ländern und des gegenwärtigen Finanzmarktkapitalismus analysiert werden. Mit: Klaus Steinitz, Alexandra Wagner, Loren Balhorn und Christoph Lieber
Zehn Jahre Krieg haben nicht nur Syrien, sondern die gesamte Region verändert. Wie kann es weitergehen, wer plant was, was bedeuten die imperialen Machtspiele für die Bevölkerung der Länder? Referentin: Karin Leukefeld
Mit Dr. Rey Biton (Ärztin und Vorsitzende von Mirsham – Medical Residents Union, Israel), Dr. Wassilis Tsapas (Arzt und Mitglied der KIA – Solidarische Klinik Thessaloniki), Ben Wachtler (Berlin), und einer Pflegerin aus einem öffentlichem Krankenhaus in Harlem/New York Moderation: Dr. Nadja Rakowitz
Referent: Mike Davis Die Marxherbstschule ist eine gemeinsame Veranstaltung von Helle Panke e.V., Rosa Luxemburg Stiftung, dem Berliner Verein zur Förderung der MEGA e.V., top B3rlin und dem ...umsGanze-Bündnis.
Achtung: Die Marx-Herbstschule findet 2020 aufgrund der Covid-19 Pandemie online statt! Wir widmen uns dieses Jahr dem Naturbegriff im Werk von Karl Marx.
Raul Zelik schlägt in seinem neuen Buch "Wir Untoten des Kapitals – Über politische Monster und einen grünen Sozialismus" (Berlin 2020) einen analytischen Bogen von der frühen Sowjetunion über Maos China und Titos Jugoslawien bis zu dem Fall Venezuela, verbindet dies mit einer Auswertung grüner Revolutionen des Stoffwechsels, der Plan-Markt-Diskussionen sowie rätedemokratischer Überlegungen.
ETERNA – für immer und ewig? Das für die Herausgabe klassischer Musik bekannte Plattenlabel der DDR wurde mit dem Untergang der Republik in die ewigen Jagdgründe geschickt. Entstanden in der sowjetischen Besatzungszone nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, hat es in der DDR über Jahrzehnte hohen künstlerischen Ansprüchen genügt und diese eingefordert, auch international. Wie aber war der Anfang der Plattengeschichte?
Aus gesundheitlichen Gründen müssen wir den Vortrag leider absagen. Wir versuchen ihn zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.
Der polnische Schriftsteller und Nobelpreisträger Czesław Miłosz war ein wacher Beobachter seines Jahrhunderts. Seine Perspektive auf das durch Weltkrieg, Nationalsozialismus und Kommunismus geprägte Europa veränderte sich dabei mehrfach. Ob es um Ostmitteleuropas Blick gen Westen oder die Irrtümer und das Nicht-Wissen des Westens über den Osten ging, nie machte sich Miłosz Illusionen darüber, dass solche Selbst- und Fremdwahrnehmungen leicht zu beeinflussen seien.
Die Denkmaltour zum 200. Geburtstag von Engels beginnt am Gebäude der Garde Artillerie-Kaserne Am Weidendamm/Ecke Geschwister-Scholl-Straße. Engels leistete von September 1841 bis Oktober 1842 als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst in der preußischen Hauptstadt. In dieser Zeit besuchte er auch Vorlesungen an der Universität ...
Der Profi-Fußball ist in Deutschland ein kulturelles Massenphänomen mit wöchentlich Millionen Fans in den Stadien und vor den Fernsehern. Die dynamische Kommerzialisierung der letzten Jahre und die damit einhergehenden Veränderungen haben allerdings zu einer erheblichen Entfremdung zwischen fußballerischen Unternehmen und Fan-Basis geführt ...
Das deutsche Verfassungsgericht kritisiert die Geldpolitik der EZB aus verfassungsrechtlicher Perspektive. Im Kern geht es um die Kompetenzgrenzen zwischen EU und den Mitgliedstaaten, wofür das BVerfG nun die Diskussion eröffnet hat.
Dr. Andreas Peglau, studierter Psychologe, stellt sich dem Thema in Form eines Gesprächs. Seit 2008 unterhält er eine psychoanalytische Praxis in Berlin-Karlshorst. Neben unendlich vielen Artikeln ist er auch Autor bzw. Herausgeber von drei Büchern. Sein 2017 erschienenes Buch "Rechtsruck im 21. Jahrhundert. Wilhelm Reichs Massenpsychologie des Faschismus als Erklärungsansatz" bildet die Grundlage für die Veranstaltung.
Besuchen Sie mit uns die Stadt Brandenburg an der Havel. Wir stellen die schönen Seiten der Stadt vor, beschäftigen uns mit ihrer Chronik, widmen uns 75 Jahre nach der Befreiung aber auch dem düstersten Kapitel der Stadtgeschichte und gedenken der Opfer des Faschismus.
Am 4. September jährte sich zum 50. Mal der Wahlsieg Salvador Allendes. Doch die Feierlichkeiten der Unidad Popular treffen Chile in einem kritischen Moment: seit den sozialen Protesten 2019 steht das politische Modell der Post-Diktatur zur Disposition. Ende Oktober soll über eine neue Verfassung abgestimmt werden. Audiovisuelle Porträts internationalistischer Zeitzeug*innen des sozialistischen Aufbruchs in Chile (1970-1973) und Gespräch mit Gästen über ihre Erinnerungen und Lehren für den Aufbau eines neuen Chile. Veranstaltung auf Deutsch/Spanisch mit Simultanübersetzung.
Der europäische Fußball wurde durch Covid-19 hart getroffen. Fast alle Ligen gingen in eine mehrmonatige Zwangspause. Und so offenbaren sich die Schwächen einer durchkommerzialisierten Branche. Einnahmen im Ticketverkauf und Merchandise brachen ein, Sportmedien fürchten um ihr lukratives Geschäftsmodell ...
Batteriebetriebene Fahrzeuge gelten für die einen als ökologische Heilsbringer, für die anderen als Perpetuierung des Automobilismus. Timo Daum sortiert die Argumente und plädiert für eine umfassende Elektrifizierung des gesamten Verkehrs.
Privateigentum, so heißt es, sei Garant für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand. Doch Klimawandel und soziale Polarisierung zeigen zunehmend seine dysfunktionale und zerstörerische Kehrseite. Nach Jahrzehnten der Privatisierung ist es an der Zeit, das vergiftete Versprechen des Privateigentums bloßzustellen und aus Enteignung (Wieder-)Aneignung zu machen.
Wir nehmen den Assange-Prozess in London zum Anlass, über dieses Gerichtsverfahren, die Pressefreiheit und den gesetzlichen Schutz von Whistleblowern zu sprechen. Es diskutieren: Auf dem Podium sitzen Diani Barreto (German Assange Campaign), Gregor Gysi (außenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Rechtsanwalt), Wolfgang Kaleck (Rechtsanwalt des Wistleblowers Edward Snowden), Angela Richter (Theaterregisseurin und Autorin des Buch "Supernerds")
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen.
Vor 30 Jahren wurde das Ende der sog. Systemkonfrontation besiegelt. Auch der Marxismus als Massenideologie geriet an ein Ende, und damit eine bestimmte historische Sequenz der Politik der Arbeit und des Klassenkampfes, geprägt durch ein vornehmlich als weiß und männlich verstandenes Industrieproletariat und repräsentiert von mächtigen Parteien und großen Organisationen. 30 Jahre später wollen wir Bilanz ziehen. Sind „All the rebels gone?“, wie unser Moderator Christopher Wimmer sein neues Buch betitelt?
Das Befassen mit künftigen Entwicklungen ist so alt wie die menschliche Zivilisation. Und heute wird wieder mehr denn je über "die Zukunft" gesprochen, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Zwar kann die Zukunft nicht vorausgesagt werden. Aber die moderne Zukunftsforschung nutzt ein breites Spektrum an Konzepten und Methoden, insbesondere aus den Sozialwissenschaften, um die Vorstellungen über künftige Entwicklungen, Herausforderungen und über Chancen und Risiken zu fundieren und zu differenzieren - letztlich auf heutiges Entscheiden und Handeln zu verweisen.
Engels bezeichnete seine Position zu Marx als die einer "zweiten Violine". In Engels wird aber auch der "Architekt des Marxismus" gesehen. Dazu haben seine Altersbriefe beigetragen. Sie sind als Einordnung der historischen Lage und als eingreifendes Denken zu lesen – als Engels' Versuch, in der sich konsolidierenden Sozialdemokratie die materialistische Geschichtsauffassung zu verteidigen. Einige der wichtigsten Briefpassagen werden vorgestellt und eingeordnet. Referent: Prof. Dr. Rolf Hecker
... ist unser heutiger Gast. Ein Mann, der von sich reden macht, der sein Guben bis in den letzten Winkel kennt, der die Stadt zum Erlebnis werden lässt und der mit etwas ganz Besonderem aufwartet: Andreas Peter ist „Gubener Stadtwächter“.
Durch die Pandemie sind die öffentlichen Schulden der EU-Staaten drastisch gestiegen. Die Folge ist eine tickende Zeitbombe im Hinblick auf die Schulden der EU und deren Defizitregeln. Doch soweit muss es nicht kommen: Die Europäische Zentralbank verfügt schließlich über unterschiedliche Instrumente, um diese Schuldensituation zu entschärfen und somit eine neue Schuldenkrise mitsamt einer Austeritätspolitik zu verhindern.
Wir fragen den Arzt und Referent für globale Gesundheitspolitik von Medico International, Dr. Andreas Wulf in unserem Format "3x3": Hätte vom heutigen Stand des Wissens die WHO die Coronakrise anders bewerten sollen? Welche Rolle spielt die „Gates-Stiftung“ für das Agieren der WHO? Was gibt es vom linken Standpunkt aus am Gönnertum eines Bill Gates zu kritisieren?
Keine Stiftung polarisiert in der Zeit der Corona-Pandemie wie die „Bill and Melinda Gates Foundation“. Die einen sehen dahinter teuflische Pläne des Microsoft-Gründers Bill Gates. Die Anderen verstehen nicht, was es für ein Problem mit dem doch per sé guten Engagement des Philanthropen und Tech-Milliardärs geben könnte. Was die "Gates-Stiftung" so treibt und wie es um die WHO bestellt ist, erklärt uns Andreas Wulf, Arzt und Referent für globale Gesundheitspolitik bei Medico international.
Mit Gerda Daenecke, der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins KarEn, wollen wir über die aktuell äußerst komplizierte Situation auf Kuba diskutieren.
Wo sich heute Touristenmassen bewegen, befand sich einst ein berühmt-berüchtigtes Armenviertel, in dem nicht nur jüdische Pogromflüchtlinge aus Rußland Zuflucht suchten, sondern auch zahlreiche anarchistische Treffpunkte und Veranstaltungsorte bestanden. Hier wohnte August Reinsdorf bei seinem Berliner Aufenthalt, hier diskutierten später Emma Goldman und Rudolf Rocker über die Entwicklung in der Sowjetunion, hier traf sich der syndikalistische Frauenbund und lieferte sich Erich Mühsam lebhafte Kontroversen mit Nationalsozialisten. Zu den bleibenden kulturellen Leistungen gehört vor allem die Gründung der Volksbühne, deren Entwicklung wesentlich von Anarchist*innen, insbesondere Gustav Landauer, entscheidend mitgeprägt wurde.
Wie können wir kollektiv feministische Raumpraktiken erleben trotz physischer Distanz? In einem durch binaurale Tonaufnahmen angeleiteten Stadtspaziergang wird den Teilnehmer*innen bei ihrem Gang alleine durch die Stadt ermöglicht, emanzipatorische Praktiken und Räume zusammen mit unterschiedlichen Erzählfiguren zu erleben ...
Angenommen, ein privilegierter weißer Autor erhält ein komfortables Schreibstipendium für einen Roman über eine indigene, mittellose Protagonistin. Oder eine Autorin aus Berlin-Mitte führt das Schicksal eines Obdachlosen in ihrem Roman zum Bestseller-Erfolg und räumt damit hoch dotierte Preise ab. Wann schlägt der Wunsch, für Unterdrückte, Deklassierte und Diskriminierte die Stimme zu erheben, um und wird zu einem nicht nur moralischen Problem? Welche Ansätze und Formen lassen sich unterscheiden, um über andere zu schreiben und deren Perspektiven einzunehmen?
Der Germanist, Kultursoziologe und Mitbegründer der PDS in Thüringen war ein Sokrates, Prototyp eines eingreifenden Intellektuellen, der keine großen Werke schrieb, sondern lieber mit den „kleinen Leuten“ stritt. Als FDJ-Sekretär erschrocken über die eigene Verführbarkeit durch allzu einfache Wahrheiten, wurde ihm der Dialog zum gelebten Credo: „Das Stück zur Wahrheit, das mir selber fehlt, hat gewiss ein anderer ...
Die Erfahrungen aus dem Scheitern des Realsozialismus sollen im Vortrag mit den Erkenntnissen und Erfahrungen verbunden werden, die sich aus der krisenhaften Entwicklung des gegenwärtigen Kapitalismus ergeben, insbesondere hinsichtlich Klimakrise, zunehmender sozialer Ungerechtigkeit und Zuspitzung der ökonomischen Globalisierung. Damit verbundene Probleme eines Postwachstums sowie einer Synthese zwischen Marktregulierung und Planung sollen erörtert weden.
Kann man sich in einer der größten Krisen, die Europa und die Welt in den letzten Jahrzehnten erlebten, auch anderen Themen zuwenden? Mit unserer Busexkursion „Die Lausitz im Strukturwandel“ wollen wir das versuchen.
Aktionäre und Konzerne retten, Beschäftigte vergessen? Die EU militarisieren und nicht in Gesundheitsschutz investieren? Was hat sich die Bundesregierung für die deusche EU-Ratspräsidentschaft vorgenommen?
Welchen Einfluss haben die enge Bindung Polens an die USA und das unter Putin wiedererstarkte Russland auf das geopolitische Kräfteverhältnis? Gibt die Geschichte darüber Auskunft, was zur aktuellen Eskalation der Spannungen zwischen beiden Ländern geführt hat, und was hat das mit uns Deutschen zu tun? Referent: Reinhard Lauterbach (Publizist und Osteuropakorrespondent) Moderation: Dr. Inge Pardon
Das Symposium bringt Praktikerinnen und Theoretikerinnen zusammen, die sich auf unterschiedliche Art emanzipatorischen Projekten in Architektur, Städteplanung und Stadtsoziologie widmen. Ein interdisziplinärer und generationsübergreifender Austausch soll mögliche Antworten auf die Frage nach einer feministischen und nicht-sexistischen Stadt aufzeigen.
Als Holger Siemann mit den Recherchen zu einem Buch über Menschen in seinem Haus anfing, hoffte er auf interessante Anregungen, aber er hatte nicht mal eine blasse Ahnung, welch atemberaubende Abgründe sich auftun und welche Schicksalsfülle sich hier offenbaren würde. Er hörte von Juden, die für ein Museum skelettiert wurden, von jungen Männern, die sich vor dem Krieg versteckten, von einer explodierten Schule und von Zügen, die auf der Ringbahn entgleisten ...
Einführung: Jana M. Noritsch (Collectors Club Berlin) Musik: Celine Voccia, piano Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 20. November. Besichtigung möglich in der Kopenhagener Str. 9 nach Terminvereinbarung.
Gezeigt werden die Filme "Kreuzberg gehört uns" (BRD 1972, 20 min., Regie: Sigrid Fronius, Klaus Bartels, Cristina Perincioli) und "Miete essen Seele auf" (D 2016, 55 min., Regie: Angelika Levi). Im Anschluss an das Filmscreening findet ein Gespräch mit den Filmemacherinnen Cristina Perincioli und Angelika Levi statt, das die damalige wie gegenwärtige prekäre Wohn- und Lebenssituation in Kreuzberg sowie daraus resultierende Mieter*innenproteste aus genderkritischer und migrationspolitischer Perspektive auf Stadt- und Wohnraum(um)strukturierung diskutiert.
Die aus den öffentlichen Anschuldigungen und Denunzierungen hervorgehende Hollywood-Blacklist umfasste 1952 letztlich über 324 Personen, die mit der KP assoziiert wurden, davon waren zu dem Zeitpunkt noch 212 in Hollywood aktiv. Allesamt erhielten Berufsverbot, gingen ins Ausland oder mussten unter Pseudonym oder verdeckten Kooperationen im Untergrund arbeiten. Dadurch ging dem Hollywood-Kino eine linke politische Linie verloren. Ein Filmabend mit Hannes Brühwiler.
„Musik statt Krieg“ mit Songpoet Tino Eisbrenner Moderation: Dr. Inge Pardon
Zu seinem 250. Geburtstag fragen wir, wie Hegel gestorben ist. Zu seinen Lebzeiten grassierte die Cholera in Europa. Ob der Philosoph am 27. August 1770 in Berlin der Pandemie erlag, ist bis heute umstritten. Patrick Eiden-Offe beantwortet uns drei Fragen zu Hegels Leben, den damaligen hygienischen Lebens- und Verbreitungsbedingungen der Cholera in Europa, zur Rolle der Truppenbewegungen des preussischen Militärs, und ob sich Hegel mit der Krankheit philosophisch auseinandergesetzt hat.
"Man hockt in seinen vier Wänden, braucht sich überhaupt nicht mehr vom Fleck zu rühren: Geschäfte und Einkauf, Börse und Arbeitsmarkt, schon ein Großteil der Arbeit selbst, Informationen, Bildung, Entspannung, alles via Bildschirm, sogar Sex und Partnervermittlung. Irgendwann hört man auf, die anderen wenigstens noch per Communicator zu besuchen, und lebt mit den Welten, die die Videowände so bereitwillig ins Haus senden." Dies ist keine Kritik des Internets aus dem Jahr 2020, sondern 40 Jahre alt. Verfasst hat es der Krimi-, Kinderbuch- und Science-Fiction-Autor Gert Prokop aus der DDR.
Es waren gerade die proletarischen Frauen, die das Bild des Arbeiterbezirks Wedding geprägt haben. Proletarische Frauen haben im Kampf gegen den Faschismus, für sozialen Fortschritt und Emanzipation eine wichtige Rolle gespielt. Die Tour wird historische Orte von politischen Auseinandersetzungen besuchen und Frauen aus der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung vorstellen.
Die Ausstellung mit Positionen von fem_arc Kollektiv, Feminist Night Scapes, Julia Förster & Caroline Rosenthal, Sarah Held, Dorothea Nold, Banu Çiçek Tülü, Lena Wegmann & Tabea Latocha und Ina Wudtke widmet sich anhand von Installationen, Fotografien, Sound- und Textarbeiten Stadt- und Raumkonzeptionen aus einer feministischen Perspektive. Anhand eines Mappings werden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Urban Design and Urbanisation des Instituts für Architektur der Technische Universität Berlin die Werke im Berliner Stadtraum verortet. DJ T-INA Darling aka Ina Wudtke präsentiert am Abend der Eröffnung ein konzeptuelles DJ-Set mit Protestsongs gegen steigende Mieten und Verdrängung.
Immer wieder gerät der Parkfriedhof Marzahn in den Fokus der Debatten um das öffentliche Gedenken in Berlin. Dieser historische Ort bildet wie nur wenige in der Stadt die Geschichte der letzten 120 Jahre durch eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Gedenk- und Erinnerungsorte ab. Auf dem historischen Spaziergang werden diese vorgestellt. Schwerpunkt sind, zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, die antifaschistischen Gedenkorte.
Die Corona-Krise führt Punk und Professor zusammen. In einer "3x3" Folge steht uns Joshi von ZSK Rede und Antwort, was die Pandemie mit ihrer Band macht.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Fast ein ganzes Jahr prüfte die Verwaltung das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“. Nun werden bald wieder Unterschriften gesammelt für die zweite Phase des Volksentscheids "Deutsche Wohnen & Co enteignen". Wie soll diese „Vergesellschaftung“ von vermutlich über 240 000 Wohnungen aber konkret organisiert und finanziert werden. Darüber wollen wir der Initiative „Deutsche Wohnen und Co enteignen“ sprechen.
„Prepper“ bereiten sich auf den Zeitpunkt X in unterschiedlicher Weise vor. Es reicht vom Horten von haltbaren Lebensmitteln über das Erlernen von Fähigkeiten, Trinkwasser aufzubereiten und selber Energie zu gewinnen, bis dahin, sich zu bewaffnen, um die eigenen Besitztümer im Zustand der Gesetzlosigkeit zu verteidigen. In manchen Fällen gibt es Überschneidungen des Milieus der „Prepper“ mit Personen aus der extremen Rechten.
Polen befindet sich derzeit im Präsidentschaftswahlkampf. Derweil hat sich mehr als ein Drittel des Landes zur "LGBT-freien Zone" erklärt. Wir wollen darüber diskutieren, wie sich queeres Leben in Polen derzeit gestaltet und welche emanzipatorischen Perspektiven die Zukunft bietet.
Wir laden Sie immer montags von 15-17 Uhr zum Stöbern in unserem Bücherkeller ein. Wer mag, kann vor dem Besuch online im Antiquariat stöbern und sich die gefundenen Titel zum Termin ansehen bzw. sie mitnehmen. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Wegen Corona wurde der Kino-Betrieb eingestellt. Nun können Kinos wieder in Berlin öffnen. Das hundert Jahre alte Traditionskino Colosseum, welches in direkter Nachbarschaft zur Helle Panke liegt, soll gar nicht wieder öffnen. Das wollen die Angestellten nicht hinnehmen und kämpfen um das Colosseum. In einem "3x3" beantwortet Martin Ranke vom Betriebsrat des Kinos unsere Fragen.
Nun gibt es die "Corona-Warn-App". Wir haben der Netzpolitik-Expertin Anne Roth drei Fragen über diese universitär und privatwirtschaftlich entwickelte, aber staatlich protegierte digitale Technik gestellt. Sie beantwortet diese in unserem Format "3x3" Corona Panke Digital.
2020 feiern wir den 250. Geburtstag Georg Wilhelm Friedrich Hegels. 1818 wurde er auf den nach Fichtes Tod vakanten Lehrstuhl für Philosophie an der Berliner Universität berufen; nun wähnte Hegel sich, wie er in seiner Antrittsvorlesung kundtat, im „Mittelpunkt aller Geistesbildung“. 1820 schon – vor 200 Jahren– wird er diesem hohen selbstgesetzten Anspruch gerecht und veröffentlicht ist sein großes Berliner Spätwerk, die Grundlinien der Philosophie des Rechts. Grund genug also zu feiern – einen Einstieg bietet der biografische Spaziergang auf den Spuren des Philosophen durch die Mitte Berlins: Von der Humboldt-Universität über den Kupfergraben, wo Hegel gelebt hat, bis zum Dorotheenstädtischen Friedhof, wo er neben seinem Vorgänger Fichte und in der Nähe vieler späterer Bewunderer und Nachfolger – wie Bertold Brecht und Herbert Marcuse – beerdigt liegt.
Peter Hudis, Prof. für Humanties and Philosophy in Chicago, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte antikolonialer, postkolonialer und anti-rassistischer Kämpfe und ist selbst aktiv darin. Wir haben ihn gefragt, was das Neue an den aktuellen Kämpfen ist und wie der Kampf gegen Rassismus mit der US-Klassengesellschaft zusammenhängt.
Wie Sie vielleicht wissen, warten in unserem Keller zehntausende antiquarische Bücher sehnsüchtig auf eine neue Leserschaft. Deshalb bieten immer montags von 15-17 Uhr die Möglichkeit, dass sich Mensch und Buch näherkommen können. Wir freuen uns über Ihren Besuch. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Heute ist „Antifaschistische Aktion“ eines der bekanntesten, international verwendeten linken Embleme. In unterschiedlichsten Variationen steht es für ein antifaschistisches Verständnis, das Kapitalismuskritik, Widerstand und Bewegung vereint. Seinen Ursprung hat das Symbol in der Politik der KPD Ende der 1930er Jahre, das erst in den 1970er Jahren wieder aufgegriffen wurde ...
Die Corona-Krise trifft, wie viele Orte des Berliner Kulturlebens, auch die Freiräume der queeren Szene. Wie kann und soll es weiter gehen? Das bespricht der AKqueer der Hellen Panke mit Klaus Lederer (Senator für Kultur und Europa), Stephanie Kuhnen, (Autorin und Journalistin), Sabine Nuss (Co-Geschäftsführerin Karl-Dietz-Verlag) im Garten des Technoclubs ://about blank.
Wie Sie vielleicht wissen, warten in unserem Keller zehntausende antiquarische Bücher sehnsüchtig auf eine neue Leserschaft. Deshalb bieten immer montags von 15-17 Uhr die Möglichkeit, dass sich Mensch und Buch näherkommen können. Wir freuen uns über Ihren Besuch. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Wir beteiligen uns dieses Jahr am art.spring-Festival und am Tag des offenen Ateliers in den Bezirken Prenzlauer Berg, Pankow und Weißensee. Am Sonntag öffnen wir von 14 bis 20 Uhr unsere Galerie. Der ausstellende Künstler Günther Böhme wird auch da sein.
Postones Analyse des Antisemitismus, verfasst Anfang der 1980er Jahre, stellt eine wichtige Grundlage für eine materialistische Kritik von Antisemitismus dar. Darüber hinaus wird dem Text mittlerweile in innerlinken Debatten ein beinahe mythischer Charakter zugesprochen; die Frage: „Hast Du denn Postone gelesen?“ ist politisch aufgeladen wie nur wenige andere ...
Vietnam ist eines der bevölkerungsstärksten Länder in Südostasien und gehört nicht zu den wohlhabenden Staaten. Das Gesundheitssystem ist zwar nicht instabil und für alle zugänglich, aber es können lange nicht in dem Umfang Beatmungsgeräte zur Verfügung gestellt werden wie in westeuropäischen Ländern. Unsere 3x3-Fragen gehen in dieser Folge nach Hanoi ...
In der Corona-Krise ist der Nationalstaat wieder zum zentralen Akteur in Europa geworden. Von einem einheitlichen Vorgehen der EU kann keine Rede sein. Zerbricht an der wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Krise gar Europa? Und was machen die zahlreichen europäischen Linksparteien? Wir befragen hierzu bei "3x3" Andreas Thomsen, Leiter des Brüssel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Wie es Mieter*innen in der Mieterstadt Berlin in der Corona-Krise geht und was der Volksentscheid "Deutsche Wohnen & Co enteignen" macht. Was es gilt, aus Mieter*innen-Sicht besonders in der Corona-Krise anzupacken, haben wir Jenny Stupka von "Deutsche Wohnen & Co enteignen" in dieser "3x3"-Folge gefragt.
Die Berliner Clubs waren die ersten, die aufgrund der Corona-Pandemie schließen mussten und werden vermutlich die letzten sein, die wieder auf machen. Wir fragen bei "3x3" Nanette & Lilo vom SO36, wie es nun mit dieser Institution des Berliner Kultur- und Nachtleben weitergeht.
Wie Sie vielleicht wissen, warten in unserem Keller zehntausende antiquarische Bücher sehnsüchtig auf eine neue Leserschaft. Deshalb bieten immer montags von 15-17 Uhr die Möglichkeit, dass sich Mensch und Buch näherkommen können. Wir freuen uns über Ihren Besuch. Aufgrund der Coronabestimmungen bitten wir um Anmeldung, um das Mitbringen eines Mundschutzes, das Einhalten der Abstandsregelungen und das Eintragen in eine Teilnahmeliste (die wir 4 Wochen später vernichten werden).
Rosa Luxemburg (1871-1919) lebte in einer Zeit, als Seuchen noch eine allgegenwärtige Gefahr für die europäische Bevölkerung bedeuteten. Wir haben Jörn Schütrumpf, den Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg bei der RLS, gefragt, ob Rosa sich dazu geäußert hat, wie sie das Problem der Hygiene politisch und ökonomisch einschätzte und auch unter welchen Krankheiten sie persönlich gelitten hat.
Wir haben den Sinologen Felix Wemheuer schon mehrmals zu uns eingeladen, über die soziale Situation in China oder die Geschichte Chinas zu referieren. Diesmal haben wir ihn gebeten, uns für das 3x3-Format Fragen zur Funktionsweise des chinesischen Gesundheitssystems, zur Gesundheitspolitik in China und zur Rolle der Kommunistischen Partei zu beantworten.
Während der Corona-Zeit, in der viele Menschen zu Hause sitzen müssen, haben wir uns in der "Helle Panke" e. V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin ein ganz besonderes, kleines, digitales Format ausgedacht. Es trägt den Namen "3 x 3". In diesem geben wir Menschen aus dem Umfeld unseres Vereins die Möglichkeit, uns die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie auf ihren Bereich kurz darzustellen ...
Alle Feierlichkeiten zum 9. Mai, dem Jahrestages des Sieges über den deutschen Faschismus, sind in Moskau für dieses Jahr abgesagt worden, strenge Ausgangssperren wurden seit Ende März ebenso verordnet wie eine "arbeitsfreie Zeit" bei Lohnfortzahlung. Dennoch steigen die Corona-Infektionszahlen und die Krankenhäuser sind überlastet. Wir haben die Büroleiterin des RLS-Büros in Moskau, Kerstin Kaiser, zur aktuellen Krisenbewältigungssituation und der politischen Lage vor Ort in Russland befragt.
Die Maßnahmen gegen die Pandemie scheinen zu einem enormen Digitalisierungsschub zu führen. Wir haben Timo Daum, Autor von "Das Kapital sind wir", gefragt, wie sich die Zusammensetzung von digitaler und analoger Welt und das Machtgefüge des digitalen Kapitalismus verändern wird.
Der 8. Mai ist ein Datum, das würdevoll begangen werden muss. Leider ist es uns dieses Jahr nicht möglich, dies so zu tun, wie es angedacht war. Ganz unkommentiert wollen wir aber den 8. Mai nicht stehen lassen. Wir haben deshalb eine besondere Folge unseres digitalen Bildungsformats "3x3" aufgenommen: Wir befragten den Zeitzeugen Kurt Hillmann, was er über den 8. Mai denkt. Er überlebte als verstecktes jüdisches Kind.
Der Süden Osteuropas war am Anfang vom neuartigen Corona-Virus nicht so stark betroffen wie die südlichen Staaten Westeuropas. Wie es zurzeit rund um die Bekämpfung der Corona-Virus Pandemie in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens steht fragen wir Krunoslav Stojaković vom Belgrader Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Die Grenzen innerhalb Europas wurden geschlossen zum Schutz vor der Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus. Die Reisefreiheit aufgehoben. Um deutschen Bauern billige Arbeitskräfte zuzuführen, wurden für osteuropäische Erntehelfer*innen Ausnahmeregelungen geschaffen. Wie es um die Situation dieser Menschen bestellt ist, die rund um Berlin arbeiten, informiert uns Anna-Katharina Dietrich. Sie ist Referentin bei "ARBEIT UND LEBEN - DGB/VHS Berlin-Brandenburg"
Die Infektionszahlen durch Corona nehmen gerade ab und das Land hat dennoch große Angst vor der zweiten Welle. Wir haben Prof. Min Geum in Seoul drei Fragen zur aktuellen Situation und den Krisenmaßnahmen in Südkorea gestellt.
In Berlin gehören die Buchläden seit Beginn der Corona-Krise zur notwendigen Grundversorgung und dürfen geöffnet bleiben. Das Buch wird so zum Lebensmittel. Wie wirkt sich Corona auf den Buchmarkt aus, haben wir die Rixdorfer Buchhändlerin Friederike Hartwig gefragt.
Wir haben dem Leiter des New-York-Büros der Rosa Luxemburg Stiftung drei Fragen gestellt zur aktuellen politischen Situation in den USA angesichts von Corona.
Wir haben der Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ) drei Fragen gestellt zur Ökonomie unseres Gesundheitssystems und der Rolle der so genannten Diagnosis Related Groups: DRJs. Warum ist kaum ein Land auf der Welt gesundheitspolitisch vorbereitet gewesen ...?
Wir befragen den Finanzpolitiker Fabio de Masi (Die Linke) welche Finanzinstrumente benutzt die Bundesregierung in der Corona-Krise und wer dafür aufkommen sollte.
Der rechtsradikale Präsident Jair Messias Bolsonaro nennt Corona eine "kleine Grippe" und entließ seinen Gesundheitsminister, weil dieser Isolationsmaßnahmen verteidigte. Das Gesundheitssystem droht bald zusammenzubrechen und die Pandemie hat bereits jetzt dramatische Auswirkungen für die arme Bevölkerung. Kommt der große Corona-Aufstand? 3 Fragen, 3 Antworten mit dem Journalisten Niklas Franzen aus São Paulo.
In Großbritannien ist das Gesundheitssystem anders organisiert als in Deutschland. Der NHS (National Health System) erfährt höhere Zustimmungsraten als das Königshaus. Dr. Florian Weis von der Rosa-Luxemburg Stiftung stellt uns dieses in 3 x 3 Minuten vor.
Der Tourismus ist einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Berlin. Nicht alle Berliner*innen sind damit glücklich. Durch den Coronanavirus ist dieser zum Erliegen gekommen. Hierzu stellen wir der tourismuspolitischen Sprecherin Katalin Gennburg drei Fragen.
Bitte klicken Sie auf die Veranstaltung, wir haben als Ersatz vorerst Infos und Links zum Veranstaltungsthema zusammengestellt.
Die globale Krise von 2007 bis 2009 führte zur Krise in der Eurozone 2010 bis 2013, die sich zur existenziellen Bedrohung für die EU entwickelte. Es ist zu erwarten, dass die EU in den kommenden Jahren auf der Weltbühne irrelevant werden wird, zumal ihr wirksame politische Führung fehlt. Der Brexit war ein Schock für die vorherrschenden neoliberalen Mechanismen und wird erhebliche Auswirkungen haben. Angesichts des Scheiterns von Syriza ist es für die europäische Linke unabdingbar, eine alternative Analyse Europas anzubieten, bei der Demokratie und wirtschaftliche Erneuerung im Vordergrund stehen. Eine echte Zusammenarbeit und ein echter Internationalismus in Europa erfordern einen Bruch mit den bestehenden Mechanismen.
Gespräch mit der Berliner Friedensaktivistin Laura von Wimmersperg über ihr Leben und zu aktuellen Herausforderungen an die Friedensbewegung.
Die Ausstellung mit Positionen von fem_arc Kollektiv, Feminist Night Scapes, Julia Förster & Caroline Rosenthal, Sarah Held, Dorothea Nold, Banu Çiçek Tülü, Lena Wegmann & Tabea Latocha und Ina Wudtke widmet sich anhand von Installationen, Fotografien, Sound- und Textarbeiten Stadt- und Raumkonzeptionen aus einer feministischen Perspektive. Anhand eines Mappings werden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Urban Design and Urbanisation des Instituts für Architektur der Technische Universität Berlin die Werke im Berliner Stadtraum verortet. DJ T-INA Darling aka Ina Wudtke präsentiert am Abend der Eröffnung ein konzeptuelles DJ-Set mit Protestsongs gegen steigende Mieten und Verdrängung.
Mit: Susana Falcón Tornú Moderation: Raul Zelik Eine gemeinsame Veranstaltung mit interbrigadas e.V.
Welchen Einfluss haben die enge Bindung Polens an die USA und das unter Putin wiedererstarkte Russland auf das geopolitische Kräfteverhältnis? Gibt die Geschichte darüber Auskunft, was zur aktuellen Eskalation der Spannungen zwischen beiden Ländern geführt hat, und was hat das mit uns Deutschen zu tun? Referent: Reinhard Lauterbach, Publizist und Osteuropakorrespondent.
Die Unruhen in Honkong gegen die Politik der Stadtregierung in Bezug auf China bestimmen seit Monaten das mediale Bild über die Region. Die Ursachen des Konfliktes sind alt. Wir wollen diskutieren, wo diese liegen und warum sie zu immer heftigeren Konflikten führen. Wie wird sich die Situation weiter entwickeln? Welche Folgen hat der Umgang mit Hongkong (und Macau, das aber viel kleiner ist und weniger ins Gewicht fällt) für die Politik in der VR China?
Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten auf dem Wege des Beitritts der DDR zur BRD hatte die einseitige Adaption der ostdeutschen Strukturen, Verhältnisse, Rechtsnormen und Werte an westdeutsche sowie einen Institutionen-, Eliten- und Finanztransfer von West nach Ost zur Folge. Das Pendant hierzu war ein Ressourcentransfer von Ost nach West, der inzwischen durch einen Gewinn- und Kapitaltransfer ergänzt wird. Dies hat dazu geführt, dass der Osten auch 30 Jahre später noch ein fragmentierter sowie politisch, ökonomisch, finanziell und kulturell vom Westen dominierter Teil Deutschlands ist.
Das Schlimmste am Mietenwahnsinn in Städten wie Berlin ist für viele Menschen die Angst davor verdrängt zu werden. Anders als vermutet, trifft es nicht nur die alte Mieterschaft in begehrten Altbauquartieren, sondern auch Großsiedlungen. Aufhalten soll diese Prozesse u.a. der Milieuschutz. Er ist im Bundesbaurecht geregelt. Da dieser offensichtlich nicht so funktioniert wie gewünscht, steht er nun zur Diskussion. Mit: Dr. Fabian Beran und Caren Lay
Die Berliner Diseuse und Autorin Gerta Stecher stellt ihre Lise-Meitner-Collage vor. Dabei setzt sie die Kenntnis der großen Leistung der Kernphysikerin voraus und richtet ihr Augenmerk vielmehr auf die Widerstände und Spannungen, denen die 1878 Geborene als Österreicherin in Preußen, als weibliche Forscherin in einer männerdominierten Akademikerwelt und als Jüdin während der Nazizeit ausgesetzt war.
Seit 2013 wurden Tausende von geheimen Dokumenten veröffentlicht, die von Edward Snowden an JournalistInnen übergeben worden waren. Sie bewiesen die umfassenden globalen Hacking- und Überwachungspraktiken der "Five Eyes", hauptsächlich der US-amerikanischen NSA und des britischen GCHQ. Die Massenüberwachung sowie die gezielte politische und wirtschaftliche Spionage hatten nicht den Zweck der Terrorabwehr, sondern sollten die globale Dominanz der "Five Eyes" auch digital gestützt sichern. Der Vortrag fasst wichtige Snowden-Erkenntnisse zusammen, stellt technische Details in den politischen Kontext und skizziert relevante Fortschritte in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit bzw. deren Ausbleiben.
Produktivkraftsprung? Die Grenzen der digitalen Revolution Industrie 4.0, Plattformökonomie, Startups – Stichworte wie diese malen eine allgemeine Disruption der ökonomischen Verhältnisse an die Wand. Doch sind die damit verbundenen Erwartungen einer Wiederbelebung des Kapitalismus gerechtfertigt? Der Vortrag liefert mit Bezug auf den Marxschen Begriff der "Produktivkraft" eine Kritik solch technologiezentrierter Prognosen. Im Ergebnis erscheint die aktuelle Entwicklung eher als rasender Stillstand denn als grundlegende Transformation. Und der Kapitalismus offenbart sich auch als Schranke der technischen Entwicklung.
Die Alternative muss immer relativ zu etwas Bestehendem gedacht werden, das nicht mehr auf uneingeschränkte Zustimmung trifft. Der Begriff Alternative ist zunächst einmal neutral und nicht genuin links. Er steht einfach für "jenseits des Mainstreams". Aktuell ist der Begriff vor allem von rechts aufgeladen. Was aber bedeutet das für Literatur und Kunst, die sui generis in einem engen Bezugsfeld zu alternativen Perspektiven, Weltentwürfen, Visionen, Lebens- und Denkformen stehen? Und wie lässt sich der Begriff "Alternative" für kritische, libertäre und sozialemanzipatorische Positionen zurückgewinnen?
Im März 1920 schlägt die Konterrevolution zurück. Militärs, Ministerialbürokraten, im Hintergrund Männer des Großkapitals wollen mit Novemberrevolution, Weimarer Republik, Demokratie und den Linken abrechnen. Aber sie stoßen auf Widerstand. Nicht die Regierung und ihr bewaffneter Arm, die Reichswehr, bieten dem reaktionären Treiben eine Abwehrschlacht. Es sind die einfachen Arbeiter, organisiert und unorganisiert, die Arbeiterorganisationen, die Arbeiterparteien und die Gewerkschaften. Generalstreik!
Dr. Hans Modrow, ehemaliger Ministerpräsident der DDR und Vorsitzender des Ältestenrates der Partei DIE LINKE, spricht über seine Arbeit als Ministerpräsident, über die politische und ökonomische Situation der DDR im Herbst '89 und Frühjahr 1990, mögliche und vertane Chancen bei der Gestaltung der deutschen Einheit und die sich daraus ergebende heutige Verantwortung der Linken.
Am 5. Februar stand die mögliche Wahl einer rot-rot-grünen Minderheitsregierung unter Bodo Ramelow an. Was dann mit der Wahl von Thomas Kemmerich passierte, beschäftigt seitdem die Republik. War es politisches Stümpertum, dass CDU und FDP auf eine Finte der AfD hereingefallen sind? Ein Austesten und Provozieren von rechten Kreisen in der CDU und FDP? Oder der bewusste Dammbruch, um Koalitionen von CDU und FDP mit der AfD zu ermöglichen bzw. real in Thüringen umzusetzen?
Gezeigt wird der Dokumentarfilm über die Nazi-Konzert-Szene "Blut muss fließen: Undercover unter Nazis" (2012) Im Anschluss diskutieren wir mit dem Filmemacher Peter Ohlendorf über sein Werk und wie mit dem Rechtsruck in der Gesellschaft umzugehen ist. Moderation: Anna Jocham
An vielen Clubtüren haben Frauen inzwischen ihren festen Platz erkämpft. Doch mit welchen Zuschreibungen müssen sie sich auseinandersetzen? Wie gehen sie mit ihnen um, und was sind ihre Rollen? Geht es um eine Reproduktion klassischer Securityarbeit, oder bieten insbesondere Clubs in Berlin die Möglichkeit, Räume jenseits der Dominanzgesellschaft zu erschließen? Was bedeutet das für die konkrete Arbeit sowohl in den Teams als auch den Gästen gegenüber?
Gerhard Gundermann wäre im Februar 65 Jahre geworden. Wie erinnert man an jemanden, der in seinem kurzen Leben für uns vorgedacht, geträumt, für uns gestritten und mit uns gelebt hat? 1981 drehte Richard Engel den ersten Film über Gerhard Gundermann. Damit begann eine enge und kreative Freundschaft. Heute zeigen wir den 1999 erschienenen Film "Das Ende der Eisenzeit". Die Arbeiten an diesem Film wurden durch den Tod von Gundi unterbrochen. Die „Helle Panke“ hat Petra Kelling und Richard Engel eingeladen ...
Nie haben SIE das Knie gebogen zum obligatorischen Hofknicks. Wer waren SIE? Aufmüpfige adelige Damen, die sich den höfischen Sitten und Bräuchen entzogen, mit Konventionen ihres Standes brachen und sich selbstverwirklicht literarisch äußerten. Die Journalistin Karla Dyck nähert sich ihnen in interessanten Porträts von elf dieser Frauen, die Zeichen setzten für ein neues Frauenbild. Es sind klangvolle Namen: Sophie von La Roche, Karoline von Günderrode, Bettina von Arnim, Annette von Droste-Hülshoff, Jenny Marx, Malwida von Meysenbug, Marie von Ebner-Eschenbach, Bertha von Suttner, Lou Andreas-Salomé, Franziska zu Reventlow, Hermynia Zur Mühlen.
Im März 1926 gründete eine Gruppe von mehr als 200 österreichischen Auswanderern eine Kolonie am Fluss Syrdar’ja in der Nähe von Kzyl-Orda, der damaligen Hauptstadt von Kasachstan. Armut und der Mangel an Arbeitsplätzen waren die ausschlaggebenden Motive für die Emigration. Die Regierung in Österreich gewährte finanzielle Unterstützung, um Arbeitslose und lästige Demonstranten loszuwerden ...
Einführung: Klaus Baier zur Wirkung von Literatur Musik: Silke Eberhard, Saxophon (Berliner Jazzpreis 2020) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 28. August. Besichtigung möglich in der Kopenhagener Str. 9 nach Terminvereinbarung.
Viele Menschen sind durch Berichte über Umweltkatastrophen und persönliche Erfahrungen mit dem Klimawandel, einschließlich militärischer Aktionen, für die notwendige Lösung ökologischer Probleme sensibilisiert. Das zeigen Aktivitäten von Greenpeace und anderen Bewegungen von Umweltaktivisten. Es geht um die Lösung des ökologischen Grundwiderspruchs unter konkret-historischen Bedingungen. Was ist zu tun? Referent: Prof. Dr. Herbert Hörz
Vivian Frick diskutiert aus Sicht der Forschungsgruppe "Digitalisierung und sozial-ökologische Transformation" die Nachhaltigkeit der Digitalisierung. Anschließend geht es um Gestaltungsmöglichkeiten: Wie kann eine digitalisierte Gesellschaft aussehen, in der die Natur erhalten wird, Wohlstand gerecht verteilt und Menschenrechte geachtet werden? Ein Einblick in die Bits-und-Bäume-Bewegung und deren Forderungen liefern dafür die Diskussionsgrundlage.
Seit dem Ausbruch der Krise 2008 wird die Frage der Nation auch von einem Teil der Linken propagiert: von dem Teil nämlich, der den Nationalstaat als Schutz gegen das globale Kapital begreift. Er stützt seine politischen Programme weiterhin auf den Ausschluss eines bedeutenden Teils der Arbeiterklasse: Geflüchtete, Migrant*innen, Staatenlose. Auf diese Weise aber wird die Klassenfrage selbst aufgegeben. Wenn die Linke von der Arbeiterklasse spricht, aber damit eine deutsche, eine englische, eine französische etc. Klasse meint, verfehlt sie von vornherein den Begriff: Klasse und Nation, das ist vielleicht die Lektion des 20. Jahrhunderts schlechthin, gehören nicht zusammen. Darüber wollen wir mit G.M. Tamas und Lea Ypi sprechen.
Gleich mit seinem ersten Buch machte sich der junge Engels einen Namen. 1845 erschien seine "Lage der arbeitenden Klasse in England". "Nach eigner Anschauung und authentischen Quellen" gearbeitet, wie der Untertitel versprach. Für den jungen Marx, und nicht nur für ihn, war Engels‘ Buch eine Offenbarung und ein Ansporn; er hat es hochgeschätzt und im ersten Band des "Kapital" mehrfach genannt und daraus zitiert. Wie sein Autor wird "Die Lage ..." heute bei vielen Marx-Jüngern eher gering geschätzt. Eine erneute Lektüre zeigt, dass dieses Buch weit mehr ist als eine Sozialreportage. Wir wollen uns diese jugendfrische Arbeit noch einmal ansehen und prüfen, was davon bleibenden Wert für die sozialistische Bewegung hat.
Angesichts der großen Menge der noch immer in Bibliotheken, Museen und Archiven liegenden und auf Rückgabe wartenden Kulturgüter an ihre rechtmäßigen Eigentümer, Erben und Rechtsnachfolger ist es umso dringender, über die anhaltende Aktualität des nationalsozialistischen Wahnsinns und die von ihm verübten Verbrechen zu sprechen. Wie lässt sich Gerechtigkeit herstellen, wie eine nachhaltige und ehrliche Erinnerungskultur entwickeln, um hinsichtlich der materiellen Enteignungen eine faire Lösung für alle Beteiligten zu finden?
Fast drei Jahrzehnte war die Referentin im Bühnenvertrieb des Henschelverlags für die Auswahl und die deutschen Übersetzungen der russischen und sowjetischen Theaterstücke zuständig. Sie reist immer noch gern und regelmäßig in das auch jetzt noch große Land. Vieles ist neu, manches befremdlich, vieles ist auch alt und erkennbar. Russland ist nach wie vor ein Land der Extreme, aber ihr Bild entspricht nicht dem, das die üblichen Medien hierzulande vermitteln. Referentin: Dr. Susanne Rödel
Zahlreiche äußere Mächte mischen sich in diesen Konflikt ein; auch innerhalb der Europäischen Union spielen sich dabei machtpolitische Ränkespiele ab, und es kommt zu Rivalitäten zwischen Mitgliedsländern. Um einen Überblick über die Ereignisse zu bekommen, die sich in Libyen seit dem Sturz und dem Tod des früheren Staatschef Muammar al-Gaddafi 2011 abspielen, wollen wir mit dem Pariser Journalisten Bernard Schmid diskutieren.
Am 29. Juni 2019 sprach Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher bei uns über die Pläne eines "Mietendeckels" für Berlin. Nun soll dieser Ende Januar im Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Wie wird er konkret gestaltet? Was hat sich im Vergleich zu Juni verändert? Wie soll mit der Kritik von Wohnungsbaugenossenschaften umgegangen werden? Und was haben wir in der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik noch zu erwarten?
Es steht außer Frage, dass wir uns in mitten einer ökologischen Krise befinden. Die sowieso schon existierenden sozialen Gegensätze werden sich global weiter verschärfen. Die Verursachung und Bearbeitung dieser Krise ist eine soziale Frage, die nicht ohne die Kategorien Klasse, Geschlecht und (vermeintliche) Herkunft behandelt werden kann. Markus Wissen beleuchtet den Zusammenhang von Natur- und Klassenverhältnissen und zeigt auf, warum ökologische und soziale Nachhaltigkeit zusammengedacht werden müssen.
Die Arbeit der Architekten der DDR erfährt neue Achtung und Anerkennung. Ein Zeichen dafür ist der Vorschlag, die alte und neue Karl-Marx-Allee gemeinsam mit dem Hansaviertel auf die Welterbeliste der UNESCO zu setzen. Verbunden damit ist der kritische Blick auf gegenwärtige Stadtplanung und Architekturdebatten in Berlin. Referent: Dr. Thomas Flierl
In der Veranstaltung möchten wir die aktuelle systemkritische Bewegung politisch einordnen, sie mit vergangenen Bewegungen im Iran (z.B. der reformistischen „grünen Bewegung“ 2009) vergleichen, ihre Forderungen, Aktionsformen und Charakteristika beleuchten und der Frage nachgehen, auf welche Zukunft das Land politisch zusteuert.
Im Vortrag zur neuen Seidenstrasse wird nach einen kurzen Blick auf die Geschichte sowie den Umfang der Investitionen vor allem der Frage nachgegangen, warum China diese Initiative ins Leben gerufen hat. Harmonie statt Hegemonie – eine alternative Geostrategie? Referent: Dr. Uwe Behrens
"Emanzipiert und stark" - so lautet der Titel eines Buches, das Gregor Gysi in einer Rezension für das "neue deutschland" im März 2019 als "Hommage an die emanzipierten Frauen in der DDR" würdigte. Ein Dank gilt den HerausgeberInnen Dagmar Enkelmann und Dirk Külow, die als Vorlage die vergriffene Publikation "Die DDR und ihre Töchter" von Claudia Wangerin nutzten und mit aufschlussreichen Interviews, Fotos und Dokumenten die Rolle der Frauen in der DDR in Erinnerung riefen ...
Nach Jahrzehnten verfehlter staatlicher Drogenpolitik steht diese wieder zur Diskussion und wird auch zum Teil vom Land Berlin anders gestaltet. Wenn über einen anderen Umgang mit Drogen geredet wird, fällt oft das Beispiel Portugal. Deshalb haben wir uns mit Ricardo Fuertes einen bekannten Praktiker aus der Drogenhilfe Lissabon eingeladen. Mit ihm sprechen und diskutieren Astrid Leicht (Fixpunkt e.V.), Heike Drees vom Referat Suchthilfe, HIV/Aids, Gesundheit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin und Niklas Schrader (drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion).
Angesichts des provozierenden öffentlichen Auftretens der AfD in deutschen Parlamenten und der internationalen Vernetzung neonazistischer Kräfte fragen besorgte Bürger immer öfter, wie konnten sich Faschismus und Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland wieder erheben? Es ist an der Zeit, zum Umgang mit Hitlerfaschismus und Naziideologie nach 1945 in beiden deutschen Staaten historische Tatsachen sachgerecht nach Ursache und Wirkung darzustellen. Der Vormarsch der AfD erfordert dringend einen bundesweiten Antifaschismus als Staatsdoktrin, um die brüchig gewordene Demokratie vor dem Verschleiß zu bewahren. Referent: Prof. Wolfgang Triebel
Am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee wollen wir an Menschen erinnern, die sich in den Dienst ihrer Patienten, unabhängig von Religion und Herkunft, gestellt haben. Dazu gehörte Prof. Ingeborg Rapoport, die als junge Praktikantin im Israelitischen Krankenhaus Hamburg ihre medizinische Laufbahn begann, bevor sie wie viele andere jüdische Ärzt*innen Deutschland verlassen musste. Sie schilderte als Zeitzeugin in Interviews den Prozess der Demütigung, Entrechtung, Vertreibung und Ermordung von Patient*innen und Mitarbeiter*innen. Das wollen wir nie vergessen.
Viele der Umbrüche in das neue Jahrzehnt - die zurückgekehrte Wirtschaftskrise, Digitalisierung, Mietpreisexplosion und rapide Gentrifizierung, Arbeitsüberlastung, der Aufstieg der extremen Rechten usw. - verbreiten Unbehagen, mitunter Angst. Zugleich tut sich aber auch politisch etwas: Überall auf der Welt - in Chile, in Haiti, im Libanon, im Irak, in Frankreich usw. - gehen Menschen wieder auf die Straßen und kämpfen für ihre sozialen Rechte und gegen den Klimawandel. In den USA und in Großbritannien denkt die junge Generation sogar laut über grundlegende Alternativen zum Kapitalismus, über Sozialismus nach. Ingar Solty nimmt diese Entwicklung zum Anlass und denkt sie vom Ende her: Wohin führen uns all diese Entwicklungen? Wie sieht die Welt von morgen aus, wie die Welt von übermorgen?
Seit 50 Jahren behauptet die Autoindustrie, es gebe eine innere Reform der Autogesellschaft: mit Katalysator, mit spritsparenden Autos ("Swatch-Car"), mit "Biosprit". Jetzt also das Elektroauto. Dabei ist die CO2-Bilanz eines E-Autos über seinen Lebenszyklus hinweg kaum besser als die eines Autos mit (sparsamem) Verbrennungsmotor.
Im August 2019 rief der Bezirk Pankow als erster den "Klimanostand" aus. Kurz darauf sammelte die "Volksinitiative Klimanotstand" innerhalb von drei Monaten 40.000 Unterschriften, und im Dezember schließlich rief Berlin als erstes Bundesland eine "Klimanotlage" aus. Selbst die Bundesregierung teilt auf dem Papier die Ziele des Klimaschutzes. Doch was bedeutet dies alles in der Praxis? Konkrete Maßnahmen wurden bisher kaum beschlossen, sondern nur Willensbekundungen geäußert. Denn konkrete Maßnahmen können unpopulär sein und unser gewohntes Leben hinterfragen. Was kommt also auf die Bürgerinnen und Bürger zu? Ein Klimanotstand bietet viele Chancen für die Stadt und ihre Bevölkerung - doch wie lassen diese sich verwirklichen?
Vortrag von Ellen Brombacher zu Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses, zum Antisemitismusvorwurf an die DDR und über persönliche Erfahrungen.
Während der Mord an Walter Lübcke dem Muster rechtsterroristischer Taten seit den Jahren der Weimarer Republik folgt, handelt es sich bei der Tat von Halle um eine recht neue Form der Inszenierung rechtsterroristischer Gewalt, bei der sich die Täter im Vorfeld bzw. während der Tat im Internet präsentieren. Was ist das Trennende und Verbindende der Taten von Kassel und Halle? Wie inszeniert sich der Rechtsterrorismus mit seinen Taten?
Bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert haben Philosophen wie Paul Tillich, Walter Benjamin, Ernst Bloch u.a. eine Alternative zur Geschichts- und Alternativlosigkeit gesucht. Wie nach ihnen Immanuel Wallerstein, Giorgio Agamben, Michael Hardt und Antonio Negri greifen sie dafür auf Kairós, den Gott der guten Gelegenheiten, als Denkfigur zurück.
Im Vortrag wird auf den strategischen Suchprozess Lenins in der Zeit vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur Oktoberrevolution eingegangen: Klare politische Positionierung, Arbeit an einer revolutionären Dialektik, Entwicklung einer neuen kommunistischen Erzählung für das Zeitalter des Imperialismus, strategisch orientierte Gesellschaftsanalyse, ein grundlegend verändertes Konzept der Revolution für Russland und die imperialistische Peripherie, Erarbeitung von Vorstellungen zu Sozialismus und Staat und Fokussierung auf konkrete Projekte des Einstiegs in den Sozialismus gingen Hand in Hand. Davon kann die heutige Linke lernen - auf andere Weise revolutionäre Realpolitik zu verwirklichen. Referent: Michael Brie
Im Jahr 2020 würde Friedrich Engels 200 Jahre alt. Für uns Berlinerinnen und Berliner dürfte heute seine Schrift "Zur Wohnungsfrage" (1873) die aktuellste und interessanteste sein. Vor knapp 150 Jahren analysierte Engels darin, warum die Wohnungsfrage im Kapitalismus entsteht und in diesem nicht zu lösen sei. Dabei unterzieht er reformistische Lösungsversuche, wie z. B. genossenschaftliche Modelle, einer beißenden Kritik.
Lesung mit der Schauspielerin Doreen Kähler Moderation: Marilies Müller
Seit 1999 hat die Helle Panke ihren Sitz in der Kopenhagener Straße im Prenzlauer Berg. Wie interessant und historisch aufgeladen „unser“ Kiez ist, haben zwei Autoren in ihren fast gleichzeitig erschienenen Büchern jüngst beschrieben: Holger Siemann setzt in dem Jahrhundertroman „Das Weiszheithaus“ genau wie Torsten Schulz in seinem Roman „Skandinavisches Viertel“ dieser Gegend ein liebevolles literarisches Denkmal ...
Im Rahmen eines künstlerischen Forschungsprojekts über Kunst im urbanen Raum in Pankow der Künstlerinnengruppe 'x-embassy' entsteht ein zweiter Filmabend, ZICKZACK II: Ausgangspunkt des künstlerischen Forschungsprojekts vom Kollektiv x-embassy war die gemeinsame Anmietung eines größeren Raumes in der ehemaligen australischen Botschaft auf der Grabbeallee in Pankow, die mit Keramikschutzwänden der renommierten Keramikerin Hedwig Bollhagen (1907-2001) umhüllt ist ...
In den „Goldenen Zwanzigern“ sang Otto Reutter von Alltagsgeschichten, von kleinen Übeln und großen Dummheiten, er sang vor allem den Menschen aus dem Herzen. Sie liebten ihn dafür und für seinen Mut zum Galgenhumor. Und dafür lieben wir ihn noch heute.
Im Rahmen eines künstlerischen Forschungsprojekts über Kunst im urbanen Raum in Pankow der Künstlerinnengruppe 'x-embassy' entsteht der Filmabend ZICKZACK I: In der offiziellen 'Erfolgsgeschichte' der Wiedervereinigung, sowie den aktuellen Debatten um die weiterhin bestehenden Spannungen zwischen ...
1969 markiert einen radikalen Umbruch der sozialen Beziehungen bei FIAT-Mirafiori in Turin. Über ein Jahrzehnt sollte die größte Auto-Fabrik Italiens nicht mehr zur Ruhe kommen. Linke aus ganz Europa sahen die FIAT-Streiks als Bezugspunkt. Für die Gewerkschaftslinke wurde Mirafiori zum Experimentierfeld basisdemokratischer Organisationskonzepte, für die radikale Linke das Fanal für den Aufstand des „Massenarbeiters“ und seinen „Kampf gegen die Arbeit“. 50 Jahre danach schauen wir uns die Streiks noch einmal genauer an. Wie reagierten die Gewerkschaften, und welchen Einfluss hatten die Kämpfe auf linke Theorie und Praxis – wie den Operaismus? Welchen Einfluss hatte dieser in der Fabrik? Was war Mythos und was Realität?
Andrej Platonow gilt als prophetischer Schriftsteller, der die Tragödie der Sowjetunion vorausgesehen hat. In Platonows früher Publizistik wird die Nutzung der Sonnenenergie und die Überwindung des Raubbaus an der Natur propagiert, sein späterer Essay schreibt kritisch «Über die erste sozialistische Tragödie» (1934). Der Roman Dshan (1935) erweist sich als Utopie von einer Menschheit, die es vermag, die Gefahr ihres selbstverschuldeten Untergangs zu bannen.
Referenten: Ilsegret Fink und Prof. Dr. Heinrich Fink Moderation: Christian Beyer
Das Lektüreseminar widmet sich mit Victor Klemperers Buch LTI – Notizbuch eines Philologen einem Klassiker der kritischen Analyse der nationalsozialistischen Sprache. Es basiert auf umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen, wurde erstmals 1947 veröffentlicht und hat seitdem viele Auflagen erlebt. Klemperer ...
Wir wissen, dass die globalen Emissionen bis 2030 halbiert und bis 2050 auf Null gesenkt werden müssen, um den Klimazusammenbruch noch zu verhindern. Empirisch lässt sich belegen, dass diese Entwicklung mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene unvereinbar ist. Vielmehr müssen die reichen Nationen ihren Energie- und ihren Ressourcen- und Materialverbrauch aktiv reduzieren, um einen ausreichend schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Doch wie sieht eine Postwachstums-Gesellschaft aus? Wie kann sie erreicht werden? Und was bedeutet das für das Leben des Menschen im Anthropozän?
Dieses Willkommen versendet der Berliner Gospelchor mit seiner Botschaft für Frieden und Völkerverständigung. Es ist ein Oktett, das aus acht großartigen SängerInnen – fünf Frauen und drei Männer aus verschiedenen Ländern Afrikas – besteht. Seit 2009 erfreuen sie ein interessiertes Publikum mit ihrem Gesang. Referat: Karlen Vesper Moderation: Marlene Vesper
Referent: Martin Maleschka Moderation: Dr. Thomas Flierl Eine Kooperationsveranstaltung von der Max-Lingner-Stiftung und Helle Panke e.V.
Medial gibt es verschiedene Zugänge zur Revolte von 68: zwei davon wären: die Skandalisierung über Antiamerikanismus-, Nationalismus- und Antisemitismusvorwürfe; oder die Verniedlichung über ein interessegeleitetes grün-alternatives Zivilisierungsparadigma und die damit verbundene Verschiebung der großen Aufbruchsthemen sowie der zentralen Schauplätze der Revolte ins Mikropolitische und Provinzielle. Gerhard Hanloser versucht dagegen in seinem Vortrag die Revolte als Fundamentalopposition in ihrer theoretischen wie praktischen Radikalität ernst zu nehmen.
Mit: Dr. Ulrich Schneider (Geschäftsführer, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband), Zeinab Nasreddin (Leiterin Gesobau Familientreff), Helene Böhm (soziale Quartiersentwicklung der GESOBAU und Vorstand Netzwerk Märkisches Viertel) und Katina Schubert (MdA, Sprecherin für Arbeit, Flüchtlingspolitik der Fraktion DIE LINKE)
Derzeit ist gesellschaftlich viel in Bewegung. Die Ahnung, dass unsere Lebensform zu destruktiv ist, um einfach andauern zu können, breitet sich aus, aber Zukunftsperspektiven bleiben rar. Eva von Redecker diskutiert einige Dilemmata klassischer Revolutions-Vorstellungen und wirbt dennoch dafür, an diesem politischen Maximal-Begriff festzuhalten. Die Perspektive eines radikalen Wandels bestehender Ausbeutungs- und Zerstörungsmechanismen erlaubt, verschiedene aktivistische Strömungen der Klima-, Frauen*- und antirassistischen Bewegung als Durchsetzung und Vorwegnahme einer anderen Ordnung zu sehen.
Der Germanist Iwan-Michelangelo D’Aprile löst Fontane aus seinem Nahbereich Preußen und Brandenburg, und sucht ihn inmitten der beschleunigten, zunehmend elektrifizierten und globalisierten Welt auf, in der er lebte. Ein Epochenporträt des 19. Jahrhunderts.
Das Marx-Jahr ist vorbei – hurra, es kommt das Engels-Jahr. Die jeweils 200. Geburtstage von Mohr und General sind Anlass, sich der Verbreitungs- und Rezeptionsgeschichte ihrer Schriften sowie Details des Marxschen Wirkens zu widmen...
Die Klimakrise betrifft vor allem die Menschen, die am wenigsten dazu beitragen. Viele Lösungsvorschläge gehen zu Lasten der Armen. Das Konzept der Klimagerechtigkeit betrachtet hingegen die Klimakrise und die soziale Frage gemeinsam und hinterfragt die derzeitige Wirtschaftsordnung. Was bedeuten Klimagerechtigkeit und Klimakrise? Was hat der Kapitalismus damit zu tun? Und ist er überhaupt dazu in der Lage, die Welt klimagerecht umzugestalten? Wie kann eine Postwachstumsgesellschaft aussehen? Was wären die nächsten Schritte in diese Richtung?
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Laudatio: Gerry Woop, Staatssekretär für Europa in der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Musik: Hannes Zerbe am Eisler-Flügel Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 07. Februar 2020.
Der weltweite Urbanisierungstrend und der damit einhergehende Mangel an bezahlbarem, zufriedenstellendem Wohnraum betrifft alle Industriestaaten – neben Berlin, Freiburg, oder Jena trifft es im Nachbarland ebenso mit Wien oder Graz auch österreichische Städte. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts lieferte dort der Wohnbau im Rahmen des sogenannten Modell Steiermark Lösungen zu dieser Herausforderung, indem experimentell mit innovativen Konzepten neue Maßstäbe für den Massenwohnungsbau gesetzt wurden.
Die Anpassung der Sozialdemokratie an den Kriegskurs des Kaiserreichs war Ergebnis ihrer allmählichen Integration ins System. Nach der Novemberrevolution setzte sie diese Anpassung fort - gestützt auf die parlamentarischen Hoffnungen der Mehrheit der Arbeiterschaft schlug sie im Bündnis mit kaiserlichen Militärhierarchie die störenden revolutionären Ansätze blutig nieder. Die revolutionäre Minderheit suchte in ihrer Empörung Zuflucht zu Aktionismus, Selbstdarstellungspolitik und Unterordnung unter die Komintern, und fand nicht den Weg, die Spaltung revolutionär zu überwinden.
Die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen haben der AfD fulminante Siege beschert. Gestärkt wurde damit vor allem der völkische Flügel der Partei, der in allen drei Bundesländern dominant ist. Auch in den Kommunen hat die AfD ihre Stellung gestärkt. Was sind die Gründe für den weiteren Aufstieg der modernisierten radikalen Rechten? Wer wählt die Partei aus welchen Gründen? Was bedeutet der Sieg des völkischen Flügels für das innerparteiliche Gefüge der AfD? Diese und andere Fragen werden im Zentrum der Veranstaltung stehen.
Das Kollektiv x-embassy initiiert eine intergenerationelle künstlerische Forschung zum Thema Kunst im urbanen Raum in Pankow. Ausgehend von ausgewählten Beispiele, u.a. Aufbauhelferin (Gertrud Claessen, 1952) und fragen ! (Karla Sachse, 2005), konzentriert sich das Kollektiv auf die Erfahrungen von Künstlerinnen, die vor und nach 1990 in Ostberlin tätig waren und/oder sind.
Ziel des Workshops ist es, Menschen, die insbesondere in Basis- und Stadtteilgruppen aktiv sind, mit den Ideen, Konzepten und Werkzeugen des transformativen Community Organizings (TCO) vertraut zu machen. Erfahrungen und Probleme aus den jeweiligen politischen Arbeiten sollen im Detail betrachtet und für einen gemeinsamen Lernprozess genutzt werden. Die erworbenen Kenntnisse werden direkt praktisch erprobt.
Der Wunsch nach einer Breitenwirksamkeit einer neuen Ästhtetik, Lebensgestaltung und Produktdesign - wie sie das 1919 in Weimar gegründete Bauhaus von Beginn an formulierte - konnte erst mit dem Umzug der Lehrinstitution in die Stadt Dessau in stärkerem Ausmaße verwirklicht werden.
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Vertrag von Versailles 1919 war auch die Phase des deutschen Kolonialbesitzes beendet. Keineswegs aber endeten damit die Auswirkungen, die der deutsche Kolonialbesitz im Hinblick auf Politik und das Denken in der deutschen Gesellschaft hatte. Es diskutieren: Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Tobias Rieder, Sabine Weißler, Dr. Joachim Zeller
Zunehmend formuliert sich Protest auf der Straße mit Musik. Ob bei großen Demonstrationen oder bei Mieter*innenkollektiven, die sich gegen Verdrängung wehren. Welche neue Ästhetik zeigt sich hier? Wodurch wird Musik als chorisches und damit stärkendes gemeinschaftliches Erleben wieder interessant? Sind Mietprotestlieder die Kampflieder der Neuzeit?
Frauen protestierten vor hundert Jahren in Massen gegen den Ersten Weltkrieg und das deutsche Kaiserreich. Ihre Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Novemberrevolution. Ein Abend mit Dr. Eva von Redecker und Dania Alasti Moderation: Lena Böllinger
Mit: Franziska Klemstein (Kunsthistorikerin) Moderation: Dr. Thomas Flierl Eine Kooperationsveranstaltung von der Max-Lingner-Stiftung und Helle Panke.
Im Zuge der Entwicklung des Kapitalismus spielt in den Volkswirtschaften des globalen Nordens die Finanzökonomie eine zunehmende größere Rolle. Sie erhöht die Ungleichheit, führt zu finanzieller Instabilität und schädigt unsere Umwelt. Zehn Jahre nach der Finanzkrise bleibt die Produktivität im globalen Norden verhalten, die Ungleichheit steigt, und wir stehen vor einem existenziellen Klima-Notstand ...
Die Geschichte des Anschlusses der DDR ist eine Geschichte von Demütigungen, einer tätigen Verachtung ihrer Kultur, Literatur, Wirtschaft und sozialen Infrastruktur, die immer weiter fortwirkt. Für das vereinigte Deutschland zeigt Daniela Dahn: Bevor der Rechtsextremismus die Mitte der Gesellschaft erreicht hat, kam er aus der Mitte des Staates. Aus Teilen des Sicherheitsapparates, der Bundeswehr, der Verwaltung.
Mit dem Ruf "Sie werden nicht durchkommen!" kämpften 1936-1939 auf Seiten der Verteiger der Spanischen Republik die Internationalen Brigaden gegen die Putschisten unter General Franco. Sie führten einen opferreichen Kampf gegen die spanischen Faschisten und deren Verbündete in Deutschland und Italien ...
Vor 10 Jahren trat der Vertrag von Lissabon in Kraft. Ein verschärfter Neoliberalismus und Militarisierung der EU bekamen quasi konstitutionellen Charakter für den Staatenverbund. Wir wollen Bilanz ziehen über 10 Jahre Vertrag von Lissabon und darüber, wie die EU durch eine Hochrüstungspolitik gegen Russland zusammengehalten werden soll. Dabei wollen wir diskutieren: Wie spitzt sich die Krise der EU durch die Umsetzung des Vertrags von Lissabon zu? Was bedeutet die Militarisierung per Grundlagenvertrag für die Reformierbarkeit der EU?
Die Auseinandersetzung zwischen rechten und progressiven Kräften, die historisch betrachtet latent vorhanden ist, ist auf dem lateinamerikanischen Kontinent in eine neue Phase eingetreten. Gestützt auf die Überbleibsel der kolonialen Vergangenheit, rückwärtsgewandter fundamentalistischer religiöser Kräfte und einem progressiv verbrämten Neoliberalismus, haben rechte Kräfte Aufschwung bekommen und institutionelle Positionen zurückerobert. Mit der Wahl Mauricio Macris (2015) zum Präsidenten Argentiniens und der Amtsenthebung Dilma Rousseffs (August 2016) in Brasilien wurde eine Periode progressiver Entwicklungen in Lateinamerika beendet, die mit der Wahl Jair Bolsonaros (2018) in Brasilien ihren aktuellen Höhepunkt der Rechtsentwicklung in Lateinamerika erreichte.
Neben der Sprachkritik als politische Kritik werden auch andere Wörter unter die Lupe genommen, um das Besondere und Kuriose im Alltäglichen unserer Sprache aufzuspüren und fachkundig freizulegen. Beispiele aus der Kriminalistik und der Kriminologie fehlen natürlich nicht. Ein besonderes Kapitel betrifft die „Aufarbeitung des DDR-Unrechts“. Referent: Prof. Dr. Frank-Rainer Schurich
Georg Elser (1903-1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Der Vortrag rekonstruiert den ideologischen Zusammenhang, in dem die Motive zur Tötung Hitlers reiften, und die daraus resultierenden Nachwirkungen auf die Wahrnehmung des Attentats während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Er wird der Frage nachgehen, was das Andenken an den christlich und kommunistisch geprägten Attentäter in Deutschland über Jahrzehnte blockierte und warum der einsame Widerstandskämpfer heute kein Vorbild sein kann.
Am 30. Jahrestag der Kundgebung von über einer halben Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz für eine demokratisch-sozialistische, erneuerte DDR wollen wir Bilanz ziehen. Es geht nicht um ein nostalgisches Rückbesinnen auf mehr oder minder heile Welten der DDR oder der alten BRD, sondern um das Aufzeigen des Wandels beider Gesellschaften an historischen Knotenpunkten, ihre gegenseitige Beeinflussung, aber auch darum, ob und wie künftige alternative Gesellschaftsstrategien diese Erfahrungen aufgreifen können.
Dass Berlin über drei Jahrzehnte (1884-1919) hinweg die Hauptstadt des deutschen Kolonialreichs und der Ort war, an dem die Europäer über die koloniale Aufteilung Afrikas verhandelten, wird in der offiziellen Erinnerungskultur und in der historisch-politischen Bildung der Stadt bis heute kaum reflektiert. Noch weniger Beachtung findet jedoch die Tatsache, dass Brandenburg-Preußen im späten 17. Jahrhundert direkt am transatlantischen Versklavungshandel beteiligt und auch danach noch über Jahrhunderte in die koloniale Ausbeutung der Welt durch die Europäer involviert war. Unsere Tour durch die Berliner Altstadt macht auf Spuren der einst glorifizierten und heute verdrängten Kolonialgeschichte der Stadt aufmerksam. Dabei werden auch die Kämpfe der Nachfahren Kolonisierter um eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Geschichte in der Gegenwart thematisiert.
Weltweit breitet sich zunehmend Chaos aus: Der Klimawandel wird zur Realität, der Graben zwischen Arm und Reich vertieft sich, Staaten stehen vor dem Bankrott, während die UNO die größten Fluchtbewegungen seit dem Zweiten Weltkrieg registriert. Die traditionellen politischen Systeme erweisen sich als unfähig, angemessene Antworten auf diese Herausforderungen zu finden, und zerfallen; rechte Demagogen erhalten Auftrieb.
2019 ist das Humboldt-Jahr im Gedenken an den vor 250 Jahren in Berlin Geborenen. Das Jubiläumsjahr gibt Anlass zur weitgespannten Würdigung seiner Aktivitäten. Sein Leben war nicht nur abenteuerlich, einzigartig, wissenschaftlich hoch ergiebig und welthistorisch bedeutsam. Es war auch amüsant. Das beweist die Autorin Dorothee Nolte mit ihrem "Lebensbild in Anekdoten" über Alexander von Humboldt.
Das sogenannte Schürerpapier ist von den Aufarbeitern der DDR-Geschichte in mehrfacher Hinsicht missverstanden worden. Es handelte sich nicht um eine Bankrotterklärung. Die darin enthaltene Wirtschaftsbilanz in Zahlen sollte den Wirtschaftsfunktionären vielmehr den Ernst der Gesamtlage vor Augen führen und sie aufrütteln. Der Referent weist nach, dass die 1989 erarbeitete DDR-Wirtschaftsreform mit beträchtlich geringeren wirtschaftlichen Wachstumsverlusten einzuführen gewesen wäre, als dies mit der von Kanzler Kohl durchgesetzten Übernahme des bundesdeutschen Wirtschaftsmechanismus in kürzester Zeit der Fall gewesen ist.
Lange bevor Gorbatschow von den Zuspätkommenden sprach, die das Leben strafen würde, zeigten sich Risse zwischen sowjetischer und DDR-Führung. Was lief angesichts der 89er Ereignisse hinter den Kulissen zwischen Berlin, Bonn und Moskau? Die DDR war zwar ein souveräner Staat, hier standen aber eine halbe Million Sowjetsoldaten. Sie griffen nicht ein. Warum? Die DDR-Führung hatte sie gebeten: Bleibt in den Kasernen! Erstmals berichtet das damalige DDR-Staatsoberhaupt, Egon Krenz, über die Absprachen mit Moskau. Zum 30. Jahrestag des Ereignisses rekonstruiert Egon Krenz in dem Sachbuch »Wir und die Russen« die vielfältigen Vorgänge, die damals zwischen den politischen Akteuren abliefen, korrigiert Legenden und belegt mit Fakten, wie es dazu kam, dass aus dem Kalten Krieg am Ende nicht noch ein heißer Krieg wurde.
Eun-Jeung Lee ist Professorin am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der FU Berlin. Moderation: Dr. des Birgit Ziener
Die postkoloniale Theorie hat einen enormen Einfluss auf das Verständnis des globalen Südens. Sie geht allerdings auch mit einer Kritik am Universalismus bestimmter Kategorien der Aufklärung und dem Vorwurf des Eurozentrismus einher. Diese Kritik richtete sich auch gegen die Tradition des Marxismus und gegen Marx selbst. Vivek Chibber zeigt im Rückgriff auf Marx, dass die grundlegenden Argumente auf einer Reihe analytischer und historischer Missverständnisse beruhen. Chibber zufolge ist eine Kritik des Kapitalismus im Rückgriff auf das Universelle möglich ohne Eurozentrismus und ohne Reduktionismus.
Marx‘ Artikel in der "New York Daily Tribune" über die Zustände insbesondere in den asiatischen Kolonien haben viel Kritik erhalten. Vor allem im Rahmen der Dekolonialiserungsprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Marx „Eurozentrismus“ vorgeworfen: Letztlich habe er die kapitalistische Produktionsweise für die einzig fortschrittliche gehalten und fast nur Europa im Blick gehabt...
Mit dieser ersten Veranstaltung des AK queer der Hellen Panke wollen wir 50 Jahre nach Stonewall über den Stand der Bewegung sprechen und auch an den Traum einer anderen möglichen Welt erinnern.
Der Vortrag untersucht den sich abzeichnenden Konsens zwischen der privaten Finanzwirtschaft und den Aufsichtsbehörden, durch den der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft über den Markt und über eine Umstellung auf eine nachhaltige Finanzierung beschleunigt werden soll. Es wird untersucht, welche Rolle die Schattenbanken bei diesem Konsens spielen und welche zivilgesellschaftliche Alternativen möglich sind.
Der Boden ist keine Ware wie jede andere. Entsprechend seiner Besonderheiten gehört er dem Wesen nach in Gemeineigentum. Nur so lassen sich Spekulation mit Bau- und Ackerland verhindern. Der Vortrag konzentriert sich darauf, wie der Boden schrittweise dem Markt entzogen werden kann und knüpft an aktuelle Enteignungsinitiativen an. Referentin: Prof. Christa Luft
Der Liederabend mit Isabel Neuenfeldt findet im Rahmen des Jahrestreffens der Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik (KFSR) statt und ist eine Kooperationsveranstaltung mit dem KFSR. Da die Kapazität des Raumes begrenzt ist, bitten wir Sie um Anmeldung.
Die Demokratisierung Spaniens nach dem Ende der Franco-Diktatur gilt als europäische Erfolgsgeschichte. Doch die Wirtschaftskrise ab 2008, die Protestbewegung der indignados, die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen und die Korruptionsskandale der Volksparteien PP und PSOE haben deutlich gemacht, dass Spaniens Modernisierung sehr viel widersprüchlicher verlaufen ist.
Der Begriff der Klasse ist zurück! Allerdings kehrt die Klasse in der gegenwärtigen Diskussion nicht unvermittelt wieder, vielmehr hat der Klassenbegriff eine Geschichte der Abkehr, der Erweiterung und der Entgrenzung durchlaufen. Da war zunächst die Abkehr vom Klassenbegriff im Zuge der Herausbildung der Neuen Linken und der Neuen Sozialen Bewegungen nach 1968 ...
Die Legion Condor hatte entscheidenden Anteil am Sieg Francos. Hitlers »fliegende Bruderhilfe« griff in alle bedeutenden Schlachten des Spanischen Bürgerkriegs ein und führte den ersten massiven Luftkrieg der Geschichte gegen die Zivilbevölkerung. Das von ihr zerstörte Guernica ist zu einem weltweiten Symbol für die Gräuel des Krieges geworden. Referentin: Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum
PEGIDA wird im Oktober fünf Jahre alt. Damit entstand auf der Seite der extremen Rechten nicht nur eine soziale Bewegung, sondern auch eine eigene Sprache. Es ist die Sprache des "besorgten Bürgers" mit seltsamen Begriffen wie "Deutschland GmbH", "Ficki-Ficki-Fachkräfte", "Schuldkult". Die Veranstaltung nimmt die Sprache der besorgten Bürger von den so beliebten Ausrufezeichen bis zu „Volksverdünner" aufs Korn.
Eine lebenswerte Nachbarschaft, das sind die Menschen, die im Kiez leben und die Einrichtungen, die von der Nachbarschaft genutzt werden. Diese Einrichtungen sind meist kleine Gewerbetreibende, Vereinsräume, soziale Projekte, das Café an der Ecke, Kitas und die Räume sozialer Träger. Berlins Wohnungsmieter*innen sind seit Jahren vom herrschenden Mietenwahnsinn betroffen – aber auch die Gewerbemieten gehen in vielen Ecken Berlins durch die Decke ...
Auftritt von Mitgliedern des Vereins "Unentdecktes Land" und von Besucherinnen und Besuchern des Seniorenklubs zu ihrer DDR-Biografie, um die verschiedenen Wege der Generationen zu verdeutlichen. Moderation: Dr. Inge Pardon
Die Literatur aus der DDR hat sich als haltbarer erwiesen, als mancher Betrachter in den Wendejahren für möglich gehalten hat. Von ihrem Umgang mit den Büchern – und von den Tücken im ideologischen und politischen Umfeld damals und heute – erzählen Dr. Leonore Krenzlin und Prof. Dieter Schiller anlässlich ihres gemeinsamen Sammelbandes mit Aufsätzen und Rezensionen aus den Jahren 1975 bis 2015.
Drei Jahre nach dem Brexit-Referendum ist Großbritanniens zukünftiges Verhältnis zur EU weiterhin unklar, und das Land bleibt über Europa tief gespalten. Premier Boris Johnson und sein "Brexit or Bust"-Kabinett versprechen, dem Spuk mit einem "No Deal" ein radikales Ende zu setzen, aber im Parlament gibt es dafür keine Mehrheit. Wird Johnson mit seiner populistischen Strategie bei den Wähler_innen Erfolg haben? Und welche Antworten haben Corbyn und die Opposition? Referent: Fabian Frenzel (Professor für Political Economy of Organisation, Universität Leicester)
Gesprächsrunde mit Prof. Erika Maier, Christa Bertag, Erich Postler, Reinhold Andert und Victor Grossman Moderation: Dr. Siegfried Wein
Vor 30 Jahren erlebte Berlin mit dem Fall der Mauer eine zweite große Welle von Hausbesetzungen, diesmal jedoch im Ostteil der Stadt. Ganze Straßenzüge waren damals besetzt. Einige Kämpfe wie die um die Mainzer Straße sind nurmehr ein Mythos, andere Besetzungen wie in der Rigaerstr. 94 sind bis heute akut. Wir wollen uns diese und weitere Orte in einem Rundgang durch die ehemalige Besetzer-Hochburg Friedrichshain ansehen.
Im Jahr 1949 wurde „The Authoritarian Personality“ von Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson und R. Nevitt Sanford fertiggestellt und im folgenden Jahr in den USA publiziert. Es gilt als ein Klassiker der Sozialforschung. Wir wollen uns bei einem Junge-Panke-Abend im Garten des Technoclubs //:about blank dieser Studie über „The Authoritarian Personality“ widmen, die Entstehungsgeschichte erzählen lassen sowie die heute unbekannteren, beteiligten AutorInnen vorstellen. Unsere Referentin Prof. Dr. Eva-Maria Ziege ist Professorin für Politische Soziologie an der Universität Bayreuth. Von ihr ist frisch übersetzt und herausgegeben worden "Theodor W. Adorno. Bemerkungen zu ›The Authoritarian Personality‹ und weitere Texte".
Satirische Lesung und Gespärch mit Gisela Oechelhaeuser Moderation: Dr. Inge Pardon
Die beiden bekanntesten Klimawandelleugner sind Donald Trump und sein brasilianischer Kollege Bolsonaro. Obwohl die Klimaleugner im öffentlichen Diskurs in Deutschland kaum vorkommen, gibt es sie aber auch hier. Nach einem Vortrag von Susanne Götze über die Szene der Klimawandelleugner in Europa diskutieren wir mit der "Ende Gelände"-Aktivistin Ilana Krause über den politischen Umgang mit Klimawandelleugnern und rechter Klimapolitik.
Die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen von der Endzeit der UdSSR unter Gorbatschow über die Ära Jelzin bis zum heutigen Stand mit einer von W. Putin geführten Russischen Föderation sind Gegenstand wirtschaftshistorischer Betrachtungen und aktuell-politischer Schlussfolgerungen eines Insiders. Referent: Prof. Dr. Dr. Karl Döring
Aus Anlass von 100 Jahren Volkshochschule ist der Blick zurück möglicherweise auch ein Blick nach vorn. Dabei geht es um verdrängte linke Varianten der Volksbildung, besonders um jene Versuche, die in der Novemberrevolution die bürgerliche Volkshochschulbewegung durch Arbeiterhochschulen und Räteschulen ersetzen wollten. Angesichts des aktuellen Neofaschismus wird der Referent aber auch an die völkischen Denktraditionen in der deutschen Volkshochschulbewegung erinnern. Referent: Prof. Jörg Wollenberg
Die "One Belt-One Road" Initiative (BRI) bietet eine neuartige Möglichkeit, durch ein gewaltiges Infrastrukturprojekt Handel zu erleichtern und nachhaltiger zu gestalten. Die Grundsätze einer gleichberechtigten Teilhabe der beteiligten Staaten, der Nichteinmischung in innere Angelegenheit, sowie die Dimension, die nahezu zwei Drittel der Weltpopulation betrifft, bietet die politische Chance der Veränderung der ökonomischen Weltordnung. Sich dem konstruktiv zu stellen, ist dringendes Gebot.
... dafür erhebt sie ihre Stimme laut und deutlich und wurde so weit über Pankow und Berlin hinaus bekannt: die Pfarrerin Ruth Misselwitz. 1981 hat sie den Pankower Friedenskreis mitgegründet – für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Das Haus Europa ist für sie ein gemeinschaftliches Heim, um eine menschliche, eine soziale Gesellschaft aufzubauen. In dieser turbulenten Zeit ist ihr Beistand besonders gefragt. Ruth Misselwitz im Gespräch mit Karlen Vesper
Der im September 1949 inszenierte Schauprozess gegen den ungarischen Außenminister László Rajk war Muster und Auftakt für eine blutige Welle von Justizmorden und "Parteisäuberungen" in den osteuropäischen Parteien. Mit: Bernd-Rainer Barth Moderation: Dr. Thomas Flierl
Der Appell an Solidarität hat Konjunktur und erscheint notwendiger denn je in einer Situation globaler gesellschaftlicher Verwerfungen. Was aber bedeutet Solidarität und solidarisches Handeln im Hinblick auf Sprache, Literatur und Kommunikation. Wie kann Literatur helfen, das Konzept von Solidarität zu prüfen, zu schärfen und zu unterlegen? Inwiefern ist Literatur, sofern sie für andere Erfahrungswelten sensibilisiert, ein prädestinierter Ort, den theoretisch komplexen Begriff von Solidarität zu profilieren?
Im August 1994 beendete die Treuhandanstalt unter diesem Namen ihre Arbeit. Die Folgen der von der Treuhand organisierten Umstellung des Wirtschaftssystems der DDR auf das der BRD waren extrem: Rückgang der Industrieproduktion zwischen 1990 und 1993 um 60 bis 70 Prozent, Einbruch der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung um über 30 Prozent. Weit über drei Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Seit diesen Jahren verlassen junge und gut ausgebildete Menschen Ostdeutschland. Nun wird die gesellschaftliche Diskussion geführt, wie dieses für viele ehemaliger DDR-Bürger*innen brutale Kapitel der Biographie- und Zeitgeschichte aufgearbeitet werden soll.
Der Sohn der Kundschafterin für die Sowjetunion, Ruth Werner ("Sonjas Rapport"), und des Architekten und Kundschafters Rudolf Hamburger ("Zehn Jahre Lager") erzählt vom abenteuerlichen Lebensweg seiner Eltern sowie seiner eigenen Kindheit durch die Krisen und Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Referent: Maik Hamburger
Wir begeben uns von Berlin über Lindow, Meseberg, Gransee bis nach Neuruppin auf Fontanes Spuren. Er war nicht nur "Wanderliterat", sondern schuf mit "Effi Briest" einen neuen Frauentyp in der Literatur, der mit dem bis dahin vorherrschenden Klischee in der Literatur brach. Dr. Siegfried Wein, langjähriger Theaterintendant u.a. im Theater der Freundschaft und im Theater im Palais wird uns Fontane auf dieser Tour näher bringen.
Im Jahr 1918 setzte sich in Bayern eine unblutige Revolution durch. Nach dem Sturz der Kaiserherrschaft entstand ein regelrechtes Labor der Demokratie – sowohl mit basisdemokratischen als auch sozialistischen Experimenten. 60 Jahre später haben wir Augenzeugen der Münchener Räterepublik nach ihren Erlebnissen befragt. Diese erst kürzlich restaurierten Videoaufnahmen mit einem damaligen Schreiner, einem Kaufmann, einem Berufssoldaten, einem Studenten, einem Buchbinder und dem mit G. Landauer, K. Eisner und E. Mühsam befreundeten anarchistischen Schriftsteller Augustin Souchy bilden die Grundlage unseres Films über die Geburt der Demokratie in Bayern. 19.30 Uhr Filmgespräch mit dem Regisseur Klaus Stanjek 20.00 Uhr Film Rote Räte im Hofkino
Laudatio: Elke Kadasch Musik: Cornelia Maaz (Klavier), Tabea Höfer (Violine) und Christian Raudszus (Violoncello) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 15. November 2019.
Diskussion mit Hans Modrow (ehemaliger Ministerpräsident und Vorsitzender des Ältestenrates der LINKEN) und Sevim Dagdelen (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages)
Christoph Lieber debattiert mit Thomas Kuczynski, dem Herausgeber der neuen Textausgabe von Marx’ Kapital Band Eins, den Stellenwert der dort vorgenommenen Analysen im Kontext von ökologischer Krise, Digitalisierung und Rohstoffknappheit.
Referent: Uwe Hiksch
Das Seminar widmet sich einer der wichtigsten einflussreichen Schriften der Studentenbewegung 1968. Bereits 1955 erscheint in den USA Herbert Marcuses Streitschrift "Eros and Civilization. A Philosophical Inquiry into Freud", die in Deutschland unter dem sehr deutschenTitel "Triebstruktur und Gesellschaft" berühmt wurde. In diesem Buch stellt Marcuse die Grundfragen des sogenannten Freudo-Marxismus.
Mit: Alexander Neupert-Doppler
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Das gemeinnützige Gewerkschaftsunternehmen prägte die Aufbau- und Wirtschaftswunderzeiten der BRD mit über 480.000 Wohnungen und zahlreichen öffentlichen Bauten, Schulen und Kindergärten sowie den ersten Einkaufszentren. Der Niedergang des Unternehmens Anfang der 1980er Jahre war ein Schock für die Bundesbürger – Geldhinterziehung und Misswirtschaft hatten nicht nur ein gemeinnütziges Unternehmen ruiniert, sondern bedeuteten auch das Ende der Gemeinwirtschaft.
Vor 80 Jahren überfiel das faschistische Deutschland Polen, der 2. Weltkrieg begann. Aber auch dieser Krieg hatte eine Vorgeschichte. Sie ist gegenwärtig Gegenstand massiver Umdeutungen. Das faschistische Deutschland wird mehr und mehr entlastet, die Schuldigen in Moskau, weniger in den westlichen Hauptstädten gesucht ... Es referieren: Martin Seckendorf, Rainer Zilkenat, Stefan Bollinger, Felix Matheis und Daniela Fuchs; Moderation: Anke Geissler.
Im Vortrag werden erstens die vielfältigen Wirkungen aktueller technischer Basisinnovationen verdeutlicht. Als wissenschaftliche Methodik der Abschätzung und Bewertung der Technisierung und ihrer Folgen hat sich seit den 1980er Jahren die Technikfolgenabschätzung bzw. Technikbewertung (TA) entwickelt. Das Konzeptionelle dieser „Denkbemühungen“, wird zweitens exemplarisch dargestellt. Damit im Zusammenhang wird drittens auch auf die entsprechenden Potenziale der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften eingegangen.
„Schwarzes Gold aus Warnemünde“, „Plan D“, „Die Mauer steht am Rhein“, „Rote Wende“, „PolyPlay“ – im Roman lebt die DDR bald recht munter, bald weniger munter fort. Alternativgeschichte hat, wie es scheint, Konjunktur. Im Vortrag zeichnet Karlheinz Steinmüller die Entwicklung alternativgeschichtlicher Fiktionen von der Utopie zur Uchronie in Literatur und Geschichtstheorie nach, er zieht Parallelen zu den Szenarien in der Zukunftsforschung und er fragt nach den Ansatzpunkten für alternative Entwicklungen in der realexistierenden DDR-Geschichte.
Eine berechtigte Frage zu einem vielversprechenden Thema. Sicher ist, dass von unserer Referentin mehr darüber zu erfahren ist. Vorab ein Blick in Nachschlagewerke: "Der Brockhaus von A-Z" (1992) nennt das Matriarchat kurz und bündig "Mutterrecht" (gr. lat.) ohne aufklärende Charakterisierung. "Meyers Neues Lexikon" (Leipzig 1964) ist ausführlicher: "Matriarchat lat. = mater = Mutter; gr. = arche = Herrschaft – ergo: Mutterherrschaft im Unterschied zum Patriarchat. Gleichbedeutend mit 'Mutterrecht'." "Der Große Brockhaus" von 1932 – Handbuch des Wissens in 20 Bänden – bezeichnet das Matriarchat mit einer sybillinisch anmutenden, aber beachtlichen Ausführung: "Matriarchat im strengen Wortsinn gibt es weder bei Naturvölkern noch sonst wohl kaum. Es ist dem Patriarchat entgegengestellt und bedeutet dann einen stärkeren weiblichen Einfluss in der Gemeinde.“ Und was sagen neueste Forschungsergebnisse? Es gab weltweit friedliche egalitäre Gesellschaften. Es waren herrschaftsfreie Gesellschaften, die einen neuen Blick auf die Geschichte der Menschheit eröffneten.
Das Thälmanndenkmal am Thälmannpark ist immer wieder in den Schlagzeilen. Während die Jugendorganisation der FDP eine symbolische Sprengung initiieren wollte, hat die Bezirksverordnetenversammlung Pankow einen Wettbewerb ausgelobt, der Vorschläge zur Kommentierung des Ernst-Thälmann-Denkmals entwickeln soll und ein Kolloquium zu Denkmal und Park organisiert. Zudem ist bereits seit 2012 die „Thälmannpark Initiative“ rund um das Areal aktiv. Zum 75. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns wollen wir uns einerseits Geschichte und Zukunft von Denkmal und Park und andererseits der Geschichte des Arbeiter_innenwiderstands widmen.
Im November 2018 erschien ein Aufsatz in der „Juristen Zeitung“ der Stadtaktivist*innen und Landespolitiker*innen elektrisierte. Er trug den Titel „Mittel und Wege landesrechtlichen Mietpreisrechts in angespannten Wohnungsmärkten“. Dieser besagte, dass Bundesländer seit der „Föderalismusreform 2006“ die Möglichkeit hätten "ein öffentliches Preisrecht im Mietwohnungswesen schaffen“, das einen „Mietpreisstopp“ oder eine „Mietpreisfestsetzung“ enthalten könnte. Darüber sprechen wir mit Senatorin Katrin Lompscher
Seit 50 Jahren behauptet die Autoindustrie, es gäbe eine innere Reform der Autogesellschaft: mit Katalysator, mit spritsparenden Autos ("Swatch-Car"), mit "Biosprit". Jetzt also das Elektroauto. Dabei ist die CO-2-Bilanz eines E-Autos über seinen Lebenszyklus hinweg kaum besser als die eines Autos mit (sparsamem) Verbrennungsmotor. Und es gibt neue Probleme. Das E-Auto ist also nicht die Lösung, sondern eine neue Sackgasse, so Winfried Wolf, der in der Veranstaltung auch die Konzeption einer alternativen Verkehrsorganisation entwirft.
Vortrag von Helmut Heinrich Moderation: Christian Beyer
Wer in Deutschland überhaupt von Labriola weiß, hat zumeist davon gehört, dass er die Konzeption marxistischer Philosophie der Praxis geprägt hat, die dreißig Jahre später den Gefangenen Antonio Gramsci so inspirierte, dass er daraus den Namen für den theoretischen Quellcode seines Marxismus gemacht hat. Weit weniger bekannt dürfte sein, dass Gramsci Labriolas Herangehensweise an die Probleme zur Leitlinie des künftigen Marxismus machen wollte. Mehr noch: zu entdecken ist er als einer der Gründer des Marxismus, speziell marxistischen Philosophierens überhaupt.
Bitte nicht mehr anrufen, alle Plätze sind vergeben. In dem neuen Roman von Regina Scheer, der im Frühjahr 2019 im Penguin Verlag erscheint, geht es um ein Haus in der Utrechter Straße im Wedding, vor dem 1933 der Hitlerjunge Walter Wagnitz ermordet wurde, angeblich von Kommunisten...
Mit: Frank-Burghard Habel und Mario Keßler
Als erster deutscher Bundestagsabgeordneter seit langem ist Andrej Hunko (DIE LINKE) im April nach Venezuela gereist. Während seines elftägigen Aufenthalts hatte er Treffen mit etwa 30 Gesprächspartner/innen aus verschiedensten Bereichen, darunter auch Präsident Nicolas Maduro und Parlamentspräsident Juan Guaidó. Er berichtet von seiner Reise und insbesondere über die die Rolle der EU-Staaten und Deutschlands im Venezuela-Konflikt. Er freut sich auf die Diskussion über Ursachen und mögliche Lösungen der aktuellen Krise in Venezuela.
Die 1931 zur Überwindung der Feindschaft unter den Arbeiterparteien gegründete Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands war der Versuch einer demokratisch-sozialistischen Bewegung in der Spätphase der Weimarer Republik. Gerd Irrlitz, dessen Vater in der SAP aktiv war, hat jüngst neue Forschungsergebnisse über die linkssozialistische Partei publiziert. Er wird ihre kurze Geschichte nachzeichnen und fragen, ob die historischen Lehren auch Ideen und Wege für eine postkapitalistische Gesellschaft heute aufzeigen können.
Der gegenwärtige Aufstieg der Volksrepublik China führt zu einer Neuordnung der globalen Machtverhältnisse. Auch innerhalb des Landes haben sich durch die wirtschaftliche Entwicklung Klassen- und Geschlechterverhältnisse grundlegend verändert. Jedes Jahr verlieren Millionen von Bäuerinnen und Bauern ihr Land, und neue Klassen von freien LohnarbeiterInnen und von KapitalistInnen sind entstanden. Streiks, ländliche Unruhen und ethnische Konflikte sind die Folge.
Vertritt Marx eine materialistische Dialektik im Gegensatz zur idealistischen Dialektik Hegels? Oder verabschiedet er sich in Wahrheit vom dialektischen Denken und versteht unter Dialektik lediglich eine Darstellungsmethode? Mit diesen Fragen möchten wir uns anhand zentraler Textstellen aus dem "Kapital" in dieser Veranstaltung auseinandersetzen – und dabei auch diskutieren, inwiefern die Frage nach der Dialektik eigentlich für eine marxistische Perspektive auf die Gegenwart von Bedeutung ist.
Der Fernsehturm ist heute ein anerkanntes Wahrzeichen der Stadt. Doch in den 1960er Jahren war der Bau des Fernsehturms Teil der Systemkonkurrenz zwischen Ost und West. Einerseits stand er in Konkurrenz zu West-Berliner Fernsehturmprojekten, die allesamt gescheitert sind. Andererseits lag er direkt in der Einflugschneise zum Flughafen Tempelhof, der für West-Berlin von zentraler Bedeutung war. Aus diesen Konflikten ergaben sich gestalterische Konsequenzen, die die Berliner Innenstadt bis heute prägen: Der Fernsehturm und sein Umfeld avancierten zu einem Experimentierfeld, auf dem Utopien der Moderne Wirklichkeit wurden.
Zeitlebens haben sich Marx und Engels für die politische und rechtliche Gleichstellung der Juden eingesetzt. Gleichzeitig hatten sie eine tiefe subjektive Abneigung gegen die jüdische Religion und ihre Kultur. Nachgezeichnet wird ihr ambivalentes Verhältnis zum Judentum in der Zeit des Vormärz, in der Revolution von 1848/49 und in den folgenden Jahrzehnten. Referent: Dr. Francois Melis
Das Leipziger Literaturinstitut war eine Schlüsselinstitution des DDR-Literaturbetriebs: Künstlerischer Auftrag, ideologische Doktrin und das Streben nach ästhetisch-poetischen Freiräumen standen am Institut fortgesetzt im konfliktträchtigen Widerspruch. Referentin: Dr. Katja Stopka
Im Vortag wird skizziert, wie die ultra-neoliberale Regierungspolitik Bolsonaros sechs Monate nach dem Machtantritt den Rückzug des Staates aus der Für- und Altersvorsorge plant, staatliche Unternehmen privatisieren will und die Agrarreform faktisch beendet hat, um staatliches Land an Konzerne zu veräußern. Wirtschaftlich und ordnungspolitisch orientiert sich die Regierung an Chile unter Pinochet. Wie kam es dazu, dass sich die Mehrheit von der linken Arbeiterpartei (PT) abgewandt hat? Wie organisiert sich Widerstand dagegen?
Derzeit verhandelt die EU mit den Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifiks (AKP) über ein Nachfolgeabkommen des seit 2000 geltenden Cotonou-Abkommens. Die Gespräche haben im September 2018 am Rande der UN-Vollversammlung zwar begonnen, standen aber bislang unter keinem guten Stern. Nicht nur sind die Interessenlagen zwischen der EU einerseits und den AKP-Staaten andererseits zunehmen verschieden, insbesondere mit dem drohenden BREXIT haben sich auch die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sehr verändert.
Vom 24. März 1999 bis zum 19. Juni 1999 bombardierten Flugzeuge & Marschflugkörper der Nato Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien. Insgesamt warfen die im Rahmen dieser Nato-Operation eingesetzten 1.000 Flugzeuge 28.018 Sprengkörper ab. Bis heute sind die Kriegsschäden an Gebäuden und in der Natur in Serbien und den Nachbarländern zu sehen ...
Vor 40 Jahren, die Urkunde ist auf den 5. Januar 1979 datiert, erfolgte auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von Berlin die Gründung des Stadtbezirkes Berlin-Marzahn. Die Fertigstellung des ersten Wohnblocks erfolgte aber schon am 30. November 1977. Marzahn sollte zu dem Synonym für das ambitionierte Wohnungsbauprogramm der DDR werden, mit dem die SED die „Wohnungsfrage als soziale Frage“ lösen wollte ...
Gerhild Grolitsch zeigt übermalte und überschriebene Fotos. Dorothea Beckmann zeigt Waldbilder in Acryl auf Leinwand. Die Arbeiten entstanden in den Jahren 2018 und 2019. Laudatio: Horst Kontak (Vorsitzender der Kunstfreunde Pritzwalk e.V.) Musik: Ulrich Gumpert (piano)
Im Jahr 1979 erschien in Frankreich unter dem Titel „La distinction. Critique sociale du jugement“ jenes Buch, das in Deutschland den Titel „Die feinen Unterschiede - Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft“ erhielt. Es ist das Hauptwerk des französischen Sozialwissenschaftlers Pierre Bourdieu. An einem Junge Panke Abend wollen wir uns im Garten des Technoclubs about blank diesem Werk widmen.
Mietenkrise, Altersarmut, bedrohter Frieden – die Neoliberalen und Rechten treiben die Gesellschaft immer weiter in die Spaltung – zwischen Arm und Reich, zwischen Frauen und Männern, zwischen denjenigen, die einen deutschen Pass besitzen und denjenigen, die keinen haben. Und auch zwischen Ost- und Westdeutschen, denn fast 30 Jahre nach dem Mauerfall werden Ostdeutsche immer noch herablassend als Bürgerinnen und Bürger 2. Klasse behandelt. Katja Kipping spricht über aktuelle Probleme und Handlungsoptionen.
Er galt als einer der Meilensteine des Friedens zwischen der Sowjetunion und den USA: der INF-Vertrag, der seit den späten 1980-er Jahren für die Abrüstung von Mittelstreckenraketen zwischen den beiden Weltmächten sorgte. Nun sind die USA unter Präsident Trump aus dem Abkommen ausgestiegen, nachdem Russland und die USA sich jahrelang gegenseitig vorgeworfen hatten, systematisch gegen das Abkommen zu verstoßen. Aber was bedeutet der Ausstieg aus dem Abkommen für die beiden Länder? Dürfen die zwei Staaten nun ungehindert nuklear aufrüsten? Und warum ist der Vertrag für uns in Europa und auch in Deutschland so wichtig?
Öffentlich zugänglich für die Mitglieder des Vereins "Helle Panke" e.V. - Rosa Luxemburg Stiftung Berlin. Sie möchten Mitglied werden? Schreiben Sie uns an info@helle-panke.de.
Bini Adamczaks Buch „Beziehungsweise Revolution“ wurde in der radikalen Linken stark rezipiert. Ihre Thesen, die sie aus einem historischen Vergleich zwischen den Revolutionen von 1917 und 68 entwickelt, lassen sich für gegenwärtige Diskussionen etwa um die Flexibilisierung der Arbeit oder die Identitätspolitik aktualisieren. Um der Beziehung von Revolution und Kommunismus näher zu kommen, wollen wir „Beziehungsweise Revolution“ erörtern und diskutieren.
Paul Merker (1894-1969) war als Politbüromitglied der ranghöchste SED-Politiker, der Opfer stalinistischer Repressalien wurde. Zudem wurde er – scheinbar paradox – als einziger Nichtjude durch eine antizionistische (im Gehalt aber antisemitische) Kampagne in Mitleidenschaft gezogen. Eine Biographie über ihn liegt bisher nicht vor. Der Vortrag bildet den Auftakt zu einem Forschungsprojekt mit dem Ziel einer Biographie Merkers. Sein wechselvoller Weg führte ihn über die KPD der Weimarer Republik in die USA, die Sowjetunion, nach Frankreich und Mexiko und schließlich zurück in den Osten Deutschlands.
30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR und 29 Jahre nach der deutschen Einheit gilt es, zwei wichtige Stränge gleichzeitig zu bearbeiten: die Chancen und Herausforderungen ostdeutscher Struktur- und Entwicklungsansätze und -politik (die nicht zuletzt auch durch die PDS bzw. DIE LINKE maßgeblich mit geprägt und entwickelt worden ist) einerseits sowie die Aufarbeitung politischer Nachwendeentscheidungen regierender Bundespolitik und die Beseitigung nach wie vor bestehender Benachteiligungen Ostdeutscher andererseits. Vortrag von Matthias Höhn, Ostbeauftragter der Linksfraktion im Bundestag
Einen Tag lang beschäftigen wir uns mit dem Logiker, Mathematiker und Informatiker Alan Turing. Er ging der Frage nach, ob Maschinen denken können und erfand den "Turing-Test" zur Ermittlung von Künstlicher Intelligenz. Teamer des Seminars ist Timo Daum.
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
Referent: Dr. Reiner Zilkenat Moderation: Christian Beyer
Teamerin: Prof Hania Siebenpfeiffer Organisation: Fabian Kunow
Maximales Teilnehmeralter: 35 Jahre.
1979 erschien das Buch Marx oltre Marx (Marx über Marx hinaus) von Antonio Negri. Es machte ihn schon lange vor "Empire" weltbekannt. 40 Jahre später erscheint das Buch, längst zum Klassiker geworden, endlich in deutscher Sprache: Negris Vorlesungen über die Marx'schen Grundrisse, gehalten an der Universität in Paris auf Einladung von Louis Althusser ...
Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Selbstbestimmung und Selbstverantwortung unter konkret-historischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und in einer digitalisierten Welt. Wie kann das Recht auf Selbstbestimmung im Kapitalismus vorwiegend neoliberaler Prägung durchgesetzt werden? Finanzielle und existenzielle Probleme sowie Bildungsdefizite schränken den freien Willen in Entscheidungssituationen ein. Selbstverantwortung für die eigenen Lebensziele ist verbunden mit dem Verantwortungsbereich und dem vorhandenen Entscheidungsspielraum. Wie sind Frauenrechte als Menschenrechte unter patriarchalischen Verhältnissen durchzusetzen?
... von keinem Geringeren der Branche "Journalismus total" als Günter Herlt. Man darf gespannt sein, was sein Zettelkasten über "unsere Jahre" zu bieten hat. Herlts "Zettelkasten" bietet ungeahnte Möglichkeitem zu aktivem Denken und Tun. Sein Name bürgt für Geistesblitze, für grandiose Bonmots, für Heiterkeit und Tiefgang.
Gibt es noch die Arbeiterklasse? Wie lassen sich Spaltungs-, Schließungs-, Distinktions- und Individualisierungsprozesse sowie Genderprobleme in kapitalistischen Klassenverhältnissen auf Basis der Kritik der politischen Ökonomie untersuchen und erklären? Darüber diskutieren wir mit Christoph Lieber.
Diskussion mit Christina Volke (“Heisig malt Schmidt. Eine deutsche Geschichte über Kunst und Politik”, 2018) und Wolfgang Ruppert (“Künstler! Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession”, 2018). Moderation: Dietrich Mühlberg
Im Nürnberger Prozeß hatte Albert Speer geleugnet, an den Deportationen der Juden beteiligt gewesen zu sein. Susanne Willems hat in ihrem Buch "Der entsiedelte Jude" (1. Aufl. 2002, 2. Aufl. 2018) diesen Mythos zerlegt, indem sie die gesamte Systematik der Wohnungsräumungen und Deportationen entschlüsselt und die Interessen der Initiatoren des Verbrechens offengelegt hat.
Vor 100 Jahren wurde in Moskau die Kommunistische Internationale gegründet, jene Organisation, deren erklärtes Ziel es war, die Fackel der proletarischen Weltrevolution in alle Länder zu tragen. Die strategischen Ziele, die die Kominternführung der internationalen kommunistischen Bewegung vorgab, wurden jedoch nicht erreicht. Wladislaw Hedeler, Manfred Mugrauer (Wien) und Alexander Vatlin (Moskau) stellen die Gründungsmitglieder vor und skizzieren deren selbstlose Versuche, die Revolution in den verschiedensten Regionen der Welt zu organisieren. Ihre Suche nach Antworten auf die globalen Herausforderungen der Gegenwart bleibt ein wichtiger Bestandteil der europäischen und Weltgeschichte des vergangenen Jahrhunderts.
Hannah Arendt hat Marx und Kierkegaard neben Nietzsche mit Respekt „Rebellen des 19. Jahrhunderts“ genannt. Anstoß und Abstoß zugleich ist für Arendt der Geschichtsbegriff, durch den Kierkegaard und Marx sich von der Tradition absetzen und das Freiheitsproblem neu verorten. Arendt verwendet die Metapher des Sprungs, den Sprung aus dem Zweifel in den Glauben (Kierkegaard), den „Sprung aus der Theorie in die Praxis, aus dem Denken in die Arbeit, aus der Philosophie in die Politik“ (Marx). Mit und gegen Kierkegaard und Marx profiliert sie dann ihre eigenen Überlegungen zum politischen Handeln, und zwar im Rahmen einer politischen Theorie, die keine Philosophie im traditionellen Sinne mehr sein will.
Es gibt nur wenige Gestalten in der Arbeiterbewegung des frühen 20. Jahrhunderts und der Revolutionsjahre um 1918/19, deren Leben so schillernd und legendenumwoben und deren literarisches Werk gleichzeitig so in Vergessenheit geraten ist wie Franz Jung (1888-1963). In das Leben und Werk des Phantasten und Revolutionärs wird eingeführt, aus seinen Texten gelesen und mit über das utopische Potential revolutionärer Literatur diskutiert.
Bis 1950 verringerte sich die ökonomische Leistungskraft im Osten Deutschlands verglichen mit dem des Westen infolge größerer Kriegszerstörungen und Reparationslasten um 2/3. Unter Ulbricht und Honecker wurde in Fünf- und Siebenjahrplänen auf- aber nicht eingeholt, Kohls Einholprojekt„blühende Landschaften“ verfehlte gleichfalls ihr Ziel. Im Vortrag wird gefragt, woran das lag und versucht, eine Antwort zu geben.
Was passiert in Berlin mit dem Niederschlagswasser? Mit Prof. Dr. Manfred Köhler vom Fachbereich Landschaftswissenschaften und Geomatik der Hochschule Neubrandenburg (University of Applied Sciences) wollen wir am 6. April an ausgesuchten Orten der Stadt den Verbleib des Niederschlagswassers erkunden. Große Mengen Umweltgifte und Plastik werden vor allem von den Straßen mit dem Niederschlagswasser fortgeschwemmt. Aber wohin? Was passiert mit diesem vergifteten und verdreckten Wasser?
Dächer machen in Städten etwa 1/3 der bebauten Flächen aus. Sie sind eine Flächenressource, die vielfältig, auch für die Begrünung, genutzt werden kann. In Berlin gibt es zwischen 3% und 8% begrünter Dächer, allerdings überwiegend als extensive Begrünung, also nicht betretbar. Begrünte Dächer können viel, etwa Regenwasser zurückhalten – und damit die Kanalisation entlasten –, Freiräume für die Bewohner schaffen, Standorte für Flora und Fauna sein und auch besondere Perspektiven auf die Stadt bieten.
Finnland hatte eine Sonderrolle im Bündnisgefüge Nazideutschlands inne. Die komplexe Weltkriegsgeschichte Finnlands wurde in den letzten Jahren vermehrt kritisch reflektiert. Anlass für uns, sich mit der finischen SS-Geschichte zu beschäftigen, ist die Eröffnung einer Gaststätte des Vorsitzenden des finnischen SS-Traditionsverbands im Prenzlauer Berg. Die Veranstaltung soll Einblicke in die Kriegsgeschichte Finnlands, die Entstehung und Bedeutung der freiwilligen Waffen-SS-Bataillone und der neuen Narrative in der finnischen Geschichtswissenschaft geben.
Mit: Jan Nadolny (Koordinator für die Erstaufnahmeeinrichtungen in der Flüchtlingshilfe) Moderation: Dr. Siegfried Wein
Die Finanz- und Eurokrise ist vorerst vorüber. In Europa und anderen Industrieländern hat sich die Wirtschaft kräftig erholt, in den Schwellenländern setzt sich der Aufschwung fort. Die Früchte dieses Aufschwungs verteilen sich allerdings sehr unterschiedlich. In dem Vortrag soll die Entwicklung der Ungleichheit untersucht werden: Aufstieg der Mittelschicht in Asien, Stagnation der Mittelschicht in reichen Regionen wie Europa. Diskutiert wird zudem, welche Rolle die Migration in der Globalisierung spielt und welche Folgen das Entstehen einer globalen Plutokratie – das reichste 1% – hat.
Mit: Konstantin Wecker, Wenzel & Band, Heinz Ratz & Band Moderation: Johanna Zeul
Mit: Amalia Chikh, Le-Than Ho, Sparen auf Kaution, Die Steinlandpiraten Moderation: Liedermacher Tobias Thiele Infos: https://www.musikundpolitik.de/liederpodium-teil-ii/
Mit: Heiner Kondschak Tickets: https://www.musikundpolitik.de/heiner-kondschak/
Mit: Bastian Bandt, Dirk Zöllner & André Gensicke, Danny Dziuk mit Karl Neukauf, Bernadette La Hengst, Thomas Putensen Durch den Abend führt Liedermacher Christoph Theußl Tickets: https://www.musikundpolitik.de/liederrevue
Mit: Woger, KathyKreuzberg – „Berliner Nachtgesang“, Maike Rosa Vogel, Der Ukulelenprediger, Lüül Moderation: Liedermacher Tobias Thiele Infos: https://www.musikundpolitik.de/liederpodium-teil-i/
Berlin war ein zentraler Schauplatz der revolutionären Ereignisse von 1918/19. Mit dem Aufstand und den Massendemonstrationen am 9. November wurde der Kaiser gestürzt. Auf den Straßen Berlins umarmten sich deutsche Soldaten und französische Kriegsgefangene. Hier tagte der Reichsrätekongress, der neben der Nationalversammlung auch die Demokratisierung des Militärs und die Sozialisierung der Industrie beschloss ...
Tickets: https://www.musikundpolitik.de/daniel-kahn-painted-bird
Mit: Die Seilschaft, Erich-Fried-Chor, hardChore "ELLA" Tickets: https://www.musikundpolitik.de/gundermann-1-band-2-choere
Deutschlandweit demonstriert diese Marchingband, die Uniformen mit überdimensionaler Polizeikappe und Deutschlandflagge am Sousafon-Trichter trägt, dass man tatsächlich über Megafon und Funkmikro singen kann. Auf ihren Instrumenten Trompete, Banjo und Sousafon macht den drei Herren so schnell niemand was vor: Das ist akustischer Swing und Dixie vom Feinsten ...
U.a. mit Die Jazzpolizei, Die Seilschaft, Erich-Fried-Chor, hardChore "ELLA", Daniel Kahn & Painted Bird, Woger, KathyKreuzberg – „Berliner Nachtgesang“, Maike Rosa Vogel, Der Ukulelenprediger, Tobias Thiele, Bastian Bandt, Dirk Zöllner & André Gensicke, Danny Dziuk mit Karl Neukauf, Bernadette La Hengst, Thomas Putensen, Christoph Theußl, Kondschak, Amalia Chikh, Le-Than Ho, Sparen auf Kaution, Die Steinlandpiraten, Dr. Maren Köster, Hans-Eckardt Wenzel, Dr. Joachim Hetscher, Peter Deeg, Ingar Solty, Dr. Lutz Kirchenwitz
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Was ist neu an der sogenannten „Neuen Rechten“? Warum gelingt es ihr – anders als der „Alten Rechten“ –, ihre Themen und Positionen im öffentlichen Diskurs zu verankern, sodass manche bereits mutmaßen, sie hätte die Diskurshoheit erlangt? Was bedeutet das für ein Schreiben über und gegen Rechts? Wie funktioniert die Sprache und Rhetorik der Rechten? Wie lässt sich sprachlich gegensteuern bzw ...
Er, Robert Schumann, kam aus Zwickau als Student der Jurisprudenz nach Leipzig, wo er im Hause seines Klavierlehrers Wieck dessen 9-jährige Tochter als "Wunder der Musik" erlebte. Sie trug als Pianistin bereits den Titel einer Gewandhausvirtuosin. In Verehrung steigerte er Claras Namen zu "Clarissima". So begann die Liebe des Lebens zweier musikalischer Genies – von Clara und Robert Schumann. Tagebücher geben Auskunft über ihre Musik, die Einmaligkeit ihres künstlerischen Schaffens. Vereint im Geiste, vermerkten beide wortgleich: "Den 14. August (1837) verlobten wir uns."
Am 26. März kommt der norwegische Singer-Songwriter Moddi nach Berlin. Er bringt 10 Geschichten von 5 Kontinenten über verbotene Lieder mit: Auf der Suche nach den Geschichten verbotener oder zensierter Musik ist Moddi um die ganze Welt gereist, hat Songs zusammengetragen und 2016 das international gelobte Album »Unsongs« herausgegeben, mit Klassikern wie "Strange Fruit" von Billie Holiday und "Army Dreamers" von Kate Bush, aber auch einem samischen Volkslied und dem Punk-Gebet von Pussy Riot ...
In Vortrag und Diskussion wollen wir die Geschichte der "wehrhaften Demokratie" rekonstruieren, um dann zu prüfen, ob sie den aktuellen Tendenzen des Rechtsrucks etwas entgegensetzen kann – oder nicht selber Teil des Problems ist. Diese Frage stellt sich auch angesichts der aktuellen Fälle innerhalb staatlicher Institutionen (NSU, NSU 2.0, der "Hannibal"-Fall). Kommt die Gefahr nicht bereits von "innen" – so wie auch der Rechtsruck in der Mitte der Gesellschaft stattfindet?
Die NATO marschiert im Osten auf und will dort auch bleiben. Die Militärpräsenz an der Westgrenze Russlands wird immer stärker. Gegen Moskau wird auf weitere Machtdemonstrationen und Konfrontation gesetzt. Mit rabiater Rhetorik gegen Russland soll nicht zuletzt auch Unterstützung für massive Aufrüstungsprogramme in den NATO-Ländern gewonnen werden. Mit der Aufkündigung des INF-Vertrags durch US-Präsident Donald Trump droht zudem eine neue atomare Aufrüstung in Europa - dabei sind Abrüstung und Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland das Gebot der Stunde. Wie begegnen Friedensbewegung und Linke den neuen Herausforderungen und Gefahren?
Karl Korsch (1886-1961) und Amadeo Bordiga (1889-1970) gelten mit ihrer frühen Kritik an der Degeneration der Kommunistischen Internationale und der aufgezwungenen Bolschewisierung aller ihrer Sektionen als Begründer des Linkskommunismus. Das Bündnis zwischen ihren Fraktionen wurde nach 1926 aber nicht vertieft und jede weitere Diskussion durch die hereinbrechende Gewalt von Stalinismus und Faschismus unterdrückt ...
Die Bundesrepublik bereitet sich vor, den 30. Jahrestag wiedergewonnener deutscher Einheit zu begehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie kam es zur deutschen Teilung? Welche Rolle spielten die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, und welche Verantwortung fällt der deutschen Politik in West und Ost zu? Ja, welcher Platz gebührt überhaupt dem einheitlichen Zentralstaat in der deutschen Geschichte?
Der Vortrag geht der Frage nach dem Unbewussten in der Kulturindustrie nach. Ausgegangen wird dabei von der Annahme, dass das Unheimliche als ein Organisationsprinzip der Beziehung zwischen Bildern und KonsumentInnen gelten kann. Das Unheimliche ist Freud zufolge eine spezifische Erscheinungsform des Unbewussten. Aus dieser psychoanalytischen Perspektive wirft der Vortrag (z.B. anhand des Films Die fabelhafte Welt der Amélie) ein neues Licht auf Fragen des Verhältnisses von Kultur und Kapitalismus, wie sie Adorno und Horkheimer in ihren Thesen zur Kulturindustrie aufgeworfen haben. Gezeigt werden wird, inwiefern Unbewusstes in die Warenförmigkeit gegenwärtiger Kultur systematisch verwickelt ist.
Gerade der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Klasse wurde lange ignoriert. »Die Frauen- und die Arbeiterbewegung blicken auf eine wechselseitige Geschichte aus Allianzen, verpassten Gelegenheiten, offener Feindseligkeit, Annäherung und Entfremdung zurück« schreibt Cinzia Arruzza. In der frühen Sozialdemokratie wurde über August Bebels »Die Frau und der Sozialismus« lebhaft diskutiert. Bis heute ist das Verhältnis nicht endgültig geklärt. Wenn Arbeiter*innen Geschlechterungerechtigkeiten abtun und Feminist*innen den Blick verlieren für die fundamentalen Zwänge der Lohnarbeitenden im Kapitalismus, so entgeht beiden eine wirkungsvolle Synthese. Übrig bleiben zwei politische Bewegungen ohne Richtung, ohne konkrete Handlungs- und Widerstandsformen und Schlagkraft.
Die Bevölkerung Berlins und des Umlandes wächst seit Jahren. Gleichzeitig besteht das Ziel, den Autoverkehr einzudämmen. Der ÖPNV muss folglich ausgebaut werden. Doch der Ausbau von U- und S-Bahnen ist nicht nur sehr kostspielig, sondern auch langwierig - von der Planung bis zur Fertigstellung vergehen mehrere Jahre bis Jahrzehnte ...
Peter Sodann ist Schauspieler sowie Initiator und Begründer der Peter-Sodann-Bibliothek im KulturGutStaucha, einer einmaligen Sammlung der im Osten Deutschlands von 1945-1990 erschienenden Literatur Moderation: Dr. Siegfried Wein
Friedrich Pollock (1894–1970) steht als bedeutendster Ökonom des Instituts für Sozialforschung zu Unrecht im Schatten der großen Denker der Kritischen Theorie. Sein Werk hat zwar das Denken Adornos, Horkheimers, Neumanns oder Marcuses in vielerlei Hinsicht mitgeprägt, es harrt aber immer noch der Anerkennung als originärer Beitrag zur "Frankfurter Schule".
Den Teilnehmenden begegnen während der Tour unter anderem Clara Jaschke, Ella Trebe, Marie Juchacz, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg. Die Referentin stellt die Persönlichkeiten vor, gibt einen Einblick in deren Leben und zeigt ihre gesellschaftlichen und theoretischen Leistungen auf. Sie gibt Einblicke in die organisierte Arbeiterinnenbewegung und stellt Kontinuitäten bis zur Gegenwart heraus. Darüber hinaus wird auf der Tour darauf eingegangen, wie proletarische Frauen in Kunst, Literatur und Geschichte rezipiert wurden.
Mit Konferenzbeiträgen von Marcel Bois, Stefan Bollinger, Gisela Notz, Klaus Wisotzky, Mario Hesselbarth, Mirjam Sachse, Sebastian Zehetmair, Béla Bodó, Simon Webb, Pietro Di Paola, Axel Weipert, Mark Jones und Klaus Gietinger. Moderation: Dietmar Lange, Anke Geißler-Grünberg
Laudatio: Helmut Müller Musik: Holger Bey (Gitarre/Sound), Cristin Dross (Violine) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 17. Mai
Klaus Gysi gehörte zu den interessantesten Persönlichkeiten der DDR. Er war Leiter des Aufbau-Verlages, Kulturminister, Botschafter in Italien und Staatssekretär für Kirchenfragen. Ein Kommunist und Kosmopolit – sein Leben führte durch die Gefahren des antifaschistischen Widerstandskampfes zu Kampf und Konflikten um ein neues, ein sozialistisches Deutschland. Sein Intellekt, seine Gewandtheit, sein Witz und seine Kultur des Dialogs führten ihn in komplizierten Situationen der DDR zu Positionen des Brückenbaus und der dringlichen Vertrauensbildung.
Verschiedenen Anlegertypen haben unterschiedliche Profitstrategien, die Mieterinnen und Mieter sowie die Stadtgesellschaft wiederum vor unterschiedliche Probleme stellen. Was unterscheidet große institutionelle Anleger von börsennotierten Immobilienunternehmen wie der Deutsche Wohnen und diese wiederum vom vermögenden Zahnarzt, der eine Eigentumswohnung kauft?
Lyrik, vertonte Verse und Briefe von Eva Strittmatter, Kurzprosa und Romanausschnitte von Erwin Strittmatter, Heiteres und Ernstes, Behutsames, Zeitkritisches, Appelle an einen freundlichen, liebevollen Umgang miteinander.
Groß-Berlin war und ist ein Spiegel städtischer Planungskultur, der Suche nach Ordnung einer chaotisch wachsenden Großstadt. Heute stellt sich erneut und dramatisch zugespitzt die Frage nach einer neuen Planungskultur. Was können wir aus der Planungsgeschichte lernen?
Am 12. November 1918 wurde in Deutschland das lange überfällige Wahlrecht für alle Bürger – und Bürgerinnen – von der Nationalversammlung in Weimar verabschiedet. Das Frauenwahlrecht war Teil und Ergebnis der durch die Revolution in Gang gesetzten Reformen. Den Frauen wurde vor 100 Jahren öffentliche Mitsprache zuerkannt sowie politische Teilhabe garantiert. Daran erinnert Karlen Vesper.
Humor und politisches Engagement verbanden sich zu einer außergewöhnlichen Mixtur an Zartheit und Menschlichkeit in dem schriftstellerischen Werk Erich Mühsams. Mit einer musikalisch-literarischen Revue erinnern Bernd Ludwig und Hannes Zerbe an ihn, an diesen unbeugsamen Menschen der Berliner und Münchner Bohème, der mit seinen Gedichten und kleinen Prosatexten das Publikum gleichermaßen zum Lachen und zum Nachdenken brachte. Der mit großer Leichtigkeit bissig war, ohne verbissen zu wirken.
Utopie ist weder Wunschkonzert noch das schlechthin Unsagbare. So wie Marx den Kapitalismus kategorial begriffen hat, können wir uns der Utopie des Commonismus annähern. Im Vortrag von Stefan Meretz werden die Elemente einer Gesellschaft entwickelt, in der die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Referent: Stefan Meretz
2013 intervenierte die französische Armee im Norden Malis. Innerhalb weniger Wochen sollte sie die dort sitzenden Jihadisten vertreiben. Dieses Versprechen ist längst Vergangenheit. Seit vier Jahren ist zur Unterstützung auch die Bundeswehr vor Ort. Daneben gibt es weitere militärische Akteure. Die Grenzen zwischen diesen Gruppen im Norden verlaufen oft fließend. Welche Perspektiven bieten sich für Mali und die Region vor diesem Hintergrund? Wie sollen Linke die Präsenz europäischer Truppen dort bewerten? Und was hat dies alles mit "Kerneuropa" zu tun?
Im Zuge der Digitalisierung verändern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten. Welche Folgen hat das für eine linke Arbeitszeitpolitik? Kann der 8-h-Tag "nach vorn" aufgehoben werden? Welche Risiken birgt das? Werden damit soziale Errungenschaften aufgegeben? Verlangen unterschiedliche Branchen unterschiedliche Arbeitszeitmodelle? Wie sehen Arbeitszeitregelungen in anderen Ländern der Europäischen Union aus? Referent: Roland Schneider
Folgende inhaltliche Schwerpunkte werden in der Veranstaltung behandelt: 1. Was heißt Digitalisierung 4.0 und Industrie 4.0?, 2. Über die Notwendigkeit dieser Veränderungen und deren Auswirkungen auf große, mittelständische sowie innovative Unternehmen, 3. Auswirkungen der Digitalisierung auf den Einzelnen und die Gesellschaft, 4. Zusammenfassung/Schlussfolgerungen. Referent: Prof. Dr. sc. techn. Reinhard Schiffel
Die "fast vergessene Revolution" von 1918/19 ist mit dem Namen Rosa Luxemburgs verknüpft. Ihre solidarischen und kritischen Interventionen gegenüber der Russischen Revolution beleuchten eine doppelte Frontstellung, die auch an ihren theoretischen Entwürfen ablesbar ist: Analyse des Imperialismus und Kritik diktatorialer Strukturen – auch der Linken. Luxemburgs besonderes Verständnis des demokratischen Prozesses muss daher auch heute im Mittelpunkt der Diskussionen um qualitative gesellschaftliche Veränderung stehen. Referent: Dr. Diethard Behrens
Gemeinhin wird angenommen, dass die Finanzkrise 2007/08 durch das riskante Verhalten der Banken verursacht wurde. Tatsächlich ist es jedoch gerade das Vermeiden von Risiken, das zu den Turbulenzen und Stürmen des Finanzwesens führt und unsere Wirtschaft zum Absturz bringt. Frances Coppola wird zeigen, dass nicht nur die große Finanzkrise selbst, sondern auch die Krise in der Eurozone Finanzstürme waren, die durch grenzüberschreitende Finanzströme verursacht wurden, und dass diese Stürme durch die Suche nach Hochzinsanleihen ohne Risiko entfacht wurden. Sie wird zudem die Rolle der Versicherungen diskutieren. Referentin: Frances Coppola Der Vortrag wird auf Englisch gehalten und simultan ins Deutsche übersetzt.
Seitdem die Regierungschefs der NATO-Staaten 2014 unter tatkräftiger Mithilfe Deutschlands beschlossen haben, bis 2024 möglichst 2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für das Militär aufwenden zu wollen, steigen die Rüstungshaushalte – der deutsche 2019 um so viel wie nie seit der Gründung der Bundeswehr 1955. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen: Wie viel sind zwei Prozent der Wirtschaftsleistung bei uns? Gegen wen richtet sich die Aufrüstung? Welche Aufrüstungsziele verfolgen Bundesregierung und Bundeswehr in EU und NATO? Welche Auswirkungen wird das auf die deutsche Stellung in Europa und der Welt haben? Was können wir dagegen tun?
Zehn Jahre nach der "Kernschmelze am Finanzmarkt" analysiert Axel Troost ob (und was) die Welt aus den Ereignissen gelernt hat und kommt zu dem Schluss: CHANCE VERTAN. Dabei geht er den Ursachen für das latent instabile System der Finanzmarktregulierung auf den Grund. Ist der nächste Bankencrash nur eine Frage der Zeit?
Das Werk des lange vergessenen Kritikers und Autors Carl Einstein (1885–1940) ist geprägt von Versuchen, eine theoretische Fundierung zu formulieren, die gleichermaßen künstlerischer und politischer Praxis gelten könnte. Für Einstein erscheint insbesondere nach den revolutionären Ereignissen 1917/18 die historische Vermitteltheit von Kunst und Ästhetik als Ausgangspunkt, um das Verhältnis von Revolution zu historischer Zeit wie zu künstlerischer Tradition und Kunstgeschichte zu befragen. Vortrag von Dr. phil. Patrick Hohlweck
Thomas Köhler, der zwei olympische Goldmedaillen und drei Weltmeistertitel gewann, danach als erfolgreicher Trainer und bis 1989 als Vizepräsident des DTSB für Leistungssport tätig war, berichtet über Stationen seines Lebens vor und nach der Wende. Er geht u.a. den Fragen nach, die in Bezug auf den DDR-Sport noch immer die Gemüter erhitzen: Was geschah in Grenoble im Zusammenhang mit dem Kufenheizskandal? Wie war der Umgang mit Doping? Worauf sind die Erfolge des DDR-Sports zurückzuführen? Was in 40 Jahren DDR-Sport geschah, hat Thomas Köhler nicht nur selbst erlebt, sondern aktiv mitgestaltet.
Für die sichere Kommunikation zwischen Millionen von Menschen und für das Absichern von Daten ist Verschlüsselung unerlässlich. Sie soll nicht nur gegen alltägliche Gefahren absichern, sondern auch professionelle Angreifer abwehren. Denn der Aufbau von Cyberwar-Kapazitäten hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und bedroht alle Nutzer digitaler Medien. Über die technischen und ökonomischen Gegebenheiten sowie Zwänge, die unsere technisierte Welt prägen, soll der Vortrag informieren. Außerdem soll es darum gehen, wie der aufkommende Cyberwar zu verlangsamen und zu verhindern ist. Referentin: Constanze Kurz Moderation: Fabian Kunow
Der Super Bowl ist eines der größten Sportereignisse der Welt. American Football ist keine Sportart wie jede andere, sondern körperlich äußerst brutal und auch kostspielig. Und trotzdem bleibt Football die populärste Sportart des Landes. Vor allem im ländlichen Raum durchdringt er die Alltagskultur und strukturiert die Wochenendabläufe für sechs Monate im Jahr. Unser Referent, der seine Jugend dort verbrachte, wird ein paar Gedanken über die Einbettung und Funktion des Footballs in der heutigen US-amerikanischen Gesellschaft skizzieren und erklären, warum er trotz alledem Football bis heute gern schaut.
Am 15. Januar jährte sich zum 100. Mal der Meuchelmord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Beider Namen sind unauslöschlich mit der 1918er Revolution verbunden. Das Auftakt-Rendezvous 2019 ist einer bemerkenswerten Frau und Führungspersönlichkeit der Arbeiterbewegung gewidmet: Rosa Luxemburg (1871-1919). Am 15. Januar jährt sich zum 100. Mal der Meuchelmord an ihr und Karl Liebknecht. Beider Namen sind unauslöschlich mit der 1918er Revolution verbunden. Auf den Spuren von Rosa mit Entdeckungen und Erfahrungen über ein halbes Jahrhundert hinweg war die am 10. Dezember 2018 verstorbene Luxemburg-Expertin Annelies Laschitza. An Rosa Luxemburg und Annelies Laschitza erinnern in der Veranstaltung Karlen Vesper und Marlene Vesper.
Sparen gilt, gerade in Deutschland, als Tugend, nach der alle leben sollen – auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Das garantiere, so predigen Politiker und Ökonomen, Stabilität. Doch was geschieht eigentlich, wenn alle sparen? Wie wirkt sich allseitige Sparsamkeit auf die Gesamtwirtschaft aus? Geht ein Staat notwendigerweise pleite, wenn er dauerhaft mehr ausgibt als einnimmt? Diesen Fragen wird in der Veranstaltung nachgegangen. Daneben wird gezeigt, warum das an Universitäten gelehrte neoklassische Modell des Bankwesens irreführend ist – und wie Kapitalismus wirklich funktioniert.
Frauen protestierten vor hundert Jahren in Massen gegen den Ersten Weltkrieg und das deutsche Kaiserreich. Ihre Streiks, Demonstrationen und Ausschreitungen leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Vorbereitung der Novemberrevolution. Doch während der Formung und Kämpfe um die Richtung der Revolution tauchten Frauen als Massenerscheinung nicht mehr auf. Anhand der Proteste der Frauen der Novemberrevolution und den vielfältigen reaktionären Antworten soll diskutiert werden, welche grundlegenden gesellschaftlichen Konflikte bis heute dringend feministischer Kämpfe bedürfen.
Nach Jahrzehnten der Untätigkeit ist es jetzt allerhöchste Zeit: Soll die Welternährung nicht in ernsthafte Gefahr geraten und sollen künftige Generationen vor einem katastrophalen Anstieg der Meere bewahrt werden, müssen weltweit die Treibhausgasemissionen drastisch gesenkt werden. Sofort. Hierzulande wäre die sofortige Stilllegung der meisten Braunkohlekraftwerke das Mindeste. Der Referent spricht über den Stand der Klimawissenschaften und die in Deutschland zu ergreifenden Maßnahmen.
"Künstliche Intelligenz" (KI) ist in aller Munde und umfasst verschiedene Dinge wie maschinelles Lernen, Nachbau neuronaler Netze, Spracherkennungsprogramme, autonomes Fahren, Anwendung von Big Data in Bereichen wie der Medizin, oder um vorherzusagen, ob jemand seine Schulden bedienen kann. Wem gehört die KI? Was kann sie? Und wer verdient damit Geld?
War das Vorgehen der Treuhand 1991-94 alternativlos? Immerhin lagen andere Konzepte vor. Was wäre möglich gewesen, wenn diese sich durchgesetzt hätten? In der Veranstaltung werden das von der Regierung Modrow (in Ansätzen) entwickelte Wirtschaftsprogramm sowie die westdeutschen Ideen einer Transformation der ostdeutschen Wirtschaft vorgestellt. Erstere Konzepte hatten zwischen Dezember 1989 und März 1990 praktische Bedeutung, letztere bis zur Übernahme der Treuhandanstalt durch Birgit Breuel 1991. Welche Auswirkungen hätte ihre Umsetzung auf die Entwicklung Ostdeutschlands gehabt? Wie hätten sich Verdienst und Lebensstandard entwickelt? Welche Folgen hätte das für das mentale Zusammenleben der Ost- und Westdeutschen haben können?
Unmittelbar nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition über die faschistische Diktatur begann in den Besatzungszonen die juristische Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechern. Eine in Amsterdam erarbeitete Dokumentation aller auf dem Kontinent geführten Verfahren umfasst 63 dickleibige Bände. Allein 14 davon listen die tausenden Ermittlungs- und Gerichtsverfahren in der Sowjetischen Besatzugszone und in der DDR auf.
Hans Modrow gehört zu den zentralen Persönlichkeiten der Wendejahre 1989/90 und blickt in der Veranstaltung auf sein politisches Leben zurück. Dabei geht es um die Geschichte der DDR und die der Bonner bzw. Berliner Republik sowie um Weggefährten und Zäsuren. 1989/90 bekam Modrow die Chance, auf die höchste politische Entscheidungsebene der DDR zu gelangen, einem Staat, der in seine schwerste Krise geraten war.
1986 wurden als ein Teil des Marx-Engels-Forums vier Doppelstelen errichtet. Darauf sind 144 Fotografien über die Entwicklung der Klasse der Arbeiter zu sehen. Grundlage für die Stelen waren aus weltweiten Archiven zusammengetragene Fotografien. Die ausgewählten Motive gehen auf historische Ereignisse und Figuren ein, bilden den gelebten Alltag ab, zeigen "Verhältnisse". Wir verfolgen die Entwicklung der Stelen.
Europaweit kehren Regionen und Nationen zurück und dominieren mehr oder weniger die politischen Diskurse. Gespenstisch? Jein! Die Diskurselemente sind zwar recht imaginär, besitzen jedoch in der Regel eine longue durée. Deswegen sollte kritische Analyse sich ihrerseits nicht tagespolitisch erschöpfen. Sie muss das Aktuelle mit dem vielfach Historischen verbinden, nicht anders als Persönliches mit Gesellschaftlichem. Ziel sollte sein, die historischen Bezüge kritisch zu rekonstruierten und dadurch Aufklärung und Kosmopolitismus zugute kommen zu lassen. Das verlangt, ins Detail zu gehen und Kenntnis selbst scheinbar ferner, exotisch wirkender Provinzen nicht zu scheuen. Bei solcher Recherche darf auch gelacht werden, wie bereits der Haupttitel des Vortrags signalisiert.
„95 polemische Thesen gegen die herrschende Ordnung – eine Streitschrift für eine gerechtere Welt“ lautet der Titel des letzten gesellschaftskritischen Buches von Klaus Blessing. Seine Thesen und beigefügten Analysen beschreiben nicht nur die katastrophalen Zustände des kapitalistischen Systems, sondern bieten auch Lösungsansätze zur Veränderung ...
Mitte November veröffentlichte ein Rechercheteam der "tageszeitung" (taz) einen langen Artikel mit dem Namen "Hannibals Schattenarmee" über ein Netzwerk aus Bundeswehrsoldaten, so genannten Preppern, und weiteren Personen aus dem Sicherheitsbereich, die sich auf einen "Tag X" vorbereiten. Sie sollen geplant haben, linke Politiker und Aktivisten zu töten. Eine rechte Verschwörung von Männern, die eine Affinität bzw. Zugang zu Waffen hatten ...
Präsident Macrons Zustimmungswerte sind so niedrig wie bei kaum einem Präsidenten zuvor. Ihm stehen zahlreiche Sozialproteste gegenüber – darunter die Gelbwesten. Gleichzeitig ist die Linke gespalten: Die Sozialistische Partei zerlegt sich. Der Front de Gauche existiert nicht mehr. Die Kommunisten orientieren sich neu. Die France Insoumise steht vor Herausforderungen. Könnte Le Pens rechter Rassemblement National (RN) lachender Dritter sein?
In einer aufsehenerregenden Produktion stellt das "porträttheater" aus Wien unter dem Motto "Unpolitisch sein heißt politisch sein ohne es zu merken" das Leben von Rosa vor. Es ist ein künstlerisches Nachdenken über die Theoretikerin, Kämpferin, Politikerin und brillante Rednerin. Es spielen Anita Zieher und Ingrid Oberkanins (perc.) in der Regie von Sandra Schüddekopf.
Gegen den Preiskampf auf ihrem Rücken sowie die arbeitnehmerfeindliche Geschäftspraktiken in der Luftfahrt begehren Ryanair-Beschäftigte auf. Nun hat sich auch die Politik eingeschaltet.
Präzise und mit einer Portion Humor vermittelt Böll seine Eindrücke und Gefühle, gibt unverstellte Auskunft und eine exemplarische Studie über Moral, List und Versagen. Die Schauspielerinnen Renate Geißler und Angelika Neutschel lesen Erzählungen von Heinrich Böll. Musikalische Zwischenspiele: Irene Wittermann am Piano
Im Unterschied zu traditionellen Ansätzen geht es Fahim Amir darum, die Geschichte der Tiere innerhalb von Klassengesellschaften und aus einer Perspektive der Kämpfe zu denken. Hatte Marx die Hegel'sche Dialektik vom Kopf auf die Füße gestellt, wie es gemeinhin heißt, so ist es damit noch nicht getan - sie muss auf die Hufe und Pfoten gestellt werden. Fahim Amir ist Philosoph und Künstler aus Wien und lehrt experimentelle Theorie und Gestaltung an der Kunstuni Linz. In diesem Herbst erschien »Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte« (Nautilus), das mit dem Karl-Marx Preis ausgezeichnet wurde.
Der Schriftsteller Michail Bulgakow (1891–1940) ist durch seinen Roman "Der Meister und Margarita" weltberühmt geworden. Weniger bekannt ist, dass er in den 1920er und 1930er Jahren hunderte von kleinen Erzählungen und Feuilletons schrieb, meist für die Eisenbahnerzeitschrift "Gudok" (Dampfpfeife), in denen er auf satirisch-humoristische Weise die Unzulänglichkeiten des Lebens in der Hauptstadt der jungen Sowjetunion auf die Schippe nahm. Antje und Michael Leetz stellen in ihrer Lesung einige besonders vergnügliche Geschichten vor – in vorweihnachtlicher Stimmung mit Samowar-Tee und Rotwein.
Der Vortrag spürt den Anfängen des Marxismus nach, in dem er die individuellen Lebensläufe und das sozialpolitische Engagement einer Handvoll Intellektueller untersucht, die man als die europäische Gründergeneration des Marxismus bezeichnen kann: die zwischen 1845 und 1870 in Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich und im Zarenreich geborenen Karl Kautsky, Eduard Bernstein, Rosa Luxemburg, Victor Adler, Jean Jaurès, Jules Guesde, Georgi W. Plechanow, Wladimir I. Lenin und Peter B. Struve.
Berlins größte Vermieterin, die Deutsche Wohnen SE, greift nach dem Herzen Ostberlins: Das börsennotierte Unternehmen möchte in einem Paket 700 Wohnungen und Gewerbeflächen in der Karl-Marx-Allee kaufen. Als Verkäufer von vier Blöcken der "Arbeiterpaläste" in der ehemaligen Stalinallee tritt die Predac Immobilien Management AG auf. Wie konnte es aber geschehen, dass Vorbildbauten des staatlichen Wohnungsbaus der DDR von einer Aktiengesellschaft an eine andere börsennotierte Aktiengesellschaft verkauft werden sollen? Wie genau verlief die Privatisierung der Prachtbauten der DDR, was bedeutete sie für die Mieter*innen und die Bewohnerstruktur dieser Häuser damals, und was bedeutet sie heute?
Warum Karl Marx mit Feuerbach, aber auch im Rückgriff auf Hegel über Religion gestritten hat und warum er Ausbeutung von Menschen durch den Menschen für die größte politische Sünde hielt, soll nach dem Referat auch anhand verteilter Marx-Texte gemeinsam diskutiert werden.
Gegenstand des Vortrages ist die von Jürgen Habermas begründete Kommunikationstheorie der Gesellschaft, die er als eigenständige Variante kritischer Theorie versteht. In ihrem Zentrum steht eine systematisch entfaltete Konzeption von Öffentlichkeit, Sprache und Demokratie. Dies sind die Bausteine seiner Theorie der Moderne, die er als Projekt versteht.
Wir führen eine Warteliste. Bei Interesse melden Sie sich bitte telefonisch unter 030-47538724 oder über info@helle-panke.de per Mail bei uns. Hoyerswerda war sowohl Stadt der "Franziska Linkerhand" und ihrer Urheberin Brigitte Reimann als auch das "Hoywoy" des liedersingenden Baggerfahrers Gerhard Gundermann.
1918, nach dem Ende des Weltkrieges und der k.u.k. Monarchie gewannen die Sozialdemokraten hochüberlegen die Gemeinderatswahlen in Wien. Die Gelegenheit war da, die Praxistauglichkeit der marxistischen Lehre zu beweisen. Ihre Mehrheit nutzte die Regierung für weitreichende Reformen in verschiedenen Politikfeldern: Wohnungsbau, Steuerpolitik, Sozialwesen, Kultur, Bildung ... Im Rahmen der Konferenz wollen wir diesen historischen Ansätzen linker, realer, kommunaler und zugleich revolutionärer Politik nachgehen und sie auch auf ihren aktuellen Nutzwert prüfen.
Das ist so eine Sache mit den Bräuchen, auch mit denen in der Weihnachtszeit. Aber wer könnte sie uns verständlicher machen als unsere kompetente Referentin, eine Pfarrerin. Da wird von Bethlehem, der "Stadt des Brotes", die Rede sein, vom Engelchor mit "Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" ...
Diether Dehm singt alte Brechts und Eislers besonders gerne aus "Die Mutter" und neue eigene Liebeslieder. Er hat die meisten bekannten Lieder für "die bots" und Klaus Lage sowie mittlerweile auch für Dieter Hallervorden und viele andere Musik geschrieben. Michael Letz ("Oktoberklub") wird ihn auf Diether Dehms Eisler-Flügel, den er der Hellen Panke leihweise überlassen hat, begleiten ...
Ein Grund für die Schwäche sozialer Kritik und linker Politik besteht im Mangel an realitätstüchtigen Antworten auf die Frage, wie eine Gesellschaft ohne Kapitalismus entsprechend ihren Zielen funktionieren kann. Im Vortrag werden Überlegungen insbesondere zu folgenden Problemen vorgestellt und diskutiert: ...
Seine beste Zeit hatte Arnold Zweig in der DDR. Seine Bücher erschienen in hohen Auflagen. Aber man strich in seinen Manuskripten herum und druckte auch nicht alles. Er nahm es resigniert hin. Und blieb dennoch unberechenbar und unbequem. In seiner Stasi-Akte steht, er sei ein komplizierter, bürgerlicher Mensch gewesen ...
Ein Jahr voller politischer und kultureller Veranstaltungen und wissenschaftlicher Konferenzen, unzähliger Bücher und Zeitschriftenbeiträge, einer Denkmalseinweihung und einer großen Landesausstellung anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx geht zu Ende. Zeit für ein Resümee.
Am Anfang gab es nur seinen Namen auf einer Liste, getippt im September 1944 in der Häftlingsschreibstube des KZ Buchenwald. Es war eine Transportliste nach Auschwitz mit den Namen von 200 Kindern und Jugendlichen. Die Nummer 200, Zweig, Stefan" ist durchgestrichen. An seine Stelle wurde auf einem Zusatzblatt Blum, Willy" hinzufügt ...
Der jüdische Witz hat einen besonderen Platz in der Weltliteratur: Er lebt vom Wortspiel und enthält stets eine politisch, religiös oder sozial herausfordernde Kritik. Das gemeinsame Lachen blamiert nicht, sondern verbindet.
"Unser ambitioniertes Fernziel ist es, dass die Deutschen irgendwann AfD und nicht ARD schauen." Mit diesem Satz zitierte die Neue Züricher Zeitung im Mai 2018 die Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag.
Das Jugendseminar gibt Einblick in die 1873 erschienene Schrift "Die Wohnungsfrage" von Friedrich Engels. Auch wenn das Buch schon 145 Jahre auf dem Buckel hat, ist erstaunlich viel daraus noch aktuell. Z.B. wies Engels darauf hin, dass die explodierenden Mieten und die Schwierigkeit, eine bezahlbare Wohnung zu finden, erst dann für die Mittelschichten interessant werden, wenn es sie plötzlich auch betrifft. Engels nennt nicht nur Ursachen der Wohnungsnot, sondern unterzieht damalige Lösungsvorschläge anderer einer gnadenlosen Kritik. Wir wollen uns diese "Mutter aller Gentrifizierungskritiken" in einem Tagesseminar aneignen, lesen und diskutieren.
Maximales Teilnehmeralter: 100 Jahre.
Die Geschichte der Linken in der Türkei ist hierzulande weitgehend unbekannt – zu Unrecht.
Laudatio: Prof. Dr. Frank Brunkhorst Musik: Niko Meinhold am Eisler-Flügel
Ausgehend von der Frage, was Kriminalität eigentlich darstellt, wird der sog. Kampf gegen die Kriminalität in Theorie und Praxis seit 1990 kritisch unter die Lupe genommen.
Seit 2003 gilt die Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen. Jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis. Wer mit möglichst geringen Kosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn - wer sich auf die Patienten einläßt und Tarife zahlt, macht Verlust. Es war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dann, wenn er am verletztlichsten ist, dem Prinzip der Verwertungslogik untergeordnet.
Prenzlauer Berg war vor der Schoa ein jüdisches Zentrum Berlins. In den 1920er Jahren lebten mehr als 20.000 Jüdinnen und Juden hier. Die Synagoge Rykestraße und der Jüdische Friedhof in der Schönhauser Allee sind sicherl die bekanntesten jüdischen Stätten im Stadtbezirk. Es gibt jedoch sehr viel mehr Spuren ehemaligen jüdischen Lebens, aber auch eine lebendige jüdische Gegenwart zu entdecken. Der Rundgang wird mit der wechselvollen Geschichte der jüdischen Bevölkerung des Stadtbezirkes bekannt machen und Orte und Persönlichkeiten vorstellen, die das jüdische Leben hier geprägt haben.
Die SED hatte mit einem tatsächlichen Arbeiteranteil von etwa 33 Prozent eine beträchtliche Anzahl von Genossen in ihren Reihen, die an der Werkbank tätig waren. Warum Industriearbeiter ein Parteibuch besaßen und welchen Stellenwert sie dem Parteileben im Betriebsalltag einräumten, soll am Beispiel des Stahlwerks in Brandenburg/Havel ebenso beleuchtet werden wie der schwindende Rückhalt für die SED in den Industriebetrieben im Laufe der 1980er Jahre. Als die SED im Herbst 1989 mit den Massenaustritten ihren Zerfall erlebte, waren es überwiegend Arbeiter, die der Partei zuerst den Rücken kehrten.
Ab diesem Herbst soll in Berlin eine echte gesundheitspolitische Neuerung starten. Es gibt sie zwar schon seit Jahren in einigen anderen Metropolen in Europa, für Deutschland aber ist sie neu: Das Drugchecking. Wie aber genau Drugchecking in Berlin angeboten werden soll, und wie es zum Beispiel bereits in Städten wie Wien funktioniert, das wollen wir besprechen mit Astrid Leicht (Fixpunkt e. V), Stephan Jäkel (Schwulenberatung Berlin) und Niklas Schrader (Drogenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus)
Regelmäßig fanden im Zusammenhang mit den Frühjahrs- und Herbstmessen in Leipzig Seminare des ZK mit den Generaldirektoren der Kombinate und anderen verantwortlichen staatlichen Leitern und Wirtschaftsfunktionären statt. Sie wurden vom Sekretär für Wirtschaft Günter Mittag geleitet. In der Veranstaltung werden zwei GeneraldirektorInnen über ihre Erfahrungen und Sichten auf die Leipziger Seminare berichten. Dabei stehen die Wirkungen dieser Seminare im Vordergrund. Ergänzend hierzu soll eine wirtschaftshistorische Rückschau des Strebens nach perfekter Wirtschaftsorganisation unter starren politischen Vorgaben vorgenommen werden. Welche Lehren lassen sich daraus ziehen?
Unglaubliche 999 Veranstaltungen hat unser Seniorenklub seit seinem Bestehen realisiert. Heute begehen wir die eintausendste mit Liedern und Gedichten von Heinrich Heine, vorgetragen von Jens-Uwe Bogadtke (Schauspieler am Theater im Palais).
Franz L. Neumann verknüpft in seiner Staatstheorie Erkenntnisse der Politik- und Rechtswissenschaft mit den Ansätzen der klassischen Kritischen Theorie. Im Mittelpunkt seiner Staatstheorie steht das Verhältnis von Souveränität und Freiheit, von Recht und Macht, von Gesetz und Gewalt. Neumann begreift den modernen Staat stets als eine Einheit dieser Elemente, die zugleich widersprüchlich wie unauflösbar ist. Neumanns Analyse der nationalsozialistischen Herrschaft in seinem Werk "Behemoth. Struktur und Praxis des Nationalsozialismus" gehört bis heute zu den wegweisenden politik- und staatswissenschaftlichen Analysen des Nationalsozialismus.
An Untersuchungen zu den in den 1920er und 1930er Jahren verfassten Berichten von Russlandreisenden mangelt es nicht. Von einer vergleichbar umfangreichen und gründlichen Erforschung der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wiederbelebten Praxis von Delegationsreisen in die Sowjetunion kann dagegen keine Rede sein. Dr. Wladislaw Hedeler stellt einige der Autoren der zwischen 1949 und 1955 verfassten Berichte sowie deren Beobachtungen während ihrer Reise in die Zukunft" vor. Seine Skizze gehört zu dem von ihm herausgegebenen Themenschwerpunkt des Heftes 3/2018 der Zeitschrift Berliner Debatte Initial", der der Frage nachgeht, wie Deutsche die Sowjetunion sahen.
Im November vor 100 Jahren zerbrach die Monarchie, weil die Deutschen es leid waren, weiter Krieg zu führen und zu hungern. Nach russischem Beispiel entstanden Arbeiter- und Soldatenräte. Und während die einen die sozialistische Republik Deutschland gründen wollten, kanalisierten die anderen den revolutionären Furor und gründeten zu Weimar einen bürgerlich-demokratischen Staat. So blieb die Weltrevolution aus, auf die die Russen gesetzt hatten. Umstände und Konsequenzen dieser halben oder doch ganzen Revolution haben Konsequenzen für die folgende deutsche Geschichte, Auswirkungen bis zur Gegenwart.
Krisen entstehen nach Marx aus dem ganz normalen Verwertungsprozess des Kapitals selbst und seiner ungeheuren Dynamik. In Krisenzeiten wird die kapitalistische Produktionsweise zudem keineswegs, auch wenn es so scheint, unterbrochen oder bricht gar zusammen. Sie wird vielmehr gewaltsam aufrechteralten: »Und weiter ist Krise nichts als die gewaltsame Geltendmachung der Einheit von Phasen des Produktionsprozesses, die sich gegeneinander verselbständigt haben«, schreibt Marx in den Theorien über den Mehrwert. Wir wollen uns auf der 11. Marx-Herbstschule diesem Zusammenhang von Weltmarkt und Krise widmen.
Der (oft bloß imaginierte) Vorwurf einer Kollektivschuld der Deutschen hat ein erstaunliches Beharrungsvermögen bewiesen und zwar aus drei sehr unterschiedlichen Gründen: Erstens, weil der Vorwurf durchaus treffend ist. Zweitens, weil der Topos zur empörten Abwehr und zur Exkulpation großer Teile der deutschen Bevölkerung bezüglich ihres Engagements im NS diente. Drittens, weil er dazu verwendet wurde und wird, um durch seine Akzeptanz eine selbstbewusste nationale Schuldgemeinschaft zu konstituieren, die ihre eigenen Verbrechen als Argumente für zukünftige Machtansprüche verwenden kann. Alle drei Aspekte sind in den zugleich hellsichtigen und fragwürdigen Vorlesungen von Karl Jaspers zur "Schuldfrage" (1946) wiederzufinden.
Was waren die praktischen Erfahrungen mit dem Organisationsprinzip der Räte in Deutschland? Dieser Frage soll anhand der Berliner Rätebewegung der Jahre 1919 bis 1920 nachgegangen werden als die Räteidee allein in Berlin hunderttausende Anhänger mobilisieren konnte. Dabei wird zugleich deutlich: In der Arbeiterbewegung dieser Zeit gab es eine reale Alternative jenseits von Sozialdemokratie und Stalinismus. Zur Bilanz der Bewegung gehört aber auch, nach den Gründen ihres Scheiterns zu fragen.
Der Vortrag stellt sich der Frage nach den Ursachen für die immer häufiger angewandte Gewalt gegen kulturelles Erbe einerseits und den rasant anwachsenden illegalen Handel mit Kulturgütern andererseits. Welche Zusammenhänge lassen sich hier erkennen? Weiterhin soll danach gefragt werden, was den Handel mit Kunst- und Kulturgütern so attraktiv für Schwarzmarktgeschäfte werden ließ, sodass diese heute nach dem illegalen Waffen- und Drogenhandel an dritter Stelle stehen und auf ein jährliches Umsatzvolumen von ca. 10 Milliarden US-Dollar weltweit geschätzt werden.
Was ist die beste Kriminalpolitik? Warum rufen Politiker aller Parteien nach härteren Strafen? Hilft ein schärferes Strafrecht gegen Kriminalität? Ist das Wegsperren noch zeitgemäß oder gibt es Alternativen zur Freiheitsstrafe? Referent: Dr. Volkmar Schöneburg (Mitglied des Landtags Brandenburg, Brandenburger Justizminister a.D.)
In den letzten Jahrzehnten wurde der soziale Wohnungsbau privatisiert. Damit begann der Aufstieg von finanzialisierten Akteuren, die ehemals öffentliche Wohnungsgesellschaften kauften. In einer ersten Phase erwarben Private-Equity-Fonds die Mietwohnungen. Die Deutsche Wohnen war anfangs ein solcher Fond der Deutschen Bank AG. Im zweiten Schritt entwickelte sie sich zu einem eigenständigen börsennotierten Unternehmen. Für die MieterInnen und Beschäftigten bedeutete dies nichts Gutes. Im Vortrag wird die Transformation des deutschen Wohnungsmarktes sowie die damit verbundene Bedeutung der Deutsche Wohnen SE dargestellt.
In dem Workshop wollen wir gemeinsam die Entstehung heutiger Vorstellungen weiblicher Körperlichkeit erarbeiten und die mit ihnen zusammenhängenden Praktiken. Nach Silvia Federicis Werk "Caliban und die Hexe" gehen wir davon aus, dass während der Entstehungsphase des Kapitalismus nicht nur eine Proletarisierung der Massen und eine spezifische, geschlechtlich codierte Arbeitsteilung durchgesetzt wurde, sondern ebenso neue und miteinander gekoppelte Vorstellungen von Natur, Körper und Geschlecht. Diese historischen Entwicklungen führten zu bisher nicht dagewesenen Formen der Disziplinierung und Unterwerfung von Frauen. Die Herausbildung differenzierter patriarchaler Herrschaftsformen verknüpfte bestimmte Auffassungen weiblicher Körperlichkeit mit der symbolischen und rechtlichen Regulierung des Zugriffs auf den weiblichen Körper sowie der Organisation der Reproduktionsarbeit.
Im Jahr 1928 kam es in der Sowjetunion zu einem international aufsehenerregenden Beschluss: In Birobidschan, im Osten Sibiriens sollte ein jüdisches Siedlungsgebiet errichtet werden. Die ersten Siedler fanden außer Zelten nicht viel vor. Tatsächlich wurde in den ersten Jahren eine rege jiddische Kultur aufgebaut. 1934, im Jahr der Proklamation der Jüdischen Autonomen Provinz, reiste die Autorin Lili Körber nach Birobidschan, auch ihr Reisebericht ist voller Zuversicht: "In zehn Jahren ist Birobidschan eine Stadt mit Parkanlagen, hohen Häusern und einem richtigen Straßenverkehr. Und in fünfzig Jahren? Wie wird Birobidschan, wie wird die Welt in fünfzig Jahren aussehen?" Doch schon die nächsten zwanzig Jahre brachten kaum vorstellbare Entwicklungen ...
Während die politische Lage in Italien nach dem (vorläufigen?) Ende Berlusconis in hiesigen Medien wenig Beachtung gefunden hat, herrscht seit den Wahlen vom 4. März 2018 Einigkeit darüber, dass eine Regierung aus Links- und Rechtspopulisten das Land in den eigenen und damit auch den europäischen finanziellen Ruin zu stürzen droht. Dass die Dinge nicht so einfach liegen aber dennoch Anlass zur Sorge besteht, wird deutlich, wenn man einen genaueren Blick auf die Protagonisten, vor allem auf die 5-Sterne-Bewegung und die Entwicklung der Zeit nach der Wahl wirft.
Der israelisch-palästinensische Konflikt prägt seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Entwicklung des Nahen Ostens. Er war von Anfang an nicht nur durch Militanz gekennzeichnet, sondern stets auch begleitet vom Streben nach einem friedlichen Ausgleich. Angelika Timm stellt anhand ihrer Publikation "100 Dokumente aus 100 Jahren" relevante Teilungspläne und Friedensinitiativen in ihrem jeweiligen historischen Kontext vor. Nachgefragt wird, wie realistisch Ein- oder Zwei-Staatenmodelle sind bzw. welche anderen Optionen für ein Konfliktmanagement denkbar wären.
Karl Marx gilt als entscheidender Begründer der Kapitalismuskritik, manchmal auch als Gründungsfigur eines neuen Materialismus und einer neuen Dialektik. Er ist ein Kritiker der Entfremdung und des Eigentums. Aber ist er auch ein Theoretiker der Freiheit? Dass er es ist und zwar nicht nur am Rande, sondern dass sein Werk wesentlich aus dieser Perspektive verstanden werden muss, ist die These, die Dr. Christian Schmidt in seiner Einführung in das Denken von Marx vertritt und die er in der Veranstaltung zur Diskussion stellt.
Dr. Jürgen Schebera berichtet über Entstehung und Rezeption der Neuen deutschen Volkslieder",akustisch illustriert mit Auszügen aus dem Funk-Mitschnitt der Uraufführung (Ernst Busch mit dem Jugendchor des Mitteldeutschen Rundfunks) sowie kostbaren O-Tönen von Hanns Eisler und Johannes R. Becher.
In einer kalten Oktobernacht vor zehn Jahren kam der Landeshauptmann Jörg Haider mit 1,8 Promille vom rechten Weg ab. Seither ist viel geschehen. Den allgemeinen Rechtsruck in Österreich hat sein Land viel früher erlebt, und womöglich wird es diesen auch früher überwinden. Die Ergebnisse der diesjährigen Landtagswahlen geben Grund zur Hoffnung, die SPÖ erreichte in Kärnten fast 48 Prozent. Über die Alzheimat Kärnten, den Rechtsruck in Österreich und die wunderbaren Menschen dort referiert der Publizist und Historiker Dr. Karsten Krampitz (ehemaliger Stadtschreiber von Klagenfurt).
Axel Troost und Lutz Pohle berichten über eine Delegationsreise nach China. Dabei geht es vor allem um aktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen, aber auch um die Rolle der KP Chinas, den Aufbau eines Sozialismus chinesischer Prägung und um die "Neue Seidenstrasse". Neben den hochentwickelten Küstenregionen und der Boomstadt Shenzhen konnten Vertreter der Linken auch ländliche Gebiete im Innern Chinas besuchen, wo im Kampf gegen Armut und Rückständigkeit bemerkenswerte Fortschritte erzielt worden sind.
Welche Beiträge kann die Raumfahrt zu den globalen Herausforderungen an die Menschheit leisten? Wie wird die Raumfahrt gegenwärtig genutzt? Welche Änderungen vollziehen sich im schnell wachsenden Raumfahrt Markt? Was ist NewSpace und welche neuen Geschäftsfelder werden in naher Zukunft im Raumfahrtbereich erschlossen? Darüber informiert und Prof. Dr. Ing. Klaus Brieß. Er ist Leiter des Fachgebietes Raumfahrttechnik am Institut für Luft- und Raumfahrt der Technischen Universität Berlin
9.00 Uhr Abfahrt 11.00 Uhr Besuch der Burg Beeskow mit Besichtigung des Archivs der Sammlung der DDR-Kunst und Besichtigung der Sonderausstellung "Politische Plakate in Frankreich und Polen" 13.00 Uhr Mittagessen im Restaurant Spreebrücke 14.30 Uhr Besuch der Domstadt Fürstenwalde, Gespräch mit dem Direktor der Kulturfabrik Dr. Klaus-Peter Oehler, Besuch des Museums, des Rathauses und des Domes 16.30 Uhr Kaffeepause im Restaurant Bischofsschloss 17.30 Uhr Waldsieversdorf, Begegnung mit dem Freundeskreis John Heartfield, Besuch des John-Heartfield-Hauses und Besuch einer Ausstellung mit den Arbeiten von John Heartfield. Danach Heimreise nach Berlin, Ankunft gegen 20.00 Uhr
November 1918: Nach einem mörderischen Weltkrieg erheben sich die Matrosen und Arbeiter in Deutschland. Sie beenden den Krieg und verlangen eine neue Welt: Ohne Militarismus, ohne Kapitalismus, ohne Krieg, aber mit viel Demokratie. Doch die, die sie an die Macht bringen, verbünden sich mit den alten Militärs. Die Spaltung der Arbeiterklasse setzt sich fort. Der neue Staat, die Weimarer Republik, krankt von Anfang an, trotz freier Verfassung, trotz Frauenwahlrecht, Parlamentarismus und Betriebsräten, daran, dass er mit dem alten Staat, dem imperialistischen Kaiserreich nicht wirklich abgerechnet hat. Zwar scheitert auch die Konterrevolution mehrfach. Doch 14 Jahre später siegt sie dafür umso mehr.
Die Kämpfe im Januar 1919 werden von den Regierungstruppen blutig niedergeschlagen, Luxemburg und Liebknecht ermordet. Den getöteten Januarkämpfern wird ein Massengrab außerhalb Berlins zugewiesen. Das Grabfeld wird in den Folgejahren zum politischen Wallfahrtsort der KPD. Ein Denkmal soll dort den Märtyrern der Revolution gewidmet werden. Der Vortrag geht auf den aktuellen Forschungsstand, auf Hintergründe, Akteure und Nachwirkungen des Denkmalbaus ein, erläutert die Entscheidung für eine Gedenkstätte der Sozialisten nach 1945, stellt Pläne der Rekonstruktion des Revolutionsdenkmals im Stadtraum vor und nimmt Stellung zu Legenden und den Diskussionen um eine zeitgemäße Erinnerungskultur.
Am 7. und 28. Oktober findet in Brasilien die Präsidentschaftswahl statt. Die Gesellschaft ist in einer tiefen Krise, die neoliberalen Reformen der Regierung unter Michel Temer treffen besonders die armen Bevölkerungsteile. 2016 hatten die reichen Eliten dafür gesorgt, dass Dilma Rousseff per Amtsenthebung gestürzt wurde. Mit dem kalten Putsch endete eine dreizehnjährige Ära der Arbeiterpartei (PT). Rousseffs Vorgänger Lula da Silva, der beste Chancen hätte, zum Präsidenten gewählt zu werden, sitzt im Gefängnis. Aus der Lage Kapital schlagen könnte der Kandidat der extremen Rechten, Jair Bolsonaro. Brasilien steht vor schicksalhaften Entscheidungen von geopolitischer Bedeutung.
Immer deutlicher wird, dass Rechtspopulismus kein Randproblem ist und sich neben antisemitischen, islam- und ausländerfeindlichen Haltungen auch antifeministische Einstellungen auf dem Vormarsch befinden. Sie stellen eine Bedrohung von Frauenrechten dar, sind ein Rückschritt auf dem Weg zu wirklicher Gleichstellung. Der Vortrag beleuchtet am Beispiel der europäischen Partei "Bewegung für ein Europa der Nationen und der Freiheit" (MENL), des FN (Frankreich), der UKIP (Großbritannien) und der FPÖ (Österreich) Positionen, die diese Parteien auf dem Gebiet der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern vertreten.
Vor 75 Jahren, am 25. September 1943, starb Kurt Rosenfeld in New York. In Erinnerung ist er vor allem als Anwalt von Rosa Luxemburg in den Prozessen des Jahres 1914. Doch zu seiner Lebensgeschichte gehören auch sein Wirken als preußischer Justizminister, seine jahrzehntelange Arbeit als Reichstagsabgeordneter für USPD und SPD, seine Rolle als Anwalt in zahllosen politischen Prozessen der Weimarer Republik, u.a. als Anwalt von Ossietzky, Maslow, Trotzki u.v.a. Er war 1931 Mitbegründer der kurzlebigen Sozialistischen Arbeiterpartei. Im Exil ab 1933 war er maßgeblich am Gegenprozeß zum Leipziger Reichstagsprozeß beteiligt, 1934 ging er in die USA und war dort ein entschiedener Vorkämpfer der Volksfrontpolitik.
VL VL war das nicht was bei der Sparkasse? Die Initiative für eine Vereinigte Linke, eine der Bürgerbewegungen vom Herbst 1989, ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Der Referent, 1990 Mitarbeiter des einzigen Volkskammerabgeordneten der VL und zugleich im Arbeitssekretariat des DDR-Sprecherrates der VL tätig, fragt nach dem Neuen, gesellschaftlich Bedeutsamen im Wirken dieser sozialistischen Gruppierung, untersucht Schwierigkeiten und Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatte, und erkundet Gründe ihres Scheiterns. Keine herkömmliche wissenschaftliche Abhandlung wird zu hören sein, sondern eine vom eigenen Erleben ausgehende, analysierende Geschichtserzählung.
Der dritte Vortrag im Seniorenklub zur Kohle- und Energiewirtschaft der DDR umfasst die Zeit von 1960 bis 1990 und darüber hinaus: Die sechziger Jahre waren das Jahrzehnt der Stabilisierung der DDR und des Neuen Ökonomischen Systems. Die Erdölkrise 1973 führte zur Heizölablösung und einer Steigerung der Braunkohleförderung auf über 300 Millionen Tonnen. Das hatte tiefgreifende negative Auswirkungen auf die Energie- und Volkswirtschaft. Nach dem Ende der DDR durch die BRD folgten Privatisierung und Deindustriealisierung.
Ist es Zeit für einen Populismus von links, um die maßgeblichen Themen der Zeit auf eine fassliche Weise zu erklären, Begriffe wie Volk und Heimat umzudeuten oder auszuhebeln und damit die scheinbare Diskurshoheit der Rechten zu durchbrechen? Und was bedeutet das für die Literatur? Nach einem Eingangsstatement von Bernd Stegemann, einem der Mitverfasser der Konzeption von Sarah Wagenknechts Idee einer linken "Sammlungsbewegung", werden das Podium und die Gäste über Stegemanns Thesen diskutieren, moderiert von Enno Stahl.
Noch nie war das Verhältnis von Deutschland, Westeuropa und den USA zu Russland so schlecht wie heute. Dazu hat die Bundesregierung erheblich beigetragen. Russland setzt auf Abrüstung, Deutschland und die NATO auf Aufrüstung, Russland setzt auf Zusammenarbeit in Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, Deutschland und die EU auf Ausgrenzung und Sanktionen. Christiane Reymann und Wolfgang Gehrcke haben sich in den letzten Jahren für eine gutnachbarschaftliche Russlandpolitik engagiert. Für sie bleibt Russland im Kampf um Frieden Verbündeter und nicht Gegner.
Der Finanzsektor ist mächtig und oft mächtiger als demokratische Regierungen. Seine Akteure agieren wie "Masters of the Universe" und nutzen ihre Macht, um der Politik Bedingungen zu diktieren, Löhne zu senken, das obere 1% zu stärken und ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit zu verursachen. Ann Pettifor wird zeigen, dass Gesellschaften einen anderen Weg gehen sollten. Wir sollten unsere Macht als Bürger nutzen, um den Finanzsektor den Interessen der Gesellschaft als Ganzes unterzuordnen und um soziale Gerechtigkeit, Stabilität und Wohlstand wiederherzustellen.
Über den aktuellen Stand der Aufklärung des BER-Skandals wollen wir mit Jutta Matuschek (Die Linke) sprechen. Sie war Mitglied im ersten "Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Ursachen, Verantwortlichkeiten und Kostenentwicklung am BER" und wird an diesem Abend auch ihre Gedanken zu der Frage vorstellen, ob Private besser bauen.
Die KPD gehörte zu den Parteien, die Antisemitismus kritisierten und völkische Parteien und die NSDAP bekämpften. Zugleich gab es wiederholt den Versuch, eine bestimmte Form des Antisemitismus zu nutzen, vor allem wenn er sich vermeintlich gegen "reiche Juden" richtete. Der Vortrag wird die verschiedenen Reaktionsweisen der KPD auf den Antisemitismus während der Weimarer Republik analysieren und verschiedene Erklärungsansätze dafür vorstellen. Der Vortrag wird die verschiedenen Reaktionsweisen der KPD auf den Antisemitismus während der Weimarer Republik analysieren und verschiedene Erklärungsansätze dafür vorstellen.
Vor 45 Jahren wurde mit dem Putsch gegen Salvador Allende die Hoffnung auf eine fortschrittliche Zukunft Lateinamerikas zugrunde getragen. Es folgte eine Ära radikaler neoliberaler Politik, die auch weite Teile der Mittelschichten verarmte. In den 90er Jahren wurde in vielen Ländern der Neoliberalismus abgewählt, linke Regierungen mit ihrer Pluralität und Vielfalt regierten und leiteten einen wichtigen Tranformationsprozess ein. 50 Millionen Menschen wurden aus der Armut befreit. Jetzt befindet sich die Linke in Lateinamerika in der Defensive. Rechte Kräfte unter Führung der USA führten Putsche durch (Paraguay, Honduras, Brasilien) und wollen jetzt die verbliebenen Linksregierungen in Venezuela, Nikaragua, Bolivien stürzen. Ist die Epoche der Linksregierungen in Lateinamerika zu Ende?
Wir diskutieren darüber, dass viele Einwohner*innen Berlins zunehmend um ihre Wohn-, Arbeits- und Lebensräume kämpfen müssen. Neue und alte Strukturen des kollektiven Eigentums werden anders formuliert und angewandt, von Erbbaurecht bis zum "Enteignungsgesetz" Artikel 15 GG, von Wohnungsgenossenschaften bis zum Mietshäusersyndikat: Eigentum wird "dehnbar" gemacht. Jedoch werden viel Zeit, Fähigkeiten, Kontakte und sog. "kulturelles Kapital" benötigt, um langlebige alternative Eigentumsstrukturen zu etablieren. Welche Auswirkungen hat das, und wie können alternative Eigentumsstrukturen offen gehalten werden? Kann Kunst hier eine (nicht gentrifizierende) Rolle spielen, und wenn, wie?
Laudatio Helmut Müller Musik: Cornelia Draeger (Querflöte)
Axel U. wurde in der thüringischen Kleinstadt Bad Blankenburg am 24. Mai 2001 von einem stadtbekannten Neonazi aus dem Umfeld des "Thüringer Heimatschutz" brutal getötet. Durch monatelange Recherchen für den Film wurde der Fall erneut aufgerollt. Dabei kam heraus, wie viel die Geheimdienste und Polizeien eigentlich schon damals wussten. Trotzdem: Den Fall halten die Behörden bis heute nicht für eine neonazistische Gewalttat. Im Anschluss an den Film diskutieren wir über die Gefahr rechter Gewalt, die staatliche Anerkennungspraxis und die Bedeutung nicht-staatlicher Akteure als Korrektiv.
Die Bewegung um 1968 trat ein für Demokratisierung und eine Emanzipation sozialer Beziehungen in der Gesellschaft. Auch in Architektur, Stadtplanung und Wohnformen wurde das sogenannte "Private" des Alltagslebens nicht nur von FeministInnen kritisch in den Blick genommen. Wohnutopien forderten 68 Partizipation und Selbstverwaltung. Kommunen, Wohngemeinschaften, Jugendwohnprojekte und Kinderläden erprobten integrative und plurale Alternativen zu Kleinfamilie und autoritärer Fürsorgeerziehung. Impulse von 68 werden für eine Diskussion gegenwärtiger Wohnbedarfe und Wohnformen vorgestellt.
Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 erreichte DIE LINKE mit 9,2 Prozent ein besseres Ergebnis als vier Jahre zuvor (8,6 Prozent). Dennoch verlor sie ihre Rolle als Oppositionsführerin an die AfD. Mit dem Einzug der Rechten hat sich das Klima im Parlament verändert. Zur Linksfraktion gehören zudem viele neue Abgeordnete, während etliche bekannte Namen nicht mehr vertreten sind. Daraus ergeben sich Anforderungen, denen sich die Fraktionsführung stellen muss. Wie sie gemeistert werden sollen, wie die Arbeit der jetzigen Fraktion aussieht und welche Zwischenbilanz nach einem Jahr gezogen werden kann, darüber diskutieren wir mit dem Co-Fraktionsvorsitzenden Dr. Dietmar Bartsch.
Die Großsiedlung Siemensstadt als Teil der Reformbewegung der Weimarer Zeit setzte den katastrophalen Wohnverhältnissen der Arbeiterschicht im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts Wohnräume mit Luft, Licht und Durchgrünung entgegen. Auf dem Spaziergang werden die Neuerungen dieser architektonisch wegweisenden Siedlung als Antwort auf die sozialen Probleme der Jahrhundertwendezeit erläutert.
Die Gedenkstätte Plötzensee für die Opfer des Nationalsozialismus aus dem In- und Ausland ist seit dieser Zeit ein Ort des stillen Gedenkens. Zwischen 1933 und 1945 wurden hier fast 3000 Menschen nach Unrechtsurteilen der NS-Justiz hingerichtet. Der Raum, in dem die Hinrichtungen stattfanden, ist heute Gedenkraum. Im Raum daneben wird die Praxis der nationalsozialistischen Justiz dokumentiert.
Durch die Wohnungskrise bekommen Hausbesetzungen auch in Berlin wieder Aktualität und erfahren Sympathie: 53 % der Berlinerinnen und Berliner finden es laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der "Berliner Zeitung" legitim, Häuser zu besetzen, um auf Leerstand bei gleichzeitiger Wohnungsnot aufmerksam zu machen. Ist es also an der Zeit, den Umgang mit Hausbesetzungen zu überdenken und die "Berliner Linie" zu ändern? Diskussion mit: Katina Schubert (Vorsitzende DIE LINKE.Berlin), Kim Schmittz & Charlie Neumann (beide engagiert bei #besetzen) Moderation: Dr. Andrej Holm
Auf dem Podium diskutieren Aborigines-Künstler*innen und Aktivist*innen über zeitgenössische Formen anti-kolonialer Kunstpraxis, Politik und Diplomatie.
EX-EMBASSY ist ein interdisziplinäres Ausstellungs- und Textprojekt, das seinen Ort in der ehemaligen australischen Botschaft in der DDR hat. Innerhalb und jenseits des modernistischen Gebäudes lassen sich Entwürfe und Wünsche finden, die über bloßen Handels-Pragmatismus hinausgehen und auf die weitaus komplexere Geschichte der Diplomatie hinweisen. Mit Bezug auf diese und andere Geschichten stellen verschiedene Künstler*innen vor Ort aus. Am 15 Uhr finden Performances von Sumugan Sivanesan & Carl Gerber und Khadija von Zinnenberg Carroll statt. Um 17:30 Uhr gibt es ein Künstlergespräch mit Diskussion.
Wir wollen den Pariser Mai '68 aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Hierfür konnten wir Hanna Mittelstädt, Mitgründerin des Verlages Edition Nautilus gewinnen. Der Verlag entstand u.a., um den spontanen, undogmatischen Geist des Pariser Mai in Form von übersetzten Texten in Deutschland zugänglich zu machen. In die (anti)künstlerische und kritische Strömung der Situationisten, die mit dem Pariser Mai '68 verbunden waren, führt Negator vom Autorenkollektiv BBZN ein. Filmmaterial von vor 50 Jahren wird den Junge-Panke-Abend im Garten des Technoclubs //:about blank abrunden.
Georg Lukács Praxisphilosophie der 1920er Jahre ist ohne Zweifel eine der Wurzeln in der Entwicklung der kritischen Theorie der modernen Gesellschaft. Seine Praxisphilosophie wurde allerdings allzu oft einseitig als eine stark hegelianische Interpretation des Marxismus verstanden und deshalb auch entsprechend als idealistisch" kritisiert. In meinem Vortrag möchte ich diese Standardlektüre des Lukács'schen Werks der 1920er Jahre durch die Hervorhebung seiner neukantianischen Wurzeln in Frage stellen und zeigen, dass Lukács' Weg zum Marxismus über Kant und die Pobleme des Neukantianismus führte.
In seinem Essay 'Mythos »Mitte«' nimmt Ulf Kadritzke die Erzählung über die bürgerliche Mitte zunächst historisch in den Blick. In einem gezielten Rekurs auf Klassenanalysen über die Angestellten der Weimarer Zeit fragt er mit Siegfried Kracauer, Theodor Geiger, Carl Dreyfuss und anderen, was diejenigen, die damals als 'neuer Mittelstand' bezeichnet wurden, als Teil einer übergreifenden Klasse ausmacht. Ulf Kadritzke wird vor diesem Hintergrund seine Gedanken zur gegenwärtigen Klassengesellschaft umreißen und ein Gegenbild zu den Befunden einer klassenvergessenen Ungleichheitsforschung entwerfen. Zum abschließenden Disput darüber wird herzlich eingeladen.
Im Hansaviertel entstand im Rahmen der IBA 1957 ein Demonstrationsraum des internationalen Neuen Bauens. Es wurde nahezu zeitgleich aber im scharfen Gegensatz zum Großbauprojekt Stalinallee in Ost-Berlin gebaut. Eine Vielzahl von Architekten stellte einen großen Variantenreichtum von Baumaterialien und -konstruktionen sowie Grundrissen im Hansaviertel vor. Dieser Spaziergang wird das Gebiet nicht als einfachen Entwurf eines freiheitlich-westlichen Bauens erschließen, sondern vielmehr als Spielwiese einer Architektengeneration des nachkriegsmodernen Bauens.
An dem Abend gehen wir dem historischen Verhältnis von Marxismus und Anarchismus nach, um dann nach aktuellen Perspektiven zu fragen: Was ist aus dem Verhältnis der "feindlichen Brüder" zu lernen? Kommen marxistische und anarchistische Linke (wieder) zusammen oder trennen sie sich weiterhin an den alten und/oder neuen Konfliktlinien?
Der Historiker der Arbeiterbewegung, Engels-Biograf und Dokumenten-Herausgeber (Nekrologe zum Tod vom Marx und Engels) Heinrich Gemkow (19282017) hat als stellvertretender Direktor des Instituts für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (von 1964 bis 1990) ebenfalls Einfluss auf verschiedene Großprojekte genommen, wie auf die Gestaltung des Marx-Engels-Forums in Berlins Mitte oder die Aufführung des Theaterstücks "Salut an alle. Marx" im Theater im Palast der Republik. Er verfasste die Marx/Engels-Doppelbiografie "Unser Leben". Einigen diesen Projekten wird auf dem Kolloquium nachgegangen werden.
Nach einem Überblick über das Leben und Schaffen von Ernst Busch spannt sich der Liederbogen von der Französischen Revolution über den Schlesischen Weberaufstand 1844 bis hin zu den blutigen Barrikadenkämpfen am 18. März 1848 in Berlin und dem gewaltsamen Ende der Revolution im November 1849. Die zeitgenössischen Lieder führen uns die Not und das Elend weiter Beölkerungskreise vor Augen, geben die revolutionäre Stimmung in Deutschland und die Forderungen der Arbeiter, Studenten, Bauern und Kleinbürger nach demokratischen Rechten und sozialer Gerechtigkeit wieder.
Nur wenige europäische Metropolen haben so eine reichhaltige und spannende Geschichte wie Berlin, was die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs angeht. Wo finden wir sonst komplett verschwundene Fernbahnhöfe oder Wildnis wo einst Züge im dichtesten Takt fuhren? Und wo hat man vor kaum 15 Jahren mittenrein in die Stadt einen komplett neuen Fernbahnhof gebaut? Im Rahmen dieser Führung natürlich mit der Bahn schauen wir uns nicht nur die Geschichte und Gegenwart der Eisenbahn und ihrer Anlagen in Berlin an, sondern wagen auch einen Blick in die Zukunft von Stadt und Bahn.
Einen Höhepunkt des frühen NS-Terrors in Berlin stellte die "Köpenicker Blutwoche" Ende Juni 1933 dar. Mindestens 23 Menschen starben. Die Nazis drangen in Arbeitersiedlungen ein, durchsuchten Arbeitersportvereine und lösten die Zeltstädte auf. Damit zerstörten sie nachhaltig die Arbeiterkultur im Südosten der Reichshauptstadt. 85 Jahre nach den Ereignissen erzählt der Rundgang die Geschichte(n) der Opfer und ihrer Familien. Im Anschluss an unsere Tour besuchen wir gemeinsam die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche und nehmen dort an einer Führung teil.
Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan, Waffenexporte aus Deutschland und die aktuellen Rekrutierungsmaßnahmen der Bundeswehr werden in der Veranstaltung analysiert. Auch weitere Fragen aus dem Bereich der Bundeswehr sowie aktuelle Themen wie die Lage in Syrien oder der Türkei sollen zur Sprache kommen.
Der Gleisdreieckpark liegt mitten in Berlin: zwischen Schöneberg, Tiergarten und Kreuzberg. Dieser geschichtsträchtige Ort hat in den letzten Jahren einen enormen Wandel vollzogen: Aus einer verwilderten Stadt- und Naturlandschaft mit industriellen Relikten einst eine Vorhaltefläche für den geplanten Autobahnbau ist ein innerstädtischer Park entstanden. Auf dem Spaziergang bewegen wir uns an Beispielen vor Ort im Spannungsfeld von Bürgerbeteiligung, Planungsideen und der Rolle des Cityparks in der Frage von Verdrängungsprozessen.
Noch immer gibt es über den Ursprung der Eurokrise erhebliches Unverständnis. Seit Beginn dieser Krise versuchen interessierte Kreise, den Staaten in Südeuropa und Frankreich die Schuld für das Versagen der Währungsunion in die Schuhe zu schieben. Doch das führt in die Irre. Prof. Heiner Flassbeck zeigt, welches die Funktionsbedingungen einer Währungsunion waren und sind und wie dagegen schon in den Gründerjahren auch von Deutschland verstoßen wurde.
Im Rahmen der Marx-Ausstellung in unserer Galerie zeigen wir den Dokumentarfilm "Konzert im Freien" von Jürgen Böttcher (Strawalde). Die Free-Jazzer Günter "Baby" Sommer (perc.) und Dietmar Diesner (sax.) führen mit Schlagwerk und Saxophon vor dem Marx-Engels-Denkmal durch den Film. Dokumentaraufnahmen von Jürgen Böttcher aus den Jahren 198186 mit den damals am Projekt beteiligten Künstlern durchbrechen immer wieder den musikalischen Fluss. In Anschluss an den Film diskutieren wir mit Dr. Thomas Flierl über die Zukunft des Marx-Engels-Forums.
Rechtzeitig zum 200. Geburtstag von Karl Marx erscheint Band 44 der MEW. Damit liegt das zwischen 1861 und 83 entstandene Manuskript "Zur Kritik der politischen Ökonomie" in den Marx-Engels-Werken nun fast vollständig vor. Es ist die größte zusammenhängende Ausarbeitung, die Marx zwischen den "Grundrissen" und dem "Kapital" verfasst hat. Sie zeigt, wie sehr er mit der Darstellung der Mehrwertproduktion und der Akkumulation des Kapitals gerungen hat.
Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt und wird sich weiterhin rasant verändern. Nach der industriellen Revolution erleben wir gerade die digitale. Ist das "Bedingungslose Grundeinkommen" eine Antwort auf die neuen Probleme des Arbeitsmarktes? Welche Idee steckt dahinter, woher kommt sie und was kann damit bewegt werden? Was zeichnet das "Grundeinkommen" aus? Was für Modelle gibt es? - denn nicht überall, wo Grundeinkommen drauf steht, ist auch Grundeinkommen drin. Über diese und viele weitere Fragen rund um das Thema wollen wir sprechen.
Friedhöfe sind besondere Orte im städtischen Raum. Die Gedenkstätten für Verstorbene bieten einen Lebensraum für Flora und Fauna und dienen auch als Erholungsraum für die Bevölkerung. Spuren lassen auf ihre Entwicklungsgeschichte schließen, und sie spiegeln den demografischen und gesellschaftlichen Wandel wider: Sie stehen vielerorts leer und werden geschlossen. Der Spaziergang auf dem ehemaligen St. Thomas Friedhof II, dem heutigen "Anita-Berber-Park", zeigt die Bedeutung und die Potentiale der Nachnutzung dieser grünen Freiflächen.
Die DenkMalTour folgt diesmal den Spuren des Friedrichshagener Dichterkreises, der sich um das Jahr 1890 herum zusammenfand und das Berliner literarische Leben jener Jahre nachhaltig prägte. Wir werden u.a. den Brüdern Heinrich und Julius Hart, Bruno Wille, Wilhelm Bölsche, Erich Mühsam begegnen aber auch auf die Spuren August Strindbergs und Gerhart Hauptmanns stoßen. Friedrichshagen ist eng mit der Geschichte der Volksbühnenbewegung und des deutschen Anarchismus verbunden. Wir werden aber auch fast vergessenen Orten der jüngeren Kulturgeschichte der DDR begegnen.
Zum Mit-Tun in dem immer mehr den kommunistischen Geist verlierenden Betrieb von Partei, parteilicher Wissenschaft und Lehre sich verpflichtend und zugleich bestrebt, seinem Tun einen revolutionären Sinn zu geben, hat der überzeugte kommunistische Intellektuelle von sich das Unmögliche verlangt und das Mögliche erreicht: eine ungewöhnliche Erkundung der Widersprüche zwischen Staatssozialismus und kommunistischer Vision.
Harald Kretzschmar, ein zeitlebens kritischer Zeichner, schildert seine Begegnungen mit namhaften, ihm nahen Künstlern, mit wichtigen Zeugen der Zeitgeschichte. Er nimmt Abstand zum Erlebten, indem er noch einmal mitten hinein taucht.
Wir erfahren, warum Adam und Eva das Paradies verlassen müssen; wir hören die Hexen singen; speisen zu Mittag im Hause Luther und lauschen dort der Rede der ungehaltenen Hausfrau; sitzen mit der bürgerlichen Familie des 19. Jahrhunderts unterm Weihnachtsbaum und mit der proletarischen Familie in der Küche... usw. bis wir in der Gegenwart ankommen und auch über uns und unsere Erfahrungen sprechen können. Das Thema wird gestaltet durch Wort, Bild und Ton.
Das "Gebiet Karl-Marx-Allee, 2. Bauabschnitt" ist ein prägendes städtebauliches Ensemble der Nachkriegsmoderne. Der Freiraum übernimmt hier eine wesentliche, den Städtebau unterstützende Funktion. Er weist über das gesamte ca. 60 Hektar große Gebiet hinweg eine einheitliche Gestaltsprache auf, die eng mit der des Hochbaus korrespondiert. Die Aufgabe der Landschaftsarchitekten war es, trotz aller Vorgaben, Richtwerte und Normen einen gestalterisch anspruchsvollen Freiraum zu entwerfen. Die Geschichte dahinter wird beim Spaziergang erzählt.
Marx 200. Geburtstag wird überall gefeiert, aber sehr unterschiedlich. In seiner Geburtsstadt mit drei Ausstellungen, mit Konferenzen von Berlin über Peking bis Sao Paulo. Was sind die Motive der Veranstalter, worüber wird gestritten? Was fasziniert an old Charly? Ist es der historische oder der aktuelle Marx? Was haben die aktuellen Editionen seiner Werke, Schriften und Manuskripte an neuen Erkenntnissen gebracht?
Der angehende Schriftsteller Stefan Heym (1913-2001) musste 1933 aus Deutschland fliehen. Über Prag gelangte er 1935 in die USA, zuerst nach Chicago, dann nach New York. Als Redakteur der Zeitung "Deutsches Volksecho", als Soldat der US-Armee und als zweisprachiger Autor wurde er zu einer markanten Persönlichkeit des antifaschistischen Exils. Heym wollte in den USA bleiben, musste das Land jedoch im Kalten Krieg wiederum Richtung Prag verlassen. Seit 1952 lebte er in der DDR, wo sich die Probleme bald für ihn fortsetzten. Der Vortrag basiert u.a. auf bisher unveröffentlichten Geheimdienstakten.
In den letzten Monaten wurde zunehmend das "Bedingungslose Grundeinkommen" als Alternative zu Hartz IV propagiert. Die BefürworterInnen versprechen sich davon ein bedarfsunabhängiges, sanktionsfreies und bedarfsdeckendes Einkommen für alle. Im Gegensatz hierzu steht eine "Solidarische Mindestsicherung", die nach einer Bedarfsprüfung ein existenzsicherndes Einkommen für diejenigen Personen sicherstellen soll, die nicht oder nicht mehr aus eigener Kraft ihre Existenz sichern können. Diese vermeintlich konträren Konzepte werfen viele Fragen auf, die wir in der Veranstaltung diskutieren wollen.
Der Schriftsteller Ernst Wiechert (1887-1950) war einer der beliebtesten und umstrittensten Autoren des 20. Jahrhunderts. Als Romantiker, als Rechtsradikaler, als christlicher Dichter oder als Kirchenkritiker, als Pazifist, Antifaschist oder Kommunistenfreund gelobt oder getadelt, erreichten seine Bücher bis in die sechziger Jahre hinein Höchstauflagen. Seit seinem Roman "Der Totenwolf" (1924) galt er als Sympathisant der rechten Szene, doch wandelte er sich nach 1933 zu einem aufrechten Kritiker des Naziregimes, der für seine öffentlichen Äußerungen mit KZ-Haft bestraft wurde.
Was heißt es, "Kapitalismus als Religion" zu beschreiben, wie es der junge Benjamin 1921 in einer nur dreiseitigen Skizze unternahm? Anstatt sich wie Max Weber auf die religiösen Triebkräfte des sich entfaltenden Kapitalismus zu beschränken, sieht er das neue System in seiner Totalität als Kultreligion: Nur die Analyse ihrer Bestandteile macht es möglich, dem Geheimnis ihrer destruktiven Dynamik auf die Spur zu kommen.
Am 25. Mai 1978 explodierte in der Universität Illinois die erste Bombe, die dem Unabomber zugeschrieben wurde der Auftakt zu einer 17 Jahre dauernden Anschlagsserie in den USA. Die Bomben galten Universitätsprofessoren sowie Computergeschäften, und die Bekennerschreiben waren mit dem Kürzel FC für "Freedom Club" unterschrieben. Im Jahr 1995 verlangte "Freedom Club", dass sein Manifest in der New York Times und der Washington Post veröffentlicht wird. Darin wird eine Technik-Dystopie entworfen. Eine Kritik, die in ihren Zügen heute, in Zeiten von Totalüberwachung und Manipulation über Social-Media, eine größere Aktualität besitzen könnte. Wir zeigen nach einem Gespräch mit Lutz Dammbeck, der das Manifest des Unabombers übersetzt hat, seinen Film zum Unabomber und zur Entstehung des Internets: "Das Netz".
Heiner Müller schlägt für den Umgang mit Lenin eine Strategie des Grabraubs oder der Ansteckung vor: Erst wenn er aus dem Mausoleum raus ist. Dann ist der Virus wieder freigesetzt." Auch für die Ansteckung mit Marx und für den nach Verwesung duftenden Begriff des Proletariats gilt es die Schaufeln auszupacken. Diskussion rund um das alte und neue Proletariat mit Luise Meier und Patrick Eiden-Offe.
Einführung: Dr. Horst Dietzel Musik: Hannes Zerbe am Eisler-Flügel
Der "Google Campus für Entrepreneurs" entsteht in genau dem Teil des Kreuzberger Kiezes, in dem es in den letzten Jahren stadtweit die höchsten Sprünge bei den Neuvermietungspreisen gab. Eine Verschärfung der Verdrängung ist aufgrund von Erfahrungen aus anderen Städten zu befürchten. Am 16. Mai wollen wir im SO36 mit unterschiedlichen Akteur*innen aus Politik und Nachbarschaftsinitiativen darüber sprechen, was getan werden kann, damit Berlin nicht den Weg von San Francisco und Teilen der Londoner Innenstadt geht, wo Arme und Normalverdienende keinen Platz mehr haben.
Seit 2015 fragen sich jedoch immer mehr Menschen: Warum gibt es in den Vereinigten Staaten heute (wieder) Sozialismus? Wie kann es sein, dass Bernie Sanders der beliebteste Politiker ist und eine ganze junge Generation zwischen 18 und 30 heute den "Sozialismus" dem "Kapitalismus" vorzieht? Wie kam der neue Sozialismus in die USA, wie tief reicht er gesellschaftlich und politisch, und wie steht es um ihn im Jahr zwei von Donald Trump?
Die Wissenschaftlerin und freie Journalistin Mascha Jacoby schildert in der Veranstaltung, mit welchen Methoden der Verfassungsschutz während der ersten Hälfte der sechziger Jahre Pionierarbeit bei der Verbreitung des Maoismus leistete. Dabei zeigt sie, dass die Bundesrepublik kein Einzelfall war: Mehrere westliche Sicherheitsbehörden nutzten den sino-sowjetischen Streit, um den Feind im Kalten Krieg zu bekämpfen.
Die DenkMalTour zum 200. Geburtstag von Marx beginnt an dem Wohnhaus in der Luisenstr. 60, in dem Marx als Student von Oktober 1838 bis März 1839 lebte. Endpunkt der Tour ist das 1986 eingeweihte Marx-Engels-Forum. Jüngste Zäsur in der Geschichte des Marx-Engels-Forums ist die provisorische Umsetzung der zur Anlage gehörenden Elemente 2010/11 an die Karl-Liebknecht-Straße, um den U-Bahnbau zu ermöglichen. Wird die vertraglich vereinbarte Rückführung des Denkmals eingehalten? Worin liegt die Zukunft dieses Ensembles?
Als "oberster Kulturoffizier" der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland war Oberst Tjulpanow weit über die Grenzen Ostdeutschlands und über das Jahr 1949 hinaus bekannt. Nach seinem Wirkungsradius und seiner vielseitigen Einflussnahme auf die politische Entwicklung in der SBZ und die Gründung der DDR war er eine Schlüsselfigur sowjetischer Deutschlandpolitik nach dem Kriege. Bis heute ranken sich Legenden um seine Person, ist "Das Rätsel Tjulpanow" nicht vollständig gelöst.
Fahrrad, U-Bahn, Elektroauto? Berlin war einst die schnellste Stadt der Welt, getrieben und am Leben gehalten durch bahnbrechende Entwicklungen. Viele dieser Entwicklungen wurden zwar technisch ersonnen, jedoch politisch durchgesetzt. Die Radtour führt uns zu Orten und Geschichten an der Schnittstelle zwischen Technik und Politik aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie zeigt Möglichkeiten und Hindernisse für die urbane Mobilitätswende in Berlin auf.
Fünfzig Jahre nach '68 wollen wir insbesondere die internationale Dimension in den Blick nehmen. Es sollen verschiedene Länder behandelt werden, in denen '68 zum Ereignis wurde: USA, Frankreich, Italien und West-Deutschland. Dabei werden zum einen die neuen Formen politischer Praxis und sozialer Kämpfe und zum anderen die Umbrüche in Theorie und Kritik betrachtet. Natürlich wird es auch um die Auswirkungen gehen. Mit dem Abstand eines halben Jahrhunderts ist schließlich zu fragen, was von damals reif für die Geschichtsbücher ist bzw. was für heute und morgen noch Geltung haben kann.
Auf der Konferenz sollen grundlegende Vorstellungen des Neuen Ökonomischen Systems der Planung und Leitung (NÖS) der DDR sowie der Wirtschaftsreformen in der CSSR, in Ungarn, Jugoslawien und der UdSSR vorgestellt werden. Sie hatten das Ziel, Voraussetzungen für eine bessere und wirksamere Wirtschaftspolitik zur Lösung der ökonomischen Entwicklungsprobleme zu schaffen. Die Konferenz soll nicht bei den Gründen für das Scheitern der Wirtschaftsreformen stehen bleiben. Wir wollen auch diskutieren, wie der Ideengehalt heute weitergeführt werden kann.
Nietzsche gilt den einen als wichtigster geistiger Ahnherr des Faschismus, andere halten ihn für einen zentralen Vordenker kritischer Theorie, manchen gilt er gar für wichtiger als Marx. Nietzsches Denken wirkte etwa inspirierend auf den Feminismus, Anarchismus, Freud, die Frankfurter Schule und den Post-Strukturalismus - aber auch auf die "Konservative Revolution" und die "Neue Rechte". Interpretieren die einen oder die anderen Nietzsche falsch? Oder lässt sich mit Nietzsche irgendwie einfach alles anstellen? Und wenn das der Fall ist: Was nützt eine solch vage Philosophie für ein linkes Denken heute? Der Vortrag will sich diesen Fragen widmen und dabei zugleich in Nietzsches Denken sowie seine Rezeptionsgeschichte einführen.
Bis heute gibt es ganz im Sinne des "Kalten Krieges" zwei diametral entgegengesetzte Meinungen über Ursachen und Folgen des Koreakrieges. Das seit 1948 in Nord und Süd gespaltene Land wurde 1950 mit Krieg überzogen, der mit dem Waffenstillstand vom 27.7.1953 endete. Friede war dennoch nicht garantiert. Die Zeiten überspannend stellt unsere Referentin das Buch des US-Historikers Bruce Cumings' "Koreas Platz an der Sonne" in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen zur Analyse des heutigen Geschehens auf der koreanischen Halbinsel.
Die Geschichte der sowjetischen Architektur wird zumeist losgelöst von der übrigen Welt betrachtet. Dem stellt der Vortrag eine transnationale und systemübergreifende Analyse gegenüber - fokussiert auf die Wechselwirkung von sowjetischen und finnischen Architekten bei der Entwicklung Vyborgs, der einst finnischen Stadt Viipuri, die nach dem Zweiten Weltkrieg der Sowjetunion angegliedert wurde. Im Zentrum steht die Geschichte der Bibliothek von Alvar Aalto (1927-1935), die in den Kriegen zerstört, in den 1950-60er Jahren "sowjetisch" rekonstruiert und vor kurzem in russisch-finnischer Zusammenarbeit restauriert wurde.
Deutsche Gewerkschaften: Teil der Friedensbewegung oder "Organe des imperialistischen Staates", wie radikale Linke schon während des Ersten Weltkriegs meinten? Der Frage nach dem Verhältnis von Gewerkschaften und Militär wollen wir in der Diskussion mit Malte Meyer anhand wichtiger historischer Stationen auf den Grund gehen. Im Zentrum sollen außerdem die gewerkschaftliche Alltagspraxis in Rüstungskonzernen wie Repressionsapparaten sowie Gewerkschaftsstatements zur Remilitarisierung deutscher Außenpolitik seit 1990 stehen.
Thomas Kuczynski wird ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu den folgenden Aspekten sprechen: - Die Revolution als Ausgangpunkt und Grundlage Marxschen Denkens. - Marx' Verhältnis zu Partei und proletarischer Bewegung. - Marx' Selbstkritik und sein Verhältnis zur Kritik anderer. - Die Souveränität von Marx. - Prognosen und Fehlprognosen.
Peter Maslowski kommt als Schüler zum Spartakusbund, schließt sich später der KPD an und wirkt hier als Experte für die "Religionsfrage". 1933 taucht Maslowski in Berlin unter und flieht zunächst nach Polen, von wo aus er über Prag nach Frankreich emigriert. Der enge Vertraute Willi Münzenbergs verlässt mit diesem die KP und zählt zu den Mitbegründern der Gruppe "Freunde der sozialistische Einheit", in der sich KP-Dissidenten sammeln. 1939 zunächst interniert, gelingt es Maslowski den Krieg als untergetauchter Illegaler in Südfrankreich zu überstehen. Nach 1945 lebt Maslowski in Bayern.
Der Referent liest aus dem gemeinsam mit Prof. Dr. Erich Buchholz verfassten Buchmanuskript und stellt ausgewählte Prozesse und deren Hintergründe dar.
Seit dem Ausbruch der Eurokrise im Jahr 2009 ist offen, wie es mit der EU weitergeht. Deutschlands ökonomische und politische Dominanz ist gestärkt, während Großbritannien vor dem Brexit steht. Angela Merkels Vision für die Zukunft der EU ist dabei eine Vertiefung neoliberaler Strukturreformen also Lohn- und Rentenkürzungen gegen etwas Taschengeld aus Brüssel und mehr Aufrüstung. Wie sehen Alternativen aus?
Die Studie Konzept für die Nachnutzung der für die A100 vorgesehenen Flächen" von Tim Lehmann und Kerstin Stark untersucht die Wohnbaupotenziale auf den geplanten A100-Flächen. Bei entsprechender Verdichtung könnten dort immerhin 22.000 Menschen wohnen. Bislang ist es nur eine Vision für ein besseres Berlin. Wie kommen wir wirklich von der Stadt für Autos zur Stadt für Menschen? Ein Spaziergang mit dem Referenten Dr. Tim Lehmann (Stadtplaner und Mobilitätsforscher)
Das Jahr 1918 markiert in besonderer Weise einen Wendepunkt deutscher Geschichte mit erheblichen Chancen, aber auch versäumten Gelegenheiten. Damals wie heute ist der Charakter dieser Revolution umkämpft und umstritten. Ging es "nur" um die demokratische Republik, um eine demokratische Verfassung, soziale Zugeständnisse? Oder stand mehr auf dem Spiel, sollten auch die Macht und Eigentumsverhältnisse revolutionär, sozialistisch umgewälzt werden, wenn die Arbeiter und Soldaten sowieso schon die "Drecksarbeit" der Revolution machen mussten?
Eduard Bernstein gehört zu den sozialistischen Theoretikern, an denen sich die Geister heftig scheiden. Warum eine neue Beschäftigung mit seinem historischen Wirken in der Sozialdemokratie gerade heute sinnvoll wäre, wo über eine Erneuerung sozialistischer Politik gesprochen wird, und was die Linken noch von dem "Oberrevisionisten" lernen könnten, darüber spricht der Autor und Journalist Tom Strohschneider.
Das Жемчуг wird 1972 im damals sowjetischen Taschkent als Wohnexperiment geplant und erst 1985 fertiggestellt. Die Pläne für den Bau sind heute verschwunden, wie auch die Substanz des Gebäudes unter seinen Transformationen nach und nach verschwindet. Welche Werte dem bisher kaum erforschten Gebäude dennoch verbleiben und welch utopisches Denken in dieser Zwischenrealität freigesetzt wird, zeigen die Recherchen der Autorin. Sie können einen Anstoß zu einer Debatte über den Denkmalwert des Objektes geben. Zusätzlich zum Vortrag wird ein Film über das Gebäude gezeigt.
Gerade nach dem Zweiten Weltkrieg hatte man die Erfahrung eines antifaschistischen Widerstands und den Bezug auf Marx als Ausgangspunkt der Reflexion auch auf theoretische Gehalte aufgenommen. Gramsci hatte darauf schon zu einem früheren Zeitpunkt reflektiert. Es ist also, setzt man hier an, zu fragen, welche marxistische Diskussion und welche Theorie hier aufgenommen wurde, welche Perspektive der Theorie und Politik damit eröffnet wird und vor allem, mit welchem Marx da operiert wird. In der Perspektive gesellschaftlicher Emanzipation ist hier Aufklärung angesagt.
Hermann Falk, der ehemalige Direktor der Künstler-Agentur der DDR, plaudert aus dem Nähkästchen über deutsch-deutsche Kulturbeziehungen, Künstleraustausch und Gastspielreisen von DDR-KünstlerInnen ins westliche Ausland von der Staatsoper bis zu den Puhdys.
Die Busexkursion ist ausgebucht. Wir führen eine Warteliste. Bei Interesse melden Sie sich bitte telefonisch oder per Mail bei uns.
Kirsten Steineckerts Geschichten und Gedichte reflektieren entscheidende Momente im Leben. Es sind Kindheitserinnerungen, Liebeserfahrungen, aber auch Lebensskizzen. Ihre Texte erzählen liebevoll und mit Heiterkeit von der Kunst und dem Frust, sich jeden Tag neu den Alltäglichkeiten im wirklichen Leben zu stellen. Und das mit allen Zweifeln und mit Mut, den jeder braucht, um den Alltag intelligent und mit Herz zu meistern. Ja, auch mit Mut zu neuen Ein- und Ansichten, wie auch verständnisvoller Toleranz. Wenn sich Zuhörer und Leser angesprochen fühlen, wäre das rein zufällig, aber nicht ganz unbeabsichtigt.
Vor dem Hintergrund der "Eiszeit" in den Beziehungen zwischen EU/Deutschland und der Russländischen Föderation soll es an diesem Abend um aktuelle Informationen, Analysen und Hintergründe gehen. Fragen und Zusammenhänge zur NATO-Politik, EU-Sanktionen, zu Krieg und Krise in der Ukraine, der Rolle der Bundesrepublik und des "Petersburger Dialoges" sowie zu den Interessen früherer Sowjetrepubliken gehören mit in diese Diskussion.
Die sich weiter zuspitzenden Widersprüche des gegenwärtigen Finanzmarktkapitalismus sind im Rahmen des kapitalistischen Systems grundsätzlich nicht lösbar. Sie verlangen eine grundlegende gesellschaftliche Transformation zu einer sozialistischen Gesellschaft. Im Vortrag soll gezeigt und begründet werden, vor welchen Herausforderungen ein Sozialismus im 21. Jahrhundert stehen würde, um sich als zukunftsfähig und stabil zu erweisen. Es werden Inhalte dieser Herausforderungen charakterisiert und einige Probleme ihrer Realisierung behandelt.
Die DenkMalTour wird sich auf den Spuren der Revolution in Berlin bewegen. Sie beginnt an der Marschallbrücke über die Spree, auf der eine der vielen Barrikaden errichtet worden war, und führt vorbei an Gendarmenmarkt, HU und Schloss bis zum Alex. Bei der Tour sehen wir Erinnerungstafeln, tauchen ein in die Vorstellungswelt der Revolutionäre und lernen einzelne von ihnen näher kennen. Wir beschäftigen uns mit der Frage, aus welchen Gründen die Revolutionen begannen und wer die Träger in Berlin waren.
Gabriele Gast wurde 1968 von der HVA zur Mitarbeit angeworben. Ab 1973 arbeitete sie beim BND in der politischen Auswertung, zumeist im Bereich Sowjetunion und einige Jahre im Gesamtlagereferat. 1990 wurde sie an die Bundesbehörden verraten und nach 15 Monaten Isolationshaft zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt. In ihrem Vortrag berichtet Gast über ihr - keineswegs schizophrenes - Leben und Wirken in einem Graubereich der Ost-West-Konfrontation: Der Friedenssicherung durch nachrichtendienstliche Aufklärung.
Anarchismus, als theoretische Strömung, führt ein Schattendasein, allerdings nur im deutschsprachigen Raum. International gesehen gibt es rege Forschungsdiskussionen. Der Vortrag zeichnet ausgewählte Debattenschwerpunkte der letzten zweieinhalb Jahrzehnte nach. Insbesondere verdeutlicht er den Unterschied zwischen "klassischen" und "modernen" Anarchismen.
Susanne Schattenberg stellt neue Befunde über das politische Leben Leonid Breschnews auf der Basis zahlreicher bislang nicht zugänglichen Quellen vor.
Beginnend mit der Ausgangssituation 1945 - der zerbombten Stadt Magdeburg und dem zerstörten Werk Krupp-Gruson - wird der Aufbau des Ernst-Thälmann-Werkes bis hin zur Kombinatsbildung im Jahre 1969 geschildert. Aus der enormen Bedeutung des Industrieanlagenbaus für den Aufbau der Wirtschaft der DDR ergibt sich die Sinnhaftigkeit der Kombinatsbildung. Es geht um die Optimierung der Arbeitsprozesse horizontal und vertikal, um komplette Industrieanlagen zu bauen u.a. für Kraftwerke, Chemieanlagen und die Baustoffindustrie. Das Kombinat exportierte in zahlreiche Länder, z. B. ein Zementwerk nach Cienfuegos (Kuba), Zementwerke nach Syrien, Polen u.a., das Kabelwerk Biskra Algerien, Walzwerke in die Sowjetunion, die Ukraine u.a.
(Streit)Gespräch mit Richard Gebhardt und Thomas Wagner. Die Diskurspiraterie von rechts ist nicht neu, aber der rasante Aufstieg der Rechten scheint die politische Linke gegenwärtig häufig ratlos zu machen. Auch deshalb, weil die Rechte an Formen der Politik anknüpft, die vermittelt über das Jahr 1968 bisher als links galten. Wie kann, wie soll der Umgang mit den "Angstmachern" von rechts und den rechten Strategen einer "Querfront" aussehen. Gibt es tatsächlich einen rechten Antikapitalismus, wie unterscheidet er sich von der Linken und welche Bedeutung hat er für die Rechte?
Geld gehört zu den zentralen Institutionen moderner kapitalistischer Wirtschaften, zugleich besitzt es eine augenscheinliche Relevanz im Kontext gesellschaftlicher Krisen. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass Gesellschaftskritik sich oft auch in Form bestimmter auf die Geldordnung bezogener Reformprojekte artikuliert, sei es in Form der Forderung nach einer stärkeren Vermarktlichung (Bitcoin) oder Verstaatlichung (Vollgeld) von Währungen bzw. Geldschöpfung. Der Vortrag soll ein Stück weit über solche einschlägigen Debatten hinausweisen und sich an der Grundsatzfrage nach den Bedingungen der Möglichkeit einer Gesellschaft nach dem Geld orientieren.
In keinem anderen Land des sowjetischen Machtgefüges ist die Kirche ein derart politik- und gesellschaftsrelevanter Faktor gewesen. Wolfgang Rüddenklau erinnerte sich: "Es gab in den 1980er-Jahren zunehmend ein paar Freiräume, die unter anderem daher kamen, dass die evangelische Kirche mit der SED einen Vertrag gemacht hat, der innerkirchliche Druckerlaubnis, Veranstaltungsfreiheit und dergleichen sicherte sozusagen die einzige unabhängige Institution innerhalb dieses Staates und selbst für Ostblockverhältnisse eigentlich einmalig." Wie der von Rüddenklau sogenannte "Vertrag" zustande gekommen ist, d.h. die Übereinkunft, die Staat und Kirche beim "Spitzengespräch" Honecker-Schönherr am 6. März 1978 getroffen haben, wird Gegenstand dieser Veranstaltung sein.
Hohe Achtung vor den Verstandeskräften der Proletarierin war für Clara Zetkin Motivation, deren politisches Denken und Urteilen zu entwickeln und ihre Kampfbereitschaft zu wecken. Ein Geschlechterkampf, wie ihn bürgerliche Frauen führten, lag Clara Zetkin theoretisch und praktisch fern. Der Kampf gegen den Krieg war für sie Vorbereitung auf den Sieg des Sozialismus, bei dem Frauen als Mitkämpferinnen unentbehrlich sind.
Die DenkMalTour wird Frauen vorstellen, die in Schöneberg gewohnt haben, im Kiez aktiv waren und Spuren im Stadtraum hinterlassen haben. Die Tour stellt dar, wie sie gelebt, aber auch wie sie mit ihren Ideen Gesellschaft bewegt und verändert haben. Darüber hinaus wird auf der Tour auch darauf eingegangen, wie sie in Kunst, Literatur und Geschichte rezipiert wurden.
Angesichts des Wachstums Berlins und sich zuspitzender Herausforderungen des Klimawandels, Arten- und Ressourcenschutzes stellt sich die Frage nach einer Balance zwischen Stein und Grün in anderer Weise als in der Nachkriegszeit. Aber sie stellt sich wieder in einer regionalen Perspektive als gemeinsame Aufgabe von Berlin und Brandenburg.
Vor 10 Jahren starb Joseph Weizenbaum, Pionier der Künstlichen Intelligenz und gleichzeitig ihr größter Kritiker, zutiefst humanistischer Computer-Pessimist und amüsanter Erzähler. Aus diesem Anlass zeigen wir den Dokumentarfilm "Rebel at Work" von Peter Haas und Silvia Holzinger. Timo Daum, Autor der beim Online-Magazin DAS FILTER erscheinenden Artikelserie zu Künstliche Intelligenz, wird eine kurze Einführung zur Entwicklung der Disziplin seit Weizenbaums Pioniertagen geben und auf die derzeitige Renaissance der KI im Kontext von Alexa, Google, Social Scoring etc. eingehen.
Scheinbar sprechen sie für sich, die Wirtschafts- und Sozialdaten, die wir jeden Tag hören. Tatsächlich aber sind solche Zahlen nie eindeutig. Tricks halten die Arbeitslosigkeit klein. Katastrophen erhöhen das Bruttosozialprodukt. Konzerne rechnen sich arm, um der Steuer zu entgehen. Solche erkennbaren Manipulationen sind allerdings nur die Spitze eines viel größeren Problems. Denn alle Kennziffern, auch die seriösesten, enthalten Entscheidungen über das Was und das Wie der Berechnung. Und in diesen Entscheidungen spiegeln sich Interessen und Ideologien. Wer sich von Zahlen nicht täuschen lassen will, muss wissen, wie sie entstehen und was sie aussagen.
Seit einem Jahr ist der Journalist Deniz Yücel im Hochsicherheitsgefängnis Silivri eingesperrt, ohne Anklageschrift und Gerichtsurteil. Wir wollen den Jahrestag nutzen, um die Möglichkeiten zu erörtern, wie sich Einfluss auf die politische Lage in der Türkei nehmen lässt, um dort Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu stärken. Die Veranstaltung findet im Kreuzberger SO36 statt, dem Ort des letzten öffentlichen Auftritts von Deniz in Deutschland. Am 5. Oktober 2016 berichtete er uns dort über "die Lage der Menschenrechte und Pressefreiheit" nach dem Putschversuch. Nun steht sein Name für das, worüber er damals sprach.
Im Vortrag von Christa Luft wird herausgearbeitet, dass chronische Überschüsse Ausdruck von Investitions- und Importschwäche des eigenen Landes sind und dass sie die Souveränität jener Staaten untergraben, die diese Überschüsse aufnehmen, indem sie sich verschulden. Unterbreitet werden Vorschläge, wie eine Annäherung an ein Außenhandelsgleichgewicht erfolgen könnte.
Das Versprechen, eine völlig neue, gleichberechtigte Gesellschaft zu schaffen, zog hunderte von Reisenden aus der Weimarer Republik in das junge Sowjetrussland. Anhand einiger ausgewählter Reiseberichte wird die Konstruktion von Geschlechterbildern in ihrer Verbindung mit kulturellen Zuschreibungen nachgezeichnet und erläutert.
Der Vortrag skizziert die letzten Entwicklungen in der KI-Forschung sowie deren Zusammenhang mit Transformationsprozessen zum digitalen Kapitalismus, die Emanzipation und Fallstricke immer enger verweben.
Bertolt Brecht wäre in diesen Februartagen 120 Jahre alt geworden. Er hielt viel von der Liebe. Diesbezüglich vertrat er sehr freie Ansichten, was in künstlerischer Kreativität seinen Ausdruck fand. Seine Fähigkeit, das Thema lyrisch zu verarbeiten, ist bemerkenswert: von zart über nüchtern bis drastisch-frivol, in Sonettform bis hin zu freien Versen. Komponisten wurden von seinen Gedichten angeregt und vertonten sie. Im literarisch-musikalischen Programm spielen all diese Aspekte eine wichtige Rolle. Gerta Stecher wird erzählen, lesen und vor allem singen. Der Pianist Andreas Wolter wird sie am Eisler-Flügel begleiten.
Egon Krenz weilte auf Einladung der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation als Gast beim "Forum linker Parteien" anläßlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution in St. Petersburg und Moskau. Außerdem war er Teilnehmer einer internationalen Konferenz zum Oktoberjubiläum in China und hatte die Möglichkeit, die Entwicklung des Landes auf einer dreiwöchigen Reise näher kennenzulernen.
Der Dokumentarfilm "Das Spinnennetz: Großbritanniens zweites Empire" zeigt die Verwandlung Großbritanniens von einem Kolonialreich in eine globale Finanzmacht. Beim Untergang des Empires wurde ein weltweites Netz von Offshore-Gebieten geschaffen, um die finanziellen Interessen der City of London zu bewahren. Deren Zweck? Das Verbergen enormen Vermögens hinter obskuren finanziellen Strukturen auf entfernten Inseln. Nicholas Shaxson, Autor des Buches "Die Schatzinseln", auf dem der Film beruht, wird anwesend sein. Wir zeigen den Film im englischen Original mit deutschen Untertiteln.
Explodierende Immobilienpreise und steigende Mieten verändern Kieze und das Leben in Berlin. Aber wem gehören eigentlich die Stadt und mein Haus? Welche Rolle spielen die internationalen Finanzmärkte und anonyme Investoren aus Steueroasen? Und wie sieht es aus mit aggressiver Steuervermeidung und Geldwäsche? An Fallbeispielen aus aktuellen investigativen Recherchen erklärt der Vortrag, was auf dem Berliner Immobilienmarkt schief läuft und was Politik und Mieter dagegen tun können.
Laudatio: Helmut Müller Musik: Silke Eberhard (sax.)
Der Vortrag soll in einem kurzen Parforceritt durch die Geschichte einen groben Überblick geben über Begriff und Gebrauch der Klasse. Mit "der" Klasse ist natürlich "die" Klasse gemeint, also die Arbeiterklasse oder das Proletariat. Es geht um die verschiedenen Bestimmungen und den Gebrauch, welche die Klasse im Zuge der Kritik der kapitalistischen Gesellschaft erfahren hat. Dieser indirekte Zugang zur Klasse ist bereits vielsagend: Der Status der Klasse kann weder durch ihr Selbstverständnis noch durch empirische Beobachtungen und wissenschaftliche Untersuchungen vollständig erschlossen werden, weil die Klasse darin nicht aufgeht. Sie war immer mehr als ein empirischer Fakt und ein politischer und sozialer Faktor, sie war vielmehr immer auch Objekt wie Subjekt eines Begehrens, einer Hoffnung und einer Erwartung gewesen und damit auch der Ernüchterung und der Enttäuschung.
Der Vortrag stellt die geopolitischen Hintergründe der neoliberalen Freihandelsabkommen vor. Anhand aktueller makroökonomischer Daten zeigt er ökonomische und politische Hintergründe auf und ordnet die geplanten Freihandelsabkommen in die aktuellen geopolitischen und ökonomischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern des globalen Nordens ein. Er thematisiert zudem die Auswirkungen auf die Länder des globalen Südens.
Der Sieg über Nazideutschland hat die Sowjetunion ungeheure Opfer gekostet. Die Last des Krieges führte zu einem Bruch in der Wachstumsdynamik der sowjetischen Wirtschaft. Dennoch hat nicht nur Stalin selbst diesen Sieg als ultimative Bestätigung der "Generallinie" der Partei angesehen. Welche Rolle spielte die Kriegsgefahr für die Industrialisierungspolitik? Wie war das Land auf einen Krieg vorbereitet? Wie konnte die Versorgung der Front erreicht werden und was waren langfristigen Kriegsfolgen?
Vor allem in der IT-Industrie agierende Treiber technischen Fortschritts nutzen scheinliberal-individualistische Rechtfertigungen, um neue absolute Herrschaft zu begründen. Der Seitensträngen des Sozialismus entstammende Transhumanismus ist, als eine visionäre Weltanschauung, die unsere fragile Körperlichkeit überwinden und die Träume des Space Age verwirklichen will, ein eher kindisches Sinnangebot. Es lässt sich an ihm aber die Korruption fast jeglichen Fortschrittsdenkens in einer technowissenschaftlich überforderten Spätmoderne zeigen. Die Entstellung der Befreiungshoffnungen durch Fähigkeitenfixierung und das Schlürfen süßer Gifte des Überwachungskapitalismus ist zu kritisieren.
Die finanziellen Handlungsspielräume sind größer als unter Rot-Rot I und II. Zahlreiche Wahlkampfversprechen konnten bereits eingelöst werden, von einer Absenkung des Preises für das Sozialticket bis zu einer neuen AV Wohnen mit realistischen Richtsätzen. Allerdings gilt es noch viele Probleme zu bewältigen, z.B. den enormen Sanierungsbedarf bei den Schulen oder die rasant steigenden Mieten bei einem jährlichen Nettozuzug von rund 50.000 Menschen. Wir ziehen eine Zwischenbilanz nach einem Jahr.
Viele Berliner*innen verbanden mit der Ernennung von Katrin Lompscher zur Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen die Hoffnung, dass sich in der Berliner Wohnungsfrage rasch etwas zum Besseren verändert, dass die Dynamik von Spekulation mit Wohnraum sowie die immer höher steigenden Mieten durchbrochen oder zumindest abgemildert werden. Wir wollen bei Katrin Lompscher nachfragen und Bilanz ziehen: Was ist in der Wohnungsfrage erreicht worden und vor allem, wo hakt es aus welchen Gründen?
Am Beispiel der zahlreichen Überseefirmen aus Hamburg und Bremen werden deutsche Wirtschaftsinteressen während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen untersucht. Zum einen unterstützten diese sogenannten "Einsatzfirmen" die deutschen Besatzungsbehörden bei der Ausbeutung und Beherrschung der polnischen Bevölkerung. Zum anderem profitierten sie von der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Polen.
Nach einer kurzen Einleitung in den Werkkontext von Foucault und Agamben werden wir uns am ersten Tag kritisch mit Agambens Figur des homo sacer und ihren aktuellen politischen Bezügen beschäftigen. Am zweiten Tag steht dann Foucaults Biopolitik/Biomacht im Mittelpunkt. Textauszüge werden vorab zur Verfügung gestellt.
Es liegt ein bemerkenswertes Büchlein vor, mit dem Titel "Spurensuche". Es weckt Interesse und die Frage: Wer waren diese Frauen? Es ist "Spurensuche" Nummer drei in einer Reihe, herausgegeben vom Bezirksamt Pankow auf Anregung und mit tatkräftiger Unterstützung aktiver Frauen im Umkreis von Pankows Gleichstellungsbeauftragter Heike Gerstenberger. Worte wurden zu Taten all der Frauen, deren bewegtes Leben - ob als Lehrerin, Ärztin oder Arbeiterin, als Rabbinerin, Schriftstellerin oder Sozialpolitikerin - von Zivilcourage zeugt im Kampf gegen jedwede Ausgrenzung, Faschismus und Krieg, für eine Welt in Frieden.
Historische und aktuelle Probleme der Demokratie werden in der politischen Debatte zunehmend kontrovers diskutiert. Gleichzeitig verengen sich die Gestaltungsräume gewählter Vertretungskörperschaften und die Chancen für tatsächliche Teilhabe der Bürger. Es geht um Nachdenken und Austausch über Ursachen und Alternativen.
Die Französische Revolution besaß für Georg Wilhelm Friedrich Hegel zeitlebens große Bedeutung. In der Revolution habe sich "der Mensch auf den Kopf, d. i. auf den Gedanken [ge]stellt und die Wirklichkeit nach diesem erbaut". Doch trieb den Philosophen auch die Frage um, wie diese Verobjektivierung menschlicher Freiheit in welthistorischem Maßstab, der "herrliche[...] Sonnenaufgang", schon kurze Zeit später in eine blutige Schreckensherrschaft, den terreur, umschlagen konnte. Er entwickelte eine Theorie der Revolution, mit dem Ziel, die Aufklärung über sich selbst aufzuklären. Dieser Theorie will sich der Vortrag widmen.
In den letzten Jahren hat die Kommunistische Partei Chinas versucht, den Staat zu konsolidieren. Angesichts einer veränderten Weltlage will sie ihre Kontrolle über Waren- und Kapitalströme global erweitern und neue Einflusssphären gewinnen. Die Liste ihrer Probleme bleibt aber lang: Umweltschäden, Schulden, die immense Kluft zwischen Arm und Reich, Streiks, Spaltungen in der chinesischen Führung u.a.m. Stehen wir tatsächlich vor dem "chinesischen Jahrhundert", oder bricht der chinesische Kapitalismus bald in sich zusammen?
Schon lange drängen einflussreiche Akteure in Politik und Militär darauf, den Aufstieg der Europäischen Union zu einer (militärischen) Weltmacht zu ermöglichen. Lange erwies sich Großbritannien allerdings als Bremser, was den Aufbau eines schlagkräftigen EU-Militärapparates anbelangt. Seit dem britischen Austrittsreferendum im Juni 2016 werden deshalb zahlreiche Initiativen auf den Weg gebracht, die zusammen eine umfassende Militarisierung der Europäischen Union nach sich ziehen werden. Der Vortrag soll einen Überblick über die wichtigsten aktuellen Vorhaben in diesem Zusammenhang geben.
Mit dem Wechsel an der Spitze der US-Regierung hat sich der Ton seitens der USA gegenüber Kuba wieder verschärft. Präsident Trump hat die Erlasse seines Amtsvorgängers bereits teilweise zurückgenommen und eine Verschärfung der Blockade angekündigt. Gleichzeitig wurden schwere Sanktionen über Kubas wichtigen Verbündeten Venezuela verhängt. Wird Kuba angesichts der ökonomischen Übermacht der USA seine Prinzipien beibehalten können? Wie wird sich die gegenwärtige Lage in Venezuela und Brasilien auf den Integrationsprozess in Lateinamerika und letztlich auch auf Kuba auswirken? Inwieweit können die Erfahrungen Kubas für uns in Europa nützlich sein?
Eine politische Nutzung des Darknets steckt noch in den Kinderschuhen. Jedoch sind bereits linke IT-Kollektive wie Riseup, Systemli und Indymedia dort vertreten. Als politisch kann man auch die Nutzung für das Leaking von Dokumenten bezeichnen. So haben die New York Times, der Guardian oder die taz Darknet-Postfächer für potenzielle Whistleblower eingerichtet. Im Vortrag wird die kleine, aber feine Landschaft des politischen Darknets skizziert und eine verständliche Einführung in die Funktionsweise der Anonymisierungstechnologie Tor gegeben.
Das Ruhrgebiet zählte zu den operativen Metropolen der nachrichtendienstlichen Arbeit des MfS. Die dichte Kette an großen Städten, die verschiedensten Landsmannschaften, die vielfachen familiären Verknotungen und eine beachtenswerte, wenn auch grau gewordene Arbeiterbewegung boten einen faszinierenden Humus. Nahezu ein Viertel ihrer Quellenressource hatte die Hauptverwaltung A in Nordrhein-Westfalen konzentriert.
Annelies Laschitza berichtet Neues über die Situation und die Gedanken Rosa Luxemburgs während der "militärischen Schutzhaft" 1918 im Breslauer Frauengefängnis. Sie verwendet Ergebnisse aus der Arbeit am Band 7 der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs, der Anfang 2017 erschienen ist.
Der Friedensschluss von Havanna, in dem die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) und die Regierung den jahrzehntelangen Bürgerkrieg für beendet erklärten, wurde von der veröffentlichten Meinung überwiegend positiv aufgenommen. In Wirklichkeit kam er aber eher einer weitgehend bedingungslosen Kapitulation der Guerrilla gleich und führte bislang keineswegs zu einer Befriedung des Landes.
Das Feld des Politischen und mit ihm die politische Semantik scheint in jüngerer Zeit in starke Bewegung zu geraten. Auf der Veranstaltung tragen Wissenschaftler, die sich seit Jahren mit der Entwicklung der politischen Semantik beschäftigen, ihre Beobachtungen und Thesen zum Sprachwandel vor und diskutieren, welchen Beitrag die historische Sprachanalyse zur kritischen Selbstaufklärung der Gegenwart leisten kann.
Fußend auf der Titelgeschichte von Wolfgang Borchert, wird gesungen und erzählt, in mehreren Sprachen und Dialekten, von dieser alten guten Geschichte, die in Bethlehem begann, in der Stadt, die übersetzt "Haus des Brotes" bedeutet, dort, wo er geboren wurde an Heiligabend, dieser sanfte "Revolutionär", der die Liebe predigte, bis er "aufs Kreuz gelegt wurde", und der eine Hoffnung auf Friede und Wohlgefallen blieb, für viele. Mit Gina Pietsch und Dietmar Ungerank.
Als der Politikwissenschaftler Johannes Agnoli und der Sozialpsychologe Peter Brückner im Jahr 1967 gemeinsam "Die Transformation der Demokratie" veröffentlichten, trafen sie damit einen Nerv der beginnenden Revolte. Vor allem die Rezeption von Agnolis radikaler Kritik der parlamentarischen Demokratie brachte der Schrift die Bezeichnung "APO-Bibel" ein. Zusammen mit Thomas Ebermann, Felix Klopotek und Jan Schlemermeyer wollen wir darüber diskutieren, was ein halbes Jahrhundert danach von der "Transformation der Demokratie" zu halten ist.
Der Schriftsteller Andrej Platonov (18991951) hat die gewaltigen ökologischen Probleme, vor denen wir im 21. Jahrhundert stehen, vorhergesehen und erstaunlich aktuelle Ansätze zu ihrer Überwindung aufgezeigt. Die Utopie vom Aufbau einer neuen Gesellschaft fällt beim Sozialisten Platonov mit der ökologischen Utopie zusammen. Der Vortrag von Michael Leetz unternimmt den Versuch, diesen bisher kaum erschlossenen Aspekt im Schaffen des Schriftstellers zu erhellen. Im Mittelpunkt steht der Schlüsseltext "Über die erste sozialistische Tragödie" von 1934.
Es ist an der Zeit, den Kulturgeschichten der Bundesrepublik von Hermann Glaser (1985-88), Jost Hermand (1986/88) und Axel Schildt/Detlef Siegfried (2009) eine fundierte Gesamtgeschichte der DDR-Kultur an die Seite zu stellen. Gerd Dietrich hat über Jahrzehnte zur ostdeutschen Kultur geforscht. Im Rahmen unserer "Kulturdebatte im Salon" stellt er seine Ergebnisse vor.
"Sagen von Unirdischen" ist eine Erzählung aus Anna Seghers` Spätwerk, 1973 erschienen in der Sammlung "Sonderbare Begegnungen". Es ist die Zeit von Reformation und Bauernkrieg: Verwirrung, Not und Angst bestimmen das Leben. Doch diese unruhige Epoche birgt neue Hoffnungen, ist Aufbruch zu einem neuen Bewusstsein. Wie aber äußert sich dieses Neue im Menschen? Seghers gestaltet diese Frage, indem sie den historischen Stoff mit "Science-Fiction" verbindet: Ein Künstler aus der Reformationszeit begegnet einem Fremden von einem anderen Stern, der die Geschichte der Menschheit mit unirdischen Augen sieht.
Mit ihrem Roman "Die Waffen nieder!" (1889) hat Bertha von Suttner weltweit mit ihrer eindeutig pazifistischen, aber ebenso kirchenkritischen Überzeugung die Antikriegsdiskussionen herausgefordert. Ihr Buch wurde erstaunlich oft übersetzt. Bertha von Suttner wurde Gründungspräsidentin der Österreichischen Friedensgesellschaft. Sogar in Deutschland wurde bereits 1882 eine entsprechende Gruppe gegründet. 1905 wurde Bertha von Suttner mit dem Friedensnobelpreis geehrt, aber die Stimmen derer, die Krieg für eine unaufgebbare nationale Pflicht hielten, beherrschte weithin die politische Szene.
Für die 1920er und 1930er Jahre ist ein regelrechter Revolutions- und Utopietourismus in die Sowjetunion zu sehen. Man kam, um den Aufbau der neuen Gesellschaft zu besichtigen Arbeiterdelegationen, Intellektuelle, Künstler. Allein rund tausend deutsche Reiseberichte sind überliefert. Nicht wenige von ihnen beschreiben das neue Russland als Utopie. Anhand einiger Reiseberichte soll exemplarisch der utopische Blick auf die Sowjetunion nachgezeichnet werden.
Über die Darstellung der NVA in den Medien heute, über Selbstbilder und zugeschriebene Rollen und über die Reaktionen auf den Film "Die vergessene Armee" - den wir im Rahmen der Veranstaltung auch zeigen - möchten wir sprechen mit: Signe Astrup (Regisseurin) und Philipp Schultheiß (promoviert am Zentrum für Konfliktforschung Marburg zur öffentlichen Darstellung der NVA und ihrer Angehörigen seit 1990)
Bewirtung ist Kernstück der Gastlichkeit, und so soll uns ein kulinarischer Streifzug durch das uvre Theodor Fontanes Aufschluss geben über Gastlichkeiten aller Art. Bei seinen Erkundungen durch Berlin und die Mark Brandenburg war Fontane ein trefflicher Beobachter von Land und Leuten, ihrem Milieu, ihrem Denken und Tun. In seine Romane und Erzählungen ließ er auf unnachahmbare Weise kulinarisches Flair einfließen: Erlebte Gastlichkeit.
Gerhard Scheumann (1930-1998) ist einer der herausragendsten Vertreter des internationalen Dokumentarfilms. Er schrieb Mediengeschichte: seit Anfang der 1960er Jahre als Erfinder des ersten politischen Zeit-Magazins Prisma beim Deutschen Fernsehfunk, danach mit Walter Heynowski als Filmdokumentarist an den Brennpunkten des Kalten Krieges und der "heißen" Kriege in Afrika, Asien und Lateinamerika. Nach 1989 gehörte er zu den prominentesten und umstrittensten ostdeutschen Intellektuellen.
Dass die Wahrheit einen "Zeitkern" habe, also nicht ewig und unveränderlich über den Dingen schwebt, zählt zu den Grundüberzeugungen der Kritischen Theorie. Was sich einst gegen blanken Positivismus und geschichtsfernen Idealismus richtete, muss sich heute, fast einhundert Jahre nach der Gründung des Instituts für Sozialforschung, auch auf die Kritische Theorie selbst zurückwenden lassen. Das Verhältnis der Kritischen Theorie zur Geschichte und das heißt auch: ihrer eigenen , das sich in der Rede vom "Zeitkern der Wahrheit" verdichtet, ist das Thema des Vortrages.
Der Arzt Dr. Friedrich Wolf (18881953) gehörte zu den namhaften deutschen Dramatikern und Schriftstellern der Weimarer Republik. Sehr früh begann der bekennende Kommunist mit jüdischen Wurzeln auch für den Rundfunk zu arbeiten. Auf der Suche nach zeitgemäßen und massenwirksamen Kommunikationsformen begrüßte er euphorisch das neue Medium. Der Kulturhistoriker Paul Werner Wagner stellt in seinem Vortrag die Rundfunkarbeit Friedrich Wolfs vor und bietet dazu einige interessante Hörproben.
Der italienische Philosoph Giorgio Agamben gilt als einer der entschiedensten, aber auch umstrittensten Nachfolger Michel Foucaults. Insbesondere das von Agamben seit 1995 diskontinuierlich verfolgte Homo-sacer-Projekt, in dessen Zentrum das "nackte Leben" (vida nuda) steht, denkt Foucaults Biopolitik radikal weiter. Nach einer kurzen Einleitung in den Werkkontext von Foucault und Agamben werden wir uns mit Agambens Figur des homo sacer und ihren aktuellen politischen Bezüge beschäftigen; hierbei soll auch um die Kritik an Agambens Konzept gehen. Am zweiten Tag steht dann Foucaults Biopolitik/Biomacht im Mittelpunkt.
Nach 10jähriger Welttournee wird eine einzigartige architekturhistorische Ausstellung für einige Wochen in Berlin zu sehen sein - im Architekturgebäude der TU. Dieses Großprojekt ist eine Bestandsaufnahme der Architektur- und Raumproduktion der beiden deutschen Nachkriegsstaaten, die erste gesamtdeutsche Präsentation der wichtigsten Bauwerke, der Architekten, der baugebunden Kunst und Landschaftsgestaltung. Simone Hain hat die Exposition mit ihrem Kollegen Hartmut kuratiert. Sie berichtet über die Geschichte der Ausstellung und ihre internationale Rezeption.
Die Authentizität von Nachrichten ist wie nie zuvor in der Diskussion. Weite Teile der Bevölkerung misstrauen einer angeblichen "Lügenpresse" und sitzen dafür bereitwillig den absurdesten Fake News, Verschwörungstheorien und Fantasiegebilden auf. Welche Rolle spielt dabei die Literatur? Wie ist ihr Verhältnis zum Faktum, zur Wirklichkeit? Wie viel darf oder muss sie erfinden, wie viel Dokumentarismus und Recherche muss sein? Kann oder muss Literatur dazu beitragen, das Faktische ans Licht zu heben und der Wahrheit eine Lanze brechen?
Wäre die Kennzeichnung "Lückenpresse" tauglicher? Wer dialektisch denkt, lernt zu fragen: Welcher Quelle kann man bei welchem Thema folgen? Gibt es neben den Mainstream-Medien, deren Vertrauensverlust unstrittig ist, andere (alternative) Quellen, um zu wissen, was in der Welt läuft und wie das zu werten ist? Bin ich unmodern, wenn ich nicht facebooke, twittere? Müssen uns die starken Bemühungen, die den Begriff total ablehnen und vehement widerlegen wollen, nicht stutzig machen?
Der Vortrag konzentriert sich auf den internationalen, regionalen und nationalen Kontext des israelisch-palästinensischen Konflikts. Vorgestellt werden die Interessenlagen der Konfliktakteure wie auch reale und verpasste Regelungschancen. Mit Blick auf die Zukunft wird u. a. nachgefragt, wie realistisch die bisher diskutierten Ein- oder Zwei-Staatenmodelle sind bzw. welche anderen Optionen im Konfliktmanagement denkbar wären. Wie kann Deutschland seine historische Verantwortung gegenüber Israelis und Palästinensern wahrnehmen? Welche Positionen hinsichtlich der Konfliktbearbeitung vertreten Linke in Israel und Palästina?
Die Welt des Kindes auf deutschsprachigen Grammophonplatten. Ein Vortrag von Bernd Meyer-Rähnitz über den gesellschaftlichen Wandel in der musikalischen und akustischen Arbeit mit und für Kinder von Beginn des 20. Jahrhundert bis in dessen 60er Jahre. Ergänzt wird dieser mit einem Ausblick in die "Vinylzeit" und einer kleinen Auswahl von Liederbüchern verschiedener Zeiten.
In der Veranstaltung wird es um aktuelle technologische Entwicklungen der besonderen Formen des (Lager-) Geldes gehen: SMS-Gutscheine, Prepaid-Debit-Cards, biometrische Gelder. Solche Geldformen, die immer auch Formen der Rationierung und Kontrolle sind, werden gegenwärtig u.a. vom Welt-Ernährungsprogramm und dem UNHCR für die großen Flüchtlingslager mitentwickelt.
Der Referent war erstmalig 1976 in der Demokratischen Volksrepublik. Im Zeitraum von 2014-2017 betreute er als Reiseleiter Touristen, die dieses Land kennenlernen wollen. Sein Vortrag über die Geschichte, über Menschen und die aktuelle Lage wird uns ein Land näher bringen, das durch die aktuelle Berichterstattung fast täglich in unsere Wohnzimmer kommt und von dem wir trotzdem fast nichts wissen.
Der Vortrag fokussiert die im Silicon Valley häufig proklamierte These, dass Technik grundsätzlich neutral sei und stellt die Frage: "Sind Mittel nur Mittel, Algorithmen nur Algorithmen?" Mit dem Technikphilosophen Günther Anders und der Mathematikerin Cathy ONeil wird anhand aktueller Beispiele von Cambridge Analytica bis hin zu den (a-)politischen Konzepten der algorithmic regulation argumentiert, dass digitaler Technik eine spezifische Kontrolllogik inhärent ist und dass Algorithmen, verstanden als in "Code eingebettete Meinungen" (ONeil), weder ahistorisch noch kontextlos, keineswegs neutral agieren.
Unsere Revue wird sich mit unterschiedlichen Erzählformen, mit Aspekten wie dem utopischen Moment, der Figur Lenin, den Geschlechterverhältnissen, der Plakatkunst sowie der filmischen Verarbeitung beschäftigen. Hierfür konnten wir gewinnen: Dr. Gregor Gysi, Dr. Jürgen Kuttner, Elfriede Müller, Dr. Anke Hennig, Schroeter & Berger und Felicita Reuschling. Zwischendurch wird uns DJ Craft (KIZ) musikalisch begleiten.
Seit 100 Jahren wird über die revolutionären Prozesse zwischen 1917 und 1922 gestritten. Es ist unverzichtbar, die historischen, internationalen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen der Oktoberrevolution genauer zu beleuchten sowie nach den sich verändernden politischen Kräfteverhältnissen und ihren materiellen Resultaten zu fragen. Vor allem aber: In welchem Verhältnis steht das Ende der Sowjetunion zu ihrem Anfang, also zur Oktoberrevolution? Und was können wir aus den Erfahrungen der Oktoberrevolution lernen?
Die NSU-Monologe erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU - von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat. Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten. Veranstaltung am 2. Dezember auf Türkisch mit deutschen Untertiteln.
Laudatio: Dr. Horst Dietzel Musik: Ulrich Gumpert (Klavier)
Das Kapital blieb unvollendet, obwohl Marx zeitlebens daran arbeitete. Das Werk entstand im Zuge großer gesellschaftlicher Umwälzungen, vor allem der Industrialisierung und der beginnenden Organisation des Proletariats. So blieb Marx ein Suchender, ein Forscher, auch ein Utopist. Die große Vielzahl von Studien, Analysen und Ausarbeitungen auf dem Weg zum Kapital zeigen zugleich die dynamische Entwicklung des Kapitalismus wie auch seine Störanfälligkeit durch Krisen.
Melinda Cooper wird in ihrem Vortrag mit und zugleich gegen Marx dem Verhältnis von ökonomischer und biologischer Reproduktion auf den Grund gehen.
Mit dieser Veranstaltung soll Ché Guevara durch Vorträge, Rezitationen, Schilderungen, Filmausschnitte und Fotos in seinen Facetten beschrieben, analysiert und diskutiert werden. Im Fokus stehen die historische als auch die aktuelle Bedeutung seiner Ideen, seiner Haltung und seines Kampfes für eine gerechte Welt. Die Aktualität ist auch heute noch weit verbreitet vor allem bei fortschrittlichen Kräften in Lateinamerika, aber auch in Deutschland. Außerdem wird Tamara Bunke (1937-1967) gewürdigt und ihr Wirken an der Seite von Ché in Erinnerung gerufen.
María Do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan und Angela McRobbie werden die Interventionen, die Konfrontationen und die innere Kritik darstellen, die in den 1970er und 80er Jahren auf die neue Marx-Aneignung der 1960er gefolgt sind. Die Cultural Studies, der Feminismus und die postkoloniale Kritik thematisieren jeweils einen "blinden Fleck", und zwar nicht nur im Marxismus, sondern auch bei Marx selbst. Was waren diese "blinden Flecken" bei Marx? Worin genau lag das Bedürfnis nach einem Bruch mit dem damaligen Marxismus, aber auch nach einer Erneuerung? Was waren die entscheidenden Auseinandersetzungen und Debatten? Welche politischen Kämpfe und Bewegungen waren damit verbunden? Und was waren die wichtigsten Konsequenzen und Entwicklungen daraus?
Dieses Jahr lesen wir Auszüge aus dem 1. Band von Marx' Kapital. Das Buch feiert 2017 seinen 150. Geburtstag. Im kommenden Jahr folgt der 200. Geburtstag von Marx. Wir konzentrieren uns bei der Lektüre diesmal auf den Begriff, der wie kein anderer sowohl Marx' Kapital als auch die Geschichte des Marxismus beherrscht: Arbeit. Die Arbeitsgruppen diskutieren Passagen zum Arbeitsbegriff aus dem Kapital gemeinsam in textnaher Lektüre. Während dreier großer Abendveranstaltungen möchten wir mit internationalen Gästen die neuen Kapital-Lektüren der 1960er Jahre, aber auch die Kritiken, die ab den 70er Jahren am Kapital, an Marx und am Marxismus geübt wurden, betrachten. Sonntag beschäftigen wir uns mit der Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Kapitals und dem aktuellen Stand der internationalen Marx-Forschung.
Auf der Auftaktveranstaltung der 10. Marx-Herbstschule werden die neuen Kapital-Lesarten vorgestellt, die bereits im Vorfeld des langen Jahres 1968 entstanden. Woher kam das Bedürfnis, das Kapital neu und anders zu lesen? Welche Kritiken gab es an der marxistischen Tradition? Und in welchem Verhältnis standen diese Lektüren zum politischen Kontext in den jeweiligen Ländern und dem Aufbruch von 1968?
Hinter bedeutenden Männern - so sagt man - stehen oft nicht weniger bedeutende Frauen. "Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen" wusste schon Kurt Tucholsky treffend zu sagen. Frauen trugen häufig maßgeblich dazu bei, dass ihre Männer weltberühmt wurden. Ihre Verdienste sind groß, doch im Schatten ihrer Männer blieben ihre Talente meist unerkannt. Wer sind diese Frauen? Tatjana Kuschtewskaja erforschte ihre Lebensgeschichten mit der Trilogie über russische Frauen. Darin versammelt sind 19 Frauenleben, auf subtile Weise beschrieben und von Tochter Janina porträtiert - Bekenntnisse russischer Frauen.
Der RGW befand sich von Anfang der 60er bis Anfang der 70er Jahre in einer Existenzkrise. Ceausescu drohte Chruschtschow auf ihrem Höhepunkt 1964 offen mit Rumäniens Austritt aus dem RGW. Die Meinung, dass von der osteuropäischen Wirtschaftsgemeinschaft nur die UdSSR, die DDR und die CSSR Vorteile hätten, teilten mit Rumänien auch eine Reihe weiterer RGW-Länder. Es dauerte bis 1971, bevor es mit dem RGW-Komplexprogramm gelang, einen akzeptablen Kompromiss zu finden. Ein Lösungsansatz auch für die EU-Krise heute?
Was vor einem knappen Jahr mit der Wahl von Donald Trump in den USA seinen Ausgang nahm, hat in Europa seinen Fortgang gefunden: Parteien der modernen radikalen Rechten setzen sich in den Parlamenten fest und verändern gesellschaftliche Kräfteverhältnisse. Was wird der Einzug der AfD in den Bundestag für die Entwicklung in Deutschland bedeuten, wie die Fraktion der Rechten aussehen, und was ist von ihr zu erwarten? Wie können und müssen DemokratInnen auf diese Entwicklung reagieren?
Es scheint so, als ob von der in mehrfacher Hinsicht "abgeschlossenen" DDR-Philosophie nichts als deren historisch-kritische Aufarbeitung übrig bleibt. Alles kommt nunmehr darauf an, dieses besondere nachkriegszeitlich-ostdeutsche geistig-kulturelle Gebilde nicht weiter regional-isoliert und kommunistisch-sektiererisch (parteigeschichtlich) nur aus sich selbst zu erklären, sondern zunehmend und versuchsweise ebenso auch "nationalgeschichtlich" in die nun wieder gesamtdeutsche Geschichte einzuordnen.
Meinhard Stark forscht seit Herbst 1989 zum sowjetischen Straflagersystem und seinen Häftlingen. Er recherchierte in Russland, Kasachstan, Polen, Litauen und Deutschland. Annähernd 300 ehemalige Gulag-Häftlinge und ihre Kinder hat Stark in den vergangenen Jahren interviewt und ihre Erfahrungen in mehreren Publikationen vorgestellt; so über Frauen und Kinder im Gulag, über die Geschichte eines Lagerkomplexes in Kasachstan und über das Leben entlassener Häftlinge. Meinhard Stark spricht über sein derzeitiges Forschungsprojekt zu den Gulag-Briefen, stellt Briefe und ihre Autoren vor und berichtet über die Umstände des Schreibens in der Haft.
Die Oktoberrevolution und ihre Ergebnisse haben die Herzen und Hirne ihrer Freunde und Feinde immer aufs Äußerste bewegt - zumindest so lange wie der "real existierende Sozialismus" als Weltsystem noch existierte. Nun gibt es dieses Weltsystem nicht mehr. Bleibt dennoch auch heute noch etwas von der Oktoberrevolution und ihren Ergebnissen bestehen, an das gegenwärtige und künftige Generationen von SozialistInnen und KommunistInnen anknüpfen könnten? Überzeugende Antworten stehen noch aus. Thomas Kuczynski versucht sich daran.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gab es neben vielen ehemaligen NSDAP-Mitgliedern, die in den Westzonen und in den Westsektoren schrittweise wieder in einflussreiche Positionen gelangten, neben vielen Zeitgenossen in Ost und West, die angesichts ihrer Erfahrungen vor allem im NS-Staat und in der Weimarer Republik "nichts mehr mit der Politik zu tun haben" wollten, parallel eine Aufbruchstimmung bei Mitgliedern der Arbeiterparteien und der Gewerkschaften, die entweder Widerstand geleistet oder sich in den zwölf Jahren der faschistischen deutschen Diktatur "unauffällig" verhalten hatten.
Franz Marek wurde mit dem Februar 1934 endgültig zum Kommunisten. Bis 1938 war er maßgeblich an der Organisation der illegalen Arbeit in Österreich beteiligt, danach in der Résistance in Frankreich. Als "gläubiger Stalinist" (Selbstbezeichnung) hoffte er auf den Sieg des Sozialismus auch in Österreich. Ab 1956 setzte bei ihm ein Desillusionierungsprozess ein. In den 1960er-Jahren avancierte er zu einem Vordenker "eurokommunistischer" Ideen. Nach dem "Prager Frühlings" kam es zum Bruch mit der KPÖ, aus der er 1970 ausgeschlossen wurde.
Im Vortrag wird der Stand der Beziehungen beider Länder auf der Grundlage von Aussagen aktiv handelnder Persönlichkeiten dargestellt. Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit den unterschiedlichen Interessen beider Staaten auf geopolitisch-militärischen, politischen, finanziellen, ökonomischen und kulturellen Gebieten. Ein dritter Abschnitt befasst sich mit Konflikten unter Beteiligung der betrachteten Seiten.
1919 wurde Eugen Leviné vor Gericht gestellt und wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Der Vortrag beschäftigt sich mit Leben und Werk des jungen, in Petersburg geborenen und in Heidelberg aufgewachsenen Revolutionärs und Schriftstellers. Vorgestellt werden Levinés Lebensstationen, seine literarische Auseinandersetzung mit der Russischen Revolution von 1905 und sein Wandel vom Sozialrevolutionär zum Kommunisten.
Wir wollen uns während der Bildungsreise auf der "Balkanroute" bewegen. Wir fahren sie rückwärts von der Grenze Österreichs bis ins griechische Thessaloniki. Schwerpunkt dieser 8-tägigen Bildungsreise ist Flucht und Migration. Gleichzeitig werden wir die Länder des ehemaligen Jugoslawiens nicht nur als Orte der Durchreise besuchen, sondern uns auch der Geschichte und heutigen politischen Kämpfen widmen.
In der Veranstaltung wird der Rohschnitt des Dokumentarfilms Franco vor Gericht: Das spanische Nürnberg?" gezeigt. Die Endfassung (90 Min.) kommt 2018 in die Kinos. Im Anschluss an den Film diskutieren wir mit den RegisseurInnen Dietmar Post und Lucía Palacios.
Viele afrikanische und arabische Nationen erlangten ihre Unabhängigkeit erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1955 und 1975 ergab sich in diesem Kontext für den Realsozialismus eine historische Chance. Im Zentrum des Vortrags stehen die kulturpolitischen Beziehungen der DDR zu Syrien, Irak, Palästina, Äthiopien, Angola und Mosambik. Auf welche Weise leistete Kunst aus der DDR einen Beitrag zum sozialistischen Nation Building? Gab es einen nennenswerten Transfer von Künstlern, Wissenschaftlern und Artefakten? Wie erfolgreich war dies? Und schließlich: Welche Rolle spielt Kulturförderung heute im Nahen Osten?
Anne Hartmann zeigt anhand einer Fülle persönlicher Briefe und Tagebucheinträge Feuchtwangers sowie anhand von Dokumenten des russischen Geheimdienstes, dass der berühmte Schriftsteller in seiner Veröffentlichung "Moskau 1937. Ein Reisebericht für meine Freunde" keineswegs so naiv und "blind" war, wie oft behauptet wird. Aber warum gefährdete der skeptische Beobachter seine ganze Reputation mit diesem Buch, das offensichtlich nicht seine persönliche Meinung widerspiegelt? Die Autorin hat Quellen aus Archiven in Russland, den USA und Deutschland erschlossen, um die Reise und das Entstehen des Reiseberichts erstmals nachvollziehbar zu machen.
Die Rolle der Frauen im Spanischen Bürgerkrieg 19361939 ist weitgehend unbekannt. Ingrid Schiborowski und Anita Kochnowski haben Biographien von 3.300 Frauen gesammelt und werden zusammen mit Karla Popp einige an diesem Abend vorstellen. Die Forschung über familiäre, geographische, berufliche und politische Herkunft, über die Tätigkeit im Krieg sowie über das Wohin der Frauen nach ihrem Einsatz in Spanien gibt ihnen wieder ein Gesicht und würdigt ihre Rolle bei der Verteidigung der Spanischen Republik, für Frieden und Gerechtigkeit. Der Liedermacher, Textautor und Nachdichter Frank Viehweg singt Lieder aus den Heimatländern dieser Frauen.
Es gibt das Recht zu wählen als das aktive und gewählt zu werden als das passive Wahlrecht. Einzelheiten wie Staatsbürgerschaft, Mindestalter etc. werden durch Wahlgesetze geregelt. Der Wahlmarathon 2017 startete frühzeitig, mit ziemlicher Heftigkeit. Er begann im Februar mit der Wahl eines neuen Bundespräsidenten. Über das Jahr verteilt folgten drei Landtagswahlen sowie weitere Wahlen auf kommunaler Ebene und nun im September das große Finale: die Wahl des Bundestages.
Die Bewertung von Produkten der Populärkultur ist ein Gespinst von Widersprüchen. Sollen für Populäres andere Wertmaßstäbe gelten als für Anspruchsvolles"? Und wer soll sie formulieren: Das Massenpublikum oder intellektuelle Experten? Oder doch Verzicht auf allgemeine Urteile nach dem Muster Hauptsache, mir gefällts"?
Selbstversorgung, wie soll das gehen? In der "Dritten Welt" vielleicht, aber bei uns? Wir denken über Möglichkeiten und Vorteile von Subsistenzarbeit nach.
Internet-Monopole sind allgegenwärtig, deren Ziel nicht mehr die fabrikmäßige Herstellung von Waren und deren Verkauf ist, sondern die Organisation des Zugangs zu Wissen und Information selbst. Ob es darum geht, die ganze Erde zu kartieren oder alle Freundschaften der Welt zu organisieren im digitalen Kapitalismus werden Algorithmen zur wichtigsten Maschine, Daten zum essenziellen Rohstoff und Informationen zur Ware Nummer eins. Was dieser Digitale Kapitalismus eigentlich ist, darüber wollen wir mit Timo Daum diskutieren.
Über den rechten Kulturkampf der Identitären in Europa sowie der Alt-Rights in den USA und über Figuren wie den Blogger Milo Yiannopoulos wollen wir sprechen mit den Buchautorinnen Laurie Penny und Angela Nagle sowie dem konkret-Autor Felix Klopotek. Wir wollen auch erörtern, ob und welche Fehler die Linken an den Universitäten und in den Feuilletons begangen haben, weil wir oft so sprachlos diesem Internet-Hass gegenüber stehen. Wie weit soll Meinungsfreiheit im Netz gehen? Was sind linke, antirassistische und feministische Gegenstrategien gegen den reaktionären Rollback und Rechtspopulismus?
Die Ursachen für Islamismus und Dschihadismus sind viel zu kompliziert, als dass man sie mit militärischen Mitteln ausmerzen könnte. Es ist an der Zeit darüber nachzudenken, wie man zu Frieden kommen kann.
Anja Schindler, geboren 1949 in Karaganda, dem Verbannungsort ihrer Eltern, hat 2016 eine Kollektivbiografie ihrer Familie vorgelegt. Im Mittelpunkt steht der Alltag einer Berliner Arbeiterfamilie, die 25 Jahre das Schicksal der sowjetischen Mehrheitsbevölkerung teilte: die Industrialisierung des Landes und die Kollektivierung der Landwirtschaft, die Hungersnot 1933/34 und den Optimismus der Jahre danach, den Terror von 1937, Gulag und Verbannung, den Krieg und die Leningrader Blockade. Im Gespräch mit Dr. Wladislaw Hedeler beleuchtet Anja Schindler die einzelnen Stationen dieses Emigrantenschicksals.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Arbeiten der Zeichner*innen des bundesweit agierenden Verbandes Cartoonlobby aus Projekten, die im Rahmen von Kulturland Brandenburg 2017" und für das eigene Cartoonmuseum Luckau entstanden. Einleitende Worte: Andreas Nicolai (Geschäftsführer der Cartoonlobby e.V. und Leiter des Cartoonmuseums Brandenburg) Musik: Tobias Delius (sax.)
Bevor wir bei diesem Junge-Panke-Abend den Film "Der junge Marx" von Raoul Peck angucken, wird Michael Heinrich in das Leben und Werk des jungen Karl Marx einführen. Ebenfalls wird er uns die verschiedenen Persönlichkeiten, die in dem Film vorkommen, genauer vorstellen. Michael Heinrich arbeitet gerade an einer umfassenden Marx-Biographie. Im ersten Band beschäftigt er sich mit dem jungen Marx.
Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung war mit Spannung erwartet worden. Die öffentliche Skandalisierung von Armut in einem reichen Land mit prosperierender Wirtschaft durch den Paritätischen Wohlfahrtsverband, die Benennung der Ursachen von wachsender Einkommens- und Vermögensungleichheit und die Feststellung von Politikversagen bei der Armutsbekämpfung hatten 2016 zu heftigen Debatten geführt, nicht zuletzt auch zwischen Wohlfahrtsverbänden. Wir sprechen mit Wolfram Friedersdorff, Präsident der Volkssolidarität.
In Zeiten eines erstarkenden Rechtspopulismus und Neonazismus an die Verbrechen des NS-Regimes, an Verfolgung und Widerstand zu erinnern, ist Aufgabe nicht nur von AntifaschistInnen. Die völkisch daherkommende Rechte diffamiert das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Faschismus. Sie fordern einen Schlussstrich unter der weiterhin notwendigen Aufarbeitung von Holocaust, NS-Terror, Vernichtungs-, Rassen- und Raubkrieg. Vor diesem Hintergrund ist zu fragen, wie antifaschistische und auch staatliche Erinnerungs- und Gedenkkultur(en) sich zeitgemäß weiterentwickeln.
Wir wollen an diesem Freiluft-Junge-Panke-Abend nicht nur die Geschichte des Justizmords an Sacco & Vanzetti rekapitulieren, sondern uns auch die Geschichte der radikalen Arbeiterbewegung und des Anarchismus in den USA anschauen. Für diese Bildungsveranstaltung im Garten des //:about blank haben wir als Referenten Gerhard Hanloser gewinnen können. Er vertreibt sich seit Jahren die Zeit im Privatstudium mit dissidenten Strömungen der Arbeiterbewegung. Den Abend wird Dr. Sina Arnold moderieren. Sie ist Kennerin der Geschichte der US-Linken.
Wie damit umgehen, wenn historische Tatsachen aus (antisemitischen) Vorurteilen oder anderen politischen Gründen geleugnet oder relativiert werden, gerade im Zeitalter von Social Media? Ist der Gerichtssaal der richtige Ort, um das Andenken an den Holocaust zu bewahren? Wie wichtig ist für Antisemiten und die extreme Rechte heute noch die Holocaust-Leugnung? Das wollen wir diskutieren mit Hajo Funke und Stefanie Schüler-Springorum. Im Anschluss zeigen wir den aktuellen Kinofilm "Denial Verleugnung" im Freiluftkino Zukunft.
Die Gartenstadt Lichterfelde Süd wurde mit ihrem historischen Bestand aus den 30er und 60er Jahren seit 2013 umfassend saniert. Dirk Lausch, Pressesprecher der besitzenden Wohnungsbaugesellschaft, erläutert auf diesem Spaziergang das umfassende Sanierungskonzept. Neben den sozialen Aspekten (altersgerechtes und sozialverträgliches Bauen) werden auch eine Vielzahl ökologischer Maßnahmen zu Energieversorgung und Einsparlösungen erläutert, die in diesem Projekt ergriffen worden sind.
Patrick Eiden-Offe wird zunächst die Poesie des Proletariats und ihre romantische Form des Antikapitalismus vorstellen. Anschließend wollen wir mit ihm über die Prozesse der Formierung, Homogenisierung und Disziplinierung reden, durch die das Proletariat zu der Klasse" wurde, sowie über die aktuelle Situation - etwa über die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Aufstieg des Rechtspopulismus und der Vernachlässigung der Klassenfrage gibt.
Nachholtermin der am 16.5. krankheitsbedingt ausgefallenen Veranstaltung. Lateinamerika erlebte zwischen 1917 und 1919 eine Intensivierung der Gewalt, die in engem Zusammenhang zu transnationalen Faktoren insbesondere zum Ersten Weltkrieg und zur Oktoberrevolution in Russland stand. Dadurch wuchs das Bewusstsein, in globalen Zusammenhängen zu leben. Gleichzeitig öffneten sich soziale Frontstellungen, die für die Geschichte der Region im 20. Jahrhundert prägend bleiben sollten.
Emmanuel Macron ist neuer Präsident Frankreichs. Das französische Parteiensystem ist im Umbruch. Sowohl die Kandidaten der konservativen Republikaner, als auch der Sozialistischen Partei sind im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl gescheitert. Der rechtsextreme Front National hat sein bisher stärkstes Ergebnis eingefahren. Gleichzeitig verfehlte der linke Kandidat Jean-Luc Mélenchon den Einzug in den zweiten Wahlgang nur knapp. Was bedeutet die Neukonstellation des Parteiensystems für die politische Linke und welche Gefahr geht vom Front National aus?
Eine Spurensuche anlässlich des 125. Geburtstages von Walter Benjamin (*15.07.1892). Allen Verbürgerlichungen und entschärfenden Interpretationen zum Trotz geht es um Benjamins entscheidende Kapitalismuskritik. Im Zentrum soll dabei Benjamins Verteidigung der Oktoberrevolution von 1917 stehen.
Im Rahmen der Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstages von Werner Klemke zeigen wir den Dokumentarfilm "Treffpunkt Erasmus - Die Kriegsjahre von Werner Klemke". Der Film handelt von seiner lange Zeit unbekannten Unterstützung jüdischer Menschen in den Niederlanden als Wehrmachtssoldat. Er half u.a. durch Fälschungen von Dokumenten, jüdische Bürger zu "arisieren" und so zu retten. Anschließend Gespräch und Diskussion mit der Regisseurin des Films, Annet Betsalel (Niederlande).
Eine musikalische Biographie von und mit Sigrid Grajek.
Als Pendant zu den "Palästen für das Volk" auf der Karl-Marx-Allee entstand in West-Berlin im Hansa-Viertel im Rahmen der IBA 1957 ein Demonstrationsraum des internationalen Neuen Bauens. Eine Vielzahl von Architekten stellte einen großen Variantenreichtum von Baumaterialien und -konstruktionen sowie Grundrissen vor. Dieser Spaziergang wird das Hansa-Viertel nicht als einfachen Entwurf eines freiheitlich-westlichen Bauens erschließen, sondern vielmehr als Spielwiese einer Architektengeneration des nachkriegsmodernen Bauens.
Die DenkMalTour führt vom S-Bahnhof Biesdorf durch die Getreidesiedlung in Biesdorf-Nord über das Gelände der seinerzeitigen Städtischen Heil- und Pflegeanstalt (für Epileptische) Wuhlgarten (18901945) und des heutigen Unfallkrankenhauses Berlin zum U- und S-Bahnhof Wuhletal. Wir sehen Spuren der Geschichte dieses Territoriums aus der Zeit des Faschismus vom NS-Siedlungsbau bis zum mörderischen "Euthanasie"-Programm T4. Die Anstalt Wuhlgarten wiederum wandelte sich binnen weniger Jahre von einer bahnbrechenden psychiatrischen Klinik zu einem Durchgangszimmer des Todes.
Die zeitweilig zur Antikommunistin gewordene ehemalige KPD-Politikerin Ruth Fischer behauptete 1947 vor dem Ausschuss für Unamerikanische Angelegenheiten, in den USA existiere ein Verschwörer-Netzwerk vor allem deutscher Kommunisten, an deren Spitze ihr Bruder Gerhart Eisler stünde. Doch habe auch Bertolt Brecht, der "Minnesänger der GPU", seine Hände im Spiel, ebenso Alfred Kantorowicz. Der Vortrag sucht diese Legenden von der Wahrheit über die Arbeit deutscher kommunistischer Flüchtlinge in Amerika zu trennen.
Sevim Dağdelen im Gespräch mit dem taz-Journalisten Pascal Beucker. Sevim Dağdelen, Außenexpertin der Linksfraktion im Bundestag, beleuchtet die Machtverhältnisse am Bosporus und zeigt politische Alternativen zum Umgang der Bundesregierung mit der Türkei auf. Gerade nach dem Referendum in der Türkei, mit dem der Ausnahmezustand zum Normalzustand wurde, kritisiert sie die fortgesetzte Außenpolitik der Bundesregierung.
Chantal Mouffes Begriff des Politischen und ihre zusammen mit Ernesto Laclau erarbeitete 'postmarxistische' Theorie des Populismus sind in aller Munde. Linkspopulistische Bewegungen wie Syriza oder Podemos betrachten Laclau und Mouffe gar als VordenkerInnen. Der Vortrag stellt ihren Erklärungsansatz für den Aufstieg des Rechtspopulismus und ihre linkspopulistische Gegenstrategie dar. Es wird gezeigt, dass sowohl die Diagnose als auch die Strategievorschläge von einer irrationalistischen Gesellschaftstheorie abhängig sind, die Laclau/Mouffe weitgehend den Abhandlungen des faschistischen Rechtsphilosophen Carl Schmitt entnehmen.
Ein Gespräch mit Siegfried Lorenz, dem damaligen 1. Sekretär der FDJ-Bezirksleitung. Moderation: Dr. Siegfried Wein und Helga Labs
Der Vortrag legt den Fokus darauf, wie sich Marx in Phasen der revolutionären Flaute positioniert, wie er politische Irritationen verarbeitet und um Erklärungen für enttäuschende gesellschaftliche Entwicklungen ringt. Die bisherige Erforschung seiner journalistischen Texte der Dekade zwischen Entstehung des Manifests" und der Grundrisse" konzentriert sich auf einzelne von ihm behandelte, oft länderspezifische Fragen. Dabei bleibt der Blick auf die Gesamtheit der Artikel als eigenes Marxʼsches Textgenre sowie auf die Besonderheiten der darin angewandten Argumentation zumeist flüchtig.
Wir wollen mit unserer Busexkursion sowohl Thomas Müntzer und die aufständischen Bauern würdigen als auch den Kontext darstellen, in dem Luther, Müntzer und die aufständischen Bauern gewirkt haben. Die Busexkursion fährt zunächst zum Schloss Allstedt zur Müntzer Ausstellung und von dort nach Frankenhausen zum Bauernkriegspanorama.
Deutschland erzielt seit der Euro-Einführung permanent hohe Exportüberschüsse. Die in Wirtschaftswissenschaft und -politik dominierende neoklassische Denkschule preist das als Zeugnis internationaler Wettbewerbsfähigkeit des Landes und Mehrung gesellschaftlicher Wohlfahrt. Permanent hohe Exportüberschüsse manifestieren eine anhaltende Importschwäche des eigenen Landes, entziehen ihm Ersparnisse für eine stabile zukunftsfähige Entwicklung und bringen andere Länder in eine dauerhafte Defizitposition, ja in die Schuldenfalle mit dramatischen Folgen. Was also tun gegen exorbitante Außenhandelsungleichgewichte?
Der ursprünglich für den 13.6. geplante Vortrag von Hermann Falk, dem ehemaligen Direktor der Künstler-Agentur der DDR, kann aus gesundheitlichen Gründen leider nicht stattfinden. Wir danken Helmut Heinrich, dass er seinen Vortrag vom 27.6. um zwei Wochen vorzieht. Am 27. rückt stattdessen eine Veranstaltung über Claire Waldoff ins Programm.
Nicht erst seit dem Polizistenmord von Georgensgmünd 2016 beschäftigen Menschen aus dem Milieu der "Reichsbürger", "Selbstverwalter" und "Souveränisten" Behörden und Verwaltungen. Zunehmend wird einer breiten Öffentlichkeit deutlich, welche Gefahren von diesem bisweilen als "Spinnern" verharmlosten Milieu ausgehen kann. Der Vortrag gibt Auskunft über die Ursprünge dieses uneinheitlichen Milieus, seiner Ideologie und Handlungsformen sowie Handlungsoptionen für zivilgesellschaftliche Gegenwehr.
Russland ist, was seine Kerngebiete betrifft, seit jeher ein europäisches Land - geographisch, politisch und kulturell. Und seit jeher wechselten in der Geschichte seiner Beziehungen mit Europa (Westeuropa) mehr oder weniger intensive Phasen der Hinwendung und der Abkehr. Ihnen nachzugehen und nach Gründen zu fragen, bedeutet, gegenüber Russland existierende Fehlurteile und vorgefasste Meinungen richtig zu stellen bzw. auszuräumen.
Beim 22. bundesweiten Friedensratschlag in Kassel im Dezember 2015 wurden über zwanzig aktuelle Themenfelder thematisiert, so die Bereiche UNO, Naher Osten, Fluchtursachen, Afghanistan, Libyen, Rüstungskonversion, Militarisierung der EU, BRICS und die Shanghai-Organisation. Mit Lühr Henkem vom Friedensratschlag wollen wir über diese Bereiche und darüber hinaus über aktuelle Fragen von Krieg und Frieden sprechen.
Wie können Übergänge in eine Postwachstumsgesellschaft konkret aussehen; ist ein solch tiefer Einschnitt demokratisch und friedlich" zu bewältigen? Wie kann transformative Politik soziale Bedingungen so verändern, dass Postwachstum auch für "Normalbürger" eine attraktive Perspektive werden kann? Was könnte das für die Politik von Gewerkschaften bedeuten?
Seit einigen Jahren regt sich Interesse an genderspezifischen Ansätzen in der Auseinandersetzung mit islamischen Texten und Rechtsquellen. Muslimischen Frauen galt dabei zunächst besondere Aufmerksamkeit als Adressatinnen und Objekten normativer und damit Gesellschaft gestaltender Koraninterpretationen. Zunehmend erhalten geschlechtssensible und geschlechtsspezifische Ansätze der Interpretation islamischer Texte und Rechtsquellen Aufmerksamkeit. Frauen spielen jedoch seit Jahrhunderten auch eine bedeutsame Rolle in der zumeist auf weibliche Schülerinnen begenzten Wissensvermittlung.
Das Werk des sowjetischen Denkers Michail Lifschitz (1905-1983) ist bei aller äußeren Vielfältigkeit von einer systematischen Kohärenz gekennzeichnet, die konsequent auf der Idee einer marxistischen Kulturphilosophie aufbaut. Anhand von Lifschitz' (oftmals als "stalinistisch" gebrandmarkter) Kritik des künstlerischen Modernismus ("Vom Kubismus zur Pop-Art") lässt sich das Unzeitgemäße seines Werkes im Spannungsfeld von Zivilisationsbruch und List der Vernunft im Sinne einer historischen Dialektik veranschaulichen, die erstaunlich genau die geistige Situation des "Postkommunismus" erfasst.
Europa ist aktuell mit zwei großen Problemen konfrontiert: 1) Wie wird sich die Türkei nach dem Verfassungsreferendum vom 16. April entwickeln, und wie wird es mit den Verhandlungen über den Beitritt zur EU weitergehen? 2.) Nachdem Großbritannien Ende März durch schriftliche Mitteilung an den Europäischen Rat gemäß Vertrag über die EU den Austrittsprozess rechtlich in die Wege geleitet hat beginnt eine zweijährige Verhandlungsphase zwischen der EU und dem Königreich. Was kommt da auf uns zu, und welche Folgen wird alls dies haben - auch hinsichtlich der weiteren Entwicklung der EU?
Der Spaziergang führt an den Highlights der architektonischen Achse Frankfurter Allee Karl-Marx-Allee entlang und nimmt insbesondere die mit den jeweiligen Bauformen verbundenen Vorstellungen in den Blick.
Der Weg führt entlang des Spandauer Schifffahrtskanals bis Plötzensee durch den Volkspark Rehberge und die Dauerkleingartenkolonie Rehberge und entlang der Gartenarbeitschule Wedding zur Kolonie am Nachtigalplatz und weiter durch den Domkirchhof bis Schillerpark und von da - nicht mehr weit - zum Generationengarten Osloer Straße / Seestraße und U-Bahnhof Naumann Straße. Bitte gutes Schuhwerk und minimales Picknick (Apfel resp. Getränk) einstecken, gegebenenfalls auch Regenzeug. Dauer: 2,5 bis 3 Stunden.
Die "Identitäre Bewegung" wird auch weiterhin das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit suchen und rassistische Hetze und rechtsradikales Denken verbreiten. Hierbei dürfen wir nicht ihrer Selbstinszenierung und Propaganda auf den Leim gehen. Deshalb versuchen wir, uns den Identitären in einem Podiumsgespräch aus verschiedenen Perspektiven zu nähern und hinter ihre heroische Fassade zu blicken. Zugleich wollen wir besprechen, was gegen diesen "Haufen stramm rechter Vollpfosten" (Berliner Kurier) unternommen werden kann.
Für die Zeit von August 1914 bis November 1918 liegen 172 Briefe, 27 Postkarten, Telegramme und Notizen von Clara Zetkin vor. Sie alle befinden sich in Archiven und Bibliotheken in Berlin und Moskau, in Amsterdam, Kopenhagen, Stockholm, Bern und Zürich. 152 Dokumente, die das ganze Panorama der Geschehnisse von vier mörderischen Kriegsjahren abbilden. Die Herausgeberin Marga Voigt stellt in der Veranstaltung die Briefe vor.
Nach der Platzbesetzung in Athen 2011 entstanden dutzende Grassroots-Organisationen. Was ist sechs Jahre danach davon geblieben? Und was können wir in Deutschland von der griechischen Erfahrung lernen? Nach der Vorführung der Film-Doku The Uncompleted Project (Regie: Manolis Papadakis) sollen diese Fragen mit einem breiten Publikum diskutiert werden. Der Film wird auf griechisch mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Diskussion im Anschluss findet auf griechisch und englisch statt. Eine Simultanübersetzung ins Deutsche wird angeboten.
2017 ist das "Lutherjahr". Auch wenn dabei pflichtbewusst kritische Töne zu Luther nicht fehlen, werden andere religionskritisch-reformatorische und früh-demokratisch revolutionäre Kräfte nicht nur nicht gewürdigt, sie finden erst gar keine Erwähnung. Dabei gab es verschiedene Bewegungen gegen die etablierte christliche Kirche, wie etwa die Täufer oder Thomas Müntzer, den radikalen Gegenspieler von Luther. Getragen wurden die neuen Gedanken von der feudalistisch unterdrückten Bevölkerung.
Referent: Alexander Fischer (Staatssekretär für Arbeit und Soziales in Berlin) Moderation: Dr. Siegfried Wein
Rosa Luxemburg war nicht nur Revolutionärin und Geisteswissenschaftlerin, sondern hatte auch den Jugendtraum, Botanikerin zu werden. Der Historiker und Luxemburg-Herausgeber Dr. Jörn Schütrumpf und die Umweltwissenschaftlerin Inga Jacobsen geben während dieses Spazierganges durch den Botanischen Garten anhand von Rosas Leidenschaft für botanische Studien Einblick in die letzten Jahre des Lebens einer bemerkenswerten, wissensdurstigen Frau.
Wir wollen uns mit dem Leben und Werk des Marxisten und anti-kolonialen Denkers Frantz Fanon beschäftigen. Ausschnitte aus seinem Werk "Die Verdammten dieser Erde" werden gelesen, Kleingruppen- und Einzelarbeit soll wichtigen Fragen zum Verständnis seines Denkens nachgehen. Wir werden den Film "The Battle of Algiers" gemeinsam anschauen und diskutieren. Das soll uns einen Überblick über Fanons Analysen zum Kapitalismus, Kolonialismus, Rassismus und deren Auswirkungen auf das Handeln und Denken bis heute verschaffen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. jungen DDR eine Philosophielandschaft, die zunächst recht wenig mit der späteren Legitimationswissenschaft zu tun hatte. Die SED versuchte dann in den 50er Jahren, die Philosophie unter Parteilinie zu stellen - nicht ohne Widerspruch. In der Veranstaltung wollen wir die Jahre bis 1957 rekapitulieren und anhand von drei Protagonisten, Ernst Bloch, Wolfgang Harich und Georg Klaus, die Diskrepanzen mit der Partei und die Denkpotentiale für einen unorthodoxen Marxismus rekapitulieren.
Die Geschichte der europäischen Einigungsversuche wird bis heute idealistisch fehlverstanden: als Projekt des Friedens und des Humanismus. Es dürfte an der Zeit sein, diese Version vom Kopf auf die Füße zu stellen. "Europa" war nicht die Lehre aus zwei Weltkriegen, sondern seine so genannte "Neuordnung" ist 1914 und 1939 Kriegsziel gewesen. Im Kalten Krieg setzte sich das fort. Insofern ist der gegenwärtige Zustand "Europas" unverändert von Ungleicheit, Spaltung und Herrschaft bestimmt. Versuche, es zu reformieren, sollten dies berücksichtigen.
Diese Erkenntnis haben 21.000 Häftlinge am 19. April 1945 nach ihrer Befreiung in einem Schwur solidarisch mit der Unzahl ihrer ermordeten Mithäftlinge auf dem KZ-Appellplatz Buchenwald öffentlich bekannt, mit dem Versprechen, dass sie dafür im befreiten Deutschland kämpfen werden und gegen Krieg und Faschismus jederzeit einstehen. Ihre politische Verpflichtung ist im Potsdamer Abkommen festgeschrieben worden. Dazu wurde am 22./23. Februar 1947 eine Bürgervereinigung völlig neuen Typs gegründet: die VVN in der SBZ.
Für Generationen von Intellektuellen gehörte die Beschäftigung mit Althussers 1970 erschienenem Aufsatz Ideologie und ideologische Staatsapparate zum Kanon marxistischer Staatstheorie. Althussers Ideologietheorie eröffnet durch seine subjekttheoretische Herangehensweise Anschlüsse für spätere feministische und antikoloniale Ansätze in der Kritischen Theorie. Diese Tagung richtet sich gleichermaßen an Einsteiger*innen wie an Fortgeschrittene und trägt dem mit unterschiedlichen Seminargruppen Rechnung. Die Workshops werden durch weiterführende Podiumsdiskussionen zum Thema flankiert.
Arbeiten aus den Privatsammlungen von Annet Betsalel, Andre Eckardt, Hans Hübner und Prof. Roland R. Berger. Laudatio: Harald Kretzschmar Musik: Frank-Paul Schubert (Saxophon) Dauer der Ausstellung bis zum 01. September 2017
Dem börsennotierte Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen gehören in Berlin mittlerweile 110.000 Wohnungen. In einer Unternehmensbeschreibung schreibt sie über sich: "Mittelpunkt der operativen Geschäftstätigkeit ist die Bewirtschaftung und Entwicklung des Wohnimmobilienbestands". Diese "Geschäftstätigkeit" ist für ihre Aktionäre einträglich. Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter in Häuser der Deutsche Wohnen hingegen nicht. Was können Mietergemeinschaften und die Politik dagegen tun?
Der russisch-sowjetische Revolutionär Leo Trotzki (1879-1940) setzte sich über Jahrzehnte seiner politischen Tätigkeit mit dem Antisemitismus, insbesondere in Russland und später in Deutschland, auseinander. Im Exil seines letzten Lebensjahrzents verfolgte und analysierte er zudem den Aufstieg und die Machtausübung des deutschen Faschismus so kenntnisreich wie wenige seiner Zeitgenossen. Der Vortrag behandelt beide Aspekte von Trotzkis Wirken und geht auch auf seine sich verändernden Positionen zum Zionismus und zur Palästina-Frage ein.
Referent: Dr. Klaus Bellin Moderation: Marilies Müller
Als Wolfgang Heise im April 1987 plötzlich verstarb, war einem großen Kreis von Intellektuellen und Künstlern der schon gescheiterten, noch fortzitternden DDR bewußt, dass ein Element der eigenen geistigen Balance mitgesunken war. Als er fehlte, bemerkten wir alle, daß er kaum einmal von sich gesprochen hatte, während so viele die Klarheit seiner Analysen, seine Kultur der Toleranz, der vermittelnden Fürsprache und die Kraft der Gemeinschaft mit seiner Frau, der Romanistin Rosemarie Heise, erfahren hatten.
Ja, sie hat anlässlich des 500. Reformationsjubiläums viele Fragen an den streitbaren/umstrittenen Reformator Martin Luther, die Pastorin Ilsegret Fink!
Deutschland ist historisch ein Migrationsland: Millionen Menschen sind im 19. Jahrhundert ausgewandert und Millionen dann im 20. Jahrhundert eingewandert. Diese Geschichte und ihre Erfahrungen haben wir vielfach vergessen, weil Deutschland sich lange als nationales Gebilde mit ethnisch homogener Bevölkerung verstehen wollte. Die Angstmache vor "Umvolkung" ist so alt wie dumm wie rassistisch. Und wir bemerken: Kaum ein Argument, das heute gegen Geflüchtete vorgebracht wird, ist wirklich neu. Dies soll in Text und Bild gezeigt werden.
Dagmar Lieske und Sylvia Köchl gehören zu den ersten ForscherInnen, die sich intensiv mit "BerufsverbrecherInnen" auseinandergesetzt haben. Anhand von biografischen Beispielen aus den KZ Sachsenhausen (Männer) und Ravensbrück (Frauen) stellen sie die Verfolgungsstruktur durch die nationalsozialistische Kripo vor, weisen auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin und gehen auch auf die Diffamierungen ein, denen Überlebende aus dieser KZ-Opfergruppe in Deutschland und Österreich nach der Befreiung ausgesetzt waren.
In Theoriezirkeln und Theatern werden die gesellschaftlichen Verhältnisse auf höchstem Niveau kritisiert. Doch selten hat diese Radikalität etwas mit der Praxis zu tun. Raul Zelik versucht, diese Kluft zu überbrücken. Er geht von der These aus, dass wir uns in den gesellschaftlichen Konflikten der Gegenwart souveräner bewegen würden, wenn wir uns daran erinnerten, was ein offener Marxismus und andere herrschaftskritische Theorien an Wissen erarbeitet haben.
Von Brasilien wird die Münchner Jüdin, Antifaschistin und Kommunistin Olga Benario 1936 an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Hier wird sie von der Gestapo in Empfang genommen und in die Mühlen der NS-Terrorpolitik geworfen. Lichtenburg, Ravensbrück und Bernburg lauten die Stationen, bis Olga Benario 1942 schließlich von den Nazis ermordet wird. Robert Cohen hat die umfangreiche Gestapo-Akte zu Olga Benario, die erst 2015 zugänglich wurde, bearbeitet und 2016 unter dem Titel "Der Vorgang Benario" veröffentlicht. In seinem Vortrag wird er über das Leben von Olga Benario sprechen und anhand von Beispielen aus dem Buch die Mechanismen der Bürokratie der Vernichtung exemplarisch aufzeigen.
Die Großsiedlung Siemensstadt als Teil der Reformbewegung der Weimarer Zeit setzte den katastrophalen Wohnverhältnissen der Arbeiterschicht im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts Wohnräume mit Luft, Licht und Durchgrünung entgegen. In diesem Rundgang werden die Neuerungen dieser architektonisch wegweisenden Arbeitersiedlung als Antwort auf die sozialen Probleme der Jahrhundertwendezeit erläutert.
Am 6. April 1917 gründeten linke und ausgeschlossene Sozialdemokrat*innen in Gotha die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD). Die Partei, die eng mit den Revolutionären Obleuten zusammenarbeitete, aber keinen endgültigen Bruch mit der bürgerlichen Republik für sinnvoll hielt, spielte 1918/1919 eine wichtige Rolle. Zwischen SPD und KPD versuchten die Aktiven einen eigenen Weg zu finden. Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren der USPD, zeigt inhaltliche Diskussionen und Differenzen in der Partei und strategische und inhaltliche Unterschiede zwischen USPD, KPD und SPD auf.
Adornos gesamte Philosophie kann als Kritik an Heidegger und als Gegenentwurf zu dessen Fundamentalontologie angesehen werden. Wenn Heidegger frohlockt, daß sich die Erde selbst in die Luft sprengt und das jetzige Menschentum verschwindet", was kein Unglück" sei, sondern die erste Reinigung des Seins von seiner tiefsten Verunstaltung durch die Vormacht des Seienden", so wird der Vortrag zeigen, dass Adorno diese Einstellung antizipiert hat, lange bevor die Schwarzen Hefte" den philologischen Nachweis boten.
Für die spanische Linke war der Bürgerkrieg ein einschneidendes Ereignis. Sie machte sich verschiedene Geschichtsbilder davon: Revolution versus Konterrevolution, Schlacht gegen den Faschismus, Verteidigung der Republik, Unabhängigkeitskrieg. Die Erinnerungen an die Jahre 1936-1939 prägten ihre Identitäten in den Jahrzehnten danach und halfen bisweilen, Aktivist_innen im Kampf gegen die Franco-Diktatur zu mobilisieren. Die Traumata, welche die gnadenlose Repression der Sieger_innen erzeugte, und die innerlinken Kämpfe der Bürgerkriegszeit belasteten jedoch den Widerstand gegen die Franco-Diktatur.
Seit 22. Februar zeigt die Galerie der Hellen Panke Radierungen von Walter Herzog. Zum Ende der Ausstellung präsentieren wir einen Film über die Entstehung und den Druck (s)einer Radierung(en). Im Anschluss steht der Künstler für Fragen zur Verfügung.
Der Neoliberalismus ist gescheitert, trotzdem dominiert er Politik und Ideologie in den kapitalistischen Ländern. Seine Ausprägung wird dabei zunehmend autoritärer und nationalistischer. Der Wahlsieg von Trump, die Politik in der Eurokrise und der Brexit zeigen das auf. In der Veranstaltung wird die Herausbildung und Entwicklung des Neoliberalismus geschildert. Was ist sein hauptsächlicher Inhalt? Welches Gesellschaftsbild vermittelt sich mit dem Neoliberalismus? Auf welche Weise behauptet er sich trotz aller Krisen?
Auch nach der Publikation des von Ingrid Sonntag im Chr. Links Verlag herausgegebenen Bandes "An den Grenzen des Möglichen. Reclam Leipzig 1945-1991" harrt die kritische Untersuchung der siebenbändigen Reihe "Kunst und Literatur im antifaschistischen Exil 1933-1945" weiterer Bearbeitung. 1978 erschien zuerst Band 2 der Reihe über das Exil in der Schweiz, Band 1 über das Exil in der UdSSR folgte 1979. Über ihre Recherchen zum Echo auf diesen Band in Ost- und Westdeutschland und die Gründe für die Herausgabe einer 2., erweiterten und überarbeiteten Auflage im Jahre 1989 berichtet Ingrid Sonntag im Gespräch mit dem Verleger Christoph Links und Wladislaw Hedeler.
"Hoffentlich erwischt mich der Teufel nicht bei meiner Absicht, Martin Luthers Doktorvater Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, vor dem Abstieg in die Vergessenheit zu bewahren. Vor etwa 500 Jahren hatte Karlstadt begonnen, in Wittenberg eine neue Ordnung zur gerechten Verteilung der Güter einzuführen. Luther, 1522 von der Wartburg in seine Stadt zurückgekehrt, war damit nicht einverstanden. Er wollte sich von Karlstadt trennen, bezeichnete ihn als einen vom Teufel besessenen. Mein Wagnis, Karlstadts Lebenswerk nachzuzeichnen, brachte mich zu der Erkenntnis: Spätere Beurteilungen dieses Reformators dienten immer nur dem jeweils herrschenden Zeitgeist."
2017 ist unser Thema #Polarisierung. Neben dem traditionellen Weiterbildungsprogramm für Medienmacher*innen werden sich einige Veranstaltungen speziell diesem Thema widmen.
Das Seminar fällt leider aus.
Er war ein Mann mit großem Einflussbereich: Als Generaldirektor des Qualitäts- und Edelstahlkombinats und späterer Minister für Schwermaschinen und Anlagenbau dirigierte Hans-Joachim Lauck das Zusammenspiel von sieben Großbetrieben und elf Kombinaten, in denen bis zu 220.000 Arbeiter und Angestellte über ein Viertel der industriellen Warenproduktion der DDR erwirtschafteten und schätzte dabei den Kontakt zu seinen Stahlwerkern. Als einer der großen ostdeutschen Wirtschaftslenker gibt er im Gespräch Einblick in technische und politische Zusammenhänge und zieht rigoros Bilanz.
Der andere Brecht, der des Einverständnisses, wird darüber oft vergessen: "Wichtig zu lernen vor allem ist das Einverständnis", heisst es beispielsweise im "Jasager", und bereits das "Lesebuch für Städtebewohner" ist so etwas wie eine Lehre des Einverständnisses. Auch in der "Maßnahme" und im "Me-ti" ist das Einverständnis nicht nur ein zentraler Antrieb, sondern prägt auch die artistische Form. Wie verhält sich die Ästhetik der Verfremdung zur Ästhetik des Einverständnisse? Gibt es in Brechts Einverständnis eine geheime subversive Kraft?
Beide sind ein unübertroffenes musikalisches Duo - die weithin bekannte Sängerin und ausgewiesene Brecht-Interpretin Gina Pietsch und ihre Tochter Frauke, der sie zu verstehen gibt: "Doch höre nicht auf mich". Beide, Mutter und Tochter, offerieren ein Programm atemberaubend schöner Lieder. Ein facettenreicher und ganz spezieller internationaler Liedernachmittag von Gina und Frauke im Rendezvous für unser interessiertes Publikum - ein "Concerto grosso"!
Henri Lefebvre hat 1968 das Konzept "Recht auf Stadt" entworfen in einem Buch, das nun zum ersten Mal in deutscher Übersetzung bei Edition Nautilus vorliegt. Wir wollen uns diesem knapp 50 Jahre alten Text widmen, welcher der Namensgeber der "Recht auf Stadt" Bewegung war. Im Anschluss an den Einführungsvortrag läuft der Dokumentarfilm "Wem gehören unsere Städte?" von Claire Laborey.
Das Verschwindenlassen von 43 und die Ermordung von 3 Studierenden der Escuela Normal Rural am 26. September 2014 machte die Ortschaft Ayotzinapa in Mexiko weltweit bekannt. Obwohl Ayotzinapa kein Einzelfall ist, offenbart dieser symbolisch aufgeladene Fall von Verschwindenlassen wie sehr die Transformation und Durchsetzung von Staatlichkeit in Mexiko mit einer Verquickung von Staat und Kriminalität einhergeht.
Auf der Basis von Briefen, Dokumenten und eigener Erfahrung hat Andrej Reder den Leidensweg seiner Eltern in der Sowjetunion zwischen 1935 und 1955 rekonstruiert. Es wird deutlich, dass sie trotz aller Widrigkeiten ihre Überzeugung nicht aufgaben.
"Ich hab immer nur dich geliebt und lieber sterben wollen, als einen andern Mann nehmen." Vor der großartigen Kulisse der Tiroler Alpen sinkt die wohlhabende Bauerstochter Wally ihrem Joseph in die Arme. Die Liebesheirat, mit der der Filmklassiker "Geier-Wally" endet, spiegelt eine Leitidee der 1950er Jahre wider: Die romantische Liebe wird hier als ideale Grundlage einer Ehe präsentiert. Zugleich offenbart die Beziehung zwischen Wally und Joseph aber auch ein klassisches, polarisiertes Geschlechterverhältnis. Ob und wie sich diese Geschlechterrollen verändern, wird weiterführend an den Remakes aus dem Jahre 1987 (Regie W. Brockmayer) und 2004 (Regie: P. Sämann) diskutiert.
Bildung umfasst Wissensvermittlung, Kompetenzerwerb und Charakterentwicklung. In Deutschland gibt es eine umfangreiche Bildungsdebatte mit gegensätzlichen Forderungen. Ausdruck der Bildungsmisere sind: Wissenslücken, Kompetenzmängel und ungenügend entwickeltes persönliches Verantwortungsbewusstsein als Charakterschwächen. Es fehlt ein demokratisch strukturiertes, soziale Chancengleichheit anstrebendes und wissenschaftlich begründetes Schulkonzept. Was ist zu tun?
Es werden kommunistische und sozialdemokratische Frauen vorgestellt, die in Friedenau gelebt und gewirkt haben. Darüber hinaus geht es um die Denkmalkultur in Friedenau.
Im Jahr 1929 begann die enge künstlerische Zusammenarbeit des Sängers und Schauspielers Ernst Busch mit dem Komponisten und Pianisten Hanns Eisler. Viele ihrer gemeinsamen Lieder wurden und blieben bis heute sehr populär. Als Beispiele seien hier "Solidaritätslied" und "Einheitsfrontlied" von Bertolt Brecht oder "Anna-Luise" mit einem Text von Kurt Tucholsky erwähnt. Dr. Jürgen Schebera erzählt und berichtet von dieser bis zu Eislers Tod 1962 anhaltenden Partnerschaft. Er stellt bekannte und unbekannte Liedbeispiele vor, darunter auch die erst vor kurzem aufgefundenen Tondokumente aus der Hörspielproduktion "Kalifornische Ballade".
Das Wissen über die Vielzahl deutscher Archive, ihre Aufgaben und wechselseitige Abgrenzung ist eher diffus. Mehr Kenntnis und Verständnis für die wichtige Gedächtnisfunktion dieser kulturellen Institutionen ist Anliegen des Vortrages.
Die Tagung möchte ausloten, wie die beiden bedeutenden marxistischen Philosophen auf das Schlüsselereignis der Oktoberrevolution reagierten. Sie will zudem die wechselseitige Beeinflussung und nicht selten divergente Weiterentwicklung der Jugendfreunde in den Blick nehmen, um herauszufinden, worin das unabgegoltene Erbe ihres Denkens und Handelns für unsere Gegenwart besteht, die erneut Schauplatz grundlegender Umbrüche ist, über deren Richtung und Tendenz noch keine Klarheit besteht.
Wer glaubt, die Vergangenheit ruht, der irrt. Geschichte ist kein abgeschlossener Prozess, sondern wird im Handgemenge von Historiographie und Erinnerungspolitik jeden Tag aufs Neue erschaffen. Dabei ist der Kampf um die Geschichte zugleich ein Kampf um Gegenwart und Zukunft. Diesem Motto folgend, begibt sich der Autor des kritischen Stadtführers "München ohne Lederhosen" (2016) auf eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt. Im Mittelpunkt steht dabei der Umgang mit der Novemberrevolution 1918 sowie der Räterepublik und ihren Protagonisten wie Gustav Landauer und Rudolf Egelhofer leider ein klägliches Stück Erinnerungskultur.
Stephan Tanneberger, 1935 in Chemnitz geboren, studiert Chemie und Medizin und wird 1974 Direktor des Zentralinstituts für Krebsforschung der DDR. 1990 übernimmt er leitende Aufgaben der Krebsbekämpfung in der Dritten Welt, wird Direktor bei der Associazione Nazionale Tumori in Italien und lehrt Onkologie an der Universität Bologna. 2004 gründet er das Zentrum für Friedensarbeit in Anklam und schafft den dortigen "Wald für Frieden und gegen Klimawandel".
Bisher erweisen sich in Berlin Verordnungen wie der Milieuschutz, die Mietpreisbremse oder das Vorkaufsrecht durch den Bezirk als wenig erfolgreich. Alles muss man selber machen: Viele Betroffene in den Vierteln wollen sich der Logik des Immobilienmarktes nicht mehr unterwerfen. Auf dem Podium wollen wir mit Verantwortlichen aus der Politik sowie mit Menschen, die versuchen, konkret mit ihrem Haus dieser Logik entgegen zu steuern, sprechen.
Eingangs soll dargelegt werden, was Verbrechen überhaupt sind. Da wird's natürlich sehr politisch. Es folgen einige Ausführungen zu den Grenzen und Möglichkeiten des jetzigen Rechtsstaates. Ein eklatantes Fehlurteil aus der jüngsten Berliner Geschichte wird dargestellt: Der Fall de Montgazon. Der berühmteste Postraub in der DDR-Kriminalgeschichte vom 12. Mai 1977 sowie der Telefonmörder von Marzahn bilden die weiteren Hauptfälle. Garniert wird der Vortrag mit vielen kleinen kuriosen, skurrilen und heiteren Kriminalfällen aus alter und neuer Zeit.
In welchen Formen offenbart sich die Kritik am Geld in der Gegenwart? Und zu welchen Missverständnissen kommt es dabei? Ist die Fokussierung linker Gesellschaftskritik auf das Geld wissenschaftlich begründet? Welche Zukunft haben Geld und Finanzen in einer postkapitalistischen Gesellschaft? Diesen Fragen wird sich Ulrich Busch widmen. Der Vortrag ist zugleich Auftakt und Einstieg in eine kleine Reihe zum Thema Geld, der sich die Veranstaltungsreihe "Vielfalt sozialistischen Denkens" 2017 widmen wird.
In den letzten Jahren gibt es eine Konjunktur kapitalismuskritischer Publikationen, darunter nicht wenige, die ein Ende des Kapitalismus proklamieren. Ihre produktive Auswertung für eine tiefere und umfassende Analyse der tiefen Krise des gegenwärtigen Kapitalismus, der möglichen Alternativen seiner weiteren Entwicklung sowie für die Begründung linker Transformationsvorstellungen sollen Ziel und Inhalt der Konferenz bestimmen. Dazu sollen verschiedene Untersuchungen zum modernen Kapitalismus im Zusammenhang mit ihren strategischen Implikationen exemplarisch analysiert werden.
Die Dichterin und Schriftstellerin Gisela Steineckert im Gespräch mit Dr. Siegfried Wein.
Die Russischen Revolutionen von 1917 sind in ihrer gesellschaftspolitischen Rolle für Russland und die Welt näher zu untersuchen. In der Konferenz erfolgt deshalb eine Konzentration auf die konzentrischen Kreise, die die revolutionären Vorgänge in Petrograd und Moskau im gesamten Russischen Reich, in Europa und in der Welt auslösten.
Seit Bundestag und Bundesrat die Länder des Balkans zu "sicheren Herkunftsstaaten" erklärt haben, werden AsylbewerberInnen aus diesen Ländern, viele von ihnen Roma, als AntragstellerInnen zweiter Klasse behandelt. Ihre Anträge werden zu fast 100 Prozent abgelehnt, sie werden in speziellen Lagern untergebracht, mit verschärfter Residenzpflicht und Beschäftigungsverbot. Die Zahl der Abschiebungen ist rasant angestiegen. Gleichzeitig hat diese Regelung dramatische Folgen für mehrere Tausend Roma, die infolge des Kosovokonflikts 1999 nach Deutschland geflohen sind und seitdem als "Geduldete" in Deutschland leben.
Laudatio: Marie-Louise Rohde (Kunsthistorikerin, Journalistin) Musik: Prof. Jürgen Schröder (Klavier) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 28. April 2017 - immer eine Stunde vor Beginn unserer Veranstaltungen und nach Vereinbarung.
Hat man sich erst einmal von der Idee gelöst, "dat platte Land" sei lediglich Hort bornierter Rückschrittlichkeit und deshalb zu immerwährenden Aufholprozessen verurteilt dann kommen plötzlich überraschende Gestaltungsspielräume ans Licht. Dann ließen solche Räume sich ganz rasch auch als "Neuland" beschreiben, als "Chancenland" oder "Reich individueller Entfaltung". Haben ländliche Regionen also eine Zukunft? Die Antwort lautet: Ja solange sie ihr Anderssein gegenüber der Stadt behaupten. Und auf deutlich eigene Lebensqualitäten setzen.
Die Publizistin und Soziologin Dr. Irene Runge spricht über jüdische Vielfalt, die typisch für Manhattan ist und Berlin längst erreicht hat.
Fedor Stepuns Vortrag "Was verliert Europa, wenn es Rußland verliert?" aus den 1950er Jahren richtete sich an interessierte Deutsche auf der westlichen Seite des Eisernen Vorhangs. An publizierten Texten und Redemanuskripten aus dem Nachlass wird untersucht, wie Stepun nach 1945 über die traditionellen Beziehungen zwischen Russland, Deutschland und Europa dachte unter Einbeziehung der neuen Weltmacht USA. Daran schließen sich einige Überlegungen zum Spätwerk Stepuns und zur Aktualität seines öffentlichen Engagements in Zeiten ideologischer Konfrontation an.
Wenn es um Deutschland geht, ist Hannah Arendts gewichtigstes Thema: die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg und wie die Deutschen mit ihrer Schuld umgegangen sind. An drei exemplarischen Deutschen, die verschiedener nicht sein konnten, wird im Vortrag ihrem Problemfeld nachgegangen. Hannah Arendts äußerst kritisches Deutschlandbild zwingt zum Nachdenken über unsere Vergangenheit und Erscheinungen der jüngsten Zeit.
Die europäische Gleichstellungspolitik hat positive Impulse zur Gleichstellung und Gleichbehandlung von Frauen und Männern ausgelöst. Doch die erreichten Fortschritte sind in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten langsam, uneinheitlich und ungleichmäßig. Eklatanter Widerspruch herrscht zwischen gesetzlichen Regelungen und ihrer Umsetzung, zwischen offiziellen Bekenntnissen und fehlenden konkreten Maßnahmen. Gleichstellung auf dem Verschiebebahnhof?
Die Geschichtsschreibung der Arbeiterbewegung insbesondere des 20. Jahrhunderts ist vom Dualismus der beiden Hauptströmungen der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien und Gruppen geprägt. Weniger Beachtung haben hingegen diejenigen Strömungen gefunden, die sich dazwischen und daneben entwickelten und für die der Begriff des "Linkssozialismus" prägend wurde. Wie entstand historisch dieses Phänomen und was hat es uns heute noch zu sagen? Diesen Fragen soll in der Veranstaltung nachgegangen werden.
Im Vortrag wird ein kurzer Rückblick auf bisherige Phasen der Wachstumskritik seit den 1960er Jahren gegeben. Anschließend werden aktuelle Ansätze und Forderungen aufgezeigt. Denen stehen Widersprüche und Dilemmata gegenüber, die ebenfalls aufgegriffen werden: Wie kann eine solche Transformation gegen eventuell bestehende gesellschaftliche Mehrheiten und trotzdem demokratisch gestaltet werden? Wie kann ein anderes gesellschaftliches Verständnis von Wohlstand entstehen und Akzeptanz finden? Wer könnten Akteure einer solchen Transformation sein?
Im Vortrag wird es nicht um die Einzelanalyse der Medienmanipulationen bei einem der zahlreichen letzten Kriege gehen. Vielmehr wird eine Art Gesamtschau versucht, die Verallgemeinerungen und Gesetzmäßigkeiten herausarbeiten will. Dazu besteht dieser Vortrag aus mehreren Teilen: Zu Anfang werden zahlreiche Bilder, Karikaturen, Zeitungsseiten usw. aus der Zeit verschiedener Kriege gezeigt, um visuell und sehr anschaulich zu verdeutlichen, was Feindbilder, was Fälschungen und was Verzerrungen sind. Ein zweiter Vortragsteil zeigt die gesellschaftlichen Bedingungen der Kriegsberichterstattung.
Nicht nur wegen des Wachstums der Berliner Groß-Stadtregion und nicht nur in Berlin rücken heute Fragen nach einem nachhaltigen Verkehr in den Vordergrund, nach einer neuen Balance zwischen Fußgänger, Fahrradfahrer, Autofahrer und ÖPNV-Nutzer. Was bedeuten der radikale Flughafentausch und die Revolution des Eisenbahnsystems für die Großstadtregion?
In der Veranstaltung soll gezeigt werden, warum gerade heute, unter ungünstigen Bedingungen für linke Politik, die Arbeit an und die Diskussion von sozialistischen Alternativen dringend notwendig ist. Dies schließt ein, Tagespolitik mit Problemen einer sozialistischen Transformationspolitik zu verbinden. Dazu gilt es, die Anforderungen an eine demokratische, lebens- und funktionsfähige, emanzipative sozialistische Gesellschaft zu skizzieren.
mit Prof. Rolf Hecker
In Berlin drehen sich die Baukräne an jeder Ecke. Der Bedarf ist offensichtlich, die Einwohnerzahl steigt seit Jahren und mit ihr die Mieten. Es werden fast nur teure Miet- bzw. Eigentumswohnungen gebaut. Dabei fehlen vor allem günstige Wohnungen. Warum dies so ist, wollen wir mit Andrej Holm besprechen. Als Stadtforscher hat er an der HU-Berlin sowie gemeinsam mit Initiativen zum Berliner Wohnbedarf geforscht. Bei dieser Abendveranstaltung soll auch die Frage erörtert werden, wie der ermittelte Bedarf gedeckt werden könnte.
Haben die deutschen Industriellen Hitler an die Macht gebracht? Um diese bis heute umstrittene Frage zu untersuchen, wertete Karsten Heinz Schönbach die Akten von 12 Industriekonzernen und 7 Banken aus. Ans Tageslicht brachte er bisher nicht bekannte Informationen aus deutschen Firmenarchiven. Die Informationen brechen mit vielen Tabus der deutschen Geschichtsschreibung und nehmen keine Rücksicht auf die damit verbundenen politischen Befindlichkeiten, welche die Forschung bis heute behindern.
So kommt sie daher, die Diseuse Gerta Stecher: Als flügger Unschuldsengel belauscht sie das Liebesleben ringsumher, pubertierend wartet sie auf den "Richtigen", wähnt sich als antike Zauberin, als machtbewusste Geschäftsfrau, kokettiert mit Veteranen der Seniorenresidenz, hält nicht viel von "Jungmännern", will Schluss machen mit der Liebe im Taftkleid und Stöckelschuhen, in denen allerdings ihre Berliner Beine stehen. Endet es mit Enttäuschung, mit Desillusion? Mitnichten! Dafür sorgen die fabelhaften, "echt weiblichen" Texte der Herren Brecht, Hollaender, Kästner, Kollo, Kreisler, Tucholsky u.a., denen Gerta Stecher ihr "künstlerisches Frauen-Dasein" verdankt.
Seit der Jahrtausendwende gibt es jedes Jahr mehr Lichtspektakel rund um den Globus, zwischen Sydney und Yokohama, Montreal und Helsinki. Das Licht ist zu einem Massenmedium des Urbanen geworden. In seinem Vortrag schildert Bien die Entwicklung der neuen Stadtereignisse, die Kultur und Technologie verschmelzen. Und er fragt, welche Rolle dabei die Elektropolis Berlin spielt und spielen könnte.
Vor zehn Jahren trat eine neue urbane Klasse auf den Plan: Die digitale Bohème; kreativ, mobil und unkonventionell schickte sie sich an, neue Technologien endlich selbstbestimmt zu nutzen und Arbeit für sich neu zu definieren. Und zehn Jahre später? Die Festanstellung wird zum Auslaufmodell, der Typus des Freelancers ist im Mainstream der Arbeitskultur angekommen. Immer mehr Menschen werden zu Unternehmern des eigenen Selbst, die von früh bis spät an Jobs, Projekten und ihrer Biografie arbeiten. Aber hat das zu mehr Selbstbestimmung, Freiheit, weniger Leistungsdruck, gar einer offeneren Gesellschaft geführt? Eher nicht.
Referent: Victor Grossman Moderation: Dr. Siegfried Wein
Der amerikanische Marxist David Harvey veröffentlicht seit 1969 Bücher und Schriften, die Generationen von linken Aktivist*innen weltweit gelesen haben. Als Geograph und Sozial-theoretiker beschäftigt sich Harvey damit, wie das Kapital Sozialräume umpflügt und der Verwertung Preis gibt. Er gilt als einer der Anstifter der "Recht-auf-Stadt"-Bewegungen. Im Einführungsworkshop wollen wir uns diesem linken Theoretiker widmen. Durch Referate, Textlektüre und Diskussionen soll ein Blick auf das Schaffen David Harveys geworfen werden.
Am 29. November 1956 ist Wolfgang Harich verhaftet worden, am 6. Dezember Walter Janka. Ihre unterschiedlichen Biographien, ihre politischen Vorstellungen und Ziele, ihr Zusammentreffen im Aufbau-Verlag, die angespannte politische Lage nach der Geheimrede Chruschtschows, nach den Veränderungen in Polen und nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes, die Pläne und Handlungen von Janka und Harich, ihre Festnahme usw., schließlich ihr Leben nach der Haftentlassung bis zu ihrem Tode - das alles wird neben den Fakten in einen konsistenten Zusammenhang gebracht.
Der eine hat die "Neue Marx-Lektüre" inspiriert, der andere ist berühmt geworden als Kritiker von Keynes: Roman Rosdolsky (1898-1967) und Paul Mattick (1904-1981) sind im Kanon des Marxismus fest verankert. So fest, dass sie schon wieder in Vergessenheit zu geraten drohen. Man kennt die Titel ihrer Bücher aber die Geschichte dahinter ist unbekannt. Tatsache ist, dass beide über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte politisch isoliert und verdrängt und ohne Publikationsmöglichkeiten waren. Im Januar 1964 nimmt Mattick Kontakt zu Rosdolsky auf. Bis zu Rosdolskys plötzlichem Tod drei Jahre später entspinnt sich ein reger Briefaustausch.
Der Film "Wir brauchen keine Erlaubnis" erzählt die bewegte Geschichte der sozialen Kämpfe um die Fiat-Fabrik im italienischen Turin von 1969 bis zur großen Niederlage 1980. Protagonist des Films ist Pietro Perroti, der als junger Arbeiter nach Turin zieht, um bei Fiat zu arbeiten und politisch aktiv zu werden. Er kauft sich eine kleine Kamera, die er in die Fabrik schmuggelt um dort den Arbeitsalltag in Bild und Ton festzuhalten. Wir haben den Filmemacher Pier Milanese und Pietro Perroti eingeladen, um mit ihnen erstmals den Film mit deutschen Untertiteln zu sehen und mit ihnen zu diskutieren.
Referent: Harri Grünberg Moderation: Helga Labs
Dass Donald Trump tatsächlich zum 45. Präsidenten der USA gewählt wurde, hat die Welt überrascht. Wie konnte es dazu kommen? War das Ergebnis voraussehbar? Hätte Bernie Sanders Donald Trump wirklich schlagen können? Und was wird nun aus dem Deutsch-Amerikanischen Verhältnis? Diese und weitere Fragen und Themen wird Stefan Liebich, Mitglied des Bundestages und Obmann der LINKEN im Auswärtigen Ausschuss, beleuchten.
Im Jubiläumsjahr der Revolution in Russland 1917 wird erstmalig der Blick auf die Russische Revolution im Spiegel der Englischen Revolution gelenkt. Diese interessanten Revolutionsvergleiche ergeben sich aus der Arbeit an dem neuen Band 7 der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs, der 2017 erscheinen wird.
Von der Situation hinter Gittern, die durch schwache Personalausstattung im Strafvollzugsdienst geprägt ist, bekommt die Berliner Öffentlichkeit in der Regel nichts mit. Es sei denn, die Normalität des Vollzugs wird unterbrochen durch Revolten bzw. Skandale wie den aktuellen Korruptionsvorwürfen gegen Justizbedienste in der JVA-Tegel. Dabei zeigt sich das wahre Gesicht einer Gesellschaft besonders im Umgang mit denen, die aus der Reihe tanzen bzw. von denen der Staat glaubt, sie wegsperren zu müssen.
Vor bald 50 Jahren leistete der Sozialphilosoph Herbert Marcuse mit seiner Berliner Rede zum "Ende der Utopie" (1967) und seinem "Versuch über die Befreiung" (1969) wichtige Beiträge zur Utopiedebatte. Er versteht Utopisches als Mögliches, das von bestimmten Bedingungen abhängt. Als solche unterscheidet er zum einen objektive Umstände, zum anderen subjektive Bedürfnisse. Welche Bedeutung kann Marcuses utopischer Sozialismus für heutige Debatten haben? Lassen sich Bedürfnisse benennen, die zur Aktualisierung utopischen Denkens beitragen können?
Auf den ersten Seiten des Achtzehnten Brumaires unterscheidet Marx drei verschiedene Weisen, in denen transformatives Handeln als von Wiederholungen durchzogen und strukturiert verstanden werden muss. Der Vortrag arbeitet zunächst diese Wiederholungsmodelle heraus. Daran anschließend wendet er sich zwei unterschiedlichen Problemfeldern/Autoren zu: (a) Dem Kampf um die Abschaffung der Sklaverei und Unabhängigkeit von Kolonialmächten in Haiti; und (b) Judith Butlers Überlegungen zu Widerstand gegenüber Normen der Genderkonformität.
Einst als "sowjetische Riviera" in ganz Osteuropa bekannt und von Touristen geschätzt, erlebte Abchasien in den vergangenen 25 Jahren eine äußerst schwierige und wechselvolle Geschichte. Seit Ende des verheerenden Unabhängigkeitskriegs 1992/93 schreitet Abchasien voran auf einem Weg hin zu Unabhängigkeit und internationaler Anerkennung - im Spannungsfeld zwischen Russland, Georgien und der Türkei und in äußerst schwierigen Zeiten in der konfliktreichen Region des Schwarzen Meeres.
Jubiläumsveranstaltung anlässlich von 25 Jahren Seniorenklub mit wertvollen Songs, Lieblingsliedern von Generationen und lebendigen Welthits mit den "Großen Jungs" Helmut Frommhold, Rainer Neumann und Jörn Fechner.
In Großbritannien wurden gesellschaftliche Prozesse angestoßen, die später auch hierzulande ankamen: das "TINA-Prinzip" Margaret Thatchers, Tony Blairs "New Labour" oder die Entwicklung des Londoner Immobilienmarkts. Darüber, über den Aufstieg von Jeremy Corbyn als neuer linker Hoffnung und über das Großbritannien nach der Brexit-Abstimmung wollen wir dem Journalisten und britischen Linken Owen Jones sprechen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch/Englisch statt. Es wird eine Simultanübersetzung angeboten.
Foucaults 1961 erschienene Untersuchung zu "Wahnsinn und Gesellschaft" wurde lange Zeit darauf reduziert, eine antipsychiatrische Geschichte der Psychiatrie zu sein. Dabei handelt der Text mehr von Vernunft, Normalität und Herrschaft als von Unvernunft, Wahnsinn und vom Unbeherrschten. Der Workshop führt in einer Mischung aus Textlektüre und Diskussion in die Geschichte des Wahnsinns ein und richtet die Aufmerksamkeit dabei nicht nur auf die Geschichte des Wahns als des Anderen der Vernunft, sondern auch auf vergangene Vorstellungen vom Wahn als einer anderen Vernunft.
Über die Pfade und Wirklichkeiten des Digitalen Kapitalismus und seiner Arbeitsverhältnisse wollen wir am Beispiel der Lieferdienste-Apps an diesem Junge-Panke-Abend sprechen. Als Grundlage für die Diskussion zeigen wir zu Beginn Videointerviews mit Fahrer*innen, die wir im Vorfeld der Veranstaltung geführt haben. Im Anschluss sprechen wir mit den JournalistInnen Hendrik Lehmann (Tagesspiegel Digital Present) und Nina Scholz.
Die Tagung wird gemeinsam organisiert von Helle Panke e.V. , Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION und der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder. Achtung: Die Veranstaltung findet an zwei Tagungsorten statt: Donnerstag: Europa-Universität Viadrina, Logenhaus, Logenstraße 11, 15230 Frankfurt (Oder) Freitag: Helle Panke e.V., Kopenhagener Straße 9, 10437 Berlin Eintritt wird am Freitag erhoben, inbegriffen ist Freitag ein Mittagessen. Kaffee und Wasser stehen an beiden Tagen zur Verfügung.
Musik: Gerhard Gschlößl (Posaune) Laudatio: Dr. Horst Dietzel Ausstellungsdauer: bis 17. Februar 2017
Luther hat - juristisch streitbar - durch die Übersetzung die Bibel dem Klerus und den christlichen Regenten als "göttliches" Machtinstrument enteignet und sie somit wieder zum Kirchenvolkseigentum gemacht. Im Vortrag wird es auch darum gehen, wie Luther seine dringliche Forderung nach "permanenter" Reformation durch seine Teufelsangst und seinen Judenhaß blockiert hat.
An vielen Orten in Deutschland gibt es rassistische Proteste gegen die Unterbringung von geflüchteten Menschen. Diese werden sehr oft über Social Media befeuert. Vor dem Hintergrund des fremdenfeindlich bis rassistisch gefärbten öffentlichen Diskurses zu Geflüchteten in Deutschland gewährt die neue Studie auf der Basis einer qualitativen Inhaltsanalyse empirische Einblicke in Organisierungs- und Radikalisierungsprozesse, wie sie sich im Kontext von sozialen Medien vollziehen.
Unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten - Wie soll das gehen? Wie kann eine Wirtschaft ohne Wachstum - eine Postwachstumsökonomie - aussehen? Im Workshop wird es nach einer Einführung in die Grundlagen einer Postwachstumsökonomie um verschiedene theoretische Perspektiven und um einen Austausch über konkrete Umsetzungsmöglichkeiten gehen. Der Workshop wendet sich an Jugendliche, Studierende und junge Erwachsene mit Interesse an einer Einführung in die Theorien einer Postwachstumsökonomie. Vorwissen ist nicht nötig.
Dass die frühe Kritische Theorie der Frankfurter Schule und die in der "Dialektik der Aufklärung" ausgeführte Theorie der Kulturindustrie marxistisch sind, steht außer Zweifel. Dabei ist das Kapitel über die Kulturindustrie von besonderem Interesse, weil ein Vergleich der Fassungen von 1944 und 1947 deutlich einen Bruch in (aber nicht mit) der marxistischen Theorie zeigt. Der Vortrag wird schildern, wie dieser Bruch zustande kam. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den geschichtlich spezifischen Produktionsverhältnissen der Theorie selbst gewidmet.
Die Initiative Kunst und Kampf (KuK) entstand in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit der autonomen Szene. Propagiert wurde die These des eigenkulturellen Impulses der revolutionären Bewegung. Die individuelle Urheberschaft sollte negiert und an ihre Stelle eine kollektive Ästhetik des Widerstandes treten. KuK stellte eigene Gestaltungsprinzipien auf. Heftig kritisiert, wurde KuK dennoch in den 1990er Jahren in der Antifa-Bewegung stilbildend. Hunderte Plakate entstanden, daneben Gemälde und Agit-Prop-Aktionen.
Ja, es gab sie schon damals: selbstständige, couragierte Frauen, unterwegs auf Weltreisen und Entdeckerfahrten, sich selbstbewusst den herrschenden Konventionen und Vorurteilen widersetzend. Viele von ihnen haben Wesentliches zur Geografie, Biologie, Ethnologie und Kultur beigetragen. Ihre Lebensgeschichten nötigen Respekt ab und versetzen uns Nachgeborene in Bewunderung und Zuneigung.
Der Vortrag beschäftigt sich mit vier Themenkomplexen: Erstens analysiert er die Gründe, warum eine Mehrheit der Brit*innen für den Brexit gestimmt haben. Zweitens geht er auf ökonomische und politische Folgen des Brexit für Großbritannien und die Europäische Union ein. Er zeigt drittens die verschiedenen Analysen und Antworten der politischen Linken in der Europäischen Union auf und beleuchtet viertens mögliche Entwicklungen innerhalb der EU nach dem Austritt Großbritanniens.
Wie standen Marx und Engels zur Utopie? Waren sie selbst Utopisten? Haben sie das Utopische nur als Stilmittel verwendet? Wie gestalteten sich ihre eigenen Visionen über die postkapitalistische Gesellschaft? Wurden sie dabei von den Sozialutopien beeinflusst, die sich ja als unwissenschaftlich bezeichneten? Wie und warum haben sie sich gegen diese abgegrenzt? Wie wichtig war diese Abgrenzung für die Herausbildung des Marxismus bzw. des wissenschaftlichen Sozialismus"? Über diese und weitere Fragen sprechen wir mit Danga Vileisis und Carl-Erich Vollgraf.
Die proletarisch-revolutionäre Literaturbewegung in Deutschland ist ohne den Dichter, Programmatiker und Organisator Johannes R. Becher undenkbar. Doch sein Werk und sein Wirken als kommunistischer Parteischriftsteller und avantgardistischer Autor in den Jahren von 1923-1933 sind bisher nur ungenügend erforscht und heute fast völlig in Vergessenheit geraten. Im Jahr seines 125. Geburtstages ist es an der Zeit, seine dichterische Leistung und die kulturpolitischen Bemühungen jener Jahre neu zu befragen und im Licht unserer Erfahrungen kritisch und ohne politsche Scheuklappen zu werten. Eine Neuentdeckung steht an.
Wie wurden die Texte über Revolution und Bürgerkrieg rezipiert und übersetzt? Welche Fragen verbanden sich mit ihnen? Was bieten die Neuübersetzungen der letzten Zeit, wie etwa Isaak Babels Reiterarmee an neuen Einsichten? Gibt es Fragen an und Sichtweisen auf die Texte? Was tragen die Wiederentdeckungen und Neuübersetzungen von Michail Prischwins Der irdische Kelch, Iwan Bunins Verfluchte Tage, Nadeshda Lochwizkajas (Teffy) Champagner aus Teetassen und Sinaida Hippius Tagebüchern zu unserm Bild von Revolution und Bürgerkrieg sowie der Literatur über diese Zeit bei?
Der Filmregisseur Konrad Wolf (1925 1982) hat ein außergewöhnliches Dokument hinterlassen: sein Kriegstagebuch in russischer Sprache. Die engbeschriebenen Notizbücher blieben unversehrt und vermitteln ungewöhnliche Einblicke in Erleben, Denken und Fühlen ihres Verfassers. Ihr Reiz liegt in der Unbekümmertheit des sehr jungen Schreibers und der Wahrhaftigkeit des Erlebten im harten Kriegsalltag zwischen Schlachtenlärm und Zeiten der Stille, in denen der Tod allgegenwärtig ist. Der Krieg beschleunigt den Prozess des Erwachsenwerdens des Jugendlichen, der sich auf die Suche nach sich selbst macht.
Mit der Gründung der DDR sollte die Idee vom Kommunismus endlich auch auf deutschem Boden umgesetzt werden. Utopische Bilder waren deshalb in der Anfangsphase der DDR als Ansporn und Verheißung zur Realisierung einer besseren Welt präsent, verkamen jedoch schnell zum Mobilisierungsmittel, mehr zu arbeiten und weniger zu kritisieren. Spätestens als der Sozialismus vermeintlich real existierte, trat das eigentliche Ziel, der Kommunismus, in den Hintergrund und die DDR wurde ein ganz normaler Staat.
Welche Sicht hatten die Exilanten auf die Revolution und die Entwicklungen in Russland nach 1917? Wie greifen die Texte über die Darstellung der Revolutions- und Bürgerkriegsereignisse hinaus? Was vermitteln sie an geschichtsphilosophischen Deutungen und Einsichten? Welche Sicht auf die Geschichte geben sie? Wie verbinden sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft?
Prof. Dr. Karl Döring, früherer Generaldirektor des Bandstahlkombinates Eisenhüttenstadt und danach Vorstandsvorsitzender der aus dem Kombinat entstandenen EKO - STAHL AG, erzählt aus seinem Leben. Er hat es auch in seinem 2015 erschienenen autobiographischen Buch "EKO Stahl für die DDR und Stahl für die Welt" niedergeschrieben. Was war ein zentral geleitetes DDR-Kombinat, wie ist es durch die Wende gekommen und was existiert davon heute?
Im Vortrag werden anhand der in Rußland veröffentlichten Quelleneditionen die Reaktionen von Führungsmitgliedern russischer linker Parteien auf das Wunder" vom März 1917 skizziert und die Frage diskutiert, vor welchen Herausforderungen die Minister der sechs, sich von März bis Oktober 1917 ablösenden russischen Regierungen standen.
1917 jährt sich ein Ereignis zum hundertsten Mal, dessen Folgen das "kurze 20. Jahrhundert" (Iván T. Berend) beherrschten: Die Russische Revolution. Der Jahrestag ist Anlass für die Marx-Herbstschule, sich einem Begriff zuzuwenden, der eine der treibenden Kräfte für die Beschäftigung mit Marx auf den Punkt bringt, nämlich dem Begriff der "Revolution". Wir wollen damit auch die beiden vergangenen Herbstschulen gleichsam zuspitzen, die sich den Themen "Klasse" sowie "Geschichte und Notwendigkeit" gewidmet hatten.
Auf dem Weg zu dem von Orbán proklamierten "illiberalen Staat" werden historische Referenzpunkte und "Vorbilder" wieder hoffähig gemacht, die in einem demokratischen Rechtsstaat als geschmacklos und unerträglich empfunden würden. Das propagierte völkisch-nationalistische Welt- und Geschichtsbild zeigt sich in der Präambel des ungarischen Grundgesetzes, in den inszenierten Skandalen im ungarischen Holocaust-Gedenkjahr 2014 ebenso wie in der staatlichen Auszeichnung eines bekannten antisemitischen Hasspredigers oder in den jüngsten Hetzkampagnen der Orbán-Regierung gegen die Flüchtlingspolitik der EU. Orbáns neulich geäußerte Unterstützung für Donald Trump deutet auf eine weitere Radikalisierung hin.
Die blutigen Ereignisse in Ungarn vor 60 Jahren sind bis heute in Erinnerung geblieben. Die "kleine ungarische Oktober-Revolution" begann dort am 23. Oktober und wurde durch den Einmarsch der Sowjetunion am 4. November niedergeschlagen. Aufständische, Intellektuelle und politisch Unbequeme wurden verfolgt, inhaftiert, ermordet. Insbesondere die Hinrichtung von Imre Nagy ist in Erinnerung geblieben, aber z.B. auch das temporäre Verschwinden des Georg Lukács.
Der Referent gibt eine erste Bewertung zu den Duma-Wahlen, zeigt Tendenzen der Entwicklung der russischen Gesellschaft auf, spricht über die KPRF in den Wahlen und danach und wagt einen Ausblick auf den 100. Jahrestag der Oktoberrevolution und die Herausforderungen für die Linken.
Wer war Johann Adolf Dori? Nie gehört? Das ist vielleicht ein Versäumnis. Denn immerhin gilt er als ein früher Begründer des demokratischen Sozialismus aus dem Geist von Deutschem Idealismus und Französischer Revolution. Darüber hinaus trat er für ein bedingungsloses Grundeinkommen als notwendige soziale Voraussetzung für die politische Ökonomie der modernen Arbeitsgesellschaft ein und forderte gegen den Einspruch von Kant und Schiller die Frauenemanzipation. Hinzu kommt, dass er bereits vor Fichte als radikaler Kritiker des liberalen Freihandels hervortrat.
Luthers bekannter Ausspruch ist eingebettet in eine Rückblende, mit der uns die Schriftstellerin Rosemarie Schuder-Hirsch die Begegnung zweier Männer - Luther und Karlstadt - nacherleben lässt.
Die "historische Mission der Arbeiterklasse" war ein zentraler Gemeinplatz des traditionellen Marxismus das Proletariat galt unhinterfragt als prädisponiertes "revolutionäres Subjekt". In den 1960er Jahren begann eine breite internationale Diskussion um eine mögliche Neubestimmung, Verbreiterung oder sogar Aufgabe dieser überlieferten Subjektkonzeption. Der Vortrag spannt einen theoriehistorischen Bogen von den subjekttheoretischen Debatten der 1960er Jahre (Marcuse, Krahl etc.) über Gorz' "Abschied vom Proletariat" bis hin zur "Multitude" der Postoperaisten.
Nicht zufällig rückt bei der gegenwärtig im Nahen Osten so blutig ausgetragenen Auseinandersetzung um eine regionale Neuordnung auch das Kurdenproblem als Jahrhundertfrage wieder verstärkt mit in den Fokus. Deren Wesen besteht in den Worten des Ko-Vorsitzenden der pro-kurdischen HDP, Selahattin Demirtas, in der "Statuslosligkeit des kurdischen Volkes". Gemäß dem Vertrag von Lausanne 1923 auf gleich mehrere Staaten der Region aufgeteilt, ringt nun ein Volk von heute geschätzt 30 bis 40 Millionen Menschen darum, seinem bisher versagten legitimen Recht auf Selbstbestimmung endlich eine reale Chance zu geben.
Die Revolution ließ die Utopie Praxis werden. Die utopischen Visionen und Experimente zeigten anfangs einen radikalen Emanzipationsanspruch. Doch was blieb davon in der Realität? Wo kippte der Traum von der neuen Gesellschaft in den Terror des Stalinismus? An dem Abend sollen die Wege der Utopie in Rußland 1917 zwischen revolutionärer Hoffnung, politischer Vereinnahmung, Scheitern und dystopischer Enttäuschung nachgezeichnet werden.
Vor über 150 Jahren hat sich Karl Marx hingesetzt und begonnen aufzuschreiben, was es mit dem Kapitalismus auf sich hat. Dabei rausgekommen ist ein ziemlich dickes Buch, in dem Marx so gut wie kein anderer die Grundprinzipien, Funktionsweisen und Krisenhaftigkeit des Kapitalismus aufzeigt: "Das Kapital". Es lohnt sich auch heute, das Buch zur Hand zu nehmen und herauszufinden, was es mit dem "Mehrwert", der "Profitrate" usw. auf sich hat. Deshalb laden wir zum gemeinsamen Wochenendseminar ein.
Im Pariser Klimaabkommen verpflichteten sich die Staaten, darunter Deutschland, die Erderwärmung auf unter 2 Grad zu halten. Dazu sind teilweise drastische Vorschläge wie eine CO2-Steuer, ein schneller Ausstieg aus der Kohle sowie teure Gebäudesanierungen in der Diskussion. Reicht das aus, und ist der Schutz des Klimas mit dem Ziel von mehr sozialer Gerechtigkeit vereinbar?
Die kapitalistische Weltwirtschaft schwächelt, weil der Turbo China ausfällt. Für zwei Jahrzehnte war China Motor für das Wirtschaftswachstum in vielen Teilen der Welt. Die unvermeidliche Normalisierung von Chinas Wachstum und das bewusste Umsteuern zu mehr Binnenkonsum sorgen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzungen in China und für massive Umbrüche in der Weltwirtschaft.
Während seiner Reisen nach Paris 19331935 verfolgte Becher drei Projekte: einen westeuropäischen Stützpunkt für antifaschistische Literaturarbeit zu schaffen, eine literarische Zeitschrift zu gründen und eine Weltkonferenz der antifaschistischen Schriftsteller einzuberufen. Zustande gekommen ist nur der "Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur". Trotz dieses internationalen Erfolgs fand Becher bei seinen Moskauer Genossen wenig Anerkennung. Archivmaterial enthüllt, dass er damals als Gescheiterter in die Sowjetunion zurückkehrte und seine Position nur langsam wieder festigen konnte.
Im Vortrag wird die Ausgangslage 1945, das Wiederingangsetzen der Energieversorgung, die Bildung der Länder und der ersten zentralen Leitung der Energiewirtschaft dargelegt. Die hohen Belastungen durch die Wiedergutmachungsleistungen in Form der Demontagen und Reparationen, die Wismut und die Besatzungskosten einerseits und der Kalte Krieg andererseits, der zum abrupten Übergang von der Steinkohlen- zur Braunkohlenstrategie zwang, werden aufgezeigt, wie auch der Einsatz von Tausenden für ein besseres Leben.
Die DenkMalTour bewegt sich auf den Spuren des Antifaschismus und des Faschismus in Biesdorf. Auf der Tour liegen Widerstandsorte der Arbeiterbewegung und die Siedlung des Reichsnährstands, in der viele bekannte Nazis wohnten. Nach 1945 wurde in den vielen leeren Wohnungen von der Sowjetischen Militäradministration ein geschlossenes Areal für die Nomenklatura geschaffen, in das Funktionäre und Künstler einzogen. Dort lebten unter anderen der berühmte Künstler Otto Nagel und der erste Bürgermeister Berlins, Arthur Werner.
Die DDR hatte für die Bewältigung der Transformation ihrer Wirtschaft vom Sozialismus zum Kapitalismus unter allen osteuropäischen Staaten die bestmöglichen Voraussetzungen. Das in den 90er Jahren erreichte Ergebnis erstaunt: Die Produktionseinbrüche waren in Ostdeutschland tiefer und andauernder als in den angrenzenden östlichen Nachbarländern von Polen bis Slowenien. Als Ursache wird die ökonomisch wie politisch in aller Konsequenz angewendete Schocktherapie für die Ex-DDR ermittelt, in deren Zentrum die Treuhandprivatisierung stand.
In der deutschen Öffentlichkeit wird über die Türkei vor allem aus dem Blickwinkel berichtet, was das dortige aktuelle Geschehen für Deutschland bedeuten könnte. Zu viel ist zu schnell hintereinander passiert und kann nicht richtig eingeordnet werden und unkommentiert stehen bleiben. Deshalb wollen wir über die aktuelle politische und menschenrechtliche Situation in der Türkei sprechen diskutieren.
Programm: - Besuch des Stahlwerks - Besuch des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR - Stadtführung
Das geplante TTIP-Abkommen würde auch zum Teil einschneidende wirtschaftliche Verschlechterungen und negative soziale Auswirkungen für den globalen Süden bedeuten. In Folge der dadurch hervorgerufenen neuen Benachteiligungen im internationalen Handel droht eine weitere Verarmung größerer Teile der Bevölkerung. Für die Fluchtbewegungen nach Europa wird dies voraussichtlich einen weiteren Anstieg nach sich ziehen.
Wie kommen Männer ohne ihre "bessere" Hälfte aus? WER oder WAS halbiert einen Mann? Das ist die Kernfrage, die von Günter Herlt mit 22 Beschreibungen des Alltags und guten Ratschlägen beantwortet wird, u.a.: "Wenn der Kühlschrank erfriert - cool bleiben", "Ein Zettel schont Kopf und Füße", "Die Sorge mit der Entsorgung" oder "Such' Dir doch 'ne Neue".
Victor Grossman, profunder Kenner seines Geburtslandes USA, gibt einen Überblick über den laufenden US-amerikanischen Wahlkampf. Er beleuchtet vor allem auch jene Aspekte, die viele im Duell der beiden großen Parteien bereits aus dem Augen verloren haben.
Sie wollten ins gelobte Land und landeten hinter Gefängnismauern: Fast 1.700 jüdische Flüchtlinge wurden im Zweiten Weltkrieg von den Briten auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean interniert Palästina sollten einige von ihnen nie erreichen.
Die Themen der Vorträge lauten: Von der Montanunion bis in die Eurokrise und zum Brexit eine kritische Betrachtung der Europäischen Integration Warum der Euro das autoritäre Europa erzwingt Linke Alternativen zum Eurosystem und zum Entwicklungspfad der EU Linke EU- und Euro-Kritik versus Neoliberalismus und Rechtspopulismus Aktivitäten und Perspektiven
2013 wurde bei der Mietrechtsreform die energetische Sanierung als Modernisierungsmaßnahme im § 559 BGB eingeführt. Sie ist nun zu einem Werkzeug geworden, um Bestandsmieter aus ihren Wohnungen zu verdrängen und Mieten zu erhöhen. Stadtsoziologe Christoph Schiebe hat die Verdrängung in Pankow untersucht und wird von seiner Forschungsarbeit berichten. Rechtsanwältin Carola Handwerg gehört dem AK Mietrecht im Republikanischen Anwältinnen und Anwälte Verein e. V." (RAV) an. Der RAV fordert die Streichung des § 559 BGB.
Im Sachsen-Anhaltinischen Schnellroda sitzt auf einem Rittergut das Institut für Staatspolitik (IfS). Es ist maßgeblicher Bestandteil der "Neuen Rechten", die im vorpolitischen Raum Akzente setzen und gesellschaftliche Diskurse nach rechts verschieben will. Bisher hielten sich die intellektuellen Protagonisten der "Neuen Rechten" von Parteipolitik fern. Mit dem Erfolg der AfD ändert sich dies jedoch. Der Thüringer Rechtsaußenpolitiker Björn Höcke sagt, Schnellroda sei für ihn ein "Ort der geistigen Regeneration", er empfange dort sein "geistiges Manna".
In der Veranstaltung zwei Tage nach der Wahl werden wir den Wahlausgang kennen und analysieren: Welche Bündnisse sind nun möglich? Was bedeutet das für das Land und die Stadt Berlin? Und inwieweit können die Erfahrungen aus dem Wahlkampf und das Wahlergebnis Strategien und Weichenstellungen für die Bundestagswahl 2017 beeinflussen?
Für die Jüdinnen und Juden Europas bedeutete die NS-Herrschaft eine Zeit der Angst, Entrechtung und Verfolgung. Eine dieser unzähligen Schikanen war die Pflicht, öffentlich sichtbar einen gelben Stern zu tragen. Die DenkMalTour wird sich auf die Spuren von deren Auswirkung auf das jüdische Leben im Umfeld der Oranienburger Straße begeben.
Es ist nicht lange her, da wurde viel darüber diskutiert, ob eine Unterscheidung in "links" und "rechts" überhaupt noch zeitgemäß ist. Dann erlebten die Feuilletons eine kleine Renaissance des Antikapitalismus vor dem Hintergrund der Finanzkrise und des offenkundigen Scheiterns der neoliberalen Doktrin. Doch eine "andere Welt", die möglich sein soll, gibt es immer noch nicht. Die sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen schreien mehr denn je nach radikaler Veränderung. Doch was heißt das? Und was bedeutet es heute, links zu sein? Darüber spricht nd-Chefredakteur Tom Strohschneider mit Helga Labs.
Der von Hugo Chavez eingeleitete bolivarische Reformprozess legte die Aufmerksamkeit auf die Erfüllung einer Grundversorgung der Bevölkerung und förderte ein sozialistisches Wohlfahrtsstaats-Modell, das auf Basis-Aktivismus setzte, aber weitgehend auf den Einnahmen aus der staatlichen Ölförderung aufbaute. Die Schwierigkeiten im Aufbau einer eigenständigen Volksökonomie und die Abhängigkeit von Importwaren kehrten sich in den letzten Monaten dramatisch gegen die einheimische Bevölkerung. Was tun, Venezuela?
Mit Grafiken von: Roland R. Berger, Siegfried Göritz, Ulrich Karlkurt Köhler, Brigitte Lingertat, Monika Meiser und Helmut Müller. Musik: Ulrich Gumpert (Piano) Laudatio: Dr. Horst Dietzel
Rote Fahnen auf dem Reichstag, ein Arbeiterrat tagt im Abgeordnetenhaus? Jubelnde Arbeitermassen am Anhalter Bahnhof, Feuergefechte zwischen roten Matrosen und der Konterrevolution unter den Linden? Was heute seltsam klingt, hat sich vor 90 Jahren tatsächlich so abgespielt. Gebäude wie Reichstag und Abgeordnetenhaus sind heute wieder Orte der Macht, denen man ihr revolutionäres Zwischenspiel aus dem November 1918 nicht ansieht, womöglich auch nicht ansehen soll. Stadtführung mit Ralf Hoffrogge.
Was es mit der Unterscheidung zwischen historischer, logisch-historischer und logisch-systematischer Darstellungsweise in Abhängigkeit von der Bestimmung des Gegenstandes des Marxschen "Kapitals" auf sich hat, wird seit der Marx-Renaissance Anfang der 1970er Jahre bis heute immer wieder kontrovers diskutiert. Dieser Zusammenhang zwischen dem Gegenstand und seiner Darstellungsweise soll mit der Beantwortung folgender Fragen erklärt werden: Was ist die wirkliche Geschichte des Kapitals, die von Marx als "wirkliche Geschichte der Produktionsverhältnisse" bezeichnet wird? Zum anderen: Was von dieser Geschichte ist aus welchen Gründen und auf welche methodisch spezifische Weise der Gegenstand des "Kapitals"?
Mit der Diskussion um das Musikfestival Lollapalooza rückt das Treptower Gartendenkmal neben dem Sowjetischen Ehrenmal wieder ins Bewusstsein der Berlinerinnen und Berliner. Wir wollen deshalb über die Geschichte und Bedeutsamkeit des Gartendenkmals Treptower Park und über den Umgang mit Stadtgrün und Gartenbaukunst (vor dem Hintergrund der Privatisierung öffentlichen Raumes) sowie Denkmalen in Berlin aus kultur- und stadtentwicklungspolitischer Perspektive diskutieren.
Die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs gehört zu den großen Erzählungen ideologischer Konfrontation des 20. Jahrhunderts. Der Abend soll eine historische Übersicht geben. Darüber hinaus widmen wir uns der heutigen Erinnerungspolitik in Spanien. Nicht zuletzt geben wir Einblick in die im Spanischen Bürgerkrieg entstandene Widerstands- und Arbeiterkultur. Und wir zeigen den Film von Ernest Hemingway und Joris Ivens: "The Spanish Earth Die spanische Erde" (1937, 53 Minuten) Dies alles in Erinnerung unter dem Sternenhimmel des ://aboutblank.
Die Führung gibt einen Überblick zur Geschichte des KZ Sachsenhausen und des Speziallagers Nr. 7/1, informiert über Häftlingsgruppen, Haftbedingungen, Opfer und Täter. Im Anschluss werden verschiedene Ausstellungen auf dem Gelände der Gedenkstätte besucht.
Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges waren bereits in den Anfangsjahren der BRD neben Mitgliedern der KPD und kommunistischer Organisationen auch BefürworterInnen der Wiedervereinigung und GegnerInnen des Adenauerschen Kurses der Westintegration und der Wiederbewaffnung staatlichen Repressionen ausgesetzt. Der Vortrag soll beleuchten, inwiefern sich die Debatten um die politische Strafjustiz in den 1950er und 1960er Jahren entwickelten und welche Vorstellungen von Demokratie ihnen zugrunde lagen.
Peter Hudis wird zeigen, wie nach Frantz Fanon Rassismus und Anerkennung sich durchkreuzen und wie eine Befreiung aus sozialer Ungleichheit und rassistischen Verhältnissen aussehen könnte auch aus heutiger Sicht, in der diese Fragen aktueller zu sein scheinen denn je. Nach dem Vortrag zeigen wir den Film "Concerning Violence"
Adobe InDesign ist der Standard für modernes Desktop Publishing, weil es kreative Freiheit, Produktivität und Präzision bei der Gestaltung erstklassiger Print-Produkte wie Bücher, Zeitschriften, Flyer, Broschüren und Anzeigen bietet. In diesem Seminar erlernen Sie die Techniken zum Aufbau von einzelnen Seiten bis hin zu umfangreichen Dokumenten für den Druck oder das Online-Publishing. Sie lernen die Funktionsweise und die Logik von InDesign kennen. Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, Broschüren, Flyer oder Anzeigen selbst zu layouten und als PDF sowie für den Druck bereit zu stellen.
Die beiden Interviews, die der Sozialphilosoph Max Horkheimer in den letzten Jahren seines Lebens in seinem Haus in Montagnola (Schweiz) dem "Spiegel" gegeben hat, wurden nach ihrem Erscheinen 1970 und 1973 als Dokumente einer konservativen Wende oder gar des geistigen Verfalls des Mitbegründers der Kritischen Theorie wahrgenommen. Der Vortrag soll die Geschichte der Interviews aus einer anderen Perspektive erzählen.
Prof. Dr. Theodor Bergmann, Jahrgang 1916, hat das "Jahrhundert der Katastrophen" durchlebt und durchlitten. Politisch aktiv schon in der KPD-Opposition der Weimarer Republik, musste er 1933 ins Exil. 1946 ging er in die Westzonen zurück. Die folgenden Jahrzehnte waren von Betriebsarbeit und gewerkschaftlichem Engagement geprägt. Unter Überwindung großer Widerstände galang ihm eine erfolgreiche Laufbahn als Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer. Im "Unruhestand" wandte er sich der Geschichte der Arbeiterbewegung zu. Zahlreiche Bücher künden von seinem Forscherfleiß.
Polen galt lange Zeit mit seiner auf ein möglichst schnelles Aufholen ausgerichteten Wirtschaftsentwicklung als ein Vorreiter der EU-Osterweiterung. Doch auf einmal tönt Polens Regierungslager von Zumutungen aus Brüssel. Nationale Gemeinschaft und die unantastbare Souveränität des Nationalstaats stehen wieder hoch im Kurs. Was geht da vor, was sind Ursachen für diesen Einbruch, was sind erkennbare Perspektiven?
Der Arbeiterbezirk Lichtenberg war in der Weimarer Republik eine Hochburg des Arbeitersports. Unser Spaziergang führt vom Zoschke-Stadion zum Landschaftspark Herzberge, dem einstigen Stadion Lichtenberg, wo 1923 das erste Fußballspiel zwischen Deutschland und der Sowjetunion stattfand. Referent: Christian Wolter (Stadionhistoriker)
Zwischen 2003 und 2016 erschienen fünf Bände einer Publikationsreihe, die den Namen Akteure eines Umbruchs" trägt, in der aber durchweg nur Männer und Frauen der Revolution von 1848/49" vorgestellt werden. Der Vortrag will die Entstehung und Geschichte des 1992 gegründeten Berliner Arbeitskreises von Historikern aus Ost und West vorstellen, die hinter dieser Veröffentlichung stehen und sich der Pflege der Traditionen der achtundvierziger Revolution verpflichtet wissen, und zugleich einen Überblick über den Inhalt der Bände geben.
1941 bricht Nazideutschland den Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion und greift die Sowjetunion an. Der Krieg wird mit diesem Angriff und dem alsbaldigen Kriegseintritt Japans zum Weltkrieg. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod gegen einen verbrecherischen, expansionistischen Aspiranten der Weltherrschaft, der den Völkermord an Juden wie Slawen auf seine Fahnen geschrieben hat. Diese Bedrohung erzwang ein einmaliges Bündnis unterschiedlichster politischer Kräfte in Ost und West, in den besetzten Ländern für eine Rettung der Zivilisation und einen möglichen Ausweg.
In Bagdad koordiniert die US-Armee eine Anti-IS-Koalition, die aus irakischer Armee, vom Iran unterstützten schiitischen Milizen, arabischen Sunnitenstämmen und US-Spezialeinheiten besteht. Außerdem wirken drei unterschiedliche kurdische Gruppierungen mit, die allerdings jeweils eine eigene Agenda verfolgen. In Syrien sind zusätzlich noch Russland und das NATO-Land Türkei am Krieg beteiligt. Während die einen das syrische Regime stützen, ist das türkische Kriegsziel die Zerschlagung der kurdischen Autonomie. Welche Dynamik besitzt der Konflikt und was macht überhaupt die Bundeswehr in der Region?
Als in Deutschland Kirchenkreuze Haken hatten, forderte der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schon 1934 Kirchen und Christen zu einem kompromisslosen Nein gegen Hitlers Kriegspolitk auf. Er trat sogar öffentlich dafür ein, dass Christen aus ihrer Kirche austreten sollten, wenn diese ihre jüdischen Wurzeln verrät und selbst Jesus und seine Jünger zu Arieren macht ... Seine Texte, erst recht die im Gefängnis Tegel geschriebenen, geben nach wie vor Menschen, die sich weltweit für Gerechtigkeit und Frieden engagieren, wichtige Impulse. Bonhoeffers Überzeugung bleibt allerdings in Deutschland bis heute umstritten.
1976 wurde der Palast der Republik eröffnet. Bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal errang die DDR vierzig Goldmedaillen. Bei den Wahlen zur Volkskammer stimmten 99,86 Prozent für die Einheitsliste. Erich Honecker löste Willi Stoph im Amt des Staatsratsvorsitzenden ab und war nun auch nominell der erste Mann im Staat. 1976 war aber auch das Jahr, in dem Reiner Kunze aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen wurde, Pfarrer Oskar Brüsewitz sich auf dem Marktplatz in Zeitz mit Benzin übergoss und anzündete, Wolf Biermann ausgebürgert und Robert Havemann unter Hausarrest gestellt wurde.
Ab 30. April 2016 soll nach dem Willen des Senats Schluss sein mit den aus dem Boden sprießenden Ferienwohnungen. "Zweckentfremdungsverbot" heißt das auf Behördendeutsch. Dass es zu dieser Maßnahme überhaupt kam, ist eine Folge davon, dass die Wohn- und Mietsituation das zentrale stadtpolitische Thema in Berlin ist. Vor der Diskussion, wie mit Ferienwohnungen umzugehen ist, wollen wir erstmal Daten und Fakten liefern. Hierfür haben wir das Datenprojekt airbnbvsberlin.de eingeladen. Die Mietsituation in den betroffenen Kiezen erläutert Dr. Andrej Holm.
Es ist ein bemerkenswertes Buch, das uns Petra Lataster-Czisch an die Hand gab mit Erinnerungen von Frauen, die vor acht Jahrzehnten ihre Heimatländer verließen, um dem spanischen Volk in seinem Kampf gegen die Franco-Diktatur zu helfen. Sie wurden Spanienkämpferinnen, Interbrigadistinnen mit hohem menschlichen und wachem politischen Gespür. Mit Sachverstand und hoher Einsatzbereitschaft waren sie die weibliche Seite des Kampfes der Interbrigaden von 19361939 in Spanien.
In ihrem umfangreichen biografischen Werk (954 Seiten) über die Schriftstellerin Elfriede Brüning (19102014) zeichnet Sabine Kebir die literarische Karriere der überzeugten Sozialistin von der turbulenten Zeit der Weimarer Republik bis in die Gegenwart nach. Sie untersucht Brünings literarisches und Reportagewerk, dokumentiert das Leben der Autorin sowie die kulturpolitischen Auseinandersetzungen, denen sie sich immer wieder stellen musste.
Kracauer wurde in den 20er Jahren bekannt als jemand, der von Alltagsphänomenen auf verborgene sozialpsychologische Zusammenhänge schließt und das Freizeitverhalten der neuen Angestellenschichten analysiert. Berühmt ist sein Klassiker "From Caligari to Hitler", in dem er die Filmgeschichte auf verborgene Dispositionen der deutschen Gesellschaft zum Autoritären und Faschistischen analysierte. Besonders aktuell sind seine Studien zur Funktionsweise der massenmedialen Propaganda, die im Zeichen der ökonomischen Krisen darauf berechnet ist, die soziale Deklassierung weiter Bevölkerungsschichten zu überspielen.
Wir leben im digitalen Zeitalter. Digitalisierung und Vernetzung durchdringen sämtliche Lebensbereiche und verändern diese grundlegend. Der Referent erläutert auf allgemeinverständliche Weise soziale, ökonomische und politische Auswirkungen neuer Technologien:
Die Zukunft will gestaltet werden. In einer unübersichtlich gewordenen Welt, in der sämtliche Handlungen sich in ein hochkomplexes Gefüge einschreiben, mit nicht immer absehbaren Konsequenzen, tut Verständigung Not. Gerade auch durch die Literatur. Die Zukunft will besprochen sein. Die gesellschaftliche Entwicklung muss in aller Breite diskutiert werden. Es geht darum, neue Wege zu skizzieren und sich von liebgewordenen Denk- und Aktionsmustern zu trennen.
Bruno Flierl reflektiert in der Veranstaltung sein persönliches und sein Arbeitsleben in drei Gesellschaften und erzählt im Zusammenhang damit auch seine Familiengeschichte im ungeteilten, im geteilten und seit 1990 neu vereinten Deutschland.
Während das Reich, umgeben von einer Welt von Feinden, unter dem Donner der Fronten um seine Existenz focht so jedenfalls die Projektion der deutschnationalen Selbstwahrnehmung rangen einige Männer an ihren Schreibtischen um Deutschlands Größe. Der Erste Weltkrieg wurde hier auf anderer Ebene geführt. Der Vortrag widmet sich Werken von Oswald Spengler, Thomas Mann, Ernst Bertram und Friedrich Gundolf; er untersucht gemeinsame Denkmotive und Figuren (z.B. den Begriff des Faustischen") und fragt nach dem Nachleben dieser Motive in der Gegenwart.
Die Gruppe der "Wiener Jungmarxisten", allesamt Studenten an der Wiener Universität, die sich vor 1900 zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenfanden, wurde später von Freund und Feind als die "Austromarxisten" bezeichnet. Sie sind bis heute die mit Abstand wichtigste und bemerkenswerteste Schule des Marxismus in deutscher Sprache. Wir wollen mit dieser Veranstaltung an ihren ausserordentlichen intellektuellen Reichtum erinnern und eine Einführung in das Werk zweier ihrer Hauptvertreter, Otto Bauers und Karl Renners, geben.
Die "Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik" hat Ende April ihr "Memorandum 2016" mit dem Titel "Europäische Union und Flüchtlingsintegration Solidarität statt Chaos" vorgelegt. Der Vortrag zielt zuerst auf einen Überblick zum neuen Jahresmemorandum. Der nachfolgende Schwerpunkt befasst sich mit der Geldpolitik im Euroland. Gezeigt wird, wie die Vermögenskonzentration einerseits und die finanzpolitische Austeritätspolitik à la Schäuble andererseits die Europäische Zentralbank ins Chaos der Niedrigzinspolitik gezwungen haben. Wege aus der Liquiditätsfalle werden vorgeschlagen: Abbau der Vermögenskonzentration und expansive Finanzpolitik mit einem Zukunftsinvestitionsprogramm.
Der Filmregisseur Konrad Wolf (19251982) hat ein außergewöhnliches Dokument hinterlassen: sein Kriegstagebuch in russischer Sprache. Die eng beschriebenen Notizbücher blieben unversehrt und vermitteln ungewöhnliche Einblicke ins Erleben, Denken und Fühlen ihres Verfassers. Ihr Reiz liegt in der Unbekümmertheit des sehr jungen Schreibers und der Wahrhaftigkeit des Erlebten im harten Kriegsalltag zwischen Schlachtenlärm und Zeiten der Stille, in denen der Tod allgegenwärtig ist. Der Krieg beschleunigt den Prozess des Erwachsenwerdens des Jugendlichen, der sich auf die Suche nach sich selbst macht.
1916 begann mit der 1. Mai-Kundgebung auf dem Potsdamer Platz und den folgenden politischen Streiks die gärende Unzufriedenheit mit dem Krieg in der Arbeiterbewegung öffentlichkeitswirksam zu werden. Gleichzeitig ging die Formierung einer linken politischen Opposition zur Kriegspolitik der Regierung und dem Burgfrieden der SPD in eine neue Phase. Linke Antikriegspolitik ist zentraler Punkt linker Politik auch in der Gegenwart. Aber es stellt sich die Frage, wieweit Antikriegspolitik auch Politik für die Überwindung der kapitalistischen Ordnung sein musste (und muss).
Hermann Kant ist nach dem Ende der DDR erstaunlich produktiv geblieben zwischen 1990 und 2010 erschienen (neben seiner Autobiografie) fünf Romane beziehungsweise größere Erzählungen. Hat sich seine Art zu schreiben infolge der Wende-Erfahrung verändert? Welche Themen hat er nach 1989 aufgegriffen? Und welche Rolle spielt er im Literaturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland?
Am Tag der Befreiung fahren wir nach Cottbus. Höhepunkt ist um 16 Uhr der gemeinsame Besuch der Aufführung des Heiner-Müller-Stücks "Wolokolamsker Chaussee" im Staatstheater. Cottbus veränderte nach 1945 rasant sein Gesicht und entwickelte sich zu einer Industriestadt, geprägt von der Textil- und Energiewirtschaft. Das Jahr 1989 stelle abermals eine Zäsur dar.
Linke Lokalpolitik am Rande Brandenburgs: Flüchtlingsintegration im Zeichen des demographischen Wandels. Wie eine Region Chancen bekommt und warum ein mehr an Zuwanderung uns allen nützt. Warum vieles einfacher und manches besser geht als in Berlin. Und was das alles mit dem Ferienland Luhme zu tun hat.
Im Jahre 1915 verfasste die inhaftierte Rosa Luxemburg eine Schrift über die "Krise der Sozialdemokratie", die unter ihrem Decknamen "Junius" berühmt werden sollte. Sie kritisiert dort nicht nur den staatstreuen-nationalistischen Zusammenbruch der SPD, sondern analysiert darüber hinaus den 1. Weltkrieg als Entfesselung der Barbarei durch die bürgerlich-kapitalistische Zivilisation. Ihr materialistisch geschulter Scharfsinn, historischer Weitblick und Mut zur Wahrheit verdichten sich zur traurigen Vorahnung des Scheiterns der proletarisch-sozialistischen Befreiung.
Als Dreiundzwanzigjährige begegnete Christiane Vulpius dem 38jährigen Goethe 1788 im Park an der Ilm. Ganz Weimar war später in Aufruhr als manifest wurde, dass Goethe sich für Christiane entschieden hatte für immer! Er, der Hochgebildete, Hochverehrte, und sie, das Kreatürchen". Üble Nachrede, Bosheit, Spott und Klatsch machten die Runde. Goethe nahm es hin". Sie blieb die ganzen 28 Jahre, die sie gemeinsam verbrachten, sein Hausschatz".
Designerinnen und Designer werden seit Beginn der Massenproduktion von den Industriekapitänen in Dienst gestellt, um immer neue Bedürfnisse zu schaffen und die Zonen des Konsums ohne Hemmung auszuweiten. Sind Designerinnen und Designer nur Teil des Problems, oder besitzen sie auch die Möglichkeit und Kompetenz, Lebensstile von exponentiellem Verbrauch auf Suffizienz umzustellen?
Vor 500 Jahren erschien erstmals die "Utopia" des Thomas More (Morus). Das Buch gab einer ganzen Gattung ihren Namen. Doch wer war Morus? Er war Rechtsgelehrter, Familienvorstand, humanistischer Schriftsteller, Staatsmann, 1529 Lordkanzler Heinrichs VIII., 1532 Rücktritt. 1535 starb More verurteilt als Hochverräter auf dem Schafott. Wir unternehmen den Versuch, zu Leben und Werk Mores zurückzukehren - und zur "Utopia".
Am 25. April 1945, 16:30 Uhr Ortszeit, fand in San Francisco (USA) die feierliche Eröffnung der Konferenz zur Gründung der Vereinten Nationen statt. Die in San Francisco 1945 verabschiedete Charta der Vereinten Nationen definierte ein neues demokratisches Völkerrecht zur Sicherung des Weltfriedens und Verhinderung weiterer Kriege. Welche Bilanz zog die 70. UN-Vollversammlung 2015?
Im Laufe des spanischen Bürgerkrieg entstanden verschiedene Kunstwerke, insbesondere auch eine Anzahl von Liedern. International bekannt wurden diese u.a. durch Pete Seeger und Ernst Busch. Dr. Jürgen Schebera stellte aus diesem Liederschatz eine CD-Box "Spanien im Herzen" mit zum Teil unbekannten Liedern und einer DVD zusammen, die vor 2 Jahren veröffentlicht wurde. An diesem Abend präsentiert er Auszüge aus dem reichhaltigen Material, gibt uns dazu interessante Hintergrundinformationen und ordnet sie historisch ein.
Wir haben den Kapitalismus in den vergangenen Jahrzehnten so sehr auf Profitmachen getrimmt, dass "planetarische Grenzen", wie Geologen und Klimatologen sie definieren, gerissen werden. Die Menschheit ist im "Menschenzeitalter", dem Anthropozän angekommen. Das ist eine Revolution. Denn nun sind wir Menschen nicht nur für uns, sondern für die Evolution des Lebens verantwortlich - zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte. Was müssen wir tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden?
Mit dem im Dezember 2015 in Kraft getretenen Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung müssen Telekommunikationsunternehmen die digitale Speicherung von privaten Kommunikationsdaten auf Vorrat vornehmen und den Sicherheitsbehörden diese Daten zur Verfügung stellen. In der Veranstaltung wollen wir den politischen Konfliktverlauf zur Vorratsdatenspeicherung nachzeichnen und diskutieren, inwiefern die Struktur des politischen Systems in Deutschland mit der Vorratsdatenspeicherung autoritärer wird.
Im Streit um James Joyce auf dem Allunionskongreß der Sowjetschriftsteller 1934 konzentrierte sich die Sorge über die allmähliche Verdrängung künstlerischer Avantgarde-Konzepte aus der sozialistischen Literaturbewegung. Die deutschen Teilnehmer suchten den Kongreß zu nutzen, um sich öffentlich über die Aufgaben einer antifaschistischen Literatur zu verständigen. Dass die erhoffte Aussicht auf literarische Spielräume bald in eine verschärfte Reglementierung umschlagen würde, wußten weder Delegierte noch Gäste des Kongresses.
Von Berlin aus nahm der Siegeszug der Piratenpartei 2011 seinen Lauf. Nachdem die Piraten in Berlin zum ersten Mal in ein Landesparlament gewählt wurden, folgten wenig später drei weitere die Landesparlamente. Doch der kometenhafte Aufstieg der Partei fand bereits 2013 ein jähes Ende. Vor allem interne Querelen machten ihr zu Schaffen. Viele Mitglieder, darunter die prominentesten Köpfe, verließen in den darauf folgenden Jahren die Piratenpartei. Was waren die Gründe? Was kann man daraus lernen?
Nach den Wahlen im September könnte laut aktuellen Umfragen die AfD in das Abgeordnetenhaus und einige Bezirksverordnetenversammlungen einziehen. Dabei ist das Profil ihres Berliner Landesverbands weitgehend unbekannt. Im Rahmen der Veranstaltung werden die Strukturen und Netzwerke des Berliner Landesverbands vorgestellt. Nicht zuletzt wird anhand einzelner Beispiele aus dem Wahlprogramm und öffentlicher Reden die politische Zielrichtung der Partei analysiert.
Im September wählt Berlin ein neues Abgeordnetenhaus. Die SPD-CDU-Koalition ist zerrüttet, gemeinsame Ideen für die Stadt gibt es keine mehr. Doch was heißt dies für die kommenden Wahlen? Welche Rolle spielt die AfD in Berlin? Und vor allem: Was sind die drängendsten Probleme der Berlinerinnen und Berliner, die ein neuer Senat beherzt anpacken muss?
Weltgeschichte ist, nach Hegel, Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit. Das Freiheitsbewusstsein wird zur kritischen Instanz gegenüber der gesellschaftlich-politischen Wirklichkeit. Marx dagegen greift Hegels Konzept an der Problematik auf, die Hegel gesehen, aber für die er keine Lösung hatte: dem Verlust der Freiheit und des Rechts für große Teile der Bevölkerung durch die Entwicklung der kapitalistischen Ökonomie. Er stellt die Verwirklichung der individuellen Freiheit als Bedingung der Freiheit Aller in den Mittelpunkt.
Nach der Niederlage des Faschismus musste der konzeptionelle Ideologe der deutschen Bourgeoisie, der berühmte Staatsrechtler Carl Schmitt, umdenken. Wie war die Welle der Sozialismus-Wünsche nach 1945 zu brechen? Wie war der Kalte Krieg zu führen und letztlich zu gewinnen? Wie muss in der nachfaschistischen Periode der bürgerlichen Herrschaft die Hegemonie gefestigt werden?
In seinem Vortrag geht Rainer Land davon aus, dass evolutorische Modelle als Bestandteile von Theorien sozialen Wandels, gesellschaftlicher Entwicklung bzw. grundlegender historischer Veränderungen unverzichtbar sind. Nach einer Darlegung der Eigenschaften von sich reproduzierenden Systemen wird er versuchen, darzustellen, warum Funktionalität (Selbstreproduktion und Erhaltung des Umweltverhältnisses) nur durch die Selektion rekombinierter Variationen inhaltlich erklärt werden kann.
Drei Tage lang wurde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zum NPD-Verbot verhandelt. Bis zur Sommerpause ist mit einem Urteil zu rechnen. Was hat die Verhandlung in Karlsruhe ergeben? Reichen die Gründe für ein Verbot aus? Wie ist die gegenwärtige Rolle der NPD zu bewerten, und lohnt es sich, sie mit dem schärfsten Mittel des repressiven Staates dem Parteiverbot zu bekämpfen? Welche Erfahrungen liegen mit diesem Instrument vor, das zuletzt in den 1950er Jahren gegen die KPD und die neofaschistische SRP angewandt wurde?
Wie wird heute um Begriffe wie "Faschismus", "Nationalsozialismus" oder "Rechtsextremismus" gestritten? Welche Anregungen können die marxistischen Faschismus-Analysen geben in einer Zeit, in der extrem rechte Parteien und Bewegungen massenhaft Zulauf auch von Lohnabhängigen und Erwerbslosen bekommen? Welche neuen, auch internationalen Entwicklungen gibt es im Feld einer Faschismustheorie, die sich dem Antifaschismus verpflichtet fühlt? Dies sind nur einige der Fragen, die unterschiedliche Generationen der antifaschistischen Bewegung miteinander besprechen können.
Am 4. April 1986 wurde das Marx-Engels-Forum durch Erich Honecker auf einer Großkundgebung eingeweiht. 1983 wurden erste Entwürfe für die künftige Anlage präsentiert. Jüngste Zäsur ist die provisorische Umsetzung der Anlage, um den U-Bahnbau zu ermöglichen. Die Denkmaltour geht der Geschichte des Denkmals nach, erläutert seine Elemente und fragt nach seiner Zukunft in der Mitte Berlins. Verbunden damit wird die Frage nach den anderen Erinnerungsorten an Marx und Engels in Berlin.
Leonhard Kossuth, geboren 1923 in Kiew, blickt auf ein langes Leben mit der russischen und sowjetischen Literatur zurück. Viele Jahre war er Leiter des Lektorats für Sowjetliteratur im Berliner Verlag Volk und Welt. Durch seinen Einsatz haben die deutschen Leser Scholochow, Simonow, Okudshawa, Leonow, Polewoi, Sluckis, Aitmatow, Rytchëu u.a. kennen und lieben gelernt. In seinem letzten Buch Aber der Wagen, der rollt" (NORA Verlag 2015) beleuchtet Kossuth in 120 Rezensionen kaleidoskopartig die vergangene Epoche der sowjetischen Literatur, und beweist zugleich, wie lebendig diese Literatur immer noch ist.
Unser Motto 2016 ist #hegemoniehacken. Das vorläufige Programm ist online und wird beständig aktualisiert . Wie gewohnt gibt es Tages- und Wochentickets in den Kategorien Basis und Aufbau. Wir freuen uns auf euch!
Was bedeutete es, dass die alliierten Armeen in dem endlich besiegten Deutschland nur Wochen nach Kriegsende die Lichtspieltheater wieder eröffneten? Hatte man das Kino nicht als Ort nationalsozialistischer Propaganda und erfolgreicher Massenmanipulation identifiziert, den es gründlich zu entnazifizieren galt? Warum dachte man dann jetzt nicht nur über Aufklärung und Gegenpropaganda nach, sondern auch über Vergnügen und Unterhaltung? Die Geschichte des Kinos in der Nachkriegszeit und der Kultur- und Filmpolitik der Besatzung steckt voller Widersprüche und unbeantworteter Fragen.
Carl Schmitt (1888-1985) gilt heute nicht nur der Neuen Rechten als Meisterdenker, auch einige Linke sehen in ihm den Begründer einer wegweisenden Theorie "des Politischen". Der Vortrag skizziert dagegen kritisch den genuin faschistischen Gehalt von Schmitts Politik- und Rechtsbegriff und soll auch zeigen, in welcher Form dieses Denken in den heutigen Debatten aufgegriffen und fortgeschrieben wird.
Der Schriftsteller Eberhard Panitz berichtet aus seinem literarischen Schaffen, zu dem 48 Buchtitel, 10 Filmografien, 4 Hörspiele und weitere Veröffentlichungen gehören. Auf spannende Weise erzählt er die Geschichte zweier Freunde, die sich 1945 in den Ruinen der Stadt Dresden mit den Gespenstern der Vergangenheit herumschlagen. Es sind Geschehnisse, die nur vordergründig 70 Jahre zurückliegen, die Geschichte zielt auf die Gegenwart und das kollektive Gedächtnis.
Am 18. März 1871 machte die Pariser Stadtbevölkerung Ernst: Es erhob sich die Nationalgarde sowie die Arbeiterschaft und widersetzte sich dem Willen der Herrschenden. Am 26. März 1871 wurden 86 Stadträte gewählt. In einer feierlichen Kundgebung übernahm dieser Rat der Commune zwei Tage später die Regierungsgewalt. Die Commune hatte nur drei Monate Bestand. Danach wurde sie in einem blutigen Massaker niedergeschlagen. Sie blieb ein Fanal für die junge revolutionäre Arbeiterbewegung und steht für den Wunsch, das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu probieren, die sozialistische Utopie zu verwirklichen.
Dem Frauenmärz 2016 ist ein literarisch-musikalisches Programm gewidmet, mit der Schriftstellerin Gisela Steineckert, der Sängerin Angelika Neutschel und der Pianistin Irene Wittermann am Eisler-Flügel.
Körbel & Letz fackeln ein furioses Feuerwerk ab und ziehen alle Register ihres kabarettistisch-musikalischen Könnens. Acht Musikinstrumente und diverse Requisiten runden die Atmosphäre ab und bereiten den Boden für urbanen Folk, für überraschende Entdeckungen in jedem Moment.
Nach dem Ende des Kalten Krieges war die Hoffnung verbreitet, dass eine friedliche Weltordnung Einzug halten könnte. Mit diesem Anspruch verabschiedeten 1990 die Regierungschefs der 34 KSZE-Mitgliedsländer die "Charta von Paris für ein neues Europa". Nun, 25 Jahre später, bestimmen nicht Vertrauen und Kooperation, sondern Misstrauen, Sanktionen, Streben nach Vorherrschaft, Terror und militärische Auseinandersetzungen das Geschehen. Was sind die Gründe dafür, wer trägt die Verantwortung? Ist diese gefährliche Entwicklung ohne Alternative?
Hinsichtlich der weiteren Perspektiven Europas liegen sehr unterschiedliche Positionen innerhalb der Linken vor: Soll sie sich auf eine grundlegende Reform der EU konzentrieren? Oder ist die EU nicht reformierbar, und die Linke sollte vorrangig auf nationalem Terrain für gesellschaftlichen Fortschritt kämpfen? Darüber diskutieren wir mit zwei markanten Repräsentanten dieser unterschiedlichen Sichtweisen: Dr. Axel Troost und Andreas Wehr.
Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren der ArbeiterInnen- und Widerstandsbewegung in Neukölln. Proletarische Frauen haben im Kampf gegen den Faschismus, für sozialen Fortschritt und Emanzipation eine wichtige Rolle gespielt. Die Tour wird historische Orte von politischen Auseinandersetzungen besuchen und Frauen aus der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung vorstellen.
Halina Wawzyniak, rechts- und netzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, unterbreitet Vorschläge, wie Demokratie wieder demokratischer und lebendiger werden kann. Sie wirft einen Blick hinter die Kulissen parlamentarischer Abläufe, berichtet von ihren eigenen Erfahrungen mit zum Teil bis zur Unkenntlichkeit erstarrten Ritualen und erklärt, warum das geltende Wahlrecht dem Souverän nicht ausreichend Möglichkeiten an die Hand gibt, die Verhältnisse nachhaltig zu verändern.
Die Regierung beschleunigte nach der Katastrophe in Japan den Atomausstieg, doch sind die Verflechtungen zwischen Politik und Energiekonzernen sehr eng. Staatliche Energiepolitik und die Profitinteressen der Stromkonzerne scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein. Der Umwelthistoriker Joachim Radkau wird den Abend mit einem Vortrag über die Atomwirtschaft einleiten; anschließend thematisiert Tadzio Müller die Möglichkeiten und Grenzen der Klimabewegung, und Luise Neumann-Cosel stellt mit der Bürgerenergie eine konkrete Alternative vor.
Das Leben von Arthur Ewert (1890-1959) war selbst nach den Maßstäben des "Zeitalters der Extreme" außergewöhnlich. Fünf Jahre in den USA und Kanada hatten ihm eine Weltsicht eröffnet, die ihm bereits in den frühen zwanziger Jahren ein unverwechselbares Profil verlieh. Phrasendrescherei und Verbalradikalismus waren ihm fremd. Daß Arthur Ewert in einen unauflöslichen Konflikt mit dem Führungsanspruch einer mächtigen und machtversessenen Gruppe, auf der Ebene der Komintern und der KPdSU (B) repräsentiert durch Jossif Stalin, auf der Ebene der KPD repräsentiert durch Ernst Thälmann, geraten mußte, war zwangsläufig...
Ein musikalisch-literarisches Programm zum Tierschutz mit Texten, Liedern und Instrumentalmusik bedeutender Autoren und Komponisten von Plutarch über Luxemburg, Brecht bis Strittmatter, von Saint-Saens bis Demmler. Mit: Johanna Arndt (Gesang) und Patrick Wildermuth (Klavier)
In diesem Einführungsseminar wird ein Überblick über Smartphones für EinsteigerInnen und Interessierte gegeben: Welche Betriebssysteme und Geräte gibt es? Welche Einstellungen und welches Verhalten ermöglichen mehr Sicherheit? Was kann ich konkret tun, um Privatsphäre und Datenschutz von mir und meinen Kommunikationspartnern zu erhalten?
Wie entstand die Klassentheorie in der Zeit vor Marx? Welches Verhältnis besteht zwischen Wirtschaftskrisen und sozialen Kämpfen? Wie ist die Krise der ArbeiterInnenklasse in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu interpretieren? Und last but not least: Wie könnte eine neue, globale Klassentheorie des "Planet of Slums" (Mike Davis) aussehen? Wir wollen an dem Abend Slave Cubela befragen, wie die Menschen als historische Subjekte "Klasse machen", und gegen welche Verwerfungen, Ausbeutungen und Widerstände sie heute kämpfen.
100 Jahre DADA! Am 5. Februar 1916 eröffneten Emmy Hennings und Hugo Ball das Cabaret Voltaire! Thilo Bock erzählt, wie es dazu kommen konnte. Dazu liest er Gedichte, Pamphlete und Berichte von Ball und dessen Mitstreitern Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Hans Arp. Außerdem trägt er die schönsten Fußnoten aus seinem Buch über Ball und die literarische Bühne vor und verrät, wieso Lenin in der gleichen Straße wohnen konnte, ohne etwas von dem dadaistischen Lärm zu hören.
Einig sind sich alle über die aktuellen, emanzipierten Lebensentwürfe von Frauen in der westlichen Welt. Doch welchen Geschlechterbildern sitzen auch diese vermeintlich fortschrittlicheren Lebensentwürfe auf? Auf welcher Verlagerung von Ausbeutungsverhältnissen "beruht" die Emanzipation der Frau im Westen? Welche Rolle spielt die Verlagerung von klassischer Fürsorge aus der Familie heraus, wie sie z.B. durchLeihmütterschaft, Aupair-Wirtschaft, Haushälterinnen, Pflege- und Kurheime in Osteuropa und in Süd-Ost-Asien passiert? Kurzum: Was sind feministische Kämpfe heute?
Die polnische Gesellschaft ist tief gespalten. Die Regierung macht sich an die Demontage des Verfassungsgerichts, aber Zehntausende können dagegen demonstrieren. Sie schaltet die öffentlich-rechtlichen Medien gleich, aber die privaten werden umso frecher. Polizei und Geheimdienste können zwar unkontrolliert Mailboxen und Postings durchschnüffeln, aber die Online-Gemeinde lässt sich immer neue Späße auf Kosten der Partei von Jaroslaw Kaczynski einfallen. Noch scheint das demokratische Polen nicht verloren. Die Veranstaltung bietet Eindrücke und Einblicke von jenseits der Oder.
Allein im Monat Januar kam es in Deutschland zu 99 Angriffen gegen Unterkünfte von Geflüchteten, im Schnitt ereignete sich alle zwei Tage ein Brandanschlag. Die rassistisch geführte Debatte über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht heizte die Situation zusätzlich auf und führte an verschiedenen Orten zur Gründung rechter Bürgerwehren. Parallel dazu steigen die Umfragewerte der "Alternative für Deutschland". Wir befinden uns also mitten in einem Rechtsruck der gesamten Gesellschaft. Doch was sind die Ursachen und wie kann die Linke in dieser Situation handlungsfähig werden?
Von Freitag bis Sonntag bietet das Festival Musik und Politik auch in diesem Jahr ein umfassendes Programm mit Konzerten, Diskussionen und Veranstaltungen rund ums politische Lied. Die Helle Panke präsentiert im Rahmen des Gesamtprogramms, das sie unter www.musikundpolitik.de abrufen können, das Konzert "Liederbestenliste präsentiert" am Sonntagabend. Mit: Falk, Michael Krebs und die Pommesgabel des Teufels, Manfred Maurenbrecher, Sarah Lesch & Bastian Bandt
2020 jährt sich eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte Berlins zum 100. Male: die Bildung der neuen Stadtgemeinde Berlin zum 1. Oktober 1920 (Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin (Groß-Berlin-Gesetz) vom 27. April 1920). Die Hermann-Henselmann-Stiftung nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, sich in mehreren Kolloquien mit Schlüsselthemen der Stadtentwicklung des Großraums Berlin zu befassen (Dimensionen Verkehr, Stadt-Landschaft sowie Regionalentwicklung und planung). Den Auftakt bildet der Wohnungsbau, der durch die Bildung von Groß-Berlin eine völlig neue Grundlage erhielt.
Wenn von Naturzerstörungen, vom Klimawandel oder Umweltschutz die Rede ist, geht es sowohl in öffentlichen Diskursen als auch im wissenschaftlichen Mainstream" zumeist um Fragen der technischen Beherrschbarkeit" von Natur. Eine zumeist ausgeblendete oder verkürzt gestellte, aber unerlässliche Frage ist die nach den politisch-ökonomischen Ursachen bisheriger Naturzerstörungen.
Golzow, der Ort im Brandenburgischen, war und ist in aller Munde, besonders jetzt, wo das Buch Die Kinder von Golzow" von den Filmemachern Barbara und Winfried Junge vorliegt. Es ist eine bewegende, ja anrührende Publikation über die älteste Langzeitbeobachtung in der Filmgeschichte geworden und das in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen, wie es ein Podiumsgespräch fasste: Aufgewachsen in der DDR angekommen in der Bundesrepublik?"
Die Übersiedlung aus der Bundesrepublik als Sechzehnjähriger hat dem jungen Wolf Biermann sowohl Milieuvertrautheit als auch einen verfremdeten Blick auf das Konfliktpotential des DDR-Alltags ermöglicht. Erörtert werden die Voraussetzungen für die eigenartige Position Biermanns, privilegiert und zugleich ausgegrenzt zu sein.
Antonio Gramsci (1891-1937), einer der bedeutendsten Marxisten des 20. Jahrhunderts, erkannte früh, dass der Weg zum Sozialismus in den entwickelten Ländern Westeuropas anders als in Russland verstanden werden müsse. Sein kulturpolitisches Denken ist unvermindert aktuell.
Das Denken und Werk Friedrich Nietzsches wurde von der SED weitestgehend ignoriert oder negiert. Der Philosoph galt als Wegbereiter des Faschismus und als Antisozialist. Die Ablehnung Nietzsches begründete sich theoretisch auf Georg Lukács' Kritik an ihm. Als 1986 von einigen Kulturfunktionären der Versuch unternommen wurde, am Nietzschebild minimal zu rütteln und eine kleine Öffnung vorzunehmen, war es der Lukács-Anhänger Wolfgang Harich, der am vehementesten dagegen agierte. Es entspann sich eine Diskussion, die in Harichs Forderung "Ins Nichts mit ihm!" gipfelte.
Die Rekorde der Besucherzahlen übersteigen sich jährlich von neuem, und für die nächsten Jahre verspricht der Regierende Bürgermeister, die 30 Millionenmarke zu "knacken". In der Veranstaltung wird die Regisseurin Nana Rebhan ihren Film "Welcome Goodbye" zeigen und mit Katrin Lompscher, Sprecherin für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen der Berliner Linksfraktion, über aktuelle Themen wie Wohnungsnot und Ferienwohnungen sowie über Perspektiven für eine soziale Stadtentwicklung in der wachsenden Metropole diskutieren.
Wer bildet und stärkt die Strukturen des Islamischen Staates? Wer unterstützt die Organisation und warum ist sie so erfolgreich? Wir haben den Journalist Marc Thörner eingeladen, uns die ökonomischen Verflechtungen des IS genauer aufzuschlüsseln und wollen mit ihm die politischen Folgen des Erstarkens der Strukturen auch für Europa in den Blick nehmen.
Ende der fünfziger Jahre entsteht in den endlosen Wäldern Sibiriens Akademgorodok, eine Stadt für die sowjetische Wissenschaftselite. Das neu gegründete akademische Zentrum in der Nähe der Großstadt Nowosibirsk ist für seine naturwissenschaftliche Spitzenforschung bekannt. Dazu zählen, neben Kernphysik und Biochemie, auch die Entwicklung von Computertechnologie, deren Förderung ein zentraler Aspekt des Kalten Krieges war. Heute findet Spitzenforschung anderswo statt. Was sich in Akademgorodok erhalten hat ist ein alternativer Lebensstil, der die Geschichte dieses Ortes widerspiegelt.
In seinem Vortrag wird Peter Beurton die Subjekt-Objekt-Dialektik in der biologischen Evolution darstellen. Dabei sind zwei Zusammenhänge zu entwickeln: Erstens der zwischen Art und ihrer determinierten Umwelt. Zweitens wird Peter Beurton darstellen, inwiefern biologische Verkehrsverhältnisse als Analogie zu gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen aufzufassen sind.
Musik: Johannes Bauer Laudatio: Dr. Horst Dietzel
Ein Jahr nach den Erklärungen von Raúl Castro und Barak Obama sind erste Schritte zur Normalisierung des Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten von Amerika vollzogen. Die USA mussten den Realitäten Rechnung tragen, haben damit jedoch ihre alten Ziele gegen Kuba nicht aufgegeben Die Solidarität mit Kuba steht vor neuen, wachsenden Herausforderungen, und die Wechselbeziehungen zwischen Lateinamerika und Kuba vertiefen sich. Das Thema "Sozialismus im 21. Jahrhundert" ist und bleibt aktuell.
Der Vortrag untersucht das Intervall zwischen Fordismus und Post-Fordismus aus der Perspektive der Migration am Beispiel der Flucht der migrantischen Arbeiter_innen aus der Fabrik in die Selbständigkeit. Dabei wird die Flucht nicht wie gewöhnlich als eine Notlösung aus der Arbeitslosigkeit, sondern als kreative Kraft innerhalb des umkämpften Terrains des Begehrens für soziale Transformation in den 70er und 80er in West-Berlin diskutiert.
In ihrem Buch "Europäischer Sozialismus immer anders" informiert die Sozialhistorikerin Helga Schultz über Persönlichkeiten, die die sozialistische Bewegung in Europa und darüber hinaus geprägt haben. Sozialdemokraten und unorthodoxe Kommunisten, wie auch Linke, die sich keiner Strömung zurechnen lassen, werden mit ihren Leistungen, aber auch in ihrer Widersprüchlichkeit gezeigt: Karl Kautsky, George Bernard Shaw, Jean Jaurès, Leo Trotzki, Otto Bauer, Josip Broz Tito, Herbert Marcuse u.v.a. Die Historiker Gerhard Engel und Mario Kessler nehmen das Buch zum Anlass, an diese Grenzgänger zu erinnern und über sie zu diskutieren.
Ein Mann arbeitet wochenlang auf der Baustelle des Berliner Flughafens und erhält am Ende keinen Lohn. Einer schwangeren Frau wird im Krankenhaus bestätigt, dass ihr Kind am selben Tag zur Welt kommen werde, dann wird sie gebeten, sich ein anderes Krankenhaus zu suchen. Eine Familie wird im Winter aus ihrer Wohnung geworfen, obwohl sie keine Miete schuldet.
Es werden kuriose, spektakuläre und erstaunlich wahre Kriminalfälle präsentiert, deren Aufklärung, Täter oder Motive die Zeitgenossen in Atem hielten. Unglaubliches, Witziges und Skurriles aus der Welt der Kriminalistik, im historischen Bogen vom 19. Jahrhundert bis in unsere Tage. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Berliner Kriminalfällen, wobei auch das Politische nicht zu kurz kommt.
In Syrien ist der anfangs friedliche Protest in einen von außen geschürten und finanzierten bewaffneten Aufstand übergegangen, der mit ausländischen Söldnern geführt wird. Dies trifft insbesondere auf die dschihadistischen Gruppierungen zu. Dies würgt einem demokratischen Wandel die Luft ab. Im Westen werden medial nur jene Kräfte wahrgenommen, die den gewaltsamen Sturz von Staatschef Bashar al-Assad betreiben. Andere Stimmen finden kein Gehör. Wege zur Beendigung der Gewalt, die eine Verhandlungslösung ermöglichen, sollen in der Veranstaltung dargestellt und deren Umsetzungschancen ausgeleuchtet werden.
Viele Menschen haben Angst vor Altersarmut. Und diese Sorgen sind berechtigt auch und gerade nach dem 2014 beschlossenen Rentenpaket der Bundesregierung. Eine Alternative dazu wäre die solidarische Rentenversicherung mit einer integrierten solidarischen Mindestrente. Damit könnten die Menschen am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben, statt mit Almosen abgespeist zu werden. Die Linksfraktion im Bundestag setzt sich dafür ein. Ihr rentenpolitischer Sprecher wird in der Veranstaltung dieses Modell vorstellen.
Solidarität weltweit - hautnah, das ist SODI seit einem Vierteljahrhundert, aufbauend auf den jahrzehntelangen Erfahungen des Solidaritätskomitees der DDR. SODI unterstützt seine Partnerorganisationen mit nahezu 1.000 Selbsthilfeprojekten in 32 Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas, um existenzielle Not überwinden zu helfen.
Nikita Sergejewitsch Chruschtschow informierte am Ende des XX. Parteitages der KPdSU (14.-25. Februar 1956) über einige der ungeheuerlichen Verbrechen Stalins. Die allerorts bald bekanntwerdenden Enthüllungen brachten den Erben Stalins enorme Vertrauensverluste, führten zu großen Irritationen, scharfen geistigen und politischen Konflikten in Partei und Gesellschaft, nicht nur in der UdSSR, auch in Osteuropa und in vielen kommunistischen Parteien.
Die Künstlerin Ute Laux beteiligte sich von April bis Juni 2015 an Sea-Watch", einer Privatinitiative zur Seenotrettung im Mittelmeer. Als Köchin und Künstlerin an Bord des Schiffes dokumentierte sie mit Zeichnungen und Fotografien den Weg der Überführung von Hamburg/Boulogne nach Lampedusa auf über 2800 Seemeilen in 7 Wochen. Das Schiff, ein 100 Jahre alter Krabbenfischer, 20m lang und 4m breit, war eine schwimmende, fahrende Baustelle.
Die Schrift "Staat und Revolution" gehört zu den bekanntesten Texten von Lenin. Für viele Marxistinnen und Marxisten hatte dieses Werk gar einen kanonischen Rang. Aber auch heftige Kritik wurde ihm und seinem Autor zuteil. Um das Vorhaben zu bewältigen, "Staat und Revolution" kennen zu lernen und in seine Zeit einzuordnen, werden wir Referate hören, Auszüge lesen und gemeinsam diskutieren.
Antonio Gramsci war Mitgründer und Vorsitzender der Kommunistischen Partei Italiens, er wurde 1926 von den Faschisten verhaftet, saß bis 1934 im Kerker und starb 1937 an den Folgen der Haft. Bei diesem Junge-Panke-Abend wird Gramsci als historische Person und als Autor vorgestellt, und es wird gefragt, was wir heute mit ihm anfangen können. Vielleicht macht er klar, was Yoga und Neoliberalismus, Finanzkrise und Nationalismus verbindet.
Womit verdienen Google, Facebook, Uber & Co. eigentlich Geld? Und was bedeutet das für die Arbeitsverhältnisse, die Beschäftigten und die Kunden (oder: und die Kundenbeziehungen)? Werden die Übergänge zwischen diesen fliessend? Der Referent beleuchtet anhand zahlreicher Beispiele Strategien und Geschäftsmodelle des Digitalen Kapitalismus und geht der Frage nach, wie sich die "Wissensgesellschaft" (Daniel Bell) weiterentwicklen wird.
Über Ursachen und Verursacher der sogenannten Flüchtlingskrise", über die Situation in den Ausgangsorten der Fluchtbewegung und die Politik der EU diskutieren wir mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Wolfgang Gehrcke. Wie wird es in Deutschland weitergehen, Abschottung oder Solidarität? Wir sprechen über die Politik der Bundesregierung und die Positionen der Linksfraktion.
Wie ist die deutsche Kriegsbeteiligung vor dem Hintergrund der Bombardierung syrischer Regierungstruppen, die dem IS gegenüberstehen, durch die USA im Dezember 2015 und der Unterstützung islamistischer Terrormilizen durch Teile der Kriegskoalition, wie der Türkei, gegen kurdische Selbstverteidigungsstreitkräfte in Syrien, zu werten? Warum wurde die EU entgegen dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Vertrag von Lissabon zu einem kollektiven Sicherheitssystem erklärt?
Mietsteigerungen, Gentrifizierung, Ausverkauf öffentlicher Liegenschaften, Auswirkungen des Tourismus: Das sind nur einige Beispiele für aktuelle stadtpolitische Themen, die in Berlin kontrovers diskutiert werden. Bei den Debatten um die Berliner Stadtentwicklung fällt auf, dass häufig nur die Situation in den Innenstadtbezirken thematisiert wird. Wie sich die Veränderungen im Zentrum auf die Stadtteile außerhalb des S-Bahnrings auswirken, wird hingegen weitaus weniger problematisiert.
TTIP soll souveräne Staaten und deren Parlamente entmündigen, die Demokratie "marktkonform" machen und Großkonzernen mit Hilfe einer Paralleljustiz die Einflussmöglichkeiten auf nationale Gesetzgebungen vergrößern. Länder des globalen Südens bleiben ausgeblendet, ein Zusammenhang zwischen Freihandel und Flüchtlingsströmen wird ignoriert. Eine europäische Bürgerinitiative hat jüngst den millionenfachen Protest gebündelt und den Abbruch der Geheimverhandlungen zwischen der EU und den USA gefordert.
Die Veranstaltung soll Aufstieg und Fall einer Guerilla kritisch nachzeichnen, die zwar weltweit Schlagzeilen machte, über die es aber bis heute kaum fundierte Kenntnisse gibt.
Genau ein Monat trennte die mörderischen Attentate in Paris vom 13. November 2015 (mit 130 Toten und 350 Verletzten) vom Ausgang der Regionalparlamentswahlen in ganz Frankreich. Deren zweiter Durchgang mit den Stichwahlen fand am 13. Dezember statt. Aus der ersten Runde war die extreme Rechte als Hauptgewinnerin hervorgegangen. Im landesweiten Durchschnitt wurde der Front National (FN) zur stimmenstärksten Partei und überrundet beide großen politischen Blöcke: sowohl die konservativ-wirtschaftsliberale Rechte als auch die Sozialdemokratie und ihre linksliberalen Verbündeten.
An Beispielen aus der Arbeit am Band 7 der Gesammelten Werke wird Annelies Laschitza zeigen, warum und wie Rosa Luxemburg ihre LeserInnen und HörerInnen zu fesseln und zu ermuntern verstand. Unter anderem wird sie ein literarisches Kleinod, das "Die Geheimnisse eines Gefängnishofes" heißt, vorlesen.
Unser Referent Malte Daniljuk ist am 6. Dezember als internationaler Wahlbeobachter in Venezuela und kommt mit direkten Eindrücken aus Caracas zu uns, um über die aktuelle Lage Venezuelas während und nach den Wahlen zu referieren. Vorangestellt wird eine kurze Präsentation der Chronik des Prozesses und seiner aktuellen Herausforderungen.
Bei seinen Streifzügen über die Flohmärkte entdeckte der Verleger Ulrich Giersch einen alltagsorientierten Sammler, der über einen fast kompletten Bestand an einfachen Papiertüten aus der DDR verfügte - ein abgeschlossenes Sammelgebiet. Und einst durch Joseph Beuys geadelt: von ihm signierte DDR-Tüten kann man bei Klaus Staeck für viele hundert Euro erwerben. Tatsächlich erweisen sich diese kurzlebigen Alltagsdinge als Artefakten einer Kultur, können Auskünfte über Lebensweisen und ihren Wandel geben.
Die bisherige und künftige Zusammenarbeit mit Angehörigen von Häftlingen, mit Historiker_innen und Interessierten, mit Gedenkstätten aus Polen, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Luxemburg und Deutschland ermöglicht es, individuelle und kollektive Erinnerungen mit aktuellen Fragen zur gesellschaftlichen Entwicklung in Europa zu verbinden: Welche Verantwortung erwächst aus der gemeinsamen Vergangenheit für den Umgang mit Flüchtlingen und in der Auseinandersetzung mit Rassismus, Fremdenhass für den Menschenrechtsdiskurs in den europäischen Gesellschaften?
Antifaschisten wie Heinz. H. Schmidt legten in den 1960er Jahren das Fundament für vertrauensvolle Beziehungen des Solidaritätskomitees und der DDR zu Befreiungsbewegungen und Partnern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Es ist schade, dass so wenig von diesem Erbe im geeinten Deutschland wiederzufinden ist.
An diesem Informationsabend wollen wir einen Überblick über den türkischen Ultra-Nationalismus und seine Organisationstrukturen in Deutschland geben. Zudem soll aufgezeigt werden, wie die Grauen Wölfe versuchen, Einfluss auf das politische Geschehen in Deutschland zu nehmen.
Der Journalist und Geheimdienstkritiker Andreas Förster wird in seinem Vortrag die Erkenntnisse und Interessen der Beobachtung westdeutscher Neonazis durch die Stasi vorstellen und einen Ausblick geben, was noch von nicht ausgewerteten Stasi-Akten eventuell zu erwarten ist.
Seit einiger Zeit ist die Debatte um den fahrscheinlosen ÖPNV wieder stärker in den öffentlichen Fokus gerückt. Alle Berliner Oppositionsparteien haben sich zu seiner Einführung bekannt. Die Reaktionen darauf sind stark polarisiert. Nutzer freuen sich darauf, Nichtnutzer schimpfen. Was ist das Ziel eines solchen Systemwechsels? Welche Erwartungen verbinden sich damit? Wie lange braucht so etwas? Welche Umsetzungsprobleme sind zu erwarten? Und geht das überhaupt im Tarifverbund mit Brandenburg?
Hamburg zur Zeit von Paragraf 129a: Es herrscht eine beklemmende Atmosphäre in der kleinen Kammer, welche die Aktivist*innen Shida, Olivia, Iris und Philip als Radio-Studio nutzen. Nach der gestrigen Räumung des Wagenplatzes ist eine Festplatte mit wichtigen Daten verschwunden und nur sie vier haben von ihr gewusst. Fest steht, sie alle müssen jetzt ganz vorsichtig sein. Eine*r von ihnen arbeitet vermutlich als verdeckte*r Ermittler*in für die Polizei. Sie können eigentlich niemandem trauen. Schlimmer noch: Die Zweifel bekommen eine Eigendynamik.
Heute ist der Maoismus in der europäischen Linken weitestgehend tot und gilt eher als linke Skurrilität früherer Jahre. Dabei sind einige Gedanken zumindest als Fragestellung noch aktuell. Wir wollen uns an diesem Junge-Panke-Abend zum 50. Geburtstag der "Mao-Bibel" mit der Geschichte, Rezeption und Wirkungsmacht von Kulturrevolution und Maoismus beschäftigen. Neben Referaten und Anekdoten werden wir auch den Film "Die Chinesin" von Jean-Luc Godard zeigen.
Sind die Geheimdienste zu kontrollieren oder sind sie außer Kontrolle? Geheimdienste abschaffen oder reformieren? Wie können Bürgerinnen und Bürger vor der Ausspähwut der Geheimdienste geschützt werden? Können Geheimdienste durch eine zivile Form des Schutzes ersetzt werden? Welche Rolle spielten die Geheimdienste beim NSU-Skandal?
Rendezvous wartet auf mit einer Musikvesper, gewidmet einem phantasievollen, hochbegabten und streitbaren Musiker, der mit seinen Kompositionen die Welt zu verzaubern wußte. Als Musikdirektor in Koblenz und als Hofkapellmeister in Sangerhausen tätig, leitete er auch die Meisterklasse für Komposition an der Berliner Akademie und dirigierte 1880 die Philharmonic Society in Liverpool.
Wissenschaftlich tätig zu sein, das war Engels großes Wunschziel, und er strebte sein ganzes Leben lang danach, es zu verwirklichen. Er teilte voll und ganz die Wissenschaftsbegeisterung seines Jahrhunderts, die der Wissenschaft eine bedeutende Rolle für den Fortschritt der Menschheit beimaß. Engels stellte sich stets neuen theoretischen Anforderungen, war an unkonventionellen, provozierenden Ideen interessiert, verfolgte und analysierte neue Trends - auch, um seinen eigenen Standpunkt zu überdenken.
Die Nutzung der Evolutionstheorie zur Beschreibung und Erklärung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Veränderung hat eine lange Tradition. Sie war und ist aber sehr umstritten. Der vehementen Kritik an einer evolutiven Deutung sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Veränderungen stehen theoretisch anspruchsvolle Entwürfe gegenüber. Zu erwähnen ist etwa Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme.
Von den Negro Spirituals südamerikanischer Sklaven bis zu katholischen Gemeinden und ihren Priester-Theologen - besonders in Lateinamerika - fordern Christen erstmals - verbündet mit Linken - politische Befreiung als "biblisch geboten" ein und lehnen Kriege ab. Dafür werden sie hart bestraft, Jahr für Jahr sogar Hunderte ermordet. Über die Kontroverse zur Theologie der Befreiung soll am 24. November referiert und diskutiert werden. Referentin: Ilsegret Fink Moderation: Elfriede Juch
Seit Der verschwundene Kommissar" 1997 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, sind weitere bemerkenswerte Beispiele stalinistischer Fälschung ans Licht gekommen. Jörn Schütrumpf stellt die neue, überarbeitete und erweiterte Auflage des Buches von David King vor, Wladislaw Hedeler kommentiert einige der veränderten Versionen, die im Bildband neben den Originalfotos abgebildet sind.
Wie entwickelt sich Berlin im Vergleich zu anderen europäischen Metropolen? Gibt es Ähnlichkeiten und Unterschiede in der ökonomischen Entwicklung mit ostdeutschen Bundesländern? Wie sieht der Vergleich mit westdeutschen Metropolen wie z.B. Hamburg oder München aus? Nimmt die Beschäftigung im öffentlichen Sektor zu oder stagniert sie? Wie realistisch sind Pläne einer Re-Industrialisierung im Energie- und Verkehrssektor? Welchen Einfluss haben der Fiskalpakt und die Schuldenbremse auf die wirtschaftliche Entwicklung?
Der Vortrag analysiert die aktuelle Situation, gibt einen Überblick über Entwicklungstrends bzw. Zukunftserwartungen und stellt Facetten der Zivilgesellschaft vor.
Laudatio: Dr. Horst Dietzel Musik: Louis Rastig (am Eisler-Flügel)
Heinz Grote und Klaus Feldmann im Gespräch.
Wir leben in gefühligen Zeiten die Sehnsucht nach dem Emotionalen, dem Echten, dem Authentischen ist zum regelrechten Zwang geworden. Der Referent geht der Frage nach, inwieweit auch die Linke diesen Trend mitmacht: im Blick auf einen grassierenden romantischen Antikapitalismus und die schwärmerische Begeisterung für gewisse Graswurzel- und Befreiungsbewegungen.
Im Juni 1968 demonstrierten die Belgrader Studierenden und viele ihrer ProfessorInnen für Freiheit und soziale Gerechtigkeit im Sozialismus. Die von ihnen besetzte Hochschule benannten sie in "Rote Universität Karl Marx" um. Der Streik erschütterte für einen Moment die jugoslawische Gesellschaft. Tito und der innerste Führungszirkel des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens erwogen einen repressiven Militäreinsatz, fürchteten aber, dass dieser nur Öl ins Feuer gießen könnte.
Vier Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU sind viele Fragen in Bezug auf die Verantwortung von staatlichen Stellen nicht beantwortet. Hatte das mutmaßliche NSU-Kerntrio HelferInnen aus den Neonazi-Strukturen an den Tatorten? Was wussten die Verfassungsschutzbehörden der Länder und des Bundes wirklich? Warum wurden wenige Tage nach der Selbstenttarnung in der so genannten Operation Konfetti" die Akten von sieben neonazistischen V-Leuten vernichtet? Warum wurden wichtige Akten dem Untersuchungsausschuss vorenthalten?
Die Sowjetunion ist zerbrochen. Was ist eigentlich passiert und warum? Die Meinungen darüber gehen weit auseinander, sie reichen von mangelnder Arbeitsproduktivität bis zum Verrat. Die Emotionen der an diesem gewaltigen geschichtlichen Prozess Beteiligten sind mehr als verständlich. Doch bildet nur eine sachliche Analyse die Grundlage für das Verständnis dieser Prozesse sowie der heutigen Entwicklung Russlands und der internationalen Lage. Ein weiterer Versuch.
Die Herbstschule wird sich dem Geschichtsbegriff bei Marx und der Ambivalenz von historischer Notwendigkeit und Freiheit widmen. Es wird um die historische Dimension von Kämpfen, den Begriff der Geschichte bei Marx und seine Bedeutung für die Praxis politischer Kämpfe und sozialer Bewegungen gehen. In Arbeitsgruppen mit verschiedenen Vorkenntnissen werden vorher ausgewählte Marx-Texte durchgearbeitet. Das Wochenendseminar wird wie immer von einem Rahmenprogramm zum Thema begleitet
Auf der Suche nach Neuem, nach Unbekanntem führt auch Neu- und Wissbegier in ferne fremde Lande. Reicher an Erfahrung und Erkenntnis kehrt man zurück. Das allerdings ist nur zu gewinnen, wenn der Reisende mit Offenheit und Verständnis dem Unbekannten begegnet. Diesen Rat gibt auch der ungarische Arzt und Reiseschriftsteller Max Nordau. Und Goethe fasste es knapp und bündig: "Ich stellt` mein` Sach` auf Reis` und Fahrt und ließ meine Vaterlandsart."
Die theoretischen Positionen Walter Benjamins sind am besten im historischen Kontext (Erster Weltkrieg, Nachkrieg, Wiederaufrüstung, Faschismus) zu verstehen. Dabei stellt sich jeweils die Frage nach den Einflussmöglickeiten eines linken Kritikers und Intellektuellen. Benjamin hat diesen fundamentalen Aspekt Ende der zwanziger Jahre vor allem in der Zusammenarbeit mit Brecht und während des Exils auch in der Auseinandersetzung mit der französischen und sowjetischen Politik- und Kulturszene analysiert.
Ob die Stadtdebatte "Alte Mitte - neue Liebe" eher Erfolg oder Täuschung ist, wie das neue Schloss-Forum seine Wirkung für die künftige Stadtgestaltung entfaltet, ob beim Bauen rund um den Alex die richtige Balance von Bewahrung und Veränderung gefunden werden kann, was am Kulturforum passieren wird um diese und weitere Fragen der Stadtentwicklung soll es gehen.
Vor 40 Jahren erschien "Überwachen und Strafen" und machte Epoche. Foucault erlangte für die Gesellschaftskritik in Frankreich eine ähnlich zentrale Stellung wie Adorno für die Gesellschaftskritik in Deutschland. Mittlerweile werden hierzulande beide relativ gleichberechtigt gelesen und für die Gesellschaftskritik benutzt, und in der Tat teilen beide zentrale Themen, insbesondere die Analyse von Herrschaft und Macht. Wir wollen in dem Tagesseminar der Jungen Panke den Einstieg in das zum Klassiker gewordene Buch versuchen - mit einem Mix aus Vortrag, gemeinsamer Lektüre und Diskussion.
Die Bewegung der Solidaritätsbrigaden, getragen von Autonomen bis Parteigliederungen, konnte in der 80er Jahren den notwendigen Druck erreichen, um eine direkte USA-Intervention in Nicaragua zu verhindern. Dieselbe Solibewegung konnte in dem Anrainerstaat El-Salvador den internationalen Druck erzeugen, um den Krieg zwischen dem US-gestützten Regime und der linken Befreiungsbewegung FMLN durch Friedensverhandlungen zu beenden. Darüber wollen wir reflektieren und warum es heutzutage so schwierig ist, damalige Erfolge von Internationaler Solidarität in naher Zukunft zu verwirklichen, obwohl dies so dringlich erscheint.
"Wahr und wahrhaftig", so Titel und Thema des Gesprächs, das die Redakteurin des "neuen deutschland", Karlen Vesper, mit dem Maler und Grafiker Ronals Paris führte. Das aus diesen Gesprächen entstandene, viel beachtete Buch gibt Einblick in die Gedankenwelt, in künstlerische und politische Erfahrungen eines der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart. Ronald Paris ist Chronist unserer Zeit. Sein Werk ist erfüllt von Poesie, von Liebe zu Mensch und Natur. In den Gesprächen zeigt er sich streitbar, listig und witzig, weiß er Geschichten zu erzählen, die Einblick geben auf den Umgang mit Künstlern und Kunst gestern und heute.
Im Jahr 2015 ist die Beurteilung des Erfolgs der Umbruchprozesse in Bolivien und Venezuela schwierig und komplex. Vor allem Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise, die die Grundfeste des Bolivarianischen Projekts" bedroht. Die Analyse der Widersprüche und Schwierigkeiten Boliviens und Venezuelas, die sich in vielen Fällen auch in verstärkten Konflikten zwischen Bewegungen (also der organisierten Zivilgesellschaft) und dem Staat (linken Regierungen) ausdrücken, stellt eine der zentralen Herausforderungen für internationalistische Solidaritätsarbeit dar.
Im Rahmen der DenkMalTour werden wir uns mit der Geschichte Mahlsdorfs von 1933 bis 1945 auseinandersetzen und der Frage nachgehen, wie sich der Nationalsozialismus in Mahlsdorf ausbreiten konnte. Außerdem werden wir Persönlichkeiten des antifaschistischen Widerstands vorstellen und an ihr Wirken erinnern.
Jürgen Kuczynski und Emanuel Bruck veröffentlichen 1931 unter dem Pseudonym K. Olectiv einen Fortsetzungsroman in der kommunistischen Arbeiterzeitung Roten Fahne. Es wird die einzige publizierte belletristische Arbeit Kuczynskis bleiben. Der 1942 von den Nazis im KZ Dachau ermordete Bruck war ebenfalls wenig auf dem Gebiet der Fiktion tätig und ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Der Roman, kollektiv verfasst, eint Tagespolitik, Agitationsorgan und Anschauungsunterricht und fragt, ob sich sowohl ästhetisch als auch propagadistisch im Feuilletonroman ein neues Feld eröffnen lässt.
Jochen Meurers gründete zusammen mit anderen den Verein LOBBY für Wohnsitzlose und Arme, er wirkte an der Realisierung von Dokumentarfilmen zum Thema Armut und Obdachlosigkeit mit und war Herausgeber und Autor der Zeitschrift Lobster". Jochen Meurers erzählt, wie er dazu kam, eine Organisation wie die LOBBY zu gründen. Er zeigt auf, dass die Ideen der LOBBY politisch offensichtlich so gefährlich waren, dass sie nur mit der Zerstörung der Existenzgrundlage des Gründers zu bekämpfen waren. Meurers macht damit der Generation seiner Kinder Mut, sich für Bürgerrechte aller einzusetzen.
Drei sich als marxistisch verstehende SED-Kritiker aus der DDR, Wolfgang Harich, Rudolf Bahro und Robert Havemann entwarfen ökologisch-kommunistische Utopien als Alternativen zum Realsozialismus und zum Kapitalismus. Ihrer Meinung nach hätte die SED einen anderen Weg anschieben und eine Gesellschaft mit einem Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur aufzeigen können. Sie boten Argumente und Vorstellungen, an die man heute noch anknüpfen kann.
Kennen Sie Kofler? Der deutsch-österreichische Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosoph Leo Kofler (1907-1995) war ein herausragender Vertreter des deutschen Nachkriegsmarxismus. Mit seinem Versuch, die marxistische Theorie den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts entsprechend weiterzuentwickeln und die sozialistische Bewegung auf die Höhe der neokapitalistischen Zeit zu heben, machte sich der an Max Adler und Georg Lukács geschulte heimatlose Linke" seit den 1950er Jahren zu einem wichtigen Vermittler von alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker, bevor er Anfang 1991 schwer erkrankte und 1995 in seiner Wahlheimat Köln starb.
Mathias Wörsching von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin wird in seinem Vortrag die einzelnen rassistischen Initiativen sowie deren Drahtzieher vorstellen. Einen allgemeinen stadtweiten Überblick geben und die rassistischen Proteste in den einzelnen Stadteilen miteinander vergleichen.
Tauber (1891-1948) gilt als einer der ersten internationalen "Popstars" des 20. Jahrhunderts; entsprechend inszenierte er auch seine Auftritte. 1933 von den Nazis aus Berlin vertrieben, verlegte er seine Wirkungsstätte zunächst nach Wien. Mit dem Anschluss Österreichs an das faschistische Deutschland im März 1938 verlor er auch die österreichische Heimat. Er ging nach Großbritannien ins Exil, wurde britischer Staatsbürger und trat während des II. Weltkrieges in vielen Städten zur Truppenbetreuung auf.
Der Weg zum Theater am Rand führt über Bad Freienwalde und Altranft. Im dortigen Freilichtmuseum erfahren wir einiges über das Alltagsleben eines Dorfes im Oderbruch . Mit MANIFESTLICHES" nähern sich Walfriede Schmitt und Jens Uwe Bogadtke, Konrad Bauer und Johannes Bauer an den Posaunen sowie Tobias Morgenstern am Akkordeon Themen der Zeit ernst, politisch, sinnlich und dennoch mit Humor. Aber- die Liebe zum Geld ist es gewiss nicht. Eher sind es die beängstigenden Gründe für den Zustand unserer Welt, die die Akteure bewegen.
70 Jahre nach der Befreiung erleben wir, dass Rassisten und Faschisten ihre Menschenverachtung gegen Geflüchtete und MigrantInnen immer selbstbewusster auf die Staßen tragen. Deutschland will wieder Großmacht sein. Zeit, den Erfahrungen aus Faschismus und Krieg, den Lehren des Widerstands in der Öffentlichkeit mehr Geltung zu verschaffen.
Vor 75 Jahren wurde Leo Trotzki auf Befehl von Stalin in Mexiko ermordet. Wladislaw Hedeler skizziert im Vortrag vier Episoden aus den Jahren 1905, 1915, 1925 und 1935 im Leben des Revolutionärs und stellt deren unterschiedliche Auslegung durch die Biographen Pierre Broué und Isaac Deutscher vor und zur Diskussion.
Die zwei internationalen sozialistischen Frauenkonferenzen während des Ersten Weltkrieges in Bern 1915 und in Stockholm 1917 sind von der Historikergilde in Ost und West wenn überhaupt nur am Rande rezipiert worden. Warum? Waren die sozialistischen Aktivistinnen des Friedenskampfes so unbedeutend wie es scheint? Wie waren ihre Namen? Mit welchen Mitteln kämpften sie? Wer waren ihre Verbündeten? Welches Gesicht gaben sie der Wiederaufrichtung der Zweiten Sozialistischen Internationale? Das Symposium will das Wirken der internationalen Sozialistinnen ans Licht holen.
Die vergangenen 25 Jahre haben das größer gewordene Deutschland noch nicht geeint. Zu groß klaffen die Unterschiede Ost-West. Nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet, ob des rapiden Wegbrechens aller produktiven DDR-Strukturen und des jähen Überstülpens altbundesdeutscher Gepflogenheiten. Einem tatsächlichen Zusammenschluss war und ist das wohl kaum förderlich. Dem noch immer gespaltenen Land kann nur ein freimütig, ehrlich geführter Dialog von Nutzen sein.
Wie wir heute über Armut reden und mit Lebensformen am unteren Rande der Gesellschaft alltäglich umgehen, ist in starkem Maße kulturell geprägt. Da reicht die Spanne von religiös motiviertem Mitleid über antikapitalistische Radikalität bis zu höhnischem Selbstbewusstsein. In jedem Falle stehen wir da in einer Tradition, die bei den Deutschen aller sozialer Milieus zu Zeiten der Teilung sich unterschiedlich ausbildete. Das war für Christoph Lorke Anlass, dem Umgang mit dem sozialen "Unten" in Bundesrepublik und DDR nachzugehen.
Der bisherige Konfrontationskurs gegenüber Kuba wurde von Obama als erfolglos bewertet und aufgegeben. Nun scheint man eine Art friedliche Invasion durch US-amerikanische Touristen zu bevorzugen, die als Werte-Botschafter des amerikanischen Lebensstils fungieren sollen. Welche ökonomischen Auswirkungen, welche politischen Konsequenzen erwachsen dem sozialistischen Kuba aus den wieder aufgenommenen diplomatischen Beziehungen zu den USA? Was tun gegen die leise Einsickerung des American way of life?
Der Transhumanismus sieht die Zukunft in Superhirnen mit Hologrammen. Zur Industrie 4.0 mit ihrer digitalen Vernetzung kommt der Mensch 2.0 als denkender Roboter. Der Traum von der Unsterblichkeit soll verwirklicht werden. Ist die Zukunftsgestaltung technozentriert, ersetzen autonome technische Systeme die Menschen. Deshalb ist über Konsequenzen für eine humane Orientierung der Technologie-Entwicklung nachzudenken.
Eine Spurensuche anlässlich des 75. Todestages von Walter Benjamin. Allen Verbürgerlichungen und entschärfenden Interpretationen zum Trotz geht es um Benjamins entscheidende Kapitalismuskritik. Benjamins Diktum - solange es noch einen Bettler gibt, gibt es Mythos - in Verbindung mit seiner Konstruktion der sozialen Revolution soll der Leitfaden dieser Suche sein. Referent: Martin Hantke Eine Veranstaltung von Helle Panke e.V. in Kooperation mit NaturFreunde Berlin.
Im Vortrag werden wichtige Resultate und Probleme der seit 1990 durchgeführten Befragungen von fast 40.000 BürgerInnen der neuen Bundesländer dargelegt. Zunehmender Zufriedenheit stehen wachsende Zukunftsunsicherheit, Hoffnungen zunehmend Befürchtungen gegenüber. Ost und West sind nicht nur hinsichtlich wirtschaftlicher Leistungen und der Einkommen, sondern auch mental noch deutlich voneinander getrennt.
Nach dem Bombenanschlag von Suruç erklärte der türkische Präsident Erdogan nicht nur dem IS, sondern auch den kurdischen Gegnern des IS den Krieg. Tatsächlich trifft die Gewalt des türkischen Staates nun vor allem die kurdische Bewegung in der Türkei und im Nordirak. Wir wollen bei dem Podiumsgespräch am 16. September im SO 36 über die humanitäre und politische Situation vor Ort informieren und darüber diskutieren, wie von hier aus den Menschen geholfen werden kann. Wie können wir als Linke praktische Hilfe leisten und uns solidarisch verhalten?
Im Namen des Marxismus begangenes Unrecht als solches zu benennen und gleichzeitig den Sozialismus als Ideal nicht aufzugeben, dafür stand die Historikerin Wilfriede Otto. Unter dieser Maxime steht auch das Kolloquium. Zeitzeugen, Weggefährten und Historiker berichten über Wilfriede Ottos Forschungen und über ihr Ringen um (linke) Geschichtsbilder. Dass es in der Veranstaltung allerdings nicht nur um sie, sondern um das grundsätzliche Problem linker Kommunismusforschung geht, versteht sich.
Was hat die Linksfraktion der Großen Koalition entgegenzusetzen und wie bewertet sie deren Politik? Welche Rolle spielt Deutschland in der Welt und welche Rolle sollte es spielen? Was kann die Fraktion für mehr Gerechtigkeit in Deutschland tun? Welche frauenpolitischen Akzente kann die Fraktion setzen? Wie kann sie Syriza in Griechenland helfen? Wie sollte eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik aussehen? Welche frauenpolitischen Akzente kann die Fraktion setzen? Diese und andere Fragen über die Rolle und Aufgaben der Opposition im Bundestag wollen wir diskutieren.
Bereits die Unabhängigkeitswerdung der Republik Moldau 1989 bis 1992 gestaltete sich als äußerst schwierig. Nach einem kurzen Bürgerkrieg spaltete sich das industrielle "Power House" der Republik unter dem Namen Transnistrien ab. Der agrarisch geprägte Rest des südosteuropäischen Landes hingegen entwickelte sich zu einem Musterschüler von IWF und Weltbank, inklusive neoliberaler "Schocktherapie". Angesichts der Korruption der "pro-europäischen Parteien", einer weit verbreiteten Perspektivlosigkeit für die Massen und keiner realistischen EU-Beitrittsperspektive wenden sich derzeit immer mehr moldauische Bürger von Brüssel ab.
In diesem Oratorium begleitet der Chor den Saulus auf seinem Wege zum Paulus, ein Weg, der ihn vom Christenverfolger über den Weg der Erleuchtung zum christlichen Missionar führt, eine menschlich historisch spannende Wendegeschichte. Der Chor ist die Stimme Jesu, der Juden, Christen und Heiden. Er schaut zu, feuert an, trauert und leidet und ist immer direkt beim Geschehen dabei. Wie setzt Felix Mendelssohn Bartholdy musikalisch den Chor ein, um diese Geschichte lebendig zu gestalten?
Mit dem Putsch gegen die sozialistische Regierung von Salvador Allende am 11. September 1973 wurde auch eine Form der Produktionssteuerung zerstört, die ihrer Zeit weit voraus war. Jahre bevor das US-amerikanische Internet die Welt erblickte, wurde in Chile mit dem Projekt Cybersyn versucht, die Volksökonomie mittels eines vernetzten Apparates effizienter zu gestalten. Von der rechten Propaganda als "Kommunistenmaschine" bezeichnet, handelte sich um ein visionäres Computernetzwerk, das die 400 wichtigsten Fabriken des Landes verband.
Die Kalifornische Ideologie ist seit ein paar Jahren in aller Munde. Explizit, wenn in den Feuilletons über das emanzipatorische Potential von Sharing-Unternehmen wie dem Transportunternehmen Uber gestritten wird. Implizit, wenn die schöne neue Arbeitswelt in den Start-Up-Agenturen angepriesen wird. Wir wollen uns an diesem Wochenende nicht nur genauer anschauen, wie die Kalifornische Ideologie entstanden und wie der Siegeszug dieser Kapitalismuskultur verlaufen ist, sondern vor allem diskutieren, welche Kritik es daran gibt und wie man Widerstände dagegen denken, aber auch organisieren könnte.
Laudatio: Dr. Horst Dietzel Musik: Prof. Jürgen Schröder am Eisler-Flügel Ausstellungsdauer bis zum 09. November 2015
Residenzpflicht, Arbeits- und Ausbildungsverbot, Essensrationierungen und Ämternerv umreißen recht anschaulich den Alltag Asylsuchender in Deutschland. Die Theaterarbeiten des Vereins Bühne für Menschenrechte geben einen wortgetreuen Einblick in diese Welt, indem SchauspielerInnen die Erlebnisse und Erzählungen der Refugees wiedergeben. Zuerst waren es Texte in Form von Asyl-Monologens, seit einem Jahr sind daraus Asyl-Dialoge gewachsen. Das Konzept dieses dokumentarischen Theaters wollen wir an dem Abend vorstellen.
Freitag, 28.08.2015, 19:00 bis 22:00 Uhr Zum dialektischen Widerspruch in der kapitalistischen Produktionsweise und seiner Darstellung in Marx Kapital" Samstag, 29.08.2015, 10:30 bis 13:30 Uhr Zum Zusammenhang zwischen Wert und Produktionspreis.
Die Tour stellt einzelne der in der Stadtmuseums-Ausstellung Geraubte Mitte" präsentierten Schicksale jüdischer Hausbesitzer, ihrer Grundstücke und Geschäfte zwischen 1933 und 1945 in den Mittelpunkt. Wir gehen vom Rathaus über den Werderschen Markt zur Wallstraße 16. Hier - in der Nähe des U-Bahnhofs Spittelmarkt endet die Tour. Auf dem Weg liegen einige der spektakulärsten Berliner Arisierungsfälle: Das führende deutsche Modekaufhaus Hermann Gerson wurde 1939 zum Reichskriminalpolizeiamt, in der Wallstraße 16 wurden nach der Arisierung die sogenannten Judensterne für die deutschsprachigen Juden gedruckt. Referent: Dr. Benedikt Goebel (Historiker und Kurator)
Aus der professionellen Bildbearbeitung ist Adobe Photoshop nicht mehr wegzudenken. Von leichten Korrekturen bis hin zu aufwändigen Retuschen und Collagen hält Photoshop einen reichhaltigen Werkzeugkasten für Sie bereit, den Sie einmal in seinem Funktionsumfang kennen gelernt schnell und zielgerichtet einsetzen können, um Ihre Bildprojekte qualitativ hochwertig zu realisieren. Ob einfache Retusche-Arbeiten oder Fotomontage, multimediale Verwendungszwecke Ihrer Bilder oder Illustrationen: Lernen Sie in diesem Seminar die wesentlichen Einsatzmöglichkeiten von Photoshop kennen. Zahlreiche Praxisbeispiele und Übungen erleichtern Ihnen die Festigung des erworbenen Wissens für Ihre tägliche Arbeit.
Adobe InDesign ist der Standard für modernes Desktop Publishing, weil es kreative Freiheit, Produktivität und Präzision bei der Gestaltung erstklassiger Print-Produkte wie Bücher, Zeitschriften, Flyer, Broschüren und Anzeigen bietet. In diesem Seminar erlernen Sie die Techniken zum Aufbau von einzelnen Seiten bis hin zu umfangreichen Dokumenten für den Druck oder das Online-Publishing. Sie lernen die Funktionsweise und die Logik von InDesign kennen. Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, Broschüren, Flyer oder Anzeigen selbst zu layouten und als PDF sowie für den Druck bereit zu stellen.
Während der DenkMalTour werden wir Frauen aus der Gründungszeit der ArbeiterInnenbewegung, im Kampf gegen den Krieg, während des Berliner Blutmai und im Widerstand gegen den Faschismus kennenlernen.
Der Rätebewegung gelang es auch in ihrer zweiten Phase, eine Massenbasis zu mobilisieren. Dabei stellte sie Forderungen, die mit ihrem umfassenden sozialistisch-basisdemokratischen Anspruch deutlich über die Weimarer Ordnung hinauswiesen. Die Revolution war also nicht mit den Wahlen Anfang 1919 abgeschlossen. Die Rätebewegung belegt außerdem, dass es in der Arbeiterbewegung noch eine reale Alternative jenseits von Sozialdemokratie und Stalinismus gab.
Die "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (KgU) galt in Ost und West lange Zeit als Inkarnation des Antikommunismus und der Feindschaft gegen die DDR. 1948 als Reaktion auf die Entlassungswelle aus den sowjetischen Speziallagern gegründet und 1959 während der zweiten Berlin-Krise aufgelöst, entfaltete die KgU nicht nur humanitäre Aktivitäten, verbreitete Flugblätter oder war nachrichtendienstlich tätig, sondern beförderte und praktizierte zeitweise auch Gewalt als Widerstandsmittel gegen die Staatsführung.
Das sympathische Einvernehmen zwischen Ernst Busch und Erich Kästner und ihre kulturelle Zusammenarbeit werden von Kästners Biografen zumeist ignoriert oder nur beiläufig erwähnt. Beide kamen 1927 zur Kunstmetropole Berlin: Ernst Busch wurde populär als "Barrikaden-Tauber" und Kästner als Kinderbuchautor. Doch das Potential der Künstler war umfangreicher. Es kam zu einem kollektiven Zusammenwirken im Kabarett, Rundfunk und Spielfilm.
Der Tischkalender für Beamte verweist auf 38 Fest- und Feiertage. Nimmt man alle privaten Geburtstags-, Tauf- und Jugendweihefeste, sowie Erntefeste in Dörfern und Kleingartenanlagen hinzu, oder den Urlaubsantritt sowie Beförderungen (falls noch in einem Arbeitsverhältnis stehend), dann rundet sich das Feier-Jahr. Addiert man nun noch die bei älteren Jahrgängen mit Langzeitgedächtnis verankerten 29 Gedenk- und Feiertage aus dem DDR-Kalender hinzu, ist Deutschland, wie weiland Kanzler Kohl wusste, nicht nur ein Freizeit-, sondern ein unübertroffenes Feierparadies. Freizeit-Eden pur von Neujahr bis Jahresende. Und dann alles wieder aufs Neue!
In seinem multimedialen Vortrag erinnert Uwe Durak an die historischen Höhepunkte der Weltfestspiele der Jugend und Studenten. Von den ersten in Prag und Budapest - über die unvergesslichen Treffen 1951 und 1973 in Berlin - bis 1989 Pjöngjang mit der bangen Frage: Waren das die Letzten? Die Bewegung der Jugend und Studenten für den Frieden der Welt gab die Antwort: 1997 fanden die Weltfestspiele in Havanna, danach in Algier, Caracas, Venezuela, Pretoria und im Dezember 2013 in Quito (Ecuador) statt. Die Weltjugend ist sich treu geblieben.
Die Energie aus den Tagebauen in der Lausitz versorgt nach wie vor überdurchschnittlich den Bedarf der wachsenden Metropole. Wie harmoniert der Wunsch nach sauberer Energie mit dem Leben der Menschen außerhalb Berlins? Das wollen wir uns anschauen und mit Akteuren, mit Visionären und praktisch Betroffenen sprechen. Als Exkursionsleiter konnten wir Dr. Michael Thomas vom Brandenburg-Berliner Institut für Sozialwissenschaftliche Studien (BISS) e.V. gewinnen.
Als ungemein praktisch und zunehmend unabdingbar präsentieren sich die technischen Möglichkeiten von Smartphones und Co. im Alltag. Durch die entstehende Bündelung von Daten über die mobilen Endgeräte und die immer neuen Möglichkeiten der Datennutzung wird es aber auch zunehmend schwierig, die eigenen Daten effektiv zu schützen. Oft ist für die NutzerInnen nicht mehr nachvollziehbar, welche Daten wohin vermittelt werden, wer davon profitiert und wie sich das ggf. verhindern lässt.
Was es bedeutet, heute als Feministin gegen das zu kämpfen, was Laurie Penny die sexuelle Gegenrevolution nennt, wollen wir an diesem Abend im SO36 mit ihr diskutieren.
Die am 1. Juli 1990 in Kraft tretende Währungsunion leitete für Ostdeutschland den Transformationsprozess von der Plan- zur Marktwirtschaft ein. Er sollte so rasch wie möglich auch im Osten zu blühenden Landschaften führen. Durchgesetzt wurde die Transformation mit den Mittel der Schocktherapie.
In ihrem Krieg gegen den Terror" versuchten die NSA und ihre befreundeten Geheimdienste nicht nach der berühmten Nadel im Heuhaufen zu suchen, sondern den ganzen Heuhaufen zu erfassen. Dafür wurden und werden weder Kosten, Mühen, Freundschaften oder gar Bürgerrechte geschont. Im Gespräch: Jacob Appelbaum (Internetaktivist), Sarah Harrison (WikiLeaks), Laura Poitras (Oscar 2015 für "Citizenfour") und Martina Renner (MdB, Obfrau DIE LINKE im "NSA-Untersuchungsauschuss")
Ein jüngst erschienener Band, an dem 22 Autoren aus fünf Ländern mitarbeiteten, behandelt innerkommunistische Reformbestrebungen. Er erschien zu Ehren von Theodor Bergmann (Jg. 1916, war Professor für international vergleichende Agrarwissenschaft an der Universität Stuttgart-Hohenheim) der am Band mitarbeitete und bei der Buchvorstellung anwesend sein und einen Vortrag halten wird. Es werden auch weitere Autorinnen und Autoren des Bandes bei der Veranstaltung anwesend sein.
Das ehemalige Jugoslawien gehört bei vielen Bürgerinnen und Bürgern seiner Nachfolgestaaten nicht mehr zu ihrer eigenen biografischen Erfahrung. Dennoch füllen die Abhandlungen darüber eine ganze Bibliothek. Woher rührt das große Interesse an diesem untergegangenen Staat? Dieser Frage geht Tanja Petrović in ihrem Buch Yuropa" nach.
Klaus Eichner war viele Jahre leitender Analytiker auf dem Gebiet der US-amerikanischen Geheimdienste in der Hauptverwaltung A der DDR. Er ist kompetenter Zeitzeuge, dass die Aufklärung der DDR bereits seit den 70er Jahren fundierte Kenntnisse über die elektronische Kampfführung der USA und BRD besaß. Viele Dokumente aus dieser Zeit könnten heute noch dazu beitragen, angebliche Geheimnisse über das Vorgehen der NSA gegen Verbündete nachzuweisen.
Entgegen verbreiteter Legenden dominierten nach der Befreiung im Kontext koordinierter Besatzungspolitik und deutscher Aktivitäten in allen Besatzungszonen angenäherte Wege antifaschistisch-demokratischer Umgestaltungen und Neuordnungen, so dass die Herstellung der Einheit eines neuen Deutschlands und eine deutsche Friedensregelung greifbar nahe schienen. Der Kalte Krieg durchkreuzte diese Entwicklung. Frühe BRD und DDR konkurrierten nun miteinander darum, welches das "bessere Deutschland" sei.
Im 25. Jahr der Wiedervereinigung wollen wir neben einer kritischen Gesamtbilanz auch vernachlässigte Probleme und Aspekte erörtern: die Rolle der Gewerkschaften, einen Vergleich der 25 Jahre in der größeren BRD mit den letzten 25 Jahren der DDR, die Sicht der jüngeren Generation auf den Einigungsprozess und die Spielräume der Länder und Kommunen Ostdeutschlands. Wie sind gleichwertige Lebensverhältnisse und eine selbst tragenden wirtschaftlichen Entwicklung im Osten möglich?
Jedes große Opernhaus benötigt einen gewandten und erfahrenen Orchesterdirektor. Dieser ist verantwortlich für zahlreiche Bereiche des Hauses. Ohne seine Arbeit wäre ein solcher Apparat nicht funktionsfähig. Die Arbeit eines Orchesterdirektors vollzieht sich im Hintergrund und ist für die Öffentlichkeit nicht präsent. Da in jedem Opernhaus das Orchester ein ausgesprochener "Machtfaktor" ist, kann ohne dessen vorbehaltlosen Einsatz nichts erreicht werden.
Ein Maientag brachte endlich die lang erhoffte Erlösung: Der Faschismus war besiegt, die Menschheit atmete auf. Der Tag der Befreiung eine Zeitenwende. Das Alliierte Übereinkommen auf der Potsdamer Konferenz sollte den Weg in eine friedliche Zukunft ebnen. Aber der Schwur "Nie wieder Krieg!" verhallte nur allzu schnell. Heute sieht sich die Welt wieder mit kriegerischen Konflikten und Auseinandersetzungen konfrontiert. Die Lehren aus zwei mörderischen Weltkriegen zu beherzigen, kann nur heißen: Nieder mit den Waffen, für eine Welt in Frieden und Gerechtigkeit!
Am 19. Juni 1953 wurde das jüdische Ehepaar Ethel und Julius Rosenberg in den USA hingerichtet. Angeklagt hatte man die beiden KommunistInnen wegen (angeblicher) Atomspionage für die Sowjetunion, als Hauptbelastungszeuge fungierte Ethels Bruder David Greenglass. In der Ära McCarthy war der Fall Ausdruck nicht nur des weitverbreiteten Antikommunismus, sondern er stellte auch ein Beispiel für Antisemitismus und sexistische Geschlechtervorstellungen dar.
Welche Möglichkeiten haben die Länder des europäischen Südens, sich den ihnen von supranationalen Institutionen auferlegten Zwängen zum Kaputtsparen entgegenzustellen? Welche Mechanismen greifen, und wer profitiert von dieser Politik? Harald Wolf gibt Auskunft über die wirtschaftspolitischen Zusammenhänge und vorherrschenden Interessen, Ozeni Athanasiadou berichtet über die Umwälzungen, die die Auseinandersetzung in der griechischen Gesellschaft ausgelöst hat.
Der Vortrag wirft über die Verständigungsprobleme zwischen Migranten und Einheimischen während der ersten schwierigen Nachkriegsjahre hinaus auch einen Blick auf das weitere Schicksal der Flüchtlinge bis zu ihrer schließlich gelingenden sozialen, politischen und alltagskulturellen Integration Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre in der DDR bzw. der Bundesrepublik. Referent: Prof. Dr. Jörg Roesler Moderation: Dr. Stefan Bollinger
Der in Leipzig geborene Schriftsteller und Kommunist Bruno Apitz (1900-1979) erlangte mit seinem Werk "Nackt unter Wölfen" (1958) weltweite Anerkennung, er war der erste Weltbestseller der DDR-Literatur überhaupt. Zugleich galt und gilt Apitz bis heute als einer der regimetreuesten Literaten des SED-Staates, als ein Schriftsteller, der an die emanzipatorische Kraft des Kommunismus bis zuletzt wirklich glaubte.
Seit knapp einem Jahr tagt der sogenannte NSA-Untersuchungsausschuss". Das Gremium soll Ausmaß und Hintergründe der Ausspähungen durch ausländische Geheimdienste in Deutschland aufklären. Angestoßen wurde dieses Aufklärungsvorhaben durch die Enthüllungen von Edward Snowden. Nun, nach über zwölf Sitzungen, wollten wir nachzufragen, was bis jetzt verhandelt wurde und wie wir aus diesen Enthüllungen zu einer Agenda gegen die praktizierte digitale Totalüberwachung kommen können.
Nach dem Rückzug von Klaus Wowereit stellt die SPD nun mit Michael Müller einen neuen Regierenden Bürgermeister in Berlin. Doch hat sich eigentlich nach fünf Monaten an der Politik des Senats wesentliches verändert? Die Probleme der Stadt liegen auf der Hand, beherzte Lösungen werden dafür aber nicht geboten. Doch was sollte in Berlin anders laufen? Welche Vorschläge gibt es von Seiten der Opposition? Was sind die Alternativen bei den wichtigen Fragen der Stadt?
Seit Monaten treibt die "United Kingdom Independence Party" (UKIP) mit den Themen Zuwanderung und Austritt Großbritanniens aus der EU die britischen Konservativen vor sich her. Bei der Europawahl im Vereinigten Königreich im Jahr 2014 erreichte die UKIP 28 Prozent und wurde mit 24 Sitzen stärkste britische Partei. Am 7. Mai finden im Vereinigten Königreich die Unterhauswahlen statt. UKIP kann bei dieser Wahl zum entscheidenden Faktor werden.
Vor 70 Jahren, am 17. Mai 1945, wurde durch den Stadtkommandanten Nikolai E. Bersarin der Berliner Nachkriegsmagistrat unter der Leitung von Dr. Arthur Werner eingesetzt. Ende Mai meldete der neu gebildete Berliner Magistrat daraufhin beim Stadtkommandanten Bedarf nach einem geschlossenen Wohnbezirk für leitende Mitarbeiter an. Daraufhin wurde in Berlin-Biesdorf eine besondere Siedlung ins Leben gerufen.
Die politische Biographie von Waltraud Seidel-Höppner befasst sich mit dem Leben und Werk des revolutionären Demokraten Wilhelm Weitling. Mit Rudolf Kerns Studie "Victor Tedesco, ein früher Gefährte von Karl Marx in Belgien" liegt seit letztem Jahr eine erste umfassende Würdigung des Lebens und Werks Tedescos im Deutschen vor. Beide Biographien werden im Referat vorgestellt.
Ein Jahr nach dem Machtwechsel in Kiew ist die Ukraine faktisch gespalten. Ihre "territoriale Integrität" ist nur noch um den hypothetischen Preis einer gewaltsamen Durchsetzung der Regierungsseite zu haben. Die ukrainische Seite verlangt trotz des Minsker Abkommens die Kapitulation der Aufständischen im Donbas, Russland hat angekündigt, dieses Szenario nicht zuzulassen. Was sind die Wurzeln dieses Konflikts, der jederzeit eskalieren kann, und gibt es Perspektiven für eine Kompromisslösung?
Eine ermutigende Erinnerung - nach 70 Jahren - an konstruktive Zusammenarbeit von deutschen Emigranten.
Ein Blick in die Geschichte spannt den Bogen von Großmachtinteressen und Nationalismen, die um den Vorrang in Europa stritten zu den Chancen einer gemeinsamen Politik unter sozialistischen Vorzeichen. Aber auch diese war nicht frei von "ewigen" Interessen, denen auch Freundschaften geopfert wurden. Und der Rückblick fällt auf fragwürdige Allianzen und tödlichen Konfrontationen.
"Der 8. Mai war in Deutschland schon fast ein Sommertag. Er grub sich ein ins Gedächtnis vieler Nationen. Das große Schlachten und Sterben hatte ein Ende, der Krieg in Europa war aus." Mit diesen Sätzen beginnt Günther Rühle seine eindrucksvolle und spannende Schilderung des Theaterneubeginns in Berlin. Der 8. Mai 1945 war der Tag, an dem die Völker Europas befreit wurden, befreit vom jahrelangen Töten und Sterben, befreit von undenkbaren Gräueltaten. Aber was war mit den Deutschen? Zuversicht, Hoffnung besaß nur eine kleine Minderheit in diesem durch eigene Schuld in Trümmern ersticktem Land.
Der junge Marx hat in einer Vielzahl von Texten zu Fragen des Rechts Stellung genommen. Neben heftiger Kritik an konkreten Gesetzen im damaligen Preußen setzt er sich mit prominenten Staats- und Rechtstheorien seiner Zeit insbesondere derjenigen Hegels auseinander. Sein Ringen um den richtigen Umgang mit den rechtstheoretischen Fragestellungen ist immer auch eine Suche nach der adäquaten Form von Gesellschaftskritik überhaupt. Mit der Entwicklung der Letzteren in der Kritik der politischen Ökonomie scheint seine Behandlung rechtlicher Fragen dann in den Hintergrund zu treten.
Gisela Steineckert berichtet über zahlreiche Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern, beleuchtet deren schillernde und eigensinnige Persönlichkeiten. Welche unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit gab es mit Dirk Michaelis, Veronika Fischer und Holger Biege, um nur einige zu nennen? Welche besonderen Tricks und Kniffe waren nötig, um Werke wie "Als ich fortging", "Clown sein" und "Komm wir malen eine Sonne" entstehen zu lassen? Eine Entdeckungsreise in die erstaunliche Textwerkstatt der Gisela Steineckert.
Aktuell versucht eine Allianz aus Mieterinitiativen über das "Gesetz über die Neuausrichtung der sozialen Wohnraumversorgung in Berlin" verschiedene Regelungen für die städtischen Wohnungsunternehmen und bei Sozialwohnungen festzuschreiben. Dieses beträfe die Bestände der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften (300.000 Wohneinheiten) sowie der 126.000 Wohnungen des geförderten sozialen Wohnungsbaus. Zurzeit werden für die erste Stufe des Volksentscheids Unterschriften gesammelt.
Horst Dietzel, Sibylle Meister, Jürgen Schmidt-Lingner Laudatio: Günter Böhme Musik: Johannes Bauer (Posaune)
Von Isaac Deutscher stammt die Unterscheidung zwischen Ketzern und Renegaten des Kommunismus. Der Begriff des Grenzgängers liegt quer zu beiden: Er bezieht sich auf Menschen, die sich unterschiedlich weit vom Kommunismus als Ideologie, Bewegung oder Glaubensgemeinschaft entfernten, denen er aber nie gleichgültig wurde. Sie lebten mit und gegen den Kommunismus, ein Leben ohne ihn war für sie nicht möglich. Er blieb der archimedische Punkt ihres Daseins.
Ein Rechtstrend kennzeichnet die politische Entwicklung in Europa seit vielen Jahren. Inzwischen gehören rund 20 Prozent der Parlamentarier in Brüssel Parteien an, die zum nationalkonservativen bis extrem rechten Spektrum zählen. Was sind die Ursachen dieser Entwicklung? Wer sind die Akteure und inwieweit haben die etablierten Parteien diesem Trend Vorschub geleistet sowohl in den jeweiligen Ländern als auch auf europäischer Ebene?
Im Vortrag soll es um Blochs Positionen zu den verschiedenen modernen Strömungen Surrealismus, Neue Sachlichkeit und eben Expressionismus gehen, wie er sie in seinen Aufsätzen, aber auch in seinen Beiträgen zu verschiedenen literaturtheoretischen Debatten des Exils formulierte. Daneben werden auch seine Beziehungen zu wichtigen Gesprächspartnern, wie z.B. Walter Benjamin und Siegfried Kracauer, kurz angesprochen.
Wie überall in Osteuropa haben die baltischen Staaten seit ihrer Loslösung aus der sowjetischen Hegemonie erhebliche Probleme mit ihrer Geschichtsdeutung. Dabei verfügen ausgerechnet diese Länder über einige künstlerisch bedeutende Memorialkomplexe aus spätsowjetischer Zeit. Inwieweit diese überkommenen ("ererbten") Deutungsversuche heute einfach belassen, neu interpretiert, ergänzt oder gar "umgedreht" wurden, soll an einigen Fällen aus Riga, Liepaja und Kaunus gezeigt werden.
Vor dem Hintergrund des 40. Jahrestages der Kapitulation des südvietnamesischen Präsidenten Minh vor den Truppen Nordvietnams am 30. April 1975 in Saigon wird im Rahmen des Linken Asienforums auf die Entwicklung Vietnams in den zurückliegenden Jahren geblickt und der Frage nachgegangen, wie sich das Land und seine Bürger der Zukunft zuwenden.
Am Görlitzer Park spitzen sich verschiedene gesellschaftliche Diskurse (Innere Sicherheit, Migration, Gentrifizierung, Gesundheitspolitik) und praktische Probleme (Umgang mit Gewalt im Umfeld des Drogenhandels, Arbeitsmöglichkeiten für Illegalisierte und Refugees) zu. Wir denken, dass die Diskussion zu Drogen und allem was daran hängt nicht konservativen und rechten Politikern und Journalisten überlassen werden darf. Deshalb laden wir unterschiedliche Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Initiativen am 28. April ins SO36 ein, um über die verschiedenen Probleme und mögliche Lösungen zu diskutieren.
Der Referent analysiert die Entwicklung und den Zustand der Gesundheitspolitik und benennt auch die Veränderungen, die nötig sind.
Wir wollen uns Sagenhaftes aus dem Thüringen der Vergangenheit in Erinnerung rufen. Alte Volkssagen wurden wieder entdeckt und für Leute von heute mit Augenzwinkern frei neuerzählt vom Fernsehjournalisten Klaus Fischer. Er gewann Peter Muzeniek und Horst Hausotte, um sein Buch "Sagenhaftes Thüringen" mit wunderlich-schönen, ganzseitigen, farbenfrohen Bildern zu bereichern. Wer möchte, tauche heute hier ein in hunderte Jahre Geschichte und entdecke die Mitte von Mitteldeutschland - das sagenhafte Thüringen.
Über Fragen wie die korsettartigen Rahmenbedingungen der Antikrisenpolitik in Griechenland nach dem Wahlsieg von Syriza, das Verständnis von Dialog und Solidarität der Regierenden in Europa und die Antwort der Linken wollen wir nach dem einführenden Referat gemeinsam diskutieren.
Welchen Wandel vollzieht die Weltordnung? Entwickelt sie sich von der Bipolarität des Kalten Krieges über die Unipolarität von USA und NATO hin zu einer Multipolarität oder wieder in eine bipolare Un-Ordnung? Was bedeuten der Ukraine-Konflikt, der Schwenk der USA nach Asien, die Rolle von Atomwaffen, die Raketenabwehr und Kampfdrohnen? Wie positioniert sich die deutsche Regierung und welche Aufgaben stellen sich der Friedensbewegung?
Dr. Wladislaw Hedeler stellt seine Anfang des Jahres im Berliner Verlag Matthes & Seitz veröffentlichte Biographie Nikolai Bucharin. Stalins tragischer Opponent" vor. Der fast auf den Tag genau vor 145 Jahren geborene Wladimir Uljanow hatte Nikolai Bucharin im Brief an den Parteitag 1922, der als sein politisches Testament gilt, als Liebling der Partei" bezeichnet und dessen Stärken und Schwächen als Theoretiker skizziert. Stalin, Lenins Nachfolger als Generalsekretär der Kommunistischen Partei, ließ Bucharin im Schauprozess 1938 zum Tode verurteilen und hinrichten.
Sich zu organisieren, gemeinsam für ästhetische Standards einzutreten sind das allzu altertümliche Gedanken und Versuche? Oder würde nicht gerade die Verstetigung eines kritischen Dialogs jene Professionalisierung der Debatte nach sich ziehen, die im Falle einer sozial-emanzipatorischen Literatur nicht weniger dringlich ist als bei politischen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Welche Vorbilder für Schriftstellerzusammenschlüsse gibt es? Wie sähe eine zeitgemäße Form dessen aus?
Wir gehen an verschiedene Orte in Berlin, an denen wir über Vergangenheit und Gegenwart der Befreiung informieren möchten, um gemeinsam einen Blick in die Zukunft zu wagen.
Die Busexkursion ist bereits ausgebucht. Leider keine Anmeldung mehr möglich.
Was versteht man unter kritischer Literatur? Welche Bedeutung haben sozialrealistische Ansätze im Rahmen einer emanzipatorischen, kritischen Literatur und wie lässt sich die gesellschaftliche Wirklichkeit vom Standpunkt ästhetischer Intervention reflektieren? Wie ist andererseits der Falle zu entgehen, dass Literatur zunehmend an gesellschaftlicher Aufmerksamkeit verliert? Wo liegen die Grenzen dessen, was Literatur zu bewegen vermag?
Wenn Adorno schreibt, dass die analytische Psychologie die Einzige sei, die im Ernst den subjektiven Bedingungen der objektiven Irrationalität nachgehe, dann ist damit nicht nur gesagt, dass angesichts des fortdauernden Misslingens der Emanzipation die Psychoanalyse ein unabdingbares Moment kritischer Gesellschaftstheorie sein sollte, sondern auch, dass man es hier mit einer Lücke zu tun bekommt.
Die Ukraine-Krise belegt, dass hegemoniale Weltpolitik und ihre gewaltsamen Durchsetzungsbemühungen in die Sackgasse führen, gefährliche Konsequenzen haben können.
Im Vortrag wird ein Konzept vorgestellt, wie durch einen Paradigmenwechsel in der Investitionsförderung die ständig steigenden Unternehmens- und Vermögenseinkommen stärker für Investitionen im Inland mobilisiert und gleichzeitig wirksamer auf volkswirtschaftliche Ziele (Wachstum, Beschäftigung, Ökologie) ausgerichtet werden können.
Sein ganzes Leben widmete der radikale Sozialist Karl Polanyi (1886 bis 1964) der Zielstellung, eine eigene Erzählung der demokratischen Linken zu entwickeln. Er wollte mit dieser Erzählung, die jenseits von elitären Diskursen stattfinden muss, gegen die Krise der liberalen Utopien und der kapitalistischen Marktgesellschaft das Alltagsbewusstsein der Menschen erreichen.
Wir beschäftigen uns mit der deutschen Besatzung und dem Widerstand der Partisanen während des 2. Weltkriegs, thematisieren die Verarbeitung des antifaschistischen Befreiungskriegs zum jugoslawischen Staatsgründungsmythos und die damit verbundene und bis heute umkämpfte spezifische Erinnerungspolitik. Die Geschichte Jugoslawiens als sozialistischer blockfreier Staat, die nationalistischen und zum Teil von außen geschürten Bürgerkriege der 1990er Jahre und der Umgang mit diesen heute stehen ebenso auf dem Programm wie Treffen mit AktivistInnen von heutigen sozialen Bewegungen, welche sich für Minderheitenrechte und gegen die ökonomischen Krisenerscheinungen richten.
Die Referentin geht auf die Entwicklung der Theorie ein, thematisiert Formen und Methoden der staatsmonopolistischen Entwickung und verweist auf einige Ursachen des Verschwindens der Theorie.
"Das ist mein Ort", versichert uns Knut Elstermann, "die Straße meiner Kindheit, Durchgangsstation von Generationen, die alle etwas hinterlassen haben. Ich habe mich auf den Weg gemacht, mit Alteingesessenen und Neuankömmlingen, mit Berühmtheiten und Unbekannten gesprochen, meine eigenen Erinnerungen belebt und in staubigen Akten geblättert. Ein Jahr lang zog es mich immer wieder in meine Winsstraße und ich bin auf der Suche nach den vergessenen Geschichten dieser Berliner Straße am Ende auf ein Geheimnis der eigenen Familie gestoßen". Wir dürfen gespannt sein!
Der Referent betrachtet die Entwicklungen in Kuba seit 2007 und legt Schwierigkeiten und Probleme dar. Er erläutert, wie die KP und der Staat gemeinsam mit dem kubanischen Volk die zu lösenden Aufgaben angehen: Schrittweise, mit Bedacht, aber ohne Pause.
2015 gilt unser Motto "De-Fragmentierung": Der LiMA-Kongress wird sich mit über 100 Workshops, Seminaren und Vorträgen dem klassischen Schwerpunkt Weiterbildung widmen. #LiMA15 will den TeilnehmerInnen Handwerkszeug zum Verändern, Vernetzen und Entwickeln neuer Ideen mitgeben. Wir wollen kritisch einhaken und eine neue Medienrealität und -rezeption denken. #LiMA15 will zeigen, wie der Alltag von JournalistInnen und MedienmacherInnen von Morgen aussehen könnte und wie sich die Rolle von Leser-Innen, ZuschauerInnen und HörerInnen verändert.
Die Vergangenheit und Gegenwart Jugoslawiens sind sehr facettenreich. Das Seminar soll dazu dienen, einen Einblick in die Geschichte Jugoslawiens von der Gegenwart bis zum Zerfall zu bekommen. Das Seminar dient der Vorbereitung einer Jugendbildungsfahrt der Hellen Panke im April durch den postjugoslawischen Raum von Zagreb über Sarajevo nach Belgrad. Es ist offen für alle Menschen bis 35, die sich für die Geschichte und Gegenwart dieser Region interessieren. Der Besuch des Seminars setzt keine Reiseteilnahme voraus.
Rolf Lukowsky, Komponist, Musikdozent, Chorleiter, Dirigent, lernte Ernst Busch 1965 eher zufällig bei der Vorbereitung der 7. Arbeiterfestspiele kennen. Eine langjährige Zusammenarbeit folgte. Lukowsky arrangierte und komponierte Lieder für Busch, begleitete ihn als Pianist, war auch an den Aufnahmen der Aurora-Schallplattenreihe beteiligt. Lukowsky, haben Sie Zeit? Na, dann kommen Sie mal her" hieß es bei Busch. Am Freitag, dem 20. März 2015 um 19:30 Uhr sind wir mit Rolf Lukowsky im Gespräch.
Hedeler reiste zu Recherchen über den Gulag zwischen 2001 und 2013 regelmäßig nach Kasachstan. Die Verlegung der Hauptstadt aus Almaty in den Norden, in die Nähe der russischen Grenze, war bereits erfolgt, die Neubewertung der Sowjetepoche hatte begonnen. In Kasachstan kam es nicht - anders als in den baltischen und mittelasiatischen Republiken - zu einem Bruch mit Russland. Die Geschichte der Museen in Dolinka und Malinowka ist ein Spiegelbild dieser Umwertung und des Versuchs, kulturelle Identität über eine gesteuerte Erinnerungspolitik zu verankern. Wie dabei verfahren wird, lässt sich auch sehr gut an den Veränderungen im Stadtbild von Karaganda erläutern. Referent: Dr. Wladislaw Hedeler
Egoismus verkommt dann zum Egozentrismus, wenn das Eigeninteresse über das Gemeininteresse gestellt wird. Im Kapitalismus wird durch das Streben nach Maximalprofit diese Tendenz gefördert. Die Besitzer von Produktions-, Finanz- und Informationsmitteln nutzen Menschen für ihr Profitinteresse als Humankapital. Für eine anzustrebende Solidargemeinschaft ist der Zusammenhang von Eigenwohl (Egoismus) und Gemeinwohl (Altruismus) zu sichern. Dazu gibt es in Geschichte und Gegenwart heftige Auseinandersetzungen, auf die einzugehen ist.
Der größte aktive jüdische Friedhof Europas mit einer Fläche von 43 ha liegt in Berlin-Weißensee. Die Anlage dieses Hauses der Ewigkeit mit seinen Grabmalen ist ein einzigartiges Zeugnis deutsch-jüdischer Kulturgeschichte. Denn seit der Einweihung im Jahr 1880 fanden hier mehr als 115.000 Menschen ihre letzte Ruhestätte. Der Friedhof erzählt über die hier Begrabenen und ihre Angehörigen sowie über den unterschiedlichen und schwierigen Umgang der Nachgeborenen mit diesem Erbe.
Wir möchten in diesem Seminar mit kritisch-solidarischem Blick betrachten, in welchen historischen, kulturellen und ökonomischen Widersprüchen Venezuela steckt. Dabei können wir uns unter anderem auf die spannenden Vor-Ort-Erfahrungen langjähriger AktivistInnen der Solidaritätsarbeit des Interbrigadas e.V. freuen.
In allen entwickelten Industrieländern vollzieht sich gegenwärtig ein grundlegender Wandel der Produktivkräfte. Die Haupttreiber dieser Entwicklung sind das Internet und die wachsende Leistungsfähigkeit eingebetteter softwareintensiver Systeme. Fest steht, dass diese neue industrielle Revolution nicht nur zu einem Produktivitätssprung, sondern auch zu tiefgreifenden strukturellen Veränderungen sowie zu neuen Chancen für den gesellschaftlichen Fortschritt führen wird.
Am Ende der Weimarer Republik war die KPD eine weitgehend undemokratische und bürokratische Partei, ihre politische Linie wurde aus Moskau vorgegeben. Doch das war nicht immer so. Vielmehr erlebte die KPD im Lauf der 1920er Jahre einen fundamentalen Wandel. Nicht alle Kommunisten ließen diese "Stalinisierung" widerspruchslos über sich ergehen. Die KPD-Linken verloren jedoch den Kampf um ihre Partei nicht zuletzt, weil ihre Kritik vielen als unaufrichtig erschien. Denn an der Entdemokratisierung der KPD hatten die Linken selbst einen unrühmlichen Anteil.
Johanna Arndt (Vortrag und Gesang) und Christine Obermann (Klavier) präsentieren ihr Eisler-Programm.
Die Syriza-Regierung ist fulminant gestartet und bringt Bewegung in die starre Architektur der Merkelschen Spardiktate. Kann aus der Bedrängnis eine kleinen Landes mit einer linken Regierung ein Befreiungsschlag für die Eurozone werden? Ist Syriza in der Lage, mit den Kritikern der deutschen Finanzidiotie ein dauerhaftes Bündnis zu schmieden? Welche Erpressungen drohen, wenn die griechische Regierung an ihrem Kurs festhält?
Im November 1952 fand in Prag der letzte stalinistische Schauprozess statt. 14 hochrangige Funktionäre des Staats- und Parteiapparats der Tschechoslowakei, darunter Rudolf Slánský, der vormalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei, wurden beschuldigt, sich gegen die volksdemokratische Ordnung verschworen zu haben. Elf von ihnen wurden zum Tode verurteilt und kurz darauf gehenkt.
Unglaubliches, Witziges und Skurriles aus der Welt der Kriminalistik, im historischen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in unsere Tage.
Das Festival Musik und Politik 2015 wird kürzer als gewohnt, bietet aber dennoch eine spannende Mischung von Konzerten und Dialogen in der Berliner WABE und im daneben liegenden kunsthaus. Mit: Bastian Bandt, Daniel Kahn, Dota Kehr, Tim Köhler, Cynthia Nickschas, Carmen Orlet & Ingo "Hugo" Dietrich, Arno Schmidt, Steve Skaith, Strom & Wasser, Frank Viehweg u.a.
Über Begriff und Inhalt der Totalitarismustheorie wurde lange Zeit ein erbitterter Streit zwischen Links und Rechts geführt. Der Vortrag diskutiert die Geschichte des Konzepts: den pluralen Ursprung in den 1920er Jahren, die polemische und wissenschaftliche Ausformulierung in den 1930er/40er Jahren, die politische Instrumentalisierung in der Epoche des Kalten Krieges und die Neutralisierung durch Sovietforschung und Studentenbewegung. Was bedeutet seine Renaissance nach 1989?
Der Verlag Hentrich & Hentrich widmet sich seit seiner Gründung vor fünf Jahren jüdischer Kultur und Zeitgeschichte und bringt es seither auf 150 Neuerscheinungen und ein Gesamtverzeichnis von mehr als 300 Titeln. Dazu gehören die Neuauflage des 1987 erstmals in der DDR erschienenen Kinderbuches "Markus und der Golem", ein Buch über Luise Kautsky, das die Freundschaft zwischen ihr und Rosa Luxemburg beschreibt und zwei Editionen zu Fräulein Rabbiner Regina Jonas, der weltweit ersten Rabbinerin.
In der Diskussion werden wir der Frage auf den Grund gehen, was Innovationen überhaupt sind. Welche Chancen bieten sie (insbesondere für unsere Region), und was für Risiken gibt es? Welchen Einfluss hat die Politik darauf, dass es zu einem stärkeren Einbezug von sozialen, nichttechnischen Innovationen, zur Entwicklung von Nachhaltigkeitsmodellen sowie zur Demokratisierung der Innovationspolitik kommen kann? Denn Innovationspolitik heute ist Gesellschaftspolitik und muss entsprechend mit einem hohen Maß an Umsichtigkeit, Gestaltungswillen und Voraussicht agieren.
Basiswissen über Zahlen und Fakten von Fluchtursachen & Migrationsrouten wird uns der TAZ-Reporter Christian Jakob vermitteln. Der Berliner Comic-Zeichner Reinhard Kleist stellt uns seine gezeichneten Eindrücke aus einem Flüchtlingscamp im Nordirak vor, welches er 2013 besucht hat. Ebenfalls wird er uns Bilder und die Ergebnisse seiner Recherchen zu seinem neuen Graphic Novel Der Traum von Olympia zeigen.
Am 22. April 1915 begann der Krieg mit Massenvernichtungswaffen. Die deutschen Streitkräfte schickten im Abblasverfahren giftige, tödliche Rauchschwaden gegen die feindlichen Linien. Noch im selben Jahr antwortete die britische Armee mit der gleichen Waffe. An den deutschen Angriffen waren herausragende Chemiker vier spätere Nobelpreisträger und auch Physiker beteiligt. Die Wissenschaft und ihr Anteil an Kriegen ist ein Thema geblieben.
Die Reporterlegende Dr. Heinz-Florian Oertel berichtet über seine Erfahrungen und Erlebnisse bei 17 olympischen Spielen.
Mit der Europawahl 2014 ist die Fraktion der Vereinigten Europäischen Linken von 34 auf 52 Abgeordnete angestiegen. Mit der Zahl der Abgeordneten ist auch die Diversität innerhalb der Fraktion gewachsen. Gleichzeitig steht die EU heute vor einigen politischen Herausforderungen, die einer starken linken Stimme im Europaparlament bedürfen, wie die katastrophale Politik an den Außengrenzen, die Sparpolitik oder die Konflikte in Syrien und der Ukraine, um nur einige zu nennen.
"100% Bürgerbeteiligung für 100% Mauerpark" fordert die Bürgerinitiative Mauerpark-Allianz. Im Areal nördlich des Parks droht eine massive Bebauung. Wie am Tempelhofer Feld, in Lichterfelde Süd oder in der Kleingartenanlage Oeynhausen versuchen auch hier Senat und Bezirk Grünfläche zum Spekulationsobjekt zu machen. Gleichzeitig soll wirksame Bürgerbeteiligung ausgehebelt werden. Wir wollen über die aktuelle Situation am Mauerpark informieren und diskutieren.
Leonhard Kossuth veröffentlichte 2002 das Buch "Autobiographisches Zeugnis von einem legendären Verlag", das von seiner Tätigkeit im Berliner Verlag Volk und Welt vom 1. Januar 1958 bis zum 31. März 1989 handelt. Sein neuestes Buch "Granin auf Reisen" knüpft daran an. Die 2014 erschienene verlegerische Bilanz enthält 28 Essays und Gespräche, die zwischen 1964 und 2007 geschrieben wurden und von der eigenen Entdeckerfreude bei der multinationalen Erschließung der Sowjetliteratur künden.
Mit dem Aufstieg der "Alternative für Deutschland" (AfD) scheint sich die bislang in Deutschland vorhandene rechtspopulistische Lücke parteipolitisch zu füllen: Auferstanden als national(istisch)-wohlstandschauvinistische Antwort auf das Merkelsche Credo einer Alternativlosigkeit zur austeritätsfixierten Euro-Rettungspolitik, schlägt die Partei nun die Brücke zum fremdenfeindlichen "Pegida"-Wutbürgertum. Dort bietet sich die AfD gewissermaßen als weltanschauliches wie organisatorisches Dach für einen rechten Kulturkampf an.
Welche Regulationsweise entspricht den Entwicklungserfordernissen des 21. Jahrhunderts nach sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand, Effizienz in der Nutzung aller Ressourcen und ökologischer Nachhaltigkeit? Als ein Schlüsselproblem erweist dabei sich das widersprüchliche Verhältnis zwischen Marktregulierung und Planung. Ist hier eine Synthese möglich? Wie ließen sich die Vorzüge beider Regulierungsarten gleichzeitig nutzen - bei weitgehender Vermeidung ihrer negativen Wirkungen?
Es gibt wohl kaum ein Kapitel aus der DDR-Geschichte, wo so viele unwidersprochene Verleumdungen, Verdrehungen und Halbwahrheiten kolportiert werden, wie in Bezug auf den Einsatz von Vertragsarbeitern aus Ländern der Dritten Welt in der DDR-Wirtschaft. Da wird etwa behauptet, dass die "ausländischen Werktätigen" keine Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld haben durften, auf offener Straße mehrere Ausländer massakriert wurden, junge Vertragsarbeiter kaserniert untergebracht, schlecht bezahlt und ausgebeutet waren. Diese und weitere Behauptungen werden selbst in wissenschaftlichen Abhandlungen aufgestellt.
Die Grenzen ungebremsten Wirtschaftswachstums wurden nach 1970 auch von der DDR-Opposition diskutiert. Im Ergebnis entstanden u.a. drei Öko-Utopien, die bei aller Sperrigkeit erstaunlich relevante Fragen aufwerfen: Wolfgang Harichs "Kommunismus ohne Wachstum?" (1975), Rudolf Bahros "Die Alternative" (1977) und Robert Havemanns "Morgen" (1980). Ihre Autoren waren die wohl bekanntesten linken SED-Kritiker in der DDR.
Aufbauend auf der klassischen Kritik der politischen Ökonomie muss endlich mit der systematischen Kritik der kriminellen Ökonomie begonnen werden, fordert der Politikwissenschaftler und Wirtschaftskriminologe Hans See und nennt seinen Ansatz Dritte Aufklärung. Er wird seinen wirtschafts- und wissenschaftskritischen Ansatz zu einer solchen Theorie zur Diskussion stellen.
Die Generaldirektorin des VEB Kosmetik-Kombinat Berlin, Christa Bertag, und der Generaldirektor des Pharmazeutischen Kombinat GERMED Dresden, Winfried Noack, im Gespräch über Produktion für den Bedarf der Bevölkerung und den Export, über Forschung und Entwicklung und soziale Verantwortung der Kombinate.
Seit Jahren ist in aller Munde das spektakuläre Liebesverhältnis, das Hannah Arendt mit Martin Heidegger verbindet. Viel weniger bekannt ist Arendts lebenslange Freundschaft mit dem Existenzphilosophen Karl Jaspers. Der Vortrag skizziert die wichtigsten Etappen ihres philosophischen Austausches, der um 1933 mit dem Scheitern der deutsch-jüdischen Symbiose einsetzte und nach 1945 in ein tiefes Vertrauensverhältnis mit jährlichen Besuchen mündete.
Die Gründung der DDR liegt nun über 65 Jahre und ihr Ende fast 25 Jahre zurück. Angesichts der schweren weltweiten Mehrfachkrise des Kapitalismus lohnt es sich, der Frage nachzugehen, was bleibt trotz aller notwendigen Kritik für einen erneuten Anlauf zu einem Sozialismus des 21. Jahrhunderts von der DDR bei kritischer Würdigung bestehen und könnte aktualisiert gegebenfalls dafür wieder aufgegriffen werden?
Der ehemalige INTERFLUG-Pilot Kallbach, der seinen Beruf als Berufung versteht, ist auch heute noch fliegerisch tätig. Was so alles an Spektakulärem in der Fliegerei passiert, schildert er in seinem Buch "Mayday über Saragossa. Heinz-Dieter Kallbach - Deutschlands legendärster Flugkapitän". Seine Erlebnisse werden anschaulich in vier Kurzvideos zur Vorführung kommen.
Kooperative Lebensformen gehören zu jenen "molekularen Veränderungen", zu jenen Elementen einer "kleinen Transformation", die als Vorstufe einer über den neoliberalen Kapitalismus hinausweisenden Veränderung in Richtung auf eine große Transformation" verstanden werden können - Grund genug, sich den kulturellen Aspekten dieser Form alternativen Wirtschaftens zuzuwenden.
Über fünf Menschen erzählt Uwe-Karsten Heye. Fünf dramatische Schicksale: Walter Benjamin, der Philosoph und Autor, Hilde Benjamin, als "rote Guillotine" verschrien, aber auch deren Mann Georg Benjamin, Kommunist und Arzt, ermordet im KZ Mauthausen, Schwester Dora, Sozialwissenschaftlern, die als Jüdin ins Exil getrieben wurde und schließlich Hildes Sohn Michael, Rechtsprofessor in Moskau und Ost-Berlin.
Mitten in Europa wird ein Land von widerstreitenden Interessen zerrissen. Wer in der Ukraine wofür Verantwortung trägt, was wirklich hinter den Kulissen der Regierung und der Separatisten geschieht darum ist auch eine mediale Auseinandersetzung entfacht. Was ist richtig und was kann der Mediennutzer überhaupt tun, um sich wahrheitsnah zu informieren? Ist dies überhaupt noch möglich oder stehen Journalisten wie Medienkonsumenten langfristig auf verlorenem Posten?
"Es geht in den Krieg wie die Ente ins Wasser..." So beschrieb eine deutsche Diplomatengattin in London, was sie im August 1914 sah und hörte: wie nicht nur in Deutschland die Begeisterung über einen Anlass zum Krieg und die Überzeugung, ein solcher Krieg sei von nationalem Vorteil und gewinnbar, Überhand nahm eine Kriegslüsternheit, die uns heute schier unbegreiflich ist.
Behandelt werden die Beiträge Kurt Tucholskys in der Arbeiter Illustrierten Zeitung im Kontext seines Schaffens und ihr Verhältnis zum redaktionellen Profil der Zeitung. Dabei geht es auch um die Rolle des Intellektuellen in der Kommunistischen Partei und um Tucholskys Solidarität mit der kommunistischen Arbeiterbewegung und seiner Abgrenzung von ihrer Partei-Ideologie und ihrer damals aktuellen Hegemonie-Politik.
Immer häufiger finden sportliche Mega-Events in den BRICS-Staaten statt, denn die (vermeintlich) boomenden Nationen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika rufen großes Interesse bei privaten Investoren in begrenzten Stadträumen hervor. Das hat Folgen für die städtischen Strukturen und ihre Bewohner*innen. Der Dokumentarfilm "Remoção" (Zwangsräumungen) zeigt dies beispielhaft an den Entwicklungen der letzten Jahre in Rio de Janeiro. Der Film wird im Rahmen der Veranstaltung erstmalig in Deutschland gezeigt.
Der Referent war als Architekt maßgeblich am Aufbau des damaligen Stadtbezirkes Marzahn in Berlin beteiligt und begleitet seither die weitere Entwicklung mit Konzepten, Planungen und Baumaßnahmen. Er berichtet von den Anfängen 1976, den Mühen zur Erfüllung des Wohnungsbauprogramms, den Widersprüchen zwischen Typenbau und Individualität, den sozialen Beziehungen und der Lebensweise während der Aufbauzeit. Er stellt ebenso die Frage nach der Zukunft der Plattenbaugebiete im Allgemeinen und Marzahns im Besonderen.
Die Hintergründe für den Vormarsch von ISIS werden ebenso thematisiert, wie die Tatsache, dass das israelisch-palästinensische Verhältnis auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt ist. Es werden die Kräfte benannt, die an weiteren Spannungen in der Region interessiert sind, diese schüren und somit die Gefahr für weitere Kriegshandlungen herauf beschwören.
Utopische Literatur gehört seit langem zum Ensemble literarischer Gattungen. Dabei wechselten sich mehrfach utopische und dystopische Ansätze ab. Erinnert sei an "Planet der Habenichtse", "1984", "Schöne neue Welt" und viele Beispiele mehr. In letzter Zeit häufen sich im deutschsprachigen Raum jedoch vor allem dystopische Ansätze. Warum dies so ist und welche utopischen Bücher dagegen halten, soll an diesem Abend vorgestellt und diskutiert werden.
Dr. Heinz-Florian Oertel berichtet über seine Erfahrungen und Erlebnisse als Sportreporter auf 17 olympischen Spielen.
Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Debüt den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.
Womit verdienen Amazon, Facebook, Google & Co. ihr Geld? Welche Infrastrukturen benötigen sie? Welche Auswirkungen hat das auf Politik und Gesellschaft? Was ist der Kern der "Californian Ideology" und wie gelingt es dem Silicon Valley, der Welt seine Produkte und Services aufzuzwingen? Was bedeuten das für den Kapitalismus – wird noch irgendwo Wert produziert? Sind die Facebook-User das neue Proletariat? Eine Kritik der politischen Ökonomie heutzutage muss verstehen, wie Google und Co. funktionieren …
An Rosa Luxemburg wird heute vor allem als namhaftes Opfer reaktionärer und faschistischer Kräfte gedacht. Einige Linke berufen sich zudem auf Luxemburgs Analyse in "Zur russischen Revolution", um das bolschewistische Konzept der Avantgardepartei zu kritisieren. In "Zur russischen Revolution", aber auch in anderen Texten, findet sich indes noch eine weitere Kritik. Sie richtete sich gegen die "die dröhnende nationalistische Phraseologie".
Annelies Laschitza stellt Neuigkeiten aus dem 2014 erschienenen Band 6 der Gesammelten Werke Rosa Luxemburgs vor und macht auf Interessantes in Band 7 aufmerksam, dessen Edition sie zusammen mit Dr. Eckhard Müller 2015 besorgt.
Jubelnde Soldaten, begeisterte Massen und die Zuversicht, bis Weihnachten den Feind besiegt zu haben, dominieren unsere Vorstellung vom Kriegsausbruch im Sommer 1914. Doch die allgemeine Kriegsbegeisterung ist eine Legende. Im Juli und August 1914 sind in ganz Europa Arbeiter auf die Straßen gegangen, um gegen die Kriegsgefahr zu protestieren. Das taten sie nicht erst seit 1914, sondern haben in den Jahren zuvor eine friedenspolitische Linie gefestigt, die sie nicht selten in Konflikt mit "ihren" Parteien brachte.
„Das Kapital“ gibt die Möglichkeit, einiges über die Gesellschaft zu erfahren, in der wir leben, und was vielleicht daran auch nicht so dolle ist. Und weil das alles eine ziemlich komplexe Angelegenheit ist und gemeinsames Lesen und Diskutieren eh mehr Spaß macht, laden wir Euch zum gemeinsamen Wochenendseminar „Einführung in das Kapital“ ein, das sich sowohl an EinsteigerInnen ohne Vorkenntnisse als auch an Leute richtet, die ihr Wissen auffrischen wollen.
Am 12. Dezember 1969 explodierte eine Bombe auf der Piazza Fontana in Mailand. Es starben 17 Menschen und 88 weitere wurden schwer verletzt. Dies war der Auftakt einer rechtsterroristischen Anschlagsserie in Italien, welche in die Geschichte als strategia della tensione" (Strategie der Spannung) eingehen sollte. Neofaschisten verübten im Rahmen dieser Strategie Anschläge, um die (radikale) Linke zu diffamieren. Damals wie heute was uns die geheimdienstlichen Verwicklungen rund um den NSU zeigen sind Geheimdienste über ihre V-Männer oft nicht weit, wenn Neofaschisten sich bewaffnen und organisierten Terror ausüben.
Proteste gegen Zwangsräumungen haben die Situation von Wohnungslosen und davon Bedrohten eine öffentliche Resonanz erhalten. Mit tausenden Zwangsräumungen pro Jahr sind die staatlichen Hilfesysteme überfordert. Ohne offizielle Statistiken gibt es wenig Wissen über die Zusammensetzung der Betroffenen, Räumungsschwerpunkten und Funktionsweisen des Hilfesystems, die mit Hilfe eines Forschungsprojektes der HU Berlin von Andrej Holm und Laura Berner in einem ersten Überblick präsentiert werden.
Fritz Behrens (1909–1980) war der zu seiner Zeit wohl klügste und hellsichtigste DDR-Ökonom. Von der SPD kam er über die SAP 1932 zur KPD und "überwinterte" die NS-Zeit als Statistiker. In der "Tauwetterperiode" Mitte der 1950er Jahre in hohe Regierungsämter berufen, wirkte er für Wirtschaftsreformen, wurde jedoch 1957 als "Revisionist" gebrandmarkt und verlor alle seine Ämter.
In seinem Vortrag am 09. Dezember in der Hellen Panke um 19.00 Uhr wird Dr. Detlef Bimboes einige der profitgetriebenen Entwicklungen näher umreißen und auf enge Verflechtungen zwischen Staat, Wissenschaft und Konzernen eingehen.
"Heute bei uns zu Haus" ist eine Geschichte, die den Zuhörer mit dem weltberühmten Autor erfolgreicher Romane, Hans Fallada, im häuslichen Kreise, bei schriftstellerischer Arbeit, väterlichen Pflichten und Freuden sowie ländlichen Liebhabereien bekannt machen soll. Der Blick in die intime Welt des Dichters verrät manches über die selten offenbar werdenden Zusammenhänge zwischen Leben und Literatur.
In Uruguay herrscht Wahlpflicht. Der Kandidat des Mitte–Links-Bündnisses "Frente Amplio" ("Breite Front"), Tabarè Vàsquez, hat in der ersten Runde mit über 46 Prozent die meisten Stimmen bekommen, muss aber am 30. November in die Stichwahl. Sein Herausforderer, Luis Alberto Lacalle Pou von der konservativen "Nationalpartei", erhielt etwa 35 Prozent. Die bürgerlichen Parteien wollen gemeinsam für Lacalle stimmen. Offen bleibt deshalb die Frage, wer das Land in den nächsten fünf Jahren als Präsident mit welchen Kräften im Parlament regieren wird.
Das Problem Massenarbeitslosigkeit und das Ziel Vollbeschäftigung sind in der letzten Zeit aus dem Fokus der Öffentlichkeit aber auch der Linken verschwunden. Es stellt sich daher die Frage, ob das Ziel Vollbeschäftigung heute noch aktuell ist? Müssen wir uns vielleicht damit abfinden, dass Massenarbeitslosigkeit unabdingbar zum Kapitalismus gehört? Oder gibt es doch Konzepte, Mittel und Wege schon hier und heute Abhilfe zu schaffen, wenn die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen dafür günstig sind?
Ein Buch über das Leben - wie es ist. Und wie es sein könnte. Eine Gesellschaft von Egoisten, getrieben von der Sucht nach Mehr, kann nicht überleben, sagt Friedrich Schorlemmer. Wenn wir unseren Blick nicht weiten, auch auf andere hin, sind wir verloren. Gier lauert hinter jeder Tür. Sie will das schnelle Glück und sieht den anderen nur als Konkurrenten. Durch Konsum, durch Haben und Besitzen, freilich in einer ewigen Spirale, die keine Zufriedenheit, kein Maß kennt.
... Mit diesem provokativen Befund im Gründungsaufruf der "Plattform WF" meldet sich im November 1989 die SED-Basisopposition zu Wort. Das Politbüro verschwand danach von der Bildfläche, der Weg zum Außerordentlichen Parteitag und zur schwierigen und kurvenreichen "Erneuerung" der Partei begann. Was ist links, was ist sozialistisch in diesen Zeiten? Was hatte angesichts der historischen Umbrüche Bestand - und was wirkte in Partei und Gesellschaft weiter?
Die Berliner Liedermacherin Barbara Thalheim stellt uns in dem Video-Vortrag "Pop- (popular) Musik Deutschland" einige der wichtigsten Vertreter der jungen deutschen Singer-Songwriter-Szene vor. Es scheint, dass die altgedienten Liedermacher, die ihr "Orchester" - die Gitarre - immer bei sich tragen, im Aussterben begriffen sind. Die nachfolgende sozialkritisch-textorientierte Songschreiber-Generation umgibt sich gern mit anderen Instrumentarien. Aber inhaltlich stehen sie der Hannes-Wader-, Kurt-Demmler- und Reinhard-Mey-Fraktion nicht nach.
Wie steht es um die BVG? Wie will und kann diese die wachsende Nachfrage stemmen? Wie soll ein ÖPNV der Zukunft in Berlin aussehen? Fragen, die wir nicht nur theoretisch erörtern, sondern die wir uns mit einer Exkursion zum BVG-Betriebshof Müllerstraße 79 auch praktisch vor Augen führen wollen. In diesem historischen Gebäude sitzt auch die Fahrschule der BVG. Neben einer Besichtigung des Geländes gibt es die Möglichkeit mit einem Personalrat der BVG zu sprechen, um auch die Perspektive der Beschäftigen der BVG
Mit 65 geht man in Rente. Wie steht es mit dem DGB, der in diesem Jahr 65 wird? Ist er den Aufgaben gewachsen, die ihm die krisenhafte wirtschaftliche Entwicklung und die neoliberale Mainstream-Politik objektiv stellen? Ist er in Selbstverständnis und Praxis ein Ordnungsfaktor, ist er Gegenmacht oder etwa ein Auslaufmodell? Welche Ansatzpunkte gibt es heute für eine progressive Gewerkschaftspolitik? Wie sähen deren Konturen aus? Was können Linke tun, um eine fortschrittliche Gewerkschaftspolitik zu befördern?
Der internationale Ruf Edvard Hagerup Griegs (1843-1907) überragt bei weitem den aller anderen norwegischen Komponisten; ebenso wie Henrik Ibsen der populärste Dramatiker und Edvard Munch der bekannteste Maler des Landes ist. Früh entdeckte Grieg für sich die norwegische Volksmusik, schrieb Lieder, die seine Frau Nina Hagerup meisterlich interpretierte. Zwei seiner Kompositionen, die für immer ihren Platz im internationalen Konzertrepertoire behauptet haben, sind Griegs "Peer Gynt" und das unvergleichliche Klavierkonzert A-Moll op. 16, das Thema unseres heutigen Rendezvous.
Das totgesagte Genre der Liedermacher existiert weiter, es gibt eine nächste Generation von Künstlern, aber sie beklagt sich über eine zu geringe Präsenz in der Öffentlichkeit. Welche Chancen hat das engagierte Lied heute?
Auch wenn es heute keiner mehr glauben mag: Kanzler Kohls 10-Punkte-Plan vom 28. November 1989 stand noch ganz in der Tradition einer deutsch-deutschen Partnerschaft, wie sie sich seit Anfang der 1980er Jahre herausgebildet hatte. Erst seit Mitte Januar 1990 trat bei ihm an Stelle der Vorstellung von einem langfristig zu planenden schrittweisen Zusammenschluss beider deutscher Staaten der Plan eines kurzfristigen Anschlusses der DDR an die BRD.
Weggefährten und Kenner eröffnen ihren ganz persönlichen Zugang zu ronald m. schernikau. In Erinnerungen, Streiflichtern und originalen Texten des Autors.
Am 4. Mai 1919 begann in Wien die mehrjährige Zeitspanne, die als Rotes Wien in die Geschichte einging. Nach dem 1. Weltkrieg und mit der 1. Österreichischen Republik gewann die Sozialdemokratische Arbeiterpartei die Gemeinderatswahl und versuchte trotz widrigster Umstände im Gegebenen möglichst viele Elemente einer sozialistischen Gesellschaft zu verwirklichen. Begleitet wurde das Rote Wien theoretisch mit dem Austromarxismus. 1934 wurde das Rote Wien im Blut erstickt. Es begann die Phase des Austrofaschismus.
Gemeinschaftlich entwickelte Linux-Betriebssysteme stellen oft die bessere Alternative zu Windows dar. Im Workshop wird "Ubuntu" in der Version "Trusty Tahr" (April 2014) auf den Rechnern der TeilnehmerInnen installiert (auch als zweites Betriebssystem neben Windows möglich). "Ubuntu" ist ein kostenloses und umfänglich nutzbares Linux-Betriebssystem und sowohl für EinsteigerInnen, als auch für Fortgeschrittene geeignet. Ein USB-Stick mit der Installationssoftware ist inklusive.
Die allgemeine Wahrnehmung der Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika in den 1960er und 1970er Jahren ist von asymmetrischen Machtbeziehungen, Militärinterventionen und der Unterstützung diktatorischer Regime vor dem Hintergrund des Kalten Krieges geprägt. Weitgehend unbeachtet sind die mannigfaltigen kulturellen und politischen Austauschprozesse zwischen den schwarzen Communities. So wird es im Vortrag darum gehen, wie Migrationsbewegungen und Musik dazu beigetragen haben, einen Nord-Süd-Dialog zwischen afrodiasporischen Communities in den Amerikas zu entfalten, bei dem neue transnationale Identitätskonstruktionen entstanden sind.
Wichtige Intellektuelle haben neuerdings Plädoyers für die EU vorgelegt. Sie zielen – bei aller Unterschiedlichkeit – alle auf die Stärkung "Europas"; innerhalb eines globalen Wettbewerbs, in dem sich die Nationalstaaten angeblich alleine nicht mehr behaupten können. Im Namen des europäischen Projekts werden dabei die demokratischen Ordnungen der EU-Mitgliedstaaten leichtfertig zur Disposition gestellt.
Nicht für alle Menschen, die ihr Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit in Anspruch nehmen und nach Berlin kommen, verläuft dieser Weg reibungslos. Doch was ist notwendig, um in Berlin eine Willkommenskultur zu entwickeln, die EU-BürgerInnen eine Starthilfe für alle wichtigen Belange anbietet? Wie erfahren Ratsuchende von Beratungsangeboten, die sie über ihre Rechte aufklären und sie bei deren Durchsetzung unterstützen? Reichen die bestehenden Angebote und ihre Ausstattung aus? Welchen Anforderungen müssen Jobcenter und Sozialämter in diesem Zusammenhang gerecht werden?
Laudatio: Klaus Baier (ehem. Landesvorsitzender des BDK Brandenburg) Musik: Frank Paul Schubert (sax.) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 20. Februar 2015.
Die Debatte um rot-rot-grün schwelt schon seit einiger Zeit. Tom Strohschneider hat alle damit zusammenhängenden Fragen in einer Abhandlung angesprochen. Janine Wissler hat eigene Erfahrungen mit rot-rot-grün in Hessen gemacht. Beide sollen ihre Auffassungen darlegen und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Es soll dabei um Kernpunkte einer progressiven Agenda, die dafür notwendigen sozialen und politischen Bündnisse und natürlich auch um das Verhältnis von parlamentarischem und außerparlamentarischem Kampf gehen.
Der Arbeiterwiderstand gegen das NS-Regime war vergleichsweise umfangreich, er wies erhebliche Kontinuität auf und hatte die größten Verluste zu beklagen. Trotzdem dominiert in der Öffentlichkeit die Annahme, es habe neben den "Männern des 20. Juli", den Kirchen und der "Weißen Rose" kaum Widerstand gegeben. Neue Forschungen zeigen, dass die nach wie vor geringe Kenntnis über die zahlreichen Facetten des Arbeiterwiderstandes nicht einem Mangel an Quellen geschuldet ist.
Als "das beste deutsche Kriegsbuch" bezeichnete Kurt Tucholsky den Roman von 1927, auf dem Arnold Zweigs literarischer Weltruhm gründen sollte. Zur szenischen Lesung bearbeitet, aber auch angereichert durch Dialoge aus der kaum bekannten Fassung für die Bühne, spielt das wundervolle Ensemble unter der Regie von Thomas Ebermann Arnold Zweigs Meisterwerk.
Was geschah in der DDR im Herbst 1989 abseits der Zentren? Passierten die gleichen Dinge im Kleinen? Was verlief in Städten, in denen sich die Leute unter Umständen persönlich kannten, anders? Gab es auch hier Friedensgebete, Besetzungen der MfS-Dienststellen, Kundgebungen, Runde Tische? Und wann wurde in der Provinz aus dem Slogan "Wir sind das Volk" die Losung "Wir sind ein Volk"? Wir diskutieren über Gleichzeitigkeiten und Ungleichzeitigkeiten, über eventuelle Rückschlüsse aus dem "Kleinen" auf das "Große".
In der DDR war bekanntlich alles schlecht, in der BRD dagegen alles gut und recht. Eckart Spoo hat die westdeutsche Geschichte anders erlebt. Er berichtet darüber, wie alte Nazis sich gegenseitig "Persilscheine"ausstellten, um ihre Karrieren fortsetzen zu können, wie - entgegen den Bestimmungenn des Potsdamer Abkommens - die Besitz- und Machtverhältnisse unangetastet blieben, wie Systmkritiker verdrängt und verfolgt wurden. Viel Diskussionsstoff also zum Thema "staatliches Unrecht".
Vor genau einem Jahr fehlten beim Volksentscheid "Neue Energie" einige Stimmen zum Überspringen des Quorums von 25 Prozent. Was ist aus den damaligen Plänen des Senats geworden, ein Stadtwerk zu gründen? Wie schaut die Berliner Energieversorgung zur Zeit aus, und was wird sich in naher Zukunft ändern? Was kann die Politik und der einzelne Berliner tun, damit die Forderung nach einer demokratischen, ökologischen und sozialen Energieversorgung wirksam wird?
Ein Blick in die "Küche der DDR" riskiert, oder das "Fernsehkochbuch" vorgenommen, dort dem Fischkoch über die Schulter geschaut, Typischem der regionalen Kost auf der Spur - all das möge ein wenig die kulinarische Vergangenheit eines nicht mehr existierenden Landes aufleben lassen. Erfindergeist und Kreativität waren gefragt und zu bewundern, um "Lukullus" zur Tafel zu bitten, ein Diner "par excellence" zu zaubern. Beruftstätige Hausfrauen wie Hausmänner taten ihr Bestes!
Die Begriffe „religiös“ und „modern“ scheinen ebenso im Widerspruch zu stehen wie „sozialer Fortschritt“ und „neoliberale Wirtschaftspolitik“. Und doch sind in Indien seit diesem Jahr und in der Türkei seit 2002 Parteien an der Macht, die diese Ansprüche verbinden und hiermit äußerst erfolgreich sind. Auch mit einer neuartigen Verknüpfung religiöser und nationalistischer Politik scheinen sie einen Nerv in großen Teilen aller sozialen Klassen zu treffen. Wie können linke Antworten aussehen, die statt auf Abwehrreflexe auf eine Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Massenbasis dieser Bewegungen setzen?
Demoskopische Befunde sind widersprüchlich: verblassende Erinnerung an die Große Krise einerseits, Zukunftspessimismus andererseits. Beides fügt sich zusammen zum Bild des "bedrohten Paradieses": Die relative Stabilität in Deutschland droht in einem Umfeld der sozialen Zersetzung Europas verloren zu gehen. Diese Konstellation wohlstandschauvinistisch zu interpretieren, greift zu kurz.
Die Referentin wird über Bücher sprechen, unbekannte und bekannte, auch Texte vorlesen von Remarque, Renn, Arnold Zweig. Auch von Ernst Jünger. Zu hören ist, wie unterschiedlich über ein und dasselbe gesprochen werden kann.
Die 7. Marx-Herbstschule wird sich in den AGs auf die zentralen Passagen des "Kapitals" konzentrieren und den Klassenbegriff entlang ausgewählter Passagen aus allen drei Bänden diskutieren. Das Rahmenprogramm wird dagegen zum einen den historischen Kontext der Entstehung des Klassenbegriffs betrachten und zum anderen die Auswirkungen des Klassenbegriffs und die Kritik an ihm verfolgen.
Aus Anlass ihres 80. Geburtstages hat Leonore Krenzlin auf ihre Arbeiten zur DDR-Literatur zurückgeblickt und für das Resümee ihrer Erfahrungen ein Wort von Peter Hacks aufgenommen. Der dichtete vor 40 Jahren, "nicht überscharf" wären seine "Zerwürfnisse" mit der Obrigkeit und er sei mit diesem Zustand zufrieden.
Nach Marx ist der Rechtstaat das Recht des Stärkeren in "anderer Form". Mit dieser Einsicht wendet Marx sich scharf gegen jede Verklärung des Rechtstaats: das Recht des Stärkeren lebt im Rechtsstaat fort, eben nur in anderer Form. Freiheit und Gleichheit sind die Formen, in denen gesellschaftliche Herrschaft sich bewegt und der "Fortschritt" vom Faustrecht zum bürgerlichen Rechtsstaat ändert nichts am Fortleben des Rechts des Stärkeren in "andrer Form". Das heißt: Freiheit und Gleichheit, die wechselseitige Anerkennung als freie und gleiche Rechtssubjekte, sind Gewalt, Ausbeutung und Herrschaft – jedoch (und lediglich) in anderer Form.
Mit Dokumentarfilm und Lesung wollen wir uns der Biographie Werner Scholems widmen, mit besonderem Fokus auf die Korrespondenz mit seinem Bruder Gershom während der Zeit 1914 bis 1919, die für beide Brüder prägend war wie keine andere Phase ihres Lebens.
Im Jahre 1924 in Polen geboren, überlebte Arno Lustiger die Konzentrationslager Buchenwald und Auschwitz. Nach der Befreiung vom Faschismus lebte er bis zu seinem Tode 2012 in Franfurt/Main als Historiker und freier Schriftsteller. Unter der Vielzahl seiner Veröffentlichungen findet sich "Schalom Libertad! Juden im Spanischen Bürgerkrieg" (1989), und er war Herausgeber der deutschen Ausgabe des "Schwarzbuch: Der Genozid an den sowjetischen Juden" von Wassili Grossmann und Ilja Ehrenburg (1994).
In Prenzlauer Berg verlegte Stolpersteine erinnern an vom Faschismus verfolgte Menschen des Stadtbezirkes. Aber die Steine sagen nichts über deren Alltag, wie und wo sie wohnten, arbeiteten, lernten, feierten, spielten oder Politik machten. Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren der betroffenen Menschen und zeigt anhand einiger Biographien ihre systematische Ausgrenzung aus der Gesellschaft auf.
Der Unternehmer Robert Owen war der wirksamste Sozialreformer seiner Zeit, erst auf der Ebene der von ihm geleiteten Fabrik in New Lanark, dann bei der Durchsetzung der ersten Arbeitsgesetzgebung in England, die die Kinderarbeit begrenzte. Ausgehend von diesen Erfahrungen und den Grenzen der damit verbundenen Projekte wurde Owen zum Sozialisten und Kommunisten. Mit ihm erhielt der Sozialismus in England seine erste theoretische Grundlage und wurde praktisch.
Die linke Innenpolitikexpertin im Bundestag, Martina Renner, vermutet, dass es weitere staatliche Spitzel im engsten Umfeld des NSU oder sogar unter den Terror-Unterstützern gab, die den Untersuchungsausschüssen vorenthalten wurden. Dirk Laabs ist neben Stefan Aust der Autor des Buchs "Heimatschutz". Auf über 800 Seiten wird darin die Geschichte der NSU-Protagonisten sowie der verschiedenen V-Männer erzählt. Laabs und Renner werden an diesem Abend der Frage nachgehen, "Wie viel V-Mann war der NSU"?
Frankfurt am Main ist mit 700.000 Einwohnern die kleinste Global-City der Welt und besitzt eine Besonderheit in Kontinentaleuropa: eine Skyline. Wie wurde Frankfurt zur Hochhausstadt? Nachdem 1949 die Hoffnung zerschlagen war, Hauptstadt der Bundesrepublik zu werden, setzte die Stadt alles daran, sich als wichtigstes Bankenzentrum zu etablieren. Der damit einhergehende Bauboom und die Grundstücksspekulationen in den 1960er und 1970er Jahren führten zum Frankfurter Häuserkampf—der Begriff "Krankfurt" entstand.
Die politischen Krisen in Europa und die Rolle und Aufgaben der Medien: - Welche Ziele der Herrschenden bestimmen ihren Umgang mit Tatsachen und Verlauf in den gegenwärtigen Krisen? (Ukraine, Israel - Palästina, Irak, Syrien usw.) - Wer besitzt Monopolstellungen - wer spielt welche Rolle im Medienkrieg? - Gibt es Chancen, ein objektives, realistisches Bild über die Ereignisse, ihre Ursachen, Hintergründe und Folgen zu erhalten?
Die russische Revolution richtete sich nicht nur gegen überkommene Eigentums- und Machtverhältnisse. Auch der bisherige Typ Mensch sollte überwunden werden, um einer neuen, höheren Existenzform Platz zu machen - dem "Neuen Menschen". So träumte man etwa vom Beherrschen des Unterbewusstseins, der genetischen Veränderung des Körpers, seiner Verschmelzung mit der Maschine oder vom Aufheben der Grenzen zwischen den Geschlechtern und Individuen.
Beginnend am Bahnhof Wuhletal laufen wir durch das Kaulsdorfer Siedlungsgebiet, anschließend in Richtung U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord. Weitere Stationen sind u.a. die Villa Pelikan (Ort von Propaganda-Veranstaltungen der NSDAP), Lebens- und Wirkungsstätten von AntifaschistInnen sowie das Sowjetische Ehrenmal in der Brodauer Straße. Ein weiterer Schwerpunkt der liegt auf dem Leben und Wirken des evangelischen Theologen Heinrich Grüber (1891-1975).
Drei Leitfragen sollen in der Konferenz diskutiert werden: 1. In welche Richtung entwickelt sich die "sozialistische Marktwirtschaft" in China? 2. Welche Wege und Chancen gibt es, die sozialen und ökologischen Probleme in China zu lösen? 3. Wie verändert sich die Bedeutung Chinas in der Weltwirtschaft, und was bedeutet dies für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung und die Lösung globaler Umweltprobleme?
Wie konnte ausgerechnet Martin Heidegger, ein weltweit anerkannter Meisterdenker aus Deutschland, den Nazis verfallen? Diese Frage erhält neue Aktualität durch die im Rahmen der Heidegger-Gesamtausgabe begonnene Erstveröffentlichung der "seinsphilosophischen Denktagebücher", die den Zeitraum von 1931 bis 1941 umfassen. Der Vortrag analysiert die Denktagebücher und stellt sie in den Gesamtzusammenhang von Heideggers Philosophie.
„Die Gerechtigkeit ist die Pasta des Volkes” reflektiert und prophezeit Volker Braun im August 1991 und Pietsch singt es heute wieder. Wie immer, wenn politisch Wichtiges passiert, ist dieser Dichter er einer der ersten und genauesten, der das Geschehen in Poesie bringt.
Die Deutschen in Ost und West zogen unterschiedliche Konsequenzen aus der Geschichte. 1949 gab es dann zwei deutsche Staaten. Im Osten suchten Provisorische DDR-Regierung und Provisorische Volkskammer nach Wegen für eine demokratische Wiedervereinigung. Zugleich war der neue Staat ein Staat im vom Stalinismus geprägten Ostblock, mit Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden zu den anderen Volksdemokratien. Seine Startbedingungen waren im Vergleich zum westdeutschen Pendant schwierig.
Im Vortrag werden die propagierten Wachstumsverheißungen durch Abbau von "Handelshemmnissen" kritisch hinterfragt und die neuen Gefahren für Sozial- und Rechtstaatlichkeit sowie die Demokratie beleuchtet. Einen Schwerpunkt bildet das Investitionsschutzkapitel, mit dem die Machtumverteilung von Staaten hin zu transnationalen Konzernen vorangetrieben werden soll. Die Aufklärung wird mit Anregungen für zivilgesellschaftlichen Protest gegen das geheim verhandelte Projekt verbunden.
Walter Ulbrichts Sturz 1971 markierte auch das Ende einer theoretischen Revolution, eines neuen Paradigmas: der Kybernetik in der DDR. Ihr Urheber, Georg Klaus (1912-1974), war einer der einflussreichsten Kaderphilosophen der DDR, der möglicherweise die einzige "Revolution von oben" in der marxistischen Theorie initiiert hat, die es im (Real-)Sozialismus gab. Der Referent wird deshalb der Frage nachgehen, warum die marxistische Linke bis heute diese verborgene Revolution nicht bemerkt hat.
Verwundet im Mutterleib - es beginnt eine dramatische Reise ins Leben. 13. September 1978, Berlin - ein kleines Mädchen kommt zur Welt, schwer verletzt. Ihre Mutter Clementine wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen. Eine Solidaritätsaktion bringt sie in die DDR. Im Klinikum Berlin-Buch wird Lahya geboren, es assistiert Dr. Kwiatkowski, den seine afrikanischen Patienten "Dr. Jesus" nennen. Dann nahm Familie Schmieder die kleine Lahya in liebevolle Pflege. Als 14jährige reiste Stefanie-Lahya das erste Mal in die fremde Heimat Namibia - auf der Suche nach ihrer Mutter.
Die Pressefotografie in der SBZ und DDR hat nicht nur propagandistische Bilder hervorgebracht. Gerade in den Nachkriegsjahren prägten die Fotografen mit realistischen Bildreportagen aus Gesellschaft und Alltag nachhaltig das Gesicht der Illustrierten. Der Vortrag dokumentiert diese Entwicklung anhand zahlreicher Beispiele aus der NBI. Die beliebte „Neue Berliner Illustrierten“ erschien von 1945 bis 1991 wöchentlich in einer Auflage von bis zu 726.000 Exemplaren.
Wer kennt noch Otto Grotewohl, den ersten Ministerpräsidenten der DDR? Geboren als Arbeiterkind in Braunschweig vor 120 Jahren, am 11. März 1894, hat Grotewohl das Buchdruckerhandwerk erlernt. 1914 wurde er Mitglied der SPD. Während der Nazizeit zwei Mal inhaftiert, begann im Mai 1945 sein "zweites" politisches Leben. Am 17. Juni 1945 begründete Grotewohl den Aufruf der SPD über den Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen parlamentarischen Republik. Im Osten Deutschlands fand sein Handeln viel Anerkennung, im Westen wurde er mit Verleumdungen überschüttet. Warum?
Bei der Piketty-Debatte geht es um die Strukturveränderungen kapitalistischer Gesellschaften. Mit der wachsenden Ungleichheit und dem Bewusstsein darüber wird die zentrale Legitimationsgrundlage des Kapitalismus untergraben. Das Bürgertum war angetreten, die Reichtumsbildung von der Herkunft zu entkoppeln und abhängig zu machen von der individuellen Leistung. Seither gehört das meritokratische Prinzip zu den Grundpfeilern der kapitalistischen Sozialordnung.
Der französische Front National (FN) ist eine der extrem rechten Parteien in Europa, die seit langer Zeit bei Wahlen erfolgreich sind. Zugleich regiert die französische extreme Rechte seit März diesen Jahres insgesamt fünfzehn Städte und Gemeinden, in denen sie versucht, in Ansätzen ihre Ideologie in konkrete Politik umzusetzen. Darüber, aber auch über die Aktivitäten von Gegenkräften möchten wir diskutieren.
In den achtziger Jahren wurde der Arbeiterbezirk zum Mythos. Verfallende Altbauten führten zum Wegzug von ArbeiterInnen und Angestellten und zum Zuzug von KünstlerInnen und „AussteigerInnen“. So entstand: Die „Prenzlauer-Berg-Szene“. Aber auch die politische Rebellion fand hier ihre Heimstatt. Deshalb war es kein Wunder, dass bereits eine der ersten großen Demonstrationen im Herbst 1989 am 7. Oktober an der Gethsemanekirche mit einer Prügelorgie der Polizei endete. Und auch die Maueröffnung geschah in Prenzlauer Berg.
Die Krise in Europa ist weit davon entfernt, einer Lösung zuzusteuern. Insbesondere die europäische Peripherie leidet unter der strikten Austeritätspolitik, wie sie durch die Herrschenden, nicht zuletzt durch Deutschland, weiter exekutiert wird. Die Wahlen zum Europäischen Parlament haben daran nichts geändert. Es stellt sich die Frage, was zu tun ist, insbesondere in wirtschaftspolitischer Hinsicht? Mit welchen Konzepten sollte hier interveniert werden, um den austeritätspolitischen Kurs des Neoliberalismsu endlich abzulösen?
Die soziale Spaltung der Stadt, die hohe Verschuldung, das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum, der Sanierungsstau bei Schulen, Sportstätten, Bädern und Neuinvestitionen in den öffentlichen Nahverkehr – alles keine Probleme? Braucht es noch eine Olympia-Bewerbung Berlins? Und wem nützt sie? Wir wollen mit AktivistInnen und kritischen aktiven PolitikerInnen aus Berlin und Hamburg diese Frage diskutieren und dem Anspruch des Senats, im Schnelldurchlauf für eine Bewerbung entscheiden zu wollen, keine Chance lassen.
Die Fotografien von Thomas Billhardt sind weltweit bekannt. Sie wurden in über hundert Ausstellungen von Moskau bis New York gezeigt. Eines seiner berühmtesten Fotos ist 1967 in Nordvietnam entstanden. Es zeigt einen abgeschossenen amerikanischen Bomberpiloten, der von einer zierlichen Vietnamesin mit vorgehaltenem Gewehr abgeführt wird. Immer wieder reist er in Kriegs- und Krisengebiete. Er hält mit seinen Fotografien der Welt schonungslos den Spiegel vor und zeigt gleichzeitig, dass es Hoffnung gibt.
Leider löst das Thema Demokratie heute meist intensive Langeweile und Resignation aus. Was gibt es dazu Neues zu sagen – außer dass wir sie nicht haben? Wir haben allenfalls eine Halbdemokratie, wenn man unter Demokratie tatsächliche Selbstbestimmung der Bevölkerung über ihre Geschicke versteht. Wenigstens die Bewegung für direkte Demokratie findet derzeit viele Unterstützer – und wird doch nicht richtig ernst genommen, weil gelegentliche Volksabstimmungen nur die parlamentarische Demokratie ergänzen könnten.
Zwanzig Jahre nach dem Ende der Apartheid steht Südafrika vor großen politischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen. Das Erbe des Apartheidsregimes lastet noch immer schwer auf dem Land, das seit zwei Jahrzehnten vom ANC regiert wird. Wie stehen die Chancen für eine gesellschaftliche Entwicklung, die Schluss macht mit Armut und Arbeitslosigkeit auf der einen und Privilegien und Reichtum auf der anderen Seite?
Zweimal im 20. Jahrhundert ging Krieg von deutschem Boden aus. Angesichts des 100. bzw. 75. Jahrestages der Entfesselung beider Weltkriege gehen wir der Frage nach, welche politischen, ökonomischen und militärstrategischen Interessen den deutschen Imperialismus 1914 und 1939 dazu veranlassten, die Welt in Brand zu stecken.
Musik: Jan Haasler (Konzertgitarre) Laudatio: Dr. Waltraud Schulz Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 7. November 2014.
Die Konferenz will mit Beteiligten und Betroffenen, wie der Beuth-Hochschule, der Tegel Projekt GmbH, der TSB-Technologiestiftung Berlin und Vertreter/innen aus Politik und Verbänden einen Einblick in den aktuellen Stand der Aktivitäten bieten, offene Fragen diskutieren und untersuchen, welche aktuellen Entwicklungen im Bereich von Stadtentwicklung und Wirtschaft möglicherweise weitere Modifizierungen des Masterplans TXL erforderlich machen.
War der Zweite Weltkrieg nur die Fortsetzung der Urkatastrophe 1914-1918 - eine Folge kapitalistischer Profitgier, imperialistischer Expansion? Oder dominierte der Versuch, das Versailler "Friedenssystem" zu überwinden und zugleich den vom Russischen Oktober eingeleiteten Weg zum Sozialismus ein für alle Mal rückgängig zu machen? Welche Folgen hatten die zeitweiligen deutsch-sowjetischen Verträge vom 23. August und 28 .September 1939 für den Ausbruch und den Verlauf des Zweiten Weltkrieges?
Im Zusammenhang mit der Behandlung dieses Themas wird es grundsätzlich auch um den wissenschaftlichen Charakter des „Kapitals“ gehen, insbesondere darum, dass der Gegenstand der Darstellung ein ökonomisch gesellschaftliches Systems ist, das den Charakter einer „Selbstorganisation“ besitzt. Marx bewegt sich mit der Darstellung im „Kapital“ auf der Höhe einer voll entwickelten Systemtheorie, während er fälschlicherweise von Vertretern bestimmter modern sich ausgebender Systemtheorien als „alteuropäischer“, einem linearen monokausalen Denkschema verhafteter Theoretiker ausgegeben wird.
Die Busexkursion widmet sich den verschiedenen Facetten und Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Nach einem Einführungsvortrag von Karl Schulz-Ladegast, einem ehemaligen Insassen der MfS-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen, werden mit dem „Tränenpalast“ und der Gedenkstätte Hohenschönhausen zwei Museen der jüngeren deutschen Geschichte besucht. Im Anschluss besteht die Möglichkeit der Diskussion des Erlebten. Den Abschluss des Tages bildet der Filmabend, der auch getrennt von der Busexkursion besucht werden kann.
Die Stadt Salzwedel ist über die Region bekannt durch Baumkuchen und die Mitgliedschaft in der Hanse. Hier wurde Jenny von Westphalen am 12. Februar 1814 als Tochter des damaligen Landrats Ludwig von Westphalen geboren. Damals ahnte niemand, dass sie einmal einen der bekanntesten Männer der Weltgeschichte heiraten und sich dadurch ihr Leben ganz anders als im gehobenen Bürgertum oder Adel gestalten würde.
Adobe Photoshop gilt als Standardprogramm für die Bildbearbeitung. Für alle, die sich mit den Grundfunktionen der Software auskennen, bietet der Kurs die Möglichkeit, das eigene Wissen zu vertiefen. In zwei Schwerpunkten werden effektive Funktionen und Werkzeuge vorgestellt und an Beispielen erklärt.
Mit dem 5. Mühsam-Fest werden Schätze gehoben und zum Klingen gebracht. Musik, Lesungen, Vorträge und Diskussionen rund um Erich-Mühsam bestimmen den Festtag in der „Zukunft Ostkreuz“. Im Programm: Konzerte, Lesungen, Podiumsgespräche, Filme mit über 80 Künstlern auf 4 Bühnen. Mit dabei: Outsourced Underground (feat. Tapete, Lena Stoehrfaktor, Guts Pie Earshot), Der Singende Tresen, The Incredible Herrengedeck, Sogenannte Anarchistische Musikwirtschaft, Manfred Maurenbrecher, Zuckerklub, die Herausgeber der Mühsam-Tagebücher u.v.m.
Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie und durch welche "harten Hände" die sportlichen Großevents in Brasilien vorbereitet werden, wer daran verdient und wer bezahlt. Am Beispiel der ersten "befriedeten" Favela von Rio de Janeiro (Santa Marta) wird dargestellt, wie einzelne BewohnerInnen in der Santa Marta diese Vorbereitungen und Aufwertungsprozesse wahrnehmen und welche Auswirkungen sich damit im Stadtraum ergeben.
Lange haben sich Historiker und Publizisten daran abgearbeitet, den Nachweis zu führen, dass im Juli 1914 Politiker, Diplomaten, Militärs und die gekrönten Häupter nur ein wenig überfordert waren. Nur ein dummer Zufall, dass es so schlimm kam. Eine kritische, linke Geschichtspolitik kann sich damit nicht zufrieden geben.
Jetzt, im Jahr 2014, haben sich erstmals damals führende Offiziere der Berliner Volkspolizei intensiv mit jener Zeit beschäftigt. Sie haben Dokumente, Befehle, Zeugenberichte untersucht und analysiert. Sie stellen die damaligen Abläufe vom 7. Oktober bis hin zur Übernahme von Teilen der Volkspolizei der DDR-Hauptstadt durch die Westberliner Polizei im Oktober 1990 dar.
Sie studierte in Wien und hörte in Berlin Vorlesungen bei Max Planck. Hier begann auch die lebenslange Freundschaft mit Otto Hahn, dem bekannten Atomphysiker. Selbst weltberühmte Physikerin, sah sich Lise Meitner zeitlebens höchsten Spannungen ausgesetzt: Als Österreicherin in Preußen, als Frau und Forscherin in einer männlich dominierten Gesellschaft und als Jüdin in Nazideutschland.
Michel Foucault gehört heute – zu Recht – zu den Klassikern des kritischen Denkens. Er war Philosoph, Historiker und Soziologe, bekennender Schwuler und Drogenkonsument. Vor dreißig Jahren starb er an der damals noch relativ unbekannten Krankheit AIDS. Sein 30. Todestag am 25. Juni ist eine Gelegenheit, ihn angemessen als Privatperson und engagierten linken Intellektuellen zu würdigen. Wir wollen einen Rückblick auf Werk und Person werfen und die Frage stellen, wie wir uns Foucault heute nähern sollen.
Botschafterin Karla Beteta spricht zu Ergebnissen und Problemen in der Arbeit der Regierung unter Präsident Daniel Ortega seit der Wiederwahl 2011, über die Hauptinhalte des Sandinismus 35 Jahre nach dem Sieg von 1979 und über die Beziehungen zwischen Nicaragua und Deutschland
Vortrag über die künstlerische, sich ergänzende Zusammenarbeit von Bertolt Brecht, Hanns Eisler und Ernst Busch in den zwanziger und dreißiger Jahren, im Exil und in der DDR.
Die ideologischen Auseinandersetzungen zwischen den gesellschaftlichen Strömungen und Parteien in der Weimarer Republik wurden mit extremer Härte geführt. Eigene Wehrverbände und Saalschutzorganisationen im Umfeld der Parteien waren Teil dieser Auseinandersetzungen. Inhaltliche Positionen, Ereignisse und die Stellung der Parteien zur Weimarer Republik werden bei der DenkMalTour dargestellt. Die Tour geht zu den ehemaligen Standorten der Parteizentralen und führt in die Zeit der Weimarer Republik ein.
Vor 50 Jahren - im Dezember 1963 - standen 22 NS-Gewalttäter in Frankfurt am Main vor Gericht. In dem Vortrag werden Geschichte, Verlauf und Ergebnis des Prozesses dargestellt. Dabei wird insbesondere auf den Beitrag der DDR zum Auschwitz-Prozess eingegangen und auf die Beteiligung des Nebenklagevertreters Karl Kaul.
Albert Schreiner (1892-1979) war Journalist und kommunistischer Funktionär in der KPD und der KPD-Opposition, dessen Lebensstationen Deutschland, Frankreich, Spanien, die USA und zuletzt die DDR waren. In den USA war er der Kopf des deutschen KPD-Exils. Zuletzt wirkte er in der DDR als Historiker, jedoch weit weniger erfolgreich. Schreiners Lebensweg widerspiegelt die Brüche und Widersprüche eines Kommunisten im 20. Jahrhundert.
Wie haben die europäischen Linksparteien und insbesondere DIE LINKE abgeschnitten? Konnte DIE LINKE mit ihrer differenzierten und kritischen Haltung zur Europäischen Union zu ihren WählerInnen durchdringen? Wie ist das Ergebnis für die griechische Partei SYRIZA mit Alexis Tsipras als Spitzenkandidaten zu bewerten? Konnte die Kandidatur Tsipras' die europäische Linke ausreichend mobilisieren? Wie wird die künftige linke Fraktion im Europäischen Parlament aussehen?
Der Vortrag untersucht, wie weit Adornos Materialismus reicht und woran er seine Grenze findet. Insbesondere wird zu fragen sein, wie weit Adornos Wissenschaftskritik die "gesellschaftliche Funktion der Naturwissenschaften" (Bulthaup) berücksichtigt und von welchem Kapitalbegriff sie ausgeht.
Wir wollen einen Blick auf die Rechtsaußenergebnisse der Europawahl vom 25. Mai werfen und der Frage nachgehen, welche Koalitionen sich hieraus ergeben können. Zudem wollen wir fragen, was diese unterschiedlichen Parteien der extremen Rechten in den letzten Legislaturperioden wirklich an Aktivitäten entfaltet haben.
Der Vortrag betrachtet das historische Verhältnis der parteikommunistischen "Old Left" der 1930er sowie der studentisch geprägten, pluralistischen "New Left" der 1960er/70er Jahre zu Antisemitismus, jüdischer Identität, dem Holocaust und Israel. Gegenwärtig werden Entwicklungen in der pro-palästinensischen, der Friedens- und der "Occupy Wall Street"-Bewegung beleuchtet.
Zeitlebens stand Elise Ewert ihrem Mann, dem KPD- und Kominternfunktionär Arthur Ewert, selbstlos zur Seite. Sie begleitete ihn nach Nord- und Südamerika, nach China und in die Sowjetunion. Doch sie machte sich auch einen eigenen Namen - als Fotografin, Journalistin und Übersetzerin. Gemeinsam mit Olga Benario wurde sie 1935 von Brasilien nach Deutschland deportiert. Mit erst 52 Jahren starb sie 1939 im KZ Ravensbrück an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen.
Der Stadtspaziergang führt durch bekannte Straßen rund um die Humboldt-Universität, an der Marx studierte und auch Engels Vorlesungen hörte, bis ins Charité-Viertel, in dem Marx ein Quartier „trocken“ wohnte. Mit wem Marx die WG teilte und warum er auch den Karzer von innen sah und warum Engels in der Kaserne am Kupfergaben diente – all dies und viele kleine Anekdoten über die Klassiker erfahren Sie während des Rundgangs.
Seit den 1990er Jahren zieht es Besucher in Ausstellungen zum Alltag in der DDR. Zu sehen sind die immergleichen Dinge, Rudimente einer Alltagskultur, Symbole einer historischen Lebenswelt, zusammengetragen von Museen, die oft erst nach 1990 gegründet wurden. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie sich die Museen in der DDR ihrer Gegenwart gestellt haben.
Jenny Marx war für ihre Zeit eine über die Maßen emanzipierte und couragierte Frau. Die überlieferten Briefe von ihr und an sie, die erstmals vollständig in einer Publikation erscheinen, belegen eindringlich, dass sie nicht nur die Gattin an der Seite ihres berühmten Mannes und die Mutter ihrer Kinder war, sondern eine politisch engagierte Frau, die „Geschäftsführerin“ in Sachen Publikationstätigkeit und eine am Theaterleben interessierte Zuschauerin.
Jüngste Forschungsergebnisse belegen bzw. bekräftigen, dass die mit und durch den Kalten Krieg erfolgte Restauration der schuldbeladenen NS-Funktionseliten die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte nicht nur marginal tangiert, sondern weitgehend – Demokratie und Rechtsstaat einschränkend und untergrabend - mitgeprägt hat. Das bedeutet – und darum geht es -, dass die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte eigentlich neu geschrieben werden müsste.
Christine Dähn war Starmoderatorin bei DT 64 und moderierte u. a. die bekannteste ostdeutsche Hitparade "Metronom". Auf der Leipziger Buchmesse 2008 wurde ihr Buch "Verdammt, wer hat das Klavier erfunden", eine Biographie über Thomas Natschinski, erschienen im Verlag Neues Leben, vorgestellt. Seitdem gestalten sie beide die sehr erfolgreiche Konzertlesung "Verdammt, wer hat das Klavier erfunden". Christine Dähn liest aus dem Buch und Thomas Natschinski singt und ist am Klavier zu erleben.
Die Siedlung bezeugt den Willen der frühen DDR, die aus der Emigration heimkehrenden Intellektuellen an sich zu binden. In unmittelbarer Nachbarschaft lebend, brachten sie unterschiedliche politische und kulturelle Erfahrungen aus dem Exil mit. Die Stadtführung präsentiert das denkmalgerecht sanierte Lingner-Haus sowie den kürzlich wiederhergestellten Garten und durchwandert die Siedlung. Zum Abschluss berichtet Nadine Steinitz (ihre Eltern Jeanne und Kurt Stern emigrierten nach Frankreich und Mexiko) aus ihrem eigenem Erleben .
Gefeiert werden die "schönen", "großen" und "friedlichen" Revolutionen. Als hässlich und verbrecherisch geschmäht hingegen jene Versuche arbeitender, unterdrückter Massen, gerechte Lebensverhältnisse zu erstreiten - weist der Historiker und Revolutionsforscher Helmut Bock mit seinem im Dietz-Verlag erschienenen Buch "Freiheit - ohne Gleichheit?: Soziale Revolution 1789 bis 1989. Tragödien und Legenden" nach. und
Es sollen vor allem die widersprüchlichen Erfahrungen der DDR in der Planung strukturbestimmender Prozesse und in der prognostischen Tätigkeit sowie deren Bedeutung für ein neues, emanzipatives, demokratisches und zukunftsfähiges Sozialismusprojekt behandelt werden.
Neben den Auslandseinsätzen der Bundeswehr sind es vor allem die deutschen Rüstungsexporte, die weltweit Gewalt und Krieg an Stelle von Frieden fördern. Zu den besten Kunden deutscher Rüstungsunternehmen gehören repressive Regime wie Saudi-Arabien. Dabei kann sich der deutsche Waffenhandel der umfassenden Unterstützung der Bundesregierung sicher sein.
Die Psychoanalyse Freuds und die kritische Theorie Adornos teilen das Schicksal, zu den Theorien zu gehören, die seit dem proklamierten “Ende der großen Erzählungen” (Jean-Francois Lyotard) und dem Aufstieg postmoderner Bewusstseinsformen in die Krise geraten sind; in öffentlichen wie akademischen Debatten spielen sie kaum mehr eine Rolle. Der Band "Freud und Adorno. Zur Urgeschichte der Moderne" soll einen Beitrag dazu leisten, die Auseinandersetzung mit Psychoanalyse und kritischer Theorie wieder aufzunehmen und weiterzuführen.
Zwischen 1936 und 1945 waren schätzungsweise 1200 Sinti und Roma im Zwangslager Berlin-Marzahn interniert. Das am Rande der damaligen Reichshauptstadt Berlin gelegene Lager war das größte kommunale "Zigeunerlager" im sogenannten "Altreich". Die Nationalsozialisten nutzten es zur gewaltsamen Exklusion von Sinti und Roma, ihrer rassistischen und kriminalpolizeilichen Erfassung sowie ihrer Ausbeutung durch Zwangsarbeit, und schließlich diente es als Sammellager für Deportationen der Festgehaltenen in verschiedene Konzentrationslager.
Heute ist der Erste Weltkrieg ins Zentrum einer Auseinandersetzung gerückt, in der von interessierter Seite die Geschichte neu geschrieben werden soll. Historische Fakten und Erkenntnisse werden uminterpretiert und passfähig gemacht für eine verharmlosende und gegen Linke wie Pazifisten gerichtete "Normalität". Hintergrund dafür ist nicht zuletzt auch die militärische Wiederkehr Deutschlands auf die Weltbühne.
Wenn zurzeit über elektronische Überwachung gesprochen wird, geht der Blick meist gen Westen. Kein Wunder, haben doch die Enthüllungen von Edward Snowden gezeigt, was NSA und der britische Geheimdienst GCHQ so treiben. Doch es lohnt auch der Blick vor die eigene Haustür. Zahlreiche deutsche Firmen verdienen ebenfalls mit dem Export von Spionageprogrammen und Technologien der Lawful Interception.
Ausgehend von ganz persönlichen Erlebnissen der Eltern und Großeltern, dem Leid und der Überlebenskraft der Mütter aller am Krieg beteiligten Völker, werden deutsche und internationale Friedens- und Liebeslieder und Gedanken verschiedener Autoren - als Protest gegen alle heute stattfindenden Kriege und als Warnung vor einem III. Weltkrieg mit verheerenden Folgen für die gesamte Menschheit - dargeboten.
Anknüpfend an den Vortrag vom Januar wendet sich Wladislaw Hedeler nun der wechselvollen Geschichte der Philosophie unter dem Banner des Marxismus in der Sowjetunion der 1920er-1930er Jahre zu. Die Debatte zwischen den „Dialektikern“ und „Mechanizisten“ um A. Deborin bzw. N. Bucharin endete mit einer Annäherung beider Schulen. Ihre Vertreter wurden kriminalisiert, die Einrichtungen zerschlagen und durch den Marxismus-Leninismus Stalinscher Lesart abgelöst.
Der 88,2 Hektar große Park hat eine interessante Geschichte, nicht nur als beliebtes Ausflugsziel für Groß und Klein, Ort von wissenschaftlichen und künstlerischen Ausstellungen, sondern insbesondere im 20. Jahrhundert als wichtiger Ort im politischen Leben Berlins. Dafür steht auch das 1949 eingeweihte Sowjetische Ehrenmal: ein eindrucksvolles, monumentales Ensemble mit einer eigenen interessanten Geschichte.
Im Seminar werden wir mit Textausschnitten, einem biographischen Film und kurzen Inputs einen Einblick in Halls Perspektiven geben und Anregungen liefern, wie und warum wir nicht auf ihn verzichten sollten.
In diesem Seminar lernen Sie die Photoshop-Oberfläche zu verstehen und für optimale Ergebnisse einzusetzen. Ob einfache Retuschearbeiten oder Fotomontage, multimediale Verwendungszwecke Ihrer Bilder oder Illustrationen: Lernen Sie in diesem Photoshop-Seminar die wesentlichen Einsatzmöglichkeiten von Photoshop kennen. Zahlreiche Praxisbeispiele und Photoshop-Übungen erleichtern Ihnen die Festigung des erworbenen Wissens für Ihre tägliche Arbeit.
Im Sommer 2013 begann eine Enthüllungsserie über staatliche Überwachung, über ihre helfenden Hände in der Internetindustrie und wozu digitale Schnüffelei heute technisch fähig ist. Dieser Dauerskandal wird mit dem Namen Edward Snowden verbunden. Der ehemalige Mitarbeiter amerikanischer Geheimdienste ist der erste große Whistleblower der Generation "Nerd". Jahrelang sammelte Snowden bei seinen früheren Arbeitgebern alles, was er in die Hände bekam. Er veröffentlichte dieses Stück für Stück über verschiedene Journalisten, um die Welt davon in Kenntnis zu setzen.
Der Referent, der selbst auf Praxiseinsätze bei der Berliner Kriminalpolizei zurückblicken kann, lehrte an der Humboldt-Universität Kriminalistik und Kriminologie. Seit 1995 arbeitet er freiberuflich als Autor, Berater und Privatdozent. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehören Bücher zur Berliner Kriminalgeschichte, aber auch Fachbücher für Kriminalistik.
Die bisher geführten Geheimverhandlungen zwischen der EU und den USA sind intransparent und undemokratisch. Die Folgen für die Bevölkerung können dramatisch werden: Das Klagerecht der großen Investoren gegen Staaten soll erweitert und die Rechte der nationalen Parlamente untergraben werden, die Privatisierung auf wichtigen Gebieten der öffentlichen Daseinsvorsorge soll für die internationale Konkurrenz erweitert werden. Wie sollte entgegen dem bisher bekannten Inhalt des TTIP eine internationale Zusammenarbeit im Interesse der Völker gestaltet werden?
Gottfried Benn zählt zu den umstrittensten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Die im Vortrag unternommene Neuinterpretation ist zugleich eine Rekonstruktion des "heroischen Realismus", einer zwischen Geschichtsphilosophie, Verhaltenslehre und künstlerischer Stilrichtung oszillierenden Denkrichtung, zu der neben Benn vor allem Oswald Spengler und Ernst Jünger gehören.
Als Ausgangspunkte der Veranstaltung werden eine Analyse der gegenwärtigen katastrophalen Lage bei der Realisierung des Menschenrechts auf Nahrung und die abzusehenden Tendenzen in der Sicherung einer ausreichenden und gesunden Ernährung der Menschen in allen Regionen der Welt dienen.
Streiks von VerkäuferInnen waren schon immer eine heikle Angelegenheit. Das war 2013/14 so. Das war aber auch schon 1978 so, als zum ersten Mal beim KaDeWe gestreikt wurde. Es war ein steiniger Weg für die Gewerkschaften. Wir wollen diesen Weg nachverfolgen, von West nach Ost, vom KaDeWe zum Alex, von der Gründung der Streikkasse damals bis zur Flashmob-Aktion heute.
- so jedenfalls behauptet es Günter Herlt und beweist es mit seinem neuesten Buch aus dem Eulenspiegelverlag. Es sind "amouröse Pralinees" mit unterschiedlicher Füllung aus dem gewöhnlichen Leben gewöhnlicher Leute, die aber in ungewöhnlichen Situationen aus ihren Gewohnheiten ausbrechen.
Die Geschichte dieser Firma erweist sich als ein außergewöhnliches wie prototypisches Beispiel für die Beständigkeit von Unternehmen in wechselnden ökonomischen, rechtlichen und politischen Arrangements.
Die Darstellung des spanischen Bürgerkriegs wird exemplarisch erschlossen: Quellen, thematische Zusammenhänge, der dokumentarische Charakter. In einer Betrachtung von Picassos Guernica-Gemälde wird vergegenwärtigt, welche Rezeptionsweise sich Peter Weiss für seinen Roman vorstellt.
Durch den tragischen Tod hunderter Bootsflüchtlinge vor Lampedusa ist eine europaweite öffentliche Debatte über den Umgang mit Flüchtlingen in der EU und ihren Mitgliedsstaaten in Gang gekommen. Ungeachtet der Tatsache, dass das Sterben an den südlichen EU-Außengrenzen längst endemisch geworden ist, bietet sich durch diese öffentliche Debatte und Aufmerksamkeit eine Chance, die deutschen und europäischen Asylgesetze auf den Prüfstand zu stellen und einer längst überfälligen Novellierung zu unterziehen.
Bei der Bundestagswahl 2013 zog Azize Tank über die Landesliste der LINKEN Berlin neu in den Bundestag ein. Die 1950 geborene Politikerin lebt seit fast 40 Jahren in Berlin, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie wird in der Veranstaltung über ihren Einzug in den Bundestag sprechen, Erfahrungen während des Wahlkampfes schildern, über ihre ersten Erfahrungen als Abgeordnete berichten und die Arbeit im Ausschuss für Arbeit und Soziales beschreiben.
Wir wollen diskutieren, ob angesichts eines neuen Kalten Krieges in Europa mit aktuellem Brennpunkt in der Ukraine, nicht eine Initiative für eine Entspannungspolitik, eine neue Ostpolitik, die auf Deeskalation und Verständigung zielt, von Nöten ist.
In diesem Seminar lernen Sie erweiterte Layoutfunktionen kennen. Sie erstellen Musterseiten für umfangreiche Dokumente, erfahren alles über Absatz- und Zeichenformate sowie über automatische Inhalts- und Stichwortverzeichnisse. Sie arbeiten mit eindrucksvollen Bild- und Formeffekten, erweitern Ihr Können in der Arbeit mit den Pfadwerkzeugen und führen eine Kontrolle durch, bevor Sie Ihr Dokument in die Druckerei geben.
Nicht nur die Partei Svoboda, sondern ganz unterschiedliche rechte, faschistische Gruppierungen waren und sind Teil der Bewegung, die zum Umsturz in der Ukraine geführt hat. Wie groß ist ihr Anteil an der Bewegung, welche politischen Positionen werden hier vertreten und warum kooperieren westliche Demokraten mit der extremen Rechten? Diese und andere Fragen wollen wir uns von einem Fachmann aus Kiew beantworten lassen.
Der Vortrag bringt Fakten und Zusammenhänge, die die gefährliche Entwicklung der Europäischen Union zeigen. Es geht um vertragliche Grundlagen, die Institutionen, Hochrüstung, Militäreinsätze und deren Finanzierung. Er interpretiert nicht nur Erscheinungen, die öffentlich vermeldet werden, sondern nennt die Beschlüsse und die Konsequenzen, mit denen wir noch zu rechnen haben.
Mit Geschichts- und Kulturbeiträgen von Thomas Ebermann, Dr. Nikolaus Brauns und Knarf Rellöm feiern wir den 95. Geburtstag der Münchner Räterepublik und erinnern an einige ihrer Protagonisten. Der Münchner Arbeiterschaft, den Anarchisten, Kommunisten, Bierkeller-Rabauken und Schwabinger Kaffeehausliteraten von 1919 wollen wir diesen Junge Panke Abend widmen.
Ein Zeitzeuge und ehemaliger Mitarbeiter erzählt die kurze und spannende Geschichte des geheimnisumwitterten Instituts für Meinungsforschung beim ZK der SED, gegründet am 21. April 1964 und abrupt geschlossen am 17. Januar 1979. Es war direkt dem Politbüro untergeordnet und stellte den ersten und letzten Versuch einer parteieigenen empirischen Umfrageforschung dar.
Finanziert von regionalen und internationalen Mächten führen Kampfverbände einen immer unübersichtlicheren Krieg in Syrien. Die Syrer werden schon lange nicht mehr gefragt, welche Vorstellungen sie für die Zukunft ihres Landes haben.
Wenn das 19. Jahrhundert aber noch der "Epoche der Anschaulichkeit" (Erich Hörl) angehört, dann findet sich Durkheim exakt auf der Schwelle zum neuen Denken des Symbolischen. Das Soziale wird entdeckt in der Epoche der Anschaulichkeit – und zumal für Deutschland stellt sich die Frage, wie es sich in die Ära der Symbolismen herüberretten konnte, und was dabei mit ihm passiert ist.
"Heute bei uns zu Haus" - so betitelt ein Buch, das über Falladas glücklichste Zeit berichtet. Carwitz, ein kleines Dorf im Mecklenburgischen: Hier lebte der Schriftsteller und Dichter Hans Fallada mit seiner Frau Suse und den Kindern Uli, Mücke und Achim. Er erzählt von seiner Familie, von Freunden und Nachbarn, vom Alltag auf dem Lande. Der Leser erfährt, wie sich im Mikrokosmos dörflichen Lebens das große Ganze erschließt.
Anders als in allen anderen mittelost- und osteuropäischen sozialistischen Ländern ging der Systemumbruch in der DDR sofort mit Wohlstandsgewinnen für die ostdeutsche Bevölkerung einher. Trotzem beurteilen die Menschen die sozialen Erfolge des deutschen Vereinigungsprozesses relativ kritisch. Wie kommt es, dass die Ostdeutschen trotz persönlicher Gewinne mehrheitlich nicht zu Anhängern der sozialen Marktwirtschaft wurden und überwiegend pessimistisch in die Zukunft blicken?
Vortrag über die Zirkel Schreibender Arbeiter in der DDR mit anschließender Lesung von Texten der Schreibenden Arbeiter und Diskussion. Die Veranstaltung wird begleitet von einer Präsentation über die Berliner Zirkel. Es werden Texte aus dem Archiv Schreibende ArbeiterInnen gelesen.
Der Referent erklärt u.a., auf welche Weise Volksentscheide Politik- und Parteienverdrossenheit mindern können. Darüber hinaus sind Volksentscheide ein Mittel, die politische Tagesordnung mit neuen Vorschlägen und Ideen zu bereichern. Erfahrungen aus Ländern, in denen seit mehr als hundert Jahren regelmäßig Volksentscheide stattfinden, veranschaulichen die Argumentation.
Im Vortrag wird es nicht nur um die Revolution 1848, sondern auch um deren Ende und Nachwehen gehen. Erinnert werden soll an den Widerstand gegen den konterrevolutionären Staatsstreich vom November 1848, an die Aufspaltung der schlesischen Demokratie in politische und soziale Demokraten, die Gründung eines Breslauer Sozialdemokratischen Arbeitervereins, die Bestrebungen nach proletarischer Emanzipation und auch an den Breslauer Maiaufstand von 1849.
Nachdem die Ukraine Ende November 2013 das seit langem vorbereitete Assoziierungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt hatte, erfassten eskalierende Proteste das Land. Organisiert von der „vereinten Opposition“ aus den Liberalkonservativen um Boxweltmeister Witali Klitschko, den neoliberalen Anhängern von Julia Timoschenko sowie neofaschistischen Parteien und Gruppierungen führten die Proteste nach vier Monaten zur Absetzung des Präsidenten. Die Zweitsprache Russisch wurde verboten und Drohungen über ein Parteiverbot der Kommunistischen Partei werden laut. Von einer möglichen Spaltung des Landes ist sogar die Rede.
Zur aktuellen Wahl am 2. Februar 2014 stellt die FMNL mit dem bisherigen Vizepräsidenten Salvador Sanchez Ceren einen ehemaligen Commandante der Befreiungsfront zur Wahl. Wird El Salvador den Weg zur Rückkehr zu wahrer Demokratie und Aufarbeitung des Bürgerkrieges fortsetzen können? Botschafterin Anita Escher ist seit März 2010 in Berlin und wird den Vortrag in deutscher Sprache halten.
War die Tatsache, dass die Folgen der direkten bzw. indirekten Kaffeepreissteigerungen nur in der DDR zu Protesten führten vor allem auf deren Wirtschaftssystem zurückzuführen? Oder auf das Verhalten ihrer politischen Führung? Oder gar auf spezifische Charakterzüge und Befindlichkeiten des "Volks der DDR"? Der Vortrag versucht Antworten zu geben. Erkennbar wird: die DDR-Geschichte ist vielschichtig. Ihre Aufarbeitung verträgt keine allzu einfachen Antworten.
"Mein Land ist mir zerfallen", mit diesem Gedicht schuf der Dichter Jürgen Rennert 1990 eine der ausdrucksstärksten poetischen Reaktionen auf das Ende der DDR. Er, der dieses Land im Widerspruch bewohnte, beklagte mit seinem Zerfall den Abbruch der Alternativen, die es trotz allem in sich trug. Doch auch in neuerer Zeit ist der Dichter mit seiner Stimme deutlich vernehmbar, widersprechend, wenn es heißt: "Rien ne va plus!"
Das ursprüngliche Badehaus wurde 1874 als "Admiralsgartenbad" für exquisite Besucher eröffnet. Es folgten Erweiterungsbauten zu einem Sport- und Unterhaltungsunternehmen. 1922 erfolgte ein grundlegender Umbau als Veranstaltungsgebäude "Admiralspalast". Ab 1945 war das Haus ein gesuchter Tagungsort. Im April 1946 tagte hier Vereinigungsparteitag KPD/SPD zur SED. Später war das Haus Spielstätte der Deutschen Staatsoper, dann des Metropol-Theaters.
Die LiMA Akademie 2014 ist für Medienschaffende und -nutzende gedacht, die Medien kritisch produzieren und rezipieren. Wir unterstützen unabhängigen Journalismus, der hartnäckige Fragen stellt, an heiklen Themen dranbleibt, diese verantwortungsvoll behandelt und der der Wahrheit und dem Leser verpflichtet ist.
Wir wollen mittels einer Busexkursion Projekte vorstellen, die mit Mitteln des europäischen Strukturfonds gefördert werden: Das SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin, Berlin eastside in Lichtenberg/Marzahn, Die „Initiative Oberschule“ (IOS) Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule Eberswalde und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) Bei der Exkursion geht es auch um Grundlagen und Zielstellungen der EU-Strukturfondförderung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Förderung in Berlin und Brandenburg und Probleme der neuen Förderperiode.
"Nicht überscharf", so dichtete Peter Hacks im Jahre 1974, wären seine "Zerwürfnisse" mit der Obrigkeit - und er behauptete, mit diesem Zustand zufrieden zu sein. Andere Schriftsteller waren es keineswegs. Aus Anlass ihres 80. Geburtstages schaut die Referentin auf viele Jahre Arbeit zur DDR-Literatur zurück
In Deutschland regiert seit Ende 2013 eine (über-)große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Im Bundestag kommt die Opposition gerade mal auf 20 Prozent der Sitze. Diese Situation ist neu und stellt die anderen Parteien und politischen Akteure, auch im Spektrum der Linken, vor neue Aufgaben: Wie kann etwa DIE LINKE als Partei vor dem Hintergrund einer solchen Situation ihre Politik gestalten? Wie werden LINKE und Grüne die Rolle der Opposition ausfüllen können? Welche Erfahrungen aus der Berliner Landespolitik, wo es ja ebenfalls eine große Koalition gibt, können genutzt werden?
Die DenkMalTour begibt sich auf die Spuren der ArbeiterInnen- und Widerstandsbewegung in Neukölln. Proletarische Frauen haben im Kampf gegen den Faschismus, für sozialen Fortschritt und Emanzipation eine wichtige Rolle gespielt. Die Tour wird auf die Rezeption von proletarischen Frauen in Literatur und Geschichte eingehen, Orte von politischen Auseinandersetzungen zeigen und Frauen aus der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung vorstellen.
Der Charakter der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus und die strategischen Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind, werden von Linken seit einiger Zeit intensiv untersucht und diskutiert. Manfred Sohn und Dieter Klein haben dazu erst jüngst Überlegungen präsentiert, die einer gründlichen Diskussion bedürfen.
Einführung: Dr. Horst Dietzel Musik: Christian Raudszus (Violonchello) Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 9. Mai 2014.
Was wurde in den 15 Jahren unter der Regierung von Hugo Chàvez erreicht? Wagt Venezuela einen weiteren Schritt in Richtung Sozialismus? Wird der ALBA-Verbund Motor eines historischen Projektes – und wo liegen hierfür mögliche Gefahren?
Am 1. Oktober 1960 meldete sich ein bis dahin unbekannter Sender auf der Mittelwelle 935 im Äther. Mit den fünf Paukenschlägen Tam-Tam-Tam-Tam-Tam und dem Satz "Hier ist der Deutsche Soldatensender" stellte er sich vor. Die Programmmacher, bis auf wenige Ausnahmen Neulinge im Rundfunkmetier, verwirklichten von diesem Tag an, allein auf sich gestellt ihre Programmideen zur Friedenssicherung in Mitteleuropa. Ihr Sender erreichte eine wachsende Hörerschaft in Ost und West.
Behütet aufgewachsen in einer zum Beamtenadel gehörenden Familie mit gesellschaftlichem Ansehen, entschied sich Jenny für ein Leben mit dem politisch engagierten, unbequemen und unbeugsamen Marx. Gemeinsam bewältigten sie das von Geldsorgen, von Anfeindungen und persönlichen Schicksalsschlägen belastete Exilleben in Paris, Brüssel und London.
Wie ist der Zustand der ostdeutschen Zivilgesellschaft im Jahr 25 nach der "friedlichen Revolution" einzuschätzen? Welche Spezifika besitzt sie? Wie ist sie im Vergleich zur westdeutschen und im europäischen Kontext einzuordnen? Vor dem Hintergrund langjähriger Forschungen zu Engagement, Protest und sozialen Bewegungen in Ostdeutschland werden Grundlinien der Zivilgesellschaft seit der Wende, Probleme und Handlungsfelder skizziert und Überlegungen zu ihrer Perspektive angesichts von Schrumpfung diskutiert.
Seit Anfang der 2000er Jahre verzeichnet der afrikanische Kontinent jährliche Wachstumsraten von über 5 Prozent. Dies bringt Wirtschaftsbeobachter und Medien dazu, den afrikanischen "Löwen" zum Nachfolger des asiatischen "Tigers" zu erklären. Das Wirtschaftswachstum wird allerdings überwiegend von hohen Rohstoffpreisen und -exporten getragen, zunehmend in Schwellenländer wie China. 48 Prozent der Bevölkerung sind extrem arm, die Einkommensungleichheit nimmt rapide zu.
Wie ist die AfD im politischen Spektrum zu verorten? Mit welchen Themen spricht sie WählerInnen an? Wessen Interessen bedient die neue Partei? Wie kann ein kritischer, linker Umgang mit der AfD aussehen? Diese und andere Fragen sollen in der Veranstaltung diskutiert werden.
Der Vortrag will mit Marx zwei Fragen verbinden: "Wie ist eine angemessene Kapitalismuskritik möglich?" und "Was ist Geld?". Marx, so die Idee, konnte die kapitalistische Gesellschaft kritisch darstellen, indem er durch die Entwicklung der Geldfunktionen zeigt, auf welche Weise diese Gesellschaft sich selbst zur Darstellung bringt.
Im Konzert „Liederspuren“ spielen - allyouneedisLied (Ex-Oktoberklub, Ex-Brigade Feuerstein u.a.) - Thomas Putensen (Pianist, Entertainer) - Volkmann (Ex-Pension Volkmann) und - Salli Sallmann (Ex-DDR-Dissident).
Aus Italien ist die 1991 gegründete Folkgruppe „Casa del Vento“ zu Gast. Ihre Musik ist folk-rockig und tanzbar, die Texte zeugen von ihrem politischen Engagement, zum Beispiel anlässlich des G8-Gipfels in Genua 2001. „Die Grenzgänger“ aus Bremen feiern beim Festival die Premiere ihres neuen Programms „1914 – Maikäfer flieg!“. Das Programm enthält Lieder und Texte aus dem ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. im Entree: Boxhagener Stadtmusikanten
Wir wollen gemeinsam mit Euch die Geschichte der extremen Rechten in der Bundesrepublik untersuchen. Welche Strukturen/Parteien entstanden nach dem Krieg, welche Rolle spielte die NPD, welche die sogenannte neue Rechte? Wie war die Situation nach der Wiedervereinigung, und warum scheiterte das erste NPD-Verbotsverfahren? Unter welchen Voraussetzungen haben sich die sogenannten autonomen Nationalisten gegründet, und was haben diese Strukturen mit dem NSU zu tun?
Das Feuilleton der "Roten Fahne" gibt Auskunft über kulturelle Aktivitäten im Umkreis der Kommunisten und über ihre Sicht auf die kulturelle Öffentlichkeit der Weimarer Republik. Erkennbar werden die unterschiedlichen Positionen kommunistischer Intellektueller und die verschiedenen - nicht immer sehr produktiven - Bemühungen um die Eintwicklung einer Kulturpolitik der KPD.
Im Vortrag wird ein Überblick über rechte Nachbarschaftskampagnen der letzten Jahre im Bezirk Pankow geboten und versucht, deren immer wiederkehrende Verstrickung mit lokalen Akteuren aus der Politik auf den Grund zu gehen.
"Schwarze Flamme" ist eine Geschichte der Gegenmacht. Die Autoren Lucien van der Walt und Michael Schmidt legen damit eine umfassende Systematik und internationale Geschichte des Anarchismus und eine Auseinandersetzung mit Kernfragen wie Organisierung und Strategie vor. Vom 19. Jahrhundert bis zu heutigen antikapitalistischen Bewegungen zeichnen sie anarchistische Traditionen und zeitgenössische Formen nach und thematisieren auch umfassend Lateinamerika, Asien und Afrika.
In einem Vortrag über die Denkmalkultur des sozialistischen Jugoslawiens soll diskutiert werden, wie sich diese "revolutionäre Ästhetik" entwickelt hat. Welche Fallstricke der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg haben sich im ehemaligen Jugoslawien ergeben? Welche Bedeutung haben diese Denkmäler heute, 20 Jahre nach dem Zerfall des sozialistischen Jugoslawiens?
Von der Humboldt-Universität Berlin ging 1989/90 produktive Unruhe aus. Der erste frei gewählte Rektor, der Theologe Heinrich Fink, drang auf "Erneuerung aus eigener Kraft". In seinem Buch schildert er seine "Wende"-Erfahrungen exemplarisch für die Erfahrungen vieler aktiver Demokraten in Ostdeutschland.
In diesem Seminar erlernen Sie die Techniken zum Aufbau von einzelnen Seiten bis hin zu umfangreichen Dokumenten für den Druck oder das Online-Publishing. Sie lernen die Funktionsweise und die Logik von InDesign kennen. Nach dem Seminar sind Sie in der Lage, Broschüren, Flyer oder Anzeigen selbst zu layouten und als PDF sowie für den Druck bereit zu stellen.
1934 halten zwei Philosophen den Zeitpunkt für gekommen, politisch die Karten auf den Tisch zu legen: "Nur der Relativismus kann uns noch retten!", schreibt der Rechtsphilosoph Gustav Radbruch und entwickelt die politischen Konsequenzen: Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Sozialismus. Zeitgleich schickt sich der strikt antirelativistische Wissenschaftsphilosoph Hugo Dingler an, neben der euklidischen Geometrie auch die völkische Ideologie a priori abzuleiten, um sich so den Nazis als Hofphilosoph anzudienen. An diesem Beispiel soll versucht werden, den Zusammenhang von Philosophie und Politik genauer zu benennen.
Natur und Gesellschaft sind unauflöslich durch die Art und Weise des Wirtschaftens miteinander verbunden und hängen voneinander ab. Weil das so ist, lassen sich die aufgestauten Probleme auch nur gemeinsam lösen. Zum einen ist deshalb der Verbrauch von Energie und Ressourcen radikal zu senken. Zum anderen verlangt ein solcher Umbau, sich stärker auf die Entwicklung des eigenen Binnenmarkts und neue Arbeitsplätze, auf dauerhafte regionale und kommunale Wirtschaftskreisläufe zu konzentrieren.
Anna Seghers betrieb ihre Freundschaften in einer umfangreichen Korrespondenz. Seghers’ Briefe, die nicht nur im Exil „den Besuch der besten Freunde” ersetzen mussten, liefern einen wichtigen Baustein zu der von Eickenrodt und Rapisarda eingeforderten „Kulturgeschichte des Vertrauens” (1998). Unter den komplizierten politischen Bedingungen in der DDR zeugt die Korrespondenz von Seghers’ anhaltend „großem Verlangen nach Freundschaft und Lebensfreude” (Seghers an W. Steshenski)
... meint die Schriftstellerin Gisela Steineckert. Nicht zu Unrecht, wenn gerade sie es sagt und in ihrem neuesten Buch beschreibt. Sie hat viele Bücher geschrieben, unzählige Gedichte und Liedtexte, wie "Der einfache Friede", "Komm, wir malen eine Sonne" oder "Als ich fortging" - Lieder, die einem noch aus DDR-Zeiten im Ohr klingen.
Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, welche gesellschaftlichen Sicherheiten ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können? Hier rücken die im Kapitalismus immer umkämpften und gefährdeten sowie vom Neoliberalismus verschwiegenen gesellschaftlichen Voraussetzungen für Autonomie und Teilhabe aller wieder in den Mittelpunkt und machen deutlich, vor welchen schwierigen Aufgaben eine linke Sozial- und Wirtschaftspolitik steht.
Duda ist Kolorist, Klarheit und Ausdruckskraft der Farbe sind für ihn von größter Bedeutung, seine Bilder sind von der Farbe bestimmt, ihr unterwirft er die Zeichnung. Duda versuchte sich in allen Genres, nicht alle sind ihm gleichermaßen gelungen. Stadtlandschaften, Stillleben und vor allem Blumenstücke zeigen ihn als Poeten der Farbe, aber selbst seine Blumenbilder sind keine Idylle, kein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben. Die Farbe ist ihm Ausdrucksträger, der Kern des Malerischen.
Die Worte und Bilder dieser Veranstaltung werden die Grausamkeit dieser Kriege zeigen und zu der Frage führen, wen die "internationale Gemeinschaft" auf welche Weise durch diese Kriegsführung befreien will. Gespräch mit Dr. Andre Brie und Thomas Rassloff über ihre Erfahrungen in Syrien und anderen Kriegsgebieten.
Marktwirtschaft, Demokratie und Kapitalismus werden heutzutage gern als unzertrennlich dargestellt. Doch dieser Zusammenhang ist konstruiert, wie in der Veranstaltung gezeigt wird. Zunächst wird der grundsätzlichen Frage nachgegangen, was Marktwirtschaft eigentlich ist. Wie sah sie in der Zeit vor der kapitalistischen Produktions- und Verteilungsweise aus? Und daran anschließend: Kann es eine Zukunft ohne Marktwirtschaft oder ohne Kapitalherrschaft geben? Beziehungsweise: Was sind die Alternativen zur gegenwärtigen Marktwirtschaft?
Welche künstlerischen Kreativitäten und Geselligkeitsformen verbargen sich hinter den strapazierten Begriffen "Volkskunst" und "Laienschaffen"? Im Spannungsfeld von Kulturpolitik, lenkender Vermittlung und finanzieller Förderung etablierte sich eine in Strukturen und künstlerischer Präsenz außerordentlich differenzierte kulturelle Bewegung.
Wirtschaftliche Akteure, die die Verbrechen der argentinischen Militärdiktatur zwischen 1976-1983 gefördert und von ihnen profitiert haben, müssen juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Daher unterstützt das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) emblematische Fälle, in denen die Rolle von Unternehmen während der argentinischen Militärdiktatur aufgearbeitet wird. Annelen Micus, Referentin für Völkerstraftaten in Lateinamerika beim ECCHR, wird über den aktuellen Stand der Verfahren in Argentinien berichten.
"Heilige Lanzen" ist das dritte Buch von Reinhold Andert zu seinen langjährigen Forschungen über das Thüringenreich im sechsten Jahrhundert, Ausgrabungen, das Mittelalter. Er besichtigt die Zeit der ottonischen Könige und den Raum Sachsen, den Harz, Thüringen und die Kaiserpfalzen. In Teil II des Buches wird die Sprache als Geschichtsquelle untersucht. Der bekannte Liedermacher wird seine Gitarre selbstverständlich mitbringen.
Gründe, sich mit Lenins Texten auseinanderzusetzen, gibt es genug. Wir nehmen daher seinen 90. Todestag zum Anlass, ein Einsteigerseminar in der Hellen Panke zu organisieren.
Im Rahmen der Konferenz wollen wir nicht nur Jankas Leben rekapitulieren, sondern zugleich fragen, warum Kommunisten im 20. Jahrhundert so gehandelt haben wie er und inwieweit Janka dies vor sich selbst gerechtfertigt hat.
Haben Gefühle eine Nationalität? Dies behauptet zumindest der Titel des Buches "Deutsche Scham". Anhand dreier individueller deutscher Familiengeschichten diskutiert die Autorin Konstanze Hanitzsch die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus aus einer medienanalytischen und genderkritischen Perspektive. Die Gender- und Literaturwissenschaftlerin wird in der Veranstaltung ihr Buch vorstellen und gemeinsam mit der Journalistin Zoé Sona und dem Publikum über deutsche Vergangenheitspolitik, "Täterkinder" und das deutsche Familiengedächtnis sprechen.
Vor 50 Jahren erschien "One-Dimensional-Man" von Herbert Marcuse in den USA, drei Jahre später die deutsche Übersetzung "Der eindimensionale Mensch". Marcuse gehörte zum Kreis der Kritischen Theorie, er blieb aber im Gegensatz zu Horkheimer, Adorno u.a. im amerikanischen Exil. Dort schrieb er auch das Buch, das die Gedanken des Aufbruchs rund um das Jahr 1968 formulierte und zum Stichwortgeber einer ganzen Protestgeneration wurde - von der Kritik der repressiven Natur des Spätkapitalismus über die Beschreibung der durch rein technisches Herrschaftswissen verwalteten Welt bis zum Lob der Kraft der Negation und der Befreiung der Bedürfnisse.
Unter dem Motto "Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933-1938-1945" hat es im Jubiläumsjahr 2013 in Berlin eine Fülle von Veranstaltungen gegeben, an denen sich der Autor mit Vorträgen, Publikationen und Stadtführungen beteiligte. Mit dieser Veranstaltung soll dazu eine Zwischenbilanz gezogen werden, wobei die erste Phase der Herrschaft der Nationalsozialisten in Berlin im Vortrag und der Diskussion näher beleuchtet wwird.
Die Parteizeitung "Prawda" veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 17. Mai 1922 einen Leitartikel, der gegen die "Illusion der konterrevolutionären 'Demokratie'" gerichtet war. Diese Kampfansage ging mit der Planung der ersten "Massenoperation" gegen politische Gegner der Bolschewiki einher. Zu den ersten Aktionen gehörte die Ausbürgerung von über 200 Intellektuellen. Leben und Werk der ausgebürgerten Philosophen wird anhand neuer russischer Publikationen vorgestellt.
Auf der Schwelle des Jahres, in dem sich der Erste Weltkrieg zum 100. Mal und der Beginn des Zweiten zum 75. Mal jährt, lässt sich fragen, wie mit diesen Daten umgegangen werden wird und wie diejenigen mit ihnen umgehen sollten, die sich in der Tradition von August Bebel, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wähnen.
Was im geteilten Berlin der Nachkriegszeit politisch und ästhetisch in Konfrontation – als Bau und Gegenbau – entstand, lässt sich heute als Koevolution der Moderne zwischen Traditionalismus und Modernismus begreifen und als gemeinsames kulturelles Erbe neu deuten. Der Berliner Senat hat im Sommer 2012 den Antrag gestellt, Karl-Marx-Allee und Interbau 57 gemeinsam für die Liste des Weltkulturerbes zu nominieren.
Im Dezember 2013 sollen die Weichen für eine noch stärkere EU-Militarisierung gestellt werden – angefangen von einem Ausbau der Rüstungsindustrie bis hin zu einer Ausweitung der Optionen für Militär- und Polizeieinsätze.
Ein Programm für die Vernunft und gegen den Krieg mit Marlis und Wolfgang Helfritsch.
Eine höchst disparate politische Einschätzung bestimmt bis heute die Würdigung des Künstlers Richard Wagner. Die einen, da sie um seinen Antisemitismus wissen, wollen die Qualitäten seiner Opernkunst ignorieren. Die anderen, die den Opernkomponisten aus guten Gründen schätzen, drücken sich gern um den problematischen ideologischen Gehalt seines Werks. Diese Strategien der Vermeidung des Widerspruchs schaden einer vernünftigen Würdigung Wagners bis heute, vor allem aber schaden sie dem eigenen Denken.
1946 kehrt Dorothea Wüsten-Koeppen aus dem Exil nach Berlin zurück. Sie arbeitet und malt und sorgt für die Veröffentlichung der literarischen und bildkünstlerischen Arbeiten von Johannes Wüsten, der 1943 im Zuchthaus Brandenburg starb. Anlässlich der 900-Jahrfeier von Görlitz wird Dorothea Wüsten-Koeppen 1971 zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt. Drei Tage nach ihrem 81. Geburtstag stirbt sie in Berlin-Pankow. Am Schlosspark 14 war ihre letzte Adresse.
Peter Ruben, der jetzt seinen 80. Geburtstag begeht, hat auf verschiedenen Gebieten der Philosophie und Sozialtheorie gearbeitet. Etliches, das in der DDR diskutiert wurde, ist historisch erledigt, vieles aber unabgegolten.
Spätestens der Massenmord von Anders Behring Breivik in Norwegen zeigt, welches mörderische Potenzial die extreme Rechte in den skandinavischen Ländern hervorbringen kann. So groß das Entsetzen über seine Tat ist, so weit verbreitet sind in Skandinavien Fragmente seiner Gedankenwelt.
Mit Büchern über die "vaterlose Gesellschaft" und die "Unfähigkeit zu trauern" hatte sich der Psychoanalytiker Prof. Dr. Alexander Mitscherlich in den sechziger und siebziger Jahren in die Debatte um demokratische Verantwortung eingemischt. Mit seiner Rede über die "Herstellung von Dummheit" bedankte er sich in der Paulskirche für die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Bis heute ist diese Rede ein wichtiges Lehrstück.
Sollte die Linke das Feld der EU-Kritik und der Angriffe auf Demokratie und Sozialstaat über die Memorandenpolitik auch von EU-Institutionen der politischen Rechten in Deutschland überlassen? Oder muss sie ihr EU-kritisches Profil ausbauen und ihre Ablehnung der verheerenden Eurorettungspolitik und ihre Gegenstrategien stärker in der Öffentlichkeit diskutieren?
In der Vortragsveranstaltung soll es um die utopiehaltigen Ansätze und Ideen von Erich Fromm gehen, die dieser besonders seit Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt hat.
Eine literarisch-kulinarische Spurensuche führt zu einem "gefräßigen König", der sich gern als "sächsischer Herkules" feiern ließ, seinem Idol – dem Sonnenkönig Louis XIV von Frankreich – nacheiferte, kriegslüstern sich der polnischen Krone bemächtigte, so manche Hofintrige spann – aber auch Dresden zum "Elbflorenz" gestalten ließ. Die Rede ist von August dem Starken (1694-1733). Über dessen Taten und Untaten berichtet Marlene Vesper.
Alexandra Manske hat sich die bisher kaum untersuchten Arbeitsverhältnisse in der Kommunikationsbranche und der Modedesignbranche näher angesehen. Bei den Studien zur widersprüchlichen unternehmerischen Praxis dieser "Kreativen" ist sie zu dem Schluss gekommen, dass sich der "Geist des Kapitalismus" wohl eher in den sozialen Kämpfen der Akteure zeige - im Spannungsfeld von künstlerischem Drang und wirtschaftlichem Zwang.
Wir wollen uns am Beispiel Griechenland mit den Wahlerfolgen faschistischer und rechtspopulistischer Parteien in Europa und der willfährigen Übernahme faschistischer und rechtspopulistischer Politphrasen von Seiten der etablierten Parteien auseinandersetzen und über eine internationale Dimension antifaschistischer Politik ins Gespräch kommen.
Das ab 1737 erbaut Adelspalais bewohnten anfangs preußische Prinzen. Im 18. Jahrhundert nutzten preußische Ministerien das Gebäude. Im März 1933 wurde es Dienstsitz von Joseph Goebbels. 1938 erfolgten umfangreiche Erweiterungsbauten im Bereich Mauerstraße. Nach 1945 war das Gebäude Sitz des Deutschen Volksrates/Nationalrat der Nationalen Front sowie des Presseamtes der DDR-Regierung, der Liga für Völkerfreundschaft und weiterer gesellschaftlicher Gremien. Seit 2001 beherbergt der Bau den "2. Dienstsitz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales".
Ein Wochenendseminar ist eine gute Möglichkeit, überhaupt mit Gramsci in Kontakt zu kommen. Wir möchten ein paar Orientierungspunkte liefern, die beim Einstieg in die Auseinandersetzung mit Gramsci helfen können. Zu dem Seminar sind EinsteigerInnen ohne Vorkenntnisse genauso herzlich eingeladen wie Leute, die ihr Wissen zum Thema vertiefen und gemeinsam diskutieren möchten.
Wir wollen uns im Rahmen der Veranstaltung einführend mit der Thematik des Asylrechts beschäftigen, um Grundlagenkenntnisse zu erwerben und diese gemeinsam zu diskutieren. Dabei wollen wir uns mit drei zentralen Fragen beschäftigen: Was umfasst das Asylrecht heute? Wer sind die zentralen Akteure und welche Konflikte tragen sie aus? Wie sehen linke Positionen dazu aus?
"Daniela Dahn deckt tiefgreifende Blockaden auf, die den Staat daran hindern, die Dauerkrise zu lösen und sich in Freiheit weiterzuentwickeln – in ein Gemeinwesen, dessen Gesetze das Wohl aller in den Vordergrund stellen und nicht das Privateigentum, in dem die Allmacht der Parteien beendet wird. Einen Staat, der nicht mehr herrscht, wo er dienen sollte, und in dem die Bürger ihre wichtigen Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Und sie macht konkrete Vorschläge, wie wir dahin gelangen können – in Deutschland, Europa und, wer weiß, darüber hinaus." (Ankündigungstext Rowohlt-Verlag)
Auf der Tagung soll es darum gehen, sowohl neue Antworten auf „alte“ Fragen zum Eigentum als auch neue Fragen, Sichten und Praxen in Sachen Eigentum aufzuzeigen und zu erörtern.
Die Busexkursion begibt sich gemeinsam mit Barbara und Winfried Junge auf die Suche nach den Kindern von Golzow. Das Filmprojekt wird in die deutsche Zeitgeschichte eingeordnet, wobei der Bogen vom Jahr 1945 über das Leben in der DDR bis in die Gegenwart geschlagen wird.
So wichtig die verfassungsrechtliche Auseinandersetzung mit den undemokratischen und unsozialen EU-Verträgen auch ist: noch notwendiger ist der Kampf gegen die neoliberalen Konzeptionen, die die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise zur Staatsschuldenkrise uminterpretieren und ihr mit einer Haushalts- und Finanzpolitik auf dem Rücken der Mehrheit der Bevölkerung begegnen wollen.
In dem Vortrag werden das Wirken und Denken Blochs in der DDR nachgezeichnet und Elemente seiner Utopie und Philosophie in den Schriften der genannten marxistischen SED-Kritiker herausgearbeitet und verglichen.
Über Deutschlands Waffenproduktion und deren Export in die Krisenherde der Welt wollen wir mit Jan van Aken sprechen. Der Bundestagsabgeordnete (DIE LINKE) hat in den vergangenen Wochen mit seinem Team neun Rüstungsskandale ausgebuddelt. Die Spanne reicht vom Datenstaubsauger Euro Hawk bis zu den Chemie-Lieferungen an Assad.
Ein Vortrag über feine Methoden für grobe Verfälschungen, die es den Medien erlauben, die Köpfe von unerwünschten Gedanken frei zu halten und die Macht der Herrschenden fest zu behalten. Besonders im Vorfeld der Wahlen hat sich die Rolle der Medien deutlich gezeigt.
Ausgehend von zeithistorischen Betrachtungen der deutsch-deutschen Friedensbewegung seit Ende des 2. Weltkrieges (insbesondere jedoch seit den 1970er Jahren und nach der deutschen Vereinigung) sollen Anregungen und Anstöße für die weitere Debatte zur Geschichte der Friedensbewegung sowie für den aktuellen Friedenskampf vermittelt werden.
Es wird untersucht, ob und inwieweit eine Charakterisierung der in politische Praxis umgesetzten neoliberalen Wirtschaftstheorie als Religion möglich und richtig ist. Dabei sollen insbesondere Rolle und Funktion der Elemente säkularen Glaubens für die Theorie der Selbstregulierung des Markts analysiert und die hierzu aktuell geführte Diskussion ausgewertet werden.
Welche Folgen haben die neoliberale Wirtschaftspolitik und der Kampf der entwickelten Industriestaaten um den Zugriff auf Rohstoffe? Wer ist für die lokalen Konflikte und Kriege in den Ländern Subsahara-Afrikas verantwortlich? Gelingt es den Staaten Subsahara-Afrikas, den zunehmenden Destabilisierungsaktionen islamistischer Kräfte zu begegnen? Wie gelingt es den Führungskräften dieser Staaten, den Herausforderungen gerecht zu werden? Welche Chancen und Perspektiven für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse haben die Menschen in Subsahara-Afrika?
271.496 Berlinerinnen und Berliner haben für das Volksbegehren des Berliner Energietischs unterschrieben. Sie bekräftigten damit den Wunsch nach einer sozial gerechten, ökologischen und nicht profitorientierten Energieversorgung. Wie gestaltet sich dagegen die jetzige Berliner Energieversorgung? Welche Möglichkeiten und Risiken bietet eine Rekommunalisierung des Berliner Energienetzes? Welche Wege müssen gegangen werden, damit Berlins Energienetz erfolgreich umgestaltet werden kann?
Dass im liturgischen Jahreskreis sich immer wieder christliche Festtage mit heidnischen Riten und mystischem Brauchtum treffen, zeugt nicht nur von den anfänglichen Durchsetzungs-schwierigkeiten westlicher Religionsautorität, sondern auch von dem Erfindungsgeist und dem schöpferischen Glaubens- und Ahnungszauber der ländlichen und später auch städti-schen Bevölkerung. Den Legendenbildungen rund um Helloween, den Geschichten der mit dem Fest verbundenen Hexen, Untoten, Zombies und Dämonen soll an diesem Kaminabend im Salon der Rosa Luxemburg Stiftung ebenso nachgegangen werden wie seinen vielfältigen kulturindustriellen Wiederaufnahmen im 20. und 21. Jahrhundert.
Mit der Veranstaltung wollen wir ergründen, was in der Geschichte des Sozialen Wohnungsbaus schief gelaufen ist und wer davon profitiert hat. Ein kritischer Blick zurück ist immer auch ein Blick nach vorn, und wir wollen darüber diskutieren, ob und wie ein neuer Sozialer Wohnungsbau zur Lösung der Berliner Mietprobleme beitragen könnte.
Anlässlich des 100. Todestages August Bebels erinnert dessen Biografin Ursula Herrmann an die Beisetzungsfeierlichkeiten im August 1913 und betrachtet zugleich das Gedenken an ihn im August 2013. Sie geht auf die wichtigsten Stationen seines Lebens ein. Hierzu zählt beispielsweise seine Rolle an der Spitze der revolutionären Sozialdemokratie im Ringen um politische und soziale Veränderungen im Kaiserreich, verbunden mit dem Ziel, die bestehende Gesellschaft von Grund auf umzugestalten.
Der Fehlschlag wurde zur Legende hochgeschrieben - die Revolution sei reif gewesen, nur die Führung habe versagt. Ein junger Linksradikaler namens Ernst Thälmann gründete auf dieser Behauptung eine steile Parteikarriere, noch Jahrzehnte später konnte Franz Joseph Degenhart mit seinem Kampflied "In Hamburg fiel der erste Schuss" die Neue Linke an den Universitäten begeistern. Wir wollen einen Blick zurück werfen und diskutieren, wie aus Geschichte Legenden werden und diese wiederum die Geschichte prägen.
Im Mittelpunkt steht allein das Geld der kapitalistischen Gesellschaft, mithin die kapitalistische Bestimmung des Geldes. Dafür werden wir Passagen aus allen drei Bänden des Kapital in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Vorkenntnissen durcharbeiten. Durch die gemeinsame Lektüre und Diskussion wollen wir ein genaueres Verständnis dieser zentralen Kategorie gewinnen sowie über die Methode ihrer Entwicklung und Kritik. Nicht zuletzt wird sich natürlich auch die Frage der Aktualität der Marx’schen Kritik des Geldes stellen.
1956 war von einer "Krise und Stagnation in der Volkskunstentwicklung" die Rede und es begann eine Diskussion über die zukünftigen Wege der Volkskunst. Diese Debatten werden anhand der Argumentationslinien und Hintergründe näher beleuchtet und ihr Ausgang nachgezeichnet.
Diderots Texte sprühen so von Leben, Geist und warmherzigem Humor, dass ihre Lektüre auch heute noch Spaß macht. Effi Böhlke versucht, sich diesem Reichtum an Esprit zu nähern, und nebenbei wirft sie einen Blick auf die aktuellen Feierlichkeiten im Geburtsland des Jubilars.
Napoleons rastlose Herausforderungen machten das Land, das die Geburtsstätte von "Liberté! Égalité! Fraternité!" gewesen war, zur Hegemonialmacht des europäischen Kontinents, sogar zum unerträglichen Herd eines permanenten Krieges. Er hatte die Völker zu modernen Ideen und nationalen Selbstbewusstheiten getrieben - es waren die Völker, die sich am Ende gegen ihn empörten.
Maria Leitner—eine Ungarin mit österreichischem Pass—wurde durch ihre Reiseberichte aus dem Amerika der 1920er Jahre bekannt («Eine Frau reist durch die Welt», 1931). Sie engagierte sich für die Internationale Arbeiterhilfe, für die Rechte der Frauen und gegen den Paragraphen 218. Ihr Roman «Hotel Amerika» landete 1933 auf dem Index. Nur durch eine «Auslandsreise» wider Willen konnte sie sich vorübergehend retten: Prag, Wien, Forbach, Paris, das Internierungslager Gurs sowie Toulouse und Marseille waren Stationen ihres Exils. 1942 verlor sich ihre Spur.
Unter dem Schlagwort "Bundestrojaner" wird Software zusammengefasst, mit der deutsche Behörden in Computer "eindringen" können, um diese auszuspionieren. Geschaffen wurden diese Programme von der hessischen Firma DigiTask. Diese setzt(e) gegen üppige Honorare die Programme im Auftrag von verschiedenen Behörden gegen Bürger ein. Problematisch ist diese digitale Schnüffelei aus verschiedenen Gründen.
Nach Vorläufern im britischen Freidenkertum und im utopischen Denken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden in den 1920er Jahren vor allem von Sozialisten Wissenschafts- und Technikvisionen entwickelt, die eine "Verbesserung" und letztlich Überwindung menschlicher Leiblichkeit in Aussicht stellen. Von Desmond Bernals 1929 erdachtem "mechanischen Menschen" führt der Weg zum Transhumanismus unserer Tage, der zwar oft noch religionskritisch und politisch progressiv auftritt, sich aber vor allem in Kernmilieus des US-Informationskapitalismus und auf Basis eines starken Individualismus entfaltet.
In dem Gebäudekomplex im Herzen Berlins befand sich zur Zeit des deutschen Faschismus das "Oberkommando des Heeres". Im Ergebnis der Niederlage der Wehrmacht bei Stalingrad wurde von maßgeblichen Kommandeuren ein Attentat auf Adolf Hitler geplant. Oberst Stauffenberg, Stabschef im Allgemeinen Heeresamt, unternahm dann am 20. Juli 1944 in der "Wolfsschanze" (ehem. Ostpreußen) einen missglückten Versuch. Er und weitere Mitverschwörer wurden anschließend von den Faschisten gefasst und ermordet. Seit 1960 erinnert eine Gedenktafel im Innenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand an die Verschwörer.
Der Architekt, Künstler, Möbel-Designer und Bauhaus-Schüler Franz Ehrlich ist in seiner Arbeit und seinem Lebensweg nur Wenigen bekannt. Zugleich gehören von ihm entworfene Werke wie der Schriftzug „Jedem das Seine“ am Torbau des KZ Buchenwald (den er als Häftling zeichnen musste), die Eingangssymbole der Leipziger Muster-Messe und das 1951 bis 1956 errichtete "Haus des Rundfunks der DDR" zu markanten Zeugnissen der Geschichte.
Wir wollen mit Tom Strohschneider, Chefredakteur des "neuen deutschland", über das tatsächliche Ergebnis der Bundestagswahl und die Folgen diskutieren.
Der Rummel um den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig lässt vergessen, welch weitreichenden Einschnitt der Triumph über Napoleon für Europa und die deutschen Staaten bedeutete. Erinnerungspolitik blieb für die nächsten zwei Jahrhunderte wichtig, auch in Deutschland – zum Segen der jeweils herrschenden Machtkonstellation.
Die Erklärung neuer Tendenzen, Zusammenhänge und Probleme der digitalen Revolution soll Impulse für die öffentliche Debatte zu den hiermit verbundenen Herausforderungen an linke Politik geben.
Die Potsdamer Garnisonkirche gilt als historisch belasteter Ort, als Symbol des preußischen Militarismus. Hier verbündete sich am 21. März 1933 beim "Tag von Potsdam" die faschistische Diktatur mit der Reaktion in Unifom. Im Krieg teilzerstört, wurde die Ruine 1968 gesprengt. Ein Wiederaufbau der Kirche ist seit Jahren umstritten, denn 200 Jahre lang wurde in diesem Haus Krieg gepredigt. 80 Jahre nach Beginn der faschistischen Herrschaft sind sowohl Fragen nach dem Umgang mit der Geschichte als auch Fragen nach den Lehren nötig.
Bei dieser Tour besuchen wir einige der ehemals wichtigsten Gewerkschaftshäuser Berlins - vom allerersten bis zu dem der stolzen Drucker. Sie stehen für den Aufstieg der Gewerkschaften in der Kaiserzeit, ihren Höhepunkt während der 20er Jahre und ihren Niedergang 1933.
Wir laden AktivistInnen alternativer ökologischer und sozialer, solidarischer Projekte zu einem Austausch ein. Im Gespräch: Lars Zimmermann, Initiator Openit!, Elisabeth Voss, NETZ für Selbstverwaltung und Selbstorganisation Berlin-Brandenburg e.V., Esther Ohse, Näh & Werkstudio Neukölln / Sieben auf einen Streich, Isabelle Dechamps und Melinda Barth, be able / partizipatives Design, Peter Eckert, Quartiermeister, Bier für den Kiez, Corinna Vosse, Kunst-Stoffe - Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien Moderation: Karin Hopfmann Im Konzert: Warum Nicht! Band, Berlin
Der vom Leipziger Architekten Hugo Licht konzipierte Friedhof wurde 1880 in der damaligen Berliner Landgemeinde Weißensee eröffnet. Mit einer Größe von 42 Hektar und 115.000 Grabstellen ist er der größte jüdische Friedhof Europas. Noch heute nutzt ihn die Jüdische Gemeinde zu Berlin als Beisetzungsort. Die sorgsam gepflegte Anlage ist mit ihrer Grabmalkunst, den architektonisch wertvollen Grabstätten ein eindrucksvolles Zeugnis deutsch-jüdischer Begräbniskultur des 19. und 20. Jahrhunderts.
Die Bewertung von Produkten der Populärkultur ist ein Gespinst von Widersprüchen. „Massenkultur“ und „Unterhaltung“ gelten weithin noch als künstlerisch zweitrangig. Zu ihrer Aufwertung werden aber oft genau jene Maßstäbe angewendet, die zu ihrer Abwertung dienten. Vergleichen und über Qualität streiten gehört zu den essentiellen Vergnügungen in der Populärkultur.
Diese Busexkursion will diesen Fragen der Lebensmittelproduktion in Berlin näher beleuchten, aber auchüber Agrarpolik sprechen und über die Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelindustrie diskutieren. Wir besuchen mit der "Efficient City Farming GmbH" einen Ort in Berlin, der für zukünftige ökologische Lebensmittelproduktion steht. Zum Abschluss der Tour wird die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei als traditioneller Industriebetrieb besichtigt.
Es gibt aber auch eine andere Wahrheit. Was Ärztinnen, Handwerker, Pfarrer in diesem Buch erzählen, ist etwas ganz Persönliches. Sie sprechen über ihre Lebenspläne, ihre Ideale, ihre Träume – und ob sich diese im Beruf, in der Familie und für ihr Land erfüllt haben. Wie war derAlltag der Architektin, der Bäuerin in der DDR, wie der Alltag der Architektin, der Bäuerin in der alten Bundesrepublik? Was hat sie behindert, was gefördert; was lag an den gesellschaftlichen Verhältnissen, was an ihnen selbst? Wie leben sie heute und was denken sie inzwischen über ihr Land?
In dem Workshop sollen Fragen und Problemstellungen der Computer- und Internetsicherheit aufgeworfen sowie theoretische und praktische Antworten auf diese angeboten werden. Dies beinhaltet eine Einführung in PGP/GnuPG (Verschlüsselung von Dateien und EMail-Verkehr), OTR (Verschlüsselung von Chats via Jabber), TrueCrypt (Verschlüsselung von Dateien in Containern) und TOR (Anonymisierung von Verbindungsdaten im Internet). Es werden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methoden diskutiert und praktische Hilfe bei Installation und Nutzung der dafür benötigten Programme geleistet
Abtreibung wird von Lebensschützern oft als “Massenmord” oder auch mal als “neuer Holocaust” bezeichnet und Pränataldiognostik und Sterbehilfe gelten ihnen als “Euthanasie”. Diese Informationsveranstaltung mit der Journalistin Jennifer Stange zu den Evangelikalen in Deutschland findet im Rahmen der Gegenmobilisierung zum “Marsch für das Leben” statt und ist eine Kooperation von Autonome Neuköllner Antifa und Helle Panke e. V. - Rosa Luxemburg Stiftung Berlin.
Ein Flugzeug als Synonym für die Welt; das Miteinander von Besatzung und Passagieren stellvertretend für die Menschheit und die Notwendigkeit, gut miteinander auszukommen, weil im Falle eines Absturzes allen dasselbe böse Ende droht - diese Metapher dient dem bekannten Krebs-Spezialisten Stephan Tanneberger als Handlungsrahmen für seinen Roman "Notlandung". Lesung mit Prof. Dr. Dr. Stephan Tannenberger (Krebsmediziner und Autor) Moderation: Helga Labs
Über die Ökonomisierung des Erwerbslosenlebens, über die Verzweiflung an Arbeit in Berliner Jobcentern, die Situation der Fallmanagerinnen und die praktischen sowie rechtlichen Möglichkeiten, sich gegen Maßnahmen und Anordnungen durch die Jobcenter auch wehren und organisieren zu können, wollen wir zusammen diskutieren, denn keiner muss allein zum Amt.
Der militärische Einsatz von unbemannten Flugkörpern erreichte mit dem Debakel um die Entwicklung und Beschaffung der Bundeswehrdrohne "Euro Hawk" die Aufmerksamkeit der hießigen Öffentlichkeit. Die Drohnenkriege – vor kurzem hatten sie bereits ihr zehnjähriges Jubiläum – sind Ausdruck einer rasanten Entwicklung: vom "Krieg gegen den Terror" nach 9/11 zur Kriegsführung der Zukunft. Norbert Schepers, Leiter der Bremer RLS, gibt eine Einführung in das Phänomen des Drohnenkrieges und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.
In dem Vortrag soll nachgewiesen werden, dass die dem Freihandelsdogma zugrunde liegende Ricardosche Theorie der komparativen Vorteile nur unter idealen Bedingungen voll wirksam werden kann.
Neben einem Überblick über die rechtsextreme Szene in Berlin soll es in der Veranstaltung auch um immer wiederkehrende aber stets aktuelle Fragen in diesem Zusammenhang gehen: Was bringt ein NPD-Verbot, was ist von der Rolle des Verfassungsschutzes zu halten und was sind letztendlich die Ursachen des Problems?
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in vielen Organisationen gehört politisches Lobbying heute zum ganz grundlegenden Handwerkszeug, welches aber erlernt werden will. In diesem Trainingsseminar soll es genau um die Grundtechniken, Tricks und Kniffe des politischen Lobbying gehen.
Mit großer Sprachkraft und subtilem Humor zeichnet Juan Riquelme Lagos das Bild einer sich verändernden Gesellschaft. Lagos‘ Roman steht damit inhaltlich, aber auch künstlerisch, in einer Reihe mit den großen Romanen über Diktatur und individuelles Erleben. Seine Protagonisten sind keine Helden, keine klassischen Widerstandskämpfer, es sind die Menschen von nebenan, die Unscheinbaren, die sich unter dem Druck von Polizeistaat und chilenischem Faschismus radikal verändern.
Die Kunst der Rede gehört zum Grundhandwerkszeug politisch aktiver Menschen es geh nicht um Manipulation, sondern um das Gewinnen anderer Menschen für die eigene Person. In genau diesem Sinne ist Rhetorik zutiefst politisch und demokratisch. Sie bedarf allerdings sowohl der Übung in technischer als auch in praktischer Hinsicht, und Rhetoren haben sich auch stets durch Feedback verbessert, welches hier selbstverständlich ist. In diesem Trainingsseminar soll es genau um die Grundtechniken, Anwendungen, aber auch die Fallstricke der Rhetorik gehen.
Am 1. August 2013 wird Antonio Negri achtzig Jahre alt. Er ist wie kein zweiter Intellektueller mit der Geschichte der radikalen Linken Italiens verbunden. Negri stand für den Operaismus und dessen Kritik an der Arbeit. Er musste nach Frankreich emigrieren, wo er schließlich die Anfänge einer Kritik entwickelte, die heute als Postoperaismus bezeichnet wird.Rund um die Jahrtausendwende wurde Negri zum Theoretiker der entstehenden "Anti-Globalisierungsbewegung". Wir wollen uns am Vorabend des Geburtstags von Toni Negri im sommerlichen Ambiente des "about-blank"-Gartens mit seinem Leben und Werk vertraut machen.
Der zweitägige Workshop vermittelt die notwendigen Grundkenntnisse, um digitale Produkte für E-Reader und Tablets produzieren zu können. Anhand unterschiedlicher Arbeitsbeispiele – angefangen bei einfachen Textdokumenten bis hin zu multimedialen Dokumenten – erlernen die Teilnehmer die handwerkliche Umsetzung unterschiedlicher Formate. Der Schwerpunkt liegt auf der Planung und Erstellung eines E-Books sowie eines Tablet-Magazins.
Noch immer sind 460 000 Berliner/-innen von Entscheidungen ausgeschlossen, die ihre Stadt betreffen und Auswirkungen auf ihr Leben und Wohnen haben. Sie dürfen nicht mitbestimmen, wie ihre Steuergelder verwendet werden, obgleich sie regelmäßige Steuerzahler/-innen sind. Ohne Wahlrecht kein Stimmrecht. Das Berliner Bündnis WAHLRECHT FÜR ALLE! fordert: DEMOKRATIE JETZT! Mit: Erim Solmaz (Partei der Stimmlosen Initiative), Ece Yildirim (DIDF), Oumar Diallo (Ltr. Afrika-Haus Berlin), Erdogan Kaya (ver.di Migrationsausschuss)
Im Selbstverständnis der Linken aller Couleur ist der zentrale Punkt die Schaffung einer Gesellschaft, die ohne Gewalt und Herrschaft auskommt. Trotzdem ist in der konkreten gesellschaftlichen Auseinandersetzung die Frage der Gewalt ein immer wiederkehrendes Konfliktfeld. Dies gilt besonders für die Weimarer Republik. Wir wollen uns die verschiedenen Selbstschutzorganisationen der Arbeiterbewegung näher betrachten. Unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen haben sie sich gegründet, was war ihre Aufgabe, wie haben sie funktioniert, welchen politischen Anspruch hatten sie und vor allem welche Rolle spielte Gewalt und wie lässt sich diese in Einklang mit dem oben skizzierten Anspruch der freien und gewaltlosen Gesellschaft bringen.
Das Anliegen der Veranstaltung besteht darin, Hintergründe, Spezifika und Gehalt dieses Vorgehens aufzudecken, politisch zu bewerten und einzuordnen sowie mit der Problematik verbundene Fragen sachlich zu beantworten und realistische Möglichkeiten und Chancen einer diesbezüglich alternativen Politik zu zeigen und zu debattieren.
Der Vortrag verfolgt die Frage, ob und inwiefern heute eine nicht-ideologische Rede vom Messianischen möglich ist. Es ist bekannt, dass Walter Benjamins sein Denken zwischen zwei antithetischen Polen aufspannte: historischer Materialismus und jüdisch-messianisches Denken. Welche Aktualität hat ein Denken zwischen Marx und Messias im Zeitalter eines siegreichen, nicht einhaltenden Weltkapitalismus?
Im Vortrag werden die ideologischen Grundlagen und Strukturen der neuen Rechten in Südosteuropa am Beispiel ausgewählter Länder dargestellt.
Die DenkMalTour wird sich zu den Schauplätzen dieses bestialischen Mordens begeben. Wir besuchen historische Schauplätze, nähern uns Biografien der Ermordeten und beleuchten den historischen Kontext der "Köpenicker Blutwoche".
Wir wollen uns in einem Tagesseminar für EinsteigerInnen all diesen verschiedenen Facetten von Griechenland widmen. Die Teamenden werden mit Vorträgen, einem Film, Lese– und Diskussionsrunden dafür sorgen, dass ein Basiswissen in sonniger Atmosphäre vermittelt wird.
Das Kolloquium bietet die Möglichkeit, sich über Marx, seine Kampfgefährten und sein Werk zu informieren. Es geht u.a. um Marx und Max Stirner, um Kapital und Krise, um Marxens Exzerpte und die Briefe von Jenny Marx. Zudem sollen unbekannte Personen bekannt gemacht werden – wie der Finanzmandarin im „Kapital“.
Heute, so scheint es, nähern wir uns einer Situation, wie sie Rosa Luxemburg in ihrem Buch vor 100 Jahren beschrieben und analysiert hat: Der Kapitalismus als Weltsystem stösst an seine Grenzen. Aber was folgt daraus?
Ein wenig bekanntes Detail aus dem gut recherchierten Leben von Karl Marx - seine Reise nach Algerien. Marx auf der Spur in Algerien war Marlene Vesper - daraus resultierend ihr Buch "Marx in Algier"
Die Utopieforschung ist sich einig: Ernest Callenbachs 1975 erschienenes Buch „Ecotopia“ (dt. „Ökotopia“) gilt als Klassiker moderner, postmaterieller und ökologischer Utopien. Das Buch entsprang einem Zeitgeist, der geprägt war durch 1968, die (kalifornische) Hippiebewegung, die Suche nach alternativen Lebensformen und den Diskurs um die ökologische Krise.
Das wissenschaftliche Werk des Wiener und später in Hamburg lehrenden Historikers Otto Brunner ist bis heute umstritten. Im Zentrum der Kontroversen steht dabei die Frage, ob seine innovativen Ansätze zur Begriffs- und Sozialgeschichte durch sein völkisch-nationalsozialistisches Engagement auch nach 1945 dauerhaft kontaminiert oder nach konzeptuellem und semantischem Umbau interdisziplinär anschlussfähig waren.
Der Informations- und Meinungsmarkt wird von wenigen Konzernen beherrscht. In ihrer Tendenz unterscheiden sich die Konzernmedien kaum: Alle sind für weitere Privatisierung, gegen Vollbeschäftigung, gegen Arbeitszeitverkürzung, für Auslandseinsätze der Bundeswehr. Demokratisierung gehört nicht zu ihren sebstgestellten Aufgaben. Sind wir machtlos dagegen?
Wir wollen uns daher bei dieser Informationsveranstaltung nicht nur mit dem Personal der AfD beschäftigen. Vielmehr soll auch der Frage nachgegangen werden: Was ist und will rechte und konservative EU-Kritik?
Der Vortrag behandelt Willi Münzenbergs vielfältige Bemühungen als Propagandist, Organisator und Verlagsmann, linke Intellektuelle für die Arbeit der "Internationalen Arbeiterhilfe" und der ihr angeschlossenen Verbände, Verlage und Firmen des "Münzenberg-Konzerns" zu gewinnen.
Schon 1945 begannen KPD und SPD "politische Bildungsabende" zu veranstalten, die ab 1950 von der SED im für die gesamte Mitgliedschaft obligatorischen "Parteilehrjahr" (PLJ) fortgeführt wurden. Trotzdem gelang es der Parteiführung erst gegen Ende der 1960er Jahre, die meisten GenossInnen in das PLJ zu integrieren.
Wir begrüßen Bärbel Schindler-Saefkow, Vorsitzende des Deutschen Friedensrates e. V. Sie ist die Tochter der Widerstandskämpfer Anton und Änne Saefkow. Änne hat nach der Befreiung 1945 maßgeblich Pankows Aufbauarbeit mitgestaltet. Als stellvertretende Bürgermeisterin setzte sie die Ideale von Freiheit, Frieden und sozialer Gerechtigkeit in die Praxis um.
An diesem Abend wollen wir mit verschiedenen Initiativen aus der Stadtgesellschaft und parlamentarischen Linken ins Gespräch kommen, deren Konzepte und Ideen zur Diskussion stellen und gemeinsam weiterentwickeln. Wir fragen: Wie müssen Richtungsforderungen und nächste Schritte einer (linken) Wohn- und Mietenpolitik aussehen?
Es werden u. a. thematisiert: : Die Beziehungen von Linksregierung und linken politischen Akteuren zum Staat, die demokratische Revolution im Rahmen der Verfassung und des „Vivir bien“ (besseren Lebens) sowie des im Rahmen des Staatenbündnisses ALBA praktizierten Antiimperialismus.
Es wird ein Bogen gespannt von den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als das Buch des Siebenbürgeners Hermann Oberth "Die Rakete zu den Planetenräumen" veröffentlicht wurde, über Wernher von Braun, der in den 30er und 40er Jahren mit dem Geld der Militärs und für Kriegszwecke das leistungsfähige Triebwerk A-4 schuf, bis hin zur Einbeziehung der beiden deutschen Staaten in die Forschungsprogramme der jeweiligen Koalitionen (Interkosmos bzw. ESA) und zu den Weltraumflügen der Forschungskosmonauten S. Jähn 1978 und U. Merbold 1983. Die bemannten Raumflüge in den 90er Jahren, der Aufbau der Internationalen Raumstation bis zu ihrem Abschluß sowie des wissenschaftlichen Moduls COLUMBUS werden vorgestellt.
In der Veranstaltung werden die Chancen und Gefahren für die politische Linke in Bulgarien untersucht und die Folgen für die zukünftige Entwicklung in Bulgarien nach der Wahl aufgezeigt.
Laudatio: Prof. Dr. Roland Berger Musik: Niels Unbehagen (Piano) und Horst Sommer (Drums)
Diese Schulung richtet sich an alle Anwender, die bereits erste Erfahrungen mit Adobe InDesign gemacht haben und nun wissen möchten, wie umfangreiche Dateien oder komplexe Gestaltungen realisiert werden können. Dabei wird besonderer Wert auf effektives Arbeiten gelegt.
Bei dieser Tour besuchen wir einige der ehemals wichtigsten Gewerkschaftshäuser Berlins - vom allerersten bis zu dem der stolzen Drucker. Sie stehen für den Aufstieg der Gewerkschaften in der Kaiserzeit, ihren Höhepunkt während der 20er Jahre und ihren Niedergang 1933.
Im Oktober 2012 erschien das Buch "so schön" von Ronald M. Schernikau. Der Autor hat in diesem Text, den er Mitte der 1980er Jahre publizieren wollte und der erst als Einlage in "legende" (1999) veröffentlicht werden konnte, der Schwulenbewegung Westberlins ein Denkmal gesetzt. Und er ging dabei der Frage nach, ob man mehr als einen Menschen lieben kann.
In Verfassungsschutzberichten oder Sozialkundelehrbüchern heißt es oft, dass die "streitbare Demokratie" wie wir sie heute kennen, also die Fokussierung des Staatsschutzes auf die politischen Aktivitäten "links- und rechtsextremer" Parteien und Organisationen, den "Vätern des Grundgesetzes" nach dem Zweiten Weltkrieg als die einzig logische "Lehre aus der Geschichte" erschienen sei. Der Vortrag wird diese oft aufgestellte, aber nur selten hinreichend belegte Behauptung hinterfragen und so zu einer historischen Kritik des Extremismusbegriffes beitragen.
In den letzten Jahren haben Tendenzen der Fragmentierung der Gesellschaft und der Exklusion größerer Teile der Bevölkerung stark zugenommen. Prekarisierung und Exklusion ergreifen zunehmend sowohl die Erwerbsarbeit als auch andere Lebensbereiche der Gesellschaft. Und in Europa? Welche sozialpolitischen Entwicklungen sind angesichts der europäischen Finanzkrise zu erwarten und vor welchen Aufgaben steht eine linke Sozial- und Wirtschaftspolitik, die eine soziale Teilhabe aller in den Mittelpunkt stellt?
Die Ukraine ist erinnerungspolitisch tief gespalten: Vor allem im Westen überwiegen antisowjetische/antirussische Motive. Angehörige der „Organisation Ukrainischer Milizen“ (OUN) bzw. der „Ukrainischen Aufständischen Armee“ (UPA) werden wegen ihres Kampfes gegen die Sowjetunion als nationale Helden betrachtet, Denkmäler des Nationalistenführers Stepan Bandera schießen aus dem Boden. Dessen zeitweilige Kollaboration mit den Nazis wird genauso ausgeblendet wie die mörderischen „ethnischen Säuberungen“ der UPA an der jüdischen und polnischen Bevölkerung Galiziens und Wolhyliens.
Was kann man gegen Landraub unternehmen? Wie funktionieren Nahrungsmittelspekulationen? Wieso sind sie so verwerflich? Wer sind die deutschen Akteure? Was kann man gegen Nahrungsmittelspekulationen tun?
Ruth Fischer, die Schwester von Hanns und Gerhart Eisler, war weltweit die erste Frau an der Spitze einer Massenpartei: der KPD, wurde im Kalten Krieg zur Antikommunistin, suchte aber zuletzt wieder Anschluss an die Linke. Ihr Leben wird anhand bisher weitgehend unpublizierten Materials, darunter FBI-Akten, nachgezeichnet.
Die Busexkursion gibt einen Überblick über die Berliner Operngeschichte, hält einen Opernbesuch bereit und ermöglicht einen Blick auf die Arbeitsbedingungen in der Berliner Opernlandschaft. Organisation und Leitung: Michaela Klingberg (Kulturforum RLS und Autorin des Buches "Von der Barberina zu Barenboim: 270 Jahre Opernpolitik in Berlin")
Wir wollen mit dem innenstädtischen Blick eine andere Perspektive entgegensetzen. Wir wollen fragen, wohin gehen die Menschen, welche aus der Innenstadt verdrängt werden? Welche Folgen hat das potentiell für die "aufnehmenden" Kieze und Bezirke? Welche gesamtstädtischen Lösungen des Wohnungsproblems sind denkbar?
Zum 60. Todestag von Erich Weinert und zum Tag der Befreiung präsentiert Helmut Heinrich in Wort-, Bild- und Tondokumentationen gemeinsame Stationen von Weinert und Ernst Busch. Es geht um ihre Auftritte auf Massenveranstaltungen und in Berliner Kneipen, um die Emigration und ihre Stimmen im Radio Komintern aus Moskau. Die gemeinsamen Erfahrungen als Kampfgefährten im Spanischen Bürgerkrieg werden ebenso dargestellt, wie Weinerts Stimme im Frontabschnitt Stalingrad und Buschs und Weinerts solidarische Kulturarbeit für den friedlichen Aufbau der DDR.
Welche Auswirkungen hat der Fiskalpakt auf die EU und Deutschland? Wie verschärft der Fiskalpakt den Druck auf das ohnehin hoch verschuldete Berlin zur Einhaltung der Schuldenbremse? Welche Alternativen gibt es zu dem Spardiktat von SPD und CDU in Berlin?
Das Buch "Allgemeine Rechtslehre und Marxismus" von Eugen Paschukanis, das in der theoretisch fruchtbaren Phase der 1920er Jahre entstand, erscheint uns zur Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und ihrem Recht auch heute noch relevant. Die Marx-Frühjahrsschule lädt zur Lektüre und Diskussion des Werkes ein. Das Wochenendseminar richtet sich gleichermaßen an Fortgeschrittene und Einsteiger.
Mit dem Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Rafael Chávez Frías nahm am 5. März 2013 dessen 14-jährige Regierungszeit ihr Ende. In Abgrenzung an die autoritären Sozialismen des 20. Jahrhunderts bezeichnete Chavez das Ziel des von ihm maßgeblich eingeleiteten „bolivarischen“ Prozesses als einen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. In der Veranstaltung werden die letzten Jahre der „bolivarischen Revolution“ rekapituliert und aktuelle Entwicklungen beschrieben, analysiert und diskutiert.
Das Thema erinnert an die wechselvolle Geschichte dieses Ortes. Der Gebäudekomplex entstand 1935/36 als erster Großbau des "Dritten Reiches" und wurde das "Reichsluftfahrtministerium". 1947 tagte hier der deutsche Volksrat und beschloss Vorhaben zur Erhaltung der staatlichen Einheit Deutschlands. Am 7. Oktober 1949 wurde im Festsaal die DDR gegründet. Das Gebäude war später der Sitz mehrerer Ministerien der DDR. Nach 1990 diente das Haus der "Treuhand" und ist heute Sitz des Bundesministeriums der Finanzen.
Im eintägigen Photoshop-Einführungskurs werden der Aufbau des Programms und grundlegende Funktionen von Photoshop vermittelt. Ziel des Kurses ist es, das Programm kennen zu lernen und für die digitale Bildbearbeitung zu nutzen. Der Workshop richtet sich an Neueinsteiger und Nutzer mit wenig Vorkenntnissen. Das sichere Arbeiten unter Windows XP/7 oder Mac OS X wird vorausgesetzt.
Ronald Paris, der bald Achtzigjährige, im Gespräch mit Karlen Vesper, lebt Momente der Wahrhaftigkeit in aller Wahr- & Weisheit.
DDR-Forschung (West) als Teil der Kommunismusforschung war lange von Konzepten wie "Totalitarismus" oder "Konvergenz" dominiert. Erst nach 1968 bezog sie auch "immanente" Ansätze ein. Gestützt auf die eigenen Erfahrungen im Wissenschaftsbetrieb der Bundesrepublik wie der USA, wird nach den Erträgen dieser neuen Tendenzen westlicher DDR-Kulturforschung und ihren möglichen Nachwirkungen gefragt.
Jahrelang schwer erkrankt, schreibt und veröffentlicht Georg Klaus ungebrochen fast jährlich seine philosophisch-erkenntnistheoretischen Bücher, anerkannt auch in Westdeutschland. Er wird schließlich zum gesamtdeutsch bekanntesten DDR-Philosophen - und das auch ohne die wohl unausrottbaren ideologischen Mißverständnisse um die Kybernetik.
Ob glorifizierende Übertreibung oder Verteufelung - nichts ist der Schönfärbung und der üblen Nachrede, sogar dem bewussten Vergessen so unterworfen, wie historisch Vergangenes. Zumal, wenn es um politische und soziale Revolutionen geht: 1789, 1830, 1848, 1871, 1917, 1945, 1949 und 1989. Stets drohen dem Geschichtsdenken Irritationen und Verfälschungen durch betriebsame Geschäftsführer von Partei- und Staatsinteressen, die für die öffentliche Meinung eine Deutungshoheit beanspruchen.
Der außerhalb der damaligen Stadtgrenzen befindliche Friedhof in Weißensee wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die Jüdische Gemeinde zu Berlin angelegt, da der „Gute Ort“ an der Schönhauser Allee seine Kapazitätsgrenze erreicht hatte. Heute zählt die Anlage zu den größten ihrer Art in Europa, denn hier wurden bisher mehr als 115.000 Menschen beerdigt. Darunter befinden sich viele, die eng mit der deutschen und jüdischen Geschichte verbunden sind, die das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Stadt Berlin prägten. Auf dem Gelände befindet sich zudem die Stätte des Gedenkens an die antifaschistische Widerstandsgruppe um Herbert Baum. Außerdem bietet der Friedhof mit seinen vielfältigen Grabmalen einen interessanten Blick in die Architektur- und Sozialgeschichte. Referentin: Anke Geißler Moderation: Jenate Mileva
Wie ist es um die Stabilität im Lande bestellt? Wie ist der gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Zustand? Welche Chancen haben die bisherigen Helfer künftig? Wer sind die Nutznießer wichtiger Projekte des zivilen Wiederaufbaus? Was wird aus den bescheidenen Kräften der Zivilgesellschaft? Und natürlich lässt sich auch nach dem Gefahrenpotenzial aus Terrorismus fragen, aus grenzüberschreitenden Problemen des Islamismus insbesondere in Richtung der instabilen Atommacht Pakistan. Oder: Was ist mit dem Rest des Ansehens des Westens?
Die blauen Bände der Marx-Engels-Werke (MEW) sind legendär und haben ihre Bedeutung als Studienausgabe nicht eingebüßt. Mittlerweile gibt es 43 Bücher in dieser Ausgabe. Seit 1999 erscheinen sie in der Herausgeberschaft der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Seither wurden fünf Bände überarbeitet. Was erwartet die Benutzer der MEW, wenn sie diese und weitere Bände erwerben? Was gibt es Neues in der MEW-Ausgabe und was unterscheidet diese von der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA)?
Jedes Jahr wiederholen sich in den drei baltischen Staaten Aufmärsche überlebender Waffen-SS-Kämpfer und ihrer Sympathisanten. Tausende beteiligen sich daran, während die Zahl der Gegendemonstranten meist nur nach Dutzenden zählt. In Litauen gilt das Hakenkreuz als „kulturelles Erbe“ des Staates, in Lettland erklären Regierungspolitiker die Waffen-SS zu Verteidigern der lettischen Unabhängigkeit, in Estland gibt der Verteidigungsminister persönlich einen verherrlichenden Bildband der „Estnischen Legion“ heraus.
Es werden amerikanische Frauen vorgestellt, die in den großen Kämpfen um Selbstbestimmung und Menschenrechte, Gleichberechtigung und Frieden von der Kolonialzeit bis in unsere Tage eine prominente Rolle gespielt haben. Neben Berühmten wie Jane Fonda, Angela Davis oder Billie Holliday finden sich andere, die weniger bekannt, aber nicht weniger faszinierend sind.
Vor 150 Jahren wurde mit dem "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" (ADAV) die erste deutsche Arbeiterpartei gegründet. Sozialistische Ziele und die Widersprüche, Kompromisse und Zugeständnisse auf diesem Weg waren von Anfang an in der neuen Partei und in den theoretischen Einsichten Lassalles angelegt: Staatsgläubigkeit, der Streit um die Reformfähigkeit der bestehenden Ordnung, Fraktionskämpfe. Und doch veränderte die politisch organisierte Linke das Land, aber auch sich selbst.
An diesem Abend wollen wir folgende Fragen erörtern: Was ist eigentlich nun genau los am Willy-Brandt-Flughafen? Wie konnte dieses Debakel geschehen? Ist der Staat ein schlechter Bauherr? Welche Mittel hat die Politik überhaupt, um bei solchen Großprojekten Einfluss zu nehmen?
Bei der Darstellung der jüngeren Geschichte werden in vielen osteuropäischen Staaten die Verbrechen der Nazis mit denen der Sowjetunion gleichgesetzt - mitunter wird auch die Sowjetunion als die eigentlich kriminelle Macht des 20. Jahrhunderts dargestellt. Das führt unweigerlich zu einer Relativierung des Holocaust.
In der Strafsache des "antisowjetischen Blocks der Rechten und Trotzkisten" verbreitete die Presseagentur TASS die Meldung über den Beginn des Schauprozesses am 2. März 1938. Aus der Anklageschrift ging hervor, dass die 21 Angeklagten im Auftrag ausländischer Geheimdienste planten, den sozialistischen Staat zu stürzen, Mitglieder der Parteiführung zu ermorden und den Kapitalismus in der UdSSR einzuführen. Dr. Wladislaw Hedeler skizziert die Vorbereitung und Durchführung des Schauprozesses anhand der in Moskauer Archiven aufbewahrten Dokumente und neuer russischer Publikationen.
Die SA ging ab 1929 massiv dazu über, gewalttätig in die traditionellen Arbeiterviertel Berlins vorzudringen. Sturmlokale und regelmäßige gewalttätige Übergriffe blieben nicht ohne Gegenwehr. Johannes Fülberth hat zahlreiche Fälle von Auseinandersetzungen zwischen der SA und Anhängern der Arbeiterbewegung untersucht und wird einen tiefen Einblick in die dynamischen Prozesse innerhalb der Viertel geben. Dabei wird auch vorgestellt, wie die Weimarer Richter über diese Form der Straßengewalt von beiden Seiten urteilten.
Es geht um den Sinnzusammenhang, die Unteilbarkeit, Gleichrangigkeit und Allgemeingültigkeit der Menschenrechte. Es geht um Gerechtigkeit und Menschenrechte und ihren historischen und moralisch-ethischen Zusammenhang.
Vor 80 Jahren, im Juni 1933, starb in der Nähe von Moskau die Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die – am 5. Juni 1857 im sächsischen Wiederau bei Leipzig geboren – auf ein halbes Jahrhundert des unermüdlichen Kampfes für die Lösung der Frauenfrage sowie gegen Krieg und Ungerechtigkeit zurückblicken konnte.
Der Vortrag versucht sich an einer kritischen Ehrenrettung des kosmoproletarischen Schneidergesellen, der 1871 zurückgezogen und vergessen in New York City gestorben ist.
War die DDR ein humanistisches Land? So stand es in ihren Verfassungen und in Gesetzestexten – sonst nirgends auf der Welt. Das Programm der herrschenden Partei SED verkündete das „große Hurra“ des Humanismus in Abgrenzung zu einem konservativen Humanismus in der Bundesrepublik.
Tatsächlich aber gingen Hacks und Müller bereits früh getrennte Wege. Die ästhetische Divergenz wurde zu Beginn der 1970er Jahre mit der Liberalisierung der Kulturpolitik unter Erich Honecker öffentlich wahrnehmbar und nahm bald die Form eines grundsätzlichen Streits über Fragen der Ästhetik und der Politik an. Im ehemaligen Freund erkannte Peter Hacks einen der zentralen Vertreter der von ihm bekämpften Romantik; für Heiner Müller hingegen stand Hacks für die Fortsetzung der literarischen deutschen Misere unter sozialistischen Vorzeichen.
Spätestens seit Fukushima gehört die Energiewende zu den politischen Top-Themen. Atomkraft und Kohlestrom sind Auslaufmodelle. Deshalb muss der Anteil Erneuerbarer Energien schnell steigen. Aber wie kann das gelingen?
Bei unserer Busexkursion „Infrastruktur“ wollen wir uns dem Berliner Wasser, dem Flughafen und dem Bau der U5-Verlängerung widmen und haben dazu interessante Gepsrächspartner wie Knut-Sören Steinkopf (Gewerkschaftssekretär), Uwe Abraham (Diplom-Bauingenieur) und (Referent der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus) gewinnen können.
"Sag mir, wer sind die Chinesen?" fragte 1927 der junge chinesische Intellektuelle Wen Yidou in einem Gedicht. Viele fragen heute so ähnlich, bewundern Chinas Entwicklung der letzten Jahre und suchen Erklärungen für innere und äußere Entwicklungsprobleme. Prof. Dr. Wolfgang Triebel lebte im Jahr 2011 und 2012/13 in einer deutsch-chinesischen Familie in Südchina. Er berichtet von seinen Erfahrungen und Gesprächen und versucht Antworten auf aktuelle Fragen in China zu zu geben.
Kernpunkt des publizistischen Streits um Ernst Blochs Buch "Erbschaft dieser Zeit" (1953) in der Moskauer Zeitschrift "Internationale Literatur" war die Haltung deutscher Antifaschisten zur künstlerischen Moderne. Diese Auseinandersetzung steht im Kontext der Erbe-Debatte der dreißiger Jahre und wird im Vortrag unter literaturgeschichtlichen Gesichtspunkten erörtert.
Welche Auswirkungen hat der Fiskalpakt auf die EU und Deutschland? Wie verschärft der Fiskalpakt den Druck auf das ohnehin hoch verschuldete Berlin zur Einhaltung der Schuldenbremse? Welche Alternativen gibt es zu dem Spardiktat von SPD und CDU in Berlin?
Bei der DenkMalTour begeben wir uns auf die Spuren der proletarischen Frauen in Schöneberg und wollen uns mit der Frage beschäftigen, welche gesellschaftlichen Errungenschaften die proletarische Frauenbewegung für die Entwicklung des Kiezes aber auch einer organisierten ArbeiterInnenbewegung hinterlassen haben. Die DenkMalTour wird Frauen aus der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung vorstellen, die in Schöneberg gewohnt haben und im Kiez aktiv waren.
Der DGB hat ein Konzept für ein Konjunktur-, Investitions- und Aufbauprogramm für Europa vorgelegt, in dem ausgehend von der Analyse der negativen, völlig unbefriedigenden Ergebnisse der bisherigen EU-Politik ein grundlegender Kurswechsel gefordert wird und dazu konkrete Vorschläge für die Europäische Union unterbreitet werden. Vertreter*innen verschiedener linker Zusammenhänge diskutieren, ob dieses Konzept mehrheitsfähig ist und wie es politisch durchsetzbar ist.
Der Vortrag befasst sich mit dem Inhalt dieses frühen philosophischen Grundwerkes Heideggers. Ausgehend von Denkanstößen seiner Lehrer Wilhelm Dilthey und Edmund Husserl begründete er darin als eigenständige Philosophie die Frage nach dem Sinn von Sein als dem Wesen der menschlichen Existenz.
Als vor zwanzig Jahren MAUS – A Survivor’s Tale von Art Spiegelman erschien, ahnte niemand, dass damit im Comic eine große Wende einsetzen würde: mit der Graphic Novel begann sich ein literarisches Format durchzusetzen, das neue Stoffe, Biographien, historische Ereignisse und politische Kämpfe zeigen konnte. Doch diese Entwicklung bleibt zwiespältig, löste sie nicht zuletzt – wie auch in Art Spiegelmans Werk – die underground comix ab, deren Ablehnung der gesellschaftlichen Verhältnisse drastisch zum Ausdruck kam.
Die mexikanische Regierung brach 1936 ihre Beziehungen zu dem faschistischen Deutschland ab. Der damalige Generalkonsul Mexikos in Marseille erhielt von Präsident Lazaro Carderas den Auftrag, Verfolgten des deutschen und spanischen Faschismus ein Visum nach Mexiko zu erteilen. So verdanken über 30 000 Menschen Mexiko und jenem Konsul Gilberto Bosques ihr Leben. Welchen Platz sollte Berlin Gilberto Bosques geben?
Die zehnte Akademie für Journalismus, Bürgermedien, Öffentlichkeitsarbeit und Medienkompetenz wird im März 2013 im Hauptgebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft auf dem Campus Treskowallee stattfinden. Weiter Infos: unter www.linke-journalisten.de
In dem Seminar wollen wir die Grundgedanken von Lefebvres Gesellschaftstheorie vorstellen, seine Stadttheorie genauer beleuchten und diskutieren, inwieweit sie für heutige städtische Bewegungen nutzbar zu machen ist.
Wir wollen an diesem Abend den Fragen nachgehen: Kehrt der Neonazismus in die Bundesligastadien zurück? Handelt es sich vielleicht nur um einen Medienhype, bzw. versuchen rechtsradikale Stadionbesucher zurzeit nur eine eigentlich längst verlorene Schlacht zu schlagen? Oder wird im Zuge der Debatte um Stadionsicherheit, Stimmungsboykott und Pyrotechnik einfach wieder genauer hingeschaut?
Nach seiner Flucht aus der SBZ wurde Abendroth zum scharfen antitotalitären Kritiker des Stalinismus in der UdSSR wie der DDR. Diese Haltung veränderte sich jedoch nach 1968 hin zu phasenweise apologetischen Einschätzungen. Erst in seinen späten Jahren kehrte Abendroth zu einer kritischeren und auch realistischeren Sicht des „realen Sozialismus“ zurück.
Christel Berger hatte als Mitarbeiterin die Arbeit der Sektion Literatur und Sprachpflege der Akademie der Künste der DDR zu organisieren und zu begleiten. Sie wirkte, mit Neugier und Lust, "als Magd im Dichter-Olymp" und berichtet darüber.
Der Vortrag stellt anhand des Züricher AJZ und der Berliner Hausbesetzerbewegung unterschiedliche Konzepte linksradikaler Drogenpolitik um 1980 vor und fragt danach, wie eine solche Politik heute aussehen könnte.
Mitten im Krieg – 1916 – lernten sich Mary Gerold und Kurt Tucholsky kennen. Seither waren sie einander verbunden bis zu "Tuchos" Tod im Dezember 1935. Eine "Fernliebe" über den Tod hinaus, denn Mary baute das Tucholsky-Archiv auf, kümmerte sich um die Verbreitung seines Werkes und dennoch wusste man von ihr beinahe nichts, bis Klaus Bellin sich dieser "unlebbaren" Liebe zwischen Kurt und Mary zuwandte.
In den Industrieländern hat das Reisen seit mehreren Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Im Gegensatz dazu steckt die Untersuchung der tieferen Antriebe, die diesem jährlichen Exodus zugrunde liegen, noch in den Kinderschuhen. Wie lässt sich der Forschungsstand kulturwissenschaftlicher Tourismusforschung umreißen?
Sowohl Adorno als auch Foucault und Derrida haben wichtige Impulse für ihre Theorie von Kant bezogen. Ihre Kritik entfaltet sich im Rahmen einer Subjekt-Objekt-Dichotomie, die das Objekt für prinzipiell uneinholbar hält; darüber hinaus basiert sie auf der Unhintergehbarkeit von Epistemologie/Sprache. Diesen Prämissen folgen Adorno, Foucault und Derrida nicht zuletzt auch in ihren ethischen Reflexionen.
Die Adresse wurde mit dem Machtantritt des NS-Regimes zum Schreckenssymbol faschistischer Herrschaft als Folter- und Mordstätte zahlreicher Antifaschisten. Hier befand sich die Gestapo-Zentrale "Reichssicherheitshauptamt". Das Haus wurde im Krieg zerstört und nach 1945 abgetragen. Heute befindet sich hier die Gedenkstätte "Topographie des Terrors".
In diesem Seminar werden die Grundlagen von Adobe InDesign für die Gestaltung von Print-Dokumenten vermittelt - angefangen vom Einrichten einer Datei, über das Arbeiten mit Zeichen- und Absatzformen, Grundlinienraster, Farben, Musterseiten oder auch Bibliotheken bis zum Erstellen einer druckreifen PDF-Datei. Alle Werkzeuge werden Schritt für Schritt vorgestellt und selbst angewendet.
Wir wollen im Rahmen des Festivals Musik und Politik das Experiment wagen und die ://aboutblank-Bühne freigeben fürs gereimte Argument und die geflowte Diskussion. Im Anschluss bieten die DJs des Hauses reichlich Möglichkeit, die Hüften und Beine zu schwingen. Wir sind frohen Mutes, dass mehr daraus erwächst. Und natürlich, dass Ihr dabei seid.
Es werden im Vortrag Beispiele der weitgehend unbekannten und teilweise überraschenden Erfolge und innovativen progressiven Ansätze Kubas vorgestellt und diskutiert. Es geht dabei um Ökologie, Soziales, Ökonomie, Kultur, internationale Solidarität. Angesprochen werden auch die Probleme und die komplizierte Umsetzung der derzeit diskutierten Maßnahmen zur Modernisierung des Sozialismus in Kuba sowie die Kontextbedingungen.
Der zwanzigste Geburtstag der „Maus“-Übersetzung soll als Anlass genommen werden, sich Fragen nach den Möglichkeiten einer Vermittlung von politischen Inhalten und historischen Ereignissen durch Graphic Novels zu widmen. Der Berliner Comic-Zeichner Reinhardt Kleist hat die Biographie des Auschwitz-Überlebenden Hertzko Haft gezeichnet. Mit ihm wollen wir über Möglichkeiten und Schwierigkeiten, historische Ereignisse wie den Holocaust graphisch darzustellen, sprechen.
Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, stellt sich der Debatte, wie DIE LINKE einen Politikwechsel in Deutschland anstoßen will. Wie kann soziale Gerechtigkeit für Alle in den Mittelpunkt der Politik gestellt werden? Wie können gute Arbeit geschaffen und prekäre Jobs zurückgedrängt werden? Warum ist Armutsbekämpfung nur mit couragierter Umverteilung denkbar? In dieser Veranstaltung können Sie mit einem Politiker zum Anfassen diskutieren.
Der Prenzlauer Berg gilt als jener Berliner Stadtteil, in dem der Prozess der Gentrifizierung an sein Ende gekommen ist. Mit dem Begriff der Gentrifizierung werden u. a. neue und teure Bars, Cafes und Kneipen in der Nachbarschaft, bauliche Aufwertung und steigende Mieten verbunden - sind dieses doch die sichtbaren Symptome eines Prozesses.
Was ist antimuslimischer Rassismus? Warum werden hegemoniekritische Ansätze herangezogen um diesen Rassismus zu analysieren und wie lässt er sich dekonstruieren? Wie äußert er sich in der Gesellschaft? Welche Funktionen erfüllt er? Wer sind die Träger/innen von dieser Rassismusform? Welche Folgen haben die Diskurse auf die Betroffenen? Wie wird antimuslimischer Rassismus medial rezipiert? Gilt auch hier die alte Regel „only bad news are good news“?
Aus der Beschäftigung mit Ungeschehenen erwachsen neue Einsichten in Geschehenes. Deutlich wird: die teleologisch auf das Ende der DDR ausgerichtete Geschichtsbetrachtung, ihre Interpretation als „Untergangs auf Raten“ ist höchst einseitig. Der Vortrag versetzt den Zuhörer in die Lage, zu erkennen, dass unser bisheriges Bild von der DDR-Geschichte unfertig bleibt, wenn die unverwirklichten Alternativen nicht berücksichtigt werden.
Der 17. Deutsche Bundestag hat vor zwei Jahren die Einsetzung einer Enquete-Kommision mit dem Titel „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ beschlossen. Diese Enquete-Kommission hat die Aufgabe, die programmatische Diskussion über das Wohlstandsverständnis im Zusammenhang mit ökologischer Nachhaltigkeit und dem zukünftigen Wirtschaftswachstum voranzubringen.
Die Slowakei erlebte in der Zeit nach 1989 mehrere, in entgegengesetzte Richtungen gehende, interessante Entwicklungen. Auf ein ultra-neoliberales Jahrzehnt folgte eine bis zum heutigen Tag anhaltende linkssozialdemokratische Regierung. Diese soziale und außenpolitische Pendelbewegung und das Kommen und Gehen von sieben mehr oder weniger linken Parteien auf nationaler Ebene machen die Entwicklung der Slowakei von 1993 bis heute für Linke besonders interessant.
In Berlin arbeiten über 5.000 Lobbyisten. Sie versuchen Gesetze im Sinne Ihrer Auftraggeber - meist große Unternehmen und Wirtschaftsverbände - zu beeinflussen. Soziale und ökologische Interessen drohen dabei unter die Räder zu geraten. Was kann dagegen getan werden? Welche Alternativen gibt es? Darüber wollen wir am 5. Februar 2013 diskutieren mit
Im Anschluss an das Seminar zum „Finanzmarktkapitalismus“ wollen wir uns seiner Krise zuwenden. Zu diesem Zweck beschäftigen wir uns mit der Marx'schen Krisentheorie, deren Rekonstruktion einen zentralen Debattenstrang um das Marx'sche Werk bildet. Darauf aufbauend wird eine Auswahl von Ansätzen diskutiert, die mit ihr die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise zu erklären versuchen und dabei recht unterschiedliche Einschätzungen des Kapitalismus der letzten 40 Jahre geben.
Améry ist einer der ersten, die sich in deutscher Sprache einer Kritik am Strukturalismus widmen, lange bevor dieser in Deutschland überhaupt zu großer Bedeutung gelangt. Seine Kritik holt zurück, was der Strukturalismus verleugnet, nämlich die prekäre Leiblichkeit des Menschen. Nicht zuletzt gilt es zu fragen, warum gerade die Linke den Strukturalismus, der doch dem Individuum keinen nennenswerten Platz mehr beimisst, aufgreift und vorantreibt.
Die Bezeichnung eines Tages deutscher Geschichte, des 30. Januars 1933 und was sich deren Erfinder und Benutzer von den politischen Etikettierungen erhofften, versprachen und versprechen. Darüber und zu dem Streit, der über den Ursprung der faschistischen Diktatur und die Kräfte anhält, welche die Weimarer Republik zur Strecke brachten, wird gesprochen und diskutiert.
Ein Audio-Podcast lässt sich ohne hohe Kosten selbst erstellen, veröffentlichen und verbreiten. Welche Schritte dazu nötig sind, welche rechtlichen und technischen Aspekte Sie beachten müssen, wie Sie stimmlich gut rüberkommen und welche Herausforderungen Manuskripte für Hörtexte stellen, erfahren Sie in diesem Workshop.
Zur frühkindlichen Erziehung werden aus aktuellem Anlass Erfahrungen des namhaften deutschen Lehrers und Erziehers Friedrich Fröbel (1782-1852) abgerufen. 1840 gründete Fröbel den ersten Kindergarten als eine Stätte der Betreuung und Bildung, als unschätzbare Komponente der Pädagogik, die weltweit Nachahmung fand. Unter dem anglizierten Wort „kindergarden“.
Eine Mehrheit der Ostdeutschen hält den Sozialismus nach wie vor für eine gute Idee, die nur schlecht gemacht worden ist. Wirken da Momente der sozialistischen Utopie nach - das Bild einer freien Gesellschaft mit neuen Lebensformen? Nachhall eines Versprechens, dass eine machtfixierte und auf die Wirtschaft konzentrierte autoritäre politische Führung nicht einhalten konnte? Sind kulturelle Defizite eine der Ursachen für das Scheitern des sozialistischen Experiments DDR?
Wer sind die neuen und alten Gesichter in Chinas-Parteiführung? Was für eine Politik hat die chinesische Gesellschaft und die restliche Welt von ihnen zu erwarten? Wie viel „Kommunismus“ gibt es noch zwischen den Provinzen Xinjiang und Xizang im Westen und der blühenden Metropole Shanghai im Osten? Die Veranstaltung soll Einsteigern helfen sich einen ersten Einblick in die heutigen chinesischen Verhältnisse zu verschaffen, aber auch Kenner der Materie auf den aktuellen Stand bringen.
Ein Bericht über einen Aufklärer und Warner vor Antisemitismus, Militarismus und Chauvinismus.
Vor neunzig Jahren verfasste Georg Lukács die Essay Sammlung „Geschichte und Klassenbewusstsein“. Das Werk behandelt die Fragen, welche marxistische Theoretiker und Philosophen bis heute beschäftigten: Entfremdung, Verdinglichung und wie es um das Bewusstsein des Proletariats steht. Wir wollen uns an diesem Abend in lockerer Atmosphäre „Geschichte und Klassenbewusstsein“ nähern. Vorher: 20ziger Jahre Arbeiterbewegungs Chanson am E-Piano
In der Veranstaltung soll versucht werden, den Begriff der politischen Utopie über seine Geschichte zu erschließen und dann mit der Frage zu konfrontieren, ob er den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.
Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) spielt eine immer größere Rolle in der Debatte um grundlegende gesellschaftliche Veränderungen. Konkurrierende Modelle stehen sich gegenüber und sollen zum Teil gegensätzliche Wirkungen erzeugen. Seit einigen Jahren zeichnet sich auch innerhalb der deutschen Grundeinkommensdebatte immer klarer ab, dass es tendenziell zwei große Grundrichtungen gibt.
Über bisher Unbekanntes für einen neuen Band der gesammelten Werke Rosa Luxemburgs, an denen unsere Referentin und Dr. Eckard Müller arbeiten.
Dr. Wladislaw Hedeler stellt neue, in Rußland erschienene Publikationen über den Verlauf der Untersuchung im „Fall Berija“ vor.
Gina Pietsch und Uwe Streibel erzählen singend und spielend über eine Leben in Liedern.
Wir wollen gemeinsam mit Euch Auszüge aus dem Text lesen und besprechen und anschließend zusammen diskutieren, was uns das Manifest im Jahr 2012 zu sagen hat.
Andreas Wehr beschreibt die Europäische Union als ein fragiles Bündnis. In ihm dominiert das Machtstreben der großen Mitgliedstaaten. Unter ihnen gibt ein erstarktes Deutschland den Ton an. Unter seiner Führung entwickelt sich ein wirtschaftlich starkes Kerneuropa, umgeben von einer schwachen Peripherie.
Peter Wawerzinek gewann 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis und wie ehedem Karsten Krampitz den Publikumspreis der Klagenfurter Tage der deutschsprachigen Literatur. Wer diesen gewinnt, wird im Jahr darauf Stadtschreiber der Landeshauptstadt. Wawerzinek und Krampitz stellen ihre Aufzeichnungen vor. Eine Hommage an Land und Leute!
Was haben wir in Berlin schon erreicht für die Akzeptanz und Verwirklichung eines inklusiven Schulsystems und der UN-Behindertenrechtskonvention? Was sind Gelingensbedingungen für inklusive Schule und welche Erfahrungen schöpfen wir aus den Berliner Gemeinschaftsschulen und anderen „integrativ“ lernenden Schulen?
Warum sind die neoliberalen Ideen grandios gescheitert und warum bestimmen sie trotzdem nach wie vor die (Wirtschafts-)Politik? Auch die Frage, inwieweit multiple Krisen Ausdruck einer neuen Normalität geworden sind und Fragen nach emanzipatorischen Auswegen aus den gegenwärtigen Krisen sind zu thematisieren.
Der Anwalt des Dissidenten Robert Havemann, Götz Berger, gilt heute vielen als Sinnbild eines couragierten Juristen in der DDR, der die Grenzen des Möglichen in politischen Verfahren auslotete. Letztlich scheiterte er jedoch und wurde mit Berufsverbot belegt. Diese drakonische Disziplinierung Bergers ist nur aus dem historischen Kontext heraus zu verstehen. Und auch seine Persönlichkeit erweist sich in historischer Perspektive als widersprüchlich.
Ob in privaten Beziehungen, in Bürgerengagement oder politischer Parteinahme: Beglücktes Zusammenleben hängt von Bereitschaft und Fähigkeit ab, Konflikte durchschauen zu wollen und durchzustehen. Und das ist lernbar.
Ein Konzert mit Irene Wittermann (Piano); Zwischentöne aus: „Die 13 Monate“ von Erich Kästner, gelesen von der Schauspielerin Angelika Neutschel
Die Kulturwissenschaft der DDR war ein Moment der Selbstreflexion der ostdeutschen Gesellschaft - doch wie weit hat sie die realen Kulturprozesse in den Blick genommen und abgebildet?
Die Komplexität und Kompliziertheit gesellschaftspolitischer Prozesse erfordern die Mobilisierung der Gesamtkompetenz einer Gesellschaft. Folgerichtig verknüpft sich die Demokratieproblematik mit der Frage: Wie wollen wir leben?
Am 27. November wäre der berühmte Biochemiker, Antifaschist und Kommunist Prof. Mitja Rapoport 100 Jahre alt geworden. Frau Prof. Ingeborg Rapoport, die bedeutende Forscherin auf dem Gebiet der Neantolgie - sie feierte am 2. September ihren 100. Geburtstag -, Frau Prof. Dr. Gisela Jacobasch und Dr. Hans Thie wollen in dieser Veranstaltung das ungewöhnliche Leben der Rapoports vorstellen.
Die Erfolge rechtspopulistischer Parteien haben länderspezifische Ursachen aber auch übergreifende Gründe. Die Referentin wird einige davon und ihren Zusammenhang erläutern und dabei Ergebnisse eins Forschungsprojekts zu den Ursachen des Rechtspopulismus vorstellen.
Während des Wochenendseminars wollen wir zusammen Fragestellungen nach dem utopischen Gehalt der bürgerlichen wie antibürgerlichen Liebesvorstellung sowohl in seiner theoretischen Grundlegung in der Romantik, als auch in den praktischen Forderungen und Auseinandersetzung der 68er wie auch heute nachgehen und sie anhand einzelner Texte diskutieren.
Die Zweite Transformationskonferenz zielt darauf ab, die Eigenarten derartiger organischer Krisen im historisch-analytischen Vergleich genauer zu verstehen und das begriffliche und methodologische Instrumentarium eingreifender Krisenanalyse weiterzuentwickeln, um davon ausgehend Aussagen über die aktuelle Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus, mögliche Szenarien ihres Verlaufs und Möglichkeiten emanzipatorisch-solidarischen Eingreifens treffen zu können.
Jedes Jahr findet in Berlin-Friedrichshain die Silvio Meier Demonstration statt. Silvio Meier ist aber nicht der einzige von Neonazis ermordete Mensch in der BRD seit 1990. Wie soll nun diesen im öffentlichen Gedächtnis oft unbekannten Menschen aber Gedacht werden? Durch einen Gedenkstein, einen Straßennamen, wie es diesen bald in Friedrichshain für Silvio Meier gibt oder durch öffentlichkeitswirksame Aktionen? Welchen Stellenwert hat überhaupt das Gedenken an Tote für antifaschistische Politik heute? Diesen Fragen soll auf einer Podiumdiskussion im Vorfeld der Silvio-Meier-Demo nachgegangen werden.
Warum sind in den relativ intakten skandinavischen Ländern in den 1970er Jahren - früher als anderswo - rechtspopulistische Parteien entstanden? Weshalb konnte mit ihnen fremdenfeindliches und rassistisches Gedankengut in der Gesellschaft und in etablierten politischen Strukturen wachsen und diese verändern? Kommt Rechtsextremismus aus der Mitte der Gesellschaft?
Der Prenzlauer Berg gilt als ein Stadtteil, der einigermaßen komplett „durchgentrifiziert“ wurde. Was war das aber für ein Prozess, der in den 1990er Jahren einsetzte und nun zu seinem Ende gekommen sein soll? Läuft „Gentrification“ in allen Berliner Stadtteilen, ob Kreuzberg, (Nord-)Neukölln oder jetzt im Wedding, immer gleich ab? Diese Fragen wollen wir mit dem Gentrifizierungsexperten Andrej Holm in einem Tagesseminar klären. Im Anschluss machen wir gemeinsam einen Stadtspaziergang durch den Prenzlauer Berg
Zum zehnten Mal lädt das Antirassistisch-Interkulturelle Informationszentrum ARiC Berlin zu den Berliner Tagen des Interkulturellen Dialogs ein. Rund 70 Organisationen, Bildungseinrichtungen, Verwaltungen, Unternehmen und Privatpersonen werden vom 11. Oktober bis 14. November 2012 um die 60 Dialogrunden anbieten. Wir befragen noch einmal Gäste in einer kurzen Dialogrunde, geben visuell einen Einblick in die Gespräche
Im Vortrag wird der Geschichte der Feldpost aus Stalingrad in ihren unterschiedlichen Facetten nachgegangen.
Was hat in Oskar Brüsewitz' Augen den Christen das Leben in der DDR so unerträglich gemacht, dass er dagegen mittels Selbstverbrennung meinte protestieren zu müssen? Zu diesem Thema diskutieren und referieren der Historiker und Schriftsteller Karsten Krampitz gemeinsam mit dem Pastor und Brüsewitzfreund Dietmar Meckel.
Zu den Verdiensten der Brandtschen "Neuen Ostpolitik" gehört der Verzicht auf die "Hallstein-Doktrin". Die DDR ergriff die Chance und ließ sich auf das Wagnis fast normaler deutsch-deutscher Beziehungen ein. Was sie nicht verstand, war die Notwendigkeit, sich so zu wandeln, dass weder strikte Abgrenzung und noch rigoroses Grenzregime nötig waren, die DDR zu erhalten.
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Monika Melchert spricht über die schwierige Rückkehr von Anna Seghers aus dem Exil und ihre Zeit von 1947 bis 1952 in Berlin.
Goya ist erster Hofmaler Karls des IV. In leidenschaftlicher Liebe fühlt er zu Herzogin Alba hingezogen. Er sympathisiert mit der revolutionären Bewegung seines Volkes und wird schließlich Opfer der Inquisition. Teil 3 einer dreiteiligen Konrad-Wolf-Reihe vom 7. bis 9. November.
Lieber ausschlafen als zur Demo gehen? PlatzhirschInnen auf dem Plenum? Kaum Solidarität im Alltag? Wir laden euch herzlich ein unsere und eure Motivationswidersprüche aus der politischen Praxis zu diskutieren! Im Seminar demonstrieren wir die Methode der Kritisch Psychologischen Praxisanalyse anhand von Fallbeispielen aus der Gruppe. Wir werden Theorien und Konzepte zu Motivation und sozialen Gruppenprozessen vor dem Hintergrund unserer (politischen) Erfahrung auf den Prüfstand stellen.
Das 14. Friedens- und Sicherheitspolitische Symposium wird sich mit der Nutzung der Kernenergie durch den Iran beschäftigen, dies alles im Krisenumfeld des Nahen und Mittleren Ostens. Ziel der geplanten Veranstaltung soll es sein, einen Beitrag zu leisten, in Deutschland über die tatsächlichen Ziele aufzuklären, die Iran mit seinen Forschungen auf nuklearem Gebiet verfolgt. Außen- und innenpolitische Fragen finden dabei ebenso Beachtung wie völkerrechtliche und technische Aspekte.
Periodisch produziert der Kapitalismus nicht nur zyklische, konjunkturelle Krisen, sondern auch sogenannte „Große Krisen“, wie etwa die 1929 ausbrechende Weltwirtschaftskrise. Ist die gegenwärtige kapitalistische Krise mit dieser vergleichbar? Können wir von der Weltwirtschaftskrise 1929 ff. etwas für das Verständnis der heutigen Krise lernen?
Konrad Wolf war stets bemüht, zwischen den Künstlern und der SED-Führung zu vermitteln. In seinen Filmen "Goya" und "Der nackte Mann auf dem Sportplatz" thematisierte er das Verhältnis von Künstler und Gesellschaft.
Die Figuren des Films drücken die Gedanken des Bildhauers Kemmel über die Welt aus. Aber es bleiben immer wieder Fragen. Und die richten sich auch an den Zuschauer. Teil 1 einer dreiteiligen Konrad-Wolf-Reihe vom 7. bis 9. November.
Wann immer die patriotische oder auch nationalistische Frage gestellt wird, finden wir deutsche Zustände krisenhaft, Befindlichkeiten verworren, Antworten zwielichtig. So 1813-1914 und 1939-1989 und heute! Das hat mit einem Bruch des gellschaftlichen Bewußtseins zu tun: des Wechsels vom aufgeklärten Kosmopolitismus der "Kultur-Nation" zur nationalisitschen Projektion der "Staats-Nation". Es war ein Ideologiewandel, der für das herrschende Denken in Deutschland zum Verhängnis wurde.
Nach seiner berühmten „short outline“ vom 2. April 1858 wird das von Marx beabsichtigte Werk in sechs Bücher eingeteilt. Was ist von den vielen Manuskripten in die Druckfassungen eingegangen, was ist außen vor gelassen worden? Wie ist es für die Veröffentlichung oder Übersetzung bearbeitet worden? Und: Inwiefern ist das Werk unvollendet geblieben?
Im Vortrag des neuen venezoelanischen Botschafters wird die Situation der Bolivarischen Republik Venezuela nach den Wahlen am 7. Oktober analysiert.
"Die Schauspielerin", die 1988 zum Gedenken an das Novemberpogrom in die Kinos kommt, erfüllt alles andere als die Erwartungen der Politik an die Illustration von NS-Geschichte nach ideologischen Vorgaben. Der Vortrag versucht die Subtexte, Anspielungen und Ambivalenzen offenzulegen und zu diskutieren.
In der DDR wurde Rousseau in eine seltsame Ecke gestellt. Wenn er hier als Schmuddelkind der DDR-Philosophie bezeichnet wird, dann meint dies, dass man einerseits nicht auf Rousseau verzichten wollte, diesem aber andererseits aus der Sicht des Marxismus eigentlich kaum etwas Positives attestieren konnte. Denn eins war allen klar: In der DDR hätte Rousseau zur Opposition gehört.
In der Veranstaltung wird die NS-Vergangenheit von Bundesinsitutionen thematisiert. Auch geht es um die Prozesse und Ermittlungen gegen NS-Täter, um die Entschädigung und politische Wiedergutmachung von NS-Unrecht, um die Foltgeltung von NS-Normen und nicht zuletzt um Gedenkstätten und Erinnerungsorte.
"Reichsflugscheiben", "Runenyoga" und "Reichsbürger" - die Welt der braunen Verschwörungsfreaks und Naziesotheriker ist bisweilen lustig und bizarr. Wir wollen uns in aufklärerischer Absicht dieser Spielart der extremen Rechten in einer Abendveranstaltung der Jungen Panke widmen.
Der Schriftsteller André Kubiczek, Sohn deutsch-laotischer Eltern, liest aus seinem 2012 bei Piper in München erschienenen autobiografischen Roman.
Der 1862 fertiggestellte Hobrecht-Plan war ein Meilenstein für die Berliner Stadtentwicklung und soll anlässlich des 150. Jahrestages insbesondere mit Blick auf die (sich aktuell zuspitzende) Wohnungsfrage gewürdigt werden.
Das Wochenendseminar beginnt am Freitagabend mit einer Einführungsveranstaltung in das Thema, am Samstagabend folgt eine öffentliche Podiumsveranstaltung mit anschließender Party. Die Abschlussveranstaltung am Sonntagmorgen widmet sich der Wirkungs- und Ideengeschichte des Schwerpunktthemas.
Literarisch-kulinarisch wird einem besonderen Friedrich-II-Jubiläum nachgespürt. Zu "royalen Essgewohnheiten" lädt ein Marlene Vesper
Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat die Bedeutung der allen gehörenden und nicht durch Staat oder Markt kontrollierten Gemeingüter wieder entdeckt und gezeigt, wie deren Verwaltung auch soziales und kulturelles Kapital hervorbringt. Daran anknüpfend wird vorgeschlagen, Kulturpolitik als Gesellschaftspolitik konsequent weiter zu entwickeln zu einer Kulturpolitik als sozialkultureller Infrastrukturpolitik, in der Probleme der Krise der Demokratie und der aktuellen Lebensweise aufgegriffen werden.
Die Referentin wird in ihrem Vortrag auf die Situation der Roma in Bulgarien eingehen, die jüngsten rassistischen Pogrome gegen Roma beleuchten und mögliche Gegenstrategien gegen den zunehmenden Antiziganismus in der Region aufzeigen.
Der Vortrag würdigt Leben und Werk der 1906 in St. Petersburg geborenen Architektin Ludmilla Herzenstein.
Der Majakowskiring und das Schloss Schönhausen im Berliner Stadtbezirk Pankow sind wichtige Orte der DDR-Geschichte.
Das Scheunenviertel in der Mitte Berlins entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhundert zu einem Zentrum jüdischen Lebens. Es wurde zur Station vieler, zumeist verarmter jüdischer Zuwanderer aus dem Osten, die hier ihren neuen Lebensmittelpunkt fanden. Schließlich wurde dieser Kiez auch immer wieder Schauplatz politischer und militärischer Kämpfe.
Helmut Heinrich informiert über die Entstehungs- und Zensurgeschichte des Filmwerks von Alexander Granowski. Hanns Eisler komponierte die Filmmusik, gesungen wurde sie von Ernst Busch. In der Veranstaltung wird der komplette Film gezeigt.
Unsere Kultur ist besessen von der Kontrolle über den Körper, sie quillt über von Darstellungen unwirklicher weiblicher Schönheit. Gleichzeitig weidet sich die Presse an magersüchtigen Starlets, schwangeren Unterschichts-Teenagern und feuchten Schoßgebeten. Laurie Penny stellt die versteckten Strukturen der Verdinglichung bloß, die solchen Marktstrategien zugrunde liegen. Mit ihrem Blog "penny-red.com" wurde sie zum Star der britischen Bloggerszene und zu einer wichtigen Stimme für die jungen Generationen.
Die Re-Konstruktion eines kommunistischen Begehrens führt in die Geschichte des Kommunismus und bürstet diese gegen den Strich: von 1939 bis 1917. Vom Hitler-Stalin Pakt bis zur Oktoberrevolution kreisen die Überlegungen Adamczaks um die Figuren von Partei und Klasse, von Verrat und Versprechen, um sie in ihrer Logik, aber vor allem als Erfahrungen zu rekonstruieren.
Diese Tagung soll Unterschiede und Vergleichbares herausarbeiten. Das betrifft die Londoner- und die Lebensabläufe in DDR und BRD, die Erfahrungen im sowjetischen und in westlichen Exilländern. Für alle galt, dass nach dem Ende des Faschismus dessen Folgen spürbar blieben. Diskutiert werden soll auch, wieso die Auswirkungen des alltäglichen Faschismus und dessen verfestigte Verhaltensmuster in Ost wie West so schnell verdrängt wurden, welchen Einfluss Geburtsjahre, Geburtsorte und Herkunft auf Identitäten in der Zweiten Generation und deren Lebenswege hatten.
Am 3. März dieses Jahres wäre Klaus Gysi 100 Jahre alt geworden. Anlass genug, um an einen der wichtigsten Kulturpolitiker der DDR zu erinnern. Und das Spektrum ist weit, schließlich (er-)lebte er von 1912 bis 1999 fast ein ganzes Jahrhundert mit all seinen Schrecken und Aufbrüchen.
Die Referentin Tanja Abou ist Social-Justice-Trainerin und hat selbst Einstiegsworkshops zum Thema Klassismus gemacht. Mit ihr wollen wir Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts in der Bildungsarbeit sprechen, nach Widersprüchen fragen und das Verhältnis zu anderen Ansätzen von Klassentheorien diskutieren.
Die globale Krise bleibt nicht ohne Folgen für die Machtverhältnisse auf der Welt. Der Journalist Rainer Rupp analysiert vor diesem Hintergrund die Folgen der tektonischen Verschiebungen. Er benennt sich abzeichnende Trends und kennzeichnet die Hauptmerkmale des Beziehungswandels zwischen den USA und ihren Verbündeten bzw. Rivalen.
Wir zeigen den aktuellen Dokumentarfilm „Message from Greece“ der JournalistInnen Vassili Vougiatzis und Mosjkan Ehrari, eine Dokumentation über die junge Generation zwischen Chancenlosigkeit und Emigration (OmU, www.message-from-greece.com). Wir diskutieren mit BerlinerInnen griechischer Herkunft, unterschiedlicher Generationen und Berufe. Im Abschlusskonzert erleben Sie bewegenden „griechischen Blues“
Wir wollen mit Katja Kipping und Bernd Riexinger zentrale gesellschaftliche Themen und politische Strategien linker Alternativen in Zeiten neoliberaler Krisenpolitik und postdemokratischer Verhältnisse diskutieren.
Die Referentin Katrin Reimer hat sich in ihrer Dissertation mit dem erfolgreichen Rechtspopulismus in Deutschland beschäftigt. Denn den, so ihre These, gibt es auch ohne eine solche Partei.
Der Vortrag beleuchtet Geschichte und gesellschaftlichen Kontext der Entstehung von Neonazismus in der DDR.
Als Referenten und Diskussionspartner sind Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Volksrepublik China, aus beiden deutschen Staaten sowie dem vereingten Deutschland eingeladen.
Der Satiriker Günter Herlt nimmt sich seine Zeitgenossen und deren Fernsehgewohnheiten zur Brust. Eine probate Sehhilfe für Flachfernseher.
Der Referent setzt einen Denkansatz fort, der die subjektive Erfahrungsgeschichte und deren reflexive Einordnung in die Kultur-, Gesellschafts- und Politikgeschichte des 20. Jahrhunderts verbindet. Zentral bleiben darin die Auseinandersetzungen um die Wege zur Gleichberechtigung der Menschen in einer demokratischen Gesellschaft in Deutschland.
Aus der Entwicklung Vietnams in den letzten 25 Jahre ergeben sich Fragen und Widersprüche, die in den Debatten über Privatisierungen, über Rechte von ArbeitnehmerInnen, Energie- und Klimapolitik oder den Konflikt im Südchinesischen Meer Widerhall finden. Wirtschaftspolitisch stellen die Importüberschüsse und die Inflation drängende Probleme dar. Nadja Charaby ist Leiterin des Hanoier Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung und wird über ihre Arbeit und die genannten Themen berichten.
Kein Sport in Deutschland ist beliebter, in keinem Sport steckt in Europa so viel Geld, wie im Fußball. Die Fußballstadien gelten als Seismograph der Gesellschaft, andersherum wird kein Zuschauersport so politisiert. Wir wollen in einer Busexkursion verschiedene Orte der Berliner Fußballlandschaft anfahren und uns an den Schnittstellen von Geschichte, Politik und Gesellschaft und „dem Runden, das ins Eckige muss“ informieren. Den Abschluss bildet der gemeinsame Besuch der abendlichen Zweitligapartie Hertha BSC vs. Dynamo Dresden.
Der revolutionäre Sozialismus ist die einzige realistische Alternative zur globalen Krise des Kapitalismus, meint der Referent und kritische Kommunist Prof. Dr. Theodor Bergmann. Er zieht Bilanz und stellt Perspektiven dar.
Vor 70 Jahren – im Herbst 1942 nahm die Gestapo über 120 AntifaschistInnen aus sieben lose miteinander verbundenen Freundes- und Widerstandskreisen fest. Wir suchen mit dem Fahrrad Wohnorte und Arbeitsstätten von Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern der "Roten Kapelle" – ein Fahndungsbegriff der Gestapo – in Neukölln, Kreuzberg, und Mitte auf. Die DenkMalTour wird geleitet von Hans Coppi und Frieder Böhne (Berliner VVN-BdA). Eigene Fahrräder müssen mitgebracht werden. Treffpunkt: Jonasstr. / Ecke Karl-Marx-Strasse
Die Tagung soll einen Beitrag dazu leisten, die öffentliche Debatte über eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung zu vertiefen. Dabei wird der Fokus auf Probleme und Wege gerichtet, um die Gleichheitsforderung für alle Menschen dieser Erde durchzusetzen. Das bedeutet vor allem gleiche Zugangsmöglichkeiten zu den elementaren Bedingungen eines menschenwürdigen Lebens.
Die Herausforderungen der Adenauer-Regierung waren groß: Vertagung der deutschen Einheit auf die Zeit nach der Befreiung des Ostens, wenige Jahre nach der verheerenden Niederlage die Wiederbewaffnung, die Rückkehr der belasteten NS-Eliten in den Staatsapparat, klare Westorientierung und Anlehnung an die USA, wirtschaftlicher Wiederaufbau mit neuer D-Mark und zu Lasten der Lebenslage der Arbeitenden. Die Opposition hält dagegen, ist aber unter sich verfeindet, leidet unter der antikommunistisch motivierten Repressionspolitik. Der Kalte Krieg diszipliniert und sichert die Ausgrenzung der radikalen Linken wie die Anpassung der anderen Kritiker.
In der Veranstaltung wird über neue gesellschaftliche Praxis im Widerstreit mit alten Herrschaftsstrukturen in Lateinamerika berichtet. Damit einhergehend werden die Auswirkungen ausländischer Einmischungsversuche, die hohen Erwartungshaltungen und verschiedene Auseinandersetzungen über die weitere Entwicklung thematisiert. Schließlich geht es um die internationalen Auswirkungen der lateinamerikanischen Prozesse und um Erfahrungen anderer Regionen.
Waren die Vorgänge um den NSU nur behördliche Pleiten, Pech und Pannen im Kampf gegen „Rechtsextremismus“ oder sind solche Vorgänge schon in der Struktur von inländischen Geheimdiensten angelegt?
Zum 20. Mal jährt sich das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen: jene Tage, als Neonazis unter dem Beifall hunderter applaudierender ZuschauerInnen und BewohnerInnen ein Flüchtlingsheim und eine Unterkunft vietnamesischer VertragsarbeiterInnen mit Steinen bewarfen und Molotow-Cocktails anzündeten. Die Tat von Rostock steht nicht allein, sondern im Kontext einer ganzen Welle von rassistischer Gewalt, die mit den Todesopfern von Mölln und Solingen ihren traurigen Höhepunkt fand.
Die Filmemacher Anja Reiß und Mark Szilagyi haben ein brisantes Thema aufgegriffen und in ihrem Film "Sag mir, wo Du stehst" ehemalige Insassen und Verhörer des MfS-Gefängnisses Hohenschönhausen miteinander ins Gespräch gebracht. Im Film wird dabei auf eine Kommentierung des Gesagten verzichtet. Somit bleiben die Aussagen der Zeitzeugen im Raum stehen und die Bewertung obliegt dem Betrachter. Es soll nicht gerichtet, sondern der Dialog gesucht werden. Ein spannender Ansatz, der zur Debatte anregt.
Wie kann man den Raubbau an der Natur stoppen? Müssen wir unseren Lebensstil grundlegend ändern? Was bedeutet ökologische Gerechtigkeit? Funktioniert grüner Kapitalismus? Wie ist der Wachstumszwang zu überwinden? Solche Fragen stehen mittlerweile ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Die Linksfraktion im Bundestag hat ihren "Plan B" formuliert: Konkrete Vorschläge für den sozial-ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Gründzüge und Details dieses neuen Konzepts werden vorgestellt und diskutiert.
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Erwin Strittmatter, und zum Gedenken an die Lyrikerin Eva Strittmatter singt und rezitiert Johanna Arndt. Begleitung: Ulf Lachmund
Die aktuelle Finanzmarktkrise entwickelt sich zur weltweiten Stagnation und ist durch die Struktur des Euro in Europa in besonderer Form wirksam. Die Regulierungsmechanismen, die Markt und Staat bereithalten, scheinen vor allem seit dem Auftritt einzelner Staaten als Schuldner fragiler. Dabei ist ein Schuldenaufkommen für einen Staat kein prinzipiell neuer Vorgang. Doch erhält die Form der währungspolitischen Abhängigkeiten der europäischen Staaten untereinander eine neue Qualität. Die Dynamik und die Krisenhaftigkeit des Kapitals in Europa sollen in vier Tagen sowohl von historischer als auch von analytischer Seite her genauer untersucht werden. Der Geschichte und dem Verlauf der Finanzkrisen wird im Kurs präzise nachgegangen werden ebenso wie der besonderen Verquickung von industriellem, zinstragenden und fiktivem Kapital, dem Funktionieren eines Staatshaushalts und der Wertschöpfungsmechanismen des Finanzmarkts. Mit V. Bruschi, L. Achenbach, T. Sablowski, I. Stützle
Sowohl die neokeynesianische Wende als auch die neoliberale Wende wurden ohne Wählerbefragungen über den zur Überwindung der Krise einzuschlagenden neuen Kurs vollzogen. Die beiden Bundeskanzler Ludwig Erhard (1966) und Helmut Schmidt (1982) wurden mit das Grundgesetz in Frage stellenden und die Volkssouveränität ignorierenden Verfahren gestürzt.
Die Busexkursion begibt sich gemeinsam mit Barbara und Winfried Junge auf die Suche nach den Kindern von Golzow. Das Filmprojekt wird in die deutsche Zeitgeschichte eingeordnet, wobei der Bogen vom Jahr 1945 über das Leben in der DDR bis in die Gegenwart geschlagen wird.
Axel Springer mag heute der bekannteste "Pressezar" sein, doch er war keineswegs der einzige. Dort wo er sein "BILD"-Hochhaus bauen ließ, befand sich schon in den 1920er Jahren das Zeitungsviertel. Hier tobte der Meinungskampf, der die Weimarer Republik prägte. Wir suchen die wichtigsten Schauplätze auf, angefangen beim früheren Standort der "Vorwärts"-Zeitung der SPD, über die liberalen Verlagshäuser wie Ullstein bis hin zum Konzern von Alfred Hugenberg, dem „vergessenen Führer“ und Steigbügelhalter Hitlers.
Dieser Kurs stellt in zwei Praxisteilen die Programme "Scribus" (Layout) und "GIMP" (Bildbearbeitung) vor. Ergänzt wird der Workshop durch Hintergrundinformationen und einen vergleichenden Blick auf kommerzielle Programme wie "InDesign" und "Photoshop" von der Firma Adobe.
In diesem Jahr widmen wir uns in unserem 4-tägigen Sommerworkshop dem Thema Stadtpolitik. Dazu wollen wir uns mit den Fragen beschäftigen, wie Stadtentwicklung im Kapitalismus stattfindet und wie überhaupt in unseren Lebensraum "investiert" wird. "Ab in die Stadt!" heißt dabei, dass wir auch mit stadtpolitischen Aktivist_innen diskutieren, vor Ort Projekte selber kennenlernen und uns mit Experten über Stadtpolitik und -entwicklung austauschen.
In dem zweitägigen Seminar sollen im Anschluss an die "Historical Materialism Summer School 2011" in drei Panels Fragen materialistischer Gesellschaftskritik anhand von Referaten, die vorab zum Lesen zur Verfügung gestellt werden, mit den Referentinnen und Referenten diskutiert werden.
Die DenkMalTour wird sich auf den Spuren des "Preußenschlags" bewegen, Diskussionen und Forderungen der unterschiedlichen politisch Handelnden vorstellen und die Auswirkungen bezüglich der späteren Machtübertragung auf Hitler beleuchten.
Wie fragt man als Journalist, um an die gewünschten Informationen zu kommen? Und wie verhält sich ein Öffentlichkeitsarbeiter im Gespräch mit Journalisten? Im Seminar wird diesen Fragen abhand praktischer Übungen nachgegangen.
Seit November 2010 stehen in Hamburg somalische Piraten vor Gericht. Niederländische Soldaten nahmen sie auf dem Schiff „Taipan" einer Hamburger Reederei fest. Die Anwältin im Hamburger Piratenprozess, Gabriele Heinecke, wird über das erste Gerichtsverfahren gegen Piraten seit den Zeiten Störtebekers berichten. Einführen in die Ursachen, Hintergründe und Organisationsformen der modernen Piraten wird der Buchautor Ralph Klein.
Fairtrade-Siegel, Biosupermärkte und Bier, dessen Kauf den Regenwald schützt: Das eigene Konsumverhalten und was mensch damit dazu beitragen kann, dass sich Umwelt- und Arbeitsbedingungen verändern, ist Thema nicht nur in kapitalismuskritischen Zusammenhängen. Zunehmend nutzen Hersteller soziale und ökologische Projekte und Verpflichtungen zur Imageverbesserung und Umsatzsteigerung. Wir wollen im Seminar untersuchen, ob und wie kritischer Konsum zur Verbesserung von Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen beitragen kann. Darüber hinaus soll es darum gehen, was “bewusstes Konsumverhalten” mit einem linken Selbstverständnis zu tun hat: Muss ich als Linke_r fair trade kaufen?
Trotz der Häufung des Themas Krise in öffentlichen Diskursen bleiben Fragen. So z. B., welches Krisenverständnis dem zu Grunde liegt und in welchem Interesse Krisen „gelöst“ werden sollen; Ursachen und Zusammenhänge von Krisen (und Scheinkrisen) bleiben zu identifizieren. Die Frage inwieweit multiple Krisen Ausdruck einer neuen Normalität geworden sind und Fragen nach emanzipatorischen Auswegen aus den gegenwärtigen Krisen sind zu thematisieren.
Kaum war eine plurale Nachkriegskultur entstanden, vollzog sich in diesem Zeitraum der - für die DDR lange nachwirkende - Übergang von einer offenen antifaschistischen zu einer restriktiv stalinistischen Kulturpolitik. Bleibt die Frage, ob, wie und welche der kulturellen Akteure sich dieser Transformation nach sowjetischem Vorbild erwehren konnten. Dem soll an ausgewählten Beispielen nachgegangen werden, denn das kulturelle Erscheinungsbild der jungen DDR blieb ambivalent.
Die Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober 2012 sind nach 12 Jahren Bolivarischer Revolution weiterhin von großem nationalen und internationalen Interesse. Nur mit einer Wiederwahl von Präsident Hugo Chávez Frías kann der Prozess der sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen ungebrochen fortgesetzt werden. Dazu ist eine intensive und tiefe politische Mobilisierung breiter Schichten des Volkes von Venezuela nötig.
Was sind die linken Antworten auf die ökologischen Fragen der Zeit? Gibt es überhaupt linke Antworten, die sich von denen der "Grünen" oder der Umweltverbände unterscheiden?
Fußball findet nicht im luftleeren Raum statt. Rassistische, antisemitische und homophobe Einstellungen sind hier – wie im Rest der Gesellschaft – verbreitet. Der Referent und Macher der Ausstellung „Tatort Stadion“, Gerd Dembowski, zeigt, dass Rassismus, Antisemitismus und Homophobie nach wie vor in deutschen Stadien ihren Platz haben.
Die Ultrabewegung hat in den letzten 15 Jahren die Vorherrschaft in den Kurven der Deutschen Fußballstadien übernommen. Ultra ist zur größten Jugendbewegung hierzulande geworden. Wie und warum entstanden die Ultras und was zeichnet sie aus? Wohin geht die Reise dieser Bewegung? Diesen Fragen geht Jonas Gabler in seinem bebilderten Vortrag nach.
Nach der Wende von 1990 gehörte die Bewertung der in industrieller Bauweise entstandenen Großsiedlungen zu den vielen deutsch-deutschen Kontroversen. Und so unterschiedlich die Einschätzungen des Werts der Großsiedlungen waren, so differenziert waren auch die Entwicklungen, die die einzelnen Siedlungen in den letzten 20 Jahren nahmen. In der Veranstaltung werden die Differenziertheit des Siedlungstyps aufgezeigt, unterschiedliche Bedürfnisse der Bewohner analysiert und entsprechende Handlungsstrategien skizziert.
Hinsichtlich Fankultur und Politisierungsgrad zählt der Balkan nach wie vor eine interessante Fußballregionen. Der Vortrag ist eine dokumentarische Reise durch die Fußballwelt Ex-Jugoslawiens.
Der Sänger, Schauspieler und Regisseur Ernst Busch (1900-1980) wird auch heute noch vereehrt. Helmut Heinrich präsentiert und kommentiert im Seniorenklub selten gezeigtes Archivmaterial von und über Busch.
Auf Anregung des Israel-Büros der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist im April 2012 in Tel Aviv das Buch "Die deutsche Linke und der Antisemitismus" erschienen. Die Mitautoren Prof. Dr. Mario Keßler, Berlin/New York und Dr. Klaus Lederer, Berlin stellen das Buch vor.
Die dringend notwendigen Schritte und Möglichkeiten von Qualifizierungen der Arbeitssuchenden sowie Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften und Beschäftigten und die Chancen, Anforderungen und Grenzen öffentlich geförderter Beschäftigung in Berlin wollen wir im Rahmen der Konferenz mit Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften, Trägern, Projekten und Betroffenen diskutieren und aufzeigen.
Verlängerung der Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre, also längeres gemeinsames Lernen aller Kinder – gegen diesen Teil der schwarz-grünen Schulreform in Hamburg richtete sich der Widerstand gut organisierter Mittelschichts-Milieus, die sich dann in einem Volksentscheid durchsetzten. Warum rief die Reform so erbitterten Widerstand hervor? Bei wem genau? Warum wurde sie von einer breiten Koalition vertreten? Und warum wurden Teile des Modells dennoch im Volksentscheid überstimmt?
Im Zentrum der Veranstaltung steht ein aktueller Reisebericht von Prof. Dr. Heinrich Fink über die Herausforderungen solidarischen Lernens aus Begegnungen in Israel und Palästina. Zu seinem Zehn-Tage-Programm zählten Fachvorträge, wobei das Themenfeld von A wie Archäologie bis Z wie Zionismus reichte. Professor Fink berichtet über Diskussionen mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Friedensbewegung.
Im Jahr 1999 gründeten Fußballverrückte aus der linken Subkultur von Leipzig-Connewitz den Verein Roter Stern Leipzig e. V. Nicht nur in Leipzig gibt es Rote Sterne Kicker. Im Jahr 2005 wurde in Berlin-Prenzlauer Berg der Rote Stern Nordost Berlin gegründet. Was verbindet die beiden Roten Sterne als Vereine jenseits vom Namen? Kann überhaupt gemeinsames Sporttreiben „links sein“?
Adenauer wollte die volle deutsche Souveränität und nebenher ein Beschäftigungsprogramm für die Wehrmachtsangehörigen. Seine Bereitschaft für einen deutschen Verteidigungsbeitrag passte in das westliche Kalkül des Kalten Kriegs, stieß aber auf breite gesellschaftliche Widerstände von Kommunisten über Sozialdemokraten bis Konservativen. Der Preis für die neue Gleichberechtigung war hoch - keine Chance auf die deutsche Einheit und die Rückkehr der NS-belasteten Eliten.
Gemeinsam mit VertreterInnen von Wohnungsbaugenossenschaften, Politik, Wissenschaft, Berliner Mieterverbänden und Interessierten werden im Rahmen der Konferenz die Möglichkeiten einer Modernisierung des Genossenschaftsgedankens und die Rolle von Genossenschaften auf dem Berliner Wohnungsmarkt diskutiert.
Als vor 60 Jahren die Europäische Verteidigungsgemeinschaft gegründet werden sollte, war sie eine Antwort auf den deutschen Faschismus. Nachdem sie 1954 scheiterte, wurde die Westeuropäische Union auf den Weg gebracht. Mit dem Vertrag von Maastricht wurde die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik eingeführt und damit die vertragliche Grundlage für die Militarisierung der EU geschaffen. Durch den Vertrag von Lissabon hat sich die EU schließlich zu einem imperialen Machtbündnis entwickelt.
Die prägenden Stationen bei der Herausbildung des Sozialismusbildes im Verlauf der Geschichte werden ins Gedächtnis zurückgerufen und debattiert. Darüber und über aktuelle Debatten bezüglich einer nachkapitalistischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert berichtet Günther Buhlke.
Kein Vereinssport in Deutschland ist beliebter, kein Profisport profitabler als Fußball. Aber wie funktioniert dieses Geschäft? Was kennzeichnet den Profisport? Wie kam es dazu, dass aus Arbeitersportvereinen millionenschwere Unternehmen wurden? Gibt es im bezahlten Fußball nur den Kampf um den Klassenerhalt oder auch ein wenig Klassenkampf?
Stadtführung mit Dr. Thomas Flierl, Vorsitzender der Max-Lingner-Stiftung
Ein Filmbeitrag wird spannend durch Fakten und Emotionen. Dieses Ziel kann durch einige wichtige Regeln erreicht werden, die Sie im Workshop kennenlernen. Vermittelt wird außerdem die Beherrschung der Filmtechnik - Kamera, Stativ, Licht und Ton. Dazu kommen die „5-Shot Technik“, das Interview, das Statement und die Montage der gedrehten Bilder.
Wir erlebten im Herbst 2008 die Begeisterung vieler Berlinerinnen und Berliner aus den USA über die Wahl Barack Obamas zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA. Im April 2011 erklärte Obama seine Bereitschaft, 2012 erneut bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten. Der Wahlkampf läuft auf Hochtouren. Was wurde aus den Erwartungen, die sich mit der Wahl Obamas 2008 verknüpften? Für das musikalische Begleitprogramm sorgt Daniel Kahn.
Trotz des Erfolgs der Linken bei den Präsidentenwahlen gehört auch der Front National zu den Gewinnern. Welche Rolle wird der wiedererstarkte FN zukünftig in der französischen Politik spielen? Mit welchen Themen war Marine Le Pen erfolgreich? Und was bedeutet der Erfolg des FN für die Entwicklung des Rechtspopulismus in Europa?
Viele nehmen für sich selbst in Anspruch "links" zu sein. Doch was ist denn dieses "Linkssein"? Was hat "Linkssein" mit Gesellschaftskritik, Emanzipation und revolutionärer Politik zu tun? Und vor allem: warum streiten sich die Linken mit Vorliebe untereinander?
Vor zehn Jahren – im Juli 2002 – stimmte der Deutsche Bundestag zu, das Berliner Schloss dem äußeren Bild nach wieder aufzubauen und als ein so genanntes Humboldt-Forum zu nutzen. Nach erfolgtem Abriss des Palastes der Republik begann die Arbeit am Projekt. Sie ist bis heute nicht beendet, vor allem weil noch immer nicht klar ist, wie die gestellte Aufgabe bei enorm steigenden Baukosten und auch anwachsenden funktionellen Ansprüchen gelöst werden soll.
Vor 105 Jahren - 1907 - wurde in Berlin unter aktiver Teilnahme Käthe Kollwitz' der erste deutsche Künstlerinnenverband gegründet. Ilsegret Fink geht der Spur nach.
Der Vortrag setzt sich anhand ausgewählter Dimensionen und Bereiche mit den Dynamiken und Ursachen der deutsch-deutschen Ungleichheiten seit 1990 auseinander und diskutiert dann – auch anhand vergleichender Perspektiven, die die deutsche Nabelschau überschreiten – Chancen für eine Hegemonieverschiebung.
2014 unf 2016 finden in Rio des Janeiro sportliche Großerignisse statt. Was genau in der Vorfeld im Zuge von Infrastrukturmaßnahmen passiert, wie diese durch- und umgesetzt werden und welche Auswirkungen dies für die ärmere Bevölkerung hat, soll dargelegt werden.
Die Begründung von Vorstellungen für eine gerechte und stabile Weltwirtschaftsordnung verlangt, sich mit den Ursachen dieser Ungleichgewichte auseinander zu setzen, ihre Gefahren für die Weltwirtschaft insgesamt und für die einzelnen Länder aufzuzeigen sowie Wege zu begründen, wie diese Ungleichgewichte eingeschränkt werden können.
Die Referentin Prof. Dr. Karin Kulow geht u. a. auf folgende Probleme und Überlegungen ein: Können europäische Demokratiemodelle der arabischen Welt als Vorbild dienen? Schließen sich Demokratie und Islam aus? Wie sehen innere und äußere Faktoren einer eigenständigen ökonomischen Entwicklung aus?
Was ist los in der Hardcore-Szene? Entstand der HC als Kritik an dem bloß zur Attitüde verkommenden Punk in den 1980er, kommen heute Nazis auf HC-Konzerte in Orten mit einer linken Geschichte und fühlen sich offensichtlich nicht fehl am Platz.
Der Dichter Ronald M. Schernikau (1960 - 1991) verbrachte fast sein gesamtes erwachsenes Leben in den achtziger Jahren. Er verließ die westdeutsche Provinz und ging zunächst nach Berlin-West. Aber nur als Übergangsziel. Ihn faszinierte nicht nur die westliche Schwulenbewegung, sondern vor allem die DDR. Eine DDR allerdings, für die nicht Hager und Honecker standen, sondern Peter Hacks und Irmtraud Morgner, eine DDR des ästhetisch-utopischen Vorscheins.
Die Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus möchten, dass dieser Sonderausschuss zu substanziellen Ergebnissen kommt. Was das bedeutet, soll vorgestellt und diskutiert werden.
Moderne Bildbearbeitung scheint echte Fotos schon heute fast überflüssig zu machen. Wer Photoshop beherrscht, kreiert scheinbar seine eigene Realität. Wer allerdings die objektive Realität abbilden will, kommt um den Gebrauch einer Kamera nicht herum. Doch auch deren richtige Bedienung will gelernt sein. Beide Ansätze zu beherrschen – richtig zu fotografieren und die Ergebnisse gekonnt nachzubearbeiten – ist Ziel dieses Kurses.
Die im Vortrag vertretene These lautet: Adornos negative Moralphilosophie ist keine ethische Konzeption, sondern eine Kritik sowohl der Moralphilosophie als auch der Herrschaft und des Leidens, die, gerade weil sie auf die herrschende Unfreiheit reflektiert, zugleich auf die Realisierung von Freiheit insistiert, ohne diese aber positiv zu bestimmen.
Wie können Bildungsarbeiter_innen handeln, wenn sie weder bei sozialtechnologischem Passend-Machen stehen bleiben, noch ihren Teilnehmenden reindrücken wollen, dass sie sowieso einfach benachteiligt sind? Wie kann gemeinsam an Emanzipationsmöglichkeiten und am Interesse daran gearbeitet werden?
Die Präsidentschaftswahl am 6. November 2012 in den Vereinigten Staaten ist die 57. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Zwei Jahre zuvor haben die Kongresswahlen und die Wahl der Gouverneure in mehr als dreißig Bundesstaaten zu einer Verschiebung der innerpolitischen Machtstrukturen in den USA geführt. Was ist aus dem Versprechen "Yes, we can!" geworden?
Als Historiker war Prof. Dr. Kurt Pätzold zu DDR-Zeiten reisend in Sachen Geschichtswissenschaft. In seinem Buch "Streitfall Geschichte" berichtet der Faschismusforscher über Begegnungen, die ihm Gelegenheit gaben, eigene Forschungsergebnisse zu vertreten und von denen anderer Historiker zu lernen. Moderation: Elfriede Juch
In Auseinandersetzung mit der neoklassischen Wirtschaftstheorie und der darauf beruhenden neoliberalen Wirtschaftspolitik werden die Umrisse einer alternativen wirtschaftsdemokratischen Theorie im heutigen Finanzmarktkapitalismus skizziert.
Deutsche Politik stand in allen Besatzungszonen unter alliiertem Kuratel. Mit Beginn des Kalten Krieges ging es für den Westen nicht mehr allein um die Überwindung des Faschismus und den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Parteinahme war gefordert gegen die Gefahr aus dem Osten, den noch vagen sozialistischen Versuch deutscher Kommunisten und den realen Erfahrungen mit Stalins Sowjetunion. Die Entscheidung für die Konservativen war klar – deutscher Separatstaat, die deutsche Einheit vertagt.
Begrüßung: Dr. Angelika Haas, Musikalische Begleitung: Duo Mezcla (Jorge Castro & Juan Riquelme Lagos)
In der Veranstaltung wollen die AutorInnen des 2011 im Schmetterling Verlag erschienenen Einführungsbuches „Antifa – Geschichte und Organisierung“ einen kurzen Abriss der Geschichte autonomer (Antifa-)Organisierung liefern und dabei auch der Frage nachgehen, welche Schlüsse sich aus den bisherigen Erfahrungen autonomer Organisierungsversuche im postfordistischen Kapitalismus ziehen lassen.
Der Vortrag will ausgehend von einem kurzen Überblick über Nietzsches Schaffen dessen dionyischer Grunderfahrung auf die Spur kommen, um zu verdeutlichen, was diesem (am Ende dem Wahnsinn verfallenden) Denker und Dichter im Innersten bewegte.
Sterne, Sterne, Sterne ... sind Anlass zum Nachdenken, meint die Geologin Angret Schirmer
Rainer Land befragt Eugen Ruge, den Autor des Romans "In Zeiten des abnehmenden Lichts": wie weit waren wir in der Lebenskonstruktion unserer Eltern befangen, wie weit konnten wir uns davon befreien? Was wussten sie (noch), was uns fehlte? Was konnten wir schon erkennen, obwohl es ihnen verschlossen blieb? Haben wir eine Lektion verstanden? Oder geht es uns mit unseren Kindern notwendig so, wie es unseren Eltern mit uns gegangen ist?
Wie entsteht Protest? Warum herrscht Resignation? Weshalb kommt es zu hilfloser Angst? Umfragen zeigen: Es herrscht große Unzufriedenheit, die sich allerdings kaum mit Hoffnung auf baldige Veränderung verbindet. Dennoch lässt diese Hoffnungslosigkeit weder auf Apathie noch Fatalismus schließen. Viele abhängig Beschäftigte wollen sich wehren. Aber wie, mit wem und gegen wen – das bleibt häufig unklar.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff einer neuen „Großen Transformation“ und worin bestehen ihre charakteristischen Züge? Welche Gesellschaftsprojekte konkurrieren um den künftigen Entwicklungspfad? Kann das Modell der sozialökologischen und solidarischen Transformation als linkes Zukunfts- und auch Gegenwartsprojekt dienen?
Der Vortrag ist einem bewegenden Schicksal gewidmet. Als Sozialdemokrat und Jude verfolgt, überlebte Arnold Munter das KZ Auschwitz. Nach 1945 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der VVN. Die Vereinigung von KPD und SPD lehnte er ab und engagiert sich in der oppositionellen "Sozialdemokratischen Aktion". Von 1948 bis 1961 ist Munter Stadtrat für Bau- und Wohnungswesen im Ebert-Magistrat und damit nominell für die Sprengung des Stadtschlosses verantwortlich.
Das Seminar soll in die Geschichte des Antiziganismus und, anhand konkreter Beispiele in seine aktuellen Auswirkungen einführen. Parallel dazu sollen Texte zu Hilfe genommen werden, die versuchen, das Phänomen Antiziganismus von einer theoretischen Seite zu beleuchten, u.a. um nicht nur bei einer Darstellung der Geschichte und Aktualität des Antiziganismus stehenzubleiben, sondern auch die Frage nach seiner gesellschaftlichen Verwobenheit zu stellen.
Die Referentin Laura Fritsche lebte und arbeitete ein Jahr lang in einem nepalesischen Waisenhaus. Sie berichtet über das Leben in Nepal und ihre Erfahrungen - und stellt sich den Fragen: Was macht Entwicklung eigentlich aus? Was sind die Vorteile und Nachteile von Entwicklungspolitik? Wie kommt "Entwicklungshilfe" überhaupt an und was nutzt sie wirklich?
Die Literaturkritikerin Dr. Ursula Reinhold schlägt ein Kapitel deutsch-deutscher Literaturbeziehungen auf. In ihren Gesprächen mit Hans Magnus Enzensberger, Peter Schütt, Martin Walser, Uwe Timm, Dieter Wellershof u.a. spiegelt sich sowohl ein widerspruchsvolles Zeitverständnis als auch die Wandlung der Ansichten. In selbstkritischer Rückschau sucht die Autorin nach den Wegmarken eigener literaturkritischer Bemühungen.
Neben der theoretischen und praktischen Einführung besteht in diesem Medienseminar viel Raum für individuelle Fragen und persönliche Vermittlung von Medienkompetenz, um anschließend erfolgreich das Web 2.0 zu nutzen.
Die zwei ArbeiterInnenvertreter Felix Martinez der Autofabrik Mitsubishi und Paolo Cumaná aus der Autoscheibenfabrik Vivex wollen über ihre Erfahrungen aus dem Kampf um Arbeiterkontrolle berichten.
Im Vortrag werden Probleme der sich verändernden sozialen Struktur unter den vorherrschenden kapitalistischen gesellschaftlichen Verhältnissen, der politischen Macht sowie der Opposition dargestellt. Auch wird auf die veränderte Stellung Russlands in der Welt sowie auf Probleme bei der weiteren Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und der EU bzw. Deutschland eingegangen.
Über Mythen und Realität der Begründerin moderner Kinderliteratur spricht Sabine Krusen.
Eine Ästhetik, die sich auf eine bestimmte politische Klasse von Menschen bezieht, gibt es nicht - und wenn sie bestehen würde, wäre sie für das Leben gar nicht wichtig. Geben tut es augenscheinlich innerhalb der Linken aber das Bedürfnis über ästhetische und Gestaltungsfragen nachzudenken. Anhand von historischen und aktuellen internationalen Beispielen aus dem Bereich des politischen Graphikdesigns und der Kampagnenplanung soll in dem Workshop die Frage einer dem Zwecke dienlicher linker Ästhetik und Propaganda diskutiert werden.
Das Internet verändert die Gesellschaft, die Politik, unseren Alltag. Wem gehört das Netz? Wer kann es wie nutzen? Ein offenes und freies Internet, gleiche Zugangs- und Teilhabebedingungen für alle Menschen, informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz gehören zu den Grundforderungen an eine moderne und transparente Politik in der digitalen Gesellschaft. Die Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Weiterbildung und Kultur in Marzahn-Hellersdorf – sie ist Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik der LINKEN in Berlin – vermittelt einen Einblick in aktuelle politische Auseinandersetzungen dieser Tage.
Willy Kressmann (SPD) war in den fünfziger Jahren einer der bekanntesten Berliner Bezirksbürgermeister. Als Kressmann aber nach dem Mauerbau äußerte, dass die Mauer Resultat der Politik von Ost und West sei, hatten seine Genossen genug von Kressmanns Alleingängen und beteiligten sich an seiner Abwahl als Bürgermeister. „Auf Wunsch der SPD in Urlaub“ ließ er hiernach auf seine Visitenkarte drucken.
Horst Pehnert war 13 Jahre lang Stellvertreter des Kulturministers der DDR und zuständig für die Filmproduktion. In seinem Buch "Kino, Künstler und Konflikte" berichtet er über seine Konfliktlagen, Mutproben und Momente der Feigheit vor der Macht. Er weist nach, dass die DEFA trotz zensierender Eingriffe ein bedeutendes Kapitel deutscher Filmgeschichte geschrieben hat.
Wenn sowohl die Produktivkraft der Arbeit (Marx) als auch das Tätigkeitsvermögen des Körpers wie des Geistes (Spinoza) nicht fremdbestimmt, sondern autonom ausgeübt werden: sind hier dann die Bedingungen eines freien Gemeinwesens gegeben?
Die DenkMalTour erinnert an Frauen in den Revolutionen von Berlin. Neben bekannten Frauen wie Rosa Luxemburg werden auch eine Reihe von Frauen aus der anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegung vorgestellt.
Punk war als identitäre Subkultur und als soziale Praxis gleichzeitig Teil der Neuen Sozialen Bewegungen und gleichzeitig deren Antipode. Dieses schwierige Verhältnis zwischen Nihilismus und Selbstverwirklichung soll im Vortrag vor der Folie einer Veränderung der sozialen Bewegungen und einem als „Jugendprotest" wahrgenommenen Phänomen der frühen 80er Jahre beleuchtet werden.
Die sogenannten digitalen Nativs, die "Eingeborenen des Internets", verbringen große Teile ihrer Zeit in den Sozialen Netzen, einige eignen sich notgedrungen die nötigen Kenntnisse an, viele andere fürchten, Privates wird zu öffentlich. Die Datenschutzbestimmungen von Facebook und Google sind immer wieder in der Kritik, zu Recht. Werbung soll nicht mehr als Werbung erkennbar sein. Auf der anderen Seite haben diese Netze soziale Prozesse wesentlich beschleunigt.
Mit was für einer Rechten haben wir es in Ungarn zu tun und wieso wurde aus einem "Musterland" der demokratischen Umwälzung ein Vorreiter autoritärer Entwicklungen in Osteuropa? Welche kulturellen Traditionen und ideologischen Vorstellungen stehen hinter der Rechtswende in Ungarn? Welche Auswirkungen auf die Demokratie haben die Maßnahmen der Regierung Orban und wie sieht der Widerstand aus, der sich gegen diese Politik organisiert?
In diesem Seminar werden die Grundlagen von Adobe InDesign für die Gestaltung von Print-Dokumenten vermittelt – angefangen vom Einrichten einer Datei, über das Arbeiten mit Zeichen- und Absatzformaten, Grundlinienraster, Farben, Musterseiten oder auch Bibliotheken bis zum Erstellen einer druckreifen PDF-Datei. Alle Werkzeuge werden Schritt für Schritt vorgestellt und selbst angewendet.
Die Referentin Prof. Dr. Ursula Herrmann hat Archvmaterial in Form von Protokollen und Berichten des "Sozialdemokratisches Arbeitervereins Lichtenberg-Friedrichsberg" aus den Jahren 1891 bis 1901 ausgewertet. In der Veranstaltung stellt sie ihre Funde vor.
Allerorten wird heute revoltiert. Im Spätsommer 2011 sah man ungeahnte Formen unmittelbarer Revolten inmitten Europas aufkeimen. So standen etwa Teile Londons in so nicht dagewesener Form in Flammen. Dass sich dort vor allem der Pöbel aus den Vororten auf Plünderungs- und Zerstörungstour befand, war eine ebenfalls allerorten anzutreffende Diagnose. Bereits vor einigen Jahren hatte sich ähnliches in Reaktion auf die Pariser Vorortunruhen abgespielt. Der Vortrag wird diese zeitgenössischen Phänomene aus philosophischer Perspektive aufzuklären suchen. Dabei wird es zentral um eine These gehen, die sich aus dem Denken Hegels entwickeln lässt.
Was sind die Vorstellungen des „Instituts solidarische Moderne“ (ISM) bezüglich eines sozialökologischen Gesellschaftsumbaus? Wie kann ein sozialistischer Transformationsprozess aussehen? Wer sind dabei die potenziellen Akteure und welche Probleme sozialer, ökologischer, ökonomischer und politischer Art verflechten sich in einem solchen Projekt?
Vorgestellt wird das künstlerische Schaffen von Nordine El Hachemi. Vernissage in der Galerie der Hellen Panke. Mit musikalischer Begleitung.
Mit der Erinnerung an Martin Wagner wird ein Stück Berliner Stadtbaugeschichte lebendig. Er wurde nach seinem Architekturstudium 1924 Direktor einer gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft in Berlin und 1926 als SPD–Mitglied Stadtbaurat von Groß-Berlin. Unter seiner Mitarbeit entstanden die ersten Großblockbau-Siedlungen in Britz und Lichtenberg.
Woody Guthrie, amerikanische Singer/Songwriter und Chronist der 30er und 40er Jahre, ist eine Legende und Vorbild für Folksänger in aller Welt. Am 14. Juli 2012 würde er 100 Jahre alt werden. Aus diesem Anlass finden in den USA das ganze Jahr über Veranstaltungen statt, und auch in Deutschland ist eine Serie von Konzerten, Ausstellungen, Symposien, Filmen und Vorträgen geplant. Den Auftakt dazu gibt das Festival Musik und Politik.
Hanns Eisler ist eine Ikone der politischen Musik. Immer wieder setzen sich Musiker mit ihm auseinander, interpretieren, adaptieren und verändern ihn - so auch im Konzert "Eisleriade".
Ausgehend von der Vielfalt möglicher politischer Publikationen und Veröffentlichungen (Newsletter, regionale und Partei-Zeitungen und –Zeitschriften, andere periodische Publikationen, Websites etc.) werden Methoden und Herangehensweisen an die dazu notwendige Textproduktion erörtert.
Wir wollen uns ein Wochenende lang gemeinsam mit den politischen Auseinandersetzungen zwischen revolutionären Arbeitern und Soldaten auf der einen Seite und reaktionären Freikorps und ihren politischen Verbündeten während der Weimarer Republik beschäftigen. Dabei wollen wir ein besonderes Augenmerk auf die Debatte innerhalb der Arbeiterbewegung und ihrer Organisationen werfen und warum SPD und KPD nicht gemeinsam gegen die aufkommenden Faschisten kämpfen wollten. Team: Inva Kuhn und Stephan Puhlmann
Der Aufbruch von 1968 ist Ende der 1970er Jahre erschöpft, und auch der Marxismus gerät in eine Krise. Gleichzeitig beginnt eine Reihe heterodoxer Marx-Aneignungen wirksam zu werden. Sie gehen eher auf Spinoza, Heidegger und Nietzsche als auf den deutschen Idealismus zurück, stellen neue Begriffe wie Potenzialität und Differenz in den Mittelpunkt und führen zu dem, was wir Heute als Linksheideggerianismus, Postoperaismus und Poststrukturalismus bezeichnen.
Wer kann Organspender werden? Welche Organe können gespendet werden? Was bedeutet dies für mich und meine Angehörigen? Vorgestellt werden neueste medizinische Entwicklungen und gesetzliche Grundlagen zum Thema Organ- und Gewebespende.
Erfolgreiche Online-Recherchen führen oft über einen Umweg: Nicht versuchen, die Frage bei einer Suchmaschine anzubringen, sondern zunächst überlegen, wer die Antwort wissen könnte und ob es vielleicht ein spezielles Suchwerkzeug genau für diese Frage gibt. In diesem Seminar geht es darum, Internet-Recherche anhand verschiedener Kriterien zu strukturieren
Hat Karl Marx eine sachlich stimmige Theorie und einen universalgeschichtlich tauglichen Begriff vom Feudalismus hinterlassen? Oder handelt es sich um ein gezieltes Verständnis seiner politischen Anhänger – bis heute?
Am Beispiel verschiedener Politikfelder werden Möglichkeiten und Grenzen, aber auch Utopien für eine linke Stadtpolitik und Forderungen für Reformprojekte umrissen.
Haben die deutschen Medien im Umgang mit der Mordserie der Neonazis aus Zwickau versagt? Fest steht: Nicht nur die Sicherheitsbehörden - auch die "vierte Gewalt" steht deshalb in der Kritik. Wie spiegeln sich Vorurteile, die in der Gesellschaft verbreitet sind, auch in den Medien wieder? Haben sie die rechtsextreme Gefahr unterschätzt? Und was verraten eine unsensible Wortwahl und ein einseitiger Blickwinkel über die Einstellungsmuster, die in vielen Redaktionsstuben vorherrschen?
Welcher Stellenwert kommt der Eigentumsfrage angesichts der Systemkrise des entfesselten Kapitalismus zu? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Krise dauerhaft zu bewältigen? Kann nur eine Enteignung der Enteigner das Fundament für einen Neustart der Europäischen Union und der Eurozone bilden? Darüber wollen wir diskutieren. Sahra Wagenknecht wird als profilierte Kritikerin neoliberaler Umgestaltung den Doppeljahrestag - 20 Jahre Vertrag von Maastricht/10 Jahre Euro - sozial und ökonomisch bilanzieren.
Das Projekt und die Diskussion um Erinnerungskultur und Nazis in Dresden stehen im Zentrum unserer Veranstaltung. Informiert werden soll auch über den aktuellen Stand der Repressionen und Vorbereitungen der Blockade des diesjährigen Naziaufmarschs.
„Wer die Weltgeschichte nicht als Kriminalgeschichte schreibt, ist ihr Komplize.“ Dieser Satz des Kirchenkritikers Karlheinz Deschner ist das Thema, denn die Kriminalität ist so alt wie die Menschheit. Es wird von Außenseitern und unglaublichen Ereignissen berichtet. Dabei bietet sich auch die Gelegenheit, auf die Herkunft von Rechtssprichwörtern und Redewendungen einzugehen.
Der Vortrag zeichnet den Lebensweg einer interessanten Frau nach, die aus einer preußischen Offiziersfamilie stammend, sich früh der Sozialpolitik zuwandte und 1895 Mitglied der SPD wurde. An der Seite ihres späteren Mannes Dr. Heinrich Braun, Mitbegründer der SPD–Zeitschrift „Neue Zeit“ und bekannt mit Clara Zetkin und mit Franz Mehring, nahm sie an den Kämpfen der Zeit teil.
Spätestens ab Juli 1933 nutzte die Gestapo das ehemalige Militärgefängnis Columbia-Haus auf dem Tempelhofer Feld als Haftanstalt für politische Gefangene. Es war ein Vorläufer des Mitte 1934 entstandenen Systems der Konzentrationslager, das als Synonym ist für die faschistische Herrschaft in Deutschland gilt.
Im Workshop wird anhand eines konkreten Beispiels aus der Praxis durchgespielt, wie erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit unter Berücksichtigung begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen strategisch entwickelt, geplant und umgesetzt werden kann.
Die Transformationen des Kapitalismus werfen zugleich die Frage nach der Reichweite traditioneller Kapitalismus-Kritik und nach Möglichkeiten neuer Kritikformen auf. Der Vortrag geht der Frage nach, inwiefern sich Heideggers eigentümliche Entfremdungskritik heute jenseits einer orthodoxen oder kulturkonservativen Lesart fruchtbar machen lässt, um die komplexen Verhältnisse der Globalisierung kritisch zu beleuchten.
Porträtiert werden Rosa Luxemburg, die Pianistin Fanny Hensel-Mendelsohn, die Schriftstellerin Fanny Lewald, die Schauspielerinnen Marlene Dietrich und Tilla Durieux ... Sie alle haben die Geschichte der Stadt Berlin beeinflusst, versichert mit einer Lesung Angelika Neutschel
Hat der griechische Schludrian die Euro-Krise verursacht oder rächt sich der Konstruktionsfehler der Gemeinschaftswährung? Sind das Berliner und Brüsseler Spardiktat gegenüber hochverschuldeten Ländern der Ausweg aus der Krise? Welcher Kurswechsel wäre nötig, wenn der Euro überleben soll?
Dr. Sonja Hilzinger stellt Christa Wolfs Arbeiten für den Film vor. Dr. h.c. Ralf Schenk hat den 1965 entstandenen Film "Fräulein Schmetterling" 2005 in seiner letzten Schnittfassung rekonstruiert. Er kommentiert die Entstehungsbedingungen und die politischen Umstände des Filmverbots. Im Anschluss wird der Film gezeigt.
Neue Straftatbestände auf EU-Ebene öffnen der Gesinnungsjustiz Tür und Tor. Die Leugnung von einem gerichtlich als Völkermord deklarierten Ereignis ist bereits strafbar; die Leugnung kommunistischer Verbrechen könnte es demnächst werden.
„SINFONIETTA“ Ein Konzert durch die Jahreszeiten mit literarischen Zwischentönen.
In diesem Seminar werden die Grundlagen von Adobe InDesign für die Gestaltung von Print-Dokumenten vermittelt – angefangen vom Einrichten einer Datei, über das Arbeiten mit Zeichen- und Absatzformaten, Grundlinienraster, Farben, Musterseiten oder auch Bibliotheken bis zum Erstellen einer druckreifen PDF-Datei. Alle Werkzeuge werden Schritt für Schritt vorgestellt und selbst angewendet.
Trotz großer sozialer Ausgrenzung ging die letzte Wahl zum polnischen Parlament für die links orientierten Parteien mit einer verheerenden Wahlniederlage und einer großen Mehrheit für neoliberalen Parteien einher. Das wird von vielen Medien in Europa als Bestätigung von Stabilität dargestellt. Die überwältigende Mehrheit der polnischen Bevölkerung hat aber an den Wahlen nicht teilgenommen und damit deutlich gemacht, dass sie sich durch die derzeitigen Parteien nicht vertreten fühlt.
Die vom "Unsichtbaren Komitee" verfasste Flugschrift "Der kommende Aufstand" wird, sofern sie nicht ohnehin auf besinnungslose Zustimmung trifft, allenthalben in partikularen Aspekten kritisiert. Demgegenüber möchte der Vortrag das Verständnis von Revolte zu kritisieren versuchen, das dem "Kommenden Aufstand" zugrunde liegt, indem das Verhältnis von Revolution und historischer Zeit, von Revolution und Tradition und die Anknüpfung an den revolutionären Messianismus in den Blick genommen werden.
Vortrag und Diskussion sollen zeigen, wie fromme Phantasie und Weihnachtsbräuche die biblischen Texte "besiegten" und wieso Armut nicht abgeschafft, sondern mit Krippe und Stall verklärt wurde. Und: wie konnte "Frieden auf Erden" zur Floskel bewaffneter "christlicher" Leitkultur werden?
Warum ist der Versuch zur Einführung des kommunalen Wahlrechts für Migrant/innen 2011 im Berliner Abgeordnetenhaus gescheitert? Was werden die Berliner Parteien tun, um das Ziel WAHLRECHT FÜR ALLE BERLINER/INNEN 2016! zu erreichen?
Das Leben von Jan Peters (1932-2011), über das er in der Autobiografie "Menschen und Möglichkeiten. Ein Historikerleben in der DDR und anderen Traumländern" berichtet, bestand aus mehreren Leben: vom Emigrantenkind in der Sowjetunion und in Schweden wurde er über mehrere Zwischenstationen zu einem kreativen und anerkannten Historiker der DDR und der BRD. Die widersprüchlichen Erfahrungen seines Lebens sind zugleich untypisch und exemplarisch für ein Wissenschaftlerleben in der DDR.
Die Verhaftung Wolfgang Harichs vor 55 Jahren, am 29. November 1956, markiert das Ende der ohnehin reduzierten politisch-philosophischen Streitkultur der frühen DDR. Alexander Amberger thematisiert in seinem einleitenden Referat, dass sich Harich selbst Zeit seines Lebens nie als Dissident oder Oppositioneller begriff. Dr. Andreas Heyer befasst sich in seinem Beitrag "Harichs Weg zu einem undogmatischen Marxismus" mit dessen Denkwegen in den Jahren vor 1956.
mit diesen und anderen Meinungen von Kurt Tucholsky macht uns Prof. Dr. Kurt Pätzold auf anschauliche Weise vertraut.
Die Berlinwahl 2011 ist gelaufen. DIE LINKE ist mit ihrem Wahlergebnis hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Die Stadt behält ihren Regierenden Bürgermeister, aber eine andere Koalition wird die Inhalte bestimmen. Was bleibt von Rot-Rot? "Lohnt" sich Regieren für DIE LINKE nicht? Welche Herausforderungen stehen jetzt an? Eine Diskussion über die vergangenen zehn Jahre Stadtpolitik, vor allem aber über das, was vor uns liegt.
Das Seminar soll einen Überblick über das kommerzielle Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop geben sowie die Open-Source Software GIMP als Alternative präsentieren.
"Schulden sind schlecht"- mit dieser einfachen Alltagsvorstellung gelingt es derzeit, Zustimmung zu Kürzungspolitik nach innen und Spardiktaten nach außen zu organisieren. Die politischen Programme zur Schuldensenkung erscheinen als Sachzwang oder werden schlicht oktroyiert ("Treuhand für Griechenland", Jean-Claude Juncker). Die deutsche Regierung erzwingt in Europa (und darüber hinaus) die Durchsetzung dieser Politik, nicht zuletzt im Interesse der Banken, die am Schuldendienst verdienen.
In den vergangenen Jahren hat sich in Caracas, Venezuela, eine dynamische Hausbesetzer-Bewegung entwickelt, die den Themen Besetzung und Enteignung im politschen Prozess zur Konjunktur verholfen hat. In welchem Verhältnis stehen die Los Sin Techos zum staatlichen Sozialismus des 21. Jahrhunderts? Was fordern sie? Welche Perspektiven haben sie auf die Veränderung der Gesellschaft?
Gegenstand der Veranstaltung sind u.a.: - welche Fragen, Probleme und Auseinandersetzungen standen im Mittelpunkt der Programmdebatte? - Wie zeitgemäß sind die programmatischen Positionen der LINKEN? - Warum gehört der sozial-ökologische Umbau ins Zentrum moderner linker Programmatik? - strategische Anforderungen aus dem neuen Programm.
Mit dem Vortrag soll an wichtige technische Leistungen von Pintsch erinnert werden, die die Stadtentwicklung Berlins beeinflussten. Er stellte ab 1847 von ihm konstruierte Gasmesser her. Diese bewährten sich und hatten bald deutschlandweit einen guten Ruf. 1863 konnte Pintsch in der Andreasstraße 73 eine eigene Fabrik eröffnen (Teile der einstigen Fabrik stehen heute unter Denkmalschutz). Pintsch entwickelte zudem Leuchtbojen und Zugbeleuchtungen.
Der Workshop gibt ein kurzes Impulsreferat zu Kämpfen gegen die Einführung der Lohnarbeit Anfang des 19. Jahrhunderts und stellt die Frage, inwieweit diese Erfahrungen in der heutigen Krise der Arbeitsgesellschaft relevant sind.
Vernissage am Dienstag, den 15. November 2011 um 18.00 Uhr. Gerenot Richter (1926 - 1991). Grafiken aus drei Jahrzehnten. Einführung: Helmut Müller Musik: Christian Raudszus (Violincello) Ausstellung bis zum 20. Januar 2012. Öffnungszeit: jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn und nach Vereinbarung.
Folgende Aspekte werden im Vortrag thematisiert und stehen anschließend zur Diskussion: - Lenin in 21. Jahrhundert - Die gegenwärtige Imperialismus-Diskussion - Imperialismus als Problem der Ideologie
So spielen die Gemeingüter beim Nachdenken über „eine andere Welt“ durchaus eine Rolle. Elinor Ostrom hat mit ihren diesbezüglichen Forschungen zahlreiche Anregungen geliefert. Bieten sie auch für Linke einen praktikabler Ansatz in der Eigentumsfrage? Welche politisch-strategische Bedeutung besitzen sie? Und wo liegen ihren Grenzen?
Ludwig Elm stellt sein „Kleines Lexikon zur Zeitgeschichte“ vor, liest ausgewählte Artikel und diskutiert über das Konzept und die Texte. Die Veröffentlichung umfasst mehr als 300 Stichworte zu Begriffen, Ereignissen und Personen aus Politik, Geschichte und geistig-kulturellem Leben. Alles wird teils ironisch bis sarkastisch, teils ernsthaft und vorwiegend sachlich-informativ erörtert und dargestellt.
Am 4. Jahrestag der Februarrevolution kleben an Petrograder Mauern die Aufrufe zu einer besseren Revolution. Die Regierungspartei lässt Demonstranten zusammenschießen. Da entbrennt der volksdemokratische Widerstand - insbesondere der revolutionären Elitetruppe von 1917: der Matrosen auf der Festungsinsel Kronstadt. Ihre blutige Niederschlagung wird die "Ursünde der bolschewistischen Revolution" genannt. Sie war das Menetekel eines Ein-Partei-Regimes, das genau 70 Jahre später zugrunde ging.
Mit fünfzehn gründete sie eine Zeitschrift; seitdem schrieb sie, exzessiv. 1918 fand man sie als Kommissarin an der Seite des legendären Flottenkommandeurs Raskolnikow, später im Wolga-Kaspi-Gebiet. In Deutschland verpasste sie den Hamburger Aufstand. Die nächste Station hieß Afghanistan. Da war sie bereits mit Karl Radek liiert … Mit 31 Jahren starb sie an Typhus. Das war vor 85 Jahren.
Die Ausbürgerung Biermanns spaltete die westdeutsche Linke und die ostdeutschen Intellektuellen. Der Moderator des „Roten Bock“, Dr. Diether Dehm, schrieb mit Wallraff und Abendroth den Protest, der sogar bis in die DKP ging, wurde Biermanns Manager, und fiel daraufhin in der DDR in Ungnade. Dr. Hans-Jürgen Fischbeck, kirchlich engagierter Physiker in der DDR, DDR-„Bücherminister“ Klaus Höpcke sowie der Schauspieler Hilmar Thate legen ihre Streitpunkte dar.
2007 hat die Regierung Ecuadors vorgeschlagen, Erdölvorkommen von geschätzten 850 Millionen Barrel im Nationalpark Yasuní für immer unter der Erde zu lassen, um die einzigartige biologische Vielfalt zu erhalten und die Interessen der in diesem Gebiet lebenden indigenen Völker langfristig und effektiv zu schützen. Deutschland gehörte von Anfang an zu den Unterstützern dieses weltweit einzigartigen Umweltprojektes.
Menschen haben immer ein Geschlecht, eine (oder mehrere) Genderidentität(en), eine Herkunft, eine Hautfarbe, einen Körper mit einer bestimmten Befähigung oder Beeinträchtigung. Dadurch befinden sie sich an Schnittstellen verschiedener Diskriminierungen. Was heißt vor diesem Hintergrund Mehrfachzugehörigkeit, Mehrfachdiskriminierung? Welche Konsequenzen haben sie für die politischische Bildungsarbeit? Welche Erfahrungen gibt es in der Arbeit mit dem Fokus auf Mehrfachdiskriminierungen?
Anhand der Vorreiterländer Tunesien und Ägypten wollen wir uns die Akteure der arabischen Protest-Bewegungen und ihre Forderungen anschauen. Welchen Einfluss haben die Proteste auf die gesamte arabische Welt? Rückblickend beschäftigen uns auch die Kolonialgeschichte dieser Länder und deren Folgen. Im dritten Teil erarbeiten wir uns Ansätze der postkolonialen Theorien, die uns helfen, die deutsche Medienberichterstattung kritisch einzuordnen.
Stimmt es, dass das hochentwickelte Industrieland DDR am Ende tatsächlich die Selbstversorgergesellschaft war, weil die SED die permanente Versorgungskrise nicht anders bewältigen konnte? Können die in der DDR entwickelten, üblich gewordenen Praxen von Selbstversorgung in die heutigen Vorgänge eingeordnet werden? Was bietet die Kulturgeschichte der DDR hier an Ideen, Einfällen, an abschreckenden und einnehmenden Erfahrungen an?
Wer Argumente gegen Sarrazin und andere anti-muslimische Agitatoren sucht, begibt sich leicht auf ein schwieriges Feld: Ist Rassismus mit Aufklärung beizukommen? Lässt man sich dabei die Themen von rassistischen Argumentationen vorgeben? Wie geraten gesellschaftliche Grundlagen in den Blick? Wie kann politische Handlungsfähigkeit gegen rechts und für ein gleichberechtigtes Zusammenleben gewonnen werden?
Schnell wird die Schuldenbremse zur Legitimation für das Streichen von Sozialleistungen. Ob als reflexartiger Verweis auf „Gerechtigkeit gegenüber den kommenden Generationen“, oder inzwischen gar aus „Verantwortung gegenüber den Partnern in der Europäischen Union“- viele dieser Sichtweisen sind im politischen Alltag längst angekommen. Doch was hat das für Konsequenzen? Und was können linke Gegenentwürfe sein?
Die Veranstaltung erinnert an die Geschichte Friedrichshains, das mit den Anfängen der industriellen Entwicklung in mehrfacher Hinsicht zu einem Schwerpunkt der „kleinen Leute“ wurde. Versammlungsort der organisierten Arbeiterbewegung, Grabstätte der Opfer gescheiterter Revolutionen von 1948 und 1918, aber auch Erholungsmöglichkeit für die einfachen Bürger.
Von Anfang an war Kreuzberg ein Zentrum der Arbeiterbewegung - sowohl politisch, als auch kulturell. Hier wurde nicht nur Paul Singer geboren - einer der ersten Reichstagsabgeordneten, als die SPD noch verboten war. Hier gab es nicht nur die Zentralen von SPD und Gewerkschaften. Hier formierte sich auch eine Gegenkultur.
„Das Exil der frechen Frauen“ zeigt am Beispiel der drei Frauen Olga Benario, Ruth Rewald und Maria Osten, deutschen Kommunistinnen, Literatinnen, Funktionärinnen der Komintern, die ganze Widersprüchlichkeit zwischen antifaschistischem Kampf weltweit und der stalinistischen Entstellung ihres politischen Bezugspunktes, die diese Lebensentwürfe als großartig und gleichzeitig tragisch, als Hoffnung gebend und gleichzeitig so verzweifelt erscheinen lässt.
Die Demokratie ist in der Theorie ein System, das Interessenausgleich und Selbstregulierung hervorbringt. In der Praxis jedoch macht die deutsche Volksherrschaft wenige reich, viele arm und lernt wenig aus ihren politischen Fehlern. In seinem Beitrag untersucht Wolfgang Nesković den Zusammenhang zwischen dem Versagen demokratischer Institutionen und der Krisenanfälligkeit des ökonomischen Systems.
Der Vortrag untersucht Argumente und Probleme des publizistischen Kampfes gegen die Aggressionspolitik des faschistischen Deutschland. Im Zentrum stehen dabei literarische Reaktionen auf die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland und die schwierigen Bemühungen um einen politischen Konsens im Vorfeld des Weltfriedenskongresses in Brüssel 1936.
Rosemarie Schuder und Andreas Peter stellen ihr im Niederlausitzer Verlag veröffentlichtes Portrait der Schauspielerin und Sängerin Corona Schröter (14. 1. 1771 in Guben – 23. 8.1802 in Ilmenau) vor.
Sein autobiographisches Buch «Mein Roman mit der russischen und sowjetischen Literatur» konnte Ralf Schröder nicht mehr beenden. Michael Leetz hat die nachgelassenen Schriften seines Vaters herausgegeben und stellt das im Frühjahr im Verlag edition schwarzdruck erscheinende Buch vor.
Die Busexkursion begibt sich gemeinsam mit Barbara und Winfried Junge auf die Suche nach den Kindern von Golzow. Das Filmprojekt wird in die deutsche Zeitgeschichte eingeordnet, wobei der Bogen vom Jahr 1945 über das Leben in der DDR bis in die Gegenwart geschlagen wird. Teilnahme nur nach bestätigter Anmeldung möglich. Mehr Informationen unter www.helle-panke.de
Warum führen die Finanzkrisen der letzten Jahre und ihre Übersetzung in riesige Spar- und Kürzungsprogramme nicht zu einem Massenandrang bei kapitalismuskritischen Bildungsveranstaltungen? Gibt es eine Scheu im Feld der politischen Bildung, die Kritik der Politischen Ökonomie auch jenseits der klassischen Kapital-Kurse anzugehen? Sind die anderen gängigen Formate überhaupt geeignet, das aktuell nötige Wissen zu vermitteln und gemeinsam zu produzieren?
Hannelore Graff stellt ihr Buch über Leben und Leistung ihres Vaters vor.
Das Wahljahr 2011 ist für die extreme Rechte nicht gut gelaufen: Während die NPD in den westdeutschen Bundesländern keine Chancen hatte und ohne jede Bedeutung blieb, sieht es im Osten etwas anders aus. In Sachsen-Anhalt hat die NPD den Einzug ins Parlament mit 4,6 Prozent nur knapp verpasst, in Mecklenburg-Vorpommern hat sie zwar Stimmen verloren aber dennoch den Wiedereinzug ins Parlament geschafft. Grund genug, am Ende des Wahljahres eine Bilanz zu ziehen.
Im Vergleich aktueller Protestkulturen mit der 68er-Revolte wollen wir Kontinuitäten und Brüche im Verhältnis von Gegenkultur und linker Politik seit Beginn der Krise des Fordismus diskutieren. Wie werden Subjektivität und politische Öffentlichkeit aufeinander bezogen? Welche Ein- und Ausschlussmechanismen werden produziert? Worin liegen Gefahren einer Kulturalisierung sozialer Bewegungen? Wie lässt sich ihnen begegnen? Was hat das mit Aufstieg und aktueller Krise des Neoliberalismus zu tun?
Das Thema erinnert an die historische Bedeutung und Entstehung der 3 Kopfbahnhöfe Frankfurter Bahnhof, Ostbahnhof und Schlesischer Bahnhof, die eng mit der Entwicklung des industriellen Zentrums Berlin und der Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Osten verbunden waren - und an die späteren Veränderungen.
Welche Erfordernisse ergeben sich aus den globalen Krisenprozessen des heutigen Kapitalismus und den tiefgreifenden Veränderungen in der Weltwirtschaft für einen Paradigmenwechsel in Wirtschaftstheorie und -politik? Welche Kriterien sollten ökonomische Lehre und Forschung im vereinten Deutschland erfüllen, damit sie einen wirksamen Beitrag zur Lösung der Gegenwartsprobleme und vor allem zu einer lebenswerten menschlichen Zukunft leisten können?
50 Jahre Mauerbau: Zu den Ereignissen des 13. August 1961, des 9. November 1989 und den Perspektiven von heute.
Marx und auch Engels, haben sich zeitlebens mit verschiedenen Aspekten der Politik und Wirtschaft Russlands beschäftigt. Sie erörterten dessen politische Geschichte und die Außenpolitik im europäischen Kontext, vor allem Marx studierte die wirtschaftlichen, besonders agrarischen Perspektiven und diskutierte die Chancen einer bevorstehenden sozialen Revolution in Russland.
Abgesang und Ankunft in Europa, (Malerei). Die Ausstellung ist dem Künstler Wolfram Schubert zu seinem 85. Geburtstag gewidmet. Laudatio: Dr. phil Günter Meier Musikalische Begleitung: Eva Sophia Steilen, Saxofon. Ausstellungsdauer bis 10.11.2011
In vier Tagesseminaren (10.9., 17.9., 24.09., 01.10.) wollen wir mit Euch einen Einstieg in Grundbegriffe von Marx' Kritik der politischen Ökonomie erarbeiten: Ware – Wert – Mehrwert – Kapital. Dazu wollen wir gemeinsam Teile von Band 1 des "Kapital" lesen und diskutieren.
Die in Kooperation mit WISSENTransfer durchgeführte Konferenz soll dazu beitragen, vor allem die Probleme des Sozialstaats im 21. Jahrhundert zu diskutieren, die sich aus den veränderten Bedingungen des Finanzmarktkapitalismus, der Umweltkrise und der Globalisierungsprozesse ergeben. Auf dem Workshop soll auch eine Auseinandersetzung mit der neoliberalen Kritik am Sozialstaat erfolgen. Die Diskussion folgt zwei Schwerpunkten: der Zukunft und den Hauptrichtungen der Entwicklung des Sozialstaates.
Wie genau verlaufen die Lienen der europäischen Migrationspolitik und welche Interessen setzen sich darin um? Was hat die Grenzschutzagentur FRONTEX damit zu tun und wie funktioniert sie? Wie organisiert sich der Widerstand gegen diese Politiken? Über diese und weitere Fragen wollen wir nach einem kurzen Filmausschnitt und einem Input zur europäischen Migrationspolitik sowie zur NoBorder-Bewegung, gemeinsam diskutieren.
Vortrag von Helmut Heinrich mit erhellenden Gesängen von Ernst Busch
Warum hat es nach dem Ende der DDR in Ostdeutschland kein „neues 1968“ gegeben, wie es von manchen westdeutschen Beobachtern erwartet worden ist? Neben politischen, historischen und soziologischen Gründen, steht einem neuen ’68 ein für Ostdeutschland typisches solidarisches Grundverhältnis aller Generationen entgegen. Diese „Generationensolidarität“ wird in drei Schritten erläutert. Zunächst wird der Begriff der Generation in Bezug auf die DDR-Verhältnisse bestimmt, danach an zwei konkreten Beispielen aus der post-revolutionären Umbruchssituation in zwei Instituten der Humboldt-Universität näher betrachtet.
Max Lingner und Ruthild Hahne. Zwei Künstler und ihre Visionen für die Neugestaltung des Berliner Regierungsviertels nach 1945
Dr. Atef Botros (Universität Marburg) und Prof. em. für Internationale Politik und Friedensforschung Werner Ruf (Kassel) stellen ihre Überlegungen zu den Transformationsprozessen in den arabischen Ländern zur Diskussion. Gemeinsame Veranstaltung mit dem Verein Ibn Rushd Fund for Freedom of Thought
Noch immer setzt die Energiepolitik der Europäischen Union auf den Ausbau der Atomenergie und die Errichtung weiterer Kohlekraftwerke. Mit der Verabschiedung der Öffnung der nationalen Energiemärkte innerhalb der EU wurde der europaweite Verkauf von vermeintlich billigem Atomstrom zusätzlich gefördert. Die jüngsten Planungen der EU für den massiven Ausbau der transeuropäischen Netze im Energiebereich tragen dazu bei, neue Hochspannungsleitungen EU-weit zu forcieren.
Gewerkschaft Kunst im FDGB der DDR - konnte sie was bewegen? Gewerkschaft in Deutschland heute - bringt sie was für Kunstmenschen? Beeinflusst Tarifpolitik künstlerisches Schaffen und seine Entwicklung? Was macht den Status des Künstlers aus? Wie ist das Zusammenspiel von künstlerischem und technischem Personal. Wie ist die Ausbildung und auch Anerkennung künstlerischer Berufe, Arbeitslosenversicherung, soziale Absicherung usw. Welchen Einfluss haben Gewerkschaften heute?
In der Zeit der Existenz der Mauer entstanden auf beiden Seiten Geschichtsmythen, die in unterschiedlichem Maße auch heute eine Rolle spielen. In der DDR wurde vom „antifaschistischen Schutzwall“ gesprochen und im Westen von der „innerdeutschen Grenze“. Beide Bilder waren unzutreffend, denn weder schützte die Mauer vor dem Faschismus, noch war die Grenze zwischen Westberlin und der DDR „innerdeutsch" wie die Grenze zwischen Sachsen und Thüringen oder Bayern und Baden-Württemberg.
Es ist wichtig für die eigene Handlungsfähigkeit in der Gegenwart, wie man sich in die Zukunft entwirft, was man für Pläne hat, wohin man gehen möchte. Die Zeitfolge ist anders ineinander verschränkt, als wir gewöhnlich annehmen. Denn auch die Vergangenheit, bzw. wie wir sie wahrnehmen und uns in ihr, bestimmt, wie wir uns gegenwärtig bewegen und zukünftig streben. Es empfiehlt sich für die eigene Stärkung, ein Bewusstsein seiner selbst zu haben, sich kritisch einzuholen. Wir müssen eine Methode finden, die die Einzelnen befähigt, sich selbst zu verändern...
Dr. Klaus Lederer beantwortet Fragen zu den Schwerpunkten des Wahlprogramms der Partei DIE LINKE.
Franz Borkenau, Richard Löwenthal und Ossip Flechtheim waren nach ihrer Rückkehr aus dem Exil maßgeblich am Aufbau einer modernen Kommunismusforschung in der Bundesrepublik und Westberlin beteiligt. Über ihr Leben und ihre Leistungen informiert das hier vorzustellende Buch.
In Deutschland waren in den letzten Wochen Medien und Tischgespräche voll von "dezidierten" Meinungen zu den Vorgängen in Japan und zur japanischen Kultur. Wir wollen uns die Bilder, auf die diese Meinungsbildung zurückgreift, genauer ansehen: Wie gehen die Menschen in Japan mit der Katastrophe um? Stimmen die in den europäischen Medien transportierten Bilder einer disziplinierten und fast lethargischen Gesellschaft mit der Realität überein? Welchen Stellenwert nimmt Kernenergie in der japanischen Gesellschaft und Politik ein? Warum gab es bisher keine breite Anti-Atom-Bewegung in Japan? Und wie sehen die Perspektiven der Kernenergie in Japan aus?
Berichte über die 2. Marx-Herbstschule von Sabine Nuss und Ingo Stütze erschienen in Z - Zeitschrift für marxistische Erneuerung ( Nr. 81, März 2010, S. 166-169); in der TAZ vom 24. 11. 2009, S. 17, über den Vortrag von A. Negri im Prater der Volksbühne am 21. November 2009, von Doris Akrap; in der FR-Online vom 4 ...